Der Hamburger SV war einfach besser

Eines gleich vorneweg: Die Spielvereinigung hat ihre unverständlich desolate Leistung im letzten Spiel gegen Holstein Kiel heute wettgemacht. Leider hat sie dennoch die Auswärtsbegegnung beim Hamburger SV mit 0:2 verloren. Dass das Ergebnis heute noch niedrig ausfiel, ist vor allem der Fürther Abwehr – allen voran Kapitän Marco Caligiuri und Mergim Mavraj (Foto: Sportfoto Zink) – und dem sicheren Tormann Sascha Burchert zu verdanken.

Das Kleeblatt fand erst mal gut ins Spiel und hatte schon nach wenigen Sekunden seinen ersten Torschuss durch Havard Nielsen. Im Gegensatz zur letzten Woche gingen die Fürther früh zum Gegner, um dessen Spielaufbau zu stören. Allerdings verfügen die Hanseaten mit Bakery Jatta, Aaron Hunt und Jeremy Dudziak einfach über klasse Spieler, gegen die die Fürther Offensive eher blass aussah. Beinahe hätte das Kleeblatt in der 37. Minute allerdings den Spielverlauf auf den Kopf stellen können: Nach einem Einwurf von Maximilian Sauer verlängerte Nielsen in den Lauf von Tobias Mohr. Und der traf am Hamburger Keeper vorbei ins Tor. Leider wurde der Treffer wegen einer knappen Abseitsstellung Mohrs nicht gegeben. Was das Selbstvertrauen des Kleeblatts aber offenbar trotzdem nicht schmälerte.

Der 0:0-Halbzeitstand war dann vier Minuten nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit Geschichte. Dudziak gelang das Führungstor des HSV – Keeper Burchert war in der Situation ohne Chance. Nach einer guten Stunde entschloss sich Fürths Trainer Stefan Leitl, Branimir Hrgota gegen Daniel Keita-Ruel auszutauschen – um die Offensive weiter zu stärken und Kontermöglichkeiten der Kleeblätter zu optimieren. Das hatte allerdings keine spür- und zählbaren Konsequenzen. Der Bundesliga-Absteiger der vorletzten Saison ackerte und agierte weiter einfach besser, dem Kleeblatt ging nach und nach die Puste aus. Trotzdem wäre der Ausgleich zum 1:1 noch drin gewesen. Aber dann machte der zehn Minuten vorher eingewechselte Sonny Kittel in der 85. Minute den Sack für Hamburg zu: 2:0 für die Gastgeber.
Insgesamt war der Sieg des Hamburger SV verdient, die Hanseaten kletterten heute (nach der gestrigen Auswärtsniederlage des VfB Stuttgart beim Wehen Wiesbaden) an die Tabellenspitze der Zweiten Liga. Die Spielvereinigung rutscht aktuell mit elf Punkten nach neun Spieltagen (drei Siege – zwei Unentschieden – vier Niederlagen) auf den elften Tabellenplatz. Wobei man zur Rechtfertigung darauf hinweisen muss, dass bisherige Gegner wie der HSV, die Absteiger Hannover und VfB Stuttgart, St. Pauli sowie Arminia Bielefeld sicher echte Herausforderungen und nicht leicht zu besiegen sind. Nach der Länderspielpause empfängt das Kleeblatt am Freitag, 18. Oktober, zu Hause Dynamo Dresden. Vielleicht sind in den nächsten Spielen eher sportliche Erfolge möglich?