Leistungssträhne beim Kleeblatt unterbrochen

Bei den drei letzten Spielen hat das Kleeblatt nicht mehr an die vorherigen Erfolge, das gefühlte Hoch anschließen können. Die vermeintliche Überlegenheit und Unbefangenheit vor dem Heimspiel gegen den Bundesliga-Absteiger Hannover 96 wurde mit einer 1:3-Niederlage bestraft. Bester Mann auf dem Platz im Ronhof war Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler, der auch als Nationaltorwart zeigen konnte, dass er wirkliche Klasse hat. Der Anschlusstreffer der SpVgg zum 1:3 war übrigens auch nur ein Eigentor der Niedersachsen.
Am vergangenen Wochenende hieß dann der Gegner Arminia Bielefeld, die Mannschaft, die seit Wochen Tabellenführer der Zweiten Liga ist und sich auch zum Angstgegner des Kleeblatts entwickelt. 2:4 für die Ostwestfalen lautete das Endergebnis. Der Anschlusstreffer zum 1:3 war Harvard Nielsen gelungen, Paul Jaeckel erhöhte den Abstand durch ein Eigentor wieder um einen Treffer. Nur Kenny-Prince Redondo sorgte mit seinem Tor für die Kosmetik.
Gestern gastierte dann die Spielvereinigung beim Tabellenvorletzten SV Wehen Wiesbaden. Wie mein fußballinteressierter Nachbar immer so treffend sagt: „Bei schlechten Gegnern bricht das Kleeblatt oft ein und verliert.“ Ganz so schlimm kam es nicht, aber prompt hieß das Endresultat nur 1:1. Wobei dieses Ergebnis nicht der (mäßigen) Leistung des Kleeblatts in der ersten Halbzeit entsprach. Klar, Trainer Stefan Leitl hatte viele krankheitsbedingte Ausfälle zu beklagen (Leweling, Mavraj, Keita-Ruel, Stefaniak, Meyerhöfer) und musste improvisieren. Deshalb stand zum ersten Mal Timothy Tillman in der Startelf, Felix Beijmo hatte wenig zu bieten und wurde in der 41. Minute ausgewechselt. Vor nur 3961 Zuschauern in der Brita-Arena in Wiesbaden konnte die SpVgg wenig Kreatives zeigen, kam einfach nicht an der starken Wiesbadener Abwehr vorbei. Wobei das Problem primär darin liegt, dass die Kleeblattspieler viele Pässe ungenau spielen, Bälle grundlos zum Gegner oder ins Nirwana schießen. Für die Fürther Profis scheint „Pressing“ derzeit ein Fremdwort zu sein. Und es ist kein wirklicher Knipser auf dem Platz. Allerdings kamen die Weiß-Grünen gestern selten in Strafraumnähe. So wunderte es niemanden, dass die abstiegsgefährdeten Hessen sich schon in der 18. Minute mit einem Tor belohnten. Die Reaktion der Fürther war nicht überzeugend.
Dann in den zweiten 45 Minuten schien (vermutlich nach deutlichen Worten des Trainers in der Pause?) der Knopf beim Kleeblatt aufgegangen zu sein. Sie starteten mit einem Tor von Havard Nielsen in der 49. Minute (Foto: Sportfoto Zink). Gute Chancen von Sebastian Ernst und Timothy Tillman (Pfostenschuss) wurden nicht mit Toren belohnt. Und dann plätscherte das Spiel so dahin. Die Luft beim Kleeblatt war raus. So endete die mittelmäßige Partie (bei 69 Prozent Ballbesitz der SpVgg) mit einem 1:1-Unentschieden. Das Kleeblatt muss in der kommenden Woche in sich gehen und an sich arbeiten, um dann am nächsten Samstag das schwere Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart (aktuell auf Tabellenrang zwei) zu gewinnen.