Was ist bloß mit dem Kleeblatt los?

Freitagabend haben wir es leider nicht pünktlich geschafft, uns das „Kellerduell“ zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und der Spielvereinigung anzusehen. Wir waren noch auf der Autobahn zwischen Erfurt und Fürth unterwegs. Der Kurzbesuch in der thüringischen Stadt war interessant. Dort ist – ähnlich wie hier – gerade auch Kärwa (die dort kurioserweise „Oktoberfest“ heißt). Das Auffallendste bei dieser Kirchweih auf dem Domplatz ist ein gigantisches Riesenrad. Es ist mit seiner Höhe von 55 Metern sage und schreibe 25 Meter höher als das in Fürth. Und: Es leuchtet im Greuther-Fürth-Look in Weiß-Grün (siehe Foto)! Der Blick aus einer der Gondeln über die beleuchtete Stadt ist gigantisch.

Zurück zum Wesentlichen: Kurz vor Ende des Spiels kommen wir in Fürth an und loggen uns in der 80. Minute ein: Torjubel, Freude im Fritz-Walter-Stadion. Ein Tor fürs Kleeblatt? Nein, zu unserem großen Entsetzen sehen wir den aktuellen Torstand: 3:0 für die „Roten Teufel“ vom Betzenberg, die (bis dato) Tabellenletzten. Um uns schnell upzudaten, machen wir uns dann online schlau. Und müssen lesen: Im Gegensatz zu den ersten Partien dieser Saison und dem Siegerspiel gegen Fortuna Düsseldorf ist das Kleeblatt diemal offenbar richtig schlecht. Auch Kapitän und Torwart Balazs Megyeri macht Fehler und ist nicht mehr der „Fels in der Brandung“. Dafür zeigt der FCK mit seinem neuen Trainer Jeff Strasser viel Courage und offensive Aktionen. Der Neueinkauf aus Schweden – Sebastian Andersson – landet mit seinem Hattrick innerhalb von neun Minuten (71., 74. und 80.) einen Einstand nach Maß. Das Kleeblatt reagiert wie im Schockzustand. Die Roten Teufel feiern im neunten Spiel ihren ersten Saisonsieg. Und das Kleeblatt rutscht nochmal ab und steht nun mit vier Punkten am Tabellenende. Vielleicht kann das Statement von Defensivspieler Richard Magyar (auf der Vereinswebsite) die enttäuschten Kleeblattfans aufbauen:

„Ich habe viel Erfahrung mit solchen Situationen. In Schweden habe ich drei Jahre ums Überleben gespielt und war da mit 19 Jahren Kapitän. Aus dieser Situation habe ich viel gelernt. Ich bin nicht besorgt. Ich sehe in der Mannschaft viel Potenzial. Gegen Düsseldorf haben wir gezeigt, was wir können und ich bin hungrig auf eine Revanche. Wir sind nicht so schlecht, wie die Tabelle sagt … in solchen Situationen wächst man als Persönlichkeit, wir müssen jetzt zusammen kämpfen und zusammenhalten und ich bin mir sicher, wir schaffen das.“

Mund abwischen und weiter kämpfen!

Serien sind dafür da, irgendwann auch mal durchbrochen zu werden. So passierte es beim Auswärtsspiel des Fürther Kleeblatts gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die Spielvereinigung verlor nach neun Partien ohne Niederlage, Lautern gewann nach sechs Spielen ohne Sieg. 2:0 war der Endstand für die Gastgeber. Eine Serie hat jedoch weiter Bestand: Seit über acht Jahren holte die Spielvereinigung keinen einzigen Punkt auf dem Betzenberg.

Die beiden Tore für die Roten Teufel waren schon (in der 20. und 39. Minute) gefallen, als David Raum (Foto) zu Beginn der zweiten Halbzeit für Johannes van den Bergh auf den Platz kam. Der 18-jährige Mittelfeldspieler ist ein vielversprechendes Talent aus dem eigenen Nachwuchs und bestritt sein zweites Zweitligaspiel. Coach Janos Radoki hatte bereits kurz vor der Pause taktisch auf das bewährte 3-4-1-2-System umgeswitcht und hoffte nun, mit Einwechslungen ein wenig mehr Power und Durchschlagskraft ins Team zu bringen. Nach Raum kam dann Sercan Sararer (54.) für Veton Berisha. Aber die heutige Krux des Kleeblatts – geringe Präzision im Zuspiel und zu wenig Biss – konnte auch mit den frischen Spielern nicht therapiert werden. Wie es eben manchmal ist, wenn man drei Spiele in sieben Tagen hat: Diese Englischen Wochen zehren an den Kräften und haben es definitiv in sich.
Erst in der Schlussphase kam die Spielvereinigung zu einer (ersten) erwähnenswerten Torchance: Khaled Narey gelang aus 14 Metern in zentraler Position ein Abschluss, er zielte aber exakt auf den Lauterer Keeper Julian Pollersbeck. Deshalb blieb es vor 21 812 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion beim 2:0 für die Roten Teufel.
Das Kleeblatt rangiert weiterhin mit 40 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz der Zweiten Liga. Am Ostersonntag, 16. April, tritt die SpVgg um 13.30 Uhr erneut auswärts an, sie spielt gegen den (aktuell) Tabellenzehnten VfL Bochum.

Hallenturnier: Kleeblatt will Titel verteidigen

Das neue Jahr 2017 startet mit Kälte und Schnee. Die Spielvereinigung verzichtet in dieser Winterpause auf ihre Reise in ein Trainingslager und versucht, sich zu Hause mit Trainingseinheiten auf die Rückrunde der Zweiten Liga vorzubereiten und eventuell sportlich zu neuen Höhenflügen aufzuschwingen.
Eine kleine Abwechslung und ein witziger Event ist der Bandenkick am kommenden Donnerstag, 5. Januar, beim AL-KO-Cup 2017 in Neu-Ulm ab 17.30 Uhr. Das Kleeblatt geht als Titelverteidiger in das Hallenturnier. Die SpVgg hatte sich vor einem Jahr im Finale gegen Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern mit 4:1 durchgesetzt. Und auch schon im Januar 2014 gewann das Kleeblatt souverän den Frankfurtcup – damals noch unter Trainer Frank Kramer, die Tore schossen u.a. Ilir Azemi, Niclas Füllkrug und Abdul Rahman Baba. Das war unser Blogbeitrag.

In der „ratiopharm arena“, wo sonst die Ulmer Basketballer auf Korbjagd gehen, tritt am Donnerstag mit dem „AL-KO Cup“ bereits zum zweiten Mal für einen Tag König Fußball in Aktion. Bei dem Hallenfußball-Turnier treffen sechs Teams auf einem Kunstrasen der neuesten Generation im Turniermodus mit zwei 3er-Gruppen (die noch vor Weihnachten per Losverfahren ermittelt wurden) aufeinander. Die Mannschaften spielen insgesamt zehn Kurzmatches à zweimal zehn Minuten (ab dem Halbfinale zweimal 12 Minuten). Das Finale mit anschließender Siegerehrung startet um 22.15 Uhr. Aus der Zweiten Bundesliga ist außer der Spielvereinigung der 1. FC Kaiserslautern zu Gast. Aus der dritten Liga stammt die SG Sonnenhof-Großaspach, dazu gesellen sich die Regionalligisten FV Illertissen,  SV Stuttgarter Kickers und Gastgeber SSV Ulm 1846 Fußball.
Sport1 überträgt die Spiele live im TV und im Livestream.

Jetzt wird die Luft dünn fürs Kleeblatt

Ich neige im Allgemeinen nicht dazu, niedergeschlagen zu sein. Bis auf wenige Ausnahmen und Anlässe vielleicht. Aber heute macht mich die 0:1-Niederlage der Spielvereinigung im heimischen Ronhof gegen den FC Kaiserslautern traurig – und auch ein wenig wütend. Nach dem glücklichen 2:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den Erstligisten Mainz 05 am letzten Mittwoch hatte die angeknackste Stimmung der Kleeblattfans einen echten postiven Schub bekommen. „Na also, es geht doch“, sagten sich viele nach dem Einzug ins Achtelfinale. Und freuen sich auf die nächste Runde im DFB-Pokal, das Heimspiel im Februar 2017 gegen Borussia Mönchengladbach.

Aber heute war jeder Optimismus wieder dahin. Da verhalf das Kleeblatt der aktuell angeschlagenen Mannschaft aus Kaiserslautern zum ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Im Gegenzug verloren die Fürther zum vierten Mal in Folge ohne eigenes Tor. Die Krise spitzt sich zu, der Verein rangiert nach elf Spielen mit nur elf Punkten auf dem 15. Tabellenplatz der Zweiten Liga. Lediglich einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt.

Woran es heute wieder lag? Aus meiner Sicht waren die verzweifelten Bemühungen der SpVgg, nach dem Tor von Osawe in der 51. Minute wieder ins Spiel zu kommen, symptomatisch. Das Kleeblatt machte durchaus Druck und versuchte, sich gegen die Roten Teufel zu behaupten. Zuerst vergaben Veton Berisha (55.) und Robert Zulj (57.) zwei gute Chancen für einen Ausgleich. Nichts war’s. Und dann vergeigte Sebastian Freis wenige Minuten später Supermöglichkeit Nummer drei: Er wurde freigespielt, lief beherzt mit dem Ball auf Gästekeeper Julian Pollersbeck zu, dann verließ ihn der Mut, er traute sich den Abschluss offenbar nicht zu und gab an Zulj ab. Ein verhängnisvoller Fehler, weil der Lauterer Koch schneller war…
So endete die Partie vor knapp 8500 Zuschauern mit einer Heimniederlage. Die – so hoffe ich inständig – Trainer Stefan Ruthenbeck nicht den Kopf kosten wird. Denn mal ganz ehrlich: Am Mittwoch war nach dem Sieg im Pokalspiel die Welt wieder ein wenig gerade gerückt. Auch wenn heute wieder alles dunkelgrau scheint: Würde eine Trainerentlassung zum jetztigen Zeitpunkt wirklich nachhaltig etwas ändern?

Die Roten Teufel holten sich die Punkte

FC Kaiserslautern - SpVgg Greuther FürthAuch wenn der berechtigte Elfmeter in der 84. Minute der Spielvereinigung gegeben worden wäre – ich befürchte, das Kleeblatt hätte das Ruder nicht mehr herumreißen können.
In einer kurzweiligen Partie verlor die SpVgg im Fritz-Walter-Stadion beim 1. FC Kaiserslautern mit 1:3. Offen gesagt: nicht gerade unverdient.
Das vorletzte Spiel in der Saison 2015/16 startete für die SpVgg eigentlich ganz vielversprechend. Bereits in Minute 12 gab es den ersten schönen Angriff: Das Kleeblatt griff von der rechten Seite aus an, Robert Zulj gab an Veton Berisha ab, der mit einem trockenen Flachschuss aus 15 Metern Entfernung ins Tor der Roten Teufel traf. Die angereisten Fürther Fans feierten das siebte Saisontor des Norwegers, sie standen in der prallen Sonne (Foto), viele männliche Fans oben ohne im Anfeuerungsrausch. Aber wie so oft in den vergangenen Begegnungen, musste auch heute Sebastian Mielitz nicht lange warten, bis er hinter sich greifen sollte. Nachdem FCK-Kapitän Daniel Halfar zwei Kleeblätter an der Grundlinie stehen gelassen hatte, passte er akkurat auf Jenssen, der den Ball in die untere rechte Ecke zum 1:1 in der 18. Minute einlochte.

Dem Kleeblatt gelangen in der Folge einige recht gute Spielzüge, es war aber in keiner Phase wirklich druckvoll, geschweige denn das dominierende Team. Vielleicht ließen sich die Spieler auch von der tollen Stimmung bei den Anhängern der Roten Teufel beeindrucken. Das Fritz-Walter-Stadion fasst eigentlich 50 000 Zuschauer, heute war es mit 25 000 Besuchern also „nur“ halb voll. Aber das Meer an rot-schwarzen Fußballanhängern hinter dem heimischen Tor kaufte den Fürthern in der zweiten Halbzeit den Schneid ab. Und so musste man nur bis zur 72. Minute warten, bis den Roten Teufeln das dritte Tor gelang.

Ein chaotische Situaton spielte sich dann sechs Minuten vor Spielende vor dem Tor der Gastgeber ab: Veton Berisha war am Ball, schoss, aber Torwart Müller faustete den Ball aus der Gefahrenzone. Gleichzeitig hatte jedoch André Fomitschow Ante Vukusic umgestoßen, der – zum Schuss bereit – wunderschön direkt vor dem FCK-Tor gestanden hatte. Schiedsrichter Sören Storcks entschied falsch und  gab keinen Strafstoß. Vielleicht hätte sich das Kleeblatt bei einem verwandelten Elfmeter, einem 3:2 aufrappeln und zumindest noch ein Unentschieden erzielen können. Aber wie sagte unser früherer Bundesfinanzminister Peer Steinbrück so treffend: „Hätte, hätte, Fahrradkette“.

Das Spiel endete also 3:1 für den FC Kaiserslautern. Der Mannschaft und den Fans ist es zu gönnen, denn die Roten Teufel hatten keine gute Saison. Aber aus weiß-grüner Sicht war das heutige Spiel so wie die beiden letzten: Das Kleeblatt macht Fehler, verteidigt lustlos. Und hat drei Niederlagen in Folge eingesteckt. Am Pfingstsonntag findet das letzte Spiel 2015/16 im Sportpark Ronhof statt. Gegner ist der SV Sandhausen. Es geht um nichts mehr, das Ergebnis ist unwichtig. Denn die Spielvereiniung wird diese Saison mit einem Platz im Mittelfeld abschließen. Trotzdem: Bitte zahlreich erscheinen!

2:4 im Ronhof – Ist das Christkind ein Roter Teufel?

Das war heute eine extrem bittere Heimniederlage für die Spielvereinigung. Sie führte 67 Minuten gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 2:0. Sie hatte Oberwasser und wirkte selbstbewusst. Doch die RotenTeufel verstanden es, das Spiel komplett zu drehen, das Kleeblatt zu düpieren, und dann mit einem 4:2-Sieg vom Platz zu gehen.
Wie kann so etwas passieren? Die Ursache liegt nicht im schlechten Spiel der Fürther Mannschaft. Denn sie hat sich inzwischen unter Trainer Stefan Ruthenbeck gefestigt und ist spielsicherer geworden. Die Pässe sind wieder öfters auf den Punkt gebracht, die Spieler agieren als Team und zeigen Charakter. Aber dann – so auch heute wieder  – schwächeln sie vor dem gegnerischen Tor, beim Spielabschluss. Diesen Schuh muss sich Veton Berisha anziehen. Er und Jurgen Gjasula sahen heute nicht allzu gut aus.SpVgg Greuther Fürth - FC KaiserslauternDer 2:0 Vorsprung war Sebastian Freis zu verdanken, der mit seinem sechsten und siebten Saisontor die SpVgg in Führung gebracht hatte. Doch dann – nach der Pause – wachten die Lauterer auf, sie wurden lebendiger und spielten einige Chancen raus. Dass es ausgerechnet das Ex-Kleeblatt Kacper Przybylko sein sollte, der den Anschlusstreffer machte, das war für die SpVgg ein Dämpfer. Doch damit nicht genug: In der 81. Minute traf der Rote Teufel Tim Heubach in den Kasten, den Sebastian Mielitz eigentlich sauber halten wollte. Und zwei Minuten später war es erneut Przybylko, der das Tor machte. Die 9 000 Kleeblattfans im Ronhof waren geschockt. Aber sie hofften noch auf einen 3:3-Ausgleich. Nein, vergebens. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit trifft Deville in den (weiß-grünen) Kasten.Und versaut allen Kleeblattanhängern den ersten Advent.

Eine echte Schlappe für die Spielvereinigung, die sich beim 2:0 zu Beginn des Spieles schon auf dem dritten Tabellenplatz wähnte. Das blieb eine Illusion. Der sechste Rang mit 24 Punkten ist Realität. Dazu kommt das bescheidene Torverhältnis.
Jetzt ist erst mal eine Woche Pause, Zeit zum Glühweintrinken und zum Reflektieren, woran es liegen könnte.Und dann könnte man auswärts gegen den SV Sandhausen gewinnen! Das wäre doch was?

SpVgg Greuther Fürth - FC Kaiserslautern

Mike und Mirko: Worauf deuten sie wohl?

Das Spiel des Kleeblatts am vergangenen Freitag gegen den FC Kaiserslautern war das erste Spiel mit dem neuen/alten Coach Mike Büskens. Trainer und ihr Verhalten am Spielfeldrand zu beobachten – das ist immer besonders aufschlussreich und macht auch Spaß.
Frank Kramer stand meistens (im Winter mit schwarzem Anorak), er war eher der stoische, ruhige Trainer – der ab und zu aus der Haut gefahren ist. Vor allem bei ungerechten Schiedsrichter-Entscheidungen.
Mike Büskens sitzt neben seinem Co-Trainer und beobachtet das Geschehen auf dem Spielfeld mit Konzentration. Früher war er aufbrausend und nahm seiner Mannschaft gegenüber kein Blatt vor den Mund. Bei seiner Premiere letzte Woche ließ er es erst mal gelassen angehen. Trotz der 1:2-Auswärtsniederlage blieb er auf dem Teppich. Interessant ist, wie er offenbar permanent die Aktionen seiner Spieler analysiert und kommentiert. Und Co-Trainer Mirko Reichel notiert alles fleißig. Dass beide sich gut verstehen und offenbar aus einem Guss sind, dokumentiert unser Foto: Büskens und Reichel zeigen synchron auf irgendetwas. Eine tolle Momentaufnahme!
Hoffen wir mal, dass die Beiden morgen – bei der Begegnung gegen den VfR Aalen – auch gleichzeitig auf etwas deuten. Nämlich nach dem Abpfiff auf die Stadiontafel, wo ein Sieg der Spielvereinigung zu sehen ist!

1:2 – Büskens‘ mittelprächtiger Einstand

Erst ganz kurz vor dem Anpfiff kam er aus den Katakomben: Der „neue alte“ Trainer des Kleeblatts, Mike Büskens.  Im Theater nennt man so etwas einen inszenierten, großen Auftritt. Ja, das hatte was. Aber im Spiel war dann der „Büskens-Effekt“, den sich alle gewünscht hatten (nachdem er seit Montag die trainerische Verantwortung für die Spielvereinigung von Frank Kramer übernommen hatte), zwar erkennbar, aber nicht nachhaltig. Mit 1:2 unterlag das Kleeblatt beim Auftiegsaspiranten, dem 1.FC Kaiserslautern, im Fritz-Walter-Stadion. Schade.

Vielleicht habe ich es nur in die Mannschaft hineininterpretiert, sie kam mir heute konzentrierter und vom Abspiel her genauer vor als in den letzten Wochen. Trotzdem schoss das erste Tor ein Roter Teufel. Der FCK hatte nach Balleroberungen auf schnelle Gegenstöße gesetzt. In der 37. Minute wurde Jean Zimmer auf der linken Seite von der Fürther Defensive sträflich alleine gelassen und knallte den Ball aus 20 Metern ins Tor. Die Kleeblatt-Abwehr hatte schlecht ausgesehen, war praktisch nicht vorhanden. Und auch Keeper Wolfgang Hesl schätzte die Situation falsch ein und griff daneben.

Genauso überraschend kam dann das zweite FCK-Tor kurz nach Anpfiff der 2. Halbzeit. Der Fürther Neuzugang Ronny Philp tangierte den Roten Teufel Zoller am Knie, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, den Chris Löwe sicher verwandelte. Für das Kleeblatt-Team und vor allem wohl für Mike Büskens ein Schlag in die Magengrube. Aber – und da spürte ich beim Kleeblatt den früheren Kampfgeist – die Mannschaft versuchte jetzt aktiver zu spielen und brachte etwas mehr Feuer in ihr Spiel. Belohnt wurde das Aufbäumen mit einem traumhaften, genauen Freistoß von Niko Gießelmann, der damit in der 85. Minute den Anschlusstreffer schaffte. Richtig spannend waren die letzten Spielminuten. Kapitän Hesl kam mit in den gegnerischen Strafraum und versuchte, einen Fürther Eckstoß doch noch im Tor zu versenken. Aber heute hatten die Kleeblätter kein Glück.

Sicher, gegen die heimstarken Lauterer zu spielen, die seit mittlerweile 18 Spielen im eigenen Stadion nicht verloren haben, ist schwer. Vor knapp 24 000 Zuschauern auf dem Betzenberg wachte die Spielvereinigung erst in den letzten zehn Minuten richtig auf und ließ erahnen, welches spielerische Potenzial sie haben könnte. Der Einstand von Mike Büskens ist – ich sag‘ mal: mittel gelungen. Er vermittelt am Spielfeldrand den Eindruck, mehr Drive zu haben und ist eine dominante Persönlichkeit. Ich denke, ein Anfang ist gemacht. Der FC Kaiserslautern war ein Gegner, an dem man sich die Zähne ausbeißen musste, noch dazu vor heimischer Kulisse. Der FCK schob sich in der Tabelle einen Platz nach oben – gut, dass auch der SV Darmstadt heute gewonnen hat, und die Teufel dadurch nicht an sich vorbei ließ.
Am kommenden Samstag, 7. März, tritt die SpVgg ab 13 Uhr beim VfR Aalen an. Aalen ist im Moment Tabellenvorletzter – aber diese Gegner sind bekanntlich oft die schwierigsten!

Olivier Occéan ist wieder zu haben…

SpVgg Greuther Fürth - FC KaiserslauternStürmer Olivier Occéan und der 1. FC Kaiserslautern haben sich auf eine vorzeitige Auflösung des Vertrages geeinigt. Der Kanadier verlässt die Pfälzer nach nur etwas mehr als einem Jahr mit sofortiger Wirkung. Der 33-Jährige wechselte zu Beginn der Saison 2013/14 aus Frankfurt an den Betzenberg und stand bei den Roten Teufeln in der letzten Spielzeit in 27 Spielen auf dem grünen Rasen. Dabei schoss er in der 2. Bundesliga und bei vier Spielen im DFB-Pokal  jeweils drei Tore. Occéan war in der aktuellen Saison beim FCK nicht mehr zum Einsatz gekommen und spielte für Trainer Kosta Runjaic keine Rolle mehr. Deshalb entschieden sich beide Seiten für eine Vertragsauflösung, die sofort Gültigkeit hat.

Für Kleeblattfans schwebt über Olivier Occéan noch immer eine Art Heiligenschein. Er debütierte für die SpVgg in der 2. Bundesliga am 15. Juli 2011 im Spiel gegen Eintracht Frankfurt, bei dem er in der Startelf stand und seinem Sturmpartner Christopher Nöthe einen Treffer auflegte. Insgesamt kam er in der Saison 2011/12 auf 33 Einsätze, in denen er 17 Treffer erzielte und zusammen mit Alexander Meier und Nick Proschwitz Torschützenkönig der Zweiten Liga wurde.

Ich wollte – als ich erfahren habe, dass Olivier Occéan wieder auf dem Transfermarkt zu haben ist – eigentlich anregen, ob Trainer Frank Kramer und die Verantwortlichen der SpVgg mal in sich gehen sollten, ob Occéan vielleicht eine Option als neuer Stürmer für die nächsten Monate wäre. Allerdings rumort es inzwischen in der Gerüchteküche: Der FC Sankt Pauli interessiert sich angeblich für den Spieler. Der Hambuger Kultverein steht zurzeit an vorletzter Stelle der Zweiten Liga. Zwar hat sich dessen personelle Situation gerade wieder eingermaßen entspannt, aber jetzt gibt es neue Sorgen: Ausgerechnet das Ex-Kleeblatt Christopher Nöthe – zusammen mit Marc Rzatkowski mit jeweils drei Treffern bester Schütze – zog sich einen Sehnenanriss im linken Oberschenkel zu. Das heißt, für ihn ist dieses Fußball-Jahr gelaufen.
Also: Falls die SpVgg tatsächlich an Olivier Occéan Interesse haben sollte: Schnell entscheiden und noch schneller handeln! Denn das nächste Spiel am 24. November gegen Fortuna Düsseldorf steht ja quasi schon vor der Tür.

2014 ein „Annus horribilis“?

Pokalaus_2014Allmählich bin ich fest davon überzeugt: Im Jahr 2014 ist der Wurm drin. Definitiv! Es hat nicht schön begonnen, und es geht in diesem Stil weiter. 2014 hat beste Chancen, ein – um die britische Königin Elizabeth II. zu zitieren – „Annus horribilis“, ein „Schreckensjahr“ zu werden. Auch für die Spielvereinigung. Nach einigen wirklich schlechten Spielen in der Zweiten Bundesliga – der Tiefstpunkt war wohl die 2:5-Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen den Tabellenletzten FSV Frankfurt -, ist das Kleeblatt jetzt auch noch aus dem DFB-Pokal geflogen. Aber im Gegensatz zum verlorenen DFB-Pokal-Halbfinale vor zwei Jahren gegen Borussia Dortmund, als die SpVgg super spielte und erst in der 120. Minute ein unglückliches 0:1 kassierte, machte das Team von Frank Kramer gestern gegen den 1. FC Kaiserslautern eine schlechte Figur.

Wie so oft in dieser Saison kam die Mannschaft holprig ins Spiel und lief dem Ball in der ersten Halbzeit wirklich nur hinterher. Man steht hilflos im Mittelfeld, harrt der Dinge, die da kommen, bewegt sich schwerfällig in Richtung Tor, wenn der Gegner gefährlich weit im eigenen Strafraum ist. Und diese gefährlichen Situationen führten gestern auf dem Betzenberg zu den beiden Toren, die der Lauterer Philipp Hofmann machte. Der erste Treffer passierte in der 12. Minute, zehn Minuten später dann Tor Nummer zwei.
Kleeblatt-Coach Frank Kramer schien am Spielfeldrand zu verzweifeln und reagierte, indem er nach der Pause Robert Zulj für den blassen Przybylko einwechselte. Doch die nächste Chance auf ein Tor hatte nicht die Spielvereinigung, sondern der FCK: Erneut war es Hofmann, der im Strafraum einen Ball aufnahm und frei vor dem Fürther Keeper Tom Mickel stand. Dann schoss er aber nicht druckvoll genug, und der Ball trudelte an den linken Pfosten.

Beim Kleeblatt mangelte es auch nach Einwechslung von Johannes Wurtz für Marco Stiepermann (55. Minute) und Orkan Cinar für Niko Gießelmann (65. Minute) an Kreativität, Entschlossenheit und genauem Zuspiel. Bezeichnend ist z.B. die Zahl von 113 Fehlpässen bei insgesamt 412 gespielten Pässen. So hatten die Roten Teufel wenig Mühe, ihre Führung zu verteidigen. Außer einer kleinen, aber harmlosen Rudelbildung kurz vor dem Spielende – nach einer umstrittenen Gelben Karte für Benedikt Röcker – tat sich nichts mehr, sodass der 1. FC Kaiserslautern jetzt verdient im Achtelfinale des DFB-Pokals steht.
Die Spielvereinigung tritt am Freitagabend, 31. Oktober, ab 18.30 Uhr am 12. Spieltag in der Zweiten Bundesliga beim Tabellen-Elften Union Berlin an.