Virtuelles Frankenderby – jetzt anmelden!

Kleeblattanhänger – Clubfans. Sie sind Konkurrenten seit Jahrzehnten, da gehen die Wogen oft hoch her. Auf dem grünen Rasen sind die Lokalderbys zwischen der Spielvereinigung und dem 1. FC Nürnberg immer eine kultige Veranstaltung. Das letzte Derby am 24. September 2017 hat (ausnahmsweise) der Club mit 3:1 gewonnen, in den letzten Jahren war oft das Kleeblatt die Siegermannschaft.
Virtuell bietet sich bald wieder die Gelegenheit für eine sportliche Revanche: Das KunstKulturQuartier, das Jugendmedienzentrum Connect und die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur laden zum Derby 2.017 ein – das Turnier an den Konsolen geht in die dritte Runde (Foto von Christoph Zitzmann, Preisverleihung Derby 2.015). Ausgetragen wird der Wettstreit auf Playstation4-Konsolen, übertragen auf eine Großleinwand, gestreamt im Netz. Gezockt wird FIFA 18 und zwar in Echtzeit und vor Publikum vor Ort. Sieben Zweierteams treten von Fürth und Nürnberg aus gegeneinander an. Die Spiele kommentieren die beiden BR-Sportmoderatoren Oliver Tubenauer und Florian Weber live.

FIFA-begeisterte Zockerinnen und Zocker können sich bis Mittwoch, 15. November 2017, für die 3. FIFA-Städtemeisterschaft zwischen Nürnberg und Fürth bewerben. Beide Städte suchen ihre ultimativen Teams an der Playstation, um die Meisterschaft auf virtuellem Rasen auszutragen. Gesucht werden jeweils sieben Zweierteams, Frauen oder Mixed-Teams sind ausdrücklich erwünscht. Das Mindestalter ist zwölf Jahre. Die Anmeldung ist online hier möglich. Im Anschluss an die Anmeldungen werden die Startplätze ausgelost und die Teams rechtzeitig informiert. Am Mittwoch, 29. November 2017, findet dann das Derby 2.017 im Kulturcafé Zett9 in der Fürther Theresienstraße und im Festsaal des Nürnberger Künstlerhauses, Königstraße 93, ab 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Derbysieger, Derbysieger – diesmal nicht!

Der 20. Oktober 1979 und der 24. September 2017 haben etwas gemeinsam: An beiden Tagen hat der 1. FC Nürnberg das Frankenderby gegen die Spielvereinigung im Fürther Ronhof gewonnen. Damals mit 4:1, heute mit 3:1. Schade. Dem Spiel aller Spiele für fränkische Fußballfans gingen viele tiefgründige Analysen, Prognosen und Tipps voraus. Wer hat die stylischere Frisur, was essen die Fans zu Mittag, wer tippt auf welches Ergebnis? Kommt die SpVgg aus dem Formtief heraus?
Das Kleeblatt hatte nach dem 3:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf erahnen lassen, was in ihm steckt. Die 0:3-Niederlage dann am letzten Mittwoch bei Eintracht Braunschweig holte optimistische Anhänger zurück auf den Boden der Tatsachen. Die wie lauten? Das Kleeblatt hat in puncto Stellungsspiel einiges gelernt, aber es schwächelt oft im Abschluss.
Heute begann die Partie nach einer originellen Choreografie der Kleeblattfans (Foto: Sportfoto Zink) auf beiden Seiten engagiert, viel Respekt vor den zurzeit sehr erfolgreichen Clubberern war auf Fürther Seite nicht erkennbar. Doch das Tor in der neunten Minute durch Mikael Ishak war für die Kleeblätter ein Schlag ins Gesicht, auch Khaled Narey daran schuldig. Bis zur Halbzeitpause wurde die  Partie dann hauptsächlich vom Nürnberger Defensivspiel geprägt. Das Kleeblatt hätte aktiver sein müssen. weiter lesen

Kleeblatt-Mädels lassen auf viel hoffen!

Seit dieser Saison mischt das Frauenteam der Spielvereinigung (Foto aus der Vereins-Website) in der Regionalliga mit. Wir haben in unserem Greuther-Weiber-Blog im Juni darüber geschrieben, dass es die Frauenmannschaft der Fürther in die dritthöchste Spielklasse – und damit die höchste in der Vereinsgeschichte der weiß-grünen Fußballdamen – geschafft hat. Leider haben die Mädels in der ersten Partie letztes Wochenende gegen den FC Ingolstadt mit 1:4 verloren. Aber es gab ja viele gute Ansätze: Die weiblichen Kleeblätter hätten in der ersten halben Stunde durchaus in Führung gehen können. Allerdings brachten nach einer Standardsituation und einem Konter die Ingolstädterinnen Ramona Maier (Minute 37) und Vanessa Haim (60 Sekunden später) die Gäste mit einem Doppelpunch in Führung. Und mit dem 3:0 nach 50 Spielminuten sorgte Nadine Zenger früh für die Vorentscheidung zugunsten der Oberbayern. Dann flammte nach dem Anschlusstreffer von Kleeblatt-Mittelfeldspielerin Lara Schmidt in der 65. Minute noch einmal Hoffnung auf. Die Schanzerin Katharina Schmittmann stellte aber zwölf Minuten vor Schluss den 4:1-Endstand her, der unter dem Strich um mindestens ein Tor zu hoch ausfiel. Insgesamt spielten die Fürther Mädels (Trainer Kevin Schmidt) streckenweise auf Augenhöhe und gingen – trotz der Niederlage – mit positiver Haltung aus dem Spiel.
Am 24. September steigt das nächste Lokalderby zwischen den beiden Herrenmannschaften der Spielvereinigung und des 1. FC Nürnberg im Ronhof. Am 13. Spieltag, also am 26. November 2017, wird das erste Regionalliga-Derby zwischen dem weiblichen Kleeblatt und der Frauen- und Mädchenmannschaft des Clubs stattfinden. (Im Verbandspokal Bayern 2014/15 haben die Nürnberger die Kleeblatt-Frauen mit 3:0 besiegt.)
Aber erstmal könnte es für die Mädels am kommenden Sonntag (10. September, 14.30 Uhr) gegen den ETSV Würzburg die ersten Regionalliga-Punkte geben.

Saisonstart auswärts gegen Darmstadt

Am kommenden Samstag startet offiziell die neue Saison 2017/18. Heute wurde der Spielplan der Deutschen Fußball Liga veröffentlicht. Spannend: Mit einem Livestream konnte man sich das pünktlich um 12 Uhr im Internet ansehen. Der erste Spieltag findet vom 28. bis 31. Juli 2017 statt (die Spielpaarungen sind noch nicht genau terminiert). Die Verantwortlichen bei der Spielvereinigung hatten auf ein Auswärtsspiel gehofft. Und es hat geklappt: Zum Saisonauftakt fährt das Kleeblatt zum Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98. Das erste Heimspiel gibt es dann eine Woche später gegen Arminia Bielefeld.

Besonders interessant ist für fränkische Fußballfans der Termin des Frankenderbys. Das erste Derby gegen den Lokalrivalen 1. FC Nürnberg steigt am 8. Spieltag (22. – 25. September) zu Hause im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer. Kleeblatt-Trainer Janos Radoki freut sich – so der Vereins-Webseite zu entnehmen – über den Spielplan:

„Mit Darmstadt erwartet uns natürlich gleich eine interessante Aufgabe zum Auftakt. Und dann geht es gleich zu Hause gegen einen uns bekannten Verein aus der vergangenen Saison. Für uns sind das gleich zu Beginn schöne Spiele. Wir freuen uns, wenn es endlich losgeht und am 8. Spieltag dann auch das Frankenderby bei uns vor eigenem Publikum ansteht.“

Der Gastgeber der ersten Begegnung – SV Darmstadt 98 – geht übrigens auch in der Saison 2017/18 mit einem außergewöhnlichen Projekt an den Start: Die Lilien verschenken Dauerkarten an einkommensschwache Menschen und ermöglichen ihnen einen kostenlosen Zutritt zu den Heimspielen am Böllenfalltor. Die Verteilung der personalisierten Dauerkarten an die jeweiligen Empfänger erfolgt über das Sozialdezernat der Stadt Darmstadt. Normalerweise kostet beim SV Darmstadt die günstigste Dauerkarte für einen Vollzahler 182 Euro. Ich finde diese Aktion nachahmenswert.

„Frankenmeister 2017“ – den 8. Platz schön geredet!

Die Saison 2016/17 ist seit Sonntag auch für die Zweite Liga zu Ende. Aufgrund der unglücklichen 1:2-Heimniederlage im letzten Spiel gegen den 1. FC Union Berlin belegt die Spielvereinigung nicht den fünften Tabellenplatz – den ich ja in meinem Blogbeitrag „Lieber Fünfter als Sechster“ avisiert hatte. Das Kleeblatt ist auch nicht auf Rang sechs oder sieben. Nein, durch das (für die Fürther) unglückliche Tor in allerletzter Sekunde katapultierte sich der FC Heidenheim an St. Pauli und der SpVgg vorbei noch auf den fünften Rang. Und dadurch ist das Kleeblatt jetzt leider nur Achter.
Aber man kann sich auch Niederlagen und missliche Situationen schön reden. Das macht offenbar gerade der Verein. Als Trost für frustrierte Kleeblattfans hatte man jetzt eine Königsidee: Da die Weiß-Grünen erstmals seit 64 Jahren in der Abschlusstabelle wieder vor dem 1. FC Nürnberg stehen, dürfen sie sich (so auf der Website zu lesen) „Frankenmeister 2017“ nennen. Mit lediglich drei Punkten Vorsprung auf den Club steht die Elf von Trainer Janos Radoki in der Abschlusstabelle vier Plätze besser da als der FCN.

Dazu passend gibt es jetzt ein entsprechendes Outfit für alle Kleeblattfans: Das T-Shirt „Frankenmeister 2017“ ist ab sofort im Onlineshop erhältlich und  – so macht man das den potenziellen Käufern schmackhaft – das Shirt ist  „als ideales Erinnerungsstück an die vergangene Saison ein Muss für die Anhänger der Spielvereinigung“. Was soll uns das Logo sagen? Mit grüner Farbe wurde die ehemals rote Raute übermalt, allerdings läuft die Farbe quer übers Shirt und symbolisiert so doch wohl eher einen traurigen Erfolg. Also, ich habe da meine Zweifel, ob dieses „Sondershirt zum Gewinn der inoffiziellen fränkischen Meisterschaft“ mit einem nicht gerade originellen Design unbedingt in meinem Schrank liegen muss.

Saison-Ende: Kleeblatt rutscht unglücklich auf achten Tabellenplatz

Die Saison ist Geschichte. Das Kleeblatt beendet die Spielzeit 2016/17 mit 45 Punkten auf dem achten Tabellenrang. Und liegt zum ersten Mal seit 1953 (!) in einer Schlusstabelle vor dem Lokalrivalen, dem 1. FC Nürnberg.

Spektakulär war es nicht, das heutige Spiel gegen Union Berlin im mit gut 13 000 Zuschauern besetzten Fürther Ronhof. Trainer Janos Radoki hatte nach dem 1:1 gegen St. Pauli an fünf Positionen umgestellt. Serdar Dursun – mit neuer Frisur (Foto) – war in der Startelf. Der größte „Ackerer“ war heute mit Sicherheit Khaled Narey, der überall zu sein schien: vorne, hinten, in der Verteidigung oder im Angriff. Er wurde wiederholt von Robert Zulj angespielt, musste dann improvisieren, was er alleine so knapp vor dem Berliner Tor machen sollte. Und da war er im Abschluss einfach überfordert. Robert Zulj enttäuschte heute mit wenig Engagement und halbherzigen Aktionen. Vielleicht hat er sich geistig schon von der Spielvereinigung und Franken verabschiedet? Wer weiß?

Kurz vor der Halbzeitpause machte Kenny Prince Redondo dann das Tor für die Eisernen, sehr zur Freude der angereisten 3000 Unionfans. Sie hofften, dass es mit einem Sieg zur Verbesserung der miesen Bilanz zwischen dem Kleeblatt und der Union kommen könnte: Nur ein Sieg in 19 Spielen, jämmerlich.

In Minute 66 kam dann der Moment für Serdar Dursun, der nach einem Eckball den Ausgleich machte. Ein verdientes Tor, da sich die Zerfahrenheit und ungenauen Pässe der Fürther nach der Pause zum Besseren gewendet hatten. Ein paar Minuten später musste dann Schiedsrichter Thorben Siewer das Spiel unterbrechen: Im Gästeblock war gezündelt worden und dichter Rauch stieg aus der Unionecke auf. Rote Schwaden über dem Platz, unschön. Vielleicht war die Spielvereinigung daraufhin unkonzentriert? Lukas Gugganig foult Sebastian Polter bei der Ballannahme im Strafraum, und die Referee-Entscheidung ist eindeutig: Elfmeter. Den versenkte Polter im Tor von Sascha Burchert, der heute Balazs Megyeri ersetzte. Das Tor wurde nicht gegeben, aber auch bei der Wiederholung hatte Burchert, der sich in die falsche Ecke warf, keine Chance. 2:1 zu diesem Zeitpunkt. Kleeblattfans schielten immer wieder nervös auf ihre Handys, um zu sehen, wie sich die anderen Mannschaften der Zweiten Liga, die ja alle gleichzeitig spielen, schlugen. Trainer Radoki versuchte mit Spielerwechseln das Kleeblatt offensiver zu machen, aber man kam gegen die hochmotivierten Eisernen von der Berliner Union nicht an.

Abpfiff, 2:1 für die Gäste. Siebter Rang fürs Kleeblatt. Sollte man meinen. Aber da hatte man sich leider verrechnet. In der vierten Minute der Nachspielzeit trifft der FC Heidenheim zum 2:1 ins Tor von 1860 München. Damit schiebt sich Heidenheim in allerletzter Sekunde mit einem Punkt Vorsprung vor den FC St. Pauli und die Spielvereingung auf den sechsten Tabellenplatz. Und schwupps – das Kleeblatt ist nur Achter. Schade um die TV-Gelder!!!! Und: 1860 München ist auf dem Relegationsplatz.

Der einzige Trost für Kleeblattfans hat heute ein wenig mit Schadenfreude zu tun. Der 1. FC Nürnberg verliert gegen Kaiserslautern mit 0:1 und rangiert zu Saisonende auf dem 12. Rang. Zum ersten Mal nach 64 Jahren ist der vermeintliche Underdog aus Fürth in der Schlusstabelle der Zweiten Liga vor dem Club. Immerhin!

So (un)gerecht kann Fußball sein!

Ehrlich gesagt: Noch spannender als die heutige Begegnung des Kleeblatts gegen Arminia Bielefeld war für mich das parallel laufende Spiel des Tabellenführers VfB Stuttgart gegen den 1.FC Nürnberg. Nach zwei Toren in der 25. und 33. Minute lag der Club zu Hause unerwartet mit 2:0 in Führung. Die Spielvereinigung startete gleichzeitig bei den Ostwestfalen – bei denen es in den letzten vier Spielen um den drohenden Abstieg geht – mit Verve. Aber Arminia Bielefeld setzte heute auf frühe Abwehr, ihr Pressing passte dem Kleeblatt überhaupt nicht ins Konzept. Die einzig wirklich erwähnenswerte Begebenheit fand dann ungefähr in dem Moment statt, als der Club sein zweites Tor geschossen hatte: Fürths Mittelfeldspieler Benedikt Kirsch grätscht an der Seitenlinie seitlich gegen David Ulm und wird postwendend mit einer Gelben Karte bestraft. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Knapp 20 Minuten später grätscht Kirsch erneut nach dem Ball, verpasst diesen haarscharf und kracht dann mit der Sohle in Tom Schütz hinein. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck fackelt nicht lange und zieht Rot! Ab jetzt spielte die SpVgg also in Unterzahl.

Die zweite Halbzeit beginnt, mehr Ballbesitz fürs Kleeblatt heißt jedoch nicht, dass es sich gegen die beherzt kämpfenden Bielefelder behaupten kann. Und dann läuft es in der 54. Minute saudumm, das Kleeblatt macht den Tabellenvorletzten ein Geschenk auf dem Silbertablett: Keeper Balazs Megyeri rollt den Ball für Caligiuri aus, der erwischt die Kugel nicht, Andreas Voglsammer übernimmt und trifft seelenruhig zum 1:0 für die Gastgeber. Die jubeln, ein Sieg würde die Mannschaft auf Rang 14 hinaufkatapultieren und aus der Abstiegszone retten. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart gegen den 1.FCN schon ausgeglichen, es stand in Nürnberg 2:2.

Aber was hilft Schadenfreude, wenn das eigene Team zurückliegt? Die Karten waren bis Ende der regulären Spielzeit fürs Kleeblatt schlecht gemischt. Es gelang kein Treffer und das Team schien sich schon mit der Auswärtsniederlage abzufinden. Aber zwei Minuten Nachspielzeit können manchmal Wunder bewirken: Die Arminen bekommen am eigenen Strafraum den Ball nicht weg, Dominik Schad zieht aus 18 Metern ab, der Bielefelder Torwart Daniel Davari lässt nach vorne abklatschen. Und da steht Serdar Dursun, der zum 1:1-Ausgleichstreffer einschiebt (Foto). Bravo!

Immerhin: Ein Punkt auf den letzten Drücker im viertletzten Saisonspiel. Das Kleeblatt bleibt auf dem sechsten Tabellenrang. Und Arminia Bielefeld kämpft weiter um den Klassenerhalt. Nur der Vollständigkeit halber: Aus dem 2:0-Vorsprung des 1.FCN wurde durch ein weiteres Stuttgarter Tor in der Nachspielzeit dann doch noch ein 2:3-Sieg des Zweitliga-Ersten. Der Bundesliga-Absteiger wird wohl der Bundesliga-Aufsteiger. Und der Club leckt seine Wunden. So (un)gerecht ist Fußball manchmal, oder?

Und schon wieder Derby-Sieger!

Das Lokalderby zwischen der Spielvereinigung und dem Club hat Tradition. Seit Wochen heizte sich die Stimmung in beiden Städten auf. Aber Auswüchse wie der nächtliche Überfall auf Kleeblattfans am letzten Wochenende in Fürth oder rüde Drohungen von „übermotivierten“ Clubfans gehören doch einfach nicht in die Fußballlandschaft.
Heute war also der Tag der Tage, und beide Fangruppen marschierten zum Stadion im Ronhof. Polizeikräfte und Sicherheitsdienste kanalisierten die Stadionbesucher auf getrennte Wege, damit ja kein Aufeinandertreffen möglich war. Und auf dem Rückweg dasselbe Spiel nochmal. Hoffentlich bleibt es so ruhig wie heute Vormittag!

Das Spiel? Nun ja, die ersten zehn Minuten dominierte das Kleeblatt das Geschehen auf dem Platz und ließ auf eine sportlich ansprechende Begegnung hoffen. Bald wurde es zunehmend hektischer, was viele Fehlpässe auf beiden Seiten zur Folge hatte. Dann kam der Club besser ins Spiel, ernstzunehemde Chancen gab es jedoch nicht wirklich. Nach der Pause wurde das Spiel immer ruppiger, die Emotionen kochten hoch, es hagelte Gelbe Karten, und man spürte die starke Anspannung, die auf beiden Mannschaften lastete. Die Begegnung machte deutlich, dass sowohl der FCN wie auch die SpVgg zu Recht im Mittelfeld der Zweiten Liga rangieren. Wie hatte Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung das Spiel vorab ironisch, aber treffend kommentierte: „Fußballerisch ist das Not gegen Elend im trüben Mittelfeld der Tabelle.“.

Mein Tipp – ein 3:1-Sieg für das Kleeblatt – schien kaum noch realisierbar. Doch dann kam es eine Viertelstunde vor Ende der Zweiten Halbzeit zum heißersehnten Fürther Tor: Sercan Sararer gab den Ball an Robert Zulj, der aus 22 Metern halbrechter Position abzog. Der Ball berührte den Rücken von Georg Margreitter, veränderte dadurch seine Flugbahn und landete hinter Nürnbergs Keeper Thorsten Kirschbaum im Tor. 1:0! Der Club versuchte daraufhin vergeblich, das Blatt noch zu seinen Gunsten zu wenden. Einen gefährlichen Schuss gab Mikael Ishak aus spitzem Winkel ab, Megyeri entschärfte (86.). Und Torschütze Robert Zulj donnerte einen 30-Meter-Freistoß aufs Tor, den Kirschbaum dieses Mal glücklich abwehren konnte (90.).

Insgesamt war das heute ein verdienter 1:0-Derbysieg fürs Kleeblatt. Dadurch springt es mit 32 Punkten in 23 Spielen auf den siebten Tabellenplatz. Die Nürnberger rangieren jetzt auf Rang 11 und schnuppern vielleicht bald am Relegationsplatz. Pech für Clubtrainer Alois Schwartz, dessen Job allmählich am seidenen Faden baumeln könnte.

Das Kleeblatt trifft nächsten Sonntag, 12. März,  um 13.30 Uhr auswärts auf den Tabellennachbarn (8.) SV Sandhausen.

Ein Schlupfloch gibt es immer!

Absperrungen, wohin man schaut und geht: Vor dem Frankenderby hat die Polizei heute das Gebiet um das Stadion im Ronhof hermetisch abgesperrt. Aber manchmal ist es von großem Vorteil, wenn man genaue Ortskenntnisse hat und alle Abkürzungen kennt. So ist es dem harten Fürther Fanpulk am Laubenweg offenbar gelungen, an der ersten Kontrollstelle durchzukommen, ohne die Karten vorzuzeigen, und direkt auf den Eingang des Stadions zuzulaufen – die Beamten immer schön vorneweg! So lobt man sich als Kleeblatt-Fan den Polizeischutz! Und da kann man dann auch schon ins Stadion rein, obwohl es offiziell erst später öffnet – und hat alle Zeit der Welt, die Choreografie fürs Derby vorzubereiten. So, und jetzt freuen wir uns auf das Spiel, das hoffentlich eine bessere Qualität hat als die letzten Partien sowohl auf Fürther als auch auf Nürnberger Seite!

12.000 Euro Geldstrafe fürs Kleeblatt

Wenige Tage vor dem Frankenderby am nächsten Sonntag hat der Deutsche Fußball-Bund heute die Strafe für das Verhalten einiger Kleeblatt-Fans beim letzten Lokalderby in Nürnberg am 20. September 2016 bekannt gegeben. Das Sportgericht des DFB hat die Spielvereinigung mit einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro belegt. Vor dem letzten Frankenderby kam es vor und während des Spiels zu unsportlichem Verhalten einiger Anhänger. Damals hatte eine Fürther Zuschauergruppe versucht, unkontrolliert in den Block der Gäste zu stürmen. Dies konnte nur durch den Einsatz von Polizei- und Ordnungskräften verhindert werden. Darüber hinaus wurden im Fürther Zuschauerblock kurz vor Anpfiff der Begegnung Rauchkörper, Bengalische Feuer und Blinker gezündet. Auf unserem Foto nach dem Schlußpfiff des mit 2:1 durchs Kleeblatt gewonnenen Derbys war im Fanblock alles friedlich.

Der Verein hat dem heutigen Urteil zugestimmt, und somit ist es rechtskräftig. Auf der SpVgg-Website kommentiert Holger Schwiewagner, Geschäftsführer der Spielvereinigung, das Urteil so:

„Die Strafe tut natürlich weh, da es sich für uns um einen Betrag handelt, der sehr gut für sinnvolle und notwendige Projekte, bspw. im Jugend- und Nachwuchsbereich oder der Fanarbeit hätte eingesetzt werden können. Als Spielvereinigung distanzieren wir uns von solch unsportlichem Verhalten, da es beim Fußball nichts zu suchen hat. Wir werden weiterhin den Austausch mit den Fanvertretern suchen und daran arbeiten, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.“

Ich habe im Juli 2016 in unserem Greuther-Weiber-Blog schon über die „Hitparade der Geldstrafen“ geschrieben. Da lag das Kleeblatt ja (noch?) im moderaten Mittelfeld. Frustrieren soll das heutige Urteil die Kleeblattprofis bitte nicht! Die Spannung bis zum Sonntag, 5. März, ist groß. Vor allem auch deshalb, weil der Club und das Kleeblatt im Moment punktgleich (29) in der Tabelle der Zweiten Liga stehen. Das heißt, es gibt für das „Spiel aller Spiele“ keinen echten Favoriten! Bislang fanden 261 Frankenderbys statt. Dabei gewannen 138 mal die Nürnberger, 74 mal die Fürther und 47 mal endete das Spiel unentschieden.