Und schon wieder Derby-Sieger!

Das Lokalderby zwischen der Spielvereinigung und dem Club hat Tradition. Seit Wochen heizte sich die Stimmung in beiden Städten auf. Aber Auswüchse wie der nächtliche Überfall auf Kleeblattfans am letzten Wochenende in Fürth oder rüde Drohungen von „übermotivierten“ Clubfans gehören doch einfach nicht in die Fußballlandschaft.
Heute war also der Tag der Tage, und beide Fangruppen marschierten zum Stadion im Ronhof. Polizeikräfte und Sicherheitsdienste kanalisierten die Stadionbesucher auf getrennte Wege, damit ja kein Aufeinandertreffen möglich war. Und auf dem Rückweg dasselbe Spiel nochmal. Hoffentlich bleibt es so ruhig wie heute Vormittag!

Das Spiel? Nun ja, die ersten zehn Minuten dominierte das Kleeblatt das Geschehen auf dem Platz und ließ auf eine sportlich ansprechende Begegnung hoffen. Bald wurde es zunehmend hektischer, was viele Fehlpässe auf beiden Seiten zur Folge hatte. Dann kam der Club besser ins Spiel, ernstzunehemde Chancen gab es jedoch nicht wirklich. Nach der Pause wurde das Spiel immer ruppiger, die Emotionen kochten hoch, es hagelte Gelbe Karten, und man spürte die starke Anspannung, die auf beiden Mannschaften lastete. Die Begegnung machte deutlich, dass sowohl der FCN wie auch die SpVgg zu Recht im Mittelfeld der Zweiten Liga rangieren. Wie hatte Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung das Spiel vorab ironisch, aber treffend kommentierte: „Fußballerisch ist das Not gegen Elend im trüben Mittelfeld der Tabelle.“.

Mein Tipp – ein 3:1-Sieg für das Kleeblatt – schien kaum noch realisierbar. Doch dann kam es eine Viertelstunde vor Ende der Zweiten Halbzeit zum heißersehnten Fürther Tor: Sercan Sararer gab den Ball an Robert Zulj, der aus 22 Metern halbrechter Position abzog. Der Ball berührte den Rücken von Georg Margreitter, veränderte dadurch seine Flugbahn und landete hinter Nürnbergs Keeper Thorsten Kirschbaum im Tor. 1:0! Der Club versuchte daraufhin vergeblich, das Blatt noch zu seinen Gunsten zu wenden. Einen gefährlichen Schuss gab Mikael Ishak aus spitzem Winkel ab, Megyeri entschärfte (86.). Und Torschütze Robert Zulj donnerte einen 30-Meter-Freistoß aufs Tor, den Kirschbaum dieses Mal glücklich abwehren konnte (90.).

Insgesamt war das heute ein verdienter 1:0-Derbysieg fürs Kleeblatt. Dadurch springt es mit 32 Punkten in 23 Spielen auf den siebten Tabellenplatz. Die Nürnberger rangieren jetzt auf Rang 11 und schnuppern vielleicht bald am Relegationsplatz. Pech für Clubtrainer Alois Schwartz, dessen Job allmählich am seidenen Faden baumeln könnte.

Das Kleeblatt trifft nächsten Sonntag, 12. März,  um 13.30 Uhr auswärts auf den Tabellennachbarn (8.) SV Sandhausen.

Ein Schlupfloch gibt es immer!

Absperrungen, wohin man schaut und geht: Vor dem Frankenderby hat die Polizei heute das Gebiet um das Stadion im Ronhof hermetisch abgesperrt. Aber manchmal ist es von großem Vorteil, wenn man genaue Ortskenntnisse hat und alle Abkürzungen kennt. So ist es dem harten Fürther Fanpulk am Laubenweg offenbar gelungen, an der ersten Kontrollstelle durchzukommen, ohne die Karten vorzuzeigen, und direkt auf den Eingang des Stadions zuzulaufen – die Beamten immer schön vorneweg! So lobt man sich als Kleeblatt-Fan den Polizeischutz! Und da kann man dann auch schon ins Stadion rein, obwohl es offiziell erst später öffnet – und hat alle Zeit der Welt, die Choreografie fürs Derby vorzubereiten. So, und jetzt freuen wir uns auf das Spiel, das hoffentlich eine bessere Qualität hat als die letzten Partien sowohl auf Fürther als auch auf Nürnberger Seite!

12.000 Euro Geldstrafe fürs Kleeblatt

Wenige Tage vor dem Frankenderby am nächsten Sonntag hat der Deutsche Fußball-Bund heute die Strafe für das Verhalten einiger Kleeblatt-Fans beim letzten Lokalderby in Nürnberg am 20. September 2016 bekannt gegeben. Das Sportgericht des DFB hat die Spielvereinigung mit einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro belegt. Vor dem letzten Frankenderby kam es vor und während des Spiels zu unsportlichem Verhalten einiger Anhänger. Damals hatte eine Fürther Zuschauergruppe versucht, unkontrolliert in den Block der Gäste zu stürmen. Dies konnte nur durch den Einsatz von Polizei- und Ordnungskräften verhindert werden. Darüber hinaus wurden im Fürther Zuschauerblock kurz vor Anpfiff der Begegnung Rauchkörper, Bengalische Feuer und Blinker gezündet. Auf unserem Foto nach dem Schlußpfiff des mit 2:1 durchs Kleeblatt gewonnenen Derbys war im Fanblock alles friedlich.

Der Verein hat dem heutigen Urteil zugestimmt, und somit ist es rechtskräftig. Auf der SpVgg-Website kommentiert Holger Schwiewagner, Geschäftsführer der Spielvereinigung, das Urteil so:

„Die Strafe tut natürlich weh, da es sich für uns um einen Betrag handelt, der sehr gut für sinnvolle und notwendige Projekte, bspw. im Jugend- und Nachwuchsbereich oder der Fanarbeit hätte eingesetzt werden können. Als Spielvereinigung distanzieren wir uns von solch unsportlichem Verhalten, da es beim Fußball nichts zu suchen hat. Wir werden weiterhin den Austausch mit den Fanvertretern suchen und daran arbeiten, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.“

Ich habe im Juli 2016 in unserem Greuther-Weiber-Blog schon über die „Hitparade der Geldstrafen“ geschrieben. Da lag das Kleeblatt ja (noch?) im moderaten Mittelfeld. Frustrieren soll das heutige Urteil die Kleeblattprofis bitte nicht! Die Spannung bis zum Sonntag, 5. März, ist groß. Vor allem auch deshalb, weil der Club und das Kleeblatt im Moment punktgleich (29) in der Tabelle der Zweiten Liga stehen. Das heißt, es gibt für das „Spiel aller Spiele“ keinen echten Favoriten! Bislang fanden 261 Frankenderbys statt. Dabei gewannen 138 mal die Nürnberger, 74 mal die Fürther und 47 mal endete das Spiel unentschieden.

FC St. Pauli hui – HSV pfui?

Als ich am Sonntagabend nach dem Heimspiel zwischen der Spielvereinigung und dem FC St. Pauli durch die Königstraße lief, musste ich schmunzeln: Am Schaufenster eines in Fürth bekannten, hochpreisigen Juweliers prangte ein bunter Aufkleber mit einer HSV-Schal auf einer Klopapierrolle. Witzig, dachte ich mir. Da haben wohl St.-Pauli-Fans auf dem Weg zum Ronhof ihrem Unmut über den verhassten anderen Hamburger Verein Luft gemacht.

Eine ausgeprägte Lokalrivalität zwischen Fußballklubs ist nicht ungewöhnlich, ganz im Gegenteil! Wir kennen das hinlänglich vom 1. FC Nürnberg und der Spielvereinigung. Weitere Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass Konkurrenz zur Fußballkultur gehört: z. B. München, Stuttgart oder auch Nachbarorte wie Köln/Mönchengladbach und Dortmund/Schalke mögen sich überhaupt nicht. Und auch im Ausland lassen sich vergleichbare oder gar noch größere Rivalitäten finden z. B. in Glasgow, Istanbul oder Mailand.
In Hamburg mag es ein zusätzlicher Aspekt sein, dass die beiden Vereine – der Hamburger SV und der FC St. Pauli – aus sehr unterschiedlichen Milieus stammen. Der FC St. Pauli ist aus dem eher armen Arbeiter- und Hafenviertel gleichen Namens entstanden, der HSV hingegen aus dem wohlsituierten Rothenbaum – da lag immer Klassenkampf in der Luft. Das ist aber nicht alles. Ein möglicher Hintergrund – Hinweise darauf habe ich im Internet gefunden – könnte ein politischer sein: Viele Anhänger des Hamburger Kiez-Vereins St. Pauli, die in den 80er Jahren den braun-weißen Club für sich entdeckt haben, waren ursprünglich HSV-Fans, die von den überhand nehmenden rechten Hooligans am Volkspark vertrieben worden sind.

Wie dem auch sei: Die St. Pauli-Fans wollten mit ihrer Aktion wohl signalisieren, dass der HSV zum Establishment gehört. Und was man davon hält, dafür ist der Fanschal auf einer Toilettenrolle wohl das richtige Symbol!

Schnell noch anmelden zum „Derby 2.016“!

Videospiel-Begeisterte sollten sich schnell noch – bis zum 27. Oktober 2016 – für die 2. FIFA-Städtemeisterschaft zwischen Nürnberg und Fürth anmelden. Für das „Derby 2.016“ werden jeweils sieben Zweierteams gesucht. Frauen- oder Mixed-Teams sind explizit erwünscht. Anpfiff ist am Donnerstag, 10. November 2016, um 19 Uhr – in Fürth im Jugendmedienzentrum Connect und in Nürnberg im Festsaal des Künstlerhauses, Königstraße 93.

Derbyzeit ist ja bekanntlich die schönste Zeit. Das wissen auch Frankens Fußballfans, egal ob Kleeblattanhänger oder Clubfans. Am 10. November 2016 laden das KunstKulturQuartier, das Jugendmedienzentrum Connect aus Fürth und die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur ein: In das Künstlerhaus Nürnberg und ins Connect Fürth.  Ausgetragen wird das DERBY 2.016 auf Playstation4-Konsolen, übertragen auf einer Großleinwand, gestreamt im Netz. Gezockt wird in FIFA 17, die Partien dauern jeweils zehn  Minuten und finden vor Publikum statt. Sieben Zweierteams treten von Fürth und Nürnberg aus gegeneinander an. Die Spiele werden live kommentiert von den BR-Sportmoderatoren Oliver Tubenauer und Florian Weber. Poetry Slammer und Expertentalks verkürzen die Pausen zwischen den Spielen.

Wer sich jetzt dazu berufen fühlt, seine/ihre Farben und seine Stadt im großen Derby zu vertreten, der soll sich schnell noch anmelden. Die Anmeldefrist endet am kommenden Donnerstag. Zwei der Partien sind den ganz jungen Gamer*innen der Altersklasse U16 vorbehalten (Mindestalter 12 Jahre).
Der Anmeldebogen steht auf fussball-kultur.org, connect-fuerth.de und kunstkulturquartier.de zum Download und zum Ausfüllen bereit.

Weiß-Grüner Frust trotz Goldenen Oktobers

allgaeu_kleeblattEine starke bakteriellle Erkältung war Schuld, dass ich später zu einem kurzen Wanderurlaub ins Allgäu fahren und dadurch das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nur aus der Ferne verfolgen konnte. Ich habe mir das schön vorgestellt: Ich erfahre nach dem Spiel von einem Sieg des Kleeblatts, der nach einigen Schlappen wieder unbedingt nötig gewesen wäre. Leider kam es anders als erhofft. Die Spielvereinigung verlor im Ronhof mit 0:2 und hat ähnlich schnell (14. und 18. Minute) wie einige Tage vorher die Nordirische Nationalmannschaft (13. und 17. Minute) in der WM-Qualifikation gegen Deutschland gleich in der ersten Viertelstunde beide Gegentreffer eingefangen. Das kann einem wirklich den schönsten Urlaub verderben, wie dieses Foto dokumentiert: Ich sitze bei herrlichstem Goldenem Oktober unter „himmlischer Aufsicht“ im Allgäu auf einer idyllischen Bank und könnte Sonnenschein und Wärme genießen. Trotzdem bin ich frustriert von der aktuellen sportlichen Leistung des Kleeblatts.

Die Fakten sind ja alle bekannt. Sei es die Zurückhaltung von Präsident Helmut Hack bei der Investition in neue, gute Spieler. Oder das Verletzungspech von Jurgen Gjasula, der Unfall von Stürmer Ilir Azemi, der zwar nach und nach wieder fit wird, aber noch weit weg davon entfernt ist, dass man ihn 90 Minuten einsetzen könnte. Der Fürther Angriff schwächelt, die Kleeblatt-Abwehr hat gute und schlechte Tage. Es fehlen insgesamt Mut und die Konsequenz beim Abschluss begonnener Aktionen im Mittelfeld. Und der Mann im Tor – egal, wie er heißt – hat viel damit zu tun, die Angriffe der Gegner zu parieren. Insgesamt fehlt der Biss, und der elfte Tabellenplatz und nur elf Punkte nach neun Spielen sprechen Bände.

Schade. Auf der Rückfahrt habe ich dann noch im Radio gehört, dass der 1. FC Nürnberg offenbar gerade einen Lauf hat und das Spiel gegen den Karslruher SC mit 3:0 gewonnen hat. Keine guten Tage für Kleeblattfans! – Am kommenden Sonntag, 23. Oktober, ist das Kleeblatt ab 13.30 Uhr beim Spitzenreiter der Zweiten Liga – Eintracht Braunschweig – zu Gast. Für die Moral der Fans wären Tore und ein Sieg der Spielvereinigung dringend angesagt. Ein Vorhaben, das gegen den Tabellenführer allerdings schwer umzusetzen sein wird. Trotzdem: Bitte warm anziehen und endlich mal wieder einen Erfolg einfahren!

Derbysieger, Derbysieger!

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthDerbysiege sind für die Ewigkeit. Und heute hat die Spielvereinigung mit ihrem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg einmal mehr den Erzfeind aus der östlichen Vorstadt in seine Schranken gewiesen. Wobei in den ersten dreißig Minuten die rot-schwarze Dominanz unübersehbar war. Meist spielte sich das Geschehen im Fürther Strafraum ab, die Clubberer holten einen Eckball nach dem anderen heraus, hatten jedoch einfach kein Glück. Das Spiel des Kleeblatts ließ anfangs Struktur und Konzept vermissen. Die Aktionen des Clubs waren härter und unerbittlicher,  und es gab erbitterte Zweikämpfe – Schiedsrichter Tobias Stieler hatte die Partie allerdings immer souverän in Griff.

Dann erlebten in der 40. Minute die gut 30 000 Clubfans einen Albtraum: Eine Flanke von Niko Gießelmann von der linken Strafraumkante traf nur die Latte, daraufhin köpfte Sebastian Freis den Ball von rechts vors Tor, wo Serdar Dursun aus wenigen Metern Distanz zum 1:0 traf. Die Nerven der Clubspieler lagen jetzt blank, wenige Minuten später eskalierte eine unklare Aktion vor dem Tor des Kleeblatt-Keepers Balázs Megyeri. Er kollidierte mit Edgar Salli, reagierte emotional und schubste den Nürnberger Kapitän Miso Brecko. Die logische Konsequenz war eine Gelbe Karte für beide.

Gestärkt und motiviert kam die Spielvereinigung nach der Halbzeitpause auf den Platz und hatte jetzt unübersehbar einen Plan. Ihr gelang jetzt mehr, sie griff druckvoller an und wurde in der 54. Minute für ihr verbessertes Zusammenspiel belohnt. Nach einer Flanke von Veton Berisha gelang dem Fürther Newcomer Daniel Steininger das heiß ersehnte 2:0. Die Clubfans waren wie gelähmt, befürchteten sie doch, dass eine erneute Niederlage ihren Verein noch tiefer in die Krise stoßen könnte. Im Gegensatz dazu war die Stimmung im Kleeblatt-Gästeblock super, die weiß-grünen Fans feuerten ihre Mannschaft lauthals an und genossen hörbar die hitzige Derbystimmung. Jetzt galt es „nur“ noch, den 2:0-Vorsprung zu halten. Was beinahe auch gelungen wäre. Erst in der Nachspielzeit hatte der Club dann doch sein kleines Erfolgserlebnis: Guido Burgstallers abgefälschter Schuss aus sieben Metern schlug in der 93. Minute ins Fürther Tor ein. Ein Anschlusstreffer mit allenfalls kosmetischer Relevanz.

Der heutige umjubelte Sieg im 261. Lokalderby beschert dem Kleeblatt mit zehn Punkten nach sechs Spielen den 5. Tabellenplatz. Der 1. FC Nürnberg hat die rote Laterne und verzeichnet gerade mal zwei Pünktchen. Ein Schlag ins Gesicht des Traditionsvereins, der doch Ende der letzten Saison noch auf dem Sprung in die höchste Klasse des deutschen Fußballs war.
„Derbysieger, Derbysieger“, skandierte Gerald Asamoah in der Nacht der Nächte im April 2012 in der Fürther Gustavstraße, als es klar war, dass die SpVgg erstklassig wurde. Er sang sich damit tief in die Herzen der Kleeblattanhänger. Auch heute werden viele Fans ihren Sieg feiern. Und vielleicht nachts sogar selig vom Wiederaufstieg in die Bundesliga träumen.

Aufregende Derbytage für das Kleeblatt

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthEinen Punkt konnte die Spielvereinigung am Sonntag beim letzten Zweitligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf einfahren. Das Ergebnis hätte optimaler sein können, vor allem in Anbetracht dessen, dass das Kleeblatt bis zur 78. Minuten mit 1:0 geführt hatte. Aber das ist Schnee von gestern. Die Mannschaft hat eine englische Woche vor sich und einiges vor: Zwei fränkische Derbys stehen an. Am Freitag, 16. September, trifft das mittelfränkische Team um 18.30 Uhr im Ronhof auf die Würzburger Kickers. Nach 38 Jahren kommt es wieder einmal zu einem Pflichtspiel gegen die unterfränkischen Aufsteiger. Denen wird der Blick auf die aktuelle Tabelle runtergehen wie Öl: Sie stehen auf dem vierten Tabellenplatz – vor den Konkurrenten aus Fürth (7.) und Nürnberg (17.). Kleeblattfans sehen dieses Ranking allerdings pragmatisch: Die Würzburger haben sieben Punkte auf dem Konto – genauso viel wie die Spielvereinigung. Lediglich das bessere Torverhältnis spricht für den FWK.

Einer der Hoffnungsträger des Würzburger Kickers heißt Schröck. Nein, „unser“ Stephan Schröcki lebt und arbeitet derzeit auf den Philippinen. Ich spreche von Tobias Schröck, der erst seit Juli 2016 für die Unterfranken spielt und sich bislang hervorragend bewährte. Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach hatte den Mittelfeldspieler Schröck schon länger als Wunschkandidaten auf der Liste. Nachdem Würzburg den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, stand seinem Engagement nichts mehr im Wege.

Wie sich das Kleeblatt am Freitag gegen den Zweitliganeuling Würzburger Kickers behaupten wird, bleibt abzuwarten. Nachdem das Kleeblatt allerdings in dieser Spielzeit eine konstante Leistung geboten hat, wäre es durchaus möglich, dass es zu Hause drei Punkte einfährt.

Am nächsten Dienstag, 20. September, geht’s dann zum „Spiel der Spiele“ – dem Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg. Der Club, der ja Ende der letzten Saison noch um die Relegation in die Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt kämpfte, liegt aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. Bei Spielern, Trainer und den Clubfans liegen die Nerven blank, die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Das letzte Lokalderby im Februar 2016 (Foto) gewann der 1. FCN mit 2:1. Das kann am Dienstag im Nürnberger Stadion ja eine heiße Nummer werden!

Kleeblätter for sale?

Es ist Mitte Juni, und alle Sportfans konzentrieren sich momentan auf die Fußball-EM in Frankreich. Dabei tut sich gerade bei den Zweitliga-Mannschaften ganz viel. Während die Gerüchteküche über einen möglichen Wechsel des Trainers des 1.FC Nürnberg – René Weiler – zum RSC Anderlecht brodelt, nimmt bei der SpVgg offenbar der „Ausverkauf der Spieler“ an Fahrt auf: Heute hat sich der Verein mit dem VfL Bochum auf die Wechsel von Marco Stiepermann und Johannes Wurtz (Foto) geeinigt. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Dazu Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball bei den Kleeblättern, auf deren Website:

„Marco hat uns in den Gesprächen deutlich signalisiert, dass er sich gerne verändern möchte. Nachdem wir das finanziell gute Angebot vom VfL erhalten haben, haben wir uns damit auseinandersetzen müssen. Da wir Marco im kommenden Sommer ablösefrei hätten ziehen lassen müssen, haben wir uns letztlich für diesen Transfer entschieden, zumal es uns wichtig ist, Spieler zu haben, die zu 100 Prozent hier sein wollen.“

Damit wird Marco Stiepermann zukünftig in der Nähe seiner Geburtsstadt Dortmund sein. Seine Teamkameraden beim VfL Bochum sind ab der neuen Saison Johannes Wurtz und Tom Weilandt. Dass die Torhüter Marc Flekken in Zukunft beim MSV Duisburg und Bastian Lerch bei Jahn Regensburg in Lohn und Brot stehen werden, ist seit dieser Woche klar. Da auch der dritte Kleeblatt-Torwart Leopold Zingerle den Verein verlässt (er wechselt zum 1. FC Magdeburg), wird man sich vor allem auf die Suche nach weiteren Keepern machen müssen, die Sebastian Mielitz im Ernstfall vertreten können.

Wer das Kleeblatt noch verlassen wird, zeigt sich in den nächsten Tagen und Wochen. Und die „Causa“ Trainer Stefan Ruthenbeck ist ja auch noch nicht in trockenen Tüchern!

Armer Wackel-Dackel!

KopfloserHundWir befinden uns noch in der Prä-Fußball-Europameisterschafts-Zeit. Und der Start in die neue Saison der Zweiten Liga Anfang August liegt noch in viel weiterer Ferne. Trotzdem wird man an allen Ecken und Enden mit dem Thema Fußball konfroniert.

Als ich heute in die Fürther Innenstadt ging, ist mir ein bizarres Szenario am Rand der Königstraße ins Auge gesprungen. Vor einem Mietshaus stand direkt vor der Haustür eine kleine, offenbar herrenlose Gestalt. Es handelte sich um einen sogenannten „Wackel-Dackel“, den  – so meinte ich – bis vor wenigen Jahren viele besonders spießige Autofahrer auf der „Hutablage“ ihres Opels oder Fords hatten. Allerdings habe ich recherchiert: Ein Wackeldackel ist die Nachbildung eines Dackels aus Kunststoff, dessen Kopf beweglich gelagert ist, so dass der Wackeldackel, wenn er auf der Hutablage oder dem Armaturenbrett eines fahrenden Pkw steht, den Kopf bewegt (mit ihm wackelt). Den Wackel-Dackel gibt es seit 1965. Er feierte Ende der 1990er Jahre durch einen Aral-Werbespot sein Comeback. Nach Angaben des Coburger Produzenten Heinze & Co. wurden 1999 in acht Monaten über 500.000 Exemplare verkauft (laut Wikipedia).

Also: Hier stand der Wackel-Dackel. Und er wies zwei Besonderheiten auf: Zum einen hatte er keinen Kopf mehr, war also ohne Hirn und Verstand. Zum anderen trug er ein kleines schwarzes Jäckchen mit einem 1. FC Nürnberg-Aufnäher. Jetzt stellt sich mir die naheliegende Frage: Hat ein frustrierter Clubfan nach der verlorenen Relegation gegen Eintracht Frankfurt erst den Kopf des Dackels entfernt, zwei Wochen gelitten und jetzt das Spielzeug herzlos ausgesetzt? Oder will ein Kleeblattfan allen Nürnberger Autofahrern, die die Fürther Königstraße entlangfahren, signalisieren: So sehen wir SpVgg-Anhänger die Zukunft des Clubs: Einsam, kopflos und ohne Orientierung.