„Frankenmeister 2017“ – den 8. Platz schön geredet!

Die Saison 2016/17 ist seit Sonntag auch für die Zweite Liga zu Ende. Aufgrund der unglücklichen 1:2-Heimniederlage im letzten Spiel gegen den 1. FC Union Berlin belegt die Spielvereinigung nicht den fünften Tabellenplatz – den ich ja in meinem Blogbeitrag „Lieber Fünfter als Sechster“ avisiert hatte. Das Kleeblatt ist auch nicht auf Rang sechs oder sieben. Nein, durch das (für die Fürther) unglückliche Tor in allerletzter Sekunde katapultierte sich der FC Heidenheim an St. Pauli und der SpVgg vorbei noch auf den fünften Rang. Und dadurch ist das Kleeblatt jetzt leider nur Achter.
Aber man kann sich auch Niederlagen und missliche Situationen schön reden. Das macht offenbar gerade der Verein. Als Trost für frustrierte Kleeblattfans hatte man jetzt eine Königsidee: Da die Weiß-Grünen erstmals seit 64 Jahren in der Abschlusstabelle wieder vor dem 1. FC Nürnberg stehen, dürfen sie sich (so auf der Website zu lesen) „Frankenmeister 2017“ nennen. Mit lediglich drei Punkten Vorsprung auf den Club steht die Elf von Trainer Janos Radoki in der Abschlusstabelle vier Plätze besser da als der FCN.

Dazu passend gibt es jetzt ein entsprechendes Outfit für alle Kleeblattfans: Das T-Shirt „Frankenmeister 2017“ ist ab sofort im Onlineshop erhältlich und  – so macht man das den potenziellen Käufern schmackhaft – das Shirt ist  „als ideales Erinnerungsstück an die vergangene Saison ein Muss für die Anhänger der Spielvereinigung“. Was soll uns das Logo sagen? Mit grüner Farbe wurde die ehemals rote Raute übermalt, allerdings läuft die Farbe quer übers Shirt und symbolisiert so doch wohl eher einen traurigen Erfolg. Also, ich habe da meine Zweifel, ob dieses „Sondershirt zum Gewinn der inoffiziellen fränkischen Meisterschaft“ mit einem nicht gerade originellen Design unbedingt in meinem Schrank liegen muss.

Turbulentes Spiel gegen St. Pauli

Langweilig war es heute keine Sekunde beim vorletzten Spiel dieser Saison am Millerntor gegen Fürths Lieblingsgegner, den FC St. Pauli. Lange führte das Kleeblatt durch einen schönen Treffer von Torjäger Robert Zulj in der 37. Minute (Foto). Doch nach der Pause hatte Trainer Ewald Lienen seinen Kickern offenbar ein Aktivitätsserum verabreicht, denn da blühten die Hamburger voll auf. Und so schaffte in der 70. Minute der Ex-Fürther Lasse Sobiech leider den Ausgleich.

Traumwetter am Millerntor. Blauer Himmel, angenehme Temperaturen, mit 29 546 Zuschauern ausverkauftes Haus. Immerhin 2000 Kleeblattfans hatten sich auf den weiten Weg nach Hamburg gemacht, um diesen sportlichen Klassiker nicht zu verpassen. Ein schnelles, gutes Spiel mit vielen Aktionen. Wenige Minuten vor dem Ausgleichstor wurde die Stimmung zwischen den Spielern dann hitzig: Christopher Buchtmann sieht nach einem Foul an Jurgen Gjasula im Mittelfeld die Gelbe Karte. Daraufhin reagiert Gjasula über und „diskutiert“ wild entschlossen face-to-face mit Buchtmann. Völlig übertrieben, diese Reaktion! Das erinnerte mich (mit schlechtem Beigeschmack) an Gjasulas Verhalten im März 2016 gegen VfL Bochum. Damals sah er die Rote Karte. Heute blieb es Gott sei Dank bei einer Gelben. Und auch als Robert Zulj Minuten später medizinisch behandelt wurde, ging es mit Kleeblattspielern und ihren Gastgebern durch. Die tumultähnlichen Reibereien ließen den Unterhaltungsfaktor für die Zuschauern hochklettern.

Das 1:1 fiel unglücklich: Ausgerechnt Gjasulas Widersacher Buchtman bringt eine Ecke von links passgenau vors Fürther Tor. Lasse Sobiech setzt sich im Luftduell durch und trifft in den Kasten von Fürths Tormann Balázs Megyeri. Schade um den Vorsprung, das Kleeblatt war durchwegs die stärkere Mannschaft. Aber andersereits gönnt man dem Verein aus St. Pauli, der vor einigen Monaten noch als Abstiegskandidat gehandelt wurde, den Erfolg.  Die große Begeisterung der Pauli-Fans über die Leistung ihres Teams wurde heute deutlich, als kurz vor dem Abpfiff ein St.-Pauli-Fan aufs Feld gelangte und quer durchs Stadion rannte.

Da ja an den beiden letzten Spieltagen alle Begegnungen zeitgleich stattfinden, schielte man heute immer wieder neugierig auf die Spiele der direkten Tabellennachbarn des Kleeblatts. Den Sprung auf den fünften Rang wird das Kleeblatt nicht mehr schaffen – weil Dynamo Dresden den schon abgestiegenen Karlsruher SC mit 4:3 besiegte. Balsam auf die Fürther Seele ist jedoch die 2:3-Niederlage des 1. FC Nürnberg gegen Fortuna Düsseldorf. Ein Punkt gegen Union Berlin am letzten Spieltag (21.Mai, 15.30 Uhr im Ronhof) würde dem Kleeblatt reichen, am Ende dieser Sasion 2016/17 erstmals seit 1953 in der Tabelle vor dem Club zu stehen.

Jämmerlich: Gegen den Absteiger zu Hause verloren

Ganz sicher war ich mir heute, dass die Spielvereinigung gegen den schon feststehenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC nicht verlieren wird. Übermütig hatte ich mit einem 4:0-Sieg gerechnet. Von wegen! In der 89. Minute trafen die Karlsruher durch Rolim Yann ins Tor von Balazs Megyeri, und so hat das Kleeblatt mit der ersten Heimniederlage unter Coach Janos Radocki (Foto) die Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu klettern, aus eigener Dummheit vergeigt.

Mit vielen Ausfällen musste Trainer Radoki heute seine Mannschaft zusammenflicken, die Youngster Daniel Steininger, Christian Derflinger, David Raum und Patrick Sontheimer waren z.T. in der Startelf und machten keine so schlechte Figur. Trotzdem verging eine halbe Stunde, bis die Kleeblätter durch Steininger (31./35./44.) und Gießelmann (39.) vielversprechende Möglichkeiten hatten. Aber Qualität auf dem Fußballplatz zeichnet sich vor allem durch Abschlüsse, sprich: Tore aus. Und davon war heute im Ronhof nichts zu sehen.

In den zweiten 45 Minuten vereitelte Fürths Keeper Megyeri Chancen des KSC, auf der Fürther Seite versuchten der eingewechselte Mathis Bolly (63./69.), der heute glücklose Serdar Dursun (64.) und Marcel Franke (67.), Möglichkeiten in einen Treffer und drei Punkte umzumünzen. Es klappte in einer niveauarmen Partie einfach nicht! Seelisch hatte ich mich (wie vermutlich die meisten der knapp 8300 Zuschauer) schon auf ein Unentschieden eingestellt, als es dann in der 89. Minute doch passiert: Dem Brasilianer Rolim Yann gelingt es, sich an der rechten Strafraumkante gegen drei Fürther durchzusetzen, er zieht ins Zentrum und schießt aus 16 Metern mit dem linken Fuß aufs Fürther Tor. Megyeri muss konsterniert mit ansehen, wie der Ball vom Innenpfosten in die Maschen geht. Mit diesem Treffer fährt der KSC nach acht sieglosen Spielen in Serie wieder einmal drei Punkte ein, die ihm allerdings nichts mehr nützen. Der Abstieg ist beschlossene Sache.
Am nächsten Sonntag, 14. Mai, fährt die Spielvereinigung nach Hamburg und wird im vorletzten Saisonspiel auf St. Pauli treffen. Ob das Kleeblatt dort gewinnen und dann auf den fünften Tabellenplatz kommen kann, hängt von einigen Faktoren ab: Der 1. FC Nürnberg darf zeitgleich nicht gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und Dynamo Dresden muss gegen den heutigen Sieger, den Karlsruher SC, verlieren. Es wird also total spannend!!!

Schröcki, Du bleibst für uns ein Kleeblatt!

Nein, so haben wir uns das Osterfest ganz bestimmt nicht vorgestellt: Heute wurde bekannt, dass die SpVgg Greuther Fürth den bis 2018 gültigen Vertrag mit Publikumsliebling Stephan Schröck aufgelöst hat. Vorausgegangen waren zwei Gespräche zwischen Manager Ramazan Yildirim und Schröck. Auf der Website des Vereins wird Yildirim dazu folgendermaßen zitiert:

„Wir haben gute und respektvolle Gespräche geführt und dabei diese Lösung erarbeitet. Stephan hat hier in Fürth einen besonderen Stellenwert, das war und ist uns bewusst.“

Das ist das Ende einer ganz besonderen Beziehung. Denn viele Fans – darunter auch wir –  haben Stephan Schröck mit seinem unermüdlichen Einsatz für das Kleeblatt in zahlreichen Spielen ins Herz geschlossen. Und es war eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruhte. Der gebürtige Schweinfurter, Sohn einer philippinischen Mutter und eines deutschen Vaters, hatte es einst aus der Kleeblatt-Jugend direkt zu den Profis geschafft. Und er war maßgeblich daran beteiligt, dass dem Kleeblatt der Aufstieg in die Erste Bundesliga gelang. Dann allerdings wechselte er – um seine fußballerische Karriere zu befördern – nach Hoffenheim. Doch dieser Plan war nicht von Erfolg gekrönt. Schröck kam dort nicht voran, wechselte ein weiteres Mal, diesmal zur Frankfurter Eintracht. Bald zeichnete sich aber seine Rückkehr in den Ronhof ab. Im Sommer 2014 holte ihn Helmut Hack zurück nach Fürth, es wurde ein Vierjahresvertrag abgeschlossen. Schröck sollte die Position des Rechtsverteidigers einnehmen – doch die behagte ihm schon bald nicht mehr. Es kam zu Reibereien zwischen Schröck und dem Management, und der Verein lieh ihn schließlich im Winter 2015/16 an den philippinischen Erstligisten Ceres-La Salle FC aus, was so mancher Fan als Affront gegen einen verdienten Mann wie Schröck empfand.

Im vergangenen Winter kam Schröcki, wie er von vielen liebevoll geannt wird, wiederum zurück nach Fürth. Aber der Weg in die erste Mannschaft war ihm nicht mehr vergönnt – und das, obwohl er sein Bekenntnis zum Kleeblatt immer wieder öffentlich  machte. Auch wir hatten in einer Leser-Umfrage ein starkes Echo bei den Fans gefunden, die ihr „Schröggla“ wieder in der Stammelf sehen wollten.

Nun ist die Beziehung zwischen Stephan Schröck und dem Kleeblatt also zu Ende. Wir bedauern das sehr, denn nach einem so quirligen, mit letztem Einsatz für seinen Verein kämpfenden Spieler wie ihn muss man lange suchen. Schröcki selbst ist vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden. Wie es für ihn beruflich weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Wir wünschen ihm auf jeden Fall, dass er seine Knieprobleme in den Griff bekommt und noch einmal einen Verein findet, bei dem er sich wohl fühlt und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Auf facebook hat Schröcki folgende Botschaft gepostet:

„Auf dem Papier bin ich nun zwar keiner mehr, aber im Herzen werde ich immer – ein Fädder sein!“

Darauf können wir nur antworten: Und in unserem Herzen bleibst Du auch für immer ein Kleeblatt!

Gjasulas Comeback und Zuljs Doppelpack

Ich hatte vor dem heutigen Auswärtsspiel gegen den FC Heidenheim optimistisch einen 3:1-Sieg des Kleeblatts vorhergesagt. Greuterweib uwo war jedoch eher skeptisch. Wir sollten beide nicht Recht behalten. Die Spielvereinigung hat gewonnen, aber „nur“ mit einem 2:0. Beide Treffer machte Robert Zulj, der nach Vorlagen von Veton Berisha und Khaled Narey den gegnerischen Torwart schlecht aussehen ließ.

In der ersten Halbzeit war das Kleeblatt eindeutig die dominierende Mannschaft. Nach einer guten Chance von Niko Gießelmann in der 7. Minute fiel eine Viertelstunde später das 1:0 durch Zulj. Die Gastgeber wussten mit dem Rückstand nicht umzugehen, sie leisteten sich viele Fehlpässe, was nicht gerade zur Qualität des Spiels beitrug. Kapitän Marc Schnatterer war während der gesamten 93 Minuten der mit Abstand beste Spieler im Team der Ostalbstädter. Nur: Er konnte keinen Ball im Fürther Tor unterbringen.

Nach der Halbzeitpause drehte sich die Situation allerdings um: Die Gastgeber agierten offensiver und souveräner, Schnatterer machte dem Kleeblatt das Leben weiter schwer: Einmal musste Balazs Megyeri sensationell mit den Fingerspitzen retten, dann setzte Schnatterer (Gott sei Dank!) knapp über die Latte (62., 63.). Glück für die Spielvereinigung!
Die angereisten Kleeblattfans jubelten, als in der 65. Minute Jurgen Gjasula nach langer Ausfallzeit (wegen eines Achillessehnenrisses) sein Comeback feiern konnte. Vielleicht war das der Kick für das Kleeblatt-Team? Denn schon drei Minuten später gibt Serdar Dursun den Ball an Narey, der an Zulj weiterleitet. Und der erhöht völlig ungestört den Fürther Vorsprung auf 2:0. Gjasula jubelt mit dem Torschützen (Foto). Vier Minuten später hat dann Khaled Narey noch mal ein tolle Chance, aber – wie so oft – schwächelt er im Abschluss und zielt aus spitzem Winkel links am Heidenheimer Tor vorbei (72.).

Mit dem heutigen Sieg kann das Kleeblatt seine Erfolgsserie fortsetzen: Für die Mannschaft von Trainer Janos Radoki war das bereits das achte Ligaspiel in Folge ohne Niederlage. Chapeau! Ausruhen kann man sich in dieser englischen Woche allerdings nicht. Am Mittwoch, 5. April, empfängt das Kleeblatt um 17.30 Uhr zu Hause im Fürther Ronhof Eintracht Braunschweig. Die rangiert mit 50 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz und könnte für die Spielvereinigung eine echt harte Nuss werden!

Am Sonntag ist wieder Kleeblatt-Time

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Am nächsten Sonntag ist endlich wieder „Kleeblatt-Time“. Die Länderspielpause seit dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart ist dann vorbei. Allerdings – und da werde ich vielen Fußballfans aus dem Herzen sprechen: Die beiden Länderspiele waren unterhaltsam. Vor allem das Frendschaftsspiel gegen England war teilweise hoch emotional. Als Lukas Podolski bei seinem Abschiedsspiel in der Nationalmannschaft seine Begrüßungsworte sprach, das hatte was. Und nach seinem Traumtor in der 69. Minute – das 49. in seiner Länderspiellaufbahn – schwappten die Gefühle im Dortmunder Stadion und bei den Zuschauern vor den Fernsehgeräten über. Poldi – Du hast die Fußballszene bereichert und bist ein echt toller Typ! (Angeblich will Poldi, bevor er nach Japan geht, im Sommer noch eine Eisdiele eröffnen. Dazu wünschen wir ihm eine Extra-Portion Glück!)

Ob die Auswärtspartie der Spielvereinigung am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim ähnlich spannend wird, muss man sehen. Das Kleeblatt ist immerhin seit sieben Spielen ungeschlagen und steht momentan auf dem sechsten Tabellenplatz. Der 1:0-Sieg gegen den (damaligen) Tabellenführer VfB Stuttgart war Balsam auf die Seelen vieler Fürther Kleeblattfans. Die sportliche Leistung verbessert sich kontinuierlich. Die Mannschaft hat sich inzwischen mehr und mehr aufeinander eingespielt, das Konzept von Trainer Janos Radoki geht offensichtlich auf. Er gibt immer wieder auch jungen Spielern die Chance, sich in einem Zweitligaspiel zu bewähren. „Alte Hasen“ wie Robert Zulj, Niko Gießelmann und Marco Caligiuri sind eine sichere Bank. Und die (hoffentlich) baldige Rückkehr von Jurgen Gjasula (nach langem krankheitsbedingtem Ausfall) könnte dem Team einen Schub geben.
Es sind noch neun Spiele bis zum Saisonende am 21. Mai im Fürther Ronhof, wenn das Kleeblatt zum krönenden Abschluss gegen Union Berlin antritt – den aktuellen Tabellenführer. Die Gegner bis dahin sind mit z.B. Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden keine leichten, aber äußerst attraktiv. Vielleicht – und da werden so manche wieder sagen, wir Greuther-Weiber sehen die SpVgg manchmal zu sehr durch die rosarote Brille – wird nach dem Abpfiff des letzten Spiels der Saison 2016/17 der Berliner Kiezverein in die Bundesliga aufsteigen. Und das Kleeblatt steht dann womöglich wieder einmal auf dem Relegationsplatz…

Und schon wieder Derby-Sieger!

Das Lokalderby zwischen der Spielvereinigung und dem Club hat Tradition. Seit Wochen heizte sich die Stimmung in beiden Städten auf. Aber Auswüchse wie der nächtliche Überfall auf Kleeblattfans am letzten Wochenende in Fürth oder rüde Drohungen von „übermotivierten“ Clubfans gehören doch einfach nicht in die Fußballlandschaft.
Heute war also der Tag der Tage, und beide Fangruppen marschierten zum Stadion im Ronhof. Polizeikräfte und Sicherheitsdienste kanalisierten die Stadionbesucher auf getrennte Wege, damit ja kein Aufeinandertreffen möglich war. Und auf dem Rückweg dasselbe Spiel nochmal. Hoffentlich bleibt es so ruhig wie heute Vormittag!

Das Spiel? Nun ja, die ersten zehn Minuten dominierte das Kleeblatt das Geschehen auf dem Platz und ließ auf eine sportlich ansprechende Begegnung hoffen. Bald wurde es zunehmend hektischer, was viele Fehlpässe auf beiden Seiten zur Folge hatte. Dann kam der Club besser ins Spiel, ernstzunehemde Chancen gab es jedoch nicht wirklich. Nach der Pause wurde das Spiel immer ruppiger, die Emotionen kochten hoch, es hagelte Gelbe Karten, und man spürte die starke Anspannung, die auf beiden Mannschaften lastete. Die Begegnung machte deutlich, dass sowohl der FCN wie auch die SpVgg zu Recht im Mittelfeld der Zweiten Liga rangieren. Wie hatte Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung das Spiel vorab ironisch, aber treffend kommentierte: „Fußballerisch ist das Not gegen Elend im trüben Mittelfeld der Tabelle.“.

Mein Tipp – ein 3:1-Sieg für das Kleeblatt – schien kaum noch realisierbar. Doch dann kam es eine Viertelstunde vor Ende der Zweiten Halbzeit zum heißersehnten Fürther Tor: Sercan Sararer gab den Ball an Robert Zulj, der aus 22 Metern halbrechter Position abzog. Der Ball berührte den Rücken von Georg Margreitter, veränderte dadurch seine Flugbahn und landete hinter Nürnbergs Keeper Thorsten Kirschbaum im Tor. 1:0! Der Club versuchte daraufhin vergeblich, das Blatt noch zu seinen Gunsten zu wenden. Einen gefährlichen Schuss gab Mikael Ishak aus spitzem Winkel ab, Megyeri entschärfte (86.). Und Torschütze Robert Zulj donnerte einen 30-Meter-Freistoß aufs Tor, den Kirschbaum dieses Mal glücklich abwehren konnte (90.).

Insgesamt war das heute ein verdienter 1:0-Derbysieg fürs Kleeblatt. Dadurch springt es mit 32 Punkten in 23 Spielen auf den siebten Tabellenplatz. Die Nürnberger rangieren jetzt auf Rang 11 und schnuppern vielleicht bald am Relegationsplatz. Pech für Clubtrainer Alois Schwartz, dessen Job allmählich am seidenen Faden baumeln könnte.

Das Kleeblatt trifft nächsten Sonntag, 12. März,  um 13.30 Uhr auswärts auf den Tabellennachbarn (8.) SV Sandhausen.

Sieg Nummer 400 in der Zweiten Liga!

Also, am Anfang war das schon eine Enttäuschung: Da kommt man extra frühzeitig aus einem wunderbaren Langlauf-Urlaub zurück, um das Heimspiel des Kleeblatts gegen Fortuna Düsseldorf nicht zu verpassen – und was kriegt man geboten? Eine erste Halbzeit zum Gähnen, in der sich nach dem schwachen Auftritt in Aue schon die nächste Fürther Nullnummer ankündigte. Nichts wirklich Erwähnenswertes auf beiden Seiten, schlechtes Zuspiel, unkonzentrierte Aktionen. Doch wie aus dem Nichts gelingt Robert Zulj in der 41. Minute das Führungstor für die Spielvereinigung, nachdem sich die Düsseldorfer Abwehr um die falschen Kleeblattspieler gekümmert hat und der Ball direkt vor den Füßen von Zulj gelandet ist. Da lässt sich Zulj natürlich nicht zweimal bitten und sagt auf seine typische Art „danke“! 1:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff – strategisch nicht schlecht!

Seitenwechsel nach der Pause, und man fragte sich, was der Düsseldorfer Coach Friedhelm Funkel in der Kabine mit seiner Elf gemacht hatte. Denn die Fortuna schien wie verwandelt und startete fulminant in die zweite Spielhälfte. Ganz schnell hätte es da zum Ausgleich kommen können, wenn nicht sogar zum 2:1 für die Gäste. Die drehen immer mehr auf, setzen das Kleeblatt unter Druck. Fürth kann sich zunächst nur mit einer härteren Gangart – sprich: unerlaubten Aktionen – dagegen zur Wehr setzen. Vor allem Patrick Sontheimer erlaubt sich zu viel und sieht nach einem Foul an Kevin Akpoguma prompt die Gelbe Karte. Trainer Janos Radoki reagiert richtig und nimmt den jungen Spieler schnell vom Platz, bevor noch mehr Unheil passiert. Adam Pinter wird für Sontheimer eingewechselt (53. Minute), er kann aber heute kaum für Aufsehen sorgen. Auch Serdar Dursun fällt nichts Besseres ein, als gegen den gefährlichen Akpoguma den Ellbogen auszufahren – zu Recht gibt es für ihn ebenfalls Gelb. Immerhin: Die Partie ist jetzt richtig spannend, und der Druck durch die Fortuna wird immer stärker – dass den Gästen nach wie vor kein Gegentor gelingt, grenzt fast an ein Wunder.

Aber man braucht manchmal halt auch ein Quäntchen Glück im Fußball. Heute ist es eben der Spielvereinigung hold, bei der inzwischen Veton Berisha für Mathis Bolly ins Spiel gekommen ist (65.). Die Fortuna hat dagegen weniger Fortune, obwohl Trainer Funkel alles riskiert und zum dritten Mal wechselt – weiterhin ohne Erfolg. Im Gegenteil, die Rheinländer lassen in den letzten 20 Minuten der Partie deutlich nach, sehr zur Erleichterung der Gastgeber. Die drehen sogar noch mal richtig auf: In der 85. Minute gelingt Zulj fast das 2:0, aber eben nur fast. Kurz danach verletzt er sich durch einen unglücklichen Aufprall auf dem Boden, für ihn kommt in der bereits angebrochenen Nachspielzeit Sercan Sararer (90.). Die letzten Minuten werden noch einmal zur Zitterpartie – kann das Kleeblatt die knappe Führung über die Zeit bringen oder nicht?

Es kann, obwohl Schiedsrichter Patrick Alt nach den angesagten drei Minuten Nachspielzeit immer noch nicht Schluss machen will. Endlich – er schaut auf die Uhr und greift zur Pfeife! Gott sei Dank! Das Kleeblatt fährt mit diesem 1:0 übrigens einen historischen Sieg ein: Es ist der 400. in der Zweiten Bundesliga. Jede Menge Anlass zum Feiern also im Ronhof. Und dann am kommenden Freitag mit neuer Kraft und Selbstbewusstsein gegen die Würzburger Kickers antreten, die heute ihre lange 1:0-Führung nicht halten konnten und in Bochum am Ende noch mit 1:2 unterlagen. Und nach dem „kleinen Frankenderby“ folgt ja dann am 5. März das große, wenn der Club im Ronhof auflaufen muss.

Fürther Newcomer im Glück und Pech!

Die Allianz-Arena in München ist ein imposante Kulisse – wenn nur 15 800 Zuschauer da sind, wirken die allerdings ein wenig verloren. Im ersten Spiel nach der Winterpause trat das Kleeblatt gegen den TSV 1860 München in diesem Stadion an. Eine – wie in der Vergangenheit schon so oft – schwierige Begegnung, die auch dieses Mal mit einem 2:1-Endergebnis zum Nachteil des Kleeblatts ausging.

Schade, denn die Partie war insgesamt kurzweilig und vor allem in der Schlussphase sehr wild. Und das Kleeblatt erkämpfte sich durchaus gute Chancen. So gelang Serdar Dursun nach 13 Minuten mit einem Linksschuss das 1:0. Ein schöner Auftakt! Da Trainer Janos Radoki heute auf wichtige Spieler verzichten musste (Tripic, Gjasula, Berisha, Sararer), griff er auf junge Profis zurück, die ihre Sache gut machten. Der 18-jährige Patrick Sontheimer (Foto) – mit der hohen Rückennummer 40 – spielte mutig und hatte keinerlei Skrupel vor „alten Hasen“ wie den Löwen Ivica Olic, Daniel Adlung oder Stefan Aigner. Gut so! Aber obwohl das Kleeblatt eigentlich die bessere Mannschaft war, sollte es kurz vor der Halbzeitpause zum verhängnisvollen Strafstoß gegen die SpVgg kommen: Nach einem Eckstoß klammerte der Fürther Newcomer Stephen Sama gegen Sebastian Boenisch, Schiedsrichter Sven Jablonski zögerte nicht lange und deutete auf den Elf-Meter-Punkt. Eine Entscheidung, über die man diskutieren könnte, die jedoch durchaus in Ordnung war. Ivica Olic schoss flach in die linke Ecke. Keeper Balasz Megyeri parierte zwar gut, konnte den Gegentreffer aber trotzdem nicht verhindern. Ausgleich vor der Pause – muss nicht sein!

Aber es kam noch dicker: Sama hatte nicht nur den Strafstoß verursacht (nachdem er schon in der 40. Minute die Gelbe Karte gesehen hatte). Nein, in der 49. Minute kam er an der Mittellinie einen Schritt zu spät und traf Stojkovic an der Fußspitze. Schiedsrichter Jablonski zog Gelb-Rot. Und so waren die Kleeblätter – schwupps! – nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz.

Trotzdem hielten sie sich tapfer, waren die mental und spielerisch überzeugendere Mannschaft. Aber was bringt das, wenn der Fußballgott heute wohl eher ein Münchner war? Der Österreicher Michael Liendl traf in der 86. Minute mit rechts zum 2:1 ins Fürther Tor und machte den Sack für die Münchner Löwen endgültig zu.

Vom Resultat her kein guter Start fürs Kleeblatt in die Rückrunde der Saison 2016/17. Von der Qualität des Teams her hat die Spielvereinigung heute allerdings erahnen lassen, dass sie durchaus Potenzial hat.

Kiez-Kicker unterschätzt – und prompt 0:2 verloren!

SpVgg Greuther Fürth - FC St. PauliIch mag den FC St. Pauli, wirklich. Aber dass die Spielvereinigung heute das letzte Heimspiel dieses Jahres mit 0:2 verloren hat, das war absolut unnötig und fahrlässig. Die erste gute Chance hatte Mathis Bolly schon gleich zu Beginn des Spiels, er konnte sie nicht verwerten und man hoffte auf mehr. Und was den 10. 000 Zuschauern im Fürther Ronhof dann vom Kleeblatt geboten wurde, war mehr als dürftig.

Eigentlich hätte der Hamburger Kiezclub ja ein machbarer Gegner sein müssen. Er lag mit (zu Anfang der heutigen Begegnung) sieben Punkten am Tabellenende, was für Fürth mit dem neuen Trainer Janis Radoki ein gefundes Fressen hätte sein müssen. Vielleicht hat man es sich zu leicht gemacht? Die Passquote (zugegeben auf beiden Seiten) war verheerend. Vom Kleeblatt ging keine ernsthafte Gefahr aus, ab und zu flackerte mal etwas wie Ehrgeiz auf. Allerdings nur schwach. Aber die Mannschaft, die zum Großteil im gegnerischen Strafraum agierte, waren die Hamburger. Wobei sie fußballerisch Nachteile hatten, zum Beispiel aufgrund ihrer Körpergröße in Kopfballduellen.

Aber es kam, wie es sich angedeutet hatte: In der 64. Spielminute machen die Hamburger dem Drama ein Ende. Waldemar Sobota gibt im Strafraum den Ball zurück auf Aziz Bouhaddouz, der schießt, Veton Berisha versucht sein Bestes und blockt. Aber Bouhaddouz ergattert den Ball ein zweites Mal und trifft ins linke untere Eck. Die Gästeecke jubelt, man ist komplett aus dem Häuschen.
Doch nicht mal nach dem Rückstand kamen die Fürther richtig in die Puschen. Coach Radoki nahm offensive Einwechslungen vor, um den Rückstand zu egalisieren oder sogar noch einen Sieg rauszuholen. Ohne Erfolg! Im Gegenteil: Auf einen Freistoß fürs Kleeblatt in der Nachspielzeit reagiert St. Pauli raffiniert mit einem Konter. Cenk Sahin marschiert alleine auf Khaled Narey zu (Foto), nimmt das Tempo raus, umläuft ihn, bekommt den Ball zurück und macht mit einem eleganten Lupfer über den Kleeblatt-Torwart Balasz Megyeri hinweg das 2:0 für St. Pauli.

Wie gesagt: Ich gönne den Kiez-Kickern den ersten Auswärtserfolg nach langer Zeit, damit endete eine Serie von elf Spielen ohne Dreier. Aber für Janos Radoki war es im dritten Spiel die erste Niederlage. Und mein Fazit: Das Kleeblatt machte es sich heute ehrlich gesagt zu leicht und erkannte nicht, dass auch ein Tabellenletzter imstande ist, alle Reserven zu mobilisieren. Der FC St. Pauli kämpfte heute wie ein verletztes Tier ums Überleben in der Zweiten Liga. Die Mannschaft, Trainer Ewald Lienen und die Fans feiern heute bis zum Umfallen!