4:0 – Fußball-Fest im Ronhof!

Wahrscheinlich war es besser, dass sie sich nicht fotografieren ließen, die St. Pauli-Fans, mit denen ich mich heute Mittag unterhalten habe, als sie zum Ronhof gingen. Zuerst wollten sie, dann haben sie doch einen Rückzieher gemacht. Da konnten sie ja noch nicht wissen, wie schlecht ihre Mannschaft heute aussehen würde gegen unser Kleeblatt. Sie tippten auf einen 2:0-Sieg. 2:0 – das war dann allerdings der Pausenstand. Aber nicht für St. Pauli, sondern für Fürth! Und im zweiten Durchgang haben unsere Jungs diesen Spielstand sogar noch verdoppelt. 4:0 gegen St. Pauli, beinahe wäre die Partie sogar noch 5:0 ausgegangen. Partystimmung im Ronhof!

Es hat einfach alles gepasst heute. Zwar dauerte es ein bisschen, bis Drive ins Spiel kam. Man beschnupperte sich erst mal gegenseitig und schaute, was die andere Mannschaft so macht. Doch nach 20 Minuten ist das dem Kleeblatt nicht mehr genug. Khaled Narey hat seine erste gute Chance, die nächste folgt auf dem Fuß. Dann ist es jedoch Maxi Wittek, dem mit dem 1:0 (33. Minute) sein zweiter Saisontreffer gelingt. Schon danach lässt St. Pauli den Kopf hängen und Fürth viel zu aktiv agieren. David Raum wittert seine Chance und hebt den Ball zunächst übers Tor, kurz danach aber trifft er ins linke Eck: 2:0 – eine komfortable Situation zur Pause. Wenn man sich nicht so dumm anstellt wie der 1. FCN letzte Woche gegen Kiel, ist das schon die halbe Miete. Aber Fürth ist ja Gott sei Dank nicht der Club und folglich auch kein Depp.

Rechtzeitig zum Beginn der zweiten Halbzeit scheint die Sonne über dem Laubenweg – ein gutes Omen. Fürth spielt sofort nach dem Anpfiff aggressiver als die Gäste. Und dann macht Khaled Narey aus dem Fast-Tor im ersten Durchgang ein tatsächliches – 3:0 (72.). Julian Green, in der letzten Zeit leider immer wieder verletzt oder erkältet, kommt heute endlich zurück und wird von Minute zu Minute besser. Mit dem 4:0 belohnt sich der zierliche Stürmer selbst (79.)

Der Hamburger Kiezverein lässt sich dagegen in der zweite Runde immer mehr hängen, gibt sich zu schnell auf. Da wäre ein wenig mehr Selbstbewusstsein, wie es die rund 2000 Fans aus Hamburg (Wahnsinn, Hut ab!) mitbrachten, nötig gewesen, um eine Blamage zu vermeiden. Endlich war heute auch unser Stadion wieder einmal besser besetzt als in den vergangenen Wochen – 10.810 Besucher, das ist bei der windigen Kälte ganz anständig. Die Fanbusse (siehe mein Foto oben) waren unermüdlich im Einsatz, und das für die Anhänger beider Teams.

Schade ist nur eins: Das Kleeblatt bleibt trotz dieser Super-Leistung vorläufig auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen. Mal sehen, ob sich da morgen noch was ändert. Könnte durchaus sein, denn Dresden, das jetzt einen Platz vor Fürth rangiert, muss morgen gegen Fortuna Düsseldorf ran. Und die will sicher zurück an die Tabellenspitze.

Wir hatten es ja schon vermutet…

Die Spekulationen, warum die Bilanz des Kleeblatts in dieser Saison so schlecht ist, sind vielfältig: „Ist es der falsche Trainer – hätte man Janos Radoki behalten sollen/müssen? Ist Ramazan Yildirim der falsche Direktor für den Profisport? Wäre Rachid Azzouzi effektiver?“ So schrieb Greuther-Weib kiki kürzlich in diesem Blog. Hier kann man alles noch mal nachlesen.

Nun ist eine von kikis Mutmaßungen Realität geworden: Azzouzi übernimmt – Yildirim muss gehen. Wir werden sehen, ob´s was bringt. Die Überschrift des oben genannten  Blog-Beitrags gilt jedenfalls immer noch: Kopf hoch, Kleeblatt!

Narey – du Retter in der Not!

Morgen ist es auf den Tag genau drei Wochen her, dass unsere Kleeblattspieler beim beliebten Fürther Kärwazug mitgemacht haben – und das war auch gut so! Der Beifall für die Profispieler hielt sich allerdings zumindest dort, wo wir das Geschehen beobachtet haben, in Grenzen. Schließlich sah es nicht gerade rosig aus für die Spielvereinigung, die sich zu diesem Zeitpunkt mit dem letzten Tabellenplatz  begnügen musste. Deshalb sind wir gern als Claqueure aktiv geworden, als die Mannschaft an uns vorbeizog. Die Leute um uns herum wunderten sich erst ein wenig, dann aber klatschten sie zumindest kurz mit. Und als wir uns den „Khaled, Khaled!“-Rufen einer Narey-Verehrerin anschlossen, da schaute der so Angefeuerte tatsächlich für ein paar Sekunden direkt zu uns herüber. Er wirkte fast ein bisschen erstaunt ob so viel Begeisterung beim sonst eher fränkisch kühl-zurückhaltenden Publikum.
Aber man muss eines sagen: Die Frau hatte recht! Khaled Narey gehört nämlich fast immer zu den Besten auf dem Platz – wenn ihm auch einige Zeit trotz guter Leistung keine Tore glücken wollten. Diese Phase hat er, mittlerweile überwunden. Auch heute ist in erster Linie ihm der Sieg gegen den SV Sandhausen zu verdanken (Narey beim Abklatschen mit den Fans, Foto: Sportfoto Zink). Denn wie schon gegen die Auer Veilchen hat Narey auch heute gegen die Kurpfälzer für das so wahnsinnig wichtige Führungstor gesorgt (28. Minute).
Wir zählen die 28. Spielminute. Narey gelingt ein Traumtor, richtig schön anzuschauen, nach hervorragendem Zuspiel von Patrick Sontheimer – auch das soll nicht verschwiegen werden. Von da an läuft es rund fürs Kleeblatt, das allerdings heute wieder keinen Schnellstart hingelegt hat und wie so oft eher zögerlich ins Spiel gekommen ist. Der Narey-Treffer liegt schon ungefähr seit zehn Minuten in der Luft, bis Khaled das Leder dann tatsächlich in den gegnerischen Kasten versenkt, und das mit Eleganz! Mit der 1:0-Führung im Rücken vergisst man sofort die unangenehm kühlen acht Grad und den nicht minder kühlen Wind, der durch den Ronhof weht, ebenso wie die sinkende Spielqualität der Partie, als es Richtung Abpfiff der ersten Halbzeit geht. weiter lesen

Von Kleeblättern und einem „bunten Hund“

Auch auf die interessantesten Begegnungen im Fußball muss man manchmal verzichten. Das Aufeinandertreffen der Spielvereinigung mit Union Berlin war vor allem deshalb spannend, weil die Berliner in den vergangenen 14 Jahren kein Heimspiel gegen das Kleeblatt gewinnen konnten. Aber es gibt im Leben der Greuther-Weiber Ereignisse, wegen derer man auf Fußball verzichtet. Gerne sogar! Zum Beispiel den 80. Geburtstag eines Kollegen, der viele Jahre für die Nürnberger Zeitung fotografiert hat und als „bunter Hund“ zu einer Institution in der fränkischen Presselandschaft wurde: Erich Guttenberger. Er feierte seinen Ehrentag in einem bekannten Nürnberger Lokal. Die Greuther-Weiber waren eingeladen. Und unser Trost war die Möglichkeit, mit Hilfe digitaler Medien beim Union-Fürth-Spiel immer auf dem Laufenden zu sein.
Eines der Hightlights der Feier war sicherlich der Auftritt von Marilyn Monroe. Die Fürther Künstlerin hatte sich ins Outfit der amerikanischen Film-Ikone geworfen und eine wunderbare Laudatio auf das Geburtstagkind gehalten (Foto: Roland Questel): „Happy Birthday, Mister Pres – sefotograph“. Schon vor ihrer Performance lag das Kleeblatt durch ein Blitztor der Köpenicker in der dritten Minute mit 0:1 zurück, aber das kann einen als Kenner der Mannschaft inzwischen schon nicht mehr erschüttern. Manchmal ist im Laufe von 90 Spielminuten viel passiert, und die SpVgg konnte eine vermeintlich verlorene Partie doch noch zu ihren Gunsten drehen.
Also: Marilyn Monroe sprach, flirtete, sang Hilde Knefs Lied von „Roten Rosen“, die es für Erich Guttenberger regnen sollte. Und das Kleeblatt bekam den zweiten Gegentreffer ins Tor von Sascha Burchert. Dann die Halbzeitpause und die Hoffnung, dass mein Tipp – ein 2:2-Unentschieden und zumindest ein Punkt auf das magere Kleeblattkonto – doch noch in Erfüllung gehen könnte. Ein Blick aufs Smartphone nach einer Stunde: Die Kleeblätter hatten sich bemüht, gekämpft, und Maximilian Wittek hatte einen Anschlusstreffer geschafft. Super!
Marilyn Monroe alias Anja Hackl hatte sich längst verabschiedet und war entfleucht, als mir der Endstand offenbart wurde: 3:1 für Union Berlin. Die Köpenicker hatten ihre bis dahin schlechte Heim-Bilanz gegen die Spielvereinigung (kein Sieg/ein Unentschieden/sechs Niederlagen) verbessert und ihre Aufstiegsambitionen damit deutlich unterstrichen. Obwohl das Kleeblatt mehr Ballbesitz hatte (55 Prozent), ihm elf Schüsse aufs gegnerische Tor gelungen und von 490 Pässen immerhin 379 angekommen waren. Unterm Strich hat es aber wieder verloren, zum achten Mal in elf Spielen. Mit sieben Punkten bleiben die Fürther ganz tief im Keller der Zweiten Liga stecken.

Fußballerisch gesehen haben wir also nicht sehr viel versäumt. Erichs Geburtstagsfeier war uns auf alle Fälle wichtiger – sogar, wenn die Spielvereinigung gewonnen hätte!

Unsanfte Bauchlandung nach dem Höhenflug

Das Kleeblatt im Höhenflug – so sah es noch am vergangenen Sonntagnachmittag aus, als die Spielvereinigung im Ronhof Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegt hatte. (Es wäre eigentlich sogar ein 4:1-Sieg gewesen, wenn der Schiedsrichter das vierte Tor gegeben hätte!) Auch Fürths neuer Trainer Damir Buric, so steht zu vermuten, hat den Fürthern Auftrieb gegeben und sozusagen Flügel verliehen.

Mit berechtigtem Selbstbewusstsein reiste die Mannschaft deshalb nach Braunschweig. Das merkte man der Elf während der ersten 20 Spielminuten auch an: Das Kleeblatt bestimmte das Spielgeschehen, während Braunschweig – bisher in dieser Saison noch ungeschlagen, aber mit sechs Unentschieden nicht wirklich richtig erfolgreich – eher verhalten auftrat. Zur Sicherheit der Gastgeber trugen auch die Braunschweiger Fans wenig bei, die anfangs ihrer Mannschaft teiweise die sonst gewohnte Unterstützung versagten. Es war eigentümlich still im Stadion an der Hamburger Straße, geradezu gespenstisches Schweigen in Block 9. Während Fürth das Spiel gut 20 Minuten lang machte, ohne allerdings einen Treffer zu erzielen, landete Braunschweig den Ball schon nach dem ersten richtigen Angriff im Fürther Kasten und zeigte sich damit extrem effektiv, was die Chancenverwertung anbelangt. (Das Sportfoto Zink-Bild zeigt Fürths Tolcay Cigerci nach dem 2:0 durch Braunschweigs Baffo.) weiter lesen

Begegnung der Sonderklasse im Ronhof

Ganz unerwartet kommt es am nächsten Sonntag, 17. September, im Fürther Ronhof zu einer ganz besonderen sportlichen Begegnung: Der Tabellenletzte der Zweiten Liga – die Spielvereinigung – trifft auf den Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf. Ich hoffe mal, dass viele Kleeblattfans ins Stadion gehen werden, um sich dieses Highlight anzusehen.
In 18 Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in den letzten Jahren gelangen der SpVgg fünf Siege, es gab sieben Unentschieden und sechs Niederlagen. Wobei in den vergangenen drei Jahren das Kleeblatt oft siegte – und dabei immer relativ viele Tore schoss (3:1 im April 2016, 3:0 im Mai 2015, 4:1 im März 2014). Dabei fällt auf, dass das Kleeblatt vor allem zu Hause voll aufdrehte und den Düsseldorfern zeigte, wo’s lang geht.
Interessant ist die Partie am Sonntag natürlich auch, weil der neue Trainer Damir Buric sein Debüt gibt. Die Kleeblattanhänger wollen den neuen Coach, dem das Image des „Gentleman“ vorauseilt, endlich leibhaftig erleben. Beim ersten Training kommunizierte er den Spielern schon mal, was er in Zukunft von ihnen erwartet (Foto). Und gespannt darf man natürlich sein, mit welchem Konzept, welchem System und welcher Aufstellung Buric ab Sonntag versuchen wird, den Verein wieder zu einer ernstzunehmenden Zweitliga-Mannschaft zu machen. weiter lesen

Kleeblatt behält die Rote Laterne

Ich glaube, das Kleeblatt-Maskottchen Eddy – ein grüner Drache – hat es schon kommen sehen. Ab der 56. Minute lief er völlig niedergeschlagen und bedröppelt am Spielfeldrand entlang. Mit gutem Grund: Eine Minute vorher hatte der FC Ingolstadt das Führungstor geschossen. Wahrscheinlich ahnte Eddy schon, was noch kommen sollte.

Die Begegnung der beiden „Kellerkinder“ der Zweiten Liga – die Spielvereinigung und Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt – im Ronhof startete bei besten (Wetter-)Bedingungen. Erst vor zwei Tagen hatten sich die Schanzer ihres bisherigen Trainers Maik Walpurgis „entledigt“ und ihn gegen Stefan Leitl ausgetauscht. Der stand heute natürlich gewaltig unter Druck.
Die Partie startete ganz vielversprechend, beide Teams spielten schnell und passgenau. Die 8655 Zuschauer hofften auf viele Tore, sahen sich aber bald enttäuscht. Keine der Mannschaften zeigte wirklich Klasse. In der Halbzeitpause hatte Leitl seinen Schanzern wohl eingeheizt. Denn sie gingen nach zehn Minuten in Führung: Nach einem Abspielfehler von Marco Caligiuri (der bis dahin routiniert und eiskalt verteidigt hatte) gibt Marvin Matip den Ball zu Sonny Kittel in den Strafraum, und dieser knallt die Kugel ins „kurze“ Eck. Fürths Torwart Balazs Megyeri machte dabei keine allzu gute Figur. Nach dieser Führung der Gäste bekam Eddy (siehe oben) die Krise. Zu Recht, denn wenig später foulte Fürths neuer Innenverteidiger Matti Langer bei seinem Debüt – schon mit einer Gelben Karte verwarnt – Stefan Lex und handelte sich einen Platzverweis ein (58.). Die Spielvereinigung musste ab jetzt in Unterzahl gegen den Rückstand kämpfen.
Weiterhin waren die Aktionen des Kleeblatts konfus und hektisch: hier ein Fehlpass, da ein unnötiges Foul, Torschüsse weit am Ziel vorbei, kein Konzept, kein Plan. Trainer Janos Radoki wechselte Sebastian Ernst und Philipp Hofmann ein, zwei offensive Kräfte, die es aber auch nicht mehr herausreißen konnten. Kurz vor Spielende blieb Sebastian Ernst mit einer Einzelaktion im Strafraum hängen (87.). Und Khaled Narey – wie so oft der Unermüdliche im Kleeblatt-Team – fasste sich in der Nachspielzeit ein Herz und schoss aus dem Stand heraus in die Arme von Ingolstadts Keeper Örjan Nyland.

Die Spielvereinigung rangiert nach dem vierten Spieltag und der zweiten Heimniederlage mit null Punkten allein auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Sie gastiert nach der Länderspielpause am Freitag, 8. September, 18.30 Uhr, bei Dynamo Dresden. Bis dahin muss sich Janos Radoki etwas einfallen lassen!

Kleeblatt-Kapitän vermasselt Saisonstart

Gleich zum Saisonstart bei einem Bundesliga-Absteiger antreten zu müssen, das ist nicht einfach. Die Spielvereinigung fuhr heute nach Darmstadt zu den Lilien – und musste drei Punkte an den Gegner abgeben. Nicht ganz unschuldig am Treffer der Darmstädter war der gerade zum Fürther Kapitän gekürte Tormann Balasz Megyeri.

Aber chronologisch: Wetter heiß, Stimmung gut, die angereisten Kleeblattfans standen in der Sonne und feuerten ihre Mannschaft wie immer an. Trainer Janos Radoki hatte mit Maximilian Wittek und Nik Omladic zwei Neuzugänge in die Startelf gestellt. Und tatsächlich gelang dem Kleeblatt der bessere Start. Sie wirkten in der Anfangsphase wacher und sorgten mit langen Bällen für Gefahr. Besonders gut hat mir das aggressive Pressing gefallen, mit dem die Darmstädter nicht gut umzugehen wussten. Nach der Pause wechselte Fürths Trainer Jurgen Gjasula ein. Kurz darauf (52. Minute) dann eine Bombenchance, die Serdar Dursun leider nicht verwerten konnte. Inzwischen hatten die Lilien leider optimal ins Spiel gefunden und machten sich immer öfter mit guten Ansätzen unaufhaltsam auf dem Weg zum Fürther Tor. Zwei Minuten nach der Kleeblatt-Möglichkeit dann ein einziges Durcheinander vor Balazs Megyeris Tor. Darmstadts Kapitän Aytac Sulu schießt, Megyeri bekommt den Ball zu fassen, hält ihn nicht gut genug fest und wirft ihn dann mit einer unglücklichen Reaktion sogar noch selbst ins Netz – 1:0 für die Gastgeber. weiter lesen

Saisonstart auswärts gegen Darmstadt

Am kommenden Samstag startet offiziell die neue Saison 2017/18. Heute wurde der Spielplan der Deutschen Fußball Liga veröffentlicht. Spannend: Mit einem Livestream konnte man sich das pünktlich um 12 Uhr im Internet ansehen. Der erste Spieltag findet vom 28. bis 31. Juli 2017 statt (die Spielpaarungen sind noch nicht genau terminiert). Die Verantwortlichen bei der Spielvereinigung hatten auf ein Auswärtsspiel gehofft. Und es hat geklappt: Zum Saisonauftakt fährt das Kleeblatt zum Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98. Das erste Heimspiel gibt es dann eine Woche später gegen Arminia Bielefeld.

Besonders interessant ist für fränkische Fußballfans der Termin des Frankenderbys. Das erste Derby gegen den Lokalrivalen 1. FC Nürnberg steigt am 8. Spieltag (22. – 25. September) zu Hause im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer. Kleeblatt-Trainer Janos Radoki freut sich – so der Vereins-Webseite zu entnehmen – über den Spielplan:

„Mit Darmstadt erwartet uns natürlich gleich eine interessante Aufgabe zum Auftakt. Und dann geht es gleich zu Hause gegen einen uns bekannten Verein aus der vergangenen Saison. Für uns sind das gleich zu Beginn schöne Spiele. Wir freuen uns, wenn es endlich losgeht und am 8. Spieltag dann auch das Frankenderby bei uns vor eigenem Publikum ansteht.“

Der Gastgeber der ersten Begegnung – SV Darmstadt 98 – geht übrigens auch in der Saison 2017/18 mit einem außergewöhnlichen Projekt an den Start: Die Lilien verschenken Dauerkarten an einkommensschwache Menschen und ermöglichen ihnen einen kostenlosen Zutritt zu den Heimspielen am Böllenfalltor. Die Verteilung der personalisierten Dauerkarten an die jeweiligen Empfänger erfolgt über das Sozialdezernat der Stadt Darmstadt. Normalerweise kostet beim SV Darmstadt die günstigste Dauerkarte für einen Vollzahler 182 Euro. Ich finde diese Aktion nachahmenswert.

kicker-Ranking: Robert Zulj „Herausragend“

Große Ehre für Robert Zulj – den (Noch?)-Mittelfeldspieler der Spielvereinigung: In der „kicker-Rangliste des deutschen Fußballs“ wurde er in der Position „Mittelfeld offensiv“ der Zweiten Liga auf den ersten Platz gesetzt und mit „Herausragend“ bewertet. Damit liegt er vor Damir Kreilach von Union Berlin und Kevin Möhwald vom 1. FC Nürnberg.
Es gibt sie seit über 60 Jahren, diese kicker-Rankingliste. Seitdem bewertet die kicker-Redaktion im Halbjahres-Rhythmus die Bundesliga-Profis und die deutschen Spieler im Ausland in vier Kategorien. Insgesamt haben es im zweiten Halbjahr der Saison 2016/17 genau 143 Spieler in die kicker-Rangliste geschafft. Fünf davon wurden in die Weltklasse, die höchste Kategorie, eingestuft. 28 landeten in der Internationalen Klasse, 59 im weiteren Kreis und 51 im Blickfeld. Diese Begriffe stammen aus der Anfangszeit der Rangliste, dem Jahr 1956. Im weiteren Kreis hieß, zum größeren Kader der Nationalelf zu gehören. Besonders wichtig damals wie heute: Nicht das Potenzial eines Spielers ist bei seiner Einordnung entscheidend, sondern seine im Bewertungszeitraum – in diesem Fall also im ersten Halbjahr 2017 – in allen Wettbewerben erbrachten Leistungen. Nötig waren diesmal von Januar bis zum Champions-League-Finale Anfang Juni neun benotete Pflichtspiele, egal ob in der Liga, im Pokal (gegen einen Erstligisten) oder international. Gelistet werden die Akteure auf der Position, auf der sie am häufigsten in der Startelf standen.

Analoges gibt es auch für das Bundesliga-Unterhaus: In der 2. Bundesliga schafften es elf Akteure des offensiven Mittelfelds in die kicker-Rangliste Sommer 2017. Drei davon verdienten sich sogar das Prädikat „Herausragend“. An der Spitze rangiert Robert Zulj. In der Hinrunde der Saison 2016/17 unter Trainer Stefan Ruthenbeck machte er seine Sache gut. Dann fand er sich am Ende der Hinrunde plötzlich auf der Ersatzbank wieder. Der neue Trainer des Kleeblatts – Janos Radoki – war mit der Defensivarbeit seines Zehners nicht einverstanden und verordnete ihm kurzerhand eine Zwangspause. Doch in der Rückrunde startete der 25-jährige Österreicher voll durch, erzielte fünf Tore und gab zwei Assists. „Das Gesamtpaket stimmt bei Zulj. Der offensive Mittelfeldmann spielt kluge Pässe, hat viel Ruhe am Ball, eine gute Übersicht, eine starke Technik und einen guten Schuss“, lautet die Einschätzung der kicker-Redaktion.Weitere Informationen dazu findet Ihr auf der Website des Kicker (der wir auch die Rangliste entnommen haben).

Als SpVgg-Fan muss man allerdings hoffen, dass die gute kicker-Bewertung von Robert Zulj nicht nach hinten losgeht und das Interesse anderer Vereine an Zulj dadurch noch stärker wird. Denn noch immer ist es ja ungewiss, wie die sportliche Zukunft des Kleeblatt-Profis aussieht.