Unsanfte Bauchlandung nach dem Höhenflug

Das Kleeblatt im Höhenflug – so sah es noch am vergangenen Sonntagnachmittag aus, als die Spielvereinigung im Ronhof Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegt hatte. (Es wäre eigentlich sogar ein 4:1-Sieg gewesen, wenn der Schiedsrichter das vierte Tor gegeben hätte!) Auch Fürths neuer Trainer Damir Buric, so steht zu vermuten, hat den Fürthern Auftrieb gegeben und sozusagen Flügel verliehen.

Mit berechtigtem Selbstbewusstsein reiste die Mannschaft deshalb nach Braunschweig. Das merkte man der Elf während der ersten 20 Spielminuten auch an: Das Kleeblatt bestimmte das Spielgeschehen, während Braunschweig – bisher in dieser Saison noch ungeschlagen, aber mit sechs Unentschieden nicht wirklich richtig erfolgreich – eher verhalten auftrat. Zur Sicherheit der Gastgeber trugen auch die Braunschweiger Fans wenig bei, die anfangs ihrer Mannschaft teiweise die sonst gewohnte Unterstützung versagten. Es war eigentümlich still im Stadion an der Hamburger Straße, geradezu gespenstisches Schweigen in Block 9. Während Fürth das Spiel gut 20 Minuten lang machte, ohne allerdings einen Treffer zu erzielen, landete Braunschweig den Ball schon nach dem ersten richtigen Angriff im Fürther Kasten und zeigte sich damit extrem effektiv, was die Chancenverwertung anbelangt. (Das Sportfoto Zink-Bild zeigt Fürths Tolcay Cigerci nach dem 2:0 durch Braunschweigs Baffo.) weiter lesen

Begegnung der Sonderklasse im Ronhof

Ganz unerwartet kommt es am nächsten Sonntag, 17. September, im Fürther Ronhof zu einer ganz besonderen sportlichen Begegnung: Der Tabellenletzte der Zweiten Liga – die Spielvereinigung – trifft auf den Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf. Ich hoffe mal, dass viele Kleeblattfans ins Stadion gehen werden, um sich dieses Highlight anzusehen.
In 18 Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in den letzten Jahren gelangen der SpVgg fünf Siege, es gab sieben Unentschieden und sechs Niederlagen. Wobei in den vergangenen drei Jahren das Kleeblatt oft siegte – und dabei immer relativ viele Tore schoss (3:1 im April 2016, 3:0 im Mai 2015, 4:1 im März 2014). Dabei fällt auf, dass das Kleeblatt vor allem zu Hause voll aufdrehte und den Düsseldorfern zeigte, wo’s lang geht.
Interessant ist die Partie am Sonntag natürlich auch, weil der neue Trainer Damir Buric sein Debüt gibt. Die Kleeblattanhänger wollen den neuen Coach, dem das Image des „Gentleman“ vorauseilt, endlich leibhaftig erleben. Beim ersten Training kommunizierte er den Spielern schon mal, was er in Zukunft von ihnen erwartet (Foto). Und gespannt darf man natürlich sein, mit welchem Konzept, welchem System und welcher Aufstellung Buric ab Sonntag versuchen wird, den Verein wieder zu einer ernstzunehmenden Zweitliga-Mannschaft zu machen. weiter lesen

Kleeblatt behält die Rote Laterne

Ich glaube, das Kleeblatt-Maskottchen Eddy – ein grüner Drache – hat es schon kommen sehen. Ab der 56. Minute lief er völlig niedergeschlagen und bedröppelt am Spielfeldrand entlang. Mit gutem Grund: Eine Minute vorher hatte der FC Ingolstadt das Führungstor geschossen. Wahrscheinlich ahnte Eddy schon, was noch kommen sollte.

Die Begegnung der beiden „Kellerkinder“ der Zweiten Liga – die Spielvereinigung und Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt – im Ronhof startete bei besten (Wetter-)Bedingungen. Erst vor zwei Tagen hatten sich die Schanzer ihres bisherigen Trainers Maik Walpurgis „entledigt“ und ihn gegen Stefan Leitl ausgetauscht. Der stand heute natürlich gewaltig unter Druck.
Die Partie startete ganz vielversprechend, beide Teams spielten schnell und passgenau. Die 8655 Zuschauer hofften auf viele Tore, sahen sich aber bald enttäuscht. Keine der Mannschaften zeigte wirklich Klasse. In der Halbzeitpause hatte Leitl seinen Schanzern wohl eingeheizt. Denn sie gingen nach zehn Minuten in Führung: Nach einem Abspielfehler von Marco Caligiuri (der bis dahin routiniert und eiskalt verteidigt hatte) gibt Marvin Matip den Ball zu Sonny Kittel in den Strafraum, und dieser knallt die Kugel ins „kurze“ Eck. Fürths Torwart Balazs Megyeri machte dabei keine allzu gute Figur. Nach dieser Führung der Gäste bekam Eddy (siehe oben) die Krise. Zu Recht, denn wenig später foulte Fürths neuer Innenverteidiger Matti Langer bei seinem Debüt – schon mit einer Gelben Karte verwarnt – Stefan Lex und handelte sich einen Platzverweis ein (58.). Die Spielvereinigung musste ab jetzt in Unterzahl gegen den Rückstand kämpfen.
Weiterhin waren die Aktionen des Kleeblatts konfus und hektisch: hier ein Fehlpass, da ein unnötiges Foul, Torschüsse weit am Ziel vorbei, kein Konzept, kein Plan. Trainer Janos Radoki wechselte Sebastian Ernst und Philipp Hofmann ein, zwei offensive Kräfte, die es aber auch nicht mehr herausreißen konnten. Kurz vor Spielende blieb Sebastian Ernst mit einer Einzelaktion im Strafraum hängen (87.). Und Khaled Narey – wie so oft der Unermüdliche im Kleeblatt-Team – fasste sich in der Nachspielzeit ein Herz und schoss aus dem Stand heraus in die Arme von Ingolstadts Keeper Örjan Nyland.

Die Spielvereinigung rangiert nach dem vierten Spieltag und der zweiten Heimniederlage mit null Punkten allein auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Sie gastiert nach der Länderspielpause am Freitag, 8. September, 18.30 Uhr, bei Dynamo Dresden. Bis dahin muss sich Janos Radoki etwas einfallen lassen!

Kleeblatt-Kapitän vermasselt Saisonstart

Gleich zum Saisonstart bei einem Bundesliga-Absteiger antreten zu müssen, das ist nicht einfach. Die Spielvereinigung fuhr heute nach Darmstadt zu den Lilien – und musste drei Punkte an den Gegner abgeben. Nicht ganz unschuldig am Treffer der Darmstädter war der gerade zum Fürther Kapitän gekürte Tormann Balasz Megyeri.

Aber chronologisch: Wetter heiß, Stimmung gut, die angereisten Kleeblattfans standen in der Sonne und feuerten ihre Mannschaft wie immer an. Trainer Janos Radoki hatte mit Maximilian Wittek und Nik Omladic zwei Neuzugänge in die Startelf gestellt. Und tatsächlich gelang dem Kleeblatt der bessere Start. Sie wirkten in der Anfangsphase wacher und sorgten mit langen Bällen für Gefahr. Besonders gut hat mir das aggressive Pressing gefallen, mit dem die Darmstädter nicht gut umzugehen wussten. Nach der Pause wechselte Fürths Trainer Jurgen Gjasula ein. Kurz darauf (52. Minute) dann eine Bombenchance, die Serdar Dursun leider nicht verwerten konnte. Inzwischen hatten die Lilien leider optimal ins Spiel gefunden und machten sich immer öfter mit guten Ansätzen unaufhaltsam auf dem Weg zum Fürther Tor. Zwei Minuten nach der Kleeblatt-Möglichkeit dann ein einziges Durcheinander vor Balazs Megyeris Tor. Darmstadts Kapitän Aytac Sulu schießt, Megyeri bekommt den Ball zu fassen, hält ihn nicht gut genug fest und wirft ihn dann mit einer unglücklichen Reaktion sogar noch selbst ins Netz – 1:0 für die Gastgeber. weiter lesen

Saisonstart auswärts gegen Darmstadt

Am kommenden Samstag startet offiziell die neue Saison 2017/18. Heute wurde der Spielplan der Deutschen Fußball Liga veröffentlicht. Spannend: Mit einem Livestream konnte man sich das pünktlich um 12 Uhr im Internet ansehen. Der erste Spieltag findet vom 28. bis 31. Juli 2017 statt (die Spielpaarungen sind noch nicht genau terminiert). Die Verantwortlichen bei der Spielvereinigung hatten auf ein Auswärtsspiel gehofft. Und es hat geklappt: Zum Saisonauftakt fährt das Kleeblatt zum Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98. Das erste Heimspiel gibt es dann eine Woche später gegen Arminia Bielefeld.

Besonders interessant ist für fränkische Fußballfans der Termin des Frankenderbys. Das erste Derby gegen den Lokalrivalen 1. FC Nürnberg steigt am 8. Spieltag (22. – 25. September) zu Hause im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer. Kleeblatt-Trainer Janos Radoki freut sich – so der Vereins-Webseite zu entnehmen – über den Spielplan:

„Mit Darmstadt erwartet uns natürlich gleich eine interessante Aufgabe zum Auftakt. Und dann geht es gleich zu Hause gegen einen uns bekannten Verein aus der vergangenen Saison. Für uns sind das gleich zu Beginn schöne Spiele. Wir freuen uns, wenn es endlich losgeht und am 8. Spieltag dann auch das Frankenderby bei uns vor eigenem Publikum ansteht.“

Der Gastgeber der ersten Begegnung – SV Darmstadt 98 – geht übrigens auch in der Saison 2017/18 mit einem außergewöhnlichen Projekt an den Start: Die Lilien verschenken Dauerkarten an einkommensschwache Menschen und ermöglichen ihnen einen kostenlosen Zutritt zu den Heimspielen am Böllenfalltor. Die Verteilung der personalisierten Dauerkarten an die jeweiligen Empfänger erfolgt über das Sozialdezernat der Stadt Darmstadt. Normalerweise kostet beim SV Darmstadt die günstigste Dauerkarte für einen Vollzahler 182 Euro. Ich finde diese Aktion nachahmenswert.

kicker-Ranking: Robert Zulj „Herausragend“

Große Ehre für Robert Zulj – den (Noch?)-Mittelfeldspieler der Spielvereinigung: In der „kicker-Rangliste des deutschen Fußballs“ wurde er in der Position „Mittelfeld offensiv“ der Zweiten Liga auf den ersten Platz gesetzt und mit „Herausragend“ bewertet. Damit liegt er vor Damir Kreilach von Union Berlin und Kevin Möhwald vom 1. FC Nürnberg.
Es gibt sie seit über 60 Jahren, diese kicker-Rankingliste. Seitdem bewertet die kicker-Redaktion im Halbjahres-Rhythmus die Bundesliga-Profis und die deutschen Spieler im Ausland in vier Kategorien. Insgesamt haben es im zweiten Halbjahr der Saison 2016/17 genau 143 Spieler in die kicker-Rangliste geschafft. Fünf davon wurden in die Weltklasse, die höchste Kategorie, eingestuft. 28 landeten in der Internationalen Klasse, 59 im weiteren Kreis und 51 im Blickfeld. Diese Begriffe stammen aus der Anfangszeit der Rangliste, dem Jahr 1956. Im weiteren Kreis hieß, zum größeren Kader der Nationalelf zu gehören. Besonders wichtig damals wie heute: Nicht das Potenzial eines Spielers ist bei seiner Einordnung entscheidend, sondern seine im Bewertungszeitraum – in diesem Fall also im ersten Halbjahr 2017 – in allen Wettbewerben erbrachten Leistungen. Nötig waren diesmal von Januar bis zum Champions-League-Finale Anfang Juni neun benotete Pflichtspiele, egal ob in der Liga, im Pokal (gegen einen Erstligisten) oder international. Gelistet werden die Akteure auf der Position, auf der sie am häufigsten in der Startelf standen.

Analoges gibt es auch für das Bundesliga-Unterhaus: In der 2. Bundesliga schafften es elf Akteure des offensiven Mittelfelds in die kicker-Rangliste Sommer 2017. Drei davon verdienten sich sogar das Prädikat „Herausragend“. An der Spitze rangiert Robert Zulj. In der Hinrunde der Saison 2016/17 unter Trainer Stefan Ruthenbeck machte er seine Sache gut. Dann fand er sich am Ende der Hinrunde plötzlich auf der Ersatzbank wieder. Der neue Trainer des Kleeblatts – Janos Radoki – war mit der Defensivarbeit seines Zehners nicht einverstanden und verordnete ihm kurzerhand eine Zwangspause. Doch in der Rückrunde startete der 25-jährige Österreicher voll durch, erzielte fünf Tore und gab zwei Assists. „Das Gesamtpaket stimmt bei Zulj. Der offensive Mittelfeldmann spielt kluge Pässe, hat viel Ruhe am Ball, eine gute Übersicht, eine starke Technik und einen guten Schuss“, lautet die Einschätzung der kicker-Redaktion.Weitere Informationen dazu findet Ihr auf der Website des Kicker (der wir auch die Rangliste entnommen haben).

Als SpVgg-Fan muss man allerdings hoffen, dass die gute kicker-Bewertung von Robert Zulj nicht nach hinten losgeht und das Interesse anderer Vereine an Zulj dadurch noch stärker wird. Denn noch immer ist es ja ungewiss, wie die sportliche Zukunft des Kleeblatt-Profis aussieht.

Gießelmann geht – und was macht Zulj?

Vor gut vier Wochen fand das letzte Spiel der Zweitliga-Saison 2016/17 statt. Spieler, Verantwortliche und auch die Kleeblattfans können sich zurzeit mal richtig erholen. Was allerdings nicht heißt, dass sich im Moment rund um die Spielvereinigung nichts tut.

Die wichtigste Personalie ist seit gestern spruchreif: Niko Gießelmann verlässt das Kleeblatt definitiv. Auf Instagram postete der Abwehrspieler: „Ich möchte euch mitteilen, dass ich meinen Vertrag nach nun vier gemeinsamen Jahren in Fürth nicht verlängern werde“. Nicht wirklich überraschend, aber bedauerlich. Beim letzten Spiel gegen Union Berlin hat er sich dann wohl (siehe Foto) freundlich von den Kleeblattfans verabschiedet.

Dafür gibt es einige Neuzugänge bei der SpVgg: Der Verein hat Philipp Hofmann verpflichtet. Der 24-Jährige kommt vom englischen Zweitligisten FC Brentford  und unterschreibt einen Dreijahresvertrag. Der Stürmer hat für Paderborn, Ingolstadt und Kaiserslautern 92 Zweitligaspiele absolviert und dabei 21 Tore erzielt. Ein weiterer wichtiger Neuling im Kader ist Manuel Torres, der ablösefrei vom Karlsruher SC zur SpVgg wechselt. Beim KSC hat der Spanier 98 Ligaspiele bestritten und dabei 14 Tore und 22 Vorlagen erzielt. Mit Richárd Magyar wechselt ein 26-jähriger Innenverteidiger zum Kleeblatt. Und auch Timo Königsmann wird zum Kleeblatt stoßen. Der 20-jährige U20-Nationaltorhüter erhält einen Zweijahresvertrag. Königsmann soll die erfahrenen Keeper Balázs Megyeri und Sascha Burchert gemeinsam mit Marius Funk unterstützen. Königsmann war zuletzt bei Hannover 96 unter Vertrag. Als fünfter Torhüter bei den Profis und der U23 kommt Jan Kowalewski aus der U19 dazu. Und: Die SpVgg hat den Offensivspieler Nik Omladic verpflichtet. Der 27-jährige slowenische Nationalspieler wechselt ablösefrei zum Kleeblatt.

Sicher wird sich auch in den kommenden Wochen bis zum Start in die Zweitligasaion 2017/18 Ende Juli noch einiges tun. Spannend bleibt auf jeden Fall die Frage, wie die sportliche Zukunft von Robert Zulj aussehen wird. Ist er weiterhin ein Kleeblatt und setzt hier seine Karriere fort? Oder kann er den Verlockungen der Bundesliga nicht widerstehen und verlässt Fürth? Die Greuther-Weiber halten Euch auf dem Laufenden.

Bevor ich’s vergesse: Herzlichen Glückwunsch Jürgen Klopp zum 50. Wir wünschen weiter viel Erfolg beim FC Liverpool!

„Frankenmeister 2017“ – den 8. Platz schön geredet!

Die Saison 2016/17 ist seit Sonntag auch für die Zweite Liga zu Ende. Aufgrund der unglücklichen 1:2-Heimniederlage im letzten Spiel gegen den 1. FC Union Berlin belegt die Spielvereinigung nicht den fünften Tabellenplatz – den ich ja in meinem Blogbeitrag „Lieber Fünfter als Sechster“ avisiert hatte. Das Kleeblatt ist auch nicht auf Rang sechs oder sieben. Nein, durch das (für die Fürther) unglückliche Tor in allerletzter Sekunde katapultierte sich der FC Heidenheim an St. Pauli und der SpVgg vorbei noch auf den fünften Rang. Und dadurch ist das Kleeblatt jetzt leider nur Achter.
Aber man kann sich auch Niederlagen und missliche Situationen schön reden. Das macht offenbar gerade der Verein. Als Trost für frustrierte Kleeblattfans hatte man jetzt eine Königsidee: Da die Weiß-Grünen erstmals seit 64 Jahren in der Abschlusstabelle wieder vor dem 1. FC Nürnberg stehen, dürfen sie sich (so auf der Website zu lesen) „Frankenmeister 2017“ nennen. Mit lediglich drei Punkten Vorsprung auf den Club steht die Elf von Trainer Janos Radoki in der Abschlusstabelle vier Plätze besser da als der FCN.

Dazu passend gibt es jetzt ein entsprechendes Outfit für alle Kleeblattfans: Das T-Shirt „Frankenmeister 2017“ ist ab sofort im Onlineshop erhältlich und  – so macht man das den potenziellen Käufern schmackhaft – das Shirt ist  „als ideales Erinnerungsstück an die vergangene Saison ein Muss für die Anhänger der Spielvereinigung“. Was soll uns das Logo sagen? Mit grüner Farbe wurde die ehemals rote Raute übermalt, allerdings läuft die Farbe quer übers Shirt und symbolisiert so doch wohl eher einen traurigen Erfolg. Also, ich habe da meine Zweifel, ob dieses „Sondershirt zum Gewinn der inoffiziellen fränkischen Meisterschaft“ mit einem nicht gerade originellen Design unbedingt in meinem Schrank liegen muss.

Turbulentes Spiel gegen St. Pauli

Langweilig war es heute keine Sekunde beim vorletzten Spiel dieser Saison am Millerntor gegen Fürths Lieblingsgegner, den FC St. Pauli. Lange führte das Kleeblatt durch einen schönen Treffer von Torjäger Robert Zulj in der 37. Minute (Foto). Doch nach der Pause hatte Trainer Ewald Lienen seinen Kickern offenbar ein Aktivitätsserum verabreicht, denn da blühten die Hamburger voll auf. Und so schaffte in der 70. Minute der Ex-Fürther Lasse Sobiech leider den Ausgleich.

Traumwetter am Millerntor. Blauer Himmel, angenehme Temperaturen, mit 29 546 Zuschauern ausverkauftes Haus. Immerhin 2000 Kleeblattfans hatten sich auf den weiten Weg nach Hamburg gemacht, um diesen sportlichen Klassiker nicht zu verpassen. Ein schnelles, gutes Spiel mit vielen Aktionen. Wenige Minuten vor dem Ausgleichstor wurde die Stimmung zwischen den Spielern dann hitzig: Christopher Buchtmann sieht nach einem Foul an Jurgen Gjasula im Mittelfeld die Gelbe Karte. Daraufhin reagiert Gjasula über und „diskutiert“ wild entschlossen face-to-face mit Buchtmann. Völlig übertrieben, diese Reaktion! Das erinnerte mich (mit schlechtem Beigeschmack) an Gjasulas Verhalten im März 2016 gegen VfL Bochum. Damals sah er die Rote Karte. Heute blieb es Gott sei Dank bei einer Gelben. Und auch als Robert Zulj Minuten später medizinisch behandelt wurde, ging es mit Kleeblattspielern und ihren Gastgebern durch. Die tumultähnlichen Reibereien ließen den Unterhaltungsfaktor für die Zuschauern hochklettern.

Das 1:1 fiel unglücklich: Ausgerechnt Gjasulas Widersacher Buchtman bringt eine Ecke von links passgenau vors Fürther Tor. Lasse Sobiech setzt sich im Luftduell durch und trifft in den Kasten von Fürths Tormann Balázs Megyeri. Schade um den Vorsprung, das Kleeblatt war durchwegs die stärkere Mannschaft. Aber andersereits gönnt man dem Verein aus St. Pauli, der vor einigen Monaten noch als Abstiegskandidat gehandelt wurde, den Erfolg.  Die große Begeisterung der Pauli-Fans über die Leistung ihres Teams wurde heute deutlich, als kurz vor dem Abpfiff ein St.-Pauli-Fan aufs Feld gelangte und quer durchs Stadion rannte.

Da ja an den beiden letzten Spieltagen alle Begegnungen zeitgleich stattfinden, schielte man heute immer wieder neugierig auf die Spiele der direkten Tabellennachbarn des Kleeblatts. Den Sprung auf den fünften Rang wird das Kleeblatt nicht mehr schaffen – weil Dynamo Dresden den schon abgestiegenen Karlsruher SC mit 4:3 besiegte. Balsam auf die Fürther Seele ist jedoch die 2:3-Niederlage des 1. FC Nürnberg gegen Fortuna Düsseldorf. Ein Punkt gegen Union Berlin am letzten Spieltag (21.Mai, 15.30 Uhr im Ronhof) würde dem Kleeblatt reichen, am Ende dieser Sasion 2016/17 erstmals seit 1953 in der Tabelle vor dem Club zu stehen.

Jämmerlich: Gegen den Absteiger zu Hause verloren

Ganz sicher war ich mir heute, dass die Spielvereinigung gegen den schon feststehenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC nicht verlieren wird. Übermütig hatte ich mit einem 4:0-Sieg gerechnet. Von wegen! In der 89. Minute trafen die Karlsruher durch Rolim Yann ins Tor von Balazs Megyeri, und so hat das Kleeblatt mit der ersten Heimniederlage unter Coach Janos Radocki (Foto) die Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu klettern, aus eigener Dummheit vergeigt.

Mit vielen Ausfällen musste Trainer Radoki heute seine Mannschaft zusammenflicken, die Youngster Daniel Steininger, Christian Derflinger, David Raum und Patrick Sontheimer waren z.T. in der Startelf und machten keine so schlechte Figur. Trotzdem verging eine halbe Stunde, bis die Kleeblätter durch Steininger (31./35./44.) und Gießelmann (39.) vielversprechende Möglichkeiten hatten. Aber Qualität auf dem Fußballplatz zeichnet sich vor allem durch Abschlüsse, sprich: Tore aus. Und davon war heute im Ronhof nichts zu sehen.

In den zweiten 45 Minuten vereitelte Fürths Keeper Megyeri Chancen des KSC, auf der Fürther Seite versuchten der eingewechselte Mathis Bolly (63./69.), der heute glücklose Serdar Dursun (64.) und Marcel Franke (67.), Möglichkeiten in einen Treffer und drei Punkte umzumünzen. Es klappte in einer niveauarmen Partie einfach nicht! Seelisch hatte ich mich (wie vermutlich die meisten der knapp 8300 Zuschauer) schon auf ein Unentschieden eingestellt, als es dann in der 89. Minute doch passiert: Dem Brasilianer Rolim Yann gelingt es, sich an der rechten Strafraumkante gegen drei Fürther durchzusetzen, er zieht ins Zentrum und schießt aus 16 Metern mit dem linken Fuß aufs Fürther Tor. Megyeri muss konsterniert mit ansehen, wie der Ball vom Innenpfosten in die Maschen geht. Mit diesem Treffer fährt der KSC nach acht sieglosen Spielen in Serie wieder einmal drei Punkte ein, die ihm allerdings nichts mehr nützen. Der Abstieg ist beschlossene Sache.
Am nächsten Sonntag, 14. Mai, fährt die Spielvereinigung nach Hamburg und wird im vorletzten Saisonspiel auf St. Pauli treffen. Ob das Kleeblatt dort gewinnen und dann auf den fünften Tabellenplatz kommen kann, hängt von einigen Faktoren ab: Der 1. FC Nürnberg darf zeitgleich nicht gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und Dynamo Dresden muss gegen den heutigen Sieger, den Karlsruher SC, verlieren. Es wird also total spannend!!!