Merry X-mas: Rettungsring für Kleeblattfans

Der Altstadt-Weihnachtsmarkt auf dem Fürther Waagplatz hat Kultstatus. In der kleinen Budenstadt können Besucher von Nah und Fern – inzwischen schon zum 38. Mal – bei Hobbykünstlern ihre Weihnachtseinkäufe tätigen und ihnen beim Klöppeln, Glasblasen und Malen zusehen. Der Altstadt-Weihnachtsmarkt ist außerdem ein beliebter Treffpunkt: Bei Glühwein, Eierpunsch und Maroni sieht man alte Bekannte wieder. Ein Highlight ist jeden Abend um 20 Uhr der Auftritt des Nachtwächters, der nach seinem Vortrag den Markttag mit dem markigen Ausruf „Marktruhe!“ beschließt.
Als Greuther-Weib bin ich ja immer besonders aufmerksam, ob es in Fürth etwas Originelles gibt, das mit der Spielvereinigung zu tun hat. Auch auf der Altstadt-Weihnacht wurde ich fündig. Viele von Euch können sich bestimmt noch an meinen Blogbeitrag über die „Weiß-grünen Kleeblattmäuse aus der Mäusefabrik“ erinnern. Andrea und ihr Mann sind seit Jahren dem Häkeln verfallen, ihre Kleeblatt- und anderen Mäuse sind längst zum Verkaufsrenner geworden. Die beiden kommen neben ihrem Beruf bei der Menge der Bestellungen oft kaum hinterher. Mit der Spielvereinigung fiebern die beiden nach wie vor mit. Und deshalb haben sie sich jetzt wieder was Besonderes einfallen lassen: Ihre Türkränze im Spielvereinigungslook sind witzig. Es gibt sie in einer kleinen (16 €) und großen (24 €) Version. Ein fairer Preis, wenn man bedenkt, dass Andrea für so ein Exemplar ungefähr fünf Stunden häkelt. Die Mäuseprodukte werden noch bis nächsten Sonntag, 17. Dezember, wochentags zwischen 16 und 20 Uhr und am Samstag und Sonntag zwischen 13 und 20 Uhr im Marktstand direkt am Waagplatz verkauft.

Ich hatte, als ich die „Türkranz-Inspiration“ von Andrea zum ersten Mal sah, allerdings noch eine völlig andere Assoziation: Könnte es sich nicht vielleicht um einen Rettungsring handeln, der Kleeblattfans über Wasser halten soll? Auch oder gerade dann, wenn der Verein gegen den möglichen Abstieg in die Dritte Liga kämpft? Wenn das so ist, dann sollten sich viele diesen Ring zulegen. Denn gemeinsam mit Hilfe und der Unterstützung seiner Anhänger schafft es das Kleeblatt garantiert, sich im Laufe der nächsten Monate wieder vom Tabellen-Ende ins Mittelfeld hochzukämpfen.
Wer es bis Sonntag nicht zum Waagplatz schafft: Die „Rettungsringe“ gibt es auch über Facebook.

Magyars Tor macht Kleeblattfans glücklich

Nach dem fulminanten 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli vor zwei Wochen hat das Kleeblatt letzten Samstag gegen den MSV Duisburg wieder geschwächelt. Umso wichtiger sind die drei Punkte, die es heute gegen den 1. FC Heidenheim im Ronhof einfahren konnte. 1:0 lautete das Ergebnis nach dem Abpfiff.

Im Gespräch haben mich diese Woche zwei Fußball-Greenhorns gefragt, woran es in dieser Saison bei der Spielvereinigung eigentlich hakt. Ich brachte es schnell auf den Punkt: Grundsätzlich ist das Zusammenspiel bei den Fürthern harmonisch und effektiv. Die einzelnen Spieler haben durchaus Qualitäten und sind auch motiviert. Aber die Offensive hat im gegnerischen Strafraum oft kein Durchsetzungsvermögen, zu wirklichen Abschlüssen – sprich: Toren – kommt es einfach zu selten. So ähnlich war es auch heute wieder. Die Spielvereinigung agierte mit Mut und Können, aber wo war die Chancenverwertung? Und der FC Heidenheim hatte (Gott sei Dank!) einen schlechten Tag und musste nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen (vier Siege, ein Remis) wieder mal eine Niederlage einstecken.

Schon in der sechsten Spielminute wäre es beinahe zum Kleeblatt-Tor gekommen: Jurgen Gjasula hatte sich einen Abpraller ergattert und scheiterte nur an einer starken Parade des Heidenheimer Keepers Kevin Müller. In der folgenden halben Stunde gelang den Gästen erst mal nicht viel. Als sie dann endlich Oberwasser hatten und verstärkt im Fürther Strafraum kämpften, waren es die Kleeblätter in der 28. Minute, die zu ihrem heiß ersehnten Treffer kamen: David Raums Pass und Gjasulas Abschluss wurde vom herausrennenden Müller und Timo Beermann erst mal geblockt. Doch Gjasula behielt seinen klaren Kopf, gab an Richard Magyar ab, der seinen Größenvorteil gegenüber Ronny Philp ausnutzte (Magyar ist neun Zentimeter größer) und aus fünf Metern zum 1:0 einköpfte. So lautete auch der Pausenstand.
Gut zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff hätte die SpVgg fast das 2:0 gemacht. Aber Khaled Nareys starker Lauf war nicht vom Erfolg gekrönt, und Julian Greens Kopfball scheiterte an Keeper Müller. Insgesamt bleib der heutige Angstgegner FC Heidenheim in den Zweikämpfen zu zaghaft. Echte Chancen hatten vielmehr die Kleeblätter. Aber – wie oben kritisiert – die Chancenverwertung klappte eben nur mäßig! Bis vor das gegnerische Tor spiel(t)en sie stark, bei vermeintlich todsicheren Gelegenheiten sind die Jungs aber einfach zu lax.

Am Ende reichte es heute durch den einen Treffer von Magyar (der sich nach Spielende richtig freute, Foto: Sportfoto Zink) für drei ganz wichtige Punkte. Mit insgesamt 17 Punkten nähert sich die Spielvereinigung wieder den Nicht-Abstiegsplätzen. Der SV Darmstadt 98 hat gegen Erzgebirge Aue verloren und liegt nach 17 Spielen nur einen Punkt vor dem Kleeblatt auf Tabellenrang 16. Und genau diese Darmstädter sind die Gegner der SpVgg beim letzten Heimspiel des Fußballjahrs 2017 am nächsten Sonntag, 17. Dezember. Hoffentlich kommen dann mehr Zuschauer ins Stadion als heute: Gerade mal 6965 Zuschauer waren da – ein Armutszeugnis!

So (un)gerecht kann Fußball sein!

Ehrlich gesagt: Noch spannender als die heutige Begegnung des Kleeblatts gegen Arminia Bielefeld war für mich das parallel laufende Spiel des Tabellenführers VfB Stuttgart gegen den 1.FC Nürnberg. Nach zwei Toren in der 25. und 33. Minute lag der Club zu Hause unerwartet mit 2:0 in Führung. Die Spielvereinigung startete gleichzeitig bei den Ostwestfalen – bei denen es in den letzten vier Spielen um den drohenden Abstieg geht – mit Verve. Aber Arminia Bielefeld setzte heute auf frühe Abwehr, ihr Pressing passte dem Kleeblatt überhaupt nicht ins Konzept. Die einzig wirklich erwähnenswerte Begebenheit fand dann ungefähr in dem Moment statt, als der Club sein zweites Tor geschossen hatte: Fürths Mittelfeldspieler Benedikt Kirsch grätscht an der Seitenlinie seitlich gegen David Ulm und wird postwendend mit einer Gelben Karte bestraft. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Knapp 20 Minuten später grätscht Kirsch erneut nach dem Ball, verpasst diesen haarscharf und kracht dann mit der Sohle in Tom Schütz hinein. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck fackelt nicht lange und zieht Rot! Ab jetzt spielte die SpVgg also in Unterzahl.

Die zweite Halbzeit beginnt, mehr Ballbesitz fürs Kleeblatt heißt jedoch nicht, dass es sich gegen die beherzt kämpfenden Bielefelder behaupten kann. Und dann läuft es in der 54. Minute saudumm, das Kleeblatt macht den Tabellenvorletzten ein Geschenk auf dem Silbertablett: Keeper Balazs Megyeri rollt den Ball für Caligiuri aus, der erwischt die Kugel nicht, Andreas Voglsammer übernimmt und trifft seelenruhig zum 1:0 für die Gastgeber. Die jubeln, ein Sieg würde die Mannschaft auf Rang 14 hinaufkatapultieren und aus der Abstiegszone retten. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart gegen den 1.FCN schon ausgeglichen, es stand in Nürnberg 2:2.

Aber was hilft Schadenfreude, wenn das eigene Team zurückliegt? Die Karten waren bis Ende der regulären Spielzeit fürs Kleeblatt schlecht gemischt. Es gelang kein Treffer und das Team schien sich schon mit der Auswärtsniederlage abzufinden. Aber zwei Minuten Nachspielzeit können manchmal Wunder bewirken: Die Arminen bekommen am eigenen Strafraum den Ball nicht weg, Dominik Schad zieht aus 18 Metern ab, der Bielefelder Torwart Daniel Davari lässt nach vorne abklatschen. Und da steht Serdar Dursun, der zum 1:1-Ausgleichstreffer einschiebt (Foto). Bravo!

Immerhin: Ein Punkt auf den letzten Drücker im viertletzten Saisonspiel. Das Kleeblatt bleibt auf dem sechsten Tabellenrang. Und Arminia Bielefeld kämpft weiter um den Klassenerhalt. Nur der Vollständigkeit halber: Aus dem 2:0-Vorsprung des 1.FCN wurde durch ein weiteres Stuttgarter Tor in der Nachspielzeit dann doch noch ein 2:3-Sieg des Zweitliga-Ersten. Der Bundesliga-Absteiger wird wohl der Bundesliga-Aufsteiger. Und der Club leckt seine Wunden. So (un)gerecht ist Fußball manchmal, oder?

Weilandts Wechsel klappt nicht

Training SpVgg Greuther FürthGestern schien der Wechsel von Tom Weilandt zum TSV 1860 München schon perfekt zu sein. Doch am Abend ist der Transfer geplatzt. Beim obligatorischen Medizincheck stellten die Ärzte des Münchner Zweitliga-Vereins bei dem 23-Jährigen Mittelfeldspieler einen Muskelbündelriss im Oberschenkel fest. Die Verletzung hat er sich bei einem Testspiel in der Vorbereitung der Spielvereinigung zugezogen. Das heißt im Klartext: Weilandt muss mindestens sechs Wochen pausieren. Und das ist zu lange für die Löwen, die sofortige Verstärkung für ihre Offensive suchen.

Für die Sechziger, die nach dem Weggang von Korbinian Vollmann und Marius Wolf schnellen Ersatz für die Außenbahn suchen, ist der Wechsel damit vom Tisch. Sie liegen aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz und fürchten einen blamablen Abstieg. Eigentlich war Tom Weilandt der Wunschkandidat des Münchner Vereins, vor allem Sportchef Oliver Kreuzer war schon seit mehreren Jahren an ihm interessiert. Doch Trainer Benno Möhlmann betonte in den vergangenen Wochen, dass für die Münchner nur eine sofortige Verstärkung Sinn macht, um im Abstiegskampf zu gewinnen. Weilandt aber kann mit seiner Verletzung vermutlich erst Ende März wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und würde somit in mehreren für den Zweitligisten wichtigen Saisonspielen fehlen. Jetzt bleibt den Löwen nur noch Zeit bis Montagabend, um auf dem Transfermarkt fündig zu werden.

Blick zurück mit Daisy

Rueckblick_DaisyNur noch wenige Stunden trennen uns vom Jahr 2016.  Ich bin gespannt, was es bringen wird: schöne und emotionale Momente, Glück und Erfolg, traurige Situationen oder Enttäuschungen? Wie auch immer, man muss es nehmen, wie es kommt.

Das Jahr 2015 war für die Spielvereinigung kein allzu positives. Nach einem glanzlosen 0:0-Unentschieden im Derby im Dezember 2014 gegen den Club  hatte das Kleeblatt zum Jahreswechsel 2015 auf einem mäßigen 12. Tabellenplatz überwintert. Und startete im Februar gleich mit einer Niederlage. Frank Kramer musste seinen Hut nehmen, und der Coach mit dem Aufstiegs-Nimbus – Mike Büskens – versuchte erneut sein Glück als Kleeblatt-Trainer. Mit mäßigem Erfolg. Am Ende der Saison gelang es der SpVgg nur durch die schwachen Leistungen der Mit-Abstiegs-Kandidaten, in der Zweiten Liga zu bleiben.

Ab März war das inzwischen berühmt-berüchtigte Tierorakel Daisy zum Einsatz gekommen. Die Labrador-Dobermann-Mischung ist eine interessante Verstärkung der Greuther-Weiber. Hundedame Daisy lag am Anfang mit ihren Prognosen ganz gut, schwächelte dann aber im Laufe der Saison.

Das beste Spiel für mich war im Frühjahr im Ronhof die Begegnung der Frauen-Nationalmannschaft gegen Brasilien. 4:0 gewannen die deutschen Fußball-Mädels. Da konnte man mal mit Hochgenuss bewundern, wie man Fußball spielt.

Im Mai hatte ich dann bei der Eröffnung eines Restaurants in Fürth das Vergnügen, mit Keeper Wolfgang Hesl über seine Zukunft zu diskutieren. Umso größer war dann meine Enttäuschung, als er am Ende der Saison zu Arminia Bielefeld wechselte.

Nachdem Kleeblattfans im Juni „Gemeinsam die beschissene Saison“ weggefeiert hatten, wurden zum Saisonstart 2015/16 die Karten neu gemischt. Mit dem Aalener Coach Stefan Ruthenbeck und einigen vielversprechenden Neuzugängen. Die sportliche Ausbeute war zunächst gut: Das Derby wurde im Ronhof mit 3:2 gewonnen. Auch bei den nächsten Spielen war das Kleeblatt auf der Siegerstraße. Die mündete Anfang Oktober in eine Sackgasse: Beim Spiel gegen den VfL Bochum zur Eröffnung der Fürther Kirchweih. Das Kleeblatt ging zu Hause mit 0:5 unter. Ein Ergebnis, das bei den Partien gegen den SC Freiburg (2:5) und den FC Kaiserslautern (2:4) ähnlich mau war.

Seitdem läuft das Kleeblatt seiner Form, seinem Selbstbewusstsein und dem Erfolg hinterher. Im Moment rangiert es auf einem mittleren, dem 10. Tabellenrang. Und hat nur zwei Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Der nächste Spieltag der Zweiten Liga ist am 6. Februar 2016 gegen den FC Sankt Pauli. Bis dahin muss die Spielvereinigung versuchen, Defizite aufzuholen. Und dann wird sicher auch Daisy wieder in den Startlöchern stehen, um Spielergebnisse richtig vorherzusagen.

Keeper Wolfgang Hesl trifft auf Greutherweib Kiki

WH_KH_2015Am nächsten Sonntag, 24. Mai, findet für die Spielvereinigung um 15.30 Uhr (mal wieder) ein „Spiel der Spiele“ statt. Es geht um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga. Das hätten sich die Fans vor einem Jahr nicht träumen lassen. Damals spielte das Kleeblatt in der Relegation gegen den Hamburger SV, um den Wiederaufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Leider scheiterten die Fürther trotz eines hervorragenden und eines akzeptablen Spiels – sie blieben nach der torlosen Partie in Hamburg mit einem 1:1-Unentschieden im Ronhof zweitklassig.
Am Sonntag also geht’s nach Leipzig. Im Stadion sind mindestens 2000 Kleeblattfans, die die 300 Kilometer weite Anreise auf sich nehmen, um „ihren“ Verein lautstark zu unterstützen. Die Spielvereinigung sollte unbedingt gewinnen, um sich aus eigener Kraft im „Herzschlagfinale“ dieser Saison den drohenden Abstieg in die Bedeutungslosigkeit zu ersparen.

Die Zeit bis zum Spiel habe ich mir in dieser Woche bei der Eröffnung eines neuen Restaurants verkürzt. Interessante Architektur, stylischer Lounge-Garten, sehr gute italienische Küche – ich denke, ein echter Gewinn für Fürth. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dort einige Profispieler der Spielvereinigung zu sehen. Mit Kleeblatt-Keeper Wolfgang Hesl habe ich mich unterhalten: über das gewonnene Spel gegen den SV Darmstadt am letzten Wochenende und die sportliche Zukunft des Kleeblatts. Hesl ist ein wirklich sympathischer, netter Typ. Und: Er liest unseren Greuther-Weiber-Blog! Hier habe ich ja schon mehrfach über ihn geschrieben. Zum Beispiel über seine „magischen Torwarthände“, im Januar 2013 haben wir ihm zum Geburtstag gratuliert. Und im Juni 2013 ging es um seine Entscheidung, in Fürth zu bleiben, und nicht zu einem anderen Verein zu wechseln. Ob das bald auch wieder Thema unseres Blogs sein wird?

In den letzten beiden Spielen alles geben!

Klassenerhalt_2015Jetzt auf „Endzeit-Stimmung“ zu machen – das hat gar keinen Sinn. Die Spielvereinigung steht aktuell auf dem 14. Tabellenplatz der Zweiten Liga und hat nur noch zwei Spiele vor sich. Problematisch ist nicht der 14. Platz (man wird ja bescheiden mit der Zeit!), sondern die Anzahl der Punkte der letzten fünf Mannschaften. Mit dem Kleeblatt haben noch St. Pauli und Erzgebirge Aue 34 Punkte, der Tabellenvorletzte, 1860 München, 33 Punkte. Und das Schlusslicht – der VfR Aalen – verfügt über 31 Punkte. Mit anderen Worten: Nachdem schon die letzten Spieltage für Überraschungen gesorgt haben, weil vermeintlich schlechte Mannschsften Spiele gewannen und damit der SpVgg immer näher kamen, geht es jetzt um jeden Punkt fürs Kleeblatt.
Die beiden letzten Gegner der Spielvereinigung sind am Sonntag, 17. Mai, zu Hause der SV Darmstadt, der im Moment auf dem zweiten Tabellenplatz, also einem direkten Aufstiegsplatz rangiert. Die „Lilien“ werden sich hüten, eine Schwäche zu zeigen, und ihren Aufstieg in die Bundesliga zu gefährden. Und der Gegner am letzten Spieltag heißt RB Leipzig. Dieses Auswärtsspiel wird bestimmt nicht leicht, denn der Verein hat schon das Hinspiel in Fürth mit 1:0 gewonnen.

Trotzdem: Jetzt sind alle gefordert, sich noch mal zu konzentrieren und vor allem zu motivieren. Der Klassenerhalt ist auf jeden Fall noch möglich. Deshalb: Liebe Kleeblattfans, engagiert Euch am Sonntag lautstark für das Kleeblatt, schüchtert die Lilien mit Euren Fangesängen ein. Und, liebe SpVgg-Profis: Realisiert endlich, um was es geht. Und reißt Euch am Sonntag am Riemen.

Noch ein Satz zum Foto oben: Wenn man in das schwarze Loch sieht, was ist da in der Tiefe? Schaut genau hin: Die Worte „Hoffnung auf den Klassenerhalt“. Na, also!

Der Abstieg ist fürs Kleeblatt verdammt nah!

1. FC Heidenheim - SpVgg Greuther Fürth„Was vom Tage übrig blieb“ ist ein Roman des britischen Schriftstellers Kazuo Ishiguro aus dem Jahre 1989, Mitte der 90er Jahre von James Ivory mit Emma Thompson und Anthony Hopkins verfilmt. Was für Kleeblattfans zu Hause und 1500 angereiste Anhänger heute vom Tage übrig bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass die Spielvereinigung nach der verdienten 0:3-Niederlage gegen den FC Heidenheim am tiefen Abgrund des Abstiegs in die Dritte Liga steht.

Nach dem 3:0-Sieg in der letzten Woche gegen Fortuna Düsseldorf waren so etwas wie optimistische Impulse durch die Mannschaft und die Anhänger der SpVgg gegangen. Das Kleeblatt kann es noch: Fußball spielen, Tore schießen und siegen. Aber heute war alles wieder wie in den vergangenen Monaten. Nach einer einigermaßen guten ersten halben Stunde gelang den Heidenheimern aus dem Nichts das 0:1: Eine ziemlich konfuse Szene vor Wolfgang Hesls Tor, Robert Zulj klärte noch auf der Linie, aber Tim Göhlert machte dann doch den Treffer. Und drei Minuten vor der Halbzeitpause erhöhten die Zweitliga-Aufsteiger zum 2:0! Drei Fürther Spieler bekamen den Heidenheimer Kapitän Schnatterer in der Mitte nicht unter Kontrolle, der spielte den Pass auf den mitgelaufenen Heise. Und der Verteidiger machte den Treffer.

Wie so oft in dieser Saison ging die SpVgg mit einem Rückstand in die Pause. Aber es sollte noch dicker kommen: In der 48. Minute zog Robert Zulj die Notbremse und wurde postwendend mit der Roten Karte bestraft. Schlimmer noch: Die Heidenheimer verwandelten den verhängten Foulelfmeter. So lag das Kleeblatt innerhalb von knapp 50 Minuten mit 0:3 zurück. Auch Trainer Mike Büskens (Foto) muss sich jetzt ernsthaft Sorgen machen.
Bis zum Schlusspfiff fiel den Kleebläattern dann nicht mehr viel ein. Zu harmlos, zu schlapp und ohne Kampfkraft spulten sie die Minuten runter. Stephan Fürstner, der bekanntlich in der nächsten Spielzeit zu Union Berlin wechseln wird, bäumte sich als einer der wenigen verzweifelt gegen einen weitere Niederlage auf. Und Torwart Wolfgang Hesl war es letztlich zu verdanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Ohne schwarz malen zu wollen: Die SpVgg hat es im letzten Heimspiel am Sonntag, 17. Mai, mit dem Aufsteiger SV Darmstadt zu tun. Die wollen unbedingt in die Erste Bundesliga aufsteigen, sei es direkt oder zumindest über den Relegationsplatz. Das heißt: Sie werden dem Kleeblatt nichts schenken! Und das letzte Auswärtsspiel bei RB Leipzig wird mit Sicherheit auch kein Zuckerschlecken. Wie gesagt: Ich male nicht gerne schwarz. Aber das Kleeblatt war dem Abstieg schon lange nicht mehr so nahe wie heute.
Und noch eine Hiobsbotschaft. Das Tierorakel Daisy lag heute nach zwei richtigen Tipps auch voll daneben!

Fürs Kleeblatt geht’s (mal wieder) ums Ganze

Morgen steht der Spielvereinigung keine leichte Begegnung bevor. Die Partie gegen den 1. FC Heidenheim ist das drittletzte Spiel in dieser verkorksten Saison. Und nachdem gestern 1860 München und der VfR Aalen gewonnen und jeweils drei Punkte eingefahren haben, darf sich das Kleeblatt im Abstiegskampf keinen Schnitzer erlauben.

Der FC Heidenheim liegt aktuell auf dem 10. Tabellenplatz. Ein großer Erfolg für den Aufsteiger aus der 3. Liga. Haben die Heidenheimer eigentlich eine Fußball-Vergangenheit? Sie meinen: ja! Zur ihrer „langen Tradition“ steht das auf deren Homepage:

„1910 schlossen sich Voith-Ingenieure zusammen, beendeten das wilde Spiel ohne Regeln auf Wiesen und brachten unter dem Namen VfB Heidenheim erste Strukturen in den Heidenheimer Fußball. Seither erlebte die beliebteste Sportart Deutschlands in der Stadt an der Brenz jede Menge sportliche Höhen und Tiefen. Und das unter den verschiedensten Namen.
Alle Vereine oder Abteilungen beriefen sich jedoch auf das Gründungsjahr 1846, in dem zugegebenermaßen noch keiner an Fußball dachte, nicht einmal im Mutterland des Fußballs, in England. Auch der neue Verein, 1. FC Heidenheim 1846, knüpft an die langjährige Tradition des Sports in Heidenheim an und möchte die Geschichte des Fußballs in Heidenheim weiterschreiben“

Nun denn. Ab 13. 30 Uhr wird es am Sonntag in der Voith-Arena heiß hergehen. Aus Fürth machen sich morgen früh 15 (vom Verein finanzierte) Busse mit 1500 Fans auf den Weg in die Ostalb. Und zirka um 15.15 Uhr wissen wir dann mehr: Hat sich das Kleeblatt den Klassenerhalt in der Zweiten Liga gesichert? Oder heißt es weiter: Zittern und Daumen drücken? Denn eines ist klar: Die beiden verbleibenden Spiele gegen den SV Darmstadt 98 und RB Leipzig werden hart.
By the way: Vor dem Spiel wird das Tierorakel Daisy wieder ihr Bestes geben. Ich kaufe jetzt auf dem Fürther Wochenmarkt schon mal das nötige Hackfleisch ein.

3:0 – Der langersehnte Heimsieg ist da!

SpVgg Greuther Fürth - Fortuna Düsseldorf„Oh, wie ist das schön!“, schallte es durch das Stadion am Laubenweg. Zu Recht. Nach 211 Tagen war er heute da: der langersehnte Heimsieg. Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf beendete die Spielvereinigung souverän mit 3:0. „Hurra, hurra, das Kleeblatt ist wieder da“, schrieb ein Fan auf Facebook. Und damit spricht er vielen aus der Seele.
Wir Greuther-Weiber hatten heute schon vor dem Spiel ein gutes Gefühl. Das Tierorakel Daisy hatte sich nach kurzem Zögern für den Kleeblatt-Fressnapf entschieden – und damit ihren Fußballverstand mit Nachdruck dokumentiert. War der Sieg also sicher?

Das Spiel begann mit druckvollem Spiel der Kleeblätter, die erste wirkliche Chance hatten dann aber die Düsseldorfer Fortunen. Dann sollte es jedoch in der 29. Minute zu einer intelligenten Aktion mit Folgen kommen: Lam fälschte einen Querpass zu Marco Stiepermann (auf dem Foto rechts) ab, der die Chance ergriff und cool aus 16 Metern zum 1:0 ins Düsseldorfer Tor traf. Das war für die Fans im Ronhof wie ein Befreiungsschlag, den sie mit lautstarker Rückendeckung für ihre Mannschaft untermauerten. Kurz vor dem Pausenpfiff wäre Stephan Schröck beinahe ein tolles Tor gelungen, das ihm jeder, der sein Engagement in den letzten Monaten miterlebt hat, gegönnt hätte. Aber der Pfosten stand im Wege. Und dann war es in der 49. Minute schon wieder Schröcki, der es als Passgeber an Robert Zulj möglich machte, dass der zum 2:0 erhöhte. Trainer Mike Büskens begeisterte sich am Spielfeldrand wie ein HB-Männchen und ließ seiner Freude freien Lauf. Es roch verdammt nach dem ersten Heimsieg seit seiner Übernahme des Trainerjobs von Frank Kramer. Das 2:0 toppte Goran Sukalo dann noch in der 66. Minute: Stiepermann war ungehindert mit dem Ball nach vorne gelaufen, behielt den Überblick und gab dem mitgelaufenen Sukalo die Kugel ab. Der fackelte nicht lange und schoss aus 15 Metern mit einem Rechtsschuss zum 3:0.

3:0 blieb dann auch der Endstand vor 11.845 Zuschauern – ein wichtiges Spiel und lebenswichtiges Resultat für die Spielvereinigung im Abstiegskampf. Noch dazu unterlag gleichzeitig 1860 München zu Hause gegen Union Berlin (danke für die Schützenhilfe nach Berlin!), der VfR Aalen hatte mit seiner 2:4-Niederlage gegen Bochum ebensowenig Glück. Das heißt: Das Kleeblatt hat sich mit dem heutigen Sieg Luft verschafft und mit 34 Punkten den 14.Tabellenplatz gefestigt. Am kommenden Sonntag geht es zum FC Heidenheim. Noch drei Spieltage, es bleibt spannend. Aber ich denke, nicht nur das Tierorakel Daisy hat das sichere Gefühl, dass die Spielvereinigung in der Zweiten Liga bleiben wird.