Fürther Newcomer im Glück und Pech!

Die Allianz-Arena in München ist ein imposante Kulisse – wenn nur 15 800 Zuschauer da sind, wirken die allerdings ein wenig verloren. Im ersten Spiel nach der Winterpause trat das Kleeblatt gegen den TSV 1860 München in diesem Stadion an. Eine – wie in der Vergangenheit schon so oft – schwierige Begegnung, die auch dieses Mal mit einem 2:1-Endergebnis zum Nachteil des Kleeblatts ausging.

Schade, denn die Partie war insgesamt kurzweilig und vor allem in der Schlussphase sehr wild. Und das Kleeblatt erkämpfte sich durchaus gute Chancen. So gelang Serdar Dursun nach 13 Minuten mit einem Linksschuss das 1:0. Ein schöner Auftakt! Da Trainer Janos Radoki heute auf wichtige Spieler verzichten musste (Tripic, Gjasula, Berisha, Sararer), griff er auf junge Profis zurück, die ihre Sache gut machten. Der 18-jährige Patrick Sontheimer (Foto) – mit der hohen Rückennummer 40 – spielte mutig und hatte keinerlei Skrupel vor „alten Hasen“ wie den Löwen Ivica Olic, Daniel Adlung oder Stefan Aigner. Gut so! Aber obwohl das Kleeblatt eigentlich die bessere Mannschaft war, sollte es kurz vor der Halbzeitpause zum verhängnisvollen Strafstoß gegen die SpVgg kommen: Nach einem Eckstoß klammerte der Fürther Newcomer Stephen Sama gegen Sebastian Boenisch, Schiedsrichter Sven Jablonski zögerte nicht lange und deutete auf den Elf-Meter-Punkt. Eine Entscheidung, über die man diskutieren könnte, die jedoch durchaus in Ordnung war. Ivica Olic schoss flach in die linke Ecke. Keeper Balasz Megyeri parierte zwar gut, konnte den Gegentreffer aber trotzdem nicht verhindern. Ausgleich vor der Pause – muss nicht sein!

Aber es kam noch dicker: Sama hatte nicht nur den Strafstoß verursacht (nachdem er schon in der 40. Minute die Gelbe Karte gesehen hatte). Nein, in der 49. Minute kam er an der Mittellinie einen Schritt zu spät und traf Stojkovic an der Fußspitze. Schiedsrichter Jablonski zog Gelb-Rot. Und so waren die Kleeblätter – schwupps! – nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz.

Trotzdem hielten sie sich tapfer, waren die mental und spielerisch überzeugendere Mannschaft. Aber was bringt das, wenn der Fußballgott heute wohl eher ein Münchner war? Der Österreicher Michael Liendl traf in der 86. Minute mit rechts zum 2:1 ins Fürther Tor und machte den Sack für die Münchner Löwen endgültig zu.

Vom Resultat her kein guter Start fürs Kleeblatt in die Rückrunde der Saison 2016/17. Von der Qualität des Teams her hat die Spielvereinigung heute allerdings erahnen lassen, dass sie durchaus Potenzial hat.

Gegen die Löwen verloren, aber schlimmer : Hesl verletzt

Wolfgang_Hesl_1860Das war gestern ein rabenschwarzer Freitag für die Spielvereinigung: Die Partie gegen den TSV 1860 München in der Allianz-Arena ging mit 0:2 verloren. Noch viel gravierender ist: Torhüter Wolfgang Hesl verletzte sich bei einer tollkühnen Parade, die zum zweiten Tor führte, an der Hand und musste ausgewechselt werden.

Das Omen dieses bayerischen „Wiesn-Derbys“ war von Anfang an nicht gut. Von 16 Spielen während des Oktoberfestes haben die Löwen bisher acht gewonnen, sieben Mal unentschieden gespielt und nur eines verloren. Kleeblätter sind (natürlich) nicht abergläubisch, aber sie kamen mit dem System von Trainer Frank Kramer nicht gut ins Spiel. Das Team aus München spielte entgegen aller Unkenrufen und bisheriger Ergebnisse wie ausgewechselt. Erst seit einigen Tagen werden sie ja von Markus von Ahlen trainiert, und dieser Neuanfang tut der Mannschaft offenbar gut. Eine ganze Halbzeit lang liefen dann auch die Jungs der Spielvereinigung dem Ball und ihren Gegnern hinterher. Erschwerend kam dazu, dass 1860 schon in der 6. Minute das Führungstor durch Rafael Okotie erzielt hatte.
Nach der Pause war dann deutlich mehr Leben in der SpVgg. Allerdings führten einige ganz gute Kombinationen nicht zum Abschluss. Vielmehr sollte es in der 74. Minute nach einer Verkettung unglücklicher Umstände zum zweiten Tor kommen: Hatten während des Spiels schon Thomas Pledl und Guilherme eine schwache Abwehr geboten, ermöglichte ein weiterer schlimmer Abwehr-Patzer das 2:0 für die Löwen: Nach einem riskanten Hesl-Auswurf stand der noch an der Strafraumgrenze. Stephan Fürstner verlor vor dem Strafraum den Ball an Joker Rodri. Sanchez übernahm und setzte aus 25 Metern zu einem spektakulären Schuss an. Der Ball flog über Hesl hinweg und schlug bombensicher ins Fürther Tor ein.
Besonders bitter für die SpVgg war es, dass sich Keeper Hesl beim Zurücksetzen ins Tor (Foto) seine rechte Hand schmerzhaft verletzt hatte. Für ihn kam dann Ersatzmann Tom Mickel auf den Platz, der sein Liga-Debüt für die Kleeblätter feierte. Das ganze Team des Kleeblatts war sichtlich geschockt vom 0:2 und der Verletzung ihres Kapitäns, sie suchten aber in den letzten Minuten der Partie trotzdem den Weg nach vorne.  Röcker traf nach einer Ecke in der Nachspielzeit immerhin die Latte. Trotzdem: Das Spiel war verloren.
Am Tag der Kirchweih-Eröffnung, 3. Oktober, empfängt ab 18.30 Uhr die Spielvereingung den FC Erzgebirge Aue im Ronhof.

Nachtrag: Wolfgang Hesl soll einen Mittelhandbruch erlitten haben und wird vermutlich für die gesamte Hinrunde ausfallen.

Quo vadis, Kleeblatt?

Gestern Abend konnte ich leider nicht mit den anderen 15.500 Zuschauern in der Allianz-Arena dabei sein, als die Spielvereinigung ihr 15. Saisonspiel gegen den TSV 1860 München absolvierte. Ich war nämlich bei der Feier eines Freundes, der in einem Nürnberger Restaurant seinen runden Geburtstag feierte. „Quo vadis?“ heißt das Lokal – und das habe ich mich auch gefragt, als mein Tischnachbar auf seinem Smartphone das Endergebnis des Spieles googelte: 0:1 für die Löwen. „Quo vadis, Kleeblatt“, dachte ich mir, „wohin gehst du?“
Das Spiel war in den ersten 45 Minuten wohl von vielen Ballverlusten und Fehlpässen geprägt. Dann gab es nach der Pause Chancen auf beiden Seiten, die leider die Münchner in der 56. Minute durch das Tor von Dominik Stahl (Foto) verwandeln konnten. Gegen Ende der zweiten Halbzeit war auf der Online-Seite des Sportmagazins „Kicker“ zu lesen: „Der Schneefall in München nimmt zu. Gleichzeitig das spielerische Niveau leider wieder ab. Fürth rennt an, beißt sich aber an gut geordneten Löwen die Zähne aus.“ Am Ende feierten die Löwen den verdienten Heimsieg, die SpVgg verpasste die Tabellenführung.
Noch mal zu „Quo vadis?“. Der Sage nach begegnete der Apostel Petrus auf seiner Flucht aus Rom Christus und fragte ihn „Quo vadis, Domine?“ („Wohin gehst du, Herr?“) und erhielt zur Antwort „Venio Romam iterum crucifigi.“ („Nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen“). Daraufhin kehrte Petrus um, wurde in Rom gefangengenommen und gekreuzigt. Im Alltag wird die Phrase „quo vadis“ oft im Sinne von „Wohin soll das noch führen?” oder „Wie soll das weitergehen?” verwendet.
Das frage ich mich generell in  Bezug auf das Kleeblatt eigentlich nicht. Die Fürther sind gut in die Saison gestartet und werden bis zur Winterpause (hoffentlich) noch mal richtig aufdrehen. Gelegenheit dafür haben sie schon am kommenden Sonntag, 1. Dezember, wenn sie um 13.30 Uhr im Ronhof  Energie Cottbus empfangen. Der Tabellenletzte  ist auf jeden Fall zu knacken. Nicht, dass die Cottbusser nach dem Abpfiff Julius Caeser zitieren können: „Veni, vidi, vici“. („Ich kam, sah und siegte“).

Ein Lichtstreif am Fußball-Horizont!

Sie sind mit einem blauen Auge davongekommen und haben beim Angstgegner, dem Rekordmeister FC Bayern München, ihre Haut teuer verkauft. 0:2 hat die Spielvereinigung in der mit 71.000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena verloren.
Mit einer hochverdienten 1:0-Führung gingen die Bayern in die Halbzeitpause. Nach dem überfälligen, aber aus Sicht der Spielvereinigung vermeidbaren 1:0 hatten die Kleeblätter Riesenglück, nicht höher in Rückstand zu geraten zu sein.
Trainer Mike Büskens musste praktisch mit einer Notelf in München antreten: ohne Kapitän Mavraj (Gelb-Rot-Sperre), Schmidtgal (Patellasehnen-Probleme), Prib (Zerrung) sowie Neuzugang Djurdjic (Stirnhöhlenvereiterung). Das erste Tor fiel trotzdem erst in der 26. Minute durch Mario Mandzukic, die ca. 5000 aus Fürth angereisten Fans sahen bis dahin ein gute Abwehrleistung ihres Teams. Andererseits kamen sie in der ersten halben Stunde gerade vier Mal über die Mittellinie. Ein Facebook-Poster war pessimistsich: „Das wird nix – das Kleeblatt hat gerade mal 20 Prozent Ballbesitz.“ Naja, das sollte sich bis zum Schlusspfiff nicht wesentlich ändern. Obwohl das Kleeblatt (mal wieder) kämpfte und in der zweiten Halbzeit mit einigen Torschüssen gute Ansätze zeigte. Doch das zweite Tor des Gastgebers in der 61. Minute – wieder durch Mandzukic – ließ die leisen Hoffnungen auf ein Unentschieden wie eine Seifenblase platzen.
Fazit: Für Manuel Neuer ein ruhiger Tag mit viel Langeweile, 17 Eckbällen der Münchner  standen null (!) für die Spielvereinigung gegenüber. Das erste Tor war vermeidbar (Fehler bei Keeper Wolfgang Hesl). Die Kleeblätter zeigten eine ganz gute Defensive, schwächelten aber – wie so oft – in Richtung gegnerischen Strafraum. Aber die gute Aktion von Neuzugang Jung-Bin Park, der in der vorletzten Minute eingewechselt wurde, und das mutigere Auftreten der Fürther gegen Ende des Spiels zeigte Perspektiven auf.
Nächste Woche empfangen wir im Ronhof unseren Lieblingsgegner FSV Mainz 05. Lieblingsgegner deshalb, weil die Mainzer die einzige Mannschaft sind, wie wir in der Hinrunde besiegen konnten – auswärts! Da muss es zu Hause doch erst recht klappen, oder?

Fans von Kleeblatt und FCB demonstrieren gemeinsam

Das Spiel gegen den FC Bayern München in der Allianz-Arena beginnt morgen um 15.30 Uhr, aber schon vorher werden einige Kleebattfans in der Münchner Innenstadt anzutreffen sein: Anhänger der Spielvereinigung und des FC Bayern werden zu einem gemeinsamen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt antreten. Ihre Forderung: eine individuelle Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte. Schon im März 2012 – am Tag des Spieles gegen 1860 München in der Allianz-Arena – waren einige Mitglieder der hiesigen Fanszene zu Hause geblieben und hatten sich lieber in einer Fürther Demo für die Kennzeichnungspflicht stark gemacht (siehe Foto). Morgen möchte man nun gemeinsam mit Anhängern des FC Bayern ein deutliches Zeichen setzen.

Wer erinnert sich nicht an den 10. Februar 2010, als es beim DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem FCB und der SpVgg vor und in der Allianz-Arena zu Übergriffen eines Unterstützungskommandos (USK) auf Fürther Fans gekommen war? Wir haben damals auch in unserem Blog darüber berichtet. Bei winterlichem Wetter ohnehin schon spät im Stadion angekommen, mussten die Gästefans langwierige Kontrollen über sich ergehen lassen – teilweise auch als das Spiel schon angepfiffen war. Je nach Aussage der Beteiligten kam es dann während der Partie aus verschiedenen Gründen zu Auseinandersetzungen, bei denen Polizeibeamte, teils maskiert und unidentifizierbar, den Schlagstock schwangen und Pfefferspray sprühten.

Morgen Vormittag veranstalten die „Horidos“ und Fans des FCB gemeinsam mit der Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ um 10.30 Uhr auf dem Münchner Marienhof die Kundgebung. Dabei werden beide Fanlager ein satirisches Fußballspiel aufführen, das verdeutlichen soll, weshalb die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in ihren Augen wichtig ist. Anschließend startet ein Demonstrationszug vom Marienhof über den Marienplatz zum Sendlinger Tor. Auf dem Weg will man bei den Partei-Büros von FDP, SPD und den Grünen einen offenen Brief einwerfen. Er soll die Parteien an ihre Versprechen erinnern, die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in Bayern möglichst bald durchzusetzen.

 

Ohne Rachid im gemeinsamen Stadion?

Auch Greuther-Weiber haben ein Recht auf Freizeit und Urlaub – und das habe ich über Pfingsten auch in Anspruch genommen. Vier Tage Kanu- und Radfahren im Spreewald bei herrlichem Wetter. Super!
Aber kaum verlässt man Fürth, schon überschlagen sich hier die Ereignisse. Die Hiobs-Botschaft gestern nach meiner Rückkehr: Rachid Azzouzi verlässt das Kleeblatt und geht nach Hamburg. Zwar ist der FC St. Pauli ein Verein, mit dem viele Fürther Fans eher enge freundschaftliche Bande geknüpft haben. Trotzdem ist es für die Mannschaft und den Verein sicher keine positive Meldung, wenn der langjährige Manager die Spielvereinigung verlässt. Und das jetzt beim Aufstieg in die Bundesliga. Wir wünschen Rachid Azzouzi auf jeden Fall viel Erfolg und ein gutes Eingewöhnen im hohen Norden.

Aus Fürther Sicht interessant ist außerdem – auch im „Pfingstferien-Loch“ – die Wochenfrage der „Nürnberger Zeitung“. Dort wird dem sportinteressierten Leser die Gretchen-Frage gestellt: “ Gemeinsames Stadion für Club und Kleeblatt?“. Ich persönlich bin bei solchen Vorschlägen immer erst mal skeptisch. Aus finanzieller Sicht gäbe es für ein gemeinsames Stadion – wie es mit der Allianz Arena in München ja für den FC Bayern und 1860 München existiert – sicher einige stichhaltige Argumente.  Aber Fußball hat eben auch viel mit Emotionen zu tun. Und in der Beziehung ist eine „Greuther-Club-Arena“ oder ein  „Trolli-easyCredit-Stadion“ nur schwer vorstellbar. Oder was meint Ihr?

Das Kleeblatt ist voll erblüht

Endlich! Beim Kleeblatt scheint es kein Halten mehr zu geben. In den letzten Wochen hatte es sich ja schon angedeutet, und nun ist mit dem Frühling offenbar auch die Mannschaft zu voller Form aufgeblüht. Kein Zögern, kein ängstliches Schielen auf bisherige Spiele beim Erzrivalen TSV 1860 München. Statt dessen selbstbewusstes und befreites Aufspielen in der Münchner Allianz Arena, in der zeitweise mehr von den 4000 mitgereisten Fürther Fans zu hören war als von den Anhängern der 1860er. So macht Fußball Spaß! Und das könnte bereits ein Vorgeschmack auf die nächste Saison gewesen sein, denn wenn das Kleeblatt so weitermacht, kann es keiner mehr am Aufstieg in die 1. Bundesliga hindern.

Vor allem die erste Hälfte der Partie war unglaublich temporeich und spannend. Die fast 30 000 Besucher in der Allianz Arena bekamen etwas geboten für ihr Geld. Die Fürther begannen druckvoll mit dem raschen 1:0 durch Olivier Occean (14. Minute). Der ärgerliche 1:1-Ausgleich nach einem von Max Grün verursachten Foulelfmeter war schon bald wieder vergessen, als Stephan Fürstner zum 2:1 (27.) einlochte. Das Kleeblatt konnte auch eine kurze Phase, in der die „Sechzger“ kamen und Fürth ein paarmal in Bedrängnis brachten, wieder zu seinen Gunsten drehen.

Nach dem Seitenwechsel waren die Münchner Löwen geistig wohl noch in der Kabine, als Olivier Oceean bereits in der 46. Minute für eine blitzartige Überraschung und das 3:1 sorgte. So schnell kann es gehen, der TSV 1860 hatte nur noch das Nachsehen. Und auch in der restlichen zweiten Halbzeit gab es für die Löwen nichts zu lachen. Felix Klaus baute weiter zum 4:1 aus (52.), und es hätte auch noch locker 5:1 heißen können. Durch den für Stürmer Nöthe eingewechselten Pekovic (72.) signalisierte Trainer Mike Büskens, dass seine Mannschaft nun etwas herunterschalten und defensiver spielen würde. Die „Sechzger“ hatten noch einmal eine Chance, aber gefährlich werden konnten sie dem Kleeblatt zu keiner Minute. Das machte Druck bis zum Schluss, überzeugte durch Spielfreude und Willensstärke.

Ja, so darf es bleiben! Wenn die Mannschaft mit dieser Einstellung am Dienstag im Ronhof loslegt, dann macht sie es im Halbfinale des DFB-Pokals dem amtierenden Deutschen Meister und Erstplatzierten der 1. Bundesliga, Borussia Dortmund, zumindest nicht leicht. Dann kann selbst dieses Spiel eines „auf Augenhöhe“ werden, wie es so schön heißt!

 

 

Erst mal zu den 1860ern nach München

Das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund rückt unaufhaltsam näher. Am kommenden Dienstag, 20. März, ist um 20.30 Uhr Anpfiff in der Trolli ARENA. Für die Kleeblätter ist dies ohne Übertreibung das wichtigste Spiel in der jüngeren Vereinsgeschichte. Gegen den amtierenden Deutschen Meister zu Hause im Ronhof vor vollem Haus zu spielen, das ist für Spieler, Verantwortliche und vor allem die Fürther Fans etwas ganz Besonderes.

Doch zuvor gilt es, noch eine andere Hürde zu überwinden. Am Samstag, 17. März, tritt das Kleeblatt um 13 Uhr in der Allianz Arena gegen den Tabellensechsten, den TSV 1860 München, an. Wir erinnern uns noch amüsiert an den Auftritt der Münchner in der Hinrunde Ende September. Bei den Greuther-Weibern habe ich ja darüber geschrieben, wie sie mit typisch Münchner Arroganz durch die Fürther Innenstadt gelaufen sind. Und dann zwei Stunden später – nach dem 2:0 der Spielvereinigung (das Foto zeigt den Jubel nach dem Tor zum 2:0 durch Bernd Nehrig) – wie die geprügelten Hunde zurück in die Landeshauptstadt schlichen.

Am Samstag muss jetzt das Kleeblatt gen Süden und dort seinen mageren Punktevorsprung möglichst ausbauen: Spitzenreiter Fürth liegt nur einen Punkt vor der Frankfurter Eintracht, zwei Punkte vor Fortuna Düsseldorf und drei Zähler vor St. Pauli und dem SC Paderborn. Bei jedem unentschiedenen oder – noch schlimmer – verlorenen Spiel werden die Karten neu gemischt, nur einmal Schwächeln, und das Kleeblatt findet sich ganz schnell auf Tabellenplatz fünf.

Deshalb: Gar nicht groß an das DFB-Pokalspiel denken, sondern ganz auf den Samstag und die 60er konzentrieren. Die müssen besiegt werden, und dann ist die mentale Einstellung und die Stimmung für den nächsten Dienstag topp!

Ach du Schre(ö)ck!

Die schlimmsten Befürchtungen sind jetzt Realität: Stephan Schröck hat sich in der Begegnung gegen Alemannia Aachen doch ernsthaft verletzt. Der SpVgg-Profi erlitt eine Zerrung des inneren Kniescheiben-Bandes. Das ergaben Untersuchungen an diesem Wochenende. Der 25-Jährige wird damit  – nach Angaben von Kleeblatt-Mannschaftsarzt Dr. Harald Hauer auf der Vereins-Homepage – bis auf Weiteres ausfallen.
Das ist für das Kleeblatt eine neue Hiobsbotschaft. Schon vor einer Woche hatte ja Hoffnungsträger Gerald Asamoah Pech. Der Kleeblatt-Stürmer hatte sich beim 2:0-Erfolg in Duisburg eine Verletzung am rechten Oberschenkel zugezogen. Anschließende Untersuchungen ergaben die Diagnose: Muskelfaser-Riss. Es droht eine Ausfallzeit von mindestens zwei bis drei Wochen. Wegen einer ähnlichen Verletzung beim Testspiel gegen Austria Wien musste der Deutsch-Ghanaer schon im Trainingslager in der Türkei pausieren.
Damit muss Trainer Mike Büskens im nächsten Spiel gegen 1860 München (Samstag, 17. März, 13 Uhr in der Allianz Arena) auf zwei wichtige Spieler verzichten. Und ob Asamoah beim DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund am 20. März wieder fit ist? Das steht in den Sternen.
Auf jeden Fall keine schöne Situation für den Verein. Und heute hat auch noch Verfolger Eintracht Frankfurt einen 5:1-Sieg gegen den Tabellenletzten Hansa Rostock eingefahren und liegt jetzt wieder nur einen mickrigen Punkt hinter der Spielvereinigung auf Tabellenplatz zwei. Es ist wie verhext!

Das Kleeblatt boomt!

Bayern München wird einem ja oft als der deutsche Fußballverein schlechthin dargestellt. Da ist angeblich alles Gold, was glänzt. So auch in Sachen Dauerkarten-Verkauf. Schon vor einigen Tagen wurde publik, dass knapp vier Wochen vor dem Bundesliga-Start bereits 12 von 17 Heimspielen in der Allianz Arena ausverkauft und insbesondere auch alle Dauerkarten vergriffen sind. Bei 38 000 Saisontickets wurde, genauso wie im letzten Jahr, der Verkauf gestoppt. Wer sich bislang nicht um Karten für die neue Saison gekümmert hat, kann sich die Topspiele gegen Meister Dortmund oder Bayer Leverkusen abschminken. Weiterhin sind alle bayerischen Derbys  – wie das gegen den Club oder den FC Augsburg – ausverkauft!
Und auch die Spielvereinigung vermeldet heute eine Rekordzahl an verkauften Dauerkarten für die Saison 2011/12: Rund 3500 Jahrestickets gingen bereits vor dem Auftaktspiel gegen Eintracht Frankfurt über die Ladentheken. Und die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen. O-Ton des für den Kartenverkauf Verantwortlichen beim Kleeblatt, Andreas Stahl:

„Bei uns liegen etliche Vorbestellungen für Dauerkarten, die wir in der letzten Woche gar nicht mehr erfüllen konnten, weil die Plätze in der Trolli ARENA durch Tageskarten für das Frankfurt-Spiel blockiert waren. Jetzt sind die Plätze aber wieder frei und wir können die gewünschten Dauerkarten ausstellen.“

Aus diesem Grund hat sich die SpVgg entschlossen, den Dauerkartenverkauf um weitere zwei Wochen zu verlängern. Bis zum Samstag, 30. Juli, können sich alle Spätentschlossenen im Fanshop „Greuther Teeladen“ oder im Fanshop bei Franken Ticket am Kohlenmarkt noch eine Saisonkarte sichern.
Die große Publikumsresonanz klingt vielversprechend für die nächsten Monate. Die Begeisterung der Fürther Fans scheint ungebrochen zu sein. Ungeachtet des glücklos endenden ersten Spiels gegen die Frankfurter Eintracht. Und wenn das weiß-grüne Team so weiterspielt, wie es am vergangenen Freitag in der ersten Halbzeit begonnen hat, dann hoffen wir das Beste!