Wie verhext: Kleeblatt macht schlapp!

Zu früh gefreut! Nach der stabilen Leistung der Spielvereinigung in den letzten Wochen schien die Chance auf den lange ersehnten Aufstieg in die Bundesliga zum Greifen nah. Und dann kam heute das Spiel gegen den – vermeintlich – schwächeren Gegner 1860 München. Was wurde da im Vorfeld nicht alles geschrieben, von einer Münchner Mannschaft, die ihren Kopf weniger auf dem Spielfeld hat als bei der finanziellen Situation des Vereins (denn es ist ja immer noch nicht geklärt, ob ein Investor einsteigt). Und von ach so beherzt aufspielenden Kleeblättern, die es endlich, endlich mal schaffen. Und dann hatten es die anderen, sprich: Bochum und Aue, auch noch verbockt und dem Kleeblatt eine Steilvorlage geliefert. Die Fürther Fans – wir Greutherweiber natürlich auch – witterten schon Morgenluft. „Wir können Historisches schaffen“, orakelte Trainer Mike Büskens im Vorfeld.

Aber nein, die Spielvereinigung hat das Match gegen 1860 München in der Allianz-Arena vor über 21 000 Zuschauern mit 3:0 verloren. Der Sündenbock ist für mich vor allem Mergim Mavraj, dem ein Foulelfmeter zu verdanken ist. Und der dann nach erneutem Foul in der 69.Minute auch noch die gelb-rote Karte sah. Insgesamt schafften es die Kleeblätter nicht, Chancen umzusetzen.
Die Kleeblätter liegen drei Spieltage vor Saisonende zwei Punkte hinter dem Tabellendritten, dem VfL Bochum. Ob sie die letzten Spiele gegen Absteiger Arminia Bielefeld, Oberhausen und Düsseldorf nervlich und spielerisch durchhalten, wird man sehen. Der Weg zum Relegationsplatz – er wird noch ein harter sein!

Genugtuung für die Kleeblatt-Fans

Mit Wut und einem ganz faden Beigeschmack denken viele Fans der SpVgg an das Pokalspiel gegen den FC Bayern München in der Münchner Allianz Arena im Februar dieses Jahres zurück. Auch wir „Greuther-Weiber“ haben damals noch während des Spiels mit Freunden im Stadion telefoniert, die vom unverständlich schroffen Verhalten der Münchner Polizei berichteten. In zwei Blogbeiträgen schrieben wir dann über die 6:2-Niederlage der Kleeblätter, vor allem aber auch über die Vorkommnisse in und um die Allianz-Arena . Jetzt hat der Einsatz von USK-Beamten erste Konsequenzen: Weil der Verdacht auf „Körperverletzung im Amt“ besteht, wurden vier Beamte versetzt und Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet.

pokalTausende Fürther Fans waren zum Pokal-Viertelfinalspiel ihrer SpVgg  nach München gefahren und erlebten ihr blaues Wunder. Viele erreichten erst lange nach Anpfiff ihre Plätze, andere mussten sich den harschen Ton sowie brutales Verhalten anwesender Ordnungshüter gefallen lassen. Bei der Münchner Polizei war man sich zunächst keiner Schuld bewusst. In einer Pressemitteilung nach der Partie hieß es: Drei Busse „mit stark alkoholisierten und aggressiven Fürther Ultra-Fans“ seien erst nach Spielbeginn in München angekommen. Schon am Nordeingang des Stadions seien sie „ohne erkennbaren Grund mit massiver körperlicher Gewalt“ auf Polizisten losgegangen.

In einem Kommentar zu unserem Blog meinte damals „Münchner Freiheit“:

Na so schlimm wirds ja wohl nicht gewesen sein. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Und wenn die Polizei eingreifen mußte, dann hattte das schon seinen Grund.

In den zurückliegenden neun Monaten hat nun die Münchner Kripo ermittelt, zahlreiche Fürther Fans vernommen und Videomaterial gesichtet. Das vorläufige Ergebnis: Gegen drei Beamte vom USK, darunter ein Zugführer, und einen Polizisten einer Einsatzhundertschaft besteht „Verdacht auf Körperverletzung im Amt“. Alle vier wurden in andere Dienststellen versetzt, bei zwei von ihnen seien allerdings ohnehin entsprechende Veränderungen angestanden. „Die Maßnahmen sind keine Vorverurteilungen und dienen insbesondere auch dem Schutz der Kollegen“, so der Münchner Polizeivizepräsident Robert Kopp.

Ob die Beamten weitere Konsequenzen fürchten müssen, wird sich erst noch zeigen. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Interessant ist der Vorschlag des Fürther SPD-Landtagsabgeordneten Horst Arnold, der fordert, dass USK-Beamte künftig Nummern an ihrer Uniform tragen müssen, um besser identifizierbar zu sein. Keine schlechte Idee, denn sonst hat man bei den oft vermummten Polizisten mit Helm fast keine Chance, jemanden später wiederzuerkennen.

Mein Fürther Herz schlägt für ManU!

Die Wiege des europäischen Fußballs liegt zweifelsohne in England. Und ich kann mich für britischen Fußball begeistern. Dabei erinnere ich mich an das Endspiel in der Champions League im Mai 2006, als Arsenal London gegen FC Barcelona auflief. PentreIch verbrachte gerade meinen Urlaub in der Grafschaft Ceredigion und fieberte den ganzen Tag dem Abend entgegen, um das Spiel im nahegelegenen Pub „The Pentre Arms“ am Hafen eines kleinen walisischen Fischerortes zu sehen. Ich bestellte mein Guinness und fand einen guten Platz, um den überdimensionalen Bildschirm optimal im Blick zu haben. Mein (damaliger!) Lieblings-Torkeeper Jens Lehmann stand im Tor von Arsenal. Bei jeder guten Parade von ihm blickte ich stolz in die rein britische Fußballgemeinde um mich herum. „Seht mal, dieser Spitzen-Torwart kommt aus dem gleichen Land wie ich“, hätte ich am liebsten jedem erzählt. Doch meine Begeisterung bekam bald einen bösen Dämpfer: In der 18. Minute wurde der deutsche Nationaltorwart Lehmann nach einer Notbremse gegen Eto’o vom Platz gestellt. Aus der Traum! Barca gewann das Spiel dann übrigens mit 2:1.
Auch am Mittwoch, 7. April, ab 20.45 Uhr wird mein Herz wieder für einen englischen Verein schlagen. MANUManchester United spielt zu Hause gegen Bayern München – das Champions-League-Viertelfinale zieht alle in seinen Bann. Nach dem dramatischen 2:1-Erfolg im Hinspiel in München darf der deutsche Rekordmeister vom ersten Halbfinaleinzug seit dem Titelgewinn 2001 träumen. Sogar ein Unentschieden würde den Bayern reichen, um das Halbfinale zu erreichen.

Ich bin als treuer Fürther Fan nicht nur wegen meiner Vorliebe für englische Mannschaften für einen (hohen) Sieg von ManU. Denn wir Fürther haben mit dem deutschen Superverein noch eine Rechnung offen. Nur mit Wut im Bauch erinnere ich mich an das DFB-Pokalspiel zwischen den Bayern und der SpVgg Greuther Fürth im Februar in der Allianz-Arena. Da ging so manches nicht mit rechten Dingen zu, nach einer tollen ersten Halbzeit gingen die Kleeblätter noch unter und verloren dann mit 2:6. Und über die Vorkommnisse vor dem Stadion möchte ich hier und jetzt keine weiteren Worte verlieren.
Bei Manchester ist Wayne Rooney angeschlagen – aber er soll vermutlich am Mittwoch zumindest auf der Ersatzbank sitzen. Ob Robben und van Buyten bei den Münchnern mit von der Partei sein werden, wird sich auch noch zeigen. Ich drücke Manchester morgen beide Daumen. Und hoffe, dass die Bayern wie die begossenen Pudel den Heimweg nach München antreten müssen. Ihr auch ?

Offener Brief an alle Fußballfans

Fußball ist ja – angeblich – die schönste Nebensache der Welt. Was ist eigentlich die schönste Hauptsache? Egal…
Umso mehr erschüttern Meldungen, dass sich Ausschreitungen vor, während und nach Spielen in den Stadien häufen. Ich denke hier zum Beispiel an die – nach wie vor nicht aufgeklärten – Vorkommnisse beim DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Bayern und der Spielvereinigung vor der Münchner Allianz-Arena, die Exzesse beim „Ostduell“ zwischen Hansa Rostock und Union Berlin (übrigens der nächste Gegner der Kleeblätter am Freitag, 12. März, im Playmobil-Stadion). Und ich erwähne weiter das zunehmend gewalttätige Verhalten einiger Club-Fans in vergangener Zeit. Die Entwicklung in so mancher Fankurve entwickelt sich problematisch.
Das haben die Fanbeauftragten der Lizenzvereine zum Anlass genommen, sich am vergangenen Montag zusammenzusetzen. Ergebnis dieses Treffens im Stadioncenter des VfL Bochum 1848 ist ein offener Brief an alle Fußballfans, den wir hier in unserem Blog in voller Länge bringen möchten.
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Juristisches Nachspiel?

Aus aktuellem Anlass muss ich mich an dieser Stelle mal wieder über die Bayern auslassen. Da hatte ich mich gestern Abend schon extra gegen das Champions-League-Spiel des FCB gegen Florenz und stattdessen für die Olympia-Übertragung  entschieden. Und dann zappe ich ausgerechnet in der Minute auf Sat.1, als Klose – meilenweit im Abseits stehend – die Münchner  zum 2:1 köpft.  Kann mir mal jemand sagen, weshalb die Bayern immer so ein unverschämtes Glück haben? Aber das nur am Rande.

Eigentlich soll es an dieser Stelle nochmal um die Pokalpartie der Fürther gegen den FCB gehen. Genauer gesagt, um das von vielen Seiten heftig kritisierte Vorgehen der Münchner USK-Kräfte gegen Fürther Fans. Die Vorkommnisse werden jetzt wohl ein juristisches Nachspiel haben.

Der Landtagsabgeordnete Horst Arnold, der selbst als langjähriger Stadion-Staatsanwalt in Nürnberg und Fürth tätig war, hat bei der Münchner Generalstaatsanwaltschaft gestern Anzeige gegen Unbekannt erstattet.  Als „sehr fragwürdig“ bezeichnet er das Vorgehen der Polizeikräfte und sieht in der Anzeige „die einzige Möglichkeit, die Vorwürfe und Anschuldigungen in der Öffentlichkeit befriedigend auszuräumen“. Außerdem hat seine Landtagskollegin Petra Guttenberger einen Brief an den Innenminister geschrieben, in dem sie ebenfalls um Aufklärung bittet. Meiner Meinung nach ein absolut richtiges Vorgehen, das verhindert, dass die ganze Sache schnell wieder in der Versenkung verschwindet.

Polizei-Willkür gegen Kleeblatt-Fans?

Fürther und Wahl-Fürther zeichnet ihre Weltoffenheit und Souveränität aus. Das war schon immer so, und auch gestern Abend konnten wir das wieder unter Beweis stellen: Im DFB-Pokal traf die Spielvereinigung im Viertelfinale auf den FC Bayern München. In einer tollen ersten Halbzeit faszinierten die Kleeblätter mit frechem Auftreten vor 50 000 Zuschauern, mit ihrer Courage und ihrem spielerischen Können.

So weit, so gut. Das mit 2:6 verlorene Spiel haben Mannschaft und Fans heute abgehakt, alle denken schon weiter, an die nächste Begegnung am 14. Februar gegen 1860 München (!) im Playmobil-Stadion. Da erreicht uns heute Abend – per Pressemeldung der Spielvereinigung – die Nachricht, was sich gestern Abend vor den Toren der Allianz-Arena abgespielt hat.

Während und nach dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel beim FC Bayern München ist es am Mittwochabend zu Auseinandersetzungen zwischen den eingesetzten Ordnungskräften der Polizei und Fürther Anhängern gekommen.
Aufgrund der Witterungsverhältnisse mit starkem Schneefall und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen waren einige Omnibusse aus Fürth, aber auch viele privat anreisende Zuschauer – Anhänger beider Mannschaften – nicht rechtzeitig zum Anstoß im Stadion. Mitarbeiter der SpVgg hatten davon Kenntnis und nahmen Kontakt mit dem Verantwortlichen des DFB, des FC Bayern München und der Polizei vor Ort auf, um möglicherweise eine Verschiebung des Anstoßzeitpunktes zu besprechen. Mit dem Hinweis, dass aufgrund der massiven Verkehrsprobleme eine Verschiebung der Anstoßzeit um wenige Minuten keine Besserung der Verhältnisse bringe, wurde das Anliegen der SpVgg verworfen.

Im Verlauf der ersten Halbzeit kamen dann Busse am Stadionparkplatz an. Die Fürther Zuschauer, die nach Darstellung der Münchener Polizei „stark alkoholisierte und aggressive Ultra-Fans“ gewesen sein sollen, eilten dann in Richtung des Eingangs Nord der Münchener Arena. Wie die Polizei weiter mitteilt, sollen etwa 150 Fans ohne erkennbaren Grund die eingesetzten Polizeikräfte in diesem Bereich angegriffen haben. Verantwortliche der SpVgg waren ebenfalls vor Ort und berichten, dass eine große Gruppe Fürther Fans, die bereits eine Personenkontrolle hinter sich gebracht hatten, es eilig hatte, in die Zuschauerblöcke zu kommen. Es sollten aber nochmals Karten-Kontrollen durchgeführt werden, was eine weitere Verzögerung beim Besuch des Spiels nach sich gezogen hätte. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten, denen die Münchener Polizei teilweise mit unangemessener Härte und dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray entgegnete. Auch im weiteren Verlauf der Begegnung und insbesondere nach Abpfiff des Spiels kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. „Aus Sicht der SpVgg ist die Polizei in der Münchener Arena mit unverhältnismäßigen Mitteln gegen Fürther Zuschauer vorgegangen. Dabei haben die Beamten nach Aussage von Augenzeugen auch Gewalt gegen unbeteiligte Besucher, ältere Menschen und Familien mit Kindern angewendet. Das ist nicht in Ordnung und entspricht nicht unserem Verständnis von fairem Umgang miteinander“, so Holger Schwiewagner, Mitglied der Geschäftsleitung der SpVgg Greuther Fürth. Auch Vereinsvertreter wie der Sicherheitsbeauftragte und der Fan-Koordinator, die über mehrere Stunden hinweg versuchten, deeskalierend einzuwirken, wurden nach dem Spiel von Beamten des Münchener Unterstützungskommandos (USK) verbal und handgreiflich angegangen. Holger Schwiewagner weiter: „Auch die Polizei ist verpflichtet, mit dem nötigen Respekt und Fingerspitzengefühl mit Besuchern von Fußballspielen umzugehen. Wir wollen möglicherweise aggressives Verhalten von so genannten Fans nicht entschuldigen oder diese Personen in Schutz nehmen. Aber hier scheint eine Grenze überschritten worden zu sein. Bei den Heimspielen in Fürth pflegen wir einen sachlichen und professionellen Dialog zwischen Fans und der Polizei, was zu einem entspannten und friedlichen Umgang miteinander führt. Dies gilt nicht nur für den Stadionbereich sondern beispielsweise auch für die Verkehrssicherung auf den Zufahrtswegen.“
Der überharte Einsatz der Polizei beim Spiel in der Münchener Arena machte auch die ärztliche Versorgung zahlreicher Fürther Zuschauer erforderlich. Die SpVgg Greuther Fürth wird zudem versuchen, im Austausch mit der Einsatzleitung der Münchener Polizei sowie dem FC Bayern München eine Einschätzung zu bekommen, wie es zu der Eskalation kommen konnte.

Um Himmels Willen, was ist da passiert? Von unserem Freund, der uns per Telefon in der Halbzeitpause und nach dem Abpfiff Eindrücke vom Spiel und von Begebenheiten drumherum berichtet hat, hatten wir schon erfahren, dass es aufgrund des Schneefalls und des schlechten Wetters zu kilometerlangen Staus vor dem Stadion in Fröttmaning kam. Er selbst erreichte erst zehn Minuten nach Spielbeginn das Stadion – da waren schon die ersten beiden Tore gefallen. Und auch der Fürther OB Thomas Jung – so war heute zu lesen – verpasste wegen der Verkehrssituation den Anfang des Pokalspiels.

Was tatsächlich vorgefallen ist, wird sich – hoffentlich – in den nächsten Tagen aufklären. Verein und Verantwortliche des Weltvereins Bayern München sind immer stolz auf ihre „Mir san mir“-Philosophie. Vielleicht sollte man versuchen, auch Besucher aus Fürth bei einem Pokalspiel als Gäste der Allianz-Arena zu behandeln? Sonst bleibt nach dem Spiel bei vielen ein ganz übler Nachgeschmack.

6:2, trotzdem können wir stolz sein!

20100209_fcb_spvgg_0008Tja, es war ein Schützenfest in München – wenn auch für die falsche Mannschaft! 6:2 für den FC Bayern, das hätte nicht sein müssen. Denn die Fürther haben eine Leistung gebracht, mit der im Vorfeld kaum jemand gerechnet hätte. Wir Greuther-Weiber natürlich schon, aber die sogenannten Fachleute halt nicht.

Auch unser NZ-Sportchef Harald Büttner hat sich mit seiner Voraussage etwas vertan: Die Münchner würden kurzen Prozess machen, bis zur Pause würde es schon 3:0 oder höher für die Bayern stehen. Naja… Im Endeffekt hat Harald zwar Recht behalten mit der Höhe des Ergebnisses, aber von wegen „kurzer Prozess“!

Fragen wir einen anderen Fachmann: NZ-Sportredakteur Florian Pöhlmann, der das Spiel in München verfolgt hat. „60 Minuten hat Fürth eine exzellente Leistung gebracht“, sagt er, „das Kleeblatt hat den deutschen Rekordmeister eindeutig in Verlegenheit gebracht!“ Aber um so ein Spiel zu gewinnen, brauche man drei Dinge, meint Florian:  1) Man hätte schon am Ende der ersten Hälfte mindestens 3:1 führen müssen. 2) „Du brauchst Glück“ – und das war den Franken ja nun wirklich nicht beschieden. 3) „Du brauchst einen Schiedsrichter, der eine gute Leistung bringt. So einen Elfmeter darf man nicht pfeifen. Überhaupt hat der Schiedsrichter dauernd gegen Fürth gepfiffen!“ Die Fürther Fans, so hat es Florian im Stadion beobachtet, haben trotzdem zu ihrer Mannschaft gehalten und denn auch in Sprechchören gerufen: „Wir sind  stolz auf euch!“

Dem kann man als Greuther-Weib eigentlich gar nichts mehr hinzufügen. Aber wir haben noch einen Kleeblatt-Anhänger angerufen, der in der Allianz-Arena mit dabei war, einen Freund von uns, der ebenfalls ein treuer Fan ist. Wie schätzt er das Spiel ein? Eine halbe Stunde lang habe das Kleeblatt von der Sensation geträumt, erzählt er am Telefon. München habe die Sache anfangs zu leicht genommen und sei überrascht gewesen, dass die SpVgg Greuther Fürth so gut spielt. Aber nach der Pause kam es unserem Freund vor, als würden die Bayern den Turbo durchstarten!

Da habe der FC Bayern dann auch seine Arroganz mal wieder voll raushängen lassen. Bei Ribérys Tor wurde im Stadion „Oh, Champs Elysées“ eingespielt, später dann „Das Leb´n is a Traum“ von der „Münchner Freiheit“. Wir meinen: Da hätten sie doch in der ersten Hälfte „Schau hie, dou liecht a douder Fiesch im Wasser, den mach´mer hie!“ einspielen können. Doch das kennt der Bayer entweder nicht, oder er will es nicht kennen.

Damit die Leser aber sehen, dass unser Mann in München das Spiel fair beobachtet hat – das kann ein Fürther Fan eben -, möchten wir auch seine nüchterne Einschätzung der zweiten Hälfte nicht verschweigen: Das Kleeblatt sei zum Schluss hin konditionell überfordert gewesen und habe nur noch stereotype Kombinationen zusammengebracht. München dagegen setzte seine Torchancen eben eiskalt um.

Am Ende bleibt nur das traurige Resumee: Ohne diesen Schiedsrichter wäre die Sache möglicherweise anders ausgegangen. Denn die Stimmung kippte nach dem ungerechtfertigten Elfmeter sichtlich zugunsten der Bayern um. Die hatten so viel Dusel wie immer: Wenn sie nicht in allerletzter Minute oder in der Nachspielzeit den Sieg machen, dann verhilft ihnen der „Unparteiische“ dazu.

Euer Tipp für das Pokalspiel München gegen Fürth?

Bekanntlich findet heute ab 19 Uhr das Topspiel im DFB-Pokal FC Bayern München gegen die Spielvereinigung in der Allianz-Arena statt.

Ich hoffe, denke, glaube, bin davon überzeugt, dass die Kleeblätter gewinnen. Mein Tipp ist: Fürth gewinnt 3:2. Was meint Ihr?

Geht ein Ruck durch Fürth?

Bestimmte Sportereignisse werfen immer ihre Schatten voraus, und oft werden große Hoffnungen in das gesetzt, was nach einem Sieg alles geschehen könnte. Das ist so bei Olympischen Spielen, bei Weltmeisterschaften, beim Super-Bowl – und auch beim heutigen DFB-Pokal-Viertelfinale, bei dem die Spielvereinigung auf den FC Bayern München trifft.

Begegnet man beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt und in Geschäften Fürthern – die müssen gar nicht so eingefleischte Fußball-Fans sein -, dreht sich seit ein paar Tagen alles um das „Spiel des Jahrhunderts“. Wenn die Kleeblätter gewinnen – was viele, auch der Vizepräsident des Vereins, Edgar Burkart, für gar nicht so unmöglich halten -, dann könnte „ein Ruck durch die Stadt“ gehen. Diese Formulierung haben wir doch schon mal gehört? Richtig: Im April 1997 hielt der damalige Bundespräsident Roman Herzog in Berlin seine vielbeachtete „Ruck-Rede“. Er trat dafür ein, dass ein Ruck durch Deutschland gehen müsse, um die „verkrusteten Strukturen“ zu überwinden.YouTube Preview Image

So ähnlich könnte es nach einem Sieg der Kleeblätter gegen den haushohen Favoriten FC Bayern München passieren. Der Verein und die Stadt wären ab heute Abend in aller Munde, der Underdog hätte sich gegen das übermächtige Weltteam durchgesetzt, und die Sensation wäre perfekt. Fürth wäre wieder wer, wirtschaftliche und soziale Probleme würden – zumindest für eine gewisse Zeit – in unseren Köpfen in den Hintergrund treten.

Deshalb hoffen all jene, die es nicht für ausgeschlossen halten, dass die Spielvereinigung sich in der Allianz-Arena wacker schlägt, dass sich das Kleeblatt-Team die Worte ihres Trainers Mike Büskens zu Herzen nimmt:

„Meine Mannschaft hat nichts zu verlieren. Wir müssen couragiert auftreten, das Herz in die Hand nehmen und die kleine Chance, die sich bietet, nutzen.“

Also: ab in den Hexenkessel nach München, zeigt den Bayern, dass eine Sensation wieder möglich ist. Und uns wäre nichts lieber, als dass ein Ruck durch Fürth ginge!

Gesponsertes Vorglühen in den Fanbussen?

Ich habe heute Vormittag hin und her überlegt, ob mein heutiges Blogthema vielleicht etwas an den Haaren herbeigezogen ist. Ich meine: nein. Deshalb habe ich mich jetzt doch entschieden, darüber zu schreiben.

Auf der Webseite der Spielvereinigung ist folgendes zu lesen:

Tucher Bräu, Exklusivpartner der SpVgg, hat sich für das Pokalspiel beim FC Bayern München etwas Besonderes für die Kleeblatt-Fans einfallen lassen: Für jeden Fanbus, der das Kleeblatt am kommenden Mittwoch in die Landeshauptstadt begleitet, stellt Tucher zwei CoolKegs (ein 10-Liter-Fass, das Bier auf Knopfdruck in zirka 45 Minuten von selbst auf erfrischende Trinktemperatur kühlt und sie bis zu 12 Stunden lang konstant hält, Anmerk. d.V.) zur Verfügung. „Für uns als langjähriger Partner der SpVgg ist es selbstverständlich, dass wir unseren Teil zu einem gelungenen Fußballtag für die Kleeblatt-Fans beitragen“, so Nikolas Zitzelsberger von der Fürther Traditionsbrauerei.

Jeder Fanklub und jede Gruppe, die einen oder mehrere Busse organisiert, erhält die Gutscheine für die CoolKegs in der Geschäftstelle der SpVgg gegen Vorlage der Busrechnung. Die CoolKegs sind dann bei der Tucher Bräu, Tucherstraße 10, am Montag, 8. Februar, sowie am Dienstag, 9. Februar, gegen Zahlung von 50 Euro Pfand pro Fass abzuholen.

Huups, denke ich mir. Wird hier schon für die Hinfahrt zum DFB-Pokalspiel in München jedem Mitfahrer im Fanbus die Möglichkeit geboten,  mal so richtig „vorzuglühen“? Dass vor, bei und nach Spielen in Fußballstadien nicht nur Milch oder Wasser getrunken wird, sondern durchaus Alkoholisches,  ist ja hinlänglich bekannt. Aber dass man am Mittwoch als Kleeblatt-Fan quasi der Verführung kaum erliegen kann, „wohlbeschwingt“ die Allianz-Arena in München zu erreichen, das geht mir denn doch zu weit. Nicht falsch verstehen: Ich will nicht päpstlicher sein als der Papst – das wäre für ein Greuther-Weib aus verschiedenen Gründen auch schwierig -, aber mir wären eben Tüten mit Trolli-Gummibonbons im Fanbus viel sympathischer!