Die Roten Teufel holten sich die Punkte

FC Kaiserslautern - SpVgg Greuther FürthAuch wenn der berechtigte Elfmeter in der 84. Minute der Spielvereinigung gegeben worden wäre – ich befürchte, das Kleeblatt hätte das Ruder nicht mehr herumreißen können.
In einer kurzweiligen Partie verlor die SpVgg im Fritz-Walter-Stadion beim 1. FC Kaiserslautern mit 1:3. Offen gesagt: nicht gerade unverdient.
Das vorletzte Spiel in der Saison 2015/16 startete für die SpVgg eigentlich ganz vielversprechend. Bereits in Minute 12 gab es den ersten schönen Angriff: Das Kleeblatt griff von der rechten Seite aus an, Robert Zulj gab an Veton Berisha ab, der mit einem trockenen Flachschuss aus 15 Metern Entfernung ins Tor der Roten Teufel traf. Die angereisten Fürther Fans feierten das siebte Saisontor des Norwegers, sie standen in der prallen Sonne (Foto), viele männliche Fans oben ohne im Anfeuerungsrausch. Aber wie so oft in den vergangenen Begegnungen, musste auch heute Sebastian Mielitz nicht lange warten, bis er hinter sich greifen sollte. Nachdem FCK-Kapitän Daniel Halfar zwei Kleeblätter an der Grundlinie stehen gelassen hatte, passte er akkurat auf Jenssen, der den Ball in die untere rechte Ecke zum 1:1 in der 18. Minute einlochte.

Dem Kleeblatt gelangen in der Folge einige recht gute Spielzüge, es war aber in keiner Phase wirklich druckvoll, geschweige denn das dominierende Team. Vielleicht ließen sich die Spieler auch von der tollen Stimmung bei den Anhängern der Roten Teufel beeindrucken. Das Fritz-Walter-Stadion fasst eigentlich 50 000 Zuschauer, heute war es mit 25 000 Besuchern also „nur“ halb voll. Aber das Meer an rot-schwarzen Fußballanhängern hinter dem heimischen Tor kaufte den Fürthern in der zweiten Halbzeit den Schneid ab. Und so musste man nur bis zur 72. Minute warten, bis den Roten Teufeln das dritte Tor gelang.

Ein chaotische Situaton spielte sich dann sechs Minuten vor Spielende vor dem Tor der Gastgeber ab: Veton Berisha war am Ball, schoss, aber Torwart Müller faustete den Ball aus der Gefahrenzone. Gleichzeitig hatte jedoch André Fomitschow Ante Vukusic umgestoßen, der – zum Schuss bereit – wunderschön direkt vor dem FCK-Tor gestanden hatte. Schiedsrichter Sören Storcks entschied falsch und  gab keinen Strafstoß. Vielleicht hätte sich das Kleeblatt bei einem verwandelten Elfmeter, einem 3:2 aufrappeln und zumindest noch ein Unentschieden erzielen können. Aber wie sagte unser früherer Bundesfinanzminister Peer Steinbrück so treffend: „Hätte, hätte, Fahrradkette“.

Das Spiel endete also 3:1 für den FC Kaiserslautern. Der Mannschaft und den Fans ist es zu gönnen, denn die Roten Teufel hatten keine gute Saison. Aber aus weiß-grüner Sicht war das heutige Spiel so wie die beiden letzten: Das Kleeblatt macht Fehler, verteidigt lustlos. Und hat drei Niederlagen in Folge eingesteckt. Am Pfingstsonntag findet das letzte Spiel 2015/16 im Sportpark Ronhof statt. Gegner ist der SV Sandhausen. Es geht um nichts mehr, das Ergebnis ist unwichtig. Denn die Spielvereiniung wird diese Saison mit einem Platz im Mittelfeld abschließen. Trotzdem: Bitte zahlreich erscheinen!

Glück für Fürth, Pech für Paderborn

SC Paderborn - SpVgg Greuther FürthWir Greuther-Weiber  wollten eigentlich nach unserem 777. Blogbeitrag von gestern heute mit dem Kleeblatt einen Sieg feiern. Sah ja auch nicht so schlecht aus dafür bei einem Gegner wie den SC Paderborn, der zuletzt eine wahre Achterbahnfahrt der Befindlichkeiten hinter sich bringen musste. Manche munkelten, die Mannschaft könne nun endlich – befreit von Stefan Effenberg – wieder aufatmen und entsprechend aufspielen. Und sie sollten recht behalten. Denn der neue Trainer René Müller holte aus seinen Jungs raus, was rauszuholen war. Sie gaben alles, waren selbstbewusst und hochmotiviert von der ersten bis zur letzten Spielminute, auch wenn ihnen gegen Ende die Kraft ausging. Da war es auch kein Wunder, dass sie bereits in der 19. Minute durch einen Treffer des Dänen Nicklas Helenius in Führung gingen. Eine ganze Reihe von Chancen für die Ostwestfalen sollten folgen, von denen sie allerdings keine einzige mehr umsetzen konnten.

Ganz anders unser Kleeblatt. Verschlafen, abwartend, überrascht von der offenbar so überhaupt nicht erwarteten Präsenz der Hausherren in der Benteler-Arena hatten die Fürther in der ersten Spielhälfte kaum etwas vom Spiel. Erst nach ungefähr einer halben Stunde, als der SC Paderborn ein klein wenig in seiner Leistung nachließ, fand man ab und zu eine Lücke. Doch nichts ging über die Flügel, und schon gar nichts wirklich Gefährliches aufs gegnerische Tor.

Nach dem Seitenwechsel, als wir Fans hofften, dass eine sicherlich strenge Gardinenpredigt von Trainer Stefan Ruthenbeck unsere Elf wachgerüttelt haben müsste – nichts! Die 7800 Zuschauer (davon rund 200 Fans aus Fürth) mussten weiter eine Partie anschauen, bei der man sich zunächst fragte, ob die Fürther überhaupt schon aus den Katakomben zurückgekehrt waren. Paderborn wie im ersten Durchgang bissig und mit dem unbändigen Willen, endlich aus der Abstiegszone heraus und nach weiter oben in der Tabelle zu kommen. Die Ostwestfalen blieben Herr im eigenen Stadion. Kaum wiederzuerkennen, diese Mannschaft, wenn man sie mit den letzten Wochen vergleicht! Respekt, muss man da sagen, Hut ab!

Dass die Partie am Ende doch noch unentschieden mit 1:1 ausging, war einem Treffer von Ante Vukusic (links auf dem Foto) zu verdanken (83. Minute), der für Johannes Wurtz ins Spiel gekommen war. Ein glücklicher Treffer, aber Glück muss man schließlich auch mal haben, das gehört zum Fußball eben dazu. Trainer Ruthenbeck hatte außerdem Veton Berisha für Maurice Hirsch gebracht und Roberto Rodriguez für Zlatko Tripic. Doch der vermeintliche Joker Berisha blieb in seinen Aktionen zu ungenau, schoss die Bälle entweder zu weit oder zu flach – aber jedenfalls nicht in den Paderborner Kasten. In der letzten Phase war Paderborn mit seinen Kräften sichtlich am Ende und konnte dem Kleeblatt nichts mehr entgegensetzen, das die beeindruckende läuferische Leistung in diesem Spiel eindeutig besser wegsteckte. Durch das fulminante 4:0 von Union Berlin gegen den FSV Frankfurt bedingt, belegen die Fürther vorläufig Platz neun in der Tabelle der Zweiten Liga, während Paderborn, das den Sieg heute immer wieder schon fast in der Hand hatte, nicht aus der Abstiegszone herauskam. Schade eigentlich, der Mannschaft – wenn sie sich weiter so zeigt wie ausgerechnet heute gegen das Kleeblatt – ist auf jeden Fall der Verbleib in Liga zwei zu wünschen!

Kleeblatt-Stürmer: Kommt er oder kommt er nicht?

Ante_VukusicSeit Wochen ist die Spielvereinigung auf der Suche nach einem neuen Stürmer für das Kleeblatt. Der Transfermarkt ist bekanntlich noch bis Montag, 1. Februar, 18 Uhr geöffnet – und viele Fans hatten schon die schlimmsten Befürchtungen, dass die Rückrunde im Angriff so uneffektiv bleibt wie bis zur Winterpause.

Aber es gibt gute Neuigkeiten: Seit Tagen wird der aktuell vereinslose Ante Vukušić (24, auf dem Foto links) im Probetraining auf Herz und Nieren geprüft. Und der Eindruck, den er macht, ist offenbar mehr als gut. Der 1,77 Meter große Kroate galt in seiner Heimat lange als Riesentalent und wechselte im Sommer 2012 für 3,7 Millionen Euro von Hajduk Split zu Delfino Pescara in die italienische Serie A. Es folgten Ausleihen zum FC Lausanne-Sport (Schweiz) und Waasland-Beveren (Belgien). Vukušić durchlief von der U18 an alle U-Nationalmannschaften Kroatiens. Im August hatte Vukušić seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. Seit Oktober 2015 ist der Stürmer bei keinem Verein. Bei der Leistungsdiagnostik in Fürth überzeugte er. Bereits gestern haben Präsident Helmut Hack und SpVgg-Manager Ramazan Yildirim Verhandlungen mit dem Management des Fußballprofis aufgenommen.

„Er hinterlässt einen guten Eindruck“, so der lakonische Kommentar von Yildirim. Und Kleeblatt-Coach Stefan Ruthenbeck bringt es auf den Punkt: „Er ist ein zentraler Stürmer, ein bisschen Typ Straßenfußballer, der seine Aufgaben spielerisch löst. In den Spielformen im Training hat er sein Können schon gezeigt.“
Damit würde Ante Vukušić eigentlich supergut ins Fürther Spielsystem passen. Denn gerade in der Offensive setzt Ruthenbeck auf lauf- und spielstarke Akteure.  „Eigentlich sollte er bis Freitag getestet werden“, erklärt Ruthenbeck, doch der Verein will möglichst schnell Nägel mit Köpfen machen.

Die Spielvereinigung ist außerdem nach wie vor auf der Suche nach einem Ersatz für Tom Weilandt, der unmittelbar vor dem Wechsel zum TSV 1860 München stehen soll. Und auch der Transfer des defensiven Mittelfeldspielers Tom Trybull könnte in den nächsten Tagen passieren.