„Jogi, Jogi, Jooogi, Joooooogi Löööw!“

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Was überzeugte Kleeblattfans Ende der letzten Saison nervlich durchmachen mussten, das können jetzt die Anhänger der deutschen Nationalmannschaft endlich nachvollziehen: das Zittern und Daumendrücken nach schlechter sportlicher Leistung. Nach einem vermasselten Spiel. Und die bange Frage, ob die „Mannschaft“ es noch schaffen wird.

Das erste Vorrundenspiel gegen den wirklich schweren Gegner Mexiko hat das deutsche Team mit 0:1 verloren. Und morgen findet um 20 Uhr im Olympiaastadion in Sotschi das wichtige zweite Spiel statt: Kann man die selbstbewussten Schweden besiegen? Für Schweden wäre ein Sieg am Samstag von historischem Ausmaß, denn der letzte Erfolg in einem Pflichtspiel liegt fast auf den Tag genau 60 Jahre zurück. Die Skandinavier gewannen am 24. Juni 1958 im Halbfinale der WM in Göteborg mit 3:1.

Ich muss immer schmunzeln, wenn der Österreicher Andreas Gabalier (er wohnt in Ramsau in der Steiermark) als „Erzfeind“ der Deutschen, im Radio seine (für den Sender ANTENNE BAYERN) neu remixte Interpretation des Hits „Hulapalu“, gewissermaßen eine verfremdete WM-Hymne anstimmt. Die österreichische Nationalmannschaft hat uns gerade erst im Testspiel mit 2:1 besiegt und freut sich immer darüber, die „arroganten Deutschen“ in Sachen Fußball das Fürchten zu lehren. Und jetzt wünscht ein Österreicher der Mannschaft von Jogi Löw eine erfolgreiche Weltmeisterschaft 2018?

Na, mal sehen! Wen wird der Bundes-Jogi morgen aufstellen? Spielt Marco Reus von Anfang an und kann sich als Borussia-Dortmund-Spieler in einer Mannschaft mit einigen Bayern-Cracks behaupten? Ob Mesut Özil und Ilkay Gündogan dem Druck der Besucher im Stadion mit Pfeifkonzerten standhalten können? Und ob Toni Kroos es schaffen wird, sich seinen schwedischen Bewachern auf dem grünen Rasen zu entziehen und zu seiner gewohnten Form aufzulaufen? Es wird auf jeden Fall spannend. Bier, Sekt und Wein stehen bereit für eine tollen Fußballabend.

Wieder da: Der „Feind in meinem Haus“

Jetzt ist er also zurückgekehrt, der „Feind in meinem Haus“. Genauer gesagt: Die FeindIN. Vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich ja in unserem Greuther-Weiber-Blog darüber geschrieben, dass hier im Haus – bis zu diesem Zeitpunkt eine Hochburg für Emotionen zugunsten der Spielvereinigung – eine junge Frau eingezogen war, die eingefleischter Borussia-Dortmund-Fan ist. Mit ihr habe ich vor dem DFB-Viertelfinale gegen den BVB im Ronhof – das die Fürther bekanntlich leider mit 0:1 verloren haben – ein Interview für „Antenne Bayern“ geführt. Auch nachdem sie aus privatem Gründen nach Nürnberg gezogen war, haben wir uns immer wieder zu wichtigen Fußballereignissen  – wie der Bundesliga-Begegnung SpVgg – Borussia im November 2012 – getroffen.
Seit letztem Samstag wohnt sie jetzt also wieder hier in Fürth in unserem Haus (und hat ihre BVB-Fan-Ecke, siehe Foto, wieder aufgebaut). Ich denke: Das ist ein gutes Omen für die nächsten Monate – vor allem aus fußballerischer Sicht. Vor zwei Jahren ist nämlich die SpVgg trotz Ausscheidens aus dem DFB-Pokal in die erste Bundesliga aufgestiegen. Und der „Feind in meinem Haus“ war immer davon überzeugt, dass es die Kleeblätter schaffen. Sie drückt auch in dieser Saison den Kleeblättern fest die Daumen, dass ihnen der Wiederaufstieg in die Erste Liga gelingt.

Auf jeden Fall werden die nächsten Wochen spannend: Die letzten (entscheidenden) Spiele fürs Kleeblatt, die Frage, ob Borussia Dortmund seinen zweiten Tabellenplatz und somit die Champions-League-Teilnahme erneut schafft. Und außerdem die Fußball-WM im Juni und Juli in Brasilien. Ich wage mal zu behaupten, dass ich mit meiner „Feindin“, die allen im Haus inzwischen ans Herz gewachsen ist, einige aufregende sportliche Momente erleben werde. Und das Schöne ist: Sie spielt selber aktiv Fußball und denkt und fühlt grundsätzlich als echte Sportlerin, d.h. sie ist fair und schätzt echte Leistung. Außerdem: Von ihrem Fußball-Sachverstand kann man noch etwas lernen, und ihre treffenden Kommentare bei den Spielen haben echten Unterhaltungswert. Tja, Frauen und Fußball – das hat schon was!

Herzschlag-Halbfinale in Fürth

Pünktlich um 7.15 Uhr bin ich heute also mit dem „Feind in unserem Haus“ zum Radio-Interview am „Antenne-Bayern“-Wagen auf der „Fürther Freiheit“ eingetroffen. Super Sonnenschein, eiskalte Temperaturen. Nach kurzem Warten und Smalltalk mit den „Antenne“-Mitarbeitern (die Fürth ziemlich verschlafen finden und auf meine Informationen, was die Eintrittskarten in die Trolli Arena so kosten, mutmaßten, dass wir hier in Fürth vielleicht gar kein richtiges Stadion haben) erschien dann unser Interviewpartner, Sportreporter Karsten Wellert.
Seine erste Frage an uns betraf unsere Vereinsschals, die wir uns dekorativ (oder provokativ) um den Hals gehängt hatten. Wie lauten wohl unsere Tipps für das Spiel? Und ob wir – egal, wer heute Abend das DFB-Pokal-Halbfinale gewinnt – auch morgen noch miteinander reden können? Klar, heute Abend fiebert jede von uns beiden für „ihren“ Verein, aber es kann nur einer gewinnen. Als Anhängerin des BVB tippt die Nordrhein-Westfälin und seit einer Woche Wahl-Fürtherin natürlich auf einen Sieg von Borussia Dortmund. Nicht zu hoch, aber ein Sieg. Allerdings meint sie – sollte es dem BVB nicht gelingen, ein frühes Tor zu machen, und sollte es lange 0:0 stehen -, dass die Spielvereinigung eine echte Chance hat, den Deutschen Meister zu schlagen. Ich als Greuther-Weib freue mich über so viel Fairness und würde natürlich gerne heute spätabends liebend gern einen Blogbeitrag schreiben, der vom Jahrtausend-Spiel des Kleeblatts handelt.
Beide Teams benötigen heute ab 20.30 Uhr sportliches Können, eine stabile Psyche und das berühmte Quäntchen Glück. Sollte der Sieger im total ausverkauften Ronhof nach dem Abpfiff – vielleicht nach Verlängerung und Elfmeterschießen? – Borussia Dortmund heißen, so what. Fahren jedoch die Kleeblätter am 12. Mai zum DFB-Pokal-Finale ins Olympiastadion nach Berlin, dann ist heute Nacht in der Fürther Gustavstraße der Bär los!

Greuther-Weiber morgen auf „Antenne Bayern“

Kaum war unser Blogbeitrag „Der ‚Feind‘ in unserem Haus“ online, hat heute Nachmittag der Radiosender „Antenne Bayern“ angerufen. „Wir sind morgen von 5 Uhr bis 9 Uhr in Fürth und senden Interessantes im Vorfeld zum DFB-Halbfinalspiel der Spielvereinigung gegen Borussia Dortmund. Wir haben Ihren Greuther-Weiber-Blog gelesen. Die Geschichte hat uns gut gefallen. Hätten Sie Lust auf ein Interview?“
Klar, wie gewünscht bringe ich die BVB-Anhängerin aus meinem Haus mit, und wir stehen morgen um 7.15 Uhr den Moderatoren von Antenne Bayern auf der Fürther Freiheit Rede und Antwort.
Wer Zeit und Lust hat: Das kurze Gespräch wird zwischen 7.45 Uhr und 8.00 Uhr zu hören sein. Also: Morgen früh „Antenne Bayern“ einschalten – es ist ja für einen guten Zweck!