So (un)gerecht kann Fußball sein!

Ehrlich gesagt: Noch spannender als die heutige Begegnung des Kleeblatts gegen Arminia Bielefeld war für mich das parallel laufende Spiel des Tabellenführers VfB Stuttgart gegen den 1.FC Nürnberg. Nach zwei Toren in der 25. und 33. Minute lag der Club zu Hause unerwartet mit 2:0 in Führung. Die Spielvereinigung startete gleichzeitig bei den Ostwestfalen – bei denen es in den letzten vier Spielen um den drohenden Abstieg geht – mit Verve. Aber Arminia Bielefeld setzte heute auf frühe Abwehr, ihr Pressing passte dem Kleeblatt überhaupt nicht ins Konzept. Die einzig wirklich erwähnenswerte Begebenheit fand dann ungefähr in dem Moment statt, als der Club sein zweites Tor geschossen hatte: Fürths Mittelfeldspieler Benedikt Kirsch grätscht an der Seitenlinie seitlich gegen David Ulm und wird postwendend mit einer Gelben Karte bestraft. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Knapp 20 Minuten später grätscht Kirsch erneut nach dem Ball, verpasst diesen haarscharf und kracht dann mit der Sohle in Tom Schütz hinein. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck fackelt nicht lange und zieht Rot! Ab jetzt spielte die SpVgg also in Unterzahl.

Die zweite Halbzeit beginnt, mehr Ballbesitz fürs Kleeblatt heißt jedoch nicht, dass es sich gegen die beherzt kämpfenden Bielefelder behaupten kann. Und dann läuft es in der 54. Minute saudumm, das Kleeblatt macht den Tabellenvorletzten ein Geschenk auf dem Silbertablett: Keeper Balazs Megyeri rollt den Ball für Caligiuri aus, der erwischt die Kugel nicht, Andreas Voglsammer übernimmt und trifft seelenruhig zum 1:0 für die Gastgeber. Die jubeln, ein Sieg würde die Mannschaft auf Rang 14 hinaufkatapultieren und aus der Abstiegszone retten. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart gegen den 1.FCN schon ausgeglichen, es stand in Nürnberg 2:2.

Aber was hilft Schadenfreude, wenn das eigene Team zurückliegt? Die Karten waren bis Ende der regulären Spielzeit fürs Kleeblatt schlecht gemischt. Es gelang kein Treffer und das Team schien sich schon mit der Auswärtsniederlage abzufinden. Aber zwei Minuten Nachspielzeit können manchmal Wunder bewirken: Die Arminen bekommen am eigenen Strafraum den Ball nicht weg, Dominik Schad zieht aus 18 Metern ab, der Bielefelder Torwart Daniel Davari lässt nach vorne abklatschen. Und da steht Serdar Dursun, der zum 1:1-Ausgleichstreffer einschiebt (Foto). Bravo!

Immerhin: Ein Punkt auf den letzten Drücker im viertletzten Saisonspiel. Das Kleeblatt bleibt auf dem sechsten Tabellenrang. Und Arminia Bielefeld kämpft weiter um den Klassenerhalt. Nur der Vollständigkeit halber: Aus dem 2:0-Vorsprung des 1.FCN wurde durch ein weiteres Stuttgarter Tor in der Nachspielzeit dann doch noch ein 2:3-Sieg des Zweitliga-Ersten. Der Bundesliga-Absteiger wird wohl der Bundesliga-Aufsteiger. Und der Club leckt seine Wunden. So (un)gerecht ist Fußball manchmal, oder?

Heimsieg in allerletzter Minute

tripic_radokiIn der allerletzten Spielminute traf der eingewechselte Joker Zlatko Tripic ins Bielefelder Tor und machte den Einstand des neuen Fürther Trainers Janos Radoki zum Erfolg.
„Schau´mer uns des Drama an“, brummelte mein Nachbar im Ronhof kurz vor dem Anpfiff und brachte das auf den Punkt, was sich viele Kleeblattfans insgeheim dachten: Was wird die Entlassung von Stefan Ruthenbeck nützen, den Janos  Radoki beerbt hat? Wird die Mannschaft aufgerüttelt, und begreift sie endlich, worum es geht? Nur 7305 Zuschauer waren im Stadion, wobei es keine Ausreden wegen starker Kälte oder schlechten Wetters gab. Ich hätte mehr erwartet, denn man durfte gespannt sein, was Radoki in nur vier Tagen auf die Beine gestellt hatte, und ob das, was er angekündigt hatte – mehr Aggressivität und Pressing -, so schnell umgesetzt werden konnte.
Kurz gesagt: nein. Und das kann man nach vier Tagen auch nicht erwarten. Aber immerhin gelang es der Spielvereinigung nach einer halben Stunde, das Führungstor zu machen. Nach der Hereingabe von Djokovic landet ein abgefälschter Franke-Kopfball am Bielefelder Pfosten, der Fürther Innenverteidiger kommt nochmal an den Ball und gibt ihn an Nicolai Rapp, der mit Schmackes  ins Tor von Ex-Kleeblatt Wolfgang Hesl schießt. Ein erster Treffer, der auf mehr hoffen lässt.

Nach der Halbzeitpause – und damit früher, als es Ruthenbecks Konzept war – nahm der neue Trainer einen Spielerwechsel vor: Serdar Dursun kam für Ante Vukusic. Oft geht ja ein Ruck durch das Team, wenn Dursun auf den Platz kommt. Aber diesmal wirkte das Kleeblatt weiter eher gedämpft und passiv. Echte Torchancen gab es wenige. Und Arminias Keeper Hesl war – wie auch zu seinen Fürther Zeiten – oft vorne im 16-Meter-Raum, weit entfernt vom Tor und harrte der Dinge, die noch kommen sollten. Was da kam, hatte dann allerdings eher mit dem Schlussmann des Kleeblatts zu tun: Unglücklich spitzelt des 1:0-Tores Nicolai Rapp den Ball in der 77. Minute, nach der Hereingabe von Görlitz, mit dem linken Fuß zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor – Balasz Megyeri chancenlos!

Dann ging es weiter wie so oft in letzter Zeit. Die Zuschauer ärgern sich, dass die Ausbeute für die Spielvereinigung wohl wieder nicht mehr als einen Punkt betragen wird. Diesmal mussten die Fürther gegen den Tabellenfünfzehnten zittern, und die Ostwestfalen drohten sogar noch in Führung zu gehen. „Krieg´n die den Ball amal wech, der Hühnerhauf´n?“, echauffierte sich mein Nachbar erneut und sprach bestimmt manchen Kleeblattanhängern aus der Seele. Die Minuten verrinnen, das Spielende naht. Da gewinnt Serdar Dursun wie aus heiterem Himmel im Mittelfeld zwei Kopfballduelle und legt den Ball Joker Tripic in den Lauf. Der fackelt nicht lange und schlenzt die Kugel Wolfgang Hesl durch die Beine ins Tor. 2:1 in der allerletzten Spielminute, das Kleeblatt im Glück.

Das Ergebnis ist ein guter Start für den neuen Coach Janos Radoki. Er muss sich jedoch jetzt ganz schnell etwas einfallen lassen, um seine Mannschaft konditionell und mental zu puschen. Nach der Devise: Schneller an den Gegner rangehen, sich mehr trauen, konsequenter agieren! Das müssen die Kleeblätter in den kommenden Wochen und Monaten beherzigen. Und dann klappt es auch mit einem guten Tabellenplatz in der Zweiten Liga!

Kalte 4:2-Dusche auf der Alm

Arminia Bielefeld - SpVgg Greuther Fürth„Man(n) kann nicht genug davon haben“, stand auf einer Reklamebande in der Bielefelder Schüco-Arena – in der zweiten Halbzeit direkt beim Tor von Sebastian Mielitz. Als ob die Abstiegskandidaten aus Ostwestfalen die Zahl ihrer Tore vorhergesen hätten. Arminia Bielefeld hat die heutige Partie souverän mit 4:2 gewonnen. Ein Armutszeugnis für die Spielvereinigung, die sich bei den Begegnungen der letzten Spieltage in hervorragender Form gezeigt hatte.
Bei Sonnenschein und Schneeschauer war dieser 24. April zumindest wettertechnisch typisch. Das Kleeblatt startete eher schwach ins Spiel, dann gab Johannnes Wurtz in der 15. Minute an der Strafraumgrenze einen Pass an Robert Zulj, der nicht lange zögerte und mit einem 18-Meter-Flachschuss Wolfgang Hesl im Arminia-Tor keine Chance ließ – 0:1. Doch schon fünf Minuten später erfolgte der Ausgleich, der bei der Leichtfertigkeit, mit der die SpVgg heute das Wort „Abwehr“ behandelte, niemanden verwunderte. Fabian Klos traf ins Kleeblatt-Tor (Foto). Und um es gleich vorwegzunehmen: Klos sollte zum Mann des Tages avancieren und mit einem Hattrick seiner Mannschaft den Klassenerhalt ermöglichen. Dann vergeigte ausgerechnet Marco Stiepermann, der in der letzten Woche gegen Fortuna Düsseldorf noch ein Traumtor machte, eine Riesenmöglichkeit: Er stand unmittelbar vor Hesls Tor und schaffte es nicht, eine Bilderbuchvorlage von Zulj erfolgreich umzusetzen.

War die erste Halbzeit, die 1:1 endete, noch von Fußball auf Augenhöhe geprägt, sollte das Kleeblatt in den zweiten 45 Minuten untergehen. Im Zehnminutentakt machte Klos (50. und 60. Minute) das 2:1 und 3:1. Eine weiß-grüne Abwehr war heute praktisch nicht vorhanden. Da standen fünf, sechs Kleeblattspieler im eigenen Strafraum und schauten mit großen Augen zu, was die Arminen dort abzogen. Keine Aktivität, keine Reaktion, wenig Initiative.
Spektakulär aus Fürther Sicht wurde es dann in der 66. Minute: Julian Börner störte einen Pass von Sebastian Freis und katapultierte den Ball über den verdutzten Wolfgang Hesl aufs eigene Tor. Das Leder sprang an die Latte und von dort auf oder hinter die Torlinie. Tor oder nicht?, das war hier die Frage.  Ein typisches „Wembleytor“? Das dann vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Der Unparteiische schwächelte auch einige Minuten später, als er einen klaren Elfmeter für Arminia Bielefeld nicht gab.
Pechvogel Börner machte dann seinen Fauxpas wett, als er 15 Minuten vor Spielende das 4:1 schoss. Nach einem Eckball von Ulm glänzte die Kleeblatt-Abwehr erneut durch Nichtkönnen, sie ließ den Ball  passieren, und Börner köpfte gnadenlos ein. Und noch einmal war es Julian Börner, der ein Tor machte – allerdigs ein Eigentor. In der Schlussminute trat Robert Zulj einen Freistoß und zirkelte den Ball scharf auf Hesl. Der reagierte unsicher und ließ das Leder nach vorne prallen. Der zurückgeeilte Börner wollte helfen, behinderte seinen Schlussmann aber,  und nach einem kuriosen Hin und Her gelangte der Ball schließlich zum 4:2 ins eigene Tor.
Das war heute ein kurzweiliges, torreiches Spiel, bei dem sich die Spielvereinigung vor zirka 200 angereisten Kleeblattfans allerdings von ihrer schwachen Seite zeigte. Dem Kleeblatt können die verpassten drei Punkte (Gott sei Dank!) egal sein, es kann weder ab- noch aufsteigen. Arminia Bielefeld hat der 4:2-Sieg den Hals gerettet, sie haben den Klassenerhalt in der Zweiten Liga geschafft.
Nächsten Samstag, 30. April, empfängt die Spielvereinigung den 1.FC Heidenheim im Sportpark Ronhof. Der rangiert aktuell einen Rang hinter den Achtplatzieren Kleeblättern, die heute den Sprung auf den sechsten Platz verpasst haben. Eigentlich ist die Mannschaft kein so interessanter Gegner, trotzdem sollte die SpVgg aufpassen, dass sie den guten Eindruck der letzten Wochen nicht komplett verspielt.

Kein flüssiges Spiel auf holprigem Rasen

SpVgg Greuther Fürth - Arminia BielefeldSchade, das war heute leider eine Nullnummer im Fürther Ronhof beim Spiel gegen Arminia Bielefeld. Da trifft der Sechst- auf den Zwölf-Platzierten, eine reelle Chance für die Spielvereinigung nach der Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf drei Punkte klar zu machen. Aber es hat nicht geklappt.

Obwohl – und das werden auch die größten Kleeblattkritiker zugeben – die Heimmannschaft eigentlich das bessere Team war. Aber es ist wieder nicht gelungen, aus guten Kombinationen und überlegten Aktionen zum Abschluss – sprich Torschuss – zu kommen. Nehmen wir als Beispiel Veton Berisha: Er ist immer vorne, läuft und läuft, hat die Übersicht und engagiert sich. Er ist im entscheidenden Moment am richtigen Ort. Aber dann verlässt ihn der Mut und seine Schüsse gehen ins Leere. Oder über das gegnerische Tor. Dann ist die Enttäuschung natürlich groß (Foto)! Das „feindliche“ Tor wurde heute vom Ex-Fürther Wolfgang Hesl verteidigt, der vermutlich mit einigem Wehmut zu seiner alten Wirkungsstätte kam. Überrascht hat ihn vielleicht vor allem die schlechte Qualität des Rasens, der  einem Dorfacker alle Ehre machen würde

Eine strittige Szene fand in der 26. Spielminute statt: Als Sebastian Mielitz nach einem zu kurzem Rückpass von Marco Caligiuri den Bielefelder Stürmer Klos zu Fall brachte. Schiedsrichter Florian Heft war gnädig, er hätte durchaus auf Elfmeter entscheiden können. Allerdings glich sich das kurz später aus: Jurgen Gjasulas Schuss touchierte im Strafraum Börnes Hand. Auch hier hätte man einen Elfmeter geben können, aber Heft ließ abermals weiterlaufen. So waren beide Teams quitt.

Das waren heute Abend 90 Minuten im Ronhof, die nicht besonders spannend waren. Obwohl das Kleeblatt für mich die klar bessere Mannschaft war. Nächstes Wochenende ist Länderspielpause. Ganz gut, da kühlen sich die Gemüter ab. Und dann gastiert die Spielvereinigung am Sonntag, 22. November, beim 1. FC Heidenheim. Der liegt wie das Kleeblatt aktuell im Tabellenmittelfeld. Hoffentlich wird die Partie in Heidenheim für die SpVgg erfolgreicher!

Die Kleeblatt-Niederlage rettet wohl Kramers Kopf

Didier Ya Konan heißt der nicht allzu große, kräftige, kompakte und saugefährliche Stürmer in der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.  Von Anfang an fiel Ya Konan auf – und er sollte der Spielvereinigung heute auch zum Verhängnis werden.
Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf wurde schon im Vorfeld heiß diskutiert. Fortuna hatte erst am Dienstag gegen den Fürther Erzfeind – den 1. FC Nürnberg – im DFB-Pokal mit 1:5 verloren. Außerdem trainiert der ehemalige Kleeblatt-Coach Frank Kramer die Rheinländer seit dieser Saison. Aufgrund der bescheidenen Ergebnisse und dem – bis heute – 16. Tabellenplatz stand Kramer allerdings auf der Abschussliste.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthAlles Schnee von gestern! Fortuna Düsseldorf hat heute Abend zu Hause das Kleeblatt mit 1:0 besiegt. Das startete zwar recht lebendig und hatte in der ersten Halbzeit einigermaßen gute Torchancen (z.B. Lattenschuss von Freis). Aber was nutzen die, wenn man sie nicht umsetzt! Und so blieb es bis zur Halbzeitpause beim 0:0. Dann kamen die zweiten 45 Minuten. Und da sah man in der  Esprit-Arena richtig schlechten Fußball: Diffuse Aktionen im Mittelfeld, Geplänkel hier und dort. Die Zeit verstrich, und die Laune der wenigen Kleeblattfans im Gästeblock verschlechterte sich zusehends. Immerhin waren über 21.000 Zuschauer im Stadion. Das war eine richtig laute Kulisse, gegen die unsere SpVgg-Anhänger nicht ankamen.

Erlösend für die gebeutelten Düsseldorfer fiel dann das Kopfballtor durch eben jenen Didier Ya Konan in der 78. Minute. Nach der Ecke von Demirbay waren Benedikt Röcker und Robert Zulj wohl gerade in Morpheus‘ Armen. Mit anderen Worten: Sie verpennten den Schuss, und  Ya Konan köpfte locker ins lange Eck. Sebastian Mielitz, der wieder mal einige Tore verhinderte und in einer bestechenden Form ist, hatte keine Cance und musste hinter sich greifen.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthDas blieb dann auch das Endresultat. Das Tor der Düsseldorfer rettete vermutlich den Kopf von Coach Frank Kramer. Das ist ihm – auch aus Fürther Sicht – zu können. Aber so edel wollen wir doch nicht sein. Ein Sieg und drei Punkte wären uns lieber gewesen.

Am Freitag, 6. November, ist Arminia Bielefeld zu Gast im Ronhof. Ich sage nur: Da trifft Sebastian Mielitz im einen Tor auf den Ex-Fürther Wolfgang Hesl im anderen. Das wird spannend!