Kopf hoch, Kleeblatt!

Meine Lieblingszahl ist definitiv die „13“. Und genau 13 Spiele hat das Kleeblatt inzwischen hinter sich gebracht. So negativ muss ich es formulieren, denn leider gingen nur drei Partien siegreich für die Spielvereinigung aus. Ein Spiel hat das Kleeblatt unentschieden gespielt, neun Mal ging es als Verlierer vom grünen Rasen. Das Torverhältnis ist mit 14:26 Toren verheerend. Von 39 möglichen Punkten stehen gerade mal zehn auf dem Kleeblatt-Konto.
Die Spekulationen, warum die Bilanz so schlecht ist, sind vielfältig: Ist es der falsche Trainer – hätte man Janos Radoki behalten sollen/müssen? Ist Ramazan Yildirim der falsche Direktor für den Profisport? Wäre Rachid Azzouzi effektiver? Ist die Personalpolitik des Präsidenten Helmut Hack zu bodenständig, nicht risikofreudig genug? Sollte man als Verein nicht mal tiefer in die Geldtasche greifen und ein paar Euro für einen erfolgreichen Stürmer auf den Tisch legen? Welchen Sinn hat die Rückkehr von Roberto Hilbert, der mit seinen 33 Jahren schon zu den Oldies im Profifußball gehört?

Fragen über Fragen. Aber man muss auch einige Argumente für die Spielvereinigung ins Feld führen: Der Verein ist mit Sicherheit der wichtigste Imagefaktor der Stadt Fürth weit über Franken und Bayern hinaus. Der weiß-grüne Verein, der drei Mal Meister wurde, und 2012 den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hat, ist ein echter Sympathieträger. Wo immer man ist und mit Leuten über Fußball redet: Jeder kennt das Kleeblatt und bedauert die aktuelle sportliche Krise.
Zum Thema Krise: Helmut Hack betont oft, dass jeder nur so gut ist, wie er mit einer Krise umgeht. Sei es eine Familie, ein Unternehmen, ein Verein. Und hier sind jetzt eben alle Mitglieder der Spielvereinigung gefragt, zusammen zu halten und die schwierige Zeit zu meistern. Und das gilt auch für die Fans. Nehmen wir das Beispiel FC St. Pauli: In der vergangenen Spielzeit hatte der Hamburger Kiezclub zur Winterpause nach 17 Begegnungen gerade mal elf Punkte auf dem Konto und stand auf dem letzten Tabellenplatz. Und konnte sich bis zum Ende der Spielzeit mit 45 Punkten auf den siebten Rang der Zweiten Liga hinaufkämpfen. Chapeau!!!

Also: Die aktuelle Lage ist nicht schön. Als kritischer Beobachter müsste man sich fragen, welcher gute Fußballer überhaupt noch bereit wäre, zum Vorletzten der Zweitliga-Tabelle zu wechseln. Kleeblattfans, deren Herzblut am Verein hängt, die nichts auf „ihr Kleeblatt“ kommen lassen, befürchten nach jedem verlorenen Spiel, dass die Spielvereinigung unter Umständen über kurz oder lang sogar gegen den Abstieg in die Dritte Liga kämpfen muss.

Ich denke, dass man nicht verzweifeln darf und den Kopf nicht hängen lassen sollte. Es geht bestimmt bald wieder bergauf mit dem Kleeblatt. Und dann gehen die Stadt, die Fans, die Mannschaft, der Verein und auch die Sponsoren gestärkt und motiviert aus der Krise raus. Und das Kleeblatt, das ist eben auch Emotion. Wenn man auf der neuen Haupttribüne steht und das erleuchtete Stadion im Ronhof auf sich wirken lässt, kann man sich der Faszination „Spielvereinigung Greuther Fürth“ nur schwer entziehen (Foto: Sportfoto Zink). Deshalb: Kopf hoch, das wird schon!

Weiß-grünes Feuerwerk am Ende der neuen Spielzeit?

Diese Woche ist eine Woche voller besonderer Ereignisse: Die Spielvereinigung hat mit Hofmann Personal einen neuen Hauptsponsor, die neue Haupttribüne wurde mit vielen illustren Gästen eröffnet, das Kleeblatt startet morgen in die neue Saison 2017/18 mit dem Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98. Was für uns Greuther-Weiber aber beinahe noch wichtiger ist: Unser letzter Blogbeitrag war der 900. Den Greuther-Weiber-Blog der „Nürnberger Zeitung“ gibt es seit Juli 2009, er wurde quasi als Gegenpol zu den “ 3 Clubfreunden“ ins Leben gerufen. Seitdem sind die Autorinnen stets auf der Suche nach interessanten Themen rund um die Spielvereinigung und rund um Fürth. Wenn möglich, versuchen wir, eine weibliche Komponente herauszukitzeln. weiter lesen

Kleeblattmädels in Regionalliga aufgestiegen

Anfang Mai habe ich in meinem Blogbeitrag „Kleeblattmädels sind einfach topp“ über die tolle Saison der Frauenmannschaft der Spielvereinigung geschrieben. Sie hatten nur noch wenige Spiele vor sich, und es bestand die realistische Chance, aus der Bayernliga in die Regionalliga aufzusteigen. Seit dem vergangenen Samstag ist es klar: Das Team von Trainer Kevin Schmidt (auf dem Foto oben links) hat es geschafft. Am letzten Spieltag holten sich die Kleeblattmädels in der wenig spektakulären Partie gegen den TSV Frickenhausen ein 0:0. Dieses Unentschieden bescherte einen Punkt, der am Ende der Spielzeit 2016/17 die Entscheidung brachte. Die SpVgg verteidigte die Tabellenführung vor dem 1. FFC Hof und dem FC Forstern (der Abstand war zuletzt wie Schokoladen-Eis in der Sonne geschmolzen) und steigt als Bayerischer Meister in die Regionalliga des deutschen Frauenfußballs auf.

Die Greuther-Weiber freuen sich mit der Frauenmannschaft der SpVgg und gratulieren herzlich. Das kann dann also in der nächsten Saison spannend werden. Die Regionalliga ist die dritthöchste Spielklasse im deutschen Frauenfußball. Jeder der fünf DFB-Regionalverbände West, Nord, Nordost, Südwest und Süd unterhält eine eigene Regionalliga-Staffel. In der Reginalliga Süd befinden sich 14 Damenmannschaften, u.a. von Eintracht Frankfurt, dem FC Ingolstadt und dem 1. FC Nürnberg. Also: Es wird 2017/18 auf jeden Fall neben den Lokalderbys der beiden Profi-Herrenmannschaften in der Zweiten Liga auch Derbys zwischen dem weiblichen Kleeblatt und der Frauen- und Mädchenmannschaft des „Clubs“ geben. Prima!

Lernt Mike Büskens jetzt Wiener Schmäh?

Oft haben mich Freunde gefragt: „Was macht eigentlich Euer Aufstiegs-Trainer Mike Büskens jetzt“? Bislang konnte ich die Frage nicht vernünftig beantworten. Seitdem Büskens nach der Saison 2014/15 die Spielvereinigung verlassen hat, war er erst mal von der Bildfläche bzw. aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Jetzt erreicht uns die Neuigkeit: Mike Büskens wird in Zukunft Coach des österreichischen Vereins SK Rapid Wien. Der Verein gehört zu den sehr erfolgreichen Austria-Teams – letzte Saison hat der Club mit dem zweiten Tabellenplatz (von zehn Teams) abgeschlossen, einen Platz vor dem Lokalrivalen FK Austria Wien. Rapid wurde in seiner Vereinsgeschichte immerhin 32 Mal österreichischer Meister und 14 Mal Pokalsieger. Allerdings liegen die ganz großen fußballerischen Erfolge schon ein paar Jahre zurück.
Der 48-jährige Büskens erhält in Wien einen Vertrag für die kommende Saison mit Option auf Verlängerung. Mike Büskens kommentiert sein Engagement so:

„Es ehrt mich, dass ich in Kürze für einen renommierten wie legendären Verein wie den SK Rapid Wien tätig sein darf. Ich möchte jetzt alle Grün-Weißen im Klub kennenlernen und mir schnell ein Bild machen, um gleich mit vollem Engagement an meine neue Aufgabe heranzugehen.“

Büskens, der Nachfolger von Zoran Barisic wird, kann auf eine lange Profikarriere als Spieler und Trainer zurückblicken: Als Aktiver war der gebürtige Düsseldorfer zu Beginn lange bei Fortuna Düsseldorf, ehe es ihn 1992 zum FC Schalke 04 verschlug. In Gelsenkirchen feierte er in zehn Jahren große Erfolge, gewann 1997 den Uefa-Cup und zweimal den DFB-Pokal. Als Trainer war Büskens zwischen 2005 und 2008 als Trainer der zweiten Mannschaft von Schalke 04 tätig. 2009 wechselte Büskens zum Kleeblatt, mit dem ihm 2012 als Meister der Zweiten Liga der erstmalige Aufstieg gelang. Nachdem er 2013 kurzzeitig zu Fortuna Düsseldorf auf die Trainerbank gewechselt war, erfolgte 2015 für ein Halbjahr die Rückkehr nach Fürth, wo er bis zum Sommer 2015 die Kleeblatt-Profis trainierte und den drohenden Abstieg verhindern konnte. Zuletzt war Büskens im Sportbeirat beim FC Schalke 04 tätig.

Die offizielle Vorstellung des Rapid-Cheftrainers erfolgt am morgigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Die erste öffentliche Trainingseinheit unter Mike Büskens steht dann am Freitag, 10. Juni, ab 10 Uhr auf den Trainingsplätzen beim Ernst-Happel-Stadion auf dem Programm. Wer noch mehr wissen möchte: Weitere Infos auf der Website von Rapid Wien.

Fakten, Fakten, Fakten…

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDer „kicker“ ist für Fußballinteressierte die Leib- und Magenlektüre. Auch die Greuther-Weiber daten da regelmäßig ihr Wissen up. Wie zu jedem Saisonende hat das Sportmagazin in der vergangenen Woche eine „Bilanz der 2. Liga“ erstellt – das ist für Fans von Statistiken aufschlussreich.

Bei den besten Torjägern rangiert Sebastian Freis mit 12 Toren auf einem relativ guten 7. Platz. Ich erinnere an die Aufstiegssaison 2011/2012, als Olivier Occean (gemeinsam mit dem Frankfurter Spieler Alexander Meier) mit 17 Treffern auf Platz eins lag. Das ist leider Schnee von gestern. Bei den „Besten Vorbereitern“ (die besten Scorer) findet man Robert Zulj mit 17 Punkten auf dem 11. Platz. Die 17 Punkte ergeben sich aus von ihm erzielten Toren (8) und neun vorbereiteten Torschüssen, die ein anderer Spieler dann einlochte. Hinter Zulj sind Jurgen Gjasula (15 Punkte) und Freis (14 Punkte) zu finden.

Ernüchternd ist die Bilanz der „Top-Feldspieler“: Ganz vorne liegen Emil Forsberg (RB Leipzig), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), auf Platz acht das Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug. Von einem Profi der Spielvereinigung ist niemand gelistet. Und auch bei den „Besten Torhütern“ gibt es keine Beteiligung des Kleeblatts. Immerhin ist aber Wolfgang Hesl, der seit dieser Spielzeit den Kasten von Arminia Bielefeld hütet, mit der Note 2,91 auf einem guten  sechsten Platz.  In der „Fair-Play-Tabelle“ rangiert die Spielvereinigung mit einer Roten Karte (Gjasula) und 78 Gelben Karten im Mittelfeld. Auf dem vorletzten Platz tummelt sich unser Erzfeind aus der östlichen Vorstadt mit drei  Roten, zwei Gelb-Roten und 75 Gelben Karten.

Jedes Jahr frustrierend aus Fürther Sicht ist die Bilanz der Zuschauer, die sich die Fußballspiele ihres Vereins angesehen haben. Hier führt der 1. FC Nürnberg souverän mit insgesamt 522 055 Zuschauern, das sind im Schnitt 30 709 Besucher/Spiel. Und das Kleeblatt? Das hatte mal gerade ein Drittel an Zuschauern (173 767) , was durchschnittlich 10 222 Besuchern/Spiel entspricht. Ich finde – und da rennen wir offene Türen ein – das Stadion im Ronhof ist zu selten gut besucht, geschweige denn ausverkauft. Naja, wird jetzt der eine oder andere Fan erwidern: bei den Leistungen…

Noch etwas: Ich als in Frankfurt geborene Fußballbloggerin habe bei den beiden Relegationsspielen natürlich der Eintracht Frankfurt die Daumen gedrückt, damit sie erstklassig bleibt. Und so kam es auch. Den Aufstieg des Clubs in die Bundesliga hätte ich einzig und alleine einem guten Freund gegönnt, der begeisterter Clubfan ist. Thomas hatte oft eine Dauerkarte, und wenn er die Hymne „Die Legende lebt“ anstimmte, wurde es sogar mir feucht in den Augen. Er war auch einmal das Thema eines Blogbeitrages. Thomas hätte sich über den Aufstieg des Clubs gestern sehr gefreut. Allerdings hätte er ihn nicht mehr erlebt. Thomas ist am vergangenen Freitag völlig überraschend mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.

Bullen jagen in Leipzig

Am nächsten Montag, 3. August, findet das erste Auswärtsspiel der Spielvereinigung in der Saison 2015/16 statt. Die Kleeblätter fahren mit hohen Erwartungen zum Topspiel nach Leipzig zu den „Roten Bullen“. Das ist eine schnelle Neuauflage nach der Begegnung am letzten Spieltag im Mai. Da haben die Leipziger einen 2:0-Sieg verbuchen können. Die Reaktion der angereisten Kleebltattanhänger war damals dementsprechend (Foto): Buhrufe und Stinkefinger für eine enttäuschende Leistung des Fürther Teams.

Der sächsische Verein ist bei vielen Fußballfans der Zweiten Liga mit Abstand der unbeliebteste. RasenBallsport Leipzig, ein Verein, der nicht aus Herzblut und Enthusiasmus gewachsen ist. Nein, das Ziel der wenigen stimmberechtigten Vereinsmitglieder ist eindeutig die Maximierung des Profits. Traditionsbewussten Fans anderer Bundes- und Zweitliga-Clubs stößt das sauer auf. Wo RB Leipzig in der 2. Bundesliga zu Gast ist, schlagen der Mannschaft von den Tribünen Abneigung und Hass entgegen. Mit Spruchbändern und Sprechchören machen Fans deutschlandweit ihrem Unmut über das Red-Bull-Projekt Luft. Heimspiele der Leipziger werden von vielen Auswärtsfans boykottiert.

Der 71-jährige österreichische Milliardär Dietrich Mateschitz (er hält 49 Prozent der Anteile am Energy-Drink-Hersteller Red Bull GmbH) hat 2009 sein Projekt „Marketing mit Fußballclubs“ gestartet und will sein RB-Imperium expandieren lassen. Er hat den Schwerpunkt der Konzentration seines Konzerns im Fußball-Geschäft nach RB Salzburg inzwischen auf RB Leipzig gelegt. Sein wichtigstes Ziel: der Aufstieg von RB Leipzig in die Bundesliga – je eher desto besser. Die mit knapp 23 Millionen Euro getunte Mannschaft muss den hohen Erwartungen als Aufstiegsfavorit Nummer eins mit allen Mitteln gerecht werden. Viele Millionen Euro hat RB Leipzig für seine Neuzugänge ausgegeben. Dazu kommen fünf Spieler vom Red-Bull-Stammklub aus Salzburg, für die der Verein vor dieser Spielzeit keine Ablöse zahlen musste. Der Marktwert des gesamten Kaders liegt bei knapp 40 Millionen. Im Vergleich dazu: Der Marktwert des Bundesliga-Absteigers SC Freiburg beträgt rund 10 Millionen weniger, der Marktwert der Spielvereinigung wird auf ca. 15,5 Millionen Euro beziffert.

Dass es den Roten Bullen mit dem geplanten Aufstieg ernst ist und sie sportlich was drauf haben, beweist das Resultat des gestrigen Testspiels gegen den Bundesliga-Neuling FC Ingolstadt. Das Spiel haben die Sachsen mit 2:0 gewonnen.

Am Montagabend ist also das Kleeblatt dran: Um 20.15 Uhr ist Anstoß in der Red Bull Arena. Ein Tipp für Fans, die beim Spiel dabei sein wollen: Aufgrund einer Demonstration im Innenstadtbereich von Leipzig wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Deshalb wird dringend empfohlen, frühzeitig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen!
Wer nicht nach Leipzig fahren kann oder will: Sport 1 überträgt die Begegnung live.

Asamoahs aktive Fußballer-Karriere ist zu Ende

Asamoah - LesungGerald Asamoah, eine der Galionsfiguren der Kleeblatt-Aufstiegstour 2011/12 in die Bundesliga hat seine Profi-Karriere nach 18 Jahren definitiv beendet. Am Samstag vor einer Woche stand Asa zum letzten Mal als aktiver Spieler auf dem grünen Rasen, der ihm so viel bedeutet und sein Leben bestimmt hat: Beim Regionalliga-Spiel zwischen der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach II, das Asa’s Mannschaft mit 2:1 gewann.

„Es war eine geile Zeit“, blickt der 36-Jährige in einem Interview des Sportmagazins „kicker“ auf seine Karriere zurück.

„Schalke ist eine Religion, eine große Familie. Und ich bin ein Teil davon geworden. Ich wusste in diesem Verein zu jeder Zeit, dass alle hinter mir stehen und mein Herz hier hingehört. Die Fans haben mich im Laufe der Jahre in ihr Herz geschlossen. Andersherum ist das genauso der Fall. Im Nachhinein kann ich meine Spielzeiten bei anderen Klubs nur als Ausflüge bezeichnen.“

Unvergesslich ist für Kleeblattfans allerdings sein „Ausflug“ zur Spielvereinigung: Asamaoh kam im Januar 2012 nach Fürth und war im Team des damaligen Trainers Mike Büskens einer der Motoren, als es galt, das Image der „Unaufsteigbaren“zu widerlegen. Die SpVgg verpflichtete den Vater von drei Kindern (darunter Zwillinge), und bereits bei seinem Ligapflichtspieldebüt – am 12. Februar 2012 gegen den SC Paderborn – konnte Asamoah zwei Tore zum 5:1-Endstand beitragen. Am Ende dieser Spielzeit gelang dann der heißersehnte Aufstieg der SpVgg in die Erste Liga. Obwohl Asamoah nach dem schnellen Abstieg der SpVgg nach nur einer Saison in der Zweiten Liga oft nur auf der Bank Platz nehmen durfte, war er in der Hinrunde der Spielzeit 2012/13 Stammspieler. Sein zum 30. Juni 2013 auslaufender Vertrag hier in Fürth wurde jedoch nicht verlängert. Schade, dass die Spielvereinigung ihn eher sang- und klanglos verabschiedete. Immerhin hatte Asa in 27 Spielen fünf Tore geschossen.

Wir haben im Greuther-Weiber-Blog mehrmals über Gerald Asamoah geschrieben. zum Beispiel über seinen Auftritt in der Fürther Cömodie, wo er sein Buch „Diese Weg wird kein leichter sein“ vorstellte (Foto). Das war genauso ungewöhnlich wie sein Engagement bei einer Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in der Fürther Geleitsgasse. Asamoah wurde in der „Nacht aller Nächte “ in der Fürther Gustavstraße – als im April 2012 klar war, dass die Spielvereinigung in die Erste Liga aufsteigt, und er im Fenster des „Gelben Löwen“ stand  – zur Stimmungskanone schlechthin. „Derbysieger, Derbysieger“ rief er in die Menge, die vor ihm in die Hocke ging. Gänsehaut pur! Wie sehnen sich die Kleeblattfans heute nach solchen Momenten!

Der 43-malige Nationalspieler, WM-Zweite 2002 und WM-Dritte 2006, läuft am 14. November unter dem Motto „Asa seine letzte Schicht“ zu seinem Abschiedsspiel auf Schalke ein allerletztes Mal auf.
Das ganze Interview mit Gerald Asamoah ist auf kicker-online zu lesen mit – wie ich finde – interessanten Fotos von Asamoahs Karriere.

Heißer Kampf: Kleeblatt-Mädchen aufgestiegen

SpVgg_Damen_JubelDieser Pfingstmontag war der heißeste in der Wetter-Geschichte (über 35 Grad) – und ausgerechnet an diesem Tag spielten die U23-Mädchen der Spielvereinigung um den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Mit dem SpVgg-Bus waren die Damen nach Kalbensteinberg im Fränkischen Seenland angereist, um sich mit dem DJK Gnotzheim – dem Zweitplatzierten der Bezirksliga Süd – im Relegationsspiel um den direkten Aufstieg zu messen. Ich war bei diesem wichtigen Spiel dabei und saß in den ersten 45 Minuten (im Schatten) inmitten von Gnotzheimer Fans, die das Spiel mit witzigen Bemerkungen kommentierten.

Die Partie bei glühenden Temperaturen begann engagiert, in der 12. Minute trafen dann die DJK-Damen nach einer Ecke ins Kleeblatt-Tor. „Die Färdder Torfrau is‘ nix“ war neben mir zu hören. „Na“, meinte ein Zuschauer daneben „die hat doch nur die Sonne geblendet“. Wie auch immer – es stand 1:0 gegen die SpVgg. Aber die Kleeblattfrauen ließen sich nicht den Schneid abkaufen. SpVgg_Damen_TrinkenWegen der großen Hitze musste das Spiel für Wasserpausen unterbrochen werden, der Platz war hoppelig und Aktionen vor den Toren (Abstoß) wurden von Staubwolken begleitet. Überhaupt war ich beeindruckt, wie tough alle Spielerinnen bei diesen Temperaturen in gleißender Sonne agierten. Sie schwitzten und waren ausgepumpt, versuchten aber permanent, mit schnellen Pässen und gezieltem Zuspiel den Gegnerinnen das Leben auf dem Platz noch schwerer zu machen. Und so schaffte Lena Bieber nach einer knappen halben Stunde auch prompt den verdienten Ausgleich. Sehr zum Leidwesen meiner Gnotzheimer Banknachbarn, die immer dann, wenn es vor dem Gnotzheimer Tor brenzlig wurde, riefen „Tormann, Tormann, tu‘ was“. Offenbar ist es für männliche Fans noch schwierig, ihr jahrzehntelanges „normales“ Fußballvokabular auf Damenfußball umzuswitchen?
Nach der Pause ging es schnell und kämpferisch weiter. Nadine Lang schoss das – mit starkem Applaus der zahlreichen aus Fürth mitgereisten Zuschauer belohnte – 2:1. Das blieb dann auch das Endergebnis. Die weiß-grünen Kleeblattmädchen waren nach dem Abpfiff überglücklich und feierten auf dem Spielfeld ihren Sieg und den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Eine Superleistung. Hatten doch die Kleeblattgirls vor dem Beginn der Rückrunde tief im Abstiegskampf gesteckt. Doch mit ihrem Coach Oliver Fürstenhöfer ist es ihnen gelungen, in der Rückrunde alle Spiele  – bis auf zwei Unentschieden – für sich zu entscheiden. Der Aufstieg in die Bezirksoberliga ist ein echter Erfolg. Die Greuther-Weiber gratulieren: Wir werden Euch in der nächsten Saison nicht aus den Augen verlieren und immer mal wieder über Euch bloggen!

Aus der Traum – aber Frank Kramer bleibt!

Ich kann mich an nur wenige Fußballmatches erinnern, die so spannend, dramatisch und emotional aufgeladen waren wie dieses zweite Relegationsspiel der Spielvereinigung gegen den Hamburger SV gestern Abend im Ronhof. Aber – das Leben ist nicht fair – dem Kleeblatt ist der greifbar nahe Wiederaufstieg nach nur einer Zweitligasaison in die Bundesliga nicht gelungen. Die Partie ging 1:1 unentschieden aus. Denn aufgrund dieser absurden „Das-Auswärtstor-gilt-mehr-Regel“ gab es keine Verlängerung und kein Elf-Meter-Schießen.

Doch bei allem Frust am „Day after“ – eine gute Nachricht kann alle Fans optimistisch in die Kleeblattzukunft blicken lassen: Trainer Frank Kramer gefällt es hier bei der Spielvereinigung, und er wird aller Voraussicht nach bleiben (er hatte ja in den vergangenen Wochen mehrere Angebote von Bundesliga-Vereinen erhalten). Das wurde heute früh in den Nachrichten gemeldet, und ich hoffe, es ist kein Fake.

Über das Spiel möchte ich mich gar nicht mehr im Detail auslassen. Die Hamburger begannen nach dem Donnerstagspiel überraschend kompakt und konzentriert. Und so fiel in der 14. Minute ein für Wolfgang Hesl nur schwer haltbares Kopfballtor durch Pierre-Michel Lasogga. Ein Spieler, der mit seiner Körpersprache und provokativem Verhalten wenige Sympathisanten auf seiner Seite hat. Auch seine demonstrative Schadenfreude in Richtung Fürther Trainerbank nach dem Spiel sprach Bände.
Dieses 1:0 brachte die SpVgg erst mal aus dem Konzept, gegen Ende der ersten Halbzeit hatte sie sich jedoch wieder gefangen. Die zweite Halbzeit zeigte dann ein Fürther Team, das wieder passgenauer spielte und ein wenig zur Form des Relegations-Hinspieles zurückfand. Erleichterung, als Stephan Fürstner der Ausgleichstreffer gelang. Aber das Kleeblatt musste ja (siehe oben) zwei Tor schießen, um den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Und die gingen – trotz bester Aktionen von Ilir Azemi, Daniel Brosinski und Niclas Füllkrug – einfach nicht ins Hamburger Tor, das Jaroslav Drobny nach dem Ausfall (Bandscheibenvorfall) von Keeper René Adler erneut überraschend gut verteidigte. So blieb der Endstand 1:1 bitter für die Fans im mit 17.500 Zuschauern ausverkauften Stadion, die ihre Mannschaft von der ersten Minute bis zum Abpfiff angefeuert hatten, was das Zeug hielt. Und auch später in der Fürther Gustavstraße feierten viele Kleeblattanhänger „ihre“ Mannschaft bis in den späten Abend.

Ich finde, trotz des Verbleibens in der Zweiten Liga: Es war eine schöne und spannende Saison. Frank Kramer hat aus einer jungen und neuen Mannschaft ein richtig gutes Team gemacht, dem es sichtbar Spaß macht, Fußball zu spielen. Der aktuellen Enttäuschung beim Verein und den Fürther Fans wird die Vorfreude auf die Saison 2014/15 folgen.

Fürth zeigt Flagge – wo immer es geht!

Morgen ist der große Tag: Punkt 17 Uhr beginnt das zweite Relegationsspiel der Spielvereinigung gegen den Hamburger SV in der Trolli ARENA. Das erste Spiel ist bekanntlich 0:0 unentschieden ausgegangen. Das heißt, morgen ist alles drin. Gewinnen die Fürther, wäre der Wiederaufstieg in die Bundesliga perfekt! Wer es noch nicht mitbekommen hat: Der Fürther Stadtlauf wird aus Sicherheitsgründen um eine Woche auf den 25. Mai 2014 verlegt.

Bewohner der Stadt zeigen seit einigen Tagen ihre Sympathie für den Fürther Fußballverein auf vielerlei Art: Seriöse Geschäftsleute tragen zum dunklen Anzug auf einmal einen weiß-grünen Schal, Autos sind mit kleinen Wimpeln dekoriert, Kinder gehen in Kleeblatttrikots in die Schule.
Aber den Vogel hat meiner Ansicht nach dieser SpVgg-Fan abgeschossen. Direkt vor der Ludwigsbrücke – einer der Haupt-Einfallsstraßen in und aus Fürth – wird ein Haus renoviert und neu gedeckt. Und der riesige Kran, der direkt neben der Straße steht und mit dem viele der Bauarbeiten durchgeführt werden, ist mit einer wunderbaren großen Kleeblattfahne versehen. Ich habe die weithin sichtbare Beflaggung gesehen, als ich mit meinem Auto vorbeigefahren bin und dachte mir: Das ist doch wieder etwas für unseren Greuther-Weiber-Blog. Da hat sich wohl jemand ganz viel Mühe gegeben. Das muss wahre Liebe sein!