Visionen einer Kleeblattanhängerin

Es geht allmählich in die Endphase dieser Fußballsaison. Die Spielvereinigung steht nach wie vor auf dem zweiten Tabellenplatz – punktgleich (49 Punkte) mit dem SC Paderborn. In den letzten sechs Spielen gibt es noch einige pikante, allerdings nicht unbezwingbare Gegner. Den Anfang macht morgen, 7. April, ab 20.15 Uhr der SC Ingolstadt, dann z.B. noch die 1860er und der SV Sandhausen. Und am Ostersonntag, 20. April, um 13.30 Uhr findet das wichtige, vielleicht alles entscheidende Auswärtsspiel in der Benteler-Arena gegen den SC Paderborn statt.

Weniger gute Chancen, in der Bundesliga zu bleiben, haben unsere „Freunde“ aus Nürnberg. Der Club hat gestern zu Hause die Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2 verloren und verharrt auf dem 17. Platz. Und heute hat der Tabellenletzte – Eintracht Braunschweig – das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 überraschend mit 3:0 gewonnen. Nur jeweils einen Punkt entfernt ist Braunschweig noch vom Tabellenvorletzten aus Nürnberg und einen weiteren Punkt vom 15. oder 16. Platz. Pech für den 1. FCN, dass er bei den letzten Spielen in der Saison 2013/14 noch Gegner hat, gegen die Siege ernsthaft fast nicht möglich sind. Dazu gehören u.a. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, Mainz 05 und Schalke 04.

Heute war ich bei einem Damenfußballspiel in Baiersdorf und habe mich am Rande der Partie mit einer Zuschauerin unterhalten. Sie hofft auf einen sicheren Wiederaufstieg des Kleeblatts. Oder – von der Spannung her – auf das Relegationsspiel zwischen der Spielvereinigung und dem Club. „Und das gewinnen die Kleeblätter natürlich haushoch. Die Nürnberger fegen wir vom Platz, so schnell schauen die gar nicht“, meint sie. Auf meinen Einwand hin, dass bei diesen hochbrisanten Begegnungen oft Auseinandersetzungen zwischen Nürnberger und Fürther Fans drohen (z.B. auf dem Foto beim Frankenderby im November 2012, als die Polizei die Straßen in Fürth sperrte, damit die Fans des 1. FCN zum Stadion gehen konnten), machte der weibliche Kleeblattfan einen interessanten Vorschlag. „Die sollen im Relegationsspiel dann irgendwo im Geheimen spielen, ohne dass jemand davon weiß. So wäre das eine friedliche Partei.“ Warum eigentlich nicht? Das hätte was!

Das erste Spiel ohne Coach Mike Büskens

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück; der alte Winter, in seiner Schwäche…“ – so poetisch will ich nach meinem Winterurlaub gar nicht sein. Lassen wir Faust Faust sein (außerdem liegt in Fürth ja noch viel Schnee) und konzentrieren uns ganz auf das heutige Spiel gegen Bayer Leverkusen im Fürther Ronhof.
Das erste Mike Büskens-freie Spiel begann für das Kleeblatt gut: Es stand massiv in der Offensive, ließ dem Tabellendritten keine Chancen auf echte Angriffe, geschweige denn auf Tore, blieb bei Standards brandgefährlich. Castro musste in der 30. Minute einen Kopfball von Kapitän Mavraj nach einer Ecke durch Geis auf der Linie klären.
Überragend war nicht nur in den ersten 45 Minuten Kleeblatt-Keeper Wolfgang Hesl. Er hielt, was zu halten war. Die Leverkusener kamen nicht zum Abschluss. Und so blieb es auch in der zweiten Halbzeit. Das Kleeblatt – vielleicht motiviert von Interimstrainer Ludwig Preis? – zeigte Leidenschaft und Herz. Wie so oft hatte man als Spielbeobachter das Gefühl, dass der Schiedsrichter eher auf Seiten der in der Bundesliga etbalierteren Leverkusener Mannschaft war.
Es blieb am Ende beim 0:0-Unentschieden. Ein gelungener Einstand für Preis. Übrigens war das Stadion nicht gigantisch gut besucht: Nur 14 635 Zuschauer waren gekommen. Alles nur wegen des bescheidenen kalten Wetters, oder wollten viele Fans ein Zeichen setzen und demonstrieren, dass sie mit der Entlassung von Mike Büskens alles andere als einverstanden sind?
In der nächsten Woche bleibt’s spannend. Präsident Helmut Hack führt ernstzunehmende Gespräch mit Ralph Hasenhüttl. Vielleicht sitzt der beim Spiel gegen den Hamburger SV am kommenden Samstag schon auf der Trainerbank der Weiß-Grünen?