Deutsche pfeift Champions-League-Finale

Bibiana Steinhaus ist für alle, die regelmäßig unseren Blog lesen, kein unbekannter Name. Die toughe Schiedsrichterin aus Hannover hat immer wieder Partien im Herrenfußball gepfiffen, bei denen auch das Team der Spielvereinigung mit auf dem Rasen stand (Foto: Dezember 2016 gegen Union Berlin). Sie ist die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele im Männerbereich leitet, darunter Spiele im DFB-Pokal sowie in der Zweiten und 3. Liga. In der Bundesliga wird sie von der DFL als sogenannte „4. Offizielle“ am Spielfeldrand eingesetzt. Auch bei den Frauen-Fußball-WMs 2011 und 2015 war sie Referée. Außerdem ist sie die erste Frau, die sowohl ein Finale bei einer Weltmeisterschaft als auch eines beim Olympischen Fußballturnier der Frauen geleitet hat.
Frau Steinhaus – im täglichen Leben Hauptkommissarin bei der Polizei Niedersachsen – hat jede Menge Sachverstand und eine integrative Art, wieder Ruhe bei hitzigen Diskussionen auf dem Spielfeld herzustellen. Dass sie sich auch bei prominenten Trainern durchzusetzen weiß, hat sie im kleinen Showdown mit Pep Guardiola gezeigt. Der war ihr bei einem Spiel zu nahe gekommen und hatte mit einer zu vertraulichen Geste den Unmut der Schiedsrichterin hervorgerufen.

Bibiana Steinhaus kommt demnächst wieder zu großen Ehren. Als Zeichen der Anerkennung wird sie das Frauen-Finale der Champions-League am 1. Juni 2017 ab 20.45 Uhr in Cardiff leiten. Dort treffen die beiden Frauenmannschaften von Olympique Lyon und Paris St. Germain im Endspiel aufeinander. Leider haben sich die Damenteams des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg nicht übers Viertelfinale hinaus qualifizieren können. Dafür hat sich der VfL Wolfsburg nach 2013 und 2014 am vergangenen Sonntag die dritte deutsche Meisterschaft im Frauen-Fußball gesichert.

Übrigens werden in diesem Jahr beide Champions-League-Endspiele – der Männer und der Frauen – von deutschen Schiedsrichtern geleitet (zum zweiten Mal nach 2007). Der europäische Fußball-Verband UEFA hat entschieden, dass der Münchner Unparteiiische Felix Brych im Finale zwischen Juventus Turin und Real Madrid am 3. Juni in Cardiff eingesetzt wird.

Das Kleeblatt zwischen Himmel und Hölle

Mir gefallen die Anzeigenmotive der Spielvereinigung meistens ausnehmend gut. Sei es der Spruch „Raus aus der Kabine und ab nach oben”. Das klang sehr nach geplantem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Und der Untertitel „Vielleicht kann man bald Robben sehen”“ war eine witzige Anspielung darauf, dass das Kleeblatt auf den Rekordmeister Bayern München trifft und sich mit Superstars wie Arjen Robben oder Manuel Neuer auseinandersetzen muss. Gut war auch die Kampagne: “Erst mal packen, was geht”.

Anzeigenmotiv Maerz_2015Seit letztem Samstag ist jetzt das neue Kampagnen-Motiv mit markantem Werbeslogan zu sehen. „Wenig Anziehungskraft und reichlich Turbulenzen “ heißt es da. „Zwischen Himmel und Hölle brauchen wir jeden an Bord“. Damit versucht man auf den eher mäßigen Erfolg der Spielvereinigung in der laufenden Saison anzuspielen. Und die Message ist klar: Nur gemeinsam kann man die aktuelle Situation meistern, auch wenn zuletzt nicht alles wie gewünscht lief. Mannschaft, Verein und Fans müssen deshalb umso mehr in der jetzigen Phase zusammenhalten.
Im Moment kreucht die Mannschaft auf dem 14. Tabellenplatz herum. Anders gesagt: Das Kleeblatt ist nur lächerliche acht Punkte von einem Abstiegsplatz in die dritte Liga entfernt. Wo ist da der Optimismus, den wir alle nach dem Aufstieg hatten? Oder das gute Feeling, das durch unsere Adern floss, als wir im letzten Mai nach den beiden hervorragenden Relegationsspielen gegen den Hamburger SV nur haarscharf am Wiederaufstieg vorbeigeschrammt sind?
Aber allen Skeptikern zum Trost: Jetzt ist Trainer Mike Büskens wieder an Bord des weiß-grünen Raumschiffs, und mit ihm werden die Kleeblätter vielleicht am Ende dieser Spielzeit doch noch im Siebten Himmel sein.

Pep Guardiola versucht es – Bibiana Steinhaus reagiert

Steinhaus_GuardiolaÜber die nicht nur attraktive, sondern vor allem kompetente Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus habe ich im Greuther-Weiber-Blog schon öfter geschrieben. Sie hat schon einige Begegnungen zwischen der Spielvereinigung und anderen Zweitliga-Maannschaften hier in Fürth geleitet. Am vergangenen Wochenende war sie Schiedsrichter-Assistentin in der Bundesliga und machte (beinahe) hautnahe Bekanntschaft mit Star-Trainer Pep Guardiola.
Das Spiel zwischen Bayern München und Borusssia Mönchengladbach stand bis kurz vor Schluss 0:0. So etwas lässt einem erfolgsgewohnten Münchner Coach natürlich keine Ruhe. Als Borussia-Profi Granit Xhaka verletzt auf dem Platz liegt, fürchtet Guardiola, dass seiner Mannschaft die Zeit für das erhoffte Tor davonläuft. Also macht er sich auf den Weg zur Schiedsrichter-Assistentin Bibiana Steinhaus, die vom Spielfeldrand aus das Geschehen beobachtet. Der Bayern-Trainer fordert von ihr eine längere Nachspielzeit und versucht dabei, seinen Arm vertraulich um die Schulter von Frau Steinhaus zu legen. Die Schiedsrichterin greift den Arm und zieht ihn weg. Doch Guardiola gibt keine Ruhe. Ein zweites Mal geht der Katalane wenige Sekunden später wieder zu Bibiana Steinhaus. Diesmal fasst er ihr an die Hüfte. Wieder wird diskutiert. Dann aber schütteln sich die beiden noch die Hände. (Unser Foto links ist eine Montage aus früheren Spielen).
Es ist einfach ein Fakt, dass es eine gewisse Distanz zwischen Schiedsrichtern, Spielern und Trainern geben muss. Vor allem der physische Abstand muss gewahrt bleiben. Bibiana Steinhaus hat souverän und angemessen reagiert. Übrigens: Es fiel kein Tor mehr – die Partie endete 0:0.
Im Internet habe ich auf  „Metronews“ diesen kurzen Clip über die heiß diskutierte Szene gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte: https://vine.co/v/OhLVjZYVIv2

Kleeblatteier neben Clubeiern – Das geht gar nicht!

Heute ist ein wirklich trister Karfreitag. Kälte, Regen, gedämpfte Musik im Radio. Doch die Aussicht auf ein sonniges Wochenende und das entscheidende Spiel zwischen der Spielvereinigung und dem SC Paderborn am Ostersonntag sind doch eine wirklich gute Perspektive.

Gestern habe ich mal wieder einiges über das (gespannte) Verhältnis zwischen Fans des 1. FCN und der SpVgg gelernt. Ich war in dem kleinen Blumenladen, über den ich schon im vergangenen Jahr geschrieben habe. Die Besitzerin bemalt Eier mit originellen Motiven, und ich habe sie nach den hübschen Kleeblatt-Ostereiern gefragt, die sie im letzten Jahr hatte. Eines sei noch da, meinte die Floristin. „Aber es hängt gar nicht draußen an Ihrem Osterbaum?“ hakte ich nach. Nein, das sei ihr viel zu gefährlich. „Wir haben bemalte Eier mit schwarz-rotem ‚Club‘-Design, im Bayern-München-Look und mit dem Kleeblatt. Aber alle drei Fußballvereine an einem Baum, das geht gar nicht“. Clubfans hätten schon stocksauer reagiert, wenn sie sehen, dass ein Club-Ei neben einem aus Fürth hängt, erzählt sie lachend. „Nicht mal in einer Schachtel dürfen beide zusammen liegen. Die würden mir glatt die weiß-grünen Eier zerstören.“ Da seien Fürther und sogar Münchner Fans weitaus toleranter, berichtet die Ladeninhaberin aus ihrer Erfahrung. „Da lässt einer den anderen leben und neben sich bestehen. Aber für einen echten Clubfan ist die Nähe eines Kleeblatts – was immer es auch sei – nicht auszuhalten“.
Erstaunlich, was? Nun ja, so viel zum Thema Toleranz unter Sportfans.

Wir präsentieren: unser Ehren-Greuther-Weib

2013 ist vorbei – wir Greuther-Weiber blicken nach vorne. Das Kleeblatt steht gut da im Augenblick und hat nach der Weihnachtspause wieder mit dem Training begonnen. Heute Abend geht es in Frankfurt beim Hallenturnier auch spielerisch wieder los, allerdings nur für einen Teil des Teams. Wir hoffen auf eine baldige Rückkehr und den Einsatz von Nikola Djurdjic, der das Ganze noch mit ein paar Toren garnieren könnte. Und dann – warum sollte die Spielvereinigung nicht wieder ins Fußball-Oberhaus aufsteigen? Ob alle Fans das wirklich wollen, wohin das führen würde und ob die Mannschaft das von der Vereinsspitze aus überhaupt darf, sei im Augenblick mal dahingestellt. Das Jahr ist noch jung, die Rückrunde ebenfalls. Gegen Ende der Spielzeit ist unsere Mannschaft jedoch früher schon öfter in eine Art Schockstarre verfallen, als sie dem Aufstieg schon zum Greifen nahe war. Mit einer Ausnahme bisher – wie das ausging, ist ja hinlänglich bekannt.

Wir sagen: Ja, probiert es noch einmal, habt zum Beispiel den FC Augsburg vor Augen, der den Klassenerhalt auch immer wieder hinkriegt, selbst wenn er nur ein kleines Licht ist in der Ersten Bundesliga. In Zeiten wie diesen gibt es keine Chancengleichheit mehr im Fußball, nach Bayern München kommt erst mal lange nichts. Auf diese Überflieger-Geldbeutel braucht ihr nicht zu schielen. Es gibt andere gute, redlich kämpfende Mannschaften in der Liga, mit denen es reizvoll ist, seine Kräfte zu messen – noch haben wir nicht (ganz) spanische Verhältnisse erreicht. Gott sei Dank!

Wir Greuther-Weiber unterstützen euch auch im neuen Jahr, so gut wir können. Wie der Name „Greuther-Weiber“ schon sagt, sind wir weibliche Fans. Doch heute möchten wir jemanden zum Ehren-Greuther-Weib machen, obwohl er ein Mann ist. Es handelt sich um Raimund Kirch, den Chefredakteur der „Nürnberger Zeitung“. Er wird hier keine Blog-Beiträge schreiben, aber bei ihm handelt es sich, wie auf dem Foto zu sehen, um einen echten „Greuther“- bzw. „Kräuter“-Fachmann (im Fränkischen ist, zumindest phonetisch betrachtet, der Unterschied bekanntlich nicht so sehr groß!). Raimund Kirch ist – obwohl er das in den Redaktionskonferenzen in Nürnberg nicht so explizit sagen darf – von der Spielvereinigung überzeugt. Er findet es außerdem sympathisch, dass Frank Kramer und die Vereinsspitze erst mal bescheiden zurückhaltend bleiben und das Thema Aufstieg möglichst gar nicht ansprechen.

Weibliche Kräuter-Experten hat man in vergangenen Zeiten ja gerne als Hexen bezeichnet – so weit wollen wir jetzt nicht gehen. Aber Raimund Kirch hat tatsächlich eine Menge Ahnung, wie die einzelnen Heilkräuter einzusetzen sind. Manches von dem Zeug wäre durchaus dazu tauglich, dem Kleeblatt in den kommenden Wochen Flügel zu verleihen. Wäre bestimmt gesünder und auch kostengünstiger als so mancher Energy-Drink!

Ärgerliche Urlaubssitten

Wer von uns hat noch keinen Sommerurlaub auf Mallorca oder Teneriffa, Ibiza oder an der Adria gemacht und sich dort über die ärgerlichen Angewohnheiten anderer Hotelgäste aufgeregt? Schon vor dem Frühstück werden spätestens um 7 Uhr mit großen individuellen Handtüchern die Liegestühle belegt und blockiert. Und wer dann zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Auf genau diese Situation spielt die neue selbstironische Plakataktion der Spielvereinigung an. Man sieht einige Liegestühle mit Handtüchern von Borussia Dortmund, Bayern München, dem HSV usw.  Und der Slogan bringt es kurz und knackig auf den Punkt: „Wenig Spaß und anstrengende Gäste – Nächstes Jahr fahren wir wieder woanders hin.“
Das Kleeblatt wird wohl in der nächsten Saison in der zweiten Liga wieder kleinere Brötchen backen. Und es werden sportlich und psychisch wieder Begegnungen auf Augenhöhe sein. Gute Reise!

Ein Lichtstreif am Fußball-Horizont!

Sie sind mit einem blauen Auge davongekommen und haben beim Angstgegner, dem Rekordmeister FC Bayern München, ihre Haut teuer verkauft. 0:2 hat die Spielvereinigung in der mit 71.000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena verloren.
Mit einer hochverdienten 1:0-Führung gingen die Bayern in die Halbzeitpause. Nach dem überfälligen, aber aus Sicht der Spielvereinigung vermeidbaren 1:0 hatten die Kleeblätter Riesenglück, nicht höher in Rückstand zu geraten zu sein.
Trainer Mike Büskens musste praktisch mit einer Notelf in München antreten: ohne Kapitän Mavraj (Gelb-Rot-Sperre), Schmidtgal (Patellasehnen-Probleme), Prib (Zerrung) sowie Neuzugang Djurdjic (Stirnhöhlenvereiterung). Das erste Tor fiel trotzdem erst in der 26. Minute durch Mario Mandzukic, die ca. 5000 aus Fürth angereisten Fans sahen bis dahin ein gute Abwehrleistung ihres Teams. Andererseits kamen sie in der ersten halben Stunde gerade vier Mal über die Mittellinie. Ein Facebook-Poster war pessimistsich: „Das wird nix – das Kleeblatt hat gerade mal 20 Prozent Ballbesitz.“ Naja, das sollte sich bis zum Schlusspfiff nicht wesentlich ändern. Obwohl das Kleeblatt (mal wieder) kämpfte und in der zweiten Halbzeit mit einigen Torschüssen gute Ansätze zeigte. Doch das zweite Tor des Gastgebers in der 61. Minute – wieder durch Mandzukic – ließ die leisen Hoffnungen auf ein Unentschieden wie eine Seifenblase platzen.
Fazit: Für Manuel Neuer ein ruhiger Tag mit viel Langeweile, 17 Eckbällen der Münchner  standen null (!) für die Spielvereinigung gegenüber. Das erste Tor war vermeidbar (Fehler bei Keeper Wolfgang Hesl). Die Kleeblätter zeigten eine ganz gute Defensive, schwächelten aber – wie so oft – in Richtung gegnerischen Strafraum. Aber die gute Aktion von Neuzugang Jung-Bin Park, der in der vorletzten Minute eingewechselt wurde, und das mutigere Auftreten der Fürther gegen Ende des Spiels zeigte Perspektiven auf.
Nächste Woche empfangen wir im Ronhof unseren Lieblingsgegner FSV Mainz 05. Lieblingsgegner deshalb, weil die Mainzer die einzige Mannschaft sind, wie wir in der Hinrunde besiegen konnten – auswärts! Da muss es zu Hause doch erst recht klappen, oder?

Fans von Kleeblatt und FCB demonstrieren gemeinsam

Das Spiel gegen den FC Bayern München in der Allianz-Arena beginnt morgen um 15.30 Uhr, aber schon vorher werden einige Kleebattfans in der Münchner Innenstadt anzutreffen sein: Anhänger der Spielvereinigung und des FC Bayern werden zu einem gemeinsamen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt antreten. Ihre Forderung: eine individuelle Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte. Schon im März 2012 – am Tag des Spieles gegen 1860 München in der Allianz-Arena – waren einige Mitglieder der hiesigen Fanszene zu Hause geblieben und hatten sich lieber in einer Fürther Demo für die Kennzeichnungspflicht stark gemacht (siehe Foto). Morgen möchte man nun gemeinsam mit Anhängern des FC Bayern ein deutliches Zeichen setzen.

Wer erinnert sich nicht an den 10. Februar 2010, als es beim DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem FCB und der SpVgg vor und in der Allianz-Arena zu Übergriffen eines Unterstützungskommandos (USK) auf Fürther Fans gekommen war? Wir haben damals auch in unserem Blog darüber berichtet. Bei winterlichem Wetter ohnehin schon spät im Stadion angekommen, mussten die Gästefans langwierige Kontrollen über sich ergehen lassen – teilweise auch als das Spiel schon angepfiffen war. Je nach Aussage der Beteiligten kam es dann während der Partie aus verschiedenen Gründen zu Auseinandersetzungen, bei denen Polizeibeamte, teils maskiert und unidentifizierbar, den Schlagstock schwangen und Pfefferspray sprühten.

Morgen Vormittag veranstalten die „Horidos“ und Fans des FCB gemeinsam mit der Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ um 10.30 Uhr auf dem Münchner Marienhof die Kundgebung. Dabei werden beide Fanlager ein satirisches Fußballspiel aufführen, das verdeutlichen soll, weshalb die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in ihren Augen wichtig ist. Anschließend startet ein Demonstrationszug vom Marienhof über den Marienplatz zum Sendlinger Tor. Auf dem Weg will man bei den Partei-Büros von FDP, SPD und den Grünen einen offenen Brief einwerfen. Er soll die Parteien an ihre Versprechen erinnern, die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in Bayern möglichst bald durchzusetzen.

 

Dieser „Pep“ hat wirklich Pep!

Ein Greuther-Weib schreibt nicht nur leidenschaftlich gerne über das Auf und Ab bei der Spielvereinigung. Nein, ein Greuther-Weib ist in erster Linie auch Frau und aufgeschlossen gegenüber ästhetischen Genüssen. Deshalb habe ich gestern mit großem Interesse die Verpflichtung von Josep „Pep“ Guardiola i Sala als neuen Trainer des FC Bayern München registriert. Ab dem 1. Juli 2013 wird dieser optische Leckerbissen als Nachfolger von Coach Jupp Heynckes den erfolgreichsten deutschen Bundesligaverein trainieren. Zur Zeit – und das imponiert mir – verbringt er ein Sabbatjahr in seinem hippen Upper West Side-Appartement in New York – wer würde das nicht auch mal gerne machen? Guardiola wurde von vielen französischen, englischen und italienischen Spitzenvereinen hofiert, man wollte ihn mit bis zu 20 Millonen Euro Jahresgage locken. Aber er hat sich – wie zu hören war – aus „romantischen Gründen“ für das Engagement in Deutschland entschieden. Mal sehen, ob er, der den FC Barcelona in vier Jahren zu 14 Titeln und Erfolgen führte, auch mit den Bayern und ihrer „mia san mia“-Philosophie klar kommt.

Ich finde, dieser Mann, der morgen 42 Jahre alt wird, ist eine echte Augenweide. Er kleidet sich stylisch und legt auch sonst viel Wert auf sein Äußeres. Übrigens hat er nach der Schule kurze Zeit Jura studiert. Und: Pep Guardiola ist großer Fan der englischen Pop-Rock-Band Coldplay.
Ich freue mich schon darauf, wenn Pep dann in der nächsten Bundesliga-Saison hier im Stadion im Ronhof auf der Trainerbank sitzt und uns Frauen – neben einem spannenden Spiel – auch etwas fürs Auge geboten wird!

Skeptischer Blick nach vorn – ohne Trolli

Aus der Traum von der Gummibären-Arena. Inzwischen hat es auch der letzte Kleeblattfan erfahren: Der Fruchtgummi-Hersteller Trolli will die Kooperation mit der Spielvereinigung beenden. Das Fürther Unternehmen Trolli gehört seit dem 1. Juli 2010 zu den Sponsoren des Fußballvereins und ist zudem auch Namensgeber des Stadions der Kleeblätter im Ronhof. Der Vertrag sollte eigentlich noch bis zum Jahr 2015 gelten.
Grund für das Zerwürfnis zwischen Trolli-Chef Herbert Mederer und den Häuptlingen der „Unaufsteigbaren“ ist das Theater um den Verkauf des Firmengeländes im Stadtsüden. Der Unternehmer wirft dem SpVgg-Präsidenten Helmut Hack vor, den geplanten Neubau des Kleeblatt-Stadions auf dem früheren Trolli-Firmengelände ohne Absprache abgesagt zu haben. Mit Conny Brandstätter, dem Verpächter des Stadiongeländes am Ronhof, sei ohne sein Wissen über eine Pachtverlängerung verhandelt worden. Der Trolli-Besitzer ist enttäuscht: „So, wie Helmut Hack mit uns umgesprungen ist, geht man mit keinem Familienmitglied um.“ Ende November hatte die Vereinsführung überraschend angekündigt, die Anfang des Jahres vorgestellten Pläne für den Bau eines neuen Fußballstadions am Main-Donau-Kanal fallen zu lassen.

Für den zur Zeit ohnehin sehr gebeutelten Verein ist das ein neuer Tiefschlag. Nach der desaströsen Hinrunden-Saison seit dem Bundesliga-Aufstieg – neun Punkte in 17 Spielen -, den nicht so glücklichen Spieler-Einkäufen und dem Weggang von Torjäger Olivier Occean kommt jetzt alles zusammen. Die vor ein paar Monaten noch euphorische Stimmung vieler Kleeblattfans ist im Keller. Das Hickhack um den Lärmpegel in der „Fanmeile Gustavstraße“, das Problem, Tickets für Heimspiele zu ergattern, die Befürchtung, dass Trainer Mike Büskens doch bald die Segel in Fürth streichen könnte –  Frust auf ganzer Linie! Für einen SpVgg-Anhänger hängt der Himmel seit einigen Wochen nicht mehr voller weiß-grüner Geigen.

Ich will ja jetzt nichts mies machen, aber wenn das in dem Stil weitergeht, naja. Zu allem Unglück wird auch beim ersten Rückrundenspiel gegen Bayern München am Samstag, 19. Januar, 15.30 Uhr in der Allianz Arena der Fürther Kader dezimiert sein. Der neue Hoffnungsträger  – Stürmer Nikola Djurdjic – ist erkrankt, auch Edgar Prib und Heinrich Schmidtgal fallen aus. Das heißt, das Kleeblatt startet geschwächt in die Rückrunde, wo es auf jedes Spiel, jedes Tor ankommen wird. Im Augenblick sieht es jedenfalls alles andere als rosig aus.