Überlange Nachspielzeit kostet Kleeblatt den Triumph

Da wusste BVB-Kapitän Marco Reus also schon vor allen anderen, dass Schiedsrichter Manuel Gräfe (Foto: Sportfoto Zink) fünf Minuten nachspielen lässt? So war es zumindest im TV-Interview nach dem 2:1-Sieg zu hören. Die Spielvereinigung hätte beim Pokalschlager im Fürther Ronhof in einem Fußballkrimi beinahe die Sensation perfekt gemacht und den Favoriten Borussia Dortmund in die Wüste schicken können, wenn der Referée nicht auf stolze fünf Minuten Nachspielzeit entschieden hätte. Ohne einen nachvollziehbaren Grund. Es hatte keine längeren Verletzungsunterbrechungen, Trinkpausen oder Fouls gegeben, die eine so lange Nachspielzeit gerechtfertigt hätten. Nein, als Zuschauer im Stadion oder zu Hause vor dem Fernseher konnte man sich leider des Eindrucks nicht erwehren, dass deutsche Schiedsrichter vor prominenten Bundesliga-Manschaften zu viel Respekt haben und im Zweifelsfall so lange spielen lassen, bis das „richtige“ Team das entscheidende Tor macht. DFB-Präsident Reinhard Grindel saß übrigens gemeinsam mit Philipp Lahm unter den Zuschauern im Ronhof und verfolgte das Spiel.
Ähnlich wie beim Halbfinale 2012 wurde dem Kleeblatt der beinahe erreichte Pokalerfolg in allerletzter Sekunde noch genommen. Vier Minuten der Nachspielzeit hatten die Fürther schon überstanden, Dortmund stand vor dem vermeintlichen Aus. Dann gelang dem von BVB-Trainer Lucien Favre in der 74. Minute eingewechselten Joker Axel Witsel in der 90. + 5. Minute der Ausgleichstreffer zum 1:1. Die über Gebühr verlängerte Nachspielzeit brachte die Fürther Fans im ausverkauften Ronhof in Rage.
In der Verlängerung waren die Kleeblätter einem Triumph noch einmal denkbar nah: Lukas Gugganig und Fabian Reese hatten Chancen, die sie jedoch nicht verwerten konnten. Doch dann verwandelte der BVB seine einzige Tormöglichkeit in der Verlängerung: Marco Reus traf in der ersten Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Endstand.
Fazit: Die Spielvereinigung hat super gespielt, das Maximum herausgeholt und beinahe einen Thriller für sich entschieden. Hoffen wir, dass die hervorragende Leistung das Team jetzt für die kommenden Spiele in der Zweiten Liga beflügeln wird.

Kleeblatt immer gut für Überraschungen

Heute Abend ist um 20.45 Uhr im ausverkauften Ronhof der Anstoß zum DFB-Pokalspiel der Spielvereinigung gegen Borussia Dortmund. Und die Chancen, dass das Kleeblatt für eine sportliche Sensation sorgen könnte, stehen gar nicht mal so schlecht. Die Gesetze in Pokal-Begegnungen sind bekanntlich anders als im Liga-Fußball, da kann der eine oder andere hohe Favorit schon zu Beginn des Wettbewerbes rausfliegen.

So geschehen zum Beispiel am vergangenen Samstag im Spiel des Pokalsiegers 2018 – Eintracht Frankfurt – gegen den Regionalligisten SSV Ulm. Und auch ein knapper 1:0-Sieg der „Übermannschaft“ Bayern München weiter lesen

Alle in Weiß zur Saisoneröffnung!


Das erste Spiel der Saison 2018/19 kommt immer näher. Am Samstag, 4. August, ist es endlich so weit: Die Spielvereinigung empfängt um 15.30 Uhr den SV Sandhausen zu Hause im Ronhof. Schon diese erste Begegnung verspricht spannend zu werden, die Sandhausener haben die letzte Spielzeit immerhin auf dem 11. Tabellenplatz abgeschlossen.
Die ganze Stadt Fürth stimmt sich nach und nach auf den Start in der Zweiten Liga ein. Der Fanklub Stradevia 907 (Ableitung vom Italienischen: Strada della Vita = Straße des Lebens. Im weitesten Sinne steht „Stradevia“ für den Lebensweg, den die Klubmitglieder mit/für der/die SpVgg und die Kleeblattstadt gehen. 
907 steht für den Anfang der Postleitzahl Fürths) appelliert an alle Kleeblattfans, zum Saisonauftrakt und zum DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund am 20. August in Weiß zu kommen. Tragt euren Teil dazu bei, dass gegen den SV Sandhausen der Sportpark gut besucht ist und gegen den Champions League Teilnehmer aus Dortmund nicht gelb, sondern weiß die dominierende Farbe im Ronhof ist, so steht es auf der Website der Stradevia 907. Zu diesem Zweck hat Stradevia einen kurzen Videoclip produziert, der beim Ansehen Gänsehautgefühle hervorruft.  Vielleicht gelingt es auf diese Art ja, dass möglichst viele Fußballfans nicht nur Dauerkarten, sondern auch Tagestickets kaufen und dann beim Saisonstart mit weißer Kleidung zahlreich im Stadion erscheinen. Denn das hätten sie doch verdient – unsere Kleeblatt-Profis!

Kleeblatt-BVB: DFB-Pokalspiel im Ronhof und Free-TV

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland die Gruppenphase nicht überstanden. Das Thema haken wir ab. Und konzentrieren uns ab jetzt wieder mehr auf die Mannschaft, die einem echten Fürther wirklich am Herzen liegt: die Spielvereinigung.

Der Spielplan für die Saison 2018/19 wurde heute bekannt gegeben, die genauen Spielansetzungen folgen demnächst. Bei den Spielern tut sich beinahe täglich etwas. Für uns Greuther-Weiber war bei den Abgängen die wichtigste Meldung, dass Khaled Narey kein Kleeblatt mehr ist, sondern ab sofort im Kader des Bundesliga-Absteigers Hamburger Sportverein steht. Schade, wir waren immer von Narey angetan, wenn er über einen der beiden Flügel mit rasantem Tempo den Ball in Richtung gegnerisches Tor bewegte. Dass er dann bei den Abschlüssen meist nicht so erfolgreich war – die Kugel oft weit übers Tor schoss – wollen wir hier nicht weiter kommentieren.
Eine tolle Information für alle Kleeblattfans ist die Nachricht, dass… weiter lesen

Zwiespältiges Losglück fürs Kleeblatt

Die erste DFB-Pokalrunde wurde am Freitagabend ausgelost: Die Spielvereinigung trifft auf den Spitzenverein Borussia Dortmund. Die Partie im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer wird (wie alle 32 Begegnungen der ersten Runde) zwischen dem 17. und 20. August stattfinden. Nicht nur Kleeblattfans denken dabei an das spannende DFB-Herzschlag-Halbfinale gegen den BVB im März 2012 – bei der Erinnerung durchlebt man ein Wechselbad der Gefühle.
Und jetzt also wieder Borussia Dortmund! 2012 glänzte der BVB noch mit Namen wie … weiter lesen

Warum keine Überraschung gegen Eintracht Braunschweig?

Wie leicht ein Tabellenletzter die „zweitbeste Mannschaft der Bundesliga“ (so Karl-Heinz Rummenige) düpieren kann, haben wir heute Nachmittag erlebt. Im Spiel zwischen dem FC Ingolstadt und Borussia Dortmund stand es nach gerade mal 24 Minuten 2: 0 für das bayerische Team um Trainer Markus Kauczinski. Sicher ein Schock für den BVB, der derzeit national ohnehin angeschlagen ist. Mit Hängen und Würgen schaffte es der ehemalige Deutsche Meister und DFB-Pokalsieger in einer wilden Nachspielzeit, ein 3.3-Unentschieden rauszuspielen. So dass sich die Blamage noch in Grenzen hielt.

Warum schreibe ich in unserem Blog, der sich eigentlich primär um die Spielvereinigung dreht, über dieses Spiel? Schlicht deshalb, weil morgen das derzeit auch nicht topfite Kleeblatt in Niedersachsen beim aktuellen Tabellenführer der Zweiten Liga – Eintracht Braunschweig – antreten wird. Zwar hat das Fürther Team in der vergangenen Saison beide Spiele mit 1:0 (den Blogbeitrag über dieses Spiel hatte ich mit „Wieder Hintern in der Hose“ getitelt) und 3:0 gegen Braunschweig gewonnen. Aber die Braunschweiger sind in der aktuellen Spielzeit bislang richtig gut: 22 Punkte nach neun Spielen, drei Punkte Vorsprung auf die Tabellenzweiten.

Trotzdem sollte sich das Kleeblatt – und da kann es heute von den Schanzern aus Ingolstadt lernen – im Vorfeld nicht einschüchtern lassen. Oft sind gerade favoritisierte Gegner nachlässig, zu selbstverliebt und dann im Spiel einfach nicht konzentriert genug. Das wäre dann morgen die Chance für die Spielvereinigung, ihren Frust nach den letzten verlorenen Partien abzubauen und mit einer guten sportlichen Leistung aufzutrumpfen.

Pikant ist die Begegnung auch wegen zweier Akteure im Kader der Braunschweiger Eintracht. Im Tor steht Jasmin Fejzic (Foto), den viele Kleeblattfans noch in bester Erinnerung haben. Er war aufgrund unglücklicher Umstände der „Schuldige“ am verlorenen Halbfinalspiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund im März 2012. Fejzic wechselte dann von Juli 2012 bis Ende Juni 2015 zum VfR Aalen – dessen damaliger Trainer Stefan Ruthenbeck hieß. Außerdem ist morgen der Stürmer Domi Kumbela auf dem Platz, der im zweiten Halbjahr 2015 ein Kleeblatt – allerdings wenig erfolgreich – war. Er ist seit Anfang 2016 im Verein von Eintracht Braunschweig und hat – man höre und staune – in neun Spielen sechs Tore geschossen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf den Anpfiff morgen um 13.30 Uhr in Braunschweig und bin gespannt, ob das Kleeblatt in diesem schweren Auswärtsspiel Tore macht und einen bis drei Punkte einfährt. Und dann sähe – vor allem in puncto Selbstbewusstsein – die Welt für die Kleeblätter schon wieder rosiger aus. Oder?

Diese Nullnummern zehren an den Nerven

NullnummerDie Rückfahrt heute aus Ramsau/Steiermark war ziemlich problemlos. Worüber habe ich mich dort mit anderen Urlaubsgästen primär unterhalten? Natürlich über Fußball. Zum Beispiel mit einem Ehepaar,  das ich auf einer urigen Hütte getroffen habe. Beide sind eingefleischte Union-Berlin-Fans und haben beim Aufbau der „Alten Försterei“ mitgeholfen. Und im Stadion schon einen runden Geburtstag gefeiert. Ein anderer Ski-Langläufer ist Fan von Borussia Dortmund. Sein Sport-Outfit ist gelb-schwarz. „Ihr habt ja den FC St. Pauli besiegt„, meint er optimistisch.

Heute auf der Heimfahrt habe ich im Auto ab 18. 30Uhr (vergeblich) versucht, Infos über die Begegnung zwischen der Spielvereinigung und dem SV Sandhausen im Radio zu bekommen. Vergeblich, niente. „Heute spielen die Kleeblättler gegen, na , gegen wen denn? Moment: ach ja, Sandhausen“ – soweit der inkompetente Moderator auf Antenne Bayern.

Aber – um ganz ehrlich zu sein – ich befürchte, wir haben heute auch nicht viel versäumt. Das Spiel war mal wieder eine der typischen Nullnummern der SpVgg. Zu Hause im Stadion am Laubenweg hat die Mannschaft in der Saison 2014/15  noch nichts gebacken bekommen. Erwähnenswert war heute offenbar nur der vom Fürther Keeper Wolfgang Hesl gehaltene Foulelfmeter in der 18. Minute. Durch seine Aktion blieb dem Kleeblatt ein Gegentor erspart. Gut, denn nachdem es bis Spielende dem Gastgeber nicht gelungen ist, das entscheidene Tor zu machen, wäre das Spiel wieder eine Niederlage gewesen. Die fünfte Nullnummer in den letzten acht Spielen für die Fürther, ernüchternd.
Mich frustriert der Auftritt des Teams allmählich. Ich bin erholt und relaxt. Trotzdem: Wenn die Spielvereinigung nicht bald besser spielt und Punkte macht, dann wird sie weiter im Tabellenmittelfeld der Zweiten Liga blieben. Am kommenden Freitag (18.30 Uhr) gastieren die Kleeblättler beim Aufstiegsaspiranten 1. FC Kaiserslautern.

Am Rosenmontag: Feiern bis zum Morgengrauen?

greutherweib_ramsauDie zehn Tage zwischen dem letzten Zweitligaspiel zu Hause gegen den FC Ingolstadt (0:1) und der nächsten Begegnung am Rosenmontag gegen den FC St. Pauli ist für mich die ideale (da Kleeblatt-fußballfreie) Zeit, um in die Berge zum Langlaufen zu fahren. Und ich werde heuer in Ramsau am Dachstein – im Gegensatz zum letzten Winterurlaub – mit idealen Schnee- und Wetterbedingungen belohnt: dunkelblauer Himmel, Sonne pur und hervorragender Pulverschnee.
Gefreut hat mich heute Morgen auch die Nachricht, dass der erste Sieg von Borussia Dortmund offenbar kein einmaliger „Ausrutscher“ war. Die Mannschaft hat gestern gegen Mainz mit 4:2 gewonnen (wobei das erste Tor der Mainzer schon in der ersten Minute gefallen war). Damit hat der BVB die Abstiegszone mit Tendenz nach oben verlassen. Ob die Spielvereinigung es der ehemaligen Topmannschaft nachmacht, zeigt sich am kommenden Montag. Die Erfolgsbilanz der Kleeblätter in dieser Saison ist bisher mehr als dürftig. Aktuell liegen sie auf Platz 14. Ein (eigentlich) weiß-grüner Fan zu Hause in Fürth aus dem 3. Stock prophezeite schon, dass sowohl Dortmund als auch die SpVgg absteigen werden. Aber da sieht er wirklich zu schwarz.
Das Spiel am Montag um 20.15 Uhr gegen den FC St. Pauli wird zeigen, ob sich das moralisch stark gebeutelte Team von Trainer Frank Kramer gegen den Tabellenletzten durchsetzen kann. Die Kritiken nach dem letzten Spiel gegen Ingolstadt waren vernichtend. Da war von „katastrophalem“ Fußball genauso die Rede wie von dilettantischem Angriff und mangeldem Durchsetzungsvermögen.
Also: Am Montagabnd tritt das Kleeblatt am Millerntor in Hamburg an. Die Spielvereinigung ist historisch gesehen nicht gerade der Lieblingsgegner des FC St. Pauli: Gegen keine andere Mannschaft setzte es für die „Kiezkicker“ in Liga zwei so viele Niederlagen (9) wie gegen die SpVgg Greuther Fürth. Außerdem ist das Kleeblatt auch für mehr Pauli-Gegentreffer (39) im Unterhaus verantwortlich als alle anderen Vereine. Das Hinrundenspiel Anfang September 2014 hat das Kleeblatt in Fürth mit 3:0 gewonnen!
Ich bin gespannt und werde von der Steiermark aus im Fernsehen das Spiel verfolgen. Wenn das Kleeblatt seine schlechte Serie mit einem Auswärtssieg und einigen Toren stoppen kann, dann bin ich zuversichtlich, dass der Verein seine Durststrecke erst mal überwunden hat.

Bengalos beim Derby: Jetzt muss das Kleeblatt bluten

Wir erinnern uns alle an das letzte Lokalderby gegen den Club im Grundig-Stadion Nürnberg am 20. Dezember vergangenen Jahres: Das Spiel ging unentschieden 0:0 aus, es verlief entgegen aller Unkenrufe im Vorfeld im Großen und Ganzen friedlich. Naja, es war eben Vorweihnachtszeit.
Den einzigen „Ausrutscher“ leisteten sich Fans im Fürther Block. Wohl aus allgemeinem Frust und aufgestauter Aggression gegen den Erzfeind aus der Nachbarstadt zündeten einige Kleeblattanhänger vor dem Anpfiff und während des Spiels grüne Rauchbomben und bengalische Feuer. Damit sorgten sie bei den 47.500 Besuchern für Unmut. Deshalb wurde die Spielvereinigung am Mittwoch vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Die Begründung lautet: „Fortgesetztes unsportliches Verhalten der Kleeblatt-Fans im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg“.
Aber es hat noch weitere Bundesliga-Vereine erwischt: Auch Hannover 96 ist für das Fehlverhalten einiger Anhänger zu einer Strafzahlung in Höhe von 20.000 Euro verurteilt worden. Sportlich war es ein Spektakel, als sich Werder Bremen und Hannover 96 am 13. Dezember 2014 mit 3:3 trennten. Zwei Gästefans konnten das Geschehen allerdings nicht genießen. Nachdem 96-Anhänger vor dem Anpfiff fünf Böller gezündet hatten, erlitten sie ein Knalltrauma. Außerdem hatte die Jacke eines Zuschauers „durch einen pyrotechnischen Gegenstand“ Schaden genommen, wie der DFB mitteilte.
Und noch zwei Erstliga-Klubs müssen für das Fehlverhaltens ihrer Fans bezahlen: Das Sportgericht verurteilte den FC Schalke 04 zu einer Strafe von 60.000 Euro für gleich drei Fehltritte der Gelsenkirchener Anhängerschaft. Schalkes Erzrivale Borussia Dortmund wird ebenfalls zur Kasse gebeten: Wegen mangelnden Schutzes des Gegners und eines Schiedsrichters – jeweils in Tateinheit mit unsportlichem Verhalten – muss der derzeitige Tabellen-Vorletzte 17.500 Euro berappen.

Insgesamt sind solche Fan-Aktionen also nur negativ: Sie kommen die Vereine teuer zu stehen und schaden dem Image der Klubs und des Fußballs im Allgemeinen!

CL-Achtelfinale für uns Fürther spannend

Heute Abend werde ich ab 20.45 Uhr vor dem Fernseher sitzen und mir das Champions-League-Achtelfinale zwischen Borussia Dortmund und Zenit St. Petersburg anschauen. Mit dabei ist natürlich der Feind in meinem Haus. Oh, nein, werden manche von Euch denken. Jetzt geht das wieder los, die Affinität zwischen einem Greuther-Fürth-Fan und einem BVB-Fan. Mitnichten, da seid Ihr ganz schief gewickelt. Heute geht es mir vielmehr um einen wichtigen Funktionär des russischen Vereins: um Dietmar Beiersdorfer. Er – und jetzt wird mancher von Euch staunen – ist ein waschechter Fürther.

Dietmar Beiersdorfer wurde im November 1963 in Fürth geboren, er ist ehemaliger aktiver Fußballspieler und seit August 2012 Sportdirektor von Zenit Sankt Petersburg. In seiner Jugend spielte der Franke beim TSC Cadolzburg, dem TSV Altenberg, dem ASV Herzogenaurach und dem 1. FC Bamberg. 1985 wechselte er zum damaligen Oberligisten SpVgg Fürth, ehe er von den Talentsichtern des Hamburger SV entdeckt wurde. 1996/97 spielte Beiersdorfer beim AC Reggiana 1919, einem italienischen Fußballverein aus Reggio nell’Emilia in der Emilia-Romagna. Dessen Frauenabteilung ist aktuell in der Serie A zu finden. (Das wird Greutherweib uwo, die seit gestern für ein halbes Jahr in Italien lebt, sicher freuen!)
Nachdem Beiersdorfer 1997 die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, kehrte er in den Norden Deutschlands zurück. Dort schloss er sein BWL-Studium erfolgreich ab und arbeitete anschließend als Wirtschaftsprüfer-Assistent. Im August 2002 wurde Beiersdorfer wieder vom Hamburger SV engagiert, wo er als Sportchef tätig war. Er verpflichtete Spieler wie Rafael van der Vaart, Nigel de Jong oder Marcell Jansen. Später bekleidete Beiersdorfer das Amt des Sportlichen Leiters für das Gesamtprojekt Fußball der Getränkemarke Red Bull. Ende August 2012 wurde bekannt, dass Dietmar Beiersdorfer neuer Sportdirektor bei Zenit Sankt Petersburg wird.
Ich muss sagen: Chapeau! Keine schlechte Karriere. Das Team von Zenit St. Petersburg wird für die Borussen aus Dortmund kein unüberwindlicher Gegner sein. Das Hinspiel ging ja bekanntlich 4:2 für den BVB aus. Und ich wage mal zu behaupten:  Die Fürther Komponente „Dietmar Beiersdorfer“ macht die Fußball-Begegnung für Kleeblattfans besonders pikant!