Daniel Keita-Ruel und seine zweite Chance

Ein Profi-Stürmer der Spielvereinigung ist unter die Schriftsteller gegangen. Daniel Keita-Ruel verfasste seine Autobiografie unter dem Titel: „Zweite Chance: Mein Weg aus dem Gefängnis in den Profifußball“. Das Buch – so der Verlag Kiepenheuer & Witsch (Foto: Screenshot) – wird am 16. Januar 2020 erscheinen, als KiWi-Paperback (224 Seiten, 18 Eur) und E-Book.

Daniel Keita-Ruel hat französisch-senegalesische Wurzeln (sein Vater kommt aus dem Senegal, seine Mutter von der französischen Mittelmeerinsel Korsika) und ist seit dem 1. Juli 2018 im Kleeblattkader. Die Story des Buchs wird auf der Website des Verlags kurz erzählt: weiter lesen

Kleeblattfans: Heute Abend schon was vor?

Hier ein kleiner Tipp von den Greutherweibern: Heute Abend, 5. November, findet wieder eine Veranstaltung zum 110-jährigen Jubiläum der Spielvereinigung im Jüdischen Museum in der Königstraße 89 in Fürth statt. Der bekannte Sportbuch-Autor Werner Skrentny kommt und liest ab 19.03 Uhr aus seiner im vergangenen Jahr erschienenen Biographie „Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet“.
Julius „Juller“ Hirsch ist für eingefleischte Fußballfans in Franken ein Begriff, weil er während der Meistermannschaft der Spielvereinigung im Jahr 1914 Kapitän war.
Skrentny zeichnet in seinem Buch die spannende Lebensgeschichte des gebürtigen Karlsruhers nach, der mit dem Karlsruher FV bereits 1910 Deutscher Meister war. Mit der SpVgg Fürth wurde er 1914 durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den VfB Leipzig erneut Deutscher Meister. Hirsch machte auch in der Deutschen Nationalmannschaft Furore: Zwischen 1911 und 1913 spielte er sieben Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Bei seinem zweiten Einsatz, dem 5:5 am 24. März 1912 in Zwolle gegen die Niederlande, schoss er als erster deutscher Nationalspieler vier Tore in einem Spiel.
Als Jude wurde er im März 1943 von den Nationalsozialisten wahrscheinlich nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Sein Todesdatum ist unbekannt, er wurde 1950 zum 8. Mai 1945 für tot erklärt. Das Buch von Werner Skrentny (Foto: Website SpVgg Greuther Fürth) über das erschütternde Schicksal Hirschs, dessen Namen die Nazis aus der Liste der Nationalspieler zu tilgen versuchten, wurde bereits von zahlreichen Kleeblatt-Anhängern gelesen.

Übrigens: Der Eintrittspreis von fünf Euro geht im vollen Umfang an das Jüdische Museum. Da die Plätze begrenzt sind und die Nachfrage hoch ist, wird um Kartenreservierung gebeten. Unter der Nummer 0911/977 48 53 ist der Kartenservice des Museums noch heute Nachmittag bis 17 Uhr erreichbar.

Gerald Asamoah liest in der „Comödie Fürth“

Habt Ihr schon etwas geplant für morgen Abend? Wie wäre es mit einem Besuch in der „Comödie Fürth“? Die Greuther-Weiber wollen heute auf eine Lesung hinweisen, die weniger Literaturfreaks als vielmehr Kleeblatt-Fans interessieren könnte: Gerald Asamoah und der TV-Moderator Peter Großmann lesen am Dienstag, 5. März 2013, 19.30 Uhr aus Asamoahs Biographie „Dieser Weg wird kein leichter sein“.

„Als Kind kickte er, meist barfuß spielend, in Ghana alles, was annähernd rund war; als Erwachsener trug er auf dem Nationaltrikot den deutschen Adler. Was nach einer Traumkarriere klingt, war ein steiniger Weg. Gerald Asamoah erzählt von seiner Kindheit in Afrika und seinem schwierigen Start als Gastarbeiterkind in Deutschland; eiserner Wille und Talent machten ihn schließlich zum Vereinsspieler der Bundesliga und zum deutschen Nationalspieler. Er berichtet, wie er sich mit Kampfgeist und Gottvertrauen gegen das jähe Karriere-Aus wegen seines schweren Herzfehlers stemmte und wie er mit Beharrlichkeit allen rassistischen Anfeindungen trotzte. Ein Selbstporträt, das Gerald Asamoah zeigt, wie er ist: sympathisch, offen und unverwüstlich optimistisch.“ (Veranstaltungs-Info)

Der Buchtitel geht auf den Kult-Song von Xavier Naidoo zurück. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hatte Gerald Asamoah für den Soundtrack des Turniers gesorgt. Er hatte einen Titel ausgesucht, der auf besondere Weise sein Leben beschreibt. „Dieser Weg wird kein leichter sein“ von Xavier Naidoo legte er in der Mannschaftskabine auf, und auf eine ganze Nation sprang der Funke über. „Als erster Schwarzafrikaner überhaupt war ich Fußballnationalspieler und zudem Teil des Teams, als Deutschland ein Sommermärchen feierte.“
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Von Schafkopf und Fußball

Diese Saison ist für die SpVgg Greuther Fürth aus unserer Sicht so spannend wie keine in den letzten Jahren. Der Aufstiegskampf, der DFB-Pokal – man kommt aus dem Mitfiebern mit unserem Kleeblatt überhaupt nicht mehr heraus.

Fußball ist die eine Sache, die uns Greuther-Weibern in diesen Wochen Spaß macht wie selten zuvor. Aber es gibt noch andere, mindestens genauso vergnügliche Freizeitbeschäftigungen. Lesen zum Beispiel. Geradezu ideal ist es, wenn man Fußball und Schmökern miteinander verbinden kann – wie in einem Krimi, den ich heute vorstellen will. „Schafkopf“ heißt er, geschrieben von Tommie Goerz, erschienen bei Ars Vivendi (ISBN 978-3-86913-041-5, Preis: 14,90 Euro).

Das Buch spielt in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umgebung. Es ist eine wahre Freude, die Figuren zum freitagabendlichen Schafkopfen in die Wirtschaft zu begleiten, ihre fränkischen Dialoge – die naturgemäß fast ohne Worte auskommen – zu verfolgen. Und wenn Kommissar Friedo Behütuns zwischen Kalchreuther Felsenkeller und Oberndorfer Weiher ermittelt, dann hat jeder bei der Lektüre bestimmte Bilder aus eigenem Erleben vor Augen.

Was den Krimi für uns Greuther-Weiber aber ganz besonders lesenswert macht, ist die fränkische Fußball-Welt, die eine nicht unbedeutende Rolle in dem Buch spielt: Die beiden verfeindeten Lager von Anhängern des 1. FC Nürnberg auf der einen Seite und Kleeblatt-Fans auf der anderen werden aufs Trefflichste charakterisiert.

Goerz geht zum Beispiel der Frage nach: Wie wird man im Nürnberger Land zu einem Fürth-Fan? Und kommt zum Ergebnis: „Das geht eigentlich nicht. Außer, wenn man anders ist.“ Und er sinniert über die Berg-und-Tal-Fahrten des Clubs, die die Gemütszustände von dessen Anhängern von einem Extrem ins andere treiben. „Der Club-Fan will leiden“, „Leiden bestimmt seinen Alltag“, heißt es da. Jawohl! Das können wir nur bestätigen.

Die Fürther Fans dagegen: „gemütlich, erdig, brav“. Sie nehmen alles leichter. Laut Goerz „sondern sie Hingebung ab – Hingebung an die Niederlage und das Tragen des Schicksals mit Stil“. Und sie haben sich an die Tatsache gewöhnt, dass immer der Club auf Seite 1 im Sportteil steht, auch wenn seine Spiele „stümperhaft oder pomadig“ waren. Währenddessen die Fürther sich mit der dritten Seite begnügen müssen, auch wenn sie oft in derselben Liga spielen.

Neben solchen amüsant-fußballphilosophischen Erkenntnissen liefert Goerz eine spannende Story um rätselhafte, grausige Morde, bei denen jeweils ein Club-Trikot eine Rolle spielt. Mehr wird nicht verraten – den Rest müsst Ihr/müssen Sie selber lesen!