Wenn eine Mannschaft einfach zerbröckelt

Am beeindruckendsten an dieser Partie heute gegen den SC Paderborn war aus Fürther Sicht wohl die Choreo vor dem Spiel: Die Paderborn-Fans haben dem ehemaligen Vereinspräsidenten Wilfried Finke, der kürzlich verstarb, eine würdige Abschiedsvorstellung gewidmet (Foto: Sportfoto Zink).
Was das Kleeblatt dagegen heute geboten hat, kann man höchstens als Trauerspiel beschreiben. Dabei war die 0:6-Klatsche von A bis Z verdient. Zwar kann man das 0:1 noch als ein wenig unglücklich bezeichnen, da die dem Tor vorausgehende Situation ohne Videobeweis nicht ganz zu klären war; man hätte auch eine Schwalbe auf der Seite des SC Paderborn sehen können. Doch letztlich entscheidet der Schiedsrichter, und der sah die Sache eben als Elfmeter gegen die Spielvereinigung und Gelb gegen Sascha Burchert. Den Strafstoß verwandelte Philipp Klement souverän zum Führungstreffer. Und von da an ging´s nur noch bergab für die Spielvereinigung.

Auf den Spielverlauf möchte ich deshalb gar nicht groß eingehen. Man wollte gar nicht mehr hinschauen, die Mannschaft zerbröckelte nach und nach und löste sich in ihre Einzelteile auf. Trainer Damir Buric war – wohl wegen der Sperre, die er sich zuletzt wegen Übereifers am Spielfeldrand eingehandelt hatte – heute in die zweite Reihe auf der Bank verwiesen worden. Seine Geste beim 0:1 (Foto: Sportfoto Zink) spricht Bände! Hat er da womöglich schon das nahende Debakel kommen sehen? Ein Debakel, das schließlich auch für ihn persönlich Folgen haben könnte. Denn dass die Vereinsspitze die schlechten Leistungen von Spiel zu Spiel weiterhin kommentarlos einfach so hinnimmt wie bisher, kann man sich kaum vorstellen. Den Vertrag von Buric hat man leichtsinnigerweise bis in eine gefühlte Ewigkeit verlängert. Doch mit dem Engagement von Benno Möhlmann als Berater wurde – wenn man so will –  eine Art Ersatztrainer für den Notfall beschafft. So wird jedenfalls in Fürth gemunkelt, und nun könnte diese Lesart der Realität langsam näher kommen.

Derbysieger, Derbysieger – diesmal nicht!

Der 20. Oktober 1979 und der 24. September 2017 haben etwas gemeinsam: An beiden Tagen hat der 1. FC Nürnberg das Frankenderby gegen die Spielvereinigung im Fürther Ronhof gewonnen. Damals mit 4:1, heute mit 3:1. Schade. Dem Spiel aller Spiele für fränkische Fußballfans gingen viele tiefgründige Analysen, Prognosen und Tipps voraus. Wer hat die stylischere Frisur, was essen die Fans zu Mittag, wer tippt auf welches Ergebnis? Kommt die SpVgg aus dem Formtief heraus?
Das Kleeblatt hatte nach dem 3:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf erahnen lassen, was in ihm steckt. Die 0:3-Niederlage dann am letzten Mittwoch bei Eintracht Braunschweig holte optimistische Anhänger zurück auf den Boden der Tatsachen. Die wie lauten? Das Kleeblatt hat in puncto Stellungsspiel einiges gelernt, aber es schwächelt oft im Abschluss.
Heute begann die Partie nach einer originellen Choreografie der Kleeblattfans (Foto: Sportfoto Zink) auf beiden Seiten engagiert, viel Respekt vor den zurzeit sehr erfolgreichen Clubberern war auf Fürther Seite nicht erkennbar. Doch das Tor in der neunten Minute durch Mikael Ishak war für die Kleeblätter ein Schlag ins Gesicht, auch Khaled Narey daran schuldig. Bis zur Halbzeitpause wurde die  Partie dann hauptsächlich vom Nürnberger Defensivspiel geprägt. Das Kleeblatt hätte aktiver sein müssen. weiter lesen