Keine Zuschauer beim Spiel gegen das Kleeblatt

Englische Wochen gehen an die Substanz

Englische Wochen haben es in sich. Um die restlichen Spiele, die wegen der Corona-Unterbrechung ausfallen mussten, alle noch bis Ende Juni stattfinden zu lassen, gibt es für die Bundesliga und die Zweite Liga harte – sprich: englische – Wochen. D.h. Fußballspiele im Abstand nur weniger Tage. Heute tritt die Spielvereinigung zu Hause (natürlich wieder ohne  Stadionbesucher) gegen den VfL Osnabrück an. Das Spiel des Kleeblatts gegen Dynamo Dresden am letzten Wochenende fiel aus, weil die Sachsen wegen positiver Corona-Testergebnisse in Quarantäne sind. Die Begegnung (27. Spieltag) wird am 9. Juni in Dresden nachgeholt.
Die vier Spiele der Zweiten Liga heute Abend werden hoffentlich von vielen TV-Zuschauern angesehen. Zeitgleich – ab 18.30 Uhr – findet nämlich das Topspiel Bayern München gegen Borussia Dortmund statt. Und ich könnte mir vorstellen, dass für einige Zweitligafans hier die Qual der Wahl besteht.
Auf jeden Fall sollte die SpVgg die Partie heute gegen den 13. der Tabelle nicht auf die leichte Schulter nehmen. Osnabrücks Profis konnten vergangene Woche mit einem Unentschieden und Punktgewinn beim Tabellenführer Arminia Bielefeld demonstrieren, dass sie nicht zu unterschätzen sind. Fürths Trainer Stefan Leitl ist dennoch optimistisch: „Wir werden alles daransetzen, um diese drei Punkte in Fürth zu behalten.“ Aller Voraussicht nach wird heute Abend auch wieder Daniel Keita-Ruel in der Startelf sein.
Schon am nächsten Freitag, 29. Mai, tritt die Spielvereinigung ab 18.30 Uhr beim SV Darmstadt 98 im Merck-Stadion am Böllenfalltor an.

Spätes Unentschieden bei Geisteratmosphäre

Dieses erste Heimspiel im Fürther Ronhof ohne Zuschauer – das war einfach ungewöhnlich. Aber ich finde, es hatte auch was! Viele Kleeblattfans mussten die Begegnung gegen den Bundesligabsteiger Hambuger SV auf den heimischen Bildschirmen verfolgen. Die Partie, die am 13. März kurzfristig wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, war spannend und nahm am Ende einen glücklichen Ausgang für die Spielvereinigung. weiter lesen

Geisterspiel gegen HSV ohne Maskottchen Eddy

Bei den Geisterspielen, die ab dem kommenden Wochenende in der Ersten und Zweiten Bundesliga stattfinden werden, muss man leider auf Vereinsmaskottchen verzichten. So bekommt z. B. auch Geißbock Hennes IX. die Corona-Auswirkungen zu spüren. Weil das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga ein Maskottchenverbot vorsieht, muss der Bundesligist 1. FC Köln am Sonntag im Spiel gegen den FSV Mainz 05 erstmals seit 2008 ein Spiel ohne seinen Glücksbringer bestreiten.
Die medizinische Taskforce der DFL hat einen umfangreichen Hygieneplan entworfen. Das Papier regelt enorm viele Details zu Infektionsschutz, Organisation und Abläufen, unter vielem anderen:

  • personalisierte Getränkeflaschen
  • kein gemeinsames Einlaufen
  • kein Maskottchen
  • kein Mannschaftsfoto
  • mehr Kabinen
  • Fieber-Fragebögen für Kameraleute und Techniker
  • einheitliche Raumtemperatur in den Hotels
  • Spieler putzen ihre Schuhe selbst

Das gleiche Schicksal wie Geißbock Hennes ereilt dann natürlich auch das Kleeblatt-Maskottchen Eddy (Fotos: Sportfoto Zink). Der grüne Drache, der sich während der Heimspiele immer am Spielfeldrand aufhält und sich über Tore der Spielvereinigung freut, muss am kommenden Sonntag, 17. Mai,  ab 13.30 Uhr beim Heimspiel gegen den Hamburger SV zu Hause bleiben. Hoffen wir mal, dass das Kleeblatt die ungewöhnliche Partie trotzdem gewinnt.

„Postillon“: 1,5 Meter Sicherheitsabstand in der Mauer

Ich bin ein richtiger Fan des „Postillons“. Nicht nur, weil die deutschsprachige Website (wie wir) aus Fürth kommt, sondern weil Chefredakteur Stefan Sichermann seit 2008 täglich Themen aufgreift und als satirische Beiträge im Stil von Zeitungsartikeln und Agenturmeldungen in seinem Blog witzig umsetzt. Wir Greuther-Weiber, die sich mit Fußball im Allgemeinen und dem Fürther Kleeblatt im Besonderen beschäftigen, sind natürlich gespannt, ob die Saison 2019/20 aufgrund des Corona-Virus sang- und klanglos ohne weitere Spiele zu Ende geht. Oder ob man sich für „Geisterspiele“ entscheidet – also Begegnungen ohne Publikum in den Stadien.
Der „Postillon“ hat letzte Woche dazu eine Satire veröffentlicht, die wir unseren Bloglesern nicht vorenthalten möchten:
„Seit Montag ist es offiziell! Die Bundesliga soll bereits am 9. Mai wieder fortgesetzt werden – allerdings nur unter strengen Auflagen. Bereits bekannt ist, dass alle Spiele ohne Publikum stattfinden sollen. Der Postillon hat außerdem erfahren, dass weitere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden sollen.
Wichtigste Regel ist demnach ein Sicherheitsabstand von mindestens anderthalb Metern, der auch bei Zweikämpfen stets einzuhalten ist. Wer aktiv in den 1,5-Meter-Bereich eines anderen Spielers eindringt, wird wegen gefährlichen Spiels mit einer gelben Karte bestraft.
Einzige Ausnahme: Die 1,5 Meter Sicherheitsabstand bei Zweikämpfen müssen nicht eingehalten werden, wenn der Grätschende und der Gegrätschte im selben Haushalt leben.
Als weitere Maßnahmen vereinbarte der DFB nach wissenschaftlicher Prüfung mit der Politik:
– Jeder Spieler muss eine Atemschutzmaske in derselben Farbe wie sein Trikot tragen.
– Alle 10 Minuten gibt es eine Spielunterbrechung zum Händewaschen, zum Wechsel durchnässter Atemschutzmasken und zur Balldesinfektion.
– Beim Einwurf müssen Handschuhe getragen werden.
– Rudelbildung wird sofort mit Rot für alle Beteiligten geahndet.
– Husten oder Niesen gelten als Tätlichkeit und werden ebenfalls mit Rot geahndet.
– Auch bei Freistößen gilt: 1,5 Meter Sicherheitsabstand in der Mauer.
– Picknick auf dem Rasen ist verboten.
Ansonsten bleibt alles wie gewohnt.“

Wer noch mehr vom „Postillon“ lesen will: Hier ist der Link (Foto: screenshot www.der-postillon.com)

Kein normaler Fußballsommer

In eigenartigen Zeiten wie diesen, da stoßen sogar die Greuther-Weiber und „Die 3 Clubfreunde“ ins gleiche Horn: Worüber soll man als Blogger schreiben, ohne ins Lamento über nicht stattfindende Spiele einzufallen? Oder banale Sportthemen aufzubauschen? Themenflaute auf ganzer Linie!
Ein kleiner „Hoffnungsschimmer“ tat sich auf, als der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet eine mutmachende Vision von „möglichen Geisterspielen ab dem 9. Mai“ ins Gespräch brachten. Nun rudert jetzt das Bundesinnenministerium zurück: Man ist strikt dagegen, jetzt schon einen Termin für die Wiederaufnahme von Bundesliga-Spielen zu nennen. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In dem Papier heißt es, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder zunächst bis zum 3. Mai vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gälten „uneingeschränkt“ auch für den Sport. Angesichts der weiterhin schwierigen Pandemielage sollten derzeit keinerlei Öffnungen oder Lockerungen für den Sportbetrieb zu einem konkreten Termin in Aussicht gestellt werden.

Also doch keine Perspektive für Fußballfans! Wobei man sich fragen muss, ob Geisterspiele ohne Zuschauer überhaupt einen Sinn machen. Ob dann nicht die Fußballanhänger bevorzugt sind, die sich die Begegnungen bei einem Bezahlsender ansehen können. Und dann wird der Run auf diese Pay-TV-Abos vermutlich groß. Außerdem: Was passiert, wenn einer der Spieler positiv getestet wird (wie es ja bei den letzten Spielen Mitte März schon der Fall war)? Müssten dann alle Spieler in Quarantäne, müssten diese Vereine aus dem Wettbewerb herausgenommen werden? Würde also der Verein Deutscher Meister 2020, der bis zum Ende keinen infizierten Spieler hat?
Aber – und da wird mir bestimmt auch der Autor der „3 Clubfreunde“ zustimmen: Warten wir es ab. Es tut sich ja jeden Tag etwas Neues, warum nicht auch in Sachen Sport?

Markus Söder: So kann man Fußballvereine retten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Foto: Stefan Hippel) hat Bundesliga-Profis dazu aufgerufen, auf Millionen zu verzichten, um ihren Vereinen in der Corona-Krise zu helfen. Seiner Ansicht nach sei das momentan nicht die zentrale Aufgabe der Politik: „Ganz ehrlich: Es ist nicht die wichtigste und vordringlichste Aufgabe jetzt, dafür zu sorgen, dass die Profivereine wirtschaftlich überleben können“, so Söder in einem Live-Interview der „Bild“-Zeitung. Wichtiger sei nun die Sicherstellung der medizinischen Versorgung.
„Ich fände es in Ordnung, wenn Spieler, die ganz große Gehälter bekommen, zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes gegenüber ihrem Arbeitgeber, ihren Vereinen, ein bisschen zurückhaltender wären mit dem Geld“, erklärte Söder, nachdem er am Montagmorgen den Katastrophenfall für das Land Bayern ausgerufen hatte. Um die Phase jetzt zu überbrücken, sei Solidarität nicht nur von den Vereinen, sondern auch von den Spielern gefragt. „Deswegen wäre vielleicht jetzt mal die Idee, dass da jeder seinen Beitrag macht, damit sein Verein, die Liga und der Sport auch dann wieder stattfinden kann, wenn – so hoffen wir – die Krise überwunden wurde.“

Der Geschäftsführer Christian Seifert  der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte am Montag nach der Krisensitzung der Profiklubs in Frankfurt/Main im Hinblick auf das Coronavirus die existenziellen Sorgen der Vereine betont. Es ginge für viele mittlere und kleine Vereine in der Bundesliga und Zweiten Liga ums Überleben, Zehntausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, wenn die Medien-Einnahmen, Sponsorengelder und Zuschauereinnahmen wegbrechen sollten. Nach der Mitgliederversammlung hatte die DFL am Montag bekanntgegeben, dass die beiden Ligen ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens 2. April unterbrechen.

Auch für die Spielvereinigung würde es bei einer längeren Phase von Spielaussetzungen finanziell eng. „Der Fußball und die ganze Gesellschaft müssen in dieser außergewöhnlichen Situation fest zusammenstehen. Mehr denn je“, so Geschäftsführer Holger Schwiewagner auf der Website der SpVgg. „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Letztlich können wir alle nicht genau abschätzen, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickelt“, meint Rachid Azzouzi, der Geschäftsführer Sport.

Auch FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hatte auf die finanziellen Einbußen der Klubs aus der Ersten und Zweiten Bundesliga hingewiesen. Ausbleibende TV-Gelder sorgen durch die Zwangspause für große Löcher in den Etats. „Wenn diese Zahlung ausbleiben würde, wäre zu erwarten, dass zumindest viele kleine und mittlere Vereine finanzielle Probleme kriegen würden“, sagte er. Es stehe außerdem schon „ein größer dreistelliger Millionenbetrag im Feuer“.

Faire Geste vieler Dauerkartenbesitzer

Immer mehr Dauerkartenbesitzer des Fürther Kleeblatts haben sich dazu entschieden, keinen Anspruch auf die Rückerstattung des Geldes zu stellen. Aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen wegen des Coronavirus finden bekanntlich die nächsten Spiele im Ronhof unter Ausschluss der Öffentlichkeit, also ohne Zuschauer, statt. Es sollen möglichst wenige Mitarbeiter im Stadion sein, sogar die Menge der Journalisten wurde eingeschränkt. In diesem Sinne rufen auch Fangruppen auf, keine Ersatzansprüche an die SpVgg zu stellen, sondern in solch außergewöhnlichen Situationen zusammenzustehen! Auf der Website der Spielvereinigung (Screenshot Website) wenden sich die Geschäftsführer Holger Schwiewagner und Rachid Azzouzi an die Fans.

Auch auf Facebook posten Fans, dass sie dem Verein keinen finanziellen Schaden zufügen wollen und auf das Geld verzichten. Kommentare wie Die Situation ist für alle Vereine ziemlich beschissen. Jeder ist auf die Eintrittsgelder angewiesen. Die bleiben nun aus. Und wenn dann noch Rückzahlungsansprüche geltend gemacht werden, wird’s für viele Vereine schon eng. Nicht nur für Fürth“ treffen den Nagel auf den Kopf. Auch in Italien, das ja als Sperrgebiet besonders betroffen ist, haben die Fans von Atalanta Bergamo das zurückerstattete Eintrittsgeld für das Auswärtsspiel in der Champions League beim FC Valencia gesammelt und wollen die dadurch eingenommene Summe an ein Krankenhaus in ihrer Heimatstadt spenden. Eine wirklich noble Geste!