Ausverkauf der Kleeblatt-Mannschaft?

Gestern habe ich noch über die guten News geschrieben, nämlich dass Stephan Schröck zum Kleeblatt zurückkehrt. Und die Resonanz bei den Fürther Fußballanhängern war gigantisch.

Heute dann die Hiobsbotschaft (wie mein Lateinlehrer gesagt hätte: „Die Heiß-Kalt-Methode“): Der Kader der Spielvereinigung wird (wie schon zu lesen war) spürbar Federn lassen.

SpVgg Greuther Fürth - HSVTim Sparv, Nikola Djurdjic (Foto) und Daniel Brosinski werden die SpVgg verlassen. Tim Sparv wechselt zum FC Midtjylland  nach Dänemark. Außerdem hat sich die SpVgg auf einen Wechsel von Daniel Brosinski mit dem 1. FSV Mainz 05 verständigt. Über einen Transfer von Nikola Djurdjic ist sich das Kleeblatt mit dem FC Augsburg einig. Brosinski und Djurdjic absolvieren heute ihre medizinischen Checks. Alle drei Spieler haben zum Erfolg der Spielvereinigung in der letzten Spielzeit beigetragen. Immerhin hat es das Fürther Team ja nach dem Abstieg in die Zweite Liga beinahe wieder zurück in die Bundesliga geschafft.

Ob man jetzt von einem regelrechten „Ausverkauf“ des Kleeblatts sprechen kann, möchte ich hier nicht bewerten. Der Präsident Helmut Hack kommentiert die Entwicklung auf der SpVgg-Homepage so:

„Spieler zu entwickeln und erfolgreich zu transferieren gehört zu unserem Geschäftsmodell. Allerdings betrachten wir es als unsere Entscheidungshoheit, den für einen Transfer richtigen Zeitpunkt festzulegen. Wir haben immer bewiesen, dass wir stets eine schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft zusammengestellt haben. Das wird uns auch in diesem Jahr gelingen!“

Auf jeden Fall muss Traner Frank Kramer mit einer (mal wieder) in vielen Positionen veränderten Mannschaft klar kommen. Und dann heißt es ab Anfang August für die Saison 2014/15: Auf ein Neues!

2:1 gegen Aue – Der Wiederaufstieg rückt näher!

Ich bringe es gleich auf den Punkt: Die Spielvereinigung hat den direkten Aufstiegsplatz in die Bundesliga zurückerobert. Der schien nach dem gestrigen 2:1-Sieg des SC Paderborn beim FC Ingolstadt für einige Stunden in Gefahr. Aber durch die beiden Tore von Daniel Brosinski und Ilir Azemi dürfen die Fürther Fans wieder träumen.

Noch vier Spiele stehen auf dem Programm des Kleeblatts. Und obwohl der heutige Gegner – Erzgebirge Aue – ein vermeintlich schlagbarer war, muss man doch immer wieder zittern, wie sich ein Spiel (oft unvorhersehbar) entwickelt. Ich habe z.B. am letzten Montag vor der Begegnung mit dem FC Ingolstadt fest mit einem Sieg gerechnet – und es kam doch nur ein Punkt heraus. Der allerdings könnte am Ende dieser Saison ein entscheidender sein.

Heute begann es vor ca. 12 300 Zuschauern in der Trolli Arena aus Fürther Sicht eher verhalten, und auch die Gäste aus Aue zeigten nicht viele erfolgreiche Aktionen. Bis in der 17. Minute Filip Luksik einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld ins linke Eck des Fürther Tors traf – Keeper Wolfgang Hesl hechtete vergebens. Ab diesem Moment hatten die Kleeblätter offenbar „Hallo Wach“-Tropfen genommen. Die Partie wurde druckvoller, und so gelang Daniel Brosinski sieben Minuten vor der Pause mit einer Einzelaktion der verdiente Ausgleich.
Und wieder einmal war es Ilir Azemi, der später den wichtigen zweiten Treffer schoss: Nach einem weiten Pass aus der eigenen Hälfte setzte er sich gegen Gonzales durch, ließ mit einer Körpertäuschung auch den Gastkeeper Martin Männel stehen und katapultierte den Ball glücklich aus kürzester Distanz über die Linie (58. Minute). Dieses Ergebnis hielt die SpVgg bis zum Abpfiff. Aufatmen bei den Kleeblattfans und Trainer Frank Kramer, der vor Freude bei Spielende jubelte (Foto).
Wie gesagt: Noch vier Spiele, das nächste Auswärtsspiel am Ostersonntag gegen den direkten Aufstiegskonkurrenten, den SC Paderborn. Diese Partei muss unbedingt gewonnen werden, um die Chance des Wiederaufstiegs nicht zu verpassen. Denn es wäre doch ein echter Feiertag, wenn ganz Fürth am 11. Mai um 17.15 Uhr mit der Spielvereinigung die Rückkehr in der Erste Liga feiern könnte! Im Ronhof, der Gustavstraße – oder wo auch immer!

Seht alle her: So macht man das!

Die Vorzeichen für das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf standen schon auf  „Erfolg“. Durch die Aktion „Früher frei für Fürth“ kamen fast 11 000 Zuschauer in die Trolli Arena, und die Stimmung war von Anfang an super. Dann agierten jedoch beide Mannschaften in der ersten Halbzeit eher verhalten, viele Fehlpässe – bis Ilir Azemi sechs Minuten vor der Pause nach einer Vorlage von Mavraj in den Düsseldorfer Kasten traf.

Das sollte das erste von insgesamt vier Toren der Spielvereinigung werden. Und wieder war es Ilir Azemi, der zum 2:0 (Torjubel siehe Foto) erhöhte – sein fünftes Tor in den letzten sechs Spielen. Ihm gelingt zur Zeit offenbar fast alles, er hat einen echten „Run“ und ist immer dann besonders gefährlich, wenn er unvermutet im Torraum der Kleeblattgegner auftaucht. Die Begeisterung in der flutlichthellen Trolli Arena steigerte sich gestern – was man Hunderte von Metern im Umkreis des Stadions gut hören konnte. Als Daniel Brosinski dann den dritten Treffer landete, waren die Fans kaum mehr zu halten. Ein leichter Dämpfer dann durch das Anschlusstor für Fortuna. Aber was kratzt es eine Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr reibt? Eine Art Zitronencremebällchen auf dem Kosakenzipfel (wer kennt nicht den Sketch von Loriot?) war dann das 4:1 durch Zoltan Stieber (nach einer Vorlage von? Natürlich: Ilir Azemi) gut zwei  Minuten vor Schluss.

Mit dieser Leistung setzte das Kleeblatt ein deutliches Zeichen, dass es trotz aller Unkenrufen wegen wechselnder sportlicher Leistungen durchaus erstligatauglich ist. Das Kleeblatt ist zum siebten Mal in Serie ungeschlagen. Frank Kramer hat in den letzten Monaten sein noch sehr junges Team professionell aufgebaut und vor allem eine gute Moral in der Mannschaft geschaffen. Die SpVgg trennt (zumindest bis heute Abend, wenn der 1. FC Köln auf den Karlsruher SC trifft) nur noch ein Punkt von der Tabellenspitze. Der SC Paderborn hat gestern zwar auch mit 3:0 gewonnen, aber ab Tabellenrang drei ist die Distanz zu den Verfolgern inzwischen deutlich.
Am Freitag, 28. März ab 18.30 Uhr, findet in dieser Englischen Woche die Partie der SpVgg gegen den FC St. Pauli am Millerntor statt. Macht einfach so weiter, Jungs!

Kuddelmuddel auf dem Platz und im TV

Wir sind nicht nach Bochum gefahren, sondern haben uns das Spiel der Spielvereinigung gegen den VfL Bochum im Fernsehen angesehen. War wohl die falsche Entscheidung. Dieser Kommentator von „Sport1“ ist ja echt zum Abgewöhnen. So viel …sinn habe ich schon lange nicht mehr gehört! Die Spekulationen zum Beispiel, ob jetzt der Bochumer Innenverteidiger Hólmar Örn Eyjólfsson oder (natürlich) sein Vater Eyjolfur (Nachname somit ‚Der Sohn des Eyjolfs‘ ist der Sohn von Hertha-Legende Eyjolfur ‚Jolly‘ Sverrisson, der zwischen 1995 und 2003 das Trikot der Herthaner trug) oder wer auch immer auf dem Platz steht, das kann man sich kaum anhören.
Aber nun zum Spiel: Mühselig war es für das Team der Spielvereinigung. Mehr als einmal mussten wir zittern und waren von den Fehlpässen entnervt. Das 1:0 durch Daniel Brosinski in einer – für den TV-Kommentator – nicht eindeutigen Situation. Damit schaffte sich das Kleeblatt erst mal ein wenig Luft. Und die brauchte es auch – vor allem in der zweiten Halbzeit, nach dem Motivationsschub, den der Bochumer Trainer Peter Neururer in der Pause seinen Spielern gegeben hatte. Das Kleeblatt-Team spielte alles andere als erstligareif. Diffuse Abgaben und verstörte Aktionen. Da macht das Zusehen wenig Spaß. Die knapp 11 000 Zuschauer im Bochumer Stadion saßen mit schmerzverzerrten Gesichtern da. Und so ähnlich muss ich hier in Fürth vor dem Bildschirm auch ausgesehen haben.
Knapp vor Schluss musste man noch befürchten, dass den Bochumern der Ausgleich gelingt. Aber Dank des Tores von Ilir Azemi (90., Foto), der schon beim 1. FC Köln den Ausgleich geschossen hat, gewannen die Fürther mit 2:0. Ein Resultat, das besser aussieht, als die Leistung tatsächlich war.
Aber so hat die SpVgg mit drei Punkten ihren zweiten Tabellenplatz konsolidiert. Am kommenden Sonntag, 16. März, empfängt das Kleeblatt den 1. FC Union Berlin in der Trolli ARENA: The show must go on… Wir hoffen auf ein ähnliches Ergebnis wie heute. Aber auf ein schöneres Spiel.