„Vizemeister – oder was?“

Mein Mailprogramm signalisierte mir akustisch: Neue Nachricht erhalten. Ich öffne sie und lese „Hallenfußball ist der letzte Mist“. Uups, da fällt mir siedendheiß ein, dass die Spielvereinigung ja gerade beim „Frankfurtcup 2013“ spielt und ich die Übertragung im Sport-Fernsehen vollkommen vergessen habe: Dieses Hallenturnier vor überschaubarem Publikum (rund 4000 Zuschauer), mit reduzierter Mannschaft, wo jedes Spiel nur zweimal zehn Minuten dauert und es Schlag auf Schlag geht. Ähnlich wie beim Eishockey.
Ich schalte also ein, und das erste Spiel ist vorbei – das Kleeblatt hat gegen den FSV Frankfurt schon mal mit 0:2 verloren. Mensch, soll es etwa in dem Stil weitergehen wie das Fußballjahr 2012 zu Ende ging? Ich spürte schon wieder erste Frustgefühle.
Doch dann riss es Edgar Prib im zweiten Turnierspiel gegen Eintracht Braunschweig heraus: Er schoss im Minutentakt die beiden entscheidenden Tore – und so gelangten die Fürther ins Halbfinale. Dort schafften sie dann einen 5:3-Erfolg nach Neunmeter-Schießen gegen den Bundesliga-Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt, der bislang bekanntlich eine Bombensaison hingelegt hat. Im Frankfurtcup-Finale musste sich die SpVgg dann allerdings Kickers Offenbach mit 1:4 geschlagen geben. Musste? Die SpVgg begann das Endspiel ziemlich schlapp gegen den Drittligisten aus Frankfurts Nachbarstadt. Als sportliche Antwort auf die Offenbacher Dominanz fiel den Kleeblattakteuren wenig ein, kein Druck aufs Tor, kein Glück. Doch dann war Sercan Sararer noch mit einem Ehrentreffer erfolgreich, und das Kleeblatt konnte zumindest einen kleinen Triumph feiern: Zweiter im Turnier. Sararer war übrigens mit insgesamt fünf Treffern der beste Spieler im Kleeblatt-Team in diesem Hallenfußballturnier (auf unserem Foto bezwingt er im Neunmeter-Schießen den Frankfurter Keeper Nikolov).
Als Abrundung des Abends erhielt ich postwendend die digitale Nachricht in meinen Mails: „Vizemeister – oder was!!!!????“

Spannung pur im Ronhof

Es ging leidenschaftlich und effektiv los: Nach einem Foul in der 10. Minute an Asamoah wurde ein Foulelfmeter vergeben. Mönchengladbachs Keeper ter Stegen entscheidet sich für die rechte Ecke, und Bernd Nehrig haut den Ball in die Tormitte. Fürth führt – Jubel im Stadion! Aber die böse Wendung kam nur zwei Minuten später: Thomas Kleine sah unglücklich Rot, und ab da mussten die Kleeblätter mit einem Mann weniger spielen. Mike Büskens reagierte sofort und wechselte Stieber gegen den Abwehrmann Lasse Sobiech aus. Aber die verstärkte Defensive half nichts: das „Fohlen“ und Elfmeterverursacher Oscar Wendt machte den Ausgleich, und die Laune der Fans im ausverkauften Ronhof bekam einen Knacks. Die Spielvereinigung ließ sich jedoch nicht hängen, und die Elf von Trainer Lucien Favre spielte auch nicht allzu inspiriert auf dem nach Dauerregen nassen Boden.
Immer wieder schreibe ich, dass Gerald Asamoah, seitdem Mike Büskens ihn geholt hat, „der“ Spieler beim Kleeblatt ist. Und das bewies er auch heute wieder. Er ist cool, erfahren, er behält die Übersicht! Und so schoss Edgar Prib nach wunderbarer Vorlage von Asa drei Minuten vor der Halbzeitpause das 2:1. „GERALD, DU GOTT!!“, kommentiert daraufhin ein Fan bei Facebook.
Aber kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wurde er ausgewechselt, der völlig erschöpfte Gott aus Fürth. Für ihn kam Christopher Nöthe auf den Platz. Und 120 Sekunden später krachte es nach einem Eckball wieder im Tor von Max Grün. Die Gladbacher machten den Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt hatte Gladbach fast 65 Prozent Ballbesitz. Das sollte nichts Gutes verheißen. Und dann ging es auch Schlag auf Schlag: Tor in Minute 57 durch Patrick Hermann. Die Euphorie der Fürther Fans nahm von Minute zu Minute ab. Und in der zweiten Minute der Nachspielzeit dann noch die Gelb-Rote Karte wegen Handspiels für Pekovic. Elfmeter – und die Borussen machen mit einem vierten Tor den Sack endgültig zu.
Also: Alle Spekulationen, dass Borussia Mönchengladbach nach dem Spiel gegen Olympique Marseille und das 2:2-Unentschieden in der Nachspielzeit völlig ausgepowert seien, gingen nicht auf. Vielmehr zehrte die Unterzahl an den Kräften der Fürther. Es hat heute nicht sollen sein. Und die Entscheidungen des Schiedsrichters waren oft mehr als umstritten. Machen wir’s wie Mike Büskens kurz vor Ende des Spiels: Jacke ausziehen, im T-Shirt an der Seitenlinie stehen, das signalisiert: „Auf zum nächsten Spiel. Gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund.“ Ein echter Kleeblattfan, der lässt sich nicht unterkriegen!

Fußballgeschichte in Fürth – trotzdem nur ein Punkt!

Ein paar Tage war ich auf der Sonneninsel Mallorca – bei herrlichem Spätsommerwetter und warmen Temperaturen. Aber selbst dort ließ mich die Spielvereinigung nicht los. Der erste Blick am vergangenen Samstagmorgen ins Internet, um herauszufinden, wie sie sich gegen den TSG 1899 Hoffenheim geschlagen hat. Greuther-Weib uwo hatte über das spannende Spiel geschrieben. Das Unentschieden war für mich ein Lichtblick am Horizont eines eher verhangenen Fürther Fußballhimmels.
Jetzt, zurück im leicht schneebepuderten Fürth, ging’s gleich wieder zur Sache: Werder Bremen kam in die Trolli Arena, und das Kleeblatt musste beweisen, dass das 3:3 in Sinsheim kein „Ausrutscher“ war.
Und dann in der 8. Minute der historische erste Bundesliga-Heimtreffer der Spielvereinigung bei frostigem Schneetreiben: Nach einem Pass von Asamoah über Prib und Stieber traf Edu ins gegnerische Tor. Das ausverkaufte Stadion tobte, es war wie ein Befreiungsschlag für alle Kleeblattfans.
Doch dann tendierte das Spiel zusehends in Richtung Bremen, die Führung schien für den Aufsteiger eher schmeichelhaft zu sein. Und prompt traf Nils Petersen mit einem Kopfball für Werder eine Minute vor der Pause ins Tor, Max Grün hatte keine Chance.
In den zweiten 45 Minuten fing sich das Kleeblatt wieder. Ganz gute Aktionen von Asamoah und Stürmer Edu, der dann in der 61. Minute durch Pekovic ersetzt wurde. Die Mannschaft spielte leidenschaftlich und wusste sich vor allem im Mittelfeld zu behaupten. Trotzdem: Das spannende Spiel endete mit 1:1 unentschieden, und die Spielvereinigung ist nach dem 4:1-Sieg des VfL Wolfsburg leider, leider wieder Tabellenletzter.
Übrigens spielt am Sonntag der RCD Mallorca zu Hause in Palma gegen Real Madrid. Das mallorquinische Team liegt derzeit auf dem achten Rang der Primera Division-Tabelle. Sollte der RCD bei Saisonende den sechsten Platz erreichen – und die Spielvereinigung über sich hinauswachsen und genauso gut platziert sein, dann könnten die beiden Mannschaften in der Europa League aufeinandertreffen. Dann hätten wir einen super Anlass, einen Ausflug nach Palma zu machen! Aber: Das sind reine Zukunftsvisionen!

Jungs, bleibt cool!

Das Wochenende war für die fränkischen Fußballmannschaften eine Art GAU: Am Samstag verlor die Spielvereinigung im DFB-Pokal gegen den Drittligisten Kickers Offenbach mit 0:2. Gestern dann brach der Club beim TSV Havelse – einem Viertligisten! – genauso schlimm ein. Man trennte sich nach Verlängerung 3:2  – aus der Traum vom DFB-Pokal. Uns tröstet auch nicht, dass gleich sechs der 18 Erstliga-Teams die erste Runde nicht überlebt haben. Wie hier im Norden Bayerns ist auch in Norddeutschland das Heulen und Zähneklappern groß. Traditionsmannschaften wie der HSV und Werder Bremen sind aus dem Rennen.
Das alles will ich auch nicht weiter kommentieren. Bedauerlich aus Fürther Sicht waren die umstrittenen Leistungen des Schiedsrichters, dem zuerst Edgar Prib mit einer Gelb-Roten Karte, dann auch noch Newcomer Abdul Rahman Baba mit einer Roten Karte wegen einer Tätlichkeit zum Opfer fielen. Und überhaupt kein Verständnis muss man – leider mal wieder – für die verbalen Entgleisungen einiger Fans in Offenbach haben, die Gerald Asamoah aufs Übelste beschimpften.
Ich denke, die Welt geht nicht unter, wenn das Kleeblatt schon jetzt aus dem DFB-Pokal ausgeschieden ist. Nicht nur, weil es in bester Gesellschaft ist. Nein, das Team besteht aus vielen Neuzugängen, die sich erst einmal eingewöhnen und zusammenraufen müssen. Ich denke, so kann sich die Spielvereinigung voll auf die schweren Spiele in der Bundesliga konzentrieren. Und das geht ja schon bei der ersten Begegnung gegen Bayern München am 25. August um 15.30 Uhr in der Trolli ARENA los.
„Die Spielvereinigung wird in den nächsten Monaten noch so manches Spiel verlieren“, hat gestern ein Kleeblatt-Fan auf der Facebook-Seite der Greuther-Weiber geschrieben. Es steht zu befürchten, dass er Recht behält. Aber: Wer es geschafft hat, mit so viel Begeisterung und Können aufzusteigen, der behält auch die Nerven, wenn’s drauf ankommt!

Ein Delfinbaby namens Occean?

Wir Greuther-Weiber sind ja auch große Fans des Tiergartens Nürnberg. Dort wurde jetzt ein kleiner Schabrackentapir geboren, ein äußerst niedliches Tierbaby. Es hat aus unserer Sicht nur einen Fehler, und das ist sein Name. Die Tierpfleger haben es nämlich auf den Namen Pinola getauft. Der Vater der Kleinen – es handelt sich um ein weibliches Tapirbaby – heißt Pi, und die Kleine sollte ursprünglich Nola heißen. Auf Wunsch der Club-Fans unter den Tierpflegern wurde daraus dann eben Pinola.

Tja, damit werden wir Fürther Anhänger der Spielvereinigung wohl leben müssen, ob wir wollen oder nicht. Aber für die Zukunft möchten wir bitteschön auch ein süßes Tierbaby für uns beanspruchen. Mit der Namensgebung haben wir es allerdings, das muss ich einräumen, schon etwas schwerer als die Nachbarn im Osten. Nehrig oder Nöthe kann natürlich kein Tierkind heißen, obwohl der Anfangsbuchstabe N für den Nürnberger Tiergarten eigentlich ideal wäre. Auch auf Schahin, Schmidtgal oder Prib möchte wohl kein Tierbaby hören müssen. Ganz schlimm wäre Schröck.

Bei längerem Nachdenken fällt mir eigentlich nur eine Lösung ein: Occean könnte man den nächsten Delfin nennen, der in der Lagune geboren wird. Sollte es noch längere Zeit nicht klappen mit dem Nachwuchs bei den Großen Tümmlern – zuletzt hat es ja leider einige Todesfälle bei den Delfingeburten gegeben -, würden wir uns notfalls auch mit einem Seelöwenbaby zufriedengeben.

Shirt mit Derby-Held Prib ersteigern!

Frauen sollen ja (angeblich) viel mehr emotionale Intelligenz haben als Männer (!). Dem kann ich nur zustimmen. Und die Greuther-Weiber haben das natürlich allemal!
Aber ich wage zu behaupten, dass auch viele Männer Sympathie mit dem „Loser des Jahres“ haben, mit Edgar Prib. Immer wieder wird man auf den Fehler des Kleeblatt-Spielers beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt im Dezember 2011 angesprochen. Er hat es fertig gebracht, eine bombensichere Torchance zu versemmeln, indem er aus wenigen Metern Entfernung den Ball an den Pfosten gesetzt hat. Trotzdem hat es Eddy Prib geschafft, seinen Fehler beim Derby gegen den Erzfreund 1. FC Nürnberg wett zu machen. Er hat bei der 254. Begegnung mit dem Nachbarverein im DBP-Pokal-Achtelfinale das einzige Tor – das Siegtor – geschossen.

Deshalb bietet die Spielvereinigung ganz aktuell wieder für Fans ein Schmankerl auf ihrer Auktionsplattform an.  Zu Ehren des „Derbyhelden“ Edgar Prib bringt das Kleeblatt ein T-Shirt und einen Schal heraus. Das T-Shirt, das den jubelnden „Eddy“ nach seinem Tor zeigt, gibt es in den Größen S bis XXL und kann per Sofort-Kauf für 19,03 Euro erworben werden. Natürlich werden alle T-Shirts von Edgar Prib unterschrieben.
Der Schal „Derby-Held“ zeigt das Portrait-Foto des Fürther Eigengewächses. Dieser ist für 14,95 Euro erhältlich. Die Bestellungen werden erst nach dem Ende der Auktion am 31. Januar produziert.
Wer gerne eines der Shirts oder einen Schal ersteigern möchte, kann das noch bis zum 31. Januar, 24 Uhr, tun. Ich bin gespannt, wie viele Prib-Shirts ich demnächst im Fürther Stadion sehen werde!

 

Ausgerechnet Prib schießt Fürth ins DFB-Viertelfinale

Das war eine echte Zitterpartie bis zum Schluss. Schaffen die Clubberer noch den Ausgleich? Nein. Die Spielvereinigung hat das emotionsgeladene DFB-Derby gegen den 1. FCN mit 1:0 gewonnen und ist im Viertelfinale.

Schon die Fahrt von Fürth nach Nürnberg war ein Abenteuer. Hunderte von Fans warteten im U-Bahn-Geschoss am Hauptbahnhof auf den Sonderzug – nicht nach Pankow, sondern ins easyCredit-Stadion – und skandierten furchterregende Anti-Club-Parolen. Aber keine Details! Mit Glück kam ich gerade noch in die „normale“ U-Bahn nach Nürnberg, einem netten Servicebeamten sei Dank.

Das Spiel startete um 19 Uhr mit einer tollen Farbchoreographie der Kleeblatt-Fans. Beide Teams sondierten in den ersten Spielminuten die Lage und versuchten vor den fast 50 000 Zuschauern – neuer Derbyrekord! – eine gute Figur zu machen, aber auch nichts anbrennen zu lassen.

Minute 15: Ausgerechnet Edgar Prib, dem ich vergangene Woche zum Geburtstag gratuliert habe und dem viele Fürther zum Fehlschuss gegen Eintracht Frankfurt gewissermaßen kondoliert haben, verwandelte nach einer Ecke mit einem aufgesetztenKopfball zum Führungstor des Kleeblatts. Freude überall? Nein, die „Freunde“ in Facebook schliefen, aber „follower“ in Facebook gratulierten.

Die Spielvereinigung agierte in der ersten Halbzeit selbstbewusst und frech. So, wie man es nach dem 5:0 gegen Union Berlin erwarten konnte. Der Club schien überfordert und stocherte planlos herum.

Halbzeit und eine kleine Verschnaufpause für alle. Dann kamen die Nürnberger besser ins Spiel und machten Druck. Wir Greuther-Weiber bibberten, malträtierten vor Nervosität  unsere Fingernägel und hofften inständig, dass das Kleeblatt den Vorsprung halten konnte. In der  66. Minute dann die Gelb-Rote Karte gegen Bernd Nehrig. Verdammt! Der Schiedsrichter hatte wohl kein Einsehen mit dem Kleeblatt. Doch, Knut Kircher gab nach einem Freistoß das Tor nicht, weil er zuvor ein Foul des eingewechselten Bunjaku an Occean gesehen hatte. Für mich ganz klar: Er hatte sich bei Occean aufgestützt. Eine gerechte Entscheidung. Kein Ausgleichstor. Und dabei sollte es dann auch – trotz drei spannender Minuten Nachspielzeit – bleiben.

Ein Kleeblatt, das auch im Winter blüht? Ja, die Spielvereinigung hat derzeit einen Lauf und kann als Zweitplatzierter mit gestärktem Rücken in die Weihnachts- und Winterpause gehen. Sprechen wir uns wieder am 3. Februar. Da spielt Fürth in Dresden gegen Dynamo – und die Erfolgsstory geht bestimmt weiter!

Happy Birthday, Edgar Prib!

Seit vergangenem Montag Abend klingen dem Kleeblattspieler Edgar Prib vermutlich permanent die Ohren. Er hat im Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt in der 18. Minute eine 150-prozentige Torchance versemmelt. „Kann passieren“, sollte man meinen. Weit gefehlt! In vielen Fernsehsendern, Tageszeitungen und in Gesprächen mit Freunden und Bekannten wird dieses Malheur heiß diskutiert. Jeder ist – wie meistens – Fachmann und weiß es besser: So ein Fauxpas wäre keinem von uns passiert, das zeuge schon von Dusseligkeit.
Ich sehe das ganz anders. Jeder von uns hat doch schon mal eine bombensichere Chance komplett in den Sand gesetzt. Man macht Fehler und muss sie dann auch ausbaden. Nur ist ein Fußballspieler in der ersten und zweiten Liga eine Person des öffentlichen Lebens. Und da bleibt es nicht aus, dass man alle Aktionen streng beäugt, schnell bewertet und – wie in diesem Fall – als Riesenfehler kommentiert.
Edgar Prib hat heute Geburtstag. Er wird 22 Jahre alt. Und freut sich bestimmt schon auf die Begegnung mit Union Berln in der Trolli ARENA am Freitag, 16. Dezember, ab 18 Uhr. Lieber Eddi, feiere heute Deinen Tag, denk‘ nicht an Vergangenes, sondern blicke optimistisch in die Zukunft. Wir Greuther-Weiber wünschen Dir alles Gute – und viel Erfolg!

Das 0:0 kann dem Kleeblatt Mut machen!

Spannend war’s, das Spiel des Tabellendritten – der Spielvereinigung – gegen den Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt. Spannend, aber leider ging es torlos zu Ende und damit bleibt alles beim Alten. „Die Fürther machen mich noch ganz verrückt“, kommentiert Greuther-Weib uwo die rasante Partie treffend. Klar, sie hat recht. Mir geht es auch nicht anders. Beide Teams waren ab Spielbeginn auf Augenhöhe, das Kleeblatt gut organisiert, die Mannschaft spielte komprimiert nach vorne. Frankfurt schien überrascht zu sein ob der selbstbewussten Eröffnung des fränkischen Teams. Geschichte wird vielleicht der unglückliche Pfostenschuss von Edgar Prib schreiben, dem direkt vor dem Tor alle Möglichkeiten offenstanden und der die Chance dann nicht zu verwandeln wusste. Dass Olivier Occean den Prib´schen Fehler beinahe wettgemacht hätte – davon spricht später niemand mehr.

Viele Torchancen auf beiden Seiten bis zur Halbzeit. Und auch nach der Pause war es für uns Zuschauer spannend und kurzweilig, aber ohne erfolgreichen Torschuss. Frankfurt versuchte zunehmend, die Lauf- und Spielstärke der Spielvereinigung mit Fouls zu kompensieren. Einige gute Aktionen der Gäste wurden gestört, da kamen viele Fürther Spieler zu Fall und konnten aussichtsreiche Spielzüge nicht zu Ende führen. Die Zahl der Gelben Karten stieg bis Ende des Spiels auf sieben, dann schaffte es Schiedsrichter Thorsten Kinhöher sogar noch, nach dem Spiel Olivier Occean und Djakpa jeweils eine Gelbe Karte zu verpassen. Herzlichen Dank!

Für mich der beste Akteur in der Commerzbank-Arena war – einmal mehr – der Fürther Keeper Max Grün. Er reagierte spontan und sicher, konnte so manchen Weitschuss der Frankfurter souverän halten und wurde seinem hervorragenden Image wieder einmal gerecht. Die Spielvereinigung hat in dieser Saison mit nur 14 Gegentoren die zweitbeste Bilanz der Liga, nur Paderborn hat bis zum heutigen 17. Spieltag weniger Tore einstecken müssen. Ohne Grün, naja, wer weiß, wo das Kleeblatt stünde?

Insgesamt eine wirklich temperamentvolle und spannende Begegnung, nur schade, dass keine Tore gefallen sind! Die Kleeblätter haben eine englische Woche und empfangen am Freitag, 16. Dezember, um 18 Uhr Union Berlin in der Trolli ARENA. Die Berliner rangieren drei Plätze hinter Fürth auf Tabellenplatz sechs und würden gerne mit einem guten Platz in die Winterpause gehen. Und das Kleeblatt darf sich ja noch auf das Derby am 20. Dezember gegen den Club freuen. Aber ich muss sagen: Wenn sie so selbstbewusst und gut organsiert aufspielen wie heute, dann haben sie beste Chancen, die derzeit schwächelnden Nürnberger in die Schranken zu weisen. Max Grün im Tor, Olivier Occean in Bestform, eine gute Teamleistung – und schon könnte das Viertelfinale beim DFB-Pokal in erreichbare Nähe rücken!

 

 

Fürther bleiben Vierter, auweia!

Montag Abend ist eigentlich kein typischer Krimi-Abend – zumindest nicht im Fernsehen. Dafür aber im Fußball – zumindest heute und zumindest beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen unsere SpVgg. Das war wirklich höchst spannend, was uns da geboten wurde, vor allem in der zweiten Halbzeit und ganz besonders in der Schlussphase. Man kann schon fast von einem Thriller sprechen.

Aber es hat nicht sollen sein, Fürth konnte die bisher zu Hause Ungeschlagenen in der ESPRIT-Arena nicht besiegen, und es war obendrein auch noch die erste Auswärts-Niederlage für das Kleeblatt in dieser Saison.

Dabei hätte es wirklich nicht 2:1 für die Fortuna ausgehen müssen. Fürth kam zu Beginn gut ins Spiel, zeigte sich selbstbewusst gegen die 30 000 Zuschauer, die bis auf ein winziges Häuflein von Fürthern alle für Düsseldorf schrieen und klatschten, dass es – aus deren Sicht – eine Freude war. Greuther-Weib Kiki hat hier ja schon über den wichtigen „12. Mann“ – also das Publikum – bei Fußballspielen geschrieben. Doch das überraschende Führungstor der Fortuna hat das Kleeblatt erst mal ziemlich geschockt, bis zum 2:0 in der 39. Minute hat es sich kaum richtig von diesem Schrecken erholt. Damit war die erste Halbzeit praktisch gelaufen. Es reihte sich Fehler an Fehler, vor allem in der Hintermannschaft.

In der Kabine wäre ich wirklich gern Mäuschen gewesen, um Mike Büskens´Gardinenpredigt zu hören. Sie hat wohl auch durchaus etwas gebracht, Fürth kam wieder ins Spiel zurück und konnte Druck machen auf die Fortuna. Und das wurde mit dem 1:2 durch Edgar Prib belohnt. Dann wurde die Partie zunehmend packender, auch hier gab es durchaus Parallelen zu einem Kriminalroman. Die Schlussphase war für jeden eingefleischten Fürth-Fan dann nervlich nur schwer durchzustehen. Immer wieder lag der Anschluss-Treffer in der Luft – allein, es hat nicht sollen sein. Kurz vor dem Abpfiff hätten die Düsseldorfer dann sogar beinahe noch zum 3:1 ausbauen können, was aber – Gott sei Dank – dann doch nicht klappte.

Insgesamt hat unser Kleeblatt, man muss es leider sagen, zu ungenau gespielt. Das hat sich am Ende in der 1:2-Niederlage niedergeschlagen. Niedergeschlagen – das ist auch der Zustand, in dem wir Greuther-Weiber uns nach diesem Spiel befinden. Nun bleibt unser Kleeblatt auf dem vierten Platz, Düsseldorf übernimmt die Tabellenführung. Platz vier – da muss ich leider an den blöden Spruch meiner Nürnberger Kollegen denken, der da heißt: Lieber Fünfter als Fürther oder, phonetisch: Vierter. Aber vor dem ungeliebten vierten Rang hätte uns selbst ein 2:2 nicht mehr gerettet. Und das ist letztlich der einzige Trost, der uns nach dieser unnötigen Niederlage bleibt!