Mehr Glück als Verstand!

Felix Wiedwald hält den zweiten Elfmeter von Daniel Keita-Ruel (Foto: Sportfoto Zink)

Eigentlich reicht die Überschrift schon für ein Fazit dieses Spiels: Mehr Glück als Verstand, viel mehr gibt es dazu kaum zu sagen. Dass die Spielvereinigung die heutige Partie gegen den MSV Duisburg mit 1:0 gewonnen hat, ist einerseits schmeichelhaft, denn beide Teams waren ungefähr gleich harmlos. Andererseits ist es blamabel, denn es hätte am Ende 2:0 heißen müssen. Doch Daniel Keita-Ruel schoss beim zweiten Elfmeter (1. Minute der Nachspielzeit, siehe Foto) den Ball haargenau in die Hände des Duisburger Keepers Felix Wiedwald – und das, nachdem er fünf Minuten vorher bereits einen Foulelfmeter erst durch Nachschuss im Kasten der Gäste versenken konnte (86.). Ein äußerst schwaches Bild, das der Fürther Stürmer da abgab!

Mal ganz abgesehen davon, war schon Elfmeter Nummer eins ein sehr großzügiges Geschenk von Schiedsrichter Harm Osmers an das Kleeblatt. Denn im Zweikampf mit Duisburgs Hajri fiel Julian Green einen Tick zu früh hin, als es mit rechten Dingen hätte zugehen können. Doch der Unparteiische ließ sich weder von einigen protestierenden Duisburger Spielern in seiner Entscheidung beeinflussen noch von ihrem Trainer Lieberknecht, der deshalb schimpfte wie ein Rohrspatz.

Und sonst? Für den neuen Kleeblatt-Trainer Stefan Leitl war es ein glücklicher Einstand. Für ihn zählt nicht, wie dieses Ergebnis zustandegekommen ist – sondern nur, dass es 1:0 lautet und die Spielvereinigung damit den Abstand zum Tabellenende um drei Punkte vergrößern konnte. Ob der „neue Besen“ Leitl wirklich gut kehrt, wird sich beim nächsten Spiel am Sonntag, 17. Februar, gegen Holstein Kiel zeigen. Und für Duisburg? Für die Zebras war es eine bittere Pille, die sie im Ronhof schlucken mussten. Ein 0:0-Unentschieden wäre dem Spiel ehrlicherweise eher gerecht geworden. Aber was heißt im Fußball schon gerecht? Und Glück muss nicht nur der Mensch, sondern auch der Fußballer haben. So gesehen, geht das heute alles in Ordnung.

Elfmeter und zwei Rote Karten: Kleeblatt-Desaster

Ich hatte heute optimistisch einen 2:1-Heimsieg für die Spielvereinigung gegen den FC Ingolstadt getippt. Der Tabellenelfte gegen das Schlusslicht der Zweiten Liga – eine machbare Aufgabe. Aber es kam komplett anders.

Das fußballerisch schwache Spiel war insgesamt zerfahren und konfus. Torchancen erkämpften sich allenfalls die Schanzer, die allerdings in der ersten Halbzeit nichts daraus machten. Sie hatten noch dazu mit ihrem Neuzugang – dem Ex-Fürther Mergim Mavraj – einen soliden Abwehrspieler vor dem Tor ihres Keepers Philipp Tschauner.

In die zweite Halbzeit kamen die Ingolstädter deutlich motivierter und angriffslustiger. Die Kleeblätter drangen nicht mal im Ansatz in deren Strafraum vor. Daniel Keita-Ruel agierte glücklos, Fürths Offensive war nicht vorhanden. In der 71. Minute unterläuft dem Fürther Kapitän Marco Caligiuri dann ein fataler Fehler: Er berührt Mavraj nach einer Ecke mit dem ausgestreckten Arm, Fürths Abwehrmann sieht für sein Foul Gelb. Noch dazu zeigt Schiedsrichter Pascal Müller auf den Punkt: Elfmeter für Ingolstadt. Eine harte Entscheidung! Dario Lezcano läuft an, verzögert und schiebt den Ball flach ins Tor von Sascha Burchert. 0:1 für die Schanzer.

Das Kleeblatt hat in der Vergangenheit sieben Auftaktspiele nicht gewinnen können. Und so schien es auch heute zu bleiben. Aber es sollte noch schlimmer kommen: In der 83. Spielminute foult Innenverteidiger Maria Maloca den gerade eingewechselten Stefan Kutschke an der Seitenlinie und wird des Feldes verwiesen. Rote Karte. Die Kleeblätter mit nur zehn Feldspielern. Sollte da noch was gehen?

Nein! Zwar hält Burchert in der letzten regulären Minute einen Schuss von Konstantin Kerschbaumer. Im Gegenzug geht dann Fürths Neuzugang Paul Seguin gefährlich und rücksichtslos mit hohem Bein in einen Zweikampf mit Robin Krauße und trifft ihn am Kopf. Krauße blutet und muss ausgewechselt werden. Referee Müller reagiert ohne Zögern und schickt auch Seguin für sein Foul vom Feld.

Zwei Rote Karten in einem Spiel – das hat es bei der Spielvereinigung noch nicht gegeben. Die heutige Heimniederlage wird mit Sicherheit heiß diskutiert werden. Nicht nur von enttäuschten Kleeblattfans, sondern hoffentlich auch von den Verantwortlichen im Verein.

Endlich ein Auswärtssieg fürs Kleeblatt

Jurgen_GjasulaDer Held des Tages heißt Jurgen Gjasula. Ihm ist es zu verdanken, dass die Spielvereinigung nach einem 0:1-Rückstand beim 1. FC Union Berlin das Ruder noch herumreißen konnte. Und die Begegnung mit einem 2:1-Sieg nach Hause trug.

Das Wetter in Berlin war heute mehr als wechselhaft, mal toller Sonnenschein, mal herbe Regengüsse. So auch das Spiel aus Fürther Sicht. Denn schon in der 19. Minute gelang den „Eisernen“ an der Alten Försterei durch Steven Skrzybski ein ernüchterndes 1:0. Nicht überraschend für die 19.000 Zuschauer (eine Handvoll Kleeblattanhänger war im Gästeblock), denn die Berliner hatten bis dahin eindeutig die bessere Leistung gezeigt. Ihr neuer Coach Sascha Lewandowski witterte dann auch sofort Morgenluft. Ihm ging vermutlich kurz der Gedanke durch den Kopf, dass es im 17. Spiel zwischen Union Berlin und dem Kleeblatt nun unter seiner Ägide den zweiten Sieg der Berliner geben könnte.

Der Fürther Keeper Sebastian Mielitz, den ich in seinen ersten Spielen im Kleeblatt-Tor im Greuther-Weiber-Blog kritisiert habe, gefällt mir inzwischen immer besser. Er rettete heute die eine oder andere brenzlige Situation und schaffte es mit sicheren und reaktionsschnellen Aktionen, dass der 1:0-Vorsprung der „Eisernen“ nicht vergrößert wurde.

Wie schon öfter wirkte das Kleeblatt-Team nach der Halbzeit-Pause wacher. Kaum ist der Ball im Spiel, foult Kessel Tom Weilandt an der eigenen Strafraumgrenze. Der Schiedsrichter gibt einen Freistoß für Fürth, der clever gelöst wird: Gießelmann springt über den Ball, anschließend zirkelt Gjasula den Ball ins rechte Torwart-Eck! Ein guter Start in die zweiten 45 Minuten. Und noch mal ist es Jurgen Gjasula, der Fürther Fußball-Herzen höher schlagen lässt: Nach einem Foul an Robert Zujl erkennt der Schiedsrichter in der 70. Spielminute auf Elfmeter, den Gjasula trocken in die linke, untere Ecke schießt. Keeper Haas berührt den Ball noch mit den Fingerspitzen, trotzdem geht der Ball rein.

Als Antwort gingen beide Teams jetzt härter ins Spiel, es hagelte – quasi im Minutentakt – Gelbe Karten. Eine Schrecksekunde für das Kleeblatt gab es dann knapp zehn Minuten vor Schluss: Nach einem Eckball von Union Berlin bringt Kreilach die Kugel per Kopf auf den linken Pfosten, wo Kessel den Ball wenige Zentimeter über die Linie drückt. Ausgleich? Nein, der Schiedsrichter erkennt den Treffer wegen eines vermeintlichen Fouls von Kreilach nicht an.

So bleibt es bei einem 2:1-Auswärtssieg für die Spielvereinigung. Das Auftreten der Mannschafft war heute nach dem glücklichen Derbysieg nicht unbedingt selbstbewusster. Aber die wirklich starke Leistung von Jurgen Gjasula, Robert Zujl und Benedikt Röcker macht die Kleeblattfans heute glücklich. Das Team rangiert aktuell einen Platz vor dem 1. FC Nürnberg mit 11 Punkten auf dem 7. Tabellenplatz. In der Englischen Woche trifft die SpVgg schon am kommenden Mittwoch, 23. September,  um 17.30 Uhr zu Hause auf den SC Paderborn.