Gelbwurst und Kniela konnten nicht abfärben

Die erste Begegnung der neuen Spielzeit 2019/20 startete die Spielvereinigung in den Farben der Nostalgietrikots der Meisterelf von 1929: blau-schwarz. Die damaligen Spieler hatten Spitznamen wie Gelbwurst, Kniela oder Pippel. Leider war die heutige Mannschaft nicht so erfolgreich wie die vor 90 Jahren. Sie verlor gegen Erzgebirge Aue mit 0:2. Das Ergebnis dieser Heimniederlage spiegelt allerdings nur zum Teil die Leistung der Kleeblätter wider. weiter lesen

„Alle in weiß“ in den Fürther Ronhof

Am kommenden Sonntag, 28. Juli, um 15.30 Uhr ist es ENDLICH wieder so weit: Die Spielzeit 2019/20 der Zweiten Liga startet auch für die Spielvereinigung, erster Gegner des Kleeblatts ist zu Hause der FC Erzgebirge Aue. Wie auch schon in den vergangenen Jahren hat die engagierte Fanszene in Fürth die Stadionbesucher aufgefordert, „alle in weiß“ zu kommen.

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Klassenerhalt endlich geschafft!

Die Mannschaft vor dem in grünen Rauch getauchten Kleeblatt-Fanblock (Foto: Sportfoto Zink)

Um es gleich vorwegzunehmen. Die Spielvereinigung hat heute den Klassenerhalt in der Zweiten Liga geschafft. Das 1:1-Unentschieden beim FC Erzgebirge Aue bescherte dem Kleeblatt 39 Punkte, da kann jetzt am letzten Spieltag zu Hause nichts mehr passieren.

Dass Grün die Farbe von Fürth und des Vereins ist, das demonstrierten die angereisten Fans eindrucksvoll vor dem Spiel. Und dann startete die Partie vielversprechend, ein Tor von Julian Green in der 16. Minute ließ die Herzen der Kleeblattanhänger höher schlagen. Aber der schnelle Ausgleich der Veilchen (20. Spielminute) holte alle auf den Boden der Tatsachen zurück. weiter lesen

Kölner Wiederaufstiegsparty im Ronhof

Es hätte so ein schönes Fußball-Fest werden können: Trotz des unwirtlichen Wetters herrschte gute Laune im Ronhof vor dem Spiel gegen den Spitzenreiter der Zweiten Bundesliga, den 1. FC Köln. Was auch daran lag, dass die Gäste aus der Domstadt in Scharen angereist waren und schon vor der Partie Karnevalsstimmung verbreiteten. Für die meisten von ihnen stand von vornherein fest: Ihr „Effzeh“ würde am Ende des Abends als Wiederaufsteiger in Liga Nummer eins nach Hause fahren. Da dem Favoriten dafür aber auch ein Unentschieden gereicht hätte, konnte man sich als Kleeblattfan  zumindest Hoffnungen auf ein Remis machen, das der Spielvereinigung schließlich den Verbleib in der Zweiten Liga gesichert hätte. Und wer weiß – manchmal hat ja auch der Underdog Chancen auf einen Sieg, wenn es gut läuft.

Doch das tat es von der ersten Spielminute an nicht. Stefan Leitl konnte eigentlich nur eine zweite Garnitur gegen die Rheinländer aufbieten. Das Kleeblatt ohne Maxi Wittek, ohne die gesperrten Fabian Reese und Daniel Keita-Ruel – das verhieß nichts Gutes. Und so kam es, wie es kommen musste: Schon in der 8. Spielminute geriet Fürth durch einen Treffer von Jhon Cordoba (Foto: Sportfoto Zink) in Rückstand. Eine unglückliche Aktion von Daniel Steininger bescherte den Gästen das 2:0 (20.), und Cordoba gelang per Kopfball noch kurz vor dem Pausenpfiff das 3:0 (41.). Da war die Sache eigentlich schon gegessen.

Der Spielvereinigung gelang praktisch nichts an diesem Abend, die 12.500 Zuschauer – von denen ein Großteil aus Köln-Fans bestand – konnten von Beginn an verfolgen, wie eine Spitzenmannschaft der Zweiten Liga ein ersatzgeschwächtes Team nach allen Regeln der Kunst vorführt. Der Fürther Keeper Sascha Burchert verhinderte letztlich, dass es nach einem dritten Treffer von Cordoba (65.) beim 4:0 für Köln blieb und dessen Triumph nicht noch höher ausfiel.

Während von den Rängen Kölner Karnevalslieder zu hören waren und „Nie mehr Zweite Liga, nie mehr, nie mehr“ erklang, musste sich das Kleeblatt nach dem schwächsten Auftritt seit Wochen am Ende Pfiffe von den eigenen Fans gefallen lassen. Und: Es muss weiter zittern – das Gespenst eines drohenden Abstiegs geht noch immer um. Deshalb braucht es beim Auswärtsspiel am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr gegen Erzgebirge Aue unbedingt einen Sieg!

Diese Leistung kann man sich nur schöntrinken!

Das letzte Heimspiel vor Weihnachten besitzt immer eine ganz besondere Atmosphäre. Nach der Partie gehen viele Fans auf die Altstadt-Weihnacht am Waagplatz in der Nähe der Gustavstraße und lassen die 90 Minuten im Stadion bei einer Tasse Glühwein noch mal Revue passieren. Um eine weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen, eröffnete das Fürther Christkind heute nach dem Spiel das „Winterdorf“ mit den weiß-grünen Buden auf dem Gelände des Stadions. Dort gab es u.a. Kinderpunsch, Plätzchen und Kaiserschmarrn sowie stylische Weihnachtsgeschenke von der Spielvereinigung, einen Stand der aktiven Fanszene und der Dambacher Werkstätten.

Die heutige Begegnung am 16. Spieltag gegen den FC Erzgebirge Aue war für Kleeblattfans bekanntlich wichtig, weil das letzte Spiel, gegen Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln, mit 0:4 verloren worden war – ein Ergebnis, das zumindest in dieser Höhe aufgrund von diskutierbaren Schiedsrichterentscheidungen nicht gerechtfertigt war. Vor dem Spiel hatte Fürths Coach Damir Buric noch gesagt, dass die Mannschaft in „gewissen Situationen besser verteidigen“ und sich „in bestimmten Phasen anders verhalten“ müsse. Und das, obwohl Maximilian Wittek (Gelbsperre) und Maximilian Bauer (Gelb-Rot-Sperre) nicht mit auf dem grünen Rasen waren.

Die schöne Weihnachtsstimmung rund ums Stadion und der größte Optimismus verpufften heute allerdings recht schnell. Schon das erste Tor (28. Minute), das die Veilchen erzielten, verhieß nichts Gutes. Der Halbzeitstand von 0:1 war, nach den Erwartungen, die man vor der Partie hatte, nur als blamabel zu bezeichnen. Und über die zweite Spielhälfte brauchen wir kein Wort mehr verlieren: ein einziges Desaster (Foto: Sportfoto Zink)! Mit 0:5 vor heimischem Publikum gegen Erzgebirge Aue zu verlieren – und das nach dem fulminanten Start in die Saison 2018/19 -, das darf einfach nicht passieren.

Schon am frühen Vormittag hatten einige Fans auf dem Weihnachtsmarkt vorgeglüht. Nach der heutigen Pleite im Ronhof blieb einem kaum noch etwas anderes übrig, als sich die hohe Heimniederlage schönzutrinken. Wenn das bei den zwei letzten Spielen des Jahres 2018 – beides auch noch Auswärtsspiele! – so weitergeht, dann gute Nacht! Die nächste Partie findet am kommenden Samstag, 15. Dezember, auf St. Pauli statt; danach tritt das Kleeblatt am Freitag, 21. Dezember, beim SV Sandhausen an – zum allerletzten Mal vor der Weihnachts-/Winterpause.

Kleeblatt Dursun will kein Veilchen werden

Fürths Stürmer Serdar Dursun wird also kein „Veilchen“. Nach Informationen der „Bild“, waren sich die Spielvereinigung und der FC Erzgebirge Aue über einen Wechsel zwar einig, doch offenbar wollte der 26-Jährige nach einem Besuch im Erzgebirge nicht wechseln. „Wenn seitens des Spielers die hundertprozentige Überzeugung fehlt, ist es für beide Seiten besser, von vornherein auf eine Zusammenarbeit zu verzichten. Die Verhandlungen wurden abgebrochen“, wird FCE-Geschäftsführer Michael Voigt zitiert. Die Saison 2017/18 beendeten die Auer auf dem 16. Tabellenplatz, gewannen dann jedoch in der Relegation gegen den Drittplatzierten aus der 3. Liga, den Karlsruher SC. Der gebürtige Hamburger Dursun lebt vermutlich gerne hier in Franken, ist von der Multikulti-Atmosphäre in der Kleeblattstadt angetan, und weiter lesen

Verein macht „Tabula rasa“ im Fürther Ronhof

Eine gute Woche ist es nun her, dass sich das Kleeblatt mit Riesendusel in der Zweiten Liga gehalten hat. Offen gesagt: Wäre das erste Tor von Erzgebirge Aue im Spiel gegen SV Darmstadt 98 vom Schiedsrichter gegeben worden, dann wäre die Partie unter Umständen komplett anders verlaufen. Dann wäre jetzt vielleicht die Spielvereinigung in der Relegation und müsste heute abend im Rückspiel gegen den Karlsruher SC spielen.

Aber die Fakten sind andere: Das Kleeblatt verbringt die Sommerpause auf dem 15. Tabellenplatz. Und jetzt werden gerade von den Verantwortlichen im Fürther Ronhof Fakten geschaffen. In den vergangenen Tagen haben Sportdirektor Rachid Azzouzi und Trainer Damir Buric Gespräche mit allen Spielern geführt. Die ersten Abgänge zum Ende dieser Saison sind fix: Balazs Megyeri, Uffe Bech, Kaylen Hinds, Mathis Bolly, Adam Pinter, Dominik Schad, Jurgen Gjasula und Sercan Sararer. Sportdirektor Rachid Azzouzi hat auf der Vereins-Website kommentiert: „Auch die Spieler, wie zum Beispiel Jurgen Gjasula und Sercan Sararer sehen in einer Luftveränderung eine positive Chance für sich.“ Meine Meinung zur sportlichen (und menschlichen) Leistung von Jurgen Gjasula in den letzten Wochen und Monaten ist – wer unseren Greuther-Weiber-Blog aufmerksam gelesen hat – bekannt. Auf meiner Cancel-Liste stünden auch noch ein paar weitere Kleeblätter, auf die man im Kader verzichten könnte.
Die SpVgg hat den Vertrag mit dem kroatischen Verteidiger Mario Maloca um zwei Jahre verlängert. Prima! Mal sehen, ob es dem Verein gelingt, Fabian Reese zu halten und vor allem zu bezahlen. Und Verteidiger Marco Caligiuri ist trotz seines für einen Fußballer fortgeschrittenen Alters eine sichere Bank.
Hoffen wir, dass unser Kleeblatt in der Saison 2018/19 nicht untergehen wird. Das passende Plakat (Foto: Kirsten Harder) hängt ja schon seit einigen Tagen unübersehbar in Fürth.

Last-Minute-Sieg bringt Ronhof zum Kochen

SpVgg Greuther Fürth - Erzgebirge AueHeiß, heißer, am heißesten: So lässt sich beschreiben, was heute im Fürther Ronhof abging in der Partie des Kleeblatts gegen Erzgebirge Aue. Einmal im wörtlichen Sinn, denn auf dem Fürther Rasen kletterten die Temperaturen bis auf 40 Grad Celsius und darüber. Und dann übertragen: Das waren wahrhaftig heiße Schlussminuten, die den Zuschauern da geboten wurden. Erst in der Nachspielzeit (90+4) gelang den Gastgebern das ersehnte 3:2 (Foto), und die Stimmung im Stadion kochte.

Dabei war die ganze Aufregung so überflüssig wie ein Kropf. Denn das Kleeblatt startete gelungen und trotz der hohen Temperaturen mit unglaublichem Tempo und intensivem Pressing. Hinzu kamen deutliche Schwächen der Auer Abwehr. So erkämpfte sich die Spielvereinigung bald eine Torchance nach der nächsten. Was dann folgte, kennen wir zur Genüge: eine vergebene Möglichkeit nach der nächsten. Vor allem Veton Berisha blieb wieder einmal glücklos, was die Verwertung seiner Möglichkeiten angeht. Er legte während der gesamten Partie ein bewundernswertes Laufpensum zurück und arbeitete sich regelrecht ab, doch den Ball im gegnerischen Kasten zu versenken, blieb ihm auch heute wieder versagt. Dafür wachten die Veilchen nach etwa 15 Minuten auf und hatten plötzlich mehr vom Spiel als das Kleeblatt. Christian Tiffert schoss haarscharf am Fürther Torpfosten vorbei – Glück für die Gastgeber.
Zu diesem Zeitpunkt wäre eigentlich eine 2:0- oder gar 3:0-Führung für Fürth längst drin gewesen. Doch sogar den Foulelfmeter, den Schiedsrichter  Thorben Siewer nach einem bösen Fehler von Breitkreuz pfiff, konnte das Kleeblatt nicht nutzen: Robert Zulj drosch das Leder in der 32. Minute zwei Etagen zu hoch über das generische Tor hinaus. Zum Glück schafft es Sebastian Freis, sich in der 39. Minute deutlich gegen Breitkreuz durchsetzen. Und statt abzuspielen, überraschte er den Auer Keeper Männel und machte das Ding selbst. Endlich das hochverdiente 1:0 in der 39. Minute!
Wenige Sekunden nach der Halbzeitpause ließ Robert Zulj die nächsten Riesenchance liegen. Kurz darauf gelang Serdar Dursun jedoch das 2:0, gegen das Torwart Männel völlig machtlos war. Dursun fiel ebenso wie Navrey in dieser Partie äußerst angenehm auf, beide zeigten großen Einsatz. Die Defensive der Veilchen bekam besonders Navrey nur schwer in den Griff.
Doch in den letzten 30 Minuten machte es sich für das Kleeblatt schmerzhaft bemerkbar, dass man einerseits bei der großen Hitze zu Beginn auf so viel Tempo gesetzt hatte, andererseits, dass die zahlreichen Chancen vergeigt worden waren. Aues Trainer Pavel Dotchev brachte mit Soukou und Kaufmann (für Adler und Nazarov) zwei frische Kräfte, die das Spiel zugunsten der Veilchen drehten. So konnte Fürths Keeper Balazs Megyeri nichts gegen den unerwarteten Schuss von Kvesic in der 62. Minute ausrichten – die Gäste aus dem Erzgebirge verkürzten auf 1:2. Beinahe hätte es kurz darauf schon den Ausgleich gegeben, den Megyeri aber durch eine tolle Reaktion verhinderte. Aber in der 78. Minute war es so weit: Megyeri parierte zwar einen Schuss von Soukou, der Ball sprang Marcel Franke jedoch auf die Hacke und von dort unglücklich direkt in den Kasten des Kleeblatts. Das 2:2 war da. Jetzt rächten sich die vielen ungenutzten Torchancen des Kleeblatts bitter.
Kurz vor Schluss sah Tiffert noch die gelb-rote Karte: Zunächst war er von Fürths Hofmann hart gefoult worden. Tiffert, der bereits Gelb gesehen hatte, verlor die Nerven und versetzte Hofmann einen Schlag. Eine völlig unnötige Aktion nach einem sehr fairen Spiel, die vom Unparteiischen zu Recht geahndet wurde. Der FC Erzgebirge wenige Minuten vor Abpfiff also in Unterzahl – ein Vorteil, den das Kleeblatt zunächst nicht nutzen konnte. Die Spannung stieg bis zur vierminütigen Nachspielzeit. Buchstäblich in letzter Minute war es dann der Unglücksrabe Marcel Franke, der einen Kopfball zum verdienten 3:2 verwandelte und damit sein Eigentor wettmachte.

Das ging gerade noch mal glimpflich aus. Die Schwächen im Fürther Abschluss haben uns alle auf die Folter gespannt und müssen endlich beseitigt werden. Dazu bleibt der Kleeblattelf genügend Zeit: Am nächsten Wochenende ist Länderspiel-Pause. Am Sonntag, 11. September, tritt die Spielvereinigung dann bei Fortuna Düsseldorf an.

Sensation im Erzgebirge

Das waren noch Zeiten, als die Spielvereinigung im DFB-Pokal ins Halbfinale kam. Damals – im März 2012 – hat das Kleeblatt unglücklich gegen Borussia Dortmund verloren. Heute sah es gegen die gerade in die Dritte Liga abgestiegenen Erzgebirgler aus Aue in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht aus. Bei tropischer Hitze machten die Veilchen dann in der 68. Minute mit einem Kopfballtor von Simon Skarlatidis das 1:0 – und damit sind die Kleeblätter schon in der ersten Runde aus dem Pokal geflogen.

Dabei sprach vor dem Spiel vieles für Fürth. Nach dem vielversprechenden 2:2-Unentschieden am letzten Montag gegen den Favoriten RB Leipzig wurde das Kleeblatt schon wieder als Aufstiegskandidat gehandelt. Völliger Unsinn, konterte Coach Stefan Ruthenbeck. Und die heutige Leistung holt sogar den größten Optimisten zurück auf den Boden der Tatsachen. In den letzten zehn Jahren hatte die SpVgg in zehn Begegnungen nur ein Mal gegen Erzgebirge Aue verloren. Heute ging nach der Halbzeitpause praktisch nichts mehr zusammen. Die Veilchen spielten energisch und mutig auf, sie wirkten nach ihrer Führung wie aufgedreht. Dem Fürther Team gelang dann bis zehn Minuten vor dem Schlusspfiff wenig. Veton Berisha hatte einige gute Chancen, die er kreativ anging, aber nicht umsetzen konnte. Und die gute Abwehrparade von Aues Keeper Martin Männel machte einen Freist0ß von Niko Gießelmann zunichte. Nach dem Spiel war die Enttäuschung bei Trainer und Mannschaft groß. Da half auch eine Dusche zur Abkühlung nichts.
Schade, das Kleeblatt ist raus aus dem DFB-Pokal, die Sensation in Aue perfekt. Die Spielvereinigung muss jetzt ihre Wunden lecken und sich bis zur nächsten Zweitliga-Begegnung am 16. August gegen St. Pauli wieder fangen.

Das Kleeblatt im Abstiegskampf – und Daisy gähnt

DaisyDer einzige Lichtblick am heutigen Nachmittag war Daisy. Nein, kein Gänseblümchen im Erzgebirgsstadion Aue, sondern unser Gasthund. Wegen Daisy haben wir auf die 500 Kilometer-Fahrt (hin und zurück) verzichtet und sind dafür lieber im sonnigen Fürth geblieben, um uns die wichtige Fußballbegegnung am Bildschirm anzusehen. Daisy, ein schwarzer Mischling, gehört eigentlich einem Clubfan. Allerdings muss man zu dessen Verteidigung sagen: Er war früher beruflich ab und zu im Ronhof und sieht sich auch heute ganz gerne mal ein Kleeblattspiel an. Und Daisy ist ebenfalls flexibel: Wir hatten sie stilecht weiß-grün ausstaffiert. Das Spiel fand sie allerdings (siehe Foto) eher ermüdend.

Als „Abstiegsduell“ zwischen dem 14. und 17. der Zweitliga-Tabelle hatte man die Partie der Spielvereinigung gegen Erzgebirge Aue im Vorfeld angekündigt. Das klingt nach Spannung und erbarmungslosem Fight, was dann allerdings nur zum Teil zutraf. Denn die Aktionen auf dem Spielfeld zeichneten sich in den ersten 45 Minuten primär durch hektisches Hin und Her und zahllose Fehlpässe aus. Wo blieben strategisch kluge Spielzüge oder raffinierte Pässe? Natürlich sind solche Spiele, wo es de facto um den Klassenerhalt geht, immer von Nervosität und Verzweiflung geprägt. Aber: Beide Teams sind die Mannschaften der Zweiten Liga mit der schlechtesten „Chancenverwertung“. Den Beweis dafür erbrachten sie auch heute wieder. Kein Tor in gut 90 Minuten, obwohl sich alle 22 Spieler deutlich sichtbar aufarbeiteten. Aber die Effektivität blieb auf der Strecke. Von den Kleeblättern machte – bis auf Torwart Wolfgang Hesl – keiner eine wirklich gute Figur. Er hielt immerhin drei gefährliche Attacken der Sachsen.
Das Selbstbewusstsein der Fürther ist offenbar auf dem Nullpunkt. Und auch Testspiele wie gegen den SC Eltersdorf, das die SpVgg am Mittwoch nur mit 1:0 gewann, motivieren nicht gerade. Trainer Mike Büskens stand heute am Spielfeldrand und konnte einem wirklich leid tun. Bestimmt versucht er permanant, seine Jungs spielerisch zu mobilisieren. Aber es reicht einfach nicht. Weder gegen gute Mannschaften noch gegen Kellerkinder wie Erzgebirge Aue kann das Kleeblatt richtig punkten. Es spielt einfach zu harmlos. Und einen Stürmer, der auch mal in den gegnerischen Kasten trifft, den kann man nicht aus dem Hut zaubern. Die zirka 800 angereisten Kleeblattfans hatten auf jeden Fall wenig Freude.
Das Spiel endete (für das Kleeblatt glücklich) mit einem 0:0-Unentschieden – nach einer turbulenten Endphase, in der die Sachsen fast noch ihr Tor gemacht hätten. Vorher war nach einem Check sogar der Schiedsrichter Martin Thomsen zu Boden gegangen und hatte sein Freistoßspray verloren.

In einem Freundschaftsspiel empfängt die SpVgg am kommenden Freitag, 27. März, um 15 Uhr zu Hause den Tabellenführer FC Ingolstadt. Und das nächste Pflichtspiel ist dann am Ostersamstag. Der Gegner heißt Eintracht Braunschweig.