Die Kleeblatt-Niederlage rettet wohl Kramers Kopf

Didier Ya Konan heißt der nicht allzu große, kräftige, kompakte und saugefährliche Stürmer in der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.  Von Anfang an fiel Ya Konan auf – und er sollte der Spielvereinigung heute auch zum Verhängnis werden.
Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf wurde schon im Vorfeld heiß diskutiert. Fortuna hatte erst am Dienstag gegen den Fürther Erzfeind – den 1. FC Nürnberg – im DFB-Pokal mit 1:5 verloren. Außerdem trainiert der ehemalige Kleeblatt-Coach Frank Kramer die Rheinländer seit dieser Saison. Aufgrund der bescheidenen Ergebnisse und dem – bis heute – 16. Tabellenplatz stand Kramer allerdings auf der Abschussliste.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthAlles Schnee von gestern! Fortuna Düsseldorf hat heute Abend zu Hause das Kleeblatt mit 1:0 besiegt. Das startete zwar recht lebendig und hatte in der ersten Halbzeit einigermaßen gute Torchancen (z.B. Lattenschuss von Freis). Aber was nutzen die, wenn man sie nicht umsetzt! Und so blieb es bis zur Halbzeitpause beim 0:0. Dann kamen die zweiten 45 Minuten. Und da sah man in der  Esprit-Arena richtig schlechten Fußball: Diffuse Aktionen im Mittelfeld, Geplänkel hier und dort. Die Zeit verstrich, und die Laune der wenigen Kleeblattfans im Gästeblock verschlechterte sich zusehends. Immerhin waren über 21.000 Zuschauer im Stadion. Das war eine richtig laute Kulisse, gegen die unsere SpVgg-Anhänger nicht ankamen.

Erlösend für die gebeutelten Düsseldorfer fiel dann das Kopfballtor durch eben jenen Didier Ya Konan in der 78. Minute. Nach der Ecke von Demirbay waren Benedikt Röcker und Robert Zulj wohl gerade in Morpheus‘ Armen. Mit anderen Worten: Sie verpennten den Schuss, und  Ya Konan köpfte locker ins lange Eck. Sebastian Mielitz, der wieder mal einige Tore verhinderte und in einer bestechenden Form ist, hatte keine Cance und musste hinter sich greifen.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthDas blieb dann auch das Endresultat. Das Tor der Düsseldorfer rettete vermutlich den Kopf von Coach Frank Kramer. Das ist ihm – auch aus Fürther Sicht – zu können. Aber so edel wollen wir doch nicht sein. Ein Sieg und drei Punkte wären uns lieber gewesen.

Am Freitag, 6. November, ist Arminia Bielefeld zu Gast im Ronhof. Ich sage nur: Da trifft Sebastian Mielitz im einen Tor auf den Ex-Fürther Wolfgang Hesl im anderen. Das wird spannend!

Fürther bleiben Vierter, auweia!

Montag Abend ist eigentlich kein typischer Krimi-Abend – zumindest nicht im Fernsehen. Dafür aber im Fußball – zumindest heute und zumindest beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen unsere SpVgg. Das war wirklich höchst spannend, was uns da geboten wurde, vor allem in der zweiten Halbzeit und ganz besonders in der Schlussphase. Man kann schon fast von einem Thriller sprechen.

Aber es hat nicht sollen sein, Fürth konnte die bisher zu Hause Ungeschlagenen in der ESPRIT-Arena nicht besiegen, und es war obendrein auch noch die erste Auswärts-Niederlage für das Kleeblatt in dieser Saison.

Dabei hätte es wirklich nicht 2:1 für die Fortuna ausgehen müssen. Fürth kam zu Beginn gut ins Spiel, zeigte sich selbstbewusst gegen die 30 000 Zuschauer, die bis auf ein winziges Häuflein von Fürthern alle für Düsseldorf schrieen und klatschten, dass es – aus deren Sicht – eine Freude war. Greuther-Weib Kiki hat hier ja schon über den wichtigen „12. Mann“ – also das Publikum – bei Fußballspielen geschrieben. Doch das überraschende Führungstor der Fortuna hat das Kleeblatt erst mal ziemlich geschockt, bis zum 2:0 in der 39. Minute hat es sich kaum richtig von diesem Schrecken erholt. Damit war die erste Halbzeit praktisch gelaufen. Es reihte sich Fehler an Fehler, vor allem in der Hintermannschaft.

In der Kabine wäre ich wirklich gern Mäuschen gewesen, um Mike Büskens´Gardinenpredigt zu hören. Sie hat wohl auch durchaus etwas gebracht, Fürth kam wieder ins Spiel zurück und konnte Druck machen auf die Fortuna. Und das wurde mit dem 1:2 durch Edgar Prib belohnt. Dann wurde die Partie zunehmend packender, auch hier gab es durchaus Parallelen zu einem Kriminalroman. Die Schlussphase war für jeden eingefleischten Fürth-Fan dann nervlich nur schwer durchzustehen. Immer wieder lag der Anschluss-Treffer in der Luft – allein, es hat nicht sollen sein. Kurz vor dem Abpfiff hätten die Düsseldorfer dann sogar beinahe noch zum 3:1 ausbauen können, was aber – Gott sei Dank – dann doch nicht klappte.

Insgesamt hat unser Kleeblatt, man muss es leider sagen, zu ungenau gespielt. Das hat sich am Ende in der 1:2-Niederlage niedergeschlagen. Niedergeschlagen – das ist auch der Zustand, in dem wir Greuther-Weiber uns nach diesem Spiel befinden. Nun bleibt unser Kleeblatt auf dem vierten Platz, Düsseldorf übernimmt die Tabellenführung. Platz vier – da muss ich leider an den blöden Spruch meiner Nürnberger Kollegen denken, der da heißt: Lieber Fünfter als Fürther oder, phonetisch: Vierter. Aber vor dem ungeliebten vierten Rang hätte uns selbst ein 2:2 nicht mehr gerettet. Und das ist letztlich der einzige Trost, der uns nach dieser unnötigen Niederlage bleibt!

 

Ein starkes Kleeblatt vor der Brust

Der sogenannte Zwölfte Mann auf dem Rasen ist bei einem Fußballspiel nicht der unsichtbare weiße Hase Harvey, sondern das heimische Publikum, das die eigene Mannschaft lautstark unterstützt. Was für einen Motivationsschub so ein Zwölfter Mann den Spielern bringt, liegt auf der Hand. Ob das morgen in der ESPRIT Arena in Düsseldorf beim Spitzenspiel Fortuna gegen die Spielvereinigung auch so sein wird? Ich befürchte es. Allerdings werden die Vorteile dann klar auf Seiten der Gastgeber liegen. Denn das Zahlenverhältnis zwischen den Düsseldorfer und Fürther Fans wird ungleichgewichtig sein. Auf der Fortuna-Homepage fand ich nämlich folgenden deprimierenden Satz: „Bislang (Freitag Nachmittag) wurden 28 500 Karten abgesetzt, ganze 57 (!) davon in der Geschäftsstelle von Greuther Fürth.“ Klar, ein Auswärtsspiel am Montag Abend im rund 450 Kilometer entfernten Düsseldorf – wer macht sich von Fürth aus dahin schon auf den Weg?

Pikant ist die Partie Zweiter gegen Dritter aber noch aus anderen Gründen: Die Kleebätter werden vom gebürtigen Düsseldorfer Mike Büskens gecoacht. Aber wie wir Büskens kennen: Er ist Pragmatiker und wird für sein Team das Optimale rausholen.
Norbert Meier, Trainer der Fortuna, schätzt die Lage realistisch ein und warnt vor der „ungemeinen Offensivwucht, die die Grün-Weißen aus der Wissenschaftsstadt“ haben werden:

„Fürth war in den vergangenen Jahren immer dicht dran. Jetzt sind sie weitgehend zusammengeblieben und haben in Olivier Occean noch einen Torjäger dazubekommen, der sich sehr gut eingeführt hat. Die funktionieren gut, sind auswärts ungeschlagen. In den vergangenen Spielen haben sie immer in den entscheidenden Phasen zugeschlagen, sind abgebrühter geworden und hatten Partien, wo sie den Gegner komplett dominiert haben. Sie stehen kompakt und haben eine Menge leichtfüßiger, schneller Spieler – wir wissen also, was wir da vor der Brust haben!“

Dass man im Düsseldorfer Team ausgerechnet auf den Ex-Fürther Sascha Rösler (er war 2002 bis 2005 hier verpflichtet) verzichten muss, ist für Kleeblatt-Fans doch beruhigend. Der erfolgreiche Stürmer ist wegen diverser Gelber Karten gesperrt. Dafür kann Mike Büskens auf seine besten Spieler zurückgreifen.

Gute Vorarbeit hat gestern 1860 München geleistet: Der 2:1-Sieg gegen den Tabellenführer Eintracht Frankfurt lässt das Spitzentrio wieder enger zusammenrutschen. Gewinnt die Spielvereinigung, liegt sie mit einem Punkt Vorsprung wieder vorne. (Dass Düsseldorf drei Punkte einfahren könnte, berücksichtige ich jetzt mal nicht).
Natürlich werden wir Greuther-Weiber morgen Abend in Twitter über die aktuellen Ereignisse berichten und noch direkt nach dem Spiel in unserem Blog das – hoffentlich aus Fürther Sicht – gute Ergebnis kommentieren.
By the way: Wer nicht zu den 57 Fans gehört, die nach Düsseldorf fahren: Die Partie wird ab 20.15 Uhr live bei SPORT1 übertragen.