Auf ein faires Franken-Derby!

Morgen um 15.30 Uhr findet in der Trolli ARENA das 255. Frankenderby zwischen dem Fürther Kleeblatt und dem 1. FC Nürnberg statt, und der Ton zwischen den Fans – vor allem in den „Social Media“ – wird von Stunde zu Stunde rauer. Hat man vor einigen Tagen noch auf Harmonie und Fairness gemacht, so ist inzwischen auch Aggressiveres zu lesen: „noch ein tag und dann haun wir euch depperlas weg“, schreibt jemand in Facebook. Und sogleich stimmen ihm viele zu. Und bei NZ-online ist zu lesen: „Ist doch jetzt schon klar, was morgen passiert. Der N-Mob wird wieder randalierend durch unsere Strassen ziehen und ihr werdet dann behaupten, die Fürther sind selber schuld. Krank!“ Deshalb wollen die Kleeblattfans den Nachbarn aus der östlichen Vorstadt – nach dem Derbysieg im Dezember 2011 – auch morgen (wieder) beweisen, dass die Spielvereingung die bei weitem bessere Mannschaft ist. Egal, wie! Und wenn das Kleeblatt dann gewonnen hat, reagiert ein Fan so: „Und jeden Morgen knie ich mich hin und danke Gott das ich ein Fädder bin!“ Nun ja, jeder wie er mag.
Gut gefallen hat mir aber eine Kleinanzeige in der heutigen „Nürnberger Zeitung“ (siehe Foto). Das sehe ich genauso: Die allermeisten Anhänger der SpVgg und des Clubs sind friedlich und freuen sich auf ein spannendes Spiel. Und so soll es auch in Zukunft bleiben!

 

Mike Büskens, der Faire!

Spielerisch sind die Zeiten für die Spielvereinigung im Moment nicht allzu rosig, dafür ist eine andere Meldung umso positiver: Coach Mike Büskens erhält am Rande des WM-Qualifikationsspiels Deutschland – Schweden am Dienstagabend in Berlin den DFB-Preis „Fair ist mehr“. Er wird wegen seines respektvollen Umgangs mit gegnerischen Mannschaften ausgezeichnet.
Im Gegensatz zum rüden Umgangston manch anderer Bundesliga-Trainer nimmt sich Büskens seit Jahren direkt vor Anpfiff immer die Zeit, alle Spieler und die Vereinsverantwortlichen des Gegners persönlich mit Handschlag zu begrüßen. Auf unserem Foto begrüßt er z. B. beim DFB-Pokalspiel im März den Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp.
Für den Kleeblatt-Coach ist das eine Selbstverständlichkeit. Er wird bei Bild so zitiert:

„Mich hat die Auszeichnung selbst überrascht. Der respektvolle Umgang mit Gegnern hatte früher sicher einen höheren Stellenwert, er verliert leider immer mehr an Wert.“

Allerdings muss Mike Büskens für die Auszeichnung erstmals seit knapp drei Jahren das Training schwänzen. Naja, da kann man doch mal Opfer bringen!