Rappelt’s bald in der Kleeblatt-Kasse?

Als Abdul Rahman Baba im August 2012 zur Spielvereinigung kam, machte nicht nur ich mir große Hoffungen, dass das Kleeblatt durch ihn einen wichtigen Impuls bekommen könnte. Doch er entwickelte sich zur Enttäuschung. Oft wurde er gar nicht aufgestellt, ein ums andere Mal drückte er die Fürther Ersatzbank. Und machte – ich erinnere mich an das für den Nicht-Wiederaufstieg in die Bundesliga entscheidende Spiel gegen 1860 München, das die SpVgg mit 1:2 verlor – einen mehr als gelangweilten Eindruck. Oft reagierten verärgerte Zuschauer im Stadion auf Babas fehlende sportliche Leistung mit Pfiffen und Unmutsbekundungen.
Dann: Das Lokalderby gegen den Club am 11. August 2014 (2. Spieltag). Ausgerechnet da gelangen ihm seine ersten beiden Tore für die SpVgg. Beim 5:1-Erfolg der SpVgg traf er zur 1:0-Führung in der achten Minute und zum 3:1 in der 57. Minute. In dieser Partie war Baba allerdings nicht als Außenverteidiger, sondern als Mittelfeldspieler aufgestellt. Baba schien wie ausgewechselt. Ich bloggte damals euphorisch über Babas Höhenflug. Und die Kleeblattfans im Stadion erhofften sich eine tolle Saison 2014/15 mit dem Außenverteidiger Baba. Doch das war ein großer Irrtum. Am Tag nach dem Derby wurde bekanntgegeben, dass Baba zum Erstligisten FC Augsburg wechselt. Aus der Traum für Fürth.

Und jetzt? Der bevorstehende Wechsel von Augsburgs Linksverteidiger Baba zum FC Chelsea ist offenbar so gut wie perfekt. Der ghanaische Spieler wurde nach seiner Supersaison in Augsburg und der tollen Leistung beim Africa Cup von internationalen Vereinen heiß umworben. Anscheinend macht jetzt der englische Superverein um  Trainer José Mourinho das Rennen. Beim Kleeblatt würden beim Verkauf Babas die Vereinskassen wie wild klingeln. Der Rekordtransfer vom FCA zum FC Chelsea für geschätzte 25 Millionen Euro würde die Fürther Kassen sogar richtig voll machen. Denn der Verein hat sich wohlweislich beim Verkauf des Supertalents im letzten Sommer eine Transferbeteiligung gesichert. Nach Informationen unterschiedlicher Medien soll die Spielvereinigung zwischen 15 und 25 Prozent des Transfererlöses bekommen. Das macht bei 25 Millionen Euro mindestens 3,75 Millionen Euro! Das wäre Fürths größte Transfereinnahme der Geschichte. Und das, ohne direkt beteiligt zu sein! Nicht übel, denn eine volle Kleeblattkasse würde die Möglichkeit von Neueinkäufen eröffnen. Denn bekanntlich ist ja bis zum 31. August die Transferperiode noch offen.

Soll Davies der neue Baba werden?

SpVgg Greuther Fürth - SV SeligenportenAls fußballinteressiertes Greutherweib lese ich natürlich gerne und aufmerksam den „kicker“. Bei „kicker online“ fand ich vor einigen Tagen einen Artikel, der mich doch verwunderte: „Davies soll Fürths neuer Baba werden“. Was hat das zu bedeuten?, fragte ich mich. Die Spielvereinigung hat den Spieler George Davies bis 30. Juni 2019 mit einem Profivertrag ausgestattet. Das Talent wurde in Afrika entdeckt und in den vergangenen Monaten im Fürther Leistungszentrum gefördert. Vereinspräsident Helmut Hack folgte damit dem Beispiel Abdul Rahman Baba. Bei Baba – so der „kicker“ – sei die Rechnung aufgegangen. Der damals 17-Jährige wurde aus Ghana nach Franken geholt und entwickelte sich beim Kleeblatt zum Bundesligaspieler, der „nun für den FC Augsburg die Linie entlangflitzt“.
Nun starten die Fürther bei Davies den nächsten Versuch. Auch er kam als 17-Jähriger aus Afrika zum Kleeblatt, diesmal aus Sierra Leone. Bei einem Besuch vor Ort war Davies von Präsident Helmut Hack entdeckt worden. Davies wurde bei einer Gastfamilie in Franken untergebracht, erlernte die deutsche Sprache und bereitete sich in den vergangenen Monaten im Nachwuchsleistungszentrum der Fürther auf den deutschen Profifußball vor. Der jetzt 18-Jährige spielte bereits im Alter von 17 Jahren für die Nationalmannschaft Sierra Leones.

„Wir alle haben uns in den vergangenen Monaten sehr um ihn gekümmert. George ist fleißig und sehr lernwillig“, lobt Hack den Sierra-Leoner im „kicker“und beschreibt dessen Vorzüge: „George hat große technische Fähigkeiten und eine außerordentliche Schnelligkeit. Er kann offensiv sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite eingesetzt werden.“ Baba dient als Vorbild, Davies könnte in dessen Fußstapfen treten, das sieht auch Hack so: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir viel Freude an George haben werden.“

Dagegen ist ja wirklich nichts einzuwenden. Aber das riecht mir verdammt nach Ausbildungswerksatt für Fußballer, die dann, wenn sie gut sind, ganz schnell Ambitionen entwickeln und zu einem anderen Verein wechseln. Ich erinnere mich bei Baba gut daran, wie er oft leicht unmotiviert am Spielfeldrand stand oder lustlos auf dem Platz agierte. Und dann – wie ausgewechselt – beim Derby gegen den Club (das die SpVgg bekanntlich mit 5:1 gewonnen hat) zwei Tore für das Kleeblatt schoss und der beste Spieler auf dem Spielfeld war. Warum? Weil er da schon den Vertrag beim FC Augsburg in der Tasche hatte? Allerdings wird Baba im Spielbericht auf der SpVgg-Website namentlich nicht erwähnt!
Hoffen wir, dass es George Davies – wenn er denn irgendwann als Offensivspieler erfolgreich spielt und Tore macht – länger hier in Fürth hält!

Baba wechselt zum Erstligisten FC Augsburg

Gestern war er noch der Star des Derbys gegen den 1. FC Nürnberg in Fürth. Heute erreicht uns die Meldung auf der Website der Spielvereinigung:

„Abdul Rahman Baba wird künftig für den FC Augsburg auflaufen. Das Kleeblatt hat sich mit dem FCA nach langen Verhandlungen auf einen Wechsel geeinigt. Baba wird noch heute seinen Medizincheck in Augsburg absolvieren und danach den Vertrag unterschreiben. Präsident Helmut Hack: „Der Wechsel von Baba ist nicht nur für ihn sehr wichtig, sondern auch für viele Menschen in seiner Heimat. Baba ist als 18-Jähriger zu uns und nicht zu einem großen europäischen Klub gewechselt, mit dem festen Vertrauen in uns, dass es für ihn besser ist, seinen Weg nach oben mit uns zu gehen. Er will unter allen Umständen in der ersten Bundesliga spielen. Wir haben lange um Baba gekämpft, jetzt aber eine Lösung gefunden, die auch uns überzeugt. Wir wünschen ihm für seine Zukunft von Herzen alles Gute.“

Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart.
Das ist für die Kleeblattfans keine gute Neuigkeit. Baba hat beim gestrigen Spiel zwei Tore erzielt und für sein Team einen Elfmeter herausgeholt. Dass es ihn reizt, in Zukunft erstklassig zu spielen, ist nachvollziehbar. Schade fürs Kleeblatt.
Nevertheless: Die Greuther-Weiber wünschen ihm alles Gute beim FC Augsburg.

Ausverkauf der Kleeblatt-Mannschaft?

Gestern habe ich noch über die guten News geschrieben, nämlich dass Stephan Schröck zum Kleeblatt zurückkehrt. Und die Resonanz bei den Fürther Fußballanhängern war gigantisch.

Heute dann die Hiobsbotschaft (wie mein Lateinlehrer gesagt hätte: „Die Heiß-Kalt-Methode“): Der Kader der Spielvereinigung wird (wie schon zu lesen war) spürbar Federn lassen.

SpVgg Greuther Fürth - HSVTim Sparv, Nikola Djurdjic (Foto) und Daniel Brosinski werden die SpVgg verlassen. Tim Sparv wechselt zum FC Midtjylland  nach Dänemark. Außerdem hat sich die SpVgg auf einen Wechsel von Daniel Brosinski mit dem 1. FSV Mainz 05 verständigt. Über einen Transfer von Nikola Djurdjic ist sich das Kleeblatt mit dem FC Augsburg einig. Brosinski und Djurdjic absolvieren heute ihre medizinischen Checks. Alle drei Spieler haben zum Erfolg der Spielvereinigung in der letzten Spielzeit beigetragen. Immerhin hat es das Fürther Team ja nach dem Abstieg in die Zweite Liga beinahe wieder zurück in die Bundesliga geschafft.

Ob man jetzt von einem regelrechten „Ausverkauf“ des Kleeblatts sprechen kann, möchte ich hier nicht bewerten. Der Präsident Helmut Hack kommentiert die Entwicklung auf der SpVgg-Homepage so:

„Spieler zu entwickeln und erfolgreich zu transferieren gehört zu unserem Geschäftsmodell. Allerdings betrachten wir es als unsere Entscheidungshoheit, den für einen Transfer richtigen Zeitpunkt festzulegen. Wir haben immer bewiesen, dass wir stets eine schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft zusammengestellt haben. Das wird uns auch in diesem Jahr gelingen!“

Auf jeden Fall muss Traner Frank Kramer mit einer (mal wieder) in vielen Positionen veränderten Mannschaft klar kommen. Und dann heißt es ab Anfang August für die Saison 2014/15: Auf ein Neues!

Wir präsentieren: unser Ehren-Greuther-Weib

2013 ist vorbei – wir Greuther-Weiber blicken nach vorne. Das Kleeblatt steht gut da im Augenblick und hat nach der Weihnachtspause wieder mit dem Training begonnen. Heute Abend geht es in Frankfurt beim Hallenturnier auch spielerisch wieder los, allerdings nur für einen Teil des Teams. Wir hoffen auf eine baldige Rückkehr und den Einsatz von Nikola Djurdjic, der das Ganze noch mit ein paar Toren garnieren könnte. Und dann – warum sollte die Spielvereinigung nicht wieder ins Fußball-Oberhaus aufsteigen? Ob alle Fans das wirklich wollen, wohin das führen würde und ob die Mannschaft das von der Vereinsspitze aus überhaupt darf, sei im Augenblick mal dahingestellt. Das Jahr ist noch jung, die Rückrunde ebenfalls. Gegen Ende der Spielzeit ist unsere Mannschaft jedoch früher schon öfter in eine Art Schockstarre verfallen, als sie dem Aufstieg schon zum Greifen nahe war. Mit einer Ausnahme bisher – wie das ausging, ist ja hinlänglich bekannt.

Wir sagen: Ja, probiert es noch einmal, habt zum Beispiel den FC Augsburg vor Augen, der den Klassenerhalt auch immer wieder hinkriegt, selbst wenn er nur ein kleines Licht ist in der Ersten Bundesliga. In Zeiten wie diesen gibt es keine Chancengleichheit mehr im Fußball, nach Bayern München kommt erst mal lange nichts. Auf diese Überflieger-Geldbeutel braucht ihr nicht zu schielen. Es gibt andere gute, redlich kämpfende Mannschaften in der Liga, mit denen es reizvoll ist, seine Kräfte zu messen – noch haben wir nicht (ganz) spanische Verhältnisse erreicht. Gott sei Dank!

Wir Greuther-Weiber unterstützen euch auch im neuen Jahr, so gut wir können. Wie der Name „Greuther-Weiber“ schon sagt, sind wir weibliche Fans. Doch heute möchten wir jemanden zum Ehren-Greuther-Weib machen, obwohl er ein Mann ist. Es handelt sich um Raimund Kirch, den Chefredakteur der „Nürnberger Zeitung“. Er wird hier keine Blog-Beiträge schreiben, aber bei ihm handelt es sich, wie auf dem Foto zu sehen, um einen echten „Greuther“- bzw. „Kräuter“-Fachmann (im Fränkischen ist, zumindest phonetisch betrachtet, der Unterschied bekanntlich nicht so sehr groß!). Raimund Kirch ist – obwohl er das in den Redaktionskonferenzen in Nürnberg nicht so explizit sagen darf – von der Spielvereinigung überzeugt. Er findet es außerdem sympathisch, dass Frank Kramer und die Vereinsspitze erst mal bescheiden zurückhaltend bleiben und das Thema Aufstieg möglichst gar nicht ansprechen.

Weibliche Kräuter-Experten hat man in vergangenen Zeiten ja gerne als Hexen bezeichnet – so weit wollen wir jetzt nicht gehen. Aber Raimund Kirch hat tatsächlich eine Menge Ahnung, wie die einzelnen Heilkräuter einzusetzen sind. Manches von dem Zeug wäre durchaus dazu tauglich, dem Kleeblatt in den kommenden Wochen Flügel zu verleihen. Wäre bestimmt gesünder und auch kostengünstiger als so mancher Energy-Drink!

Spannung pur bis zum letzten Schweißtropfen!

Mann, das war wirklich einer der spannendsten Bundesliga-Spieltage dieser Saison. Ja, auch für das Kleeblatt – obwohl es schon vor der Partie gegen den FC Augsburg abgestiegen war.

Das Spiel in der SGL-Arena begann turbulent. Bei einem Konter in der 3. Minute kam Felix Klaus in den Strafraum, wurde von Klavan an den Hacken berührt – und Schiedsrichter Tobias Welz zeigte nach kurzem Überlegen auf den Elferpunkt. Edgar Prib trat an und verwandelte sicher ins rechte obere Eck. Jubel bei den angereisten Kleeblattfans. Aber der Elfmeter musste wiederholt werden, weil Park zu früh in den Strafraum gelaufen war. Prib trat wieder an, schoss dieses Mal in das linke untere Eck, und Torwart Manninger parierte (Foto). Frust für das Fürther Team, das trotzdem versuchte, sich nicht hängen zu lassen: Die Mannschaft ließ den Augsburgern wenig Spielraum, denen gelang es aber dann bei der ersten wirklichen Torchance durch Werner doch, das 1:0 zu machen.
Nach der Pause erst mal Geplänkel auf beiden Seiten, gute Aktionen des FCA. Keeper Wolfgang Hesl konnte aber zunächst die Situation immer retten. Doch in der 55. Minute kam es, wie es kommen musste: Der FCA traf zum zweiten Mal in das weiß-grüne Tor und hatte jetzt schon das Gefühl, den Nichtabstiegsplatz erreicht zu haben. (Zumal Fortuna Düsseldorf gegen Hannover 96 hinten lag.) Fürth gab jedoch nicht auf und preschte nach vorne. Nach einem unglücklichen Abwehrversuch der Augsburger Hintermannschaft verkürzte Florian Trinks (heute zum ersten Mal in der Startelf der SpVgg aufgestellt) auf 1:2. Aber der Koreaner Ji setzte eine Viertelstunde vor Schluss noch einen drauf und machte für den FCA das 3:1. Das sollte dann auch der Endstand bleiben.

Noch spannender war dieser letzte Spieltag für den BVB, der mit stolzer Brust gegen 1899 Hoffenheim angetreten war und sich – so deren Trainer Jürgen Klopp – sicher glaubte, die Hoffenheimer mit Fürth in die zweite Liga zu schicken. Aber es kam ganz anders. Keeper Weidenfeller bekam Rot, der anschließende Elfmeter war im BVB-Tor und flupp: Hoffenheim führte mit 1:2 und roch Morgenluft. Und so blieb es auch nach einem Tor des BVB, das nicht gegeben wurde, bis zum Schluss. Mit der Spielvereinigung ist ganz überraschend, quasi in der letzten Minute, Fortuna Düsseldorf abgestiegen, 1899 Hoffenheim ist in der Relegation.

Doch eines muss man dem Kleeblatt zugute halten: In den 34 Spielen dieser Bundesliga-Saison hat die Mannschaft (fast) immer engagiert und leidenschaftlich gespielt und Rückgrat gezeigt. Unterm Strich fehlte aber die Bundesligaqualität. Wir hoffen auf eine gute Saison in der zweiten Liga – und werden das Kleeblatt auch dann wieder mit oft aufmunternden und manchmal kritischen Blogbeiträgen begleiten. Danke an das Team, an Trainer Frank Kramer und auch – das sollten wir nicht vergessen! – an Mike Büskens für ein aufregendes Jahr in der Ersten Liga!

Wird der FC Augsburg am Kleeblatt scheitern?

Was hätten wir uns alle vor einigen Monaten auf ein Spiel zwischen der Spielvereinigung und dem FC Augsburg gefreut – Bayern-Derby (dieser Begriff ist für meinen Geschmack inflationär, da es ja vier bayerische Mannschaften in der Bundesliga gibt). Morgen Nachmittag um 15.30 Uhr treten in der SGL arena die beiden Kellerkinder gegeneinander an. Aber in der Brust vieler Kleeblatt-Spieler und -fans schlagen zwei Herzen. Zum einen wäre im letzten Saisonspiel in der Ersten Liga ein Sieg der SpVgg ein versöhnlicher Abschluss. Andererseits:  Für den FCA geht’s ums Ganze. Denn bei einem Sieg hätten die Augsburger zumindest den Relegationsplatz sicher. Eine Niederlage, und der direkte Abstieg droht. Und diese Niederlage ist nicht unmöglich, immerhin belegt die abgestiegene SpVgg Platz elf in der Auswärtstabelle. Das Hinspiel im Dezember ging 1:1 aus.
Die Spekulationen und Ergebnis-Szenarien laufen auf Hochtouren. Borussia Dortmund spielt zeitgleich gegen den Tabellenvorletzten, 1899 Hoffenheim. Und BVB-Coach Jürgen Klopp hat schon verlauten lassen, dass sein Team alles auf Sieg setzt, um (unter anderem) dem FC Augsburg den Klassenerhalt zu ermöglichen. Und ein großer bayerischer Radiosender mutmaßt, dass die Spielvereinigung im bayerischen Derby alle Fünfe gerade sein lässt und dem FCA die wichtigen Punkte schenken wird. Spannend wird es auch für Fortuna Düsseldorf, die punktgleich mit dem FCA auf Platz 15 liegt und damit auch ums Überleben kämpft. Verlieren Düsseldorf und Augsburg, dann könnte Hoffenheim bei einem Sieg sogar noch den heiß ersehnten Klassenerhalt schaffen.
Es ist eigentlich egal, ob das Kleeblatt morgen gewinnt oder nicht: Abgestiegen ist Fürth ohnehin. Aber so ein Sieg am Schluss der Bundesligasaison, das hätte was! Auf jeden Fall wird es ein spannender Nachmittag, und um 17.20 Uhr wissen wir alle mehr!

1:1 gegen Augsburg – nur ein Teilerfolg

Der Augsburger Keeper Mohamed Amsif fliegt an einer Ecke vorbei. Stieber hebt den Ball an die Latte. Der Abpraller landet auf dem Kopf von Lasse Sobiech, der aus kurzer Distanz einköpft. So fiel das heiß ersehnte Tor in der Trolli Arena in der 69. Minute, nachdem die Spielvereinigung bis Mitte der zweiten Halbzeit dem schnellen Führungstor des FC Augsburg hinterher gelaufen war. Allerdings sollte das auch der Endstand der Underdog-Partie bleiben. Wieder kein Heimsieg für Fürth. Was die Chancen anbelangt, hätten die Kleeblätter – in der zweiten Halbzeit – (mal wieder) das Spiel für sich entscheiden können. Aber die Schwäche im Abschluss ist nach wie vor die Krux!
Die Stimmung bei den Fans wird auf alle Fälle zunehmend schlechter. „Ich gebe meine Dauerkarte für die Rückrunde zurück“, meint einer. Wütend waren viele Kleeblatt-Anhänger über die Schweigeaktion der Ultra-Fans im Block 12: Hier hatte man sich erneut verabredet, die Mannschaft nicht anzufeuern, sondern mit absoluter Stille zu demonstrieren, dass man mit den Maßnahmen des DFB gegen Gewalt im Stadion nicht einverstanden ist. Und das dauerte dann geschlagene 45 Minuten. Ich persönlich empfinde dieses Verhalten in dieser kritischen Situation, in der Fürth als Aufsteiger den leidenschaftlichen Rückhalt der Fans bitter nötig hätte, als völlig überzogen. Das hilft dem Kleeblatt nicht! Dementsprechend die Reaktionen in Facebook: „Seid froh, dass ich heute krank bin, ich würde Euch aus dem Block prügeln…. Büskens sagt, die Mannschaft braucht die volle Unterstützung … jetzt erst recht… und was machen die Ultrascheisser… hoffe, es geht kein Spieler mehr in die Kurve… Auf solche Fans kann man verzichten … .“

Neun Punkte in siebzehn Spielen, zehn Punkte vom Nicht-Abstiegsplatz entfernt – das bedeutet für die Spielvereinigung in der Rückrunde nach der Winterpause viel Mühe, starke Nerven und eine Mordsanstrengung. Und dazu müsste noch eine Menge Glück kommen – oder Pech für die anderen, je nachdem, wie man es sehen möchte. Die Greuther-Weiber sind gespannt. Wie sagt die Münchner Lichtgestalt immer so schön? „Schau mer mal.“

 

Neuer Stürmer könnte das Blatt wenden!

Jetzt wird er also kommen: Der Hoffnungsträger der Spielvereinigung. Sein Name: Nikola Djurdjic. Der Neuzugang vom norwegischen Erstligisten Haugesund soll den abschlussschwachen Sturm des Kleeblatts stärken und die Torquote massiv nach oben schnellen lassen. Coach Mike Büskens ist von der Treffer-Statistik des 26-jährigen Serben begeistert: In 41 Pflichtspielen für Haugesund und Helsingborg gelangen Djurdjic im Kalenderjahr 2012 31 Treffer. Eine Superbilanz, die er bei der kürzlich zu Ende gegangenen Gruppenphase der Europa League noch unterstreichen konnte. Er schaffte vier Treffer, davon allein drei gegen den niederländischen Spitzenklub Twente Enschede. Der Preis für den Stürmer liegt vermutlich bei zirka einer Million Euro.

Auf Nikola Djurdjic liegen die Hoffungen aller Fürther Fans. Nach dem Weggang des Torjägers Olivier Occean, der in der Aufstiegssaison 17 Tore fürs Kleeblatt erzielt hatte, spielte das Team zwar oft gut und engagiert, aber die Schwächen liegen einfach im wichtigsten Bereich eines Fußballspiels: dem Torschießen. Übrigens: Das gelingt Occean seitdem er für den Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt aufläuft, auch nicht mehr. Eigenartig. Aber für die Frankfurter ist Occeans Form derzeit nicht so existentiell wichtig, denn sie sind aktuell auf dem vierten Tabellenlatz  und schlagen sich in der ersten Liga mit Bravour.

Morgen wird Nikola Djurdjic noch nicht im Ronhof antreten. Da heißt es noch mal: Alles aufbieten, was derzeit machbar ist. Der Gegner ist der Tabellenvorletzte FC Augsburg, der genauso wie die SpVgg um jeden Punkt ringt und schon als sichere Abstiegself gehandelt wird, zusammen mit – und da müsst Ihr gar nicht groß raten: der Spielvereinigung aus Fürth. In einer repräsentativen Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) glauben 56 Prozent der Befragten, dass die beiden bayerischen Mannschaften in die zweite Liga absteigen werden. Gerade mal 12 Prozent rechnen mit einer erfolgreichen Wende für das Kleeblatt.
Aber das hat ja noch 18 Spiele vor sich, um diesen Miesmacher-Prophezeiungen Paroli zu bieten. Und morgen kann es gleich mal losgehen mit einem Sieg gegen Augsburg zu Hause!

 

Büskens sagt dem 1. FC Köln ab

Vorerst Erleicherung: Mike Büskens hat zumindest dem 1. FC Köln abgesagt und ist nicht bereit, dem Absteiger über die nächste Saison zu helfen. „Ich stehe für das Trainer-Amt beim 1. FC Köln nicht zur Verfügung“, sagte er gestern Abend der größten deutschen Boulevardzeitung. Allerdings hat er offen gelassen, ob er weiter bei der Spielvereinigung arbeiten oder zu einem anderen Klub wechseln wird. Eine Entscheidung werde so schnell wie möglich fallen, kündigte der Ex-Profi an.

Damit kann man also fürs Kleeblatt noch nicht Entwarnung geben: Das „Trainerkarussell“ rotiert gerade zu Saisonende wie wild. Dem 1. FC Köln hat Büskens zwar abgesagt, aber auch der FC Augsburg, Hertha BSC, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach  – für den Fall, dass Lucien Favre geht – suchen einen Coach.

Also für Fürther Fans heißt es: Weiter abwarten und sehen, was die nächsten beiden Tage noch bringen. Am Donnerstag werden die Würfel gefallen sein.