Kleeblatt behält die Rote Laterne

Ich glaube, das Kleeblatt-Maskottchen Eddy – ein grüner Drache – hat es schon kommen sehen. Ab der 56. Minute lief er völlig niedergeschlagen und bedröppelt am Spielfeldrand entlang. Mit gutem Grund: Eine Minute vorher hatte der FC Ingolstadt das Führungstor geschossen. Wahrscheinlich ahnte Eddy schon, was noch kommen sollte.

Die Begegnung der beiden „Kellerkinder“ der Zweiten Liga – die Spielvereinigung und Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt – im Ronhof startete bei besten (Wetter-)Bedingungen. Erst vor zwei Tagen hatten sich die Schanzer ihres bisherigen Trainers Maik Walpurgis „entledigt“ und ihn gegen Stefan Leitl ausgetauscht. Der stand heute natürlich gewaltig unter Druck.
Die Partie startete ganz vielversprechend, beide Teams spielten schnell und passgenau. Die 8655 Zuschauer hofften auf viele Tore, sahen sich aber bald enttäuscht. Keine der Mannschaften zeigte wirklich Klasse. In der Halbzeitpause hatte Leitl seinen Schanzern wohl eingeheizt. Denn sie gingen nach zehn Minuten in Führung: Nach einem Abspielfehler von Marco Caligiuri (der bis dahin routiniert und eiskalt verteidigt hatte) gibt Marvin Matip den Ball zu Sonny Kittel in den Strafraum, und dieser knallt die Kugel ins „kurze“ Eck. Fürths Torwart Balazs Megyeri machte dabei keine allzu gute Figur. Nach dieser Führung der Gäste bekam Eddy (siehe oben) die Krise. Zu Recht, denn wenig später foulte Fürths neuer Innenverteidiger Matti Langer bei seinem Debüt – schon mit einer Gelben Karte verwarnt – Stefan Lex und handelte sich einen Platzverweis ein (58.). Die Spielvereinigung musste ab jetzt in Unterzahl gegen den Rückstand kämpfen.
Weiterhin waren die Aktionen des Kleeblatts konfus und hektisch: hier ein Fehlpass, da ein unnötiges Foul, Torschüsse weit am Ziel vorbei, kein Konzept, kein Plan. Trainer Janos Radoki wechselte Sebastian Ernst und Philipp Hofmann ein, zwei offensive Kräfte, die es aber auch nicht mehr herausreißen konnten. Kurz vor Spielende blieb Sebastian Ernst mit einer Einzelaktion im Strafraum hängen (87.). Und Khaled Narey – wie so oft der Unermüdliche im Kleeblatt-Team – fasste sich in der Nachspielzeit ein Herz und schoss aus dem Stand heraus in die Arme von Ingolstadts Keeper Örjan Nyland.

Die Spielvereinigung rangiert nach dem vierten Spieltag und der zweiten Heimniederlage mit null Punkten allein auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Sie gastiert nach der Länderspielpause am Freitag, 8. September, 18.30 Uhr, bei Dynamo Dresden. Bis dahin muss sich Janos Radoki etwas einfallen lassen!

Wird Robert Zulj ein „Schanzer“?

Das Thema „Robert Zulj“ ist für die Spielvereinigung definitiv Vergangenheit. Seit vergangenem Wochenende ist klar, dass der offensive Mittelfeldspieler aus Österreich seinen Vertrag beim Kleeblatt, der bis zum 30. Juni 2017 geht, nicht verlängert wird.

Wohin er wechselt? Die Gerüchteküche brodelt. Zur Diskussion stand nach den beiden Bundesligaclubs Hamburger SV und Mainz 05 in der letzten Woche der Zweitliga-Verein Eintracht Braunschweig. Seit gestern ist jetzt der FC Ingolstadt 04 im Gespräch. Der bayerische Verein stieg 2015 in die Erste Liga auf und hat sich dort zwei Spielzeiten halten können. Dann sind die Schanzer mit Ende dieser Saison (Tabellenrang 17, 32 Punkte) abgestiegen und werden in der Saison 2017/18 wieder die Zweite Liga beehren.

Robert Zuljs Marktwert liegt aktuell bei ca. 1,2 Millionen Euro. Angeblich bemüht sich der Bundesliga-Absteiger bereits seit über zwei Wochen um den ablösefreien Fußballer. Zulj war ja beim Kleeblatt recht erfolgreich: Er hat immerhin sechs Tore in 23 Spielen in der letzten Spielzeit erzielt und im kicker-Ranking eine tolle Bewertung erhalten.

Heimniederlage nach Gedenkminute für Sascha

SpVgg Greuther Fürth - FC IngolstadtTraurig fing das erste Rückrundenspiel des Jahres 2015 im Fürther Ronhof an: Eine Schweigeminute für Sascha L. vereinte die Spieler beider Mannschaften und alle Zuschauer. Sie gedachten des Verbrechens, das in der Nacht zum vergangenen Sonntag bei der U-Bahn-Haltestelle Jakobinenstraße passiert war: der Tod des 28-jährigen Sascha. Bei einem offenbar belanglosen Streit wurde er durch eine Messerattacke getötet. Er war treuer Fan der Spielvereinigung gewesen, hatte eine Dauerkarte und war zu fast allen Auswärtsspielen gefahren. Das Kleeblatt-Team spielte heute für Sascha mit Trauerflor.
Die Partie bei eisigen Temperaturen begann hektisch. Relativ schnell war klar, dass der Tabellenführer – der 1. FC Ingolstadt –  zwar nicht dominierte, aber auf keinen Fall schwach agierte. Am Spielfeldrand rotierten der Trainer der „Schanzer“, der Ex-Fürther Ralph Hassenhüttl, und der Fürther Coach Frank Kramer. Ihm hätte eine weiß-grüne Boshimütze von Julian bestimmt noch besser gestanden als das schwarze Modell auf seinem Kopf.
Egal, in der 30. Minute kam der völlig unnötige 1:0-Treffer der Ingolstädter. Keeper Wolfgang Hesl reagierte zu behäbig, und der relativ lasche Ball von Pascal Groß ging ins Fürther Tor. Die Kleeblätter wirkten nicht überzeugend, sie machten vielmehr oft einen eher hilflosen Eindruck.
Halbzeitpause zum Relaxen und Aufwärmen für die gut 9000 Zuschauer im Stadion am Laubenweg. Diese Winterspiele bestechen oft durch frostige Temperaturen und haben dadurch besonderen Charme. Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit keimte bei den Fürther Zuschauern die Hoffnung auf, dass die SpVgg vielleicht das Ruder herumreißen könnte. Denn das Geschehen spielte sich zunehmend im Strafraum der „Schanzer“ ab, aber die wenigen guten Chancen konnten die Kleeblätter nicht in ein Unentschieden verwandeln.Was auch nach dem Trainingslager im türkischen Belek und trotz des Engagements von Sebastian Freis der Spielvereinigung immer noch fehlt, sind Ideen. Der Angriff ist zu durchschaubar und ohne Verve, selten gelingt ein Abschluss wie der in der 60. Minute von Florian Trinks. Er schoss allerdings knapp am Ingolstädter Tor vorbei.

Klar, gegen den Tabellenführer zu gewinnen, das wäre zu schön, um wahr zu sein. Aber wie sagte unser Fischhändler auf dem Fürther Wochenmarkt heute so treffend: Eigentlich könnte man gegen so einen Gegner locker aufspielen, ohne jeden Druck. Aber diese Coolness, die hatte das Kleeblatt eben nicht. Die nächste Begegnung findet am Rosenmontag, 16. Februar, in Hamburg statt. Da tritt die SpVgg gegen den momentanen Tabellenletzten, den FC. St Pauli an.

Angeschlagene Stimmung in Fürth

Heute war aus Fürther Sicht wirklich kein guter Tag: Das Wetter war entgegen aller Prognosen nicht gut, Sonne und Regen wechselten im Stundentakt und die Temperaturen sind seit einigen Wochen nicht mehr sommerlike. Die zahlreichen Baustellen um und in Fürth gehen kaum voran und zehren an den Nerven. Da hilft nur eines: Die Stadt in Richtung Süden verlassen  – und nach Ingolstadt fahren, um dort die Spielvereinigung gewinnen zu sehen.

FC Ingolstadt 04 - SpVgg Greuther FürthAber auch diese Rechnung ging heute nicht auf. Im dritten Zweitligaspiel verlor das Kleeblatt nach dem Unentschieden gegen den VfL Bochum, dem fulminanten 5:1-Erfolg gegen den „Club“ (und dem 3:0 in der ersten Runde des DFB-Pokals) gegen den FC Ingolstadt mit 0:2.
Die SpVgg begann die Partie ganz erfolgversprechend, ließ aber nach einer knappen halben Stunde nach. Das wussten die „Schanzer“ zwar nicht effektiv umzusetzen, aber das Spiel war zerfahren, es gab viele Fouls und es lief einfach nicht rund. Die zahlreichen in den Audi-Sportpark angereisten Kleeblattfans (Foto) hatten deshalb nicht allzu viel Freude.
Nach über einer Stunde konnte FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl zum großen Leidwesen der SpVgg aufatmen: Im Mittelfeld ging Trinks nicht richtig auf da Costa zu, der Ingolstädter Außenverteidiger passte zu Lex, der auf Mathew Leckie weiterleitete, und der Australier ließ Röcker abtropfen und traf aus zehn Metern flach ins Tor von Keeper Wolfgang Hesl.
Mit der Einwechslung von Zulj und Cinar leitete Kleeblatt-Coach Frank Kramer die erhoffte Schlussoffensive seiner Mannschaft ein. Doch es wollte heute einfach nicht klappen: Es war erneut Leckie, der Pascal Groß eine Steilvorlage gab, der wenige Meter vor dem Strafraum von Florian Trinks nicht bewacht wurde. Groß nahm den Ball völlig relaxt an, schoss unhaltbar ins linke untere Eck: 2:0 in der 81. Minute und das war dann auch Endergebnis.

Pech hatte der Coach der SpVgg Frank Kramer heute auch mit seinem Kader, er musste krankheitsbedingt u.a. auf Stephan Schröck verzichten. Und auch Ognjen Mudrinski war nicht dabei. Aus gutem Grund: Die SpVgg hat sich mit ihm auf eine vorzeitige Beendigung des bestehenden Arbeitsvertrages geeinigt. Präsident Helmut Hack kommentiert seinen Weggang pragmatisch:

„Ognjen hat sich seit dem letzten Jahr sehr bemüht und gut gearbeitet um zu Spieleinsätzen zu kommen. Jedoch ist es leider Tatsache, dass die beiderseitigen Hoffnungen und Erwartungen nicht umgesetzt werden konnten. Die jetzige Situation und die fehlende sportliche Perspektive waren weder für den Spieler noch für uns gut. Wir wünschen Ognjen, dass er schnell den passenden Verein findet wo er wieder regelmäßig spielen kann.“

Damit ist das Thema Mudrinski für das Kleeblatt Geschichte. Und man richtet das volle Augenmerk auf das Schlagerspiel am 1. September gegen den FC St. Pauli im Stadion am Laubenweg. Und bis dahin hat sich die Stimmung in Fürh auch wieder gebessert.

Vielleicht ein wichtiger Punkt bei Saisonende?

Was vom Abend übrig bleibt? Die Beruhigung, dass der erspielte Punkt immerhin ein Zähler vor dem direkten Verfolger SC Paderborn ist. Und die Erkenntnis, dass die Spielvereinigung einfach keine konstante sportliche Leistung bringt. Obwohl sehr gute Ansätze da wären.

Aber man soll nicht allzu sehr schwarzmalen. Das Auswärtsspiel gegen den FC Ingolstadt im Audi-Sportpark begann mit wunderbaren Paraden und Torchancen – aus Kleeblatt-Sicht leider für die falsche Mannschaft. Vier Torschüsse in zwölf Minuten. Da konnte die SpVgg von Glück reden, dass Keeper Wolfgang Hesl ausgezeichnet gehalten hat. Das oberbayerische Team von Trainer Ralph Hasenhüttel – der ja selbst mal zwei Jahre in Fürth gespielt hat – agierte dynamisch und angriffslustig. Das hatte zur Folge, dass die Kleeblätter kaum mal einen Spielzug konsequent aufbauen oder durchziehen konnten. Die Ingolstädter zerstörten Fürther Aktionen im Keim, umgekehrt war ihre Defensive gut und für die SpVgg nicht zu knacken.

Nur gut 7200 Zuschauer im Stadion sorgten trotz allem für eine tolle Stimmung. Schätzungsweise 2000 Kleeblattfans waren aus Fürth angereist, um in der Schlussphase dann noch Spannendes zu sehen: Niko Gießelmann flankte von links vor das Ingolstädter Tor, wo Roger Thomas Pledl von hinten umräumte. Schiedsrichter Harm Osmers entschied zu Recht auf Elfmeter. Nikola Djurdjic übernahm die Verantwortung, schoss den Elfer aber schwach und fast schon passgenau auf Torwart Ramazan Özcan. Der hielt den Ball (Foto), Djurdjic schoss nach, scheiterte aber erneut am Keeper. Dann setzte Azemi einen drauf, doch zum dritten Mal kam Özcan ran und Engel rettete letztlich auf der Linie (78.). Ärgerlich für Kleeblatt-Trainer Frank Kramer, der – wie immer – dem Elfmeterschuss den Rücken zugekehrt hatte.
Den Schlusspunkt setzte dann noch einmal der FC Ingolstadt: Eine Flanke wehrte Mavraj zu kurz per Kopf ab. Von der Strafraumgrenze war Caiuby zur Stelle, zielte aber haarscharf neben den Pfosten (90.+1). Also blieb es bei der torlosen Punkteteilung. Was den FC Ingolstadt nicht juckt – er liegt sicher im Tabellen-Mittelfeld. Im Gegensatz dazu hätte den Kleeblättern heute ein Sieg gut zu Gesicht gestanden. Wie kommentierte ein Kleeblattfan so treffend:

„Da haben heute natürlich auch die Nerven mitgespielt …und ja, für die erste Liga ist diese Mannschaft zu schwach,… aber kein Zweitligaclub hat dieses Jahr eine konkurrenzfähige Mannschaft, die auch nur annähernd in der BuLi bestehen könnte.“

Am nächsten Freitag, 11. April, hat der FC Ingolstadt den härtesten Aufstiegs-Konkurrenten der SpVgg – den SC Paderborn  – zu Gast. Und die SpVgg empfängt am Samstag um 13 Uhr zu Hause die Mannschaft von Erzgebirge Aue.

137 entscheidende Sekunden fürs Kleeblatt

137 ist meine Glückszahl und Autonummer – und genau so viele Sekunden hat es heute gedauert, bis das Kleeblatt aus einem 0:1-Rückstand ein 2:1 machte. Ein spannendes, schnelles Spiel gegen den FC St. Pauli, die ja eigentlich eine „befreundete“ Mannschaft ist. Die uns, und denen wir aber auch nichts schenken.
Mit Euphorie fuhren einige Kleeblattfans schon gestern oder heute früh nach Hamburg, um ihrem Team lautstark den Rücken zu stärken. 28 000 Zuschauer am Millerntor – das hat was und vermittelt allen wieder ein bisschen „Erstliga-Feeling“.

Nach dem Anpfiff passierte tormäßig lange nichts. Umso mehr Gelbe Karten verteilte der Berliner Schiedsrichter Daniel Siebert, als ob er hier kein Spiel von potenziellen Aufsteigern pfeifen, sondern kleinen Schuljungs Manieren beibringen müsste. Natürlich versuchten beide Teams, mit Verve und Leidenschaft das Geschehen zu bestimmen. Am Ende hatte Mr. Sensibel vier Gelbe Karten an St. Pauli und sogar sechs an die SpVgg verteilt (je eine  erhielten Nikola Djurdjic – Foto – und Keeper Wolfgang Hesl).

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete, doch in der 66. Minute traf Sebastian Schachten das Fürther Tor: Buchtmann hatte einen Freistoß vom rechten Flügel an den zweiten Pfosten gehoben, Brosinski schwächelte kurz und Schachten zögerte nicht lange. Er drosch den Ball aus fünf Metern über die Linie – Abseits oder nicht Abseits, das war hier die Frage.
Die SpVgg schien konsterniert, reagierte dann aber eiskalt: Benedikt Röcker köpfte einen Brosinski-Freistoß in der 75. Minute aus fünf Metern Entfernung ins Tor. Und nur 137 (!) Sekunden später traf Ilir Azemi aus sechs Metern mit einem Kopfball zum 2:1. Das Kleeblatt wähnte schon den Sieg in der Tasche, da schlugen die Hamburger kurz vor Schluss doch noch noch einmal zu: Der eingewechselte Maier drehte einen Freistoß von links nach innen, Gonther köpfte auf die Brust von Markus Thorandt, von dort sprang der Ball ärgerlicherweise ins Netz.
Das packende Duell zwischen zwei möglichen Aufsteigern endete 2:2 unentschieden. Respekt, wenn man bedenkt, wie viel Kondition und Kraft eine Englische Woche den Spielern abverlangt. Am 29. Spieltag – Montag, 7. April, um 20.15 Uhr –  tritt das Kleeblatt beim FC Ingolstadt an. Wir warten das locker ab – und beobachten mit Interesse, wie sich die anderen Aufstiegsaspiranten bis dahin so machen!

Das Kleeblatt kommt nicht mehr in die Pötte

Fast hätte ausgerechnet Torwart Wolfgang Hesl in der letzten Sekunde noch den Ausgleich geschossen. Aber es hat nicht geklappt. Ein zu großen Teilen schlechtes Spiel des Kleeblatts gegen den Tabellenletzten FC Ingolstadt endete mit einer 0:1-Niederlage. „Uns fehlt zur Zeit der letzte Punch“, hat Trainer Frank Kramer unlängst gemeint. Nein, ich finde, es ist nicht der letzte Punch, sondern ein druckvoller Sturm und manchmal mehr Konzentration in der Abwehr, was fehlt.

Das schnelle Tor der „Schanzer“ in der 10. Minute durch Moritz Hartmann leitete die Partie ein. Der Ball flutschte Keeper Hesl (Foto) unten durch. Die Ingolstädter, die seit kurzem vom Ex-Kleeblatt Ralph Hasenhüttl trainiert werden, warfen alles in die Waagschale und überraschten mit guten Aktionen. Das Kleeblatt dagegen hatte bis zur Halbzeitpause keine einzige Torchance. Das änderte sich aber nach Anpfiff der zweiten 45 Minuten. Vor allem nach dem Einwechseln von Mudrinski und Füllkrug für einen überforderten Robert Zillner und einen blassen Azemi wendete sich das Blatt zugunsten der Gastgeber. Was sich aber nicht in Toren ausdrückte.
Pfiffe gab’s immer wieder von den Zuschauern in der Trolli Arena: Für die Leistung der eigenen Mannschaft ebenso wie für Aktionen der Ex-Clubspieler Almog Cohen und Christian Eigler. Cohen, der sich schon in der ersten Hälfte unfair verhielt (wegen eines Knöchelproblems weinerlich wurde und dann unprofessionell mit seiner Kapitänsbinde rumzickte), entpuppte sich in der Nachspielzeit durch grobes Foulspiel an Niko Gießelmann als Problem auf dem Platz. Er kassierte dafür völlig zu Recht die Rote Karte. Dann kam es zum Tohuwabohu, weil das Spiel nicht fortgesetzt werden konnte: Wer sollte denn jetzt Cohens Kapitänsbinde tragen?  In den letzten Sekunden stürmten alle Kleeblätter noch mal in Richtung Ingolstädter Tor. Hesl schoss – aber der Ausgleich blieb dem Kleeblatt versagt.

Drei Spiele in Folge verloren. Die Spielvereinigung ist im Moment in einer Krise. Noch dazu hat der 1. FC Köln heute gewonnen. Die Tabellenführung liegt also erst mal in weiter Ferne!

Haben wir Mitleid mit Hasenhüttl?

Um es gleich vorwegzunehmen: NEIN! Ich denke: Wir haben kein Mitleid mit dem neuen Cheftrainer des FC Ingolstadt. Ralph Hasenhüttl spielte zwar von 2000 bis 2002 bei der Spielvereinigung (das Foto rechts stammt von 2001) und machte in 51 Spielen immerhin 13 Tore. Dann wechselte der Österreicher zu den Amateuren des FC Bayern München und ließ dort seine aktive Fußballerkarriere ausklingen. Seit 2007 ist er nun Trainer. Zuerst bei der Spielvereinigung Unterhaching, danach zwei Jahre beim VfR Aalen (das Foto unten zeigt ihn im Jahr 2011). Am 4. Oktober 2013 hat er beim FC Ingolstadt angeheuert und soll die oberbayerische Mannschaft aus der Abstiegszone der 2. Bundesliga holen. Morgen, 25. Oktober, treten die Ingolstädter ab 18.30 Uhr in Fürth gegen die Spielvereinigung an.

Ob Ralph Hasenhüttl, der ja gleich bei der ersten Begegnung seines neuen Vereins mit Fortuna Düsseldorf kein Glück hatte, am Freitag mehr erreicht, wird sich zeigen. Derzeit stehen die „Schanzer“ auf dem letzten Tabellenplatz und müssen mal in die Spur kommen. Mit nur sieben Punkten und einem katastrophalen Torverhältnis von 10:20 will das Team aus Ingolstadt morgen endlich zeigen, dass es was drauf hat. Mit auf dem Platz in der Trolli Arena steht vermutlich auch der Ex-Clubberer Christian Eigler.

Auf jeden Fall stehen fürs Kleeblatt morgen die Chancen gut, nach den Niederlagen gegen Fortuna Düsseldorf und den FC St. Pauli wieder einen Sieg einzufahren. Und da sage ich als Greuther-Weib ganz klar: Ralph Hasenhüttl war früher mal ein Kleeblättler, aber jetzt ist uns das Hemd sicher näher als die Hose.

Gerechte Punkteteilung gegen Ingolstadt

Gerald Asamoah fand ich ja schon immer irgendwie gut. Schon während seiner Zeit bei Schalke hat mir seine Spielweise gefallen, und sein schelmisches Grinsen ist mir ohnehin total sympathisch. Drum freut es mich jedesmal aufs Neue, wenn er sich jetzt beim Kleeblatt gut in Szene setzt. Ich finde, er ist ein echter Gewinn für die Mannschaft. Auch gegen Ingolstadt war der Ex-Nationalspieler, wie ich finde, einer der Spielgestalter im Team, auch wenn er diesmal zu nicht allzu vielen gefährlichen Chancen kam. Ausgerechnet bei einer der besten Möglichkeiten  für die SpVgg kurz nach dem Wiederanpfiff behinderten sich Asamoah und Occean dann auch noch gegenseitig.

Mike Büskens hatte ja im Vorfeld der Partie gegen den FC Ingolstadt schon davor gewarnt, den aktuellen Tabellenvorletzten zu unterschätzen. Ich hätte trotzdem nicht erwartet, dass sich das Kleeblatt gegen die Ingolstädter dann tatsächlich so schwer tun würde. Nach vorne ging ja gerade in den ersten 45 Minuten nicht wirklich viel.

Schöner anzuschauen war die Begegnung da schon in Hälfte zwei. Mehr Torraumszenen auf beiden Seiten, wobei auch die Gastgeber durchaus ihre Chancen hatten. Letztlich geht das Unentschieden wohl auch in Ordnung, immerhin schafften es die Fürther nicht, nach der Roten Karte für Biliskov in der 80. Minute aus ihrer Überzahlsituation Profit zu ziehen. Und ein bisschen Glück hatten sie dann auch noch: Nach Schmidtgals Foul an Buchner kurz vor Schluss hätte es durchaus Elfmeter für den FCI geben können.

Blumen – Weinsuppe – Kleeblatt

Greuther-Weiber sind nicht immer nur fleißig und sitzen vor dem Computer. Nein, sie genießen auch ab und an das schöne Wetter und schweifen in die Ferne. Gestern war ein Ausflug zur Kitzinger „Gartenschau am Fluss“ (siehe Foto) angesagt, verbunden mit einer Wanderung von Iphofen durch die  Weinberge bis zu der schönen Stadt am Main. Dem Spaziergang durch die Gartenschau schloss sich ein delikates Abendessen im „MainStil“ an – mit Kitzinger Weinsuppe und Tafelspitz.

Genug der Vorrede. Was ich eigentlich sagen will: Wir waren erst wieder um 22 Uhr zurück in Fürth und natürlich sehr neugierig, wie das Heimspiel des Kleeblatts gegen den FC Ingolstadt ausgegangen war. Das Ergebnis sollte dann die Krönung des Tages werden: 3:0-Sieg und – zumindest noch bis Sonntag Nachmittag – Führung in der Tabelle. Das Spiel war – nach allem, was man dem Sportteil der „NZ“ entnehmen konnte – nicht besonders prickelnd. Hätte nicht Olivier Occean schon in der 9. Minute ein Tor geschossen, wären die gut 8000 Zuschauer in der Trolli-Arena vom zerfahrenen und teils unkonzentrieten Agieren beider Mannschaften nicht „amused“ gewesen.  Nach dem Tor von Nöthe in der 53. Minute war vor allem der Einsatz von Felix Klaus eine kluge Entscheidung von Trainer Büskens: Kaum eine Viertelminute auf dem Spielfeld, köpfte er zum verdienten 3:0 ein.

Offenbar haben die Greuther-Weiber kein optisch schönes Spiel verpasst, können sich aber über einen Sieg ihres Kleeblatts freuen. Und an einen herrlichen Sommertag mit Blumen, kulinarischen Köstlichkeiten und einer guten Nachricht am Abend zurückdenken!