Das Kleeblatt kommt nicht mehr in die Pötte

Fast hätte ausgerechnet Torwart Wolfgang Hesl in der letzten Sekunde noch den Ausgleich geschossen. Aber es hat nicht geklappt. Ein zu großen Teilen schlechtes Spiel des Kleeblatts gegen den Tabellenletzten FC Ingolstadt endete mit einer 0:1-Niederlage. „Uns fehlt zur Zeit der letzte Punch“, hat Trainer Frank Kramer unlängst gemeint. Nein, ich finde, es ist nicht der letzte Punch, sondern ein druckvoller Sturm und manchmal mehr Konzentration in der Abwehr, was fehlt.

Das schnelle Tor der „Schanzer“ in der 10. Minute durch Moritz Hartmann leitete die Partie ein. Der Ball flutschte Keeper Hesl (Foto) unten durch. Die Ingolstädter, die seit kurzem vom Ex-Kleeblatt Ralph Hasenhüttl trainiert werden, warfen alles in die Waagschale und überraschten mit guten Aktionen. Das Kleeblatt dagegen hatte bis zur Halbzeitpause keine einzige Torchance. Das änderte sich aber nach Anpfiff der zweiten 45 Minuten. Vor allem nach dem Einwechseln von Mudrinski und Füllkrug für einen überforderten Robert Zillner und einen blassen Azemi wendete sich das Blatt zugunsten der Gastgeber. Was sich aber nicht in Toren ausdrückte.
Pfiffe gab’s immer wieder von den Zuschauern in der Trolli Arena: Für die Leistung der eigenen Mannschaft ebenso wie für Aktionen der Ex-Clubspieler Almog Cohen und Christian Eigler. Cohen, der sich schon in der ersten Hälfte unfair verhielt (wegen eines Knöchelproblems weinerlich wurde und dann unprofessionell mit seiner Kapitänsbinde rumzickte), entpuppte sich in der Nachspielzeit durch grobes Foulspiel an Niko Gießelmann als Problem auf dem Platz. Er kassierte dafür völlig zu Recht die Rote Karte. Dann kam es zum Tohuwabohu, weil das Spiel nicht fortgesetzt werden konnte: Wer sollte denn jetzt Cohens Kapitänsbinde tragen?  In den letzten Sekunden stürmten alle Kleeblätter noch mal in Richtung Ingolstädter Tor. Hesl schoss – aber der Ausgleich blieb dem Kleeblatt versagt.

Drei Spiele in Folge verloren. Die Spielvereinigung ist im Moment in einer Krise. Noch dazu hat der 1. FC Köln heute gewonnen. Die Tabellenführung liegt also erst mal in weiter Ferne!

Haben wir Mitleid mit Hasenhüttl?

Um es gleich vorwegzunehmen: NEIN! Ich denke: Wir haben kein Mitleid mit dem neuen Cheftrainer des FC Ingolstadt. Ralph Hasenhüttl spielte zwar von 2000 bis 2002 bei der Spielvereinigung (das Foto rechts stammt von 2001) und machte in 51 Spielen immerhin 13 Tore. Dann wechselte der Österreicher zu den Amateuren des FC Bayern München und ließ dort seine aktive Fußballerkarriere ausklingen. Seit 2007 ist er nun Trainer. Zuerst bei der Spielvereinigung Unterhaching, danach zwei Jahre beim VfR Aalen (das Foto unten zeigt ihn im Jahr 2011). Am 4. Oktober 2013 hat er beim FC Ingolstadt angeheuert und soll die oberbayerische Mannschaft aus der Abstiegszone der 2. Bundesliga holen. Morgen, 25. Oktober, treten die Ingolstädter ab 18.30 Uhr in Fürth gegen die Spielvereinigung an.

Ob Ralph Hasenhüttl, der ja gleich bei der ersten Begegnung seines neuen Vereins mit Fortuna Düsseldorf kein Glück hatte, am Freitag mehr erreicht, wird sich zeigen. Derzeit stehen die „Schanzer“ auf dem letzten Tabellenplatz und müssen mal in die Spur kommen. Mit nur sieben Punkten und einem katastrophalen Torverhältnis von 10:20 will das Team aus Ingolstadt morgen endlich zeigen, dass es was drauf hat. Mit auf dem Platz in der Trolli Arena steht vermutlich auch der Ex-Clubberer Christian Eigler.

Auf jeden Fall stehen fürs Kleeblatt morgen die Chancen gut, nach den Niederlagen gegen Fortuna Düsseldorf und den FC St. Pauli wieder einen Sieg einzufahren. Und da sage ich als Greuther-Weib ganz klar: Ralph Hasenhüttl war früher mal ein Kleeblättler, aber jetzt ist uns das Hemd sicher näher als die Hose.

Gerechte Punkteteilung gegen Ingolstadt

Gerald Asamoah fand ich ja schon immer irgendwie gut. Schon während seiner Zeit bei Schalke hat mir seine Spielweise gefallen, und sein schelmisches Grinsen ist mir ohnehin total sympathisch. Drum freut es mich jedesmal aufs Neue, wenn er sich jetzt beim Kleeblatt gut in Szene setzt. Ich finde, er ist ein echter Gewinn für die Mannschaft. Auch gegen Ingolstadt war der Ex-Nationalspieler, wie ich finde, einer der Spielgestalter im Team, auch wenn er diesmal zu nicht allzu vielen gefährlichen Chancen kam. Ausgerechnet bei einer der besten Möglichkeiten  für die SpVgg kurz nach dem Wiederanpfiff behinderten sich Asamoah und Occean dann auch noch gegenseitig.

Mike Büskens hatte ja im Vorfeld der Partie gegen den FC Ingolstadt schon davor gewarnt, den aktuellen Tabellenvorletzten zu unterschätzen. Ich hätte trotzdem nicht erwartet, dass sich das Kleeblatt gegen die Ingolstädter dann tatsächlich so schwer tun würde. Nach vorne ging ja gerade in den ersten 45 Minuten nicht wirklich viel.

Schöner anzuschauen war die Begegnung da schon in Hälfte zwei. Mehr Torraumszenen auf beiden Seiten, wobei auch die Gastgeber durchaus ihre Chancen hatten. Letztlich geht das Unentschieden wohl auch in Ordnung, immerhin schafften es die Fürther nicht, nach der Roten Karte für Biliskov in der 80. Minute aus ihrer Überzahlsituation Profit zu ziehen. Und ein bisschen Glück hatten sie dann auch noch: Nach Schmidtgals Foul an Buchner kurz vor Schluss hätte es durchaus Elfmeter für den FCI geben können.

Blumen – Weinsuppe – Kleeblatt

Greuther-Weiber sind nicht immer nur fleißig und sitzen vor dem Computer. Nein, sie genießen auch ab und an das schöne Wetter und schweifen in die Ferne. Gestern war ein Ausflug zur Kitzinger „Gartenschau am Fluss“ (siehe Foto) angesagt, verbunden mit einer Wanderung von Iphofen durch die  Weinberge bis zu der schönen Stadt am Main. Dem Spaziergang durch die Gartenschau schloss sich ein delikates Abendessen im „MainStil“ an – mit Kitzinger Weinsuppe und Tafelspitz.

Genug der Vorrede. Was ich eigentlich sagen will: Wir waren erst wieder um 22 Uhr zurück in Fürth und natürlich sehr neugierig, wie das Heimspiel des Kleeblatts gegen den FC Ingolstadt ausgegangen war. Das Ergebnis sollte dann die Krönung des Tages werden: 3:0-Sieg und – zumindest noch bis Sonntag Nachmittag – Führung in der Tabelle. Das Spiel war – nach allem, was man dem Sportteil der „NZ“ entnehmen konnte – nicht besonders prickelnd. Hätte nicht Olivier Occean schon in der 9. Minute ein Tor geschossen, wären die gut 8000 Zuschauer in der Trolli-Arena vom zerfahrenen und teils unkonzentrieten Agieren beider Mannschaften nicht „amused“ gewesen.  Nach dem Tor von Nöthe in der 53. Minute war vor allem der Einsatz von Felix Klaus eine kluge Entscheidung von Trainer Büskens: Kaum eine Viertelminute auf dem Spielfeld, köpfte er zum verdienten 3:0 ein.

Offenbar haben die Greuther-Weiber kein optisch schönes Spiel verpasst, können sich aber über einen Sieg ihres Kleeblatts freuen. Und an einen herrlichen Sommertag mit Blumen, kulinarischen Köstlichkeiten und einer guten Nachricht am Abend zurückdenken!

Mit Sami Allagui wäre vieles leichter!

Schade – ich habe es ja von Anfang an bedauert, dass Sami Allagui im August die Kleeblätter verlassen und zu Mainz 05 gewechselt hat. Ihm ist es allerdings nicht zu verdenken – die Mainzer sind mit sechs Siegen in sechs Spielen an der Tabellenspitze der 1. Bundesliga. Und Sami Allagui ist nicht ganz unschuldig daran. Sogar im gestrigen Top-Match gegen den Rekordmeister FC Bayern München brachte er seine Mannschaft in Führung und schoss das erste Tor zum späteren 2:1-Sieg. Prima, als „Greuther-Weib“ bin ich grundsätzlich auf Seiten der Davids (im Kampf gegen Goliaths) und gönne Mainz 05 den Sieg von ganzem Herzen. Der FC Bayern hat übrigens ebenso verloren wie der Club und der VfB Stuttgart (1:4 gegen Leverkusen und weiterhin Tabellenschlusslicht)!. Naja, mit den „großen“ süddeutschen Fußball-Teams ist zur Zeit offensichtlich nicht viel los.

Doch zurück zur Spielvereinigung: Das Spiel in der Trolli Arena gegen den Aufsteiger FC Ingolstadt war vor über 5800 Zuschauern trotz miesen Wetters lebendig und kurzweilig. Die Oberbayern trumpften in der ersten Halbzeit mehrfach auf, der Schuss von Dedola scheiterte aber am Fürther Keeper Max Grün. Einige gute Chance hatten die Fürther, trotzdem blieb die Partie bis zur Halbzeit torlos. Das änderte sich kurz nach Beginn der zweiten Hälfte. Drei Minuten nach Wiederanpfiff drang Stephan Schröck in den Sechzehn-Meter-Raum, wo ihn Metzelder zu Boden riss. Schiedsrichter Referee Marco Fritz gab den berechtigten Strafstoß, den Bernd Nehrig mit einem starken Schuss ins linke Eck souverän vollendete.Fue_Ing_2

Es blieb bis zum Abpfiff beim 1:0 für die Spielvereinigung, die den Sieg mit einem Freundentänzchen feierte (siehe Foto). Dass die Kleeblätter trotz guter sportlicher wie spielerischer Leistung wieder mal nicht zum finalen Torschuss kamen, lag nicht zuletzt an Sascha Kirschstein. Er war bekanntlich bis Saisonende 2009 bei der Spielvereinigung unter Vertrag und wusste selbstbewusst das Tor des FC Ingolstadt sauber zu halten.

Fazit: Ein ganz gutes Match, Sieg für die Fürther, der durchaus hätte höher ausfallen können und sollen. Sami Allagui fehlt meiner Ansicht nach als Torjäger an allen Ecken und Enden. Oder seid Ihr Kleeblatt-Fans anderer Meinung? Mike Büskens muss sich mit seinem Team anstrengen, damit der Platz in der oberen Tabellenhälfte nicht verloren geht. Nächstes Spiel ist am Samstag, 2. Oktober, um 13 Uhr gegen den Bundesliga-Absteiger VfL Bochum.

Die „Schanzer“ kommen nach Fürth!

Eine „Englische Woche“ hat mitnichten etwas mit blutigen Steaks zu tun (es soll ja Leute geben, denen so etwas schmeckt!). Nein, es bedeutet vielmehr, dass eine Fußballmannschaft innerhalb einer Woche mehrere Spiele bestreiten muss. Jetzt erwischt es also auch die Spielvereinigung: Die Kleeblätter haben vergangenen Freitag den FSV Frankfurt empfangen und 1:0 besiegt. Bei Energie Cottbus war man am Dienstag zu Gast. Das Endergebnis – 2:0 für die Gastgeber – sollte man eher schnell wieder vergessen. Und am Samstag, 25. September, geht’s um 13 Uhr wieder frisch ans Werk: Der bayerische Kontrahent FC Ingolstadt 04 kommt in die Trolli Arena und will dort aus dem Keller der 2. Bundesliga nach oben stürmen.

fuerth_fciDie Spieler des Vereins aus Ingolstadt werden die „Schanzer“ genannt. Die Bezeichnung geht auf die Geschichte der Stadt zurück, die 1806 mit dem Ausbau Ingolstadts zur bayerischen Landesfestung begann und seither den Namen „die Schanz“ trägt. Ein weiterer Grund für den Beinamen des Vereins ist der Ort seiner ehemaligen Spielstätte auf der Schanz, das MTV-Stadion. Seit dieser Saison gehen die „Schanzer“ im neuen 15 000 Zuschauer fassenden Audi Sportpark auf Tore- und Punktejagd.

Seinen überregionalen Bekanntheitsgrad hat der FC Ingolstadt 04 sicherlich seinem sportlichen Erfolg und dem schnellen Aufstieg in die 2. Bundesliga zu verdanken. Erst im Jahr 2004 gegründet, fiel der Startschuss für die erste Mannschaft des FC Ingolstadt in einem Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Der FC Ingolstadt spielte in den folgenden Jahren recht erfolgreich Fußball. Auf- und Abstieg in die zweite Liga kosteten die Ingolstädter Fans viele Nerven. Nach schwachem Start schloss der FC Ingolstadt 04 dann die Hinrunde der Saison 2009/2010 als erfolgreichste Mannschaft der 3. Liga mit Tabellenplatz 1 ab. Nach einer mehr als durchwachsenen zweiten Saisonhälfte marschierte der FCI im Endspurt los und sicherte sich die Relegation. Das Team von Trainer Michael Wiesinger war in den beiden Spielen gegen Rostock jederzeit Herr der Lage, und die Rückkehr in die 2. Bundesliga war gesichert.

Und am Samstag treten die oberbayerischen Ingolstädter also gegen die fränkischen Kleeblätter an. Oft neigt man ja dazu, bei Gegnern, die vermeintlich schwächer sind, zu locker-flockig aufzutreten. Deshalb sollten die Kleeblätter auf der Hut sein und sich im Ronhof alle Mühe geben, das Spiel zu gewinnen.