Warum keine Überraschung gegen Eintracht Braunschweig?

Wie leicht ein Tabellenletzter die „zweitbeste Mannschaft der Bundesliga“ (so Karl-Heinz Rummenige) düpieren kann, haben wir heute Nachmittag erlebt. Im Spiel zwischen dem FC Ingolstadt und Borussia Dortmund stand es nach gerade mal 24 Minuten 2: 0 für das bayerische Team um Trainer Markus Kauczinski. Sicher ein Schock für den BVB, der derzeit national ohnehin angeschlagen ist. Mit Hängen und Würgen schaffte es der ehemalige Deutsche Meister und DFB-Pokalsieger in einer wilden Nachspielzeit, ein 3.3-Unentschieden rauszuspielen. So dass sich die Blamage noch in Grenzen hielt.

Warum schreibe ich in unserem Blog, der sich eigentlich primär um die Spielvereinigung dreht, über dieses Spiel? Schlicht deshalb, weil morgen das derzeit auch nicht topfite Kleeblatt in Niedersachsen beim aktuellen Tabellenführer der Zweiten Liga – Eintracht Braunschweig – antreten wird. Zwar hat das Fürther Team in der vergangenen Saison beide Spiele mit 1:0 (den Blogbeitrag über dieses Spiel hatte ich mit „Wieder Hintern in der Hose“ getitelt) und 3:0 gegen Braunschweig gewonnen. Aber die Braunschweiger sind in der aktuellen Spielzeit bislang richtig gut: 22 Punkte nach neun Spielen, drei Punkte Vorsprung auf die Tabellenzweiten.

Trotzdem sollte sich das Kleeblatt – und da kann es heute von den Schanzern aus Ingolstadt lernen – im Vorfeld nicht einschüchtern lassen. Oft sind gerade favoritisierte Gegner nachlässig, zu selbstverliebt und dann im Spiel einfach nicht konzentriert genug. Das wäre dann morgen die Chance für die Spielvereinigung, ihren Frust nach den letzten verlorenen Partien abzubauen und mit einer guten sportlichen Leistung aufzutrumpfen.

Pikant ist die Begegnung auch wegen zweier Akteure im Kader der Braunschweiger Eintracht. Im Tor steht Jasmin Fejzic (Foto), den viele Kleeblattfans noch in bester Erinnerung haben. Er war aufgrund unglücklicher Umstände der „Schuldige“ am verlorenen Halbfinalspiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund im März 2012. Fejzic wechselte dann von Juli 2012 bis Ende Juni 2015 zum VfR Aalen – dessen damaliger Trainer Stefan Ruthenbeck hieß. Außerdem ist morgen der Stürmer Domi Kumbela auf dem Platz, der im zweiten Halbjahr 2015 ein Kleeblatt – allerdings wenig erfolgreich – war. Er ist seit Anfang 2016 im Verein von Eintracht Braunschweig und hat – man höre und staune – in neun Spielen sechs Tore geschossen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf den Anpfiff morgen um 13.30 Uhr in Braunschweig und bin gespannt, ob das Kleeblatt in diesem schweren Auswärtsspiel Tore macht und einen bis drei Punkte einfährt. Und dann sähe – vor allem in puncto Selbstbewusstsein – die Welt für die Kleeblätter schon wieder rosiger aus. Oder?

Unnötige 0:1-Niederlage beim SV Sandhausen

SV Sandhausen - SpVgg Greuther FürthEine Verkettung unglücklicher Umstände? Oder einfach nur kein guter Tag für das Kleeblatt? Keine Ahnung. Unterm Strich hat die Spielvereinigung beim SV Sandhausen mit 0:1 verloren. Das Tor fiel in der 84. Minute. Aber es waren turbulente Szenen vorausgegangen.
Die Partie vor nur 5.000 Zuschauern im Hardtwaldstadion begann lebendig und engagiert. Selbstbewusste Fürther hier, zurückhaltende Sandhäuser dort. Doch die angereisten lautstarken Kleeblattfans mussten bald erkennen, dass ihre Mannschaft heute (wieder einmal) nicht in der Lage war, gute Aktionen mit einem Treffer abzuschließen. Es gab bis zur Pause sogar einige gute Torchancen für die SpVgg, die sie allerdings nicht umsetzen konnte. Das Spiel war zum Teil ruppig, vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit wurde gefoult, was das Zeug hielt.

Das Kleeblatt scheiterte gegen den SVS primär an deren überragendem Tormann Manuel Riemann. Die Krönung seiner Leistung war mit Sicherheit der gehaltene Elfmeter: Nach einem Foul an Röcker, das den zu Fall gebracht hatte, versuchte Stephan Fürstner in der 51. Minute mit einem laschen Schuss das Kleeblatt in Führung zu bringen (Foto). Aber Riemann konnte den Ball halten. Das verlieh den Badenern offenbar Flügel. Und sie machten ihren ersten Saisonsieg nach einem Missverständnis zwischen Fürstner und Korcsmar perfekt. Nach Fürstners Grätsche prallte die Kugel zum freistehenden Andrew Wooten und schwupps: Wolfgang Hesl konnte nur noch hinter sich greifen.
Für mich eine unnötige Niederlage. Grund dafür waren bei der SpVgg weder mangelnder Kampfgeist noch unkonzentriertes Zusammenspiel. Nein, – und da erinnere ich mich nur ungern an die Bundesligasaison nach dem Aufstieg 2012/13: Das Kleeblatt schafft es einfach nicht, den Ball ins gegnerische Tor zu katapultieren.
Fazit: Zu Hause im Ronhof sind die Kleeblätter derzeit dominant und erfolgreich. Aber auswärts – siehe beim FC Ingolstadt und heute beim SV Sandhausen – muss man eine Schippe drauflegen. Die Quittung nach der heutigen Niederlage: Tabellenplatz acht. Am nächsten Samstag, 20. September, empfängt die SpVgg dann den aktuellen Vierten der Zweiten Liga, den FC Kaiserslautern, in Fürth.

Visionen einer Kleeblattanhängerin

Es geht allmählich in die Endphase dieser Fußballsaison. Die Spielvereinigung steht nach wie vor auf dem zweiten Tabellenplatz – punktgleich (49 Punkte) mit dem SC Paderborn. In den letzten sechs Spielen gibt es noch einige pikante, allerdings nicht unbezwingbare Gegner. Den Anfang macht morgen, 7. April, ab 20.15 Uhr der SC Ingolstadt, dann z.B. noch die 1860er und der SV Sandhausen. Und am Ostersonntag, 20. April, um 13.30 Uhr findet das wichtige, vielleicht alles entscheidende Auswärtsspiel in der Benteler-Arena gegen den SC Paderborn statt.

Weniger gute Chancen, in der Bundesliga zu bleiben, haben unsere „Freunde“ aus Nürnberg. Der Club hat gestern zu Hause die Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2 verloren und verharrt auf dem 17. Platz. Und heute hat der Tabellenletzte – Eintracht Braunschweig – das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 überraschend mit 3:0 gewonnen. Nur jeweils einen Punkt entfernt ist Braunschweig noch vom Tabellenvorletzten aus Nürnberg und einen weiteren Punkt vom 15. oder 16. Platz. Pech für den 1. FCN, dass er bei den letzten Spielen in der Saison 2013/14 noch Gegner hat, gegen die Siege ernsthaft fast nicht möglich sind. Dazu gehören u.a. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, Mainz 05 und Schalke 04.

Heute war ich bei einem Damenfußballspiel in Baiersdorf und habe mich am Rande der Partie mit einer Zuschauerin unterhalten. Sie hofft auf einen sicheren Wiederaufstieg des Kleeblatts. Oder – von der Spannung her – auf das Relegationsspiel zwischen der Spielvereinigung und dem Club. „Und das gewinnen die Kleeblätter natürlich haushoch. Die Nürnberger fegen wir vom Platz, so schnell schauen die gar nicht“, meint sie. Auf meinen Einwand hin, dass bei diesen hochbrisanten Begegnungen oft Auseinandersetzungen zwischen Nürnberger und Fürther Fans drohen (z.B. auf dem Foto beim Frankenderby im November 2012, als die Polizei die Straßen in Fürth sperrte, damit die Fans des 1. FCN zum Stadion gehen konnten), machte der weibliche Kleeblattfan einen interessanten Vorschlag. „Die sollen im Relegationsspiel dann irgendwo im Geheimen spielen, ohne dass jemand davon weiß. So wäre das eine friedliche Partei.“ Warum eigentlich nicht? Das hätte was!

Es ging leider doch schief!

Nein, es war kein Zweckoptimismus, dass ich beim heutigen Heimspiel gegen den FC St. Pauli mit einem Sieg, sogar einem hohen Sieg (4:1) gerechnet habe. Ich war vielmehr nach der 1:2-Niederlage in Düsseldorf zuversichtlich, dass das Kleeblatt die Länderspielpause gut genutzt und neue Kräfte getankt hat.

Das Spiel startete gut, aber schon in der 12. Minute traf Sebastian Maier für die Hanseaten ins Tor von Keeper Wolfgang Hesl und eröffnete damit ein torreiches Spiel. Das Kleeblatt agierte druckvoll, versuchte viel und wurde dann auch zwölf Minuten später mit dem Ausgleich durch Stephan Fürstner belohnt. Nervig für alle Beteiligten war im Laufe der Partie der starke Regen, den eigentlich kein Wetterbericht vorhergesagt hat. Der tat zwar der Stimmung bei den Kleeblattfans im mit gut 14.000 Zuschauern besetzten Stadion kaum Abbruch. Aber das half der SpVgg wenig, das Team von St. Pauli war konzentrierter und effektiver.

Nach der Halbzeitpause wechselt St.-Pauli-Coach Michael Frontzeck den angeschlagenen Ex-Fürther Bernd Nehrig aus – Kevin Schindler kam für ihn auf den Platz, und damit sollte das Verhängnis beginnen. Im Abstand von nur acht Minuten traf er zwei Mal und ließ Hesl keine Chance. Beim dritten Tor in der 58. Minute hatte sogar Christopher Nöthe die Vorlage zum Tor geliefert – er hegt offenbar keine sentimentalen Gefühle mehr für seinen ehemaligen Verein. Florian Trinks gelang es dann in der 78. Minute, den 2:3-Anschlusstreffer zu erzielen. Aber in der Trolli-Arena war klar: Hier konnte das Kleeblatt nichts mehr reißen. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit (90. +5.!!)  sah Torschütze Fürstner nach grobem Foulspiel gegen Lennart Thy die Rote Karte – er hatte sein Bein  zu hoch und traf seinen Gegenspieler an der Brust. Und dann knallte Fin Bartels zum 4:2 ins Tor der Spielvereinigung. Die Enttäuschung nach Spielende war beim Kleeblatt entsprechend groß (Foto).
Ich muss also einiges zurücknehmen, was ich gestern in meinem Blogbeitrag geschrieben habe. Wenn jemand den Mund zu voll genommen hat, dann waren das nicht die Hamburger, sondern ich.

Schon nächsten Freitag, 25. Oktober, empfängt das Kleeblatt um 18.30 Uhr Tabellenschlusslicht FC Ingolstadt beim nächsten Heimspiel. Ich bin ja versucht, zu schreiben, da kann nichts schief gehen, aber…

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Ich würde ja schon gerne wissen, welche Gefühle Benno Möhlmann morgen beschleichen, wenn er mit seinem aktuellen Team, dem FC Ingolstadt, auf seine alte Mannschaft trifft. Immerhin hat er die Fürther selbst – in mehreren Anläufen – insgesamt acht Jahre lang trainiert. Möhlmann hat wie ich finde immer eine besondere Art der Ruhe und Abgeklärtheit ausgestrahlt, und er ist in all den Jahren fast schon zu einer Art Institution am Ronhof geworden.

Jetzt kämpft er mit den Ingolstädtern um den Klassenerhalt, während das Kleeblatt mit einem Sieg sogar wieder auf einen Aufstiegsplatz klettern kann. Das wird auf jeden Fall ein spannendes Derby morgen Abend. Ich persönliche wünsche mir natürlich den Fürther Sieg, und hoffe trotzdem, dass Ingolstadt am Ende der Saison die Klasse halten kann!

Büskens contra Möhlmann

bueskensNach ihrem 4:0-Sieg gegen den SC Paderborn (endlich mal wieder!) hätten die Kleeblätter eigentlich noch bis zum Freitag, 29.  November, Matchpause. Da steht der 14. Spieltag gegen 1860 München in der Trolli Arena auf dem Programm. Aber die SpVgg ist nicht schlafmützig und wird schon am Dienstag, 23. November, ein Testspiel bei Liga-Konkurrent FC Ingolstadt bestreiten.
moehlmannPikant ist die Begegnung deshalb, weil der ehemalige Coach der Kleeblätter – Benno Möhlmann – seit wenigen Wochen der neue Trainer der Ingolstädter „Schanzer“ ist. Leider war das Trainerdebüt für die Ingolstädter eine 1:2-Pleite. Aber beim 13. Spieltag am letzten Wochenende konnte dann der erste Dreier unter Benno Möhlmann eingefahren werden: Der FC Ingolstadt 04 gewann beim VfL Bochum mit 4:1. Nach fünf Niederlagen in Serie war das wohl endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison zog das Ingolstädter Team dann auch an Bielefeld vorbei und steht mit nun sieben Punkten wieder auf Rang 17.

Wer also Zeit und Lust hat, morgen nach Ingolstadt zum Freundschaftsspiel zu düsen, um das Aufeinandertreffen von Mike Büskens und Benno Möhlmann zu erleben, den sollte auch die schlechte Wetterprognose (Schnee und Kälte) nicht davon abhalten. Die Partie wird ab 15 Uhr im ESV-Stadion, Geisenfelder Straße 1, in Ingolstadt ausgetragen. Der Eintritt ist frei. Für die Chronisten: Zuletzt trafen die beiden Mannschaften am 6. Spieltag am 25. September aufeinander. Damals gewann das Kleeblatt mit 1:0 durch einen Treffer von Bernd Nehrig.

Möhlmann goes to Ingolstadt

Der Ex-Trainer der Spielvereinigung Benno Möhlmann wurde gestern als neuer Coach des Zweitligisten FC Ingolstadt vorgestellt. Nachdem Aufsteiger Ingolstadt am Freitag eine 1:2-Heimniederlage gegen Energie Cottbus kassiert hatte und mit mickrigen vier Punkten aus elf Spielen auf einem Abstiegsplatz steht, sah es für Trainer Michael Wiesinger schlecht aus. Und am Wochenende brachte die Vereinsführung dann Butter bei die Fische. Der FC Ingolstadt trennte sich von Wiesinger und auch von Co-Trainer Uwe Wolf.

20100205_arminia_spvgg_0129Möhlmanns Trainerlaufbahn begann bereits 1988 beim Hamburger SV als Nachwuchs- und Co-Trainer, 1992 wurde er zum Cheftrainer befördert. Ende 1995 beim Hamburger SV beurlaubt wechselte er wenig später in die Regionalliga zu Eintracht Braunschweig, wo er bis 1997 als Trainer tätig war. Anschließend trainierte er von 1997 bis 2000 unsere Kleeblätter, bevor er von 2000 bis 2004 Arminia Bielefeld coachte. Im Februar 2004 wechselte er zum zweiten Mal – bis Juni 2007 – zur SpVgg.

Nach einem Intermezzo in der Saison 2007/08  bei Eintracht Braunschweig übernahm er ab Mai 2008 erneut das Traineramt in Fürth, wo er Nachfolger von Bruno Labbadia wurde, der ihn erst ein Jahr zuvor selbst beerbt hatte. Nach einem fünften Rang in der Saison 2008/09 folgte der Absturz der Fürther auf Rang 15 zur Winterpause, so dass sich der Verein und Möhlmann am 20. Dezember 2009 auf eine Auflösung des Vertrags verständigten. Seitdem ist Michael Büskens am Ruder.

Beim FC Ingolstadt erhält Benno Möhlmann einen Vertrag bis zum Saisonende, der im Falle des Klassenerhalts automatisch um ein weiteres Jahr verlängert wird. Unterstützung erhält er von seinem neuen Co-Trainer Sven Kmetsch, der zuletzt als Jugendtrainer auf Schalke tätig war.

Möhlmann hat bei den Kleeblättern immer Format bewiesen und war für viele sportliche Erfolge verantwortlich. Hoffentlich muss er sich beim FC Ingolstadt nicht allzu warm anziehen (Foto), um den Klassenerhalt der „Schanzer“ zu sichern.