Übermorgen geht’s endlich wieder los!

So eine Winterpause kann einem schon sehr lange vorkommen. Die Bundesliga spielt schon wieder seit vergangener Woche. Und die Zweite Liga startet morgen Abend mit Spielen z.B. des VfL Bochum oder Union Berlin. Am Mittwoch, 24. Januar, ist dann die Spielvereinigung dran. Der erste Auswärtsgegner heißt Arminia Bielefeld. Es gibt noch die Möglichkeit, mit Fanbussen nach Ostwestfalen zu fahren (hier der Link zur Fanbus-Seite auf der SpVgg-Homepage). Aber – mal ehrlich: Wer hat schon unter der Woche Zeit, ein Fußballspiel in Norddeutschland zu besuchen, das um 20.30 Uhr angepfiffen wird?

So geht’s auch mir. Ich werde mir das Spiel zu Hause ansehen und bin gespannt, was uns das Kleeblatt sportlich zu bieten hat. Ein vielversprechender Neuzugang könnte Fabian Reese sein. Der Stürmer kommt für ein halbes Jahr vom FC Schalke 04 zu den Weiß-Grünen. „Fabian hat nicht nur viel Talent, sondern bringt zudem die richtige Mentalität mit. Sein großes Potential hat man auch schon bei der U20-Nationalmannschaft gesehen. Er stellt für uns eine weitere Option in unserer Offensivreihe dar“, erklärt Sportdirektor Rachid Azzouzi. Gestern unterschrieb der 20-Jährige Reese seinen Vertrag beim Kleeblatt und nahm bereits am Training teil (Foto: Sportfoto Zink). weiter lesen

Visionen einer Kleeblattanhängerin

Es geht allmählich in die Endphase dieser Fußballsaison. Die Spielvereinigung steht nach wie vor auf dem zweiten Tabellenplatz – punktgleich (49 Punkte) mit dem SC Paderborn. In den letzten sechs Spielen gibt es noch einige pikante, allerdings nicht unbezwingbare Gegner. Den Anfang macht morgen, 7. April, ab 20.15 Uhr der SC Ingolstadt, dann z.B. noch die 1860er und der SV Sandhausen. Und am Ostersonntag, 20. April, um 13.30 Uhr findet das wichtige, vielleicht alles entscheidende Auswärtsspiel in der Benteler-Arena gegen den SC Paderborn statt.

Weniger gute Chancen, in der Bundesliga zu bleiben, haben unsere „Freunde“ aus Nürnberg. Der Club hat gestern zu Hause die Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2 verloren und verharrt auf dem 17. Platz. Und heute hat der Tabellenletzte – Eintracht Braunschweig – das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 überraschend mit 3:0 gewonnen. Nur jeweils einen Punkt entfernt ist Braunschweig noch vom Tabellenvorletzten aus Nürnberg und einen weiteren Punkt vom 15. oder 16. Platz. Pech für den 1. FCN, dass er bei den letzten Spielen in der Saison 2013/14 noch Gegner hat, gegen die Siege ernsthaft fast nicht möglich sind. Dazu gehören u.a. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, Mainz 05 und Schalke 04.

Heute war ich bei einem Damenfußballspiel in Baiersdorf und habe mich am Rande der Partie mit einer Zuschauerin unterhalten. Sie hofft auf einen sicheren Wiederaufstieg des Kleeblatts. Oder – von der Spannung her – auf das Relegationsspiel zwischen der Spielvereinigung und dem Club. „Und das gewinnen die Kleeblätter natürlich haushoch. Die Nürnberger fegen wir vom Platz, so schnell schauen die gar nicht“, meint sie. Auf meinen Einwand hin, dass bei diesen hochbrisanten Begegnungen oft Auseinandersetzungen zwischen Nürnberger und Fürther Fans drohen (z.B. auf dem Foto beim Frankenderby im November 2012, als die Polizei die Straßen in Fürth sperrte, damit die Fans des 1. FCN zum Stadion gehen konnten), machte der weibliche Kleeblattfan einen interessanten Vorschlag. „Die sollen im Relegationsspiel dann irgendwo im Geheimen spielen, ohne dass jemand davon weiß. So wäre das eine friedliche Partei.“ Warum eigentlich nicht? Das hätte was!

Good bye, Gerald Asamoah?

Personell tut sich ja im Moment einiges bei der Spielvereinigung. Heinrich Schmidtgal wird beim morgigen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht auflaufen können – er ist verletzt. Torhüter Max Grün, der bei den vergangenen Spielen anstelle von Wolfgang Hesl das Kleeblatt-Tor sauber halten wollte/sollte, ist mehr oder minder auf dem Absprung. Und jetzt munkelt man nicht nur in Insiderkreisen, dass Gerald Asamoah aufhören will.

Im Januar 2012 wurde „Asa“ vom damaligen Kulttrainer Mike Büskens nach Fürth geholt, ich schrieb auch gleich über einen erhofften „Motivationsschub aus Ghana“.  Schnell wurde „Asa“ für viele Fürther und Kleeblatt-Anhänger zu einer der Galionsfiguren bei der „Unaufsteigbar-Tour“. Er stand vor ziemlich genau einem Jahr – als der Aufstieg perfekt war – mit seinen Teamkameraden auf dem Fürther Rathaus-Balkon, ihm wurde zugejubelt. Dort oben (siehe Foto) hat er auch an Mike Büskens die Gretchenfrage gestellt: „Trainer, bleibst Du?“
Asamoah hat uns immer den Eindruck vermittelt, einer der stärksten Motoren in der Mannschaft zu sein. Er wirbelte mit seinen immerhin schon 34 Jahren auf dem Spielfeld herum und war sich nie zu schade, sein Team zu motivieren und nach vorne zu puschen.
Oft haben wir in unserem Greuther-Weiber-Blog über Gerald Asamoah geschrieben, zuletzt über seine Biographie “Dieser Weg wird kein leichter sein”.
Aber in dieser ersten Bundesliga-Saison wurde Asamoah oft erst kurz gegen Ende der zweiten Halbzeit eingewechselt. Und seitdem Mike Büskens nicht mehr Coach der Spielvereinigung ist, wurde es um seinen Ex-Kollegen von Schalke 04 immer stiller.

Jetzt kursiert also das Gerücht, dass Asamoah aufhören wird. Wundern würde es niemanden. Sein Vertrag bei der SpVgg läuft noch bis zum 30. Juni 2013. Aber eines ist klar: Alle fußballbegeisterten Fürther werden mit Dankbarkeit an die Zeit mit Asa zurückdenken. (Auch) ihm haben wir den historischen Aufstieg des Fürther Kleeblatts in die Erste Liga zu verdanken!

Von Kleeblättern und Wölfen

Dieses Woche war für die Anhänger der SpVgg und uns Greuther-Weiber eine gefühlsmäßig positive. Der überraschende Sieg am letzten Samstag bei Schalke 04 gab uns allen einen Push nach oben, das war vielleicht der Anfang auf dem Weg aus dem Tal der Tränen. Zu pathetisch?
Morgen empfängt das Kleeblatt zu Hause den VfL Wolfsburg. Diese Begegnung ist für uns vor allem deshalb interessant, weil die Elf seit einigen Wochen von Ex-Club-Trainer Dieter Hecking gecoacht wird. Er hat den Verein aus Fürths östlicher Vorstadt abrupt verlassen und konnte seitdem immerhin auch Erfolge in der VW-Hochburg erzielen.
Derzeit liegen die Wolfsburger nach 20 Spieltagen der laufenden Saison auf dem 15. Tabellenplatz (einen Rang hinter dem Club), die 23 Punkte bedeuten einen 7-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz. Im Hinspiel war das Kleeblatt mit 1:0 in Führung (Eigentor von Pogatetz in der 28. Minute) gegangen. Maßgeblichen Anteil am Treffer hatte SpVgg-Angreifer Ilir Azemi, der den Wolfsburger Verteidiger so sehr in Bedrängnis brachte, dass dieser den Ball mit der Schulter an seinem herauseilenden Keeper Benaglio vorbeilegte. Olic konnte aber noch vor der Pause ausgleichen (42. Min.). Das 1:1 war gleichzeitig der Endstand und bedeutete am 4. Spieltag den vierten Erstliga-Punkt für das Kleeblatt.
Die Wölfe haben sich für morgen bestimmt einiges vorgenommen. Das sollte aber die Spielvereinigung nicht abschrecken. Noch ist – wie immer – nicht klar, wer für das Kleeblatt auf dem Platz sein wird. Edgar Prib und Stephan Fürstner könnten im Kader sein, Zoltan Stieber fällt leider wegen einer Schulterverletzung aus. Außerdem fehlt immer noch Heinrich Schmidtgal (Patellasehnen-Probleme). Übrigens: Es gibt noch Restkarten für die Partie gegen Wolfsburg. Und hier noch eine aufbauende Information: Dieter Hecking gewann als Trainer nur eines von zehn Pflichtspielen gegen Fürth – im Dezember 2003 mit dem VfB Lübeck.

Gewaltaktion gegen Kleeblattfans

Unschöne Szenen zwischen fanatischen Fans im Vorfeld oder direkt nach brisanten Begegnungen sind im Fußball leider nicht so selten. Ob sich der HSV und Werder Bremen begegnen, der FC Köln und Fortuna Düsseldorf oder der Club beim Frankenderby auf die Spielvereinigung trifft. Es kann immer mal hoch hergehen.
Eine ganz andere Qualität hatte allerdings der Vorfall am späten Samstagabend an der Autobahn A 3: Auf der Heimreise vom Spiel in Gelsenkirchen – das Kleeblatt hatte einen wichtigen Sieg bei Schalke 04 eingefahren – griffen an der Rastanlage Steigerwald-Süd mehrere Dutzend vermummte Personen Fans der SpVgg an. Die Polizei berichtet von zahlreichen Notrufen von Fürther Fußballfans, die um 23.45 Uhr bei der Einsatzzentrale eingingen, woraufhin ein Großeinsatz ausgelöst wurde. Folgendes war geschehen: Nachdem am Rastplatz einige Kleeblatt-Anhänger ihre Busse verlassen hatten, rannten ersten Angaben zufolge 60 bis 70 vermummte Personen mit Leitpfosten, Ästen und brennenden Bengalo-Feuern auf die Kleeblatt-Anhänger zu. Die Fürther Fans reagieren prompt und verschanzten sich noch rechtzeitig in ihren vier Reisebussen. Daraufhin beschädigten die Angreifer die Fanbusse mit Ästen, Flaschen und Steinen. Es gingen mehrere Scheiben zu Bruch, der Sachschaden beläuft sich auf 30.000 bis 40.000 Euro. Insgesamt waren ungefähr 150 Einsatzkräfte, darunter auch Beamte mit Diensthunden und ein Polizeihubschrauber sowie 30 Rettungswagen, vor Ort.
Laut Polizei handelte es sich bei den vermummten Angreifern allem Anschein nach um Anhänger des 1. FC Nürnberg. Ob das tatsächlich so war, werden weitere Untersuchungen ergeben.
Ich finde solche Vorfälle mehr als bedenklich. Aus einer Emotion heraus zu reagieren und sich mit einem „feindlichen“ Fan auseinanderzusetzen – das ist die eine Sache. Aber bewaffnet, mit dem festen Vorsatz, Fans abzufangen, tätlich anzugreifen und sogar Verletzungen in Kauf zu nehmen, da hört der Spaß wirklich auf.
Hier findet Ihr das Video über die Attacke auf die Fürther Fanbusse.

Henry im Stadion, aber trotzdem verloren!

Ausverkauft war die Tolli ARENA wieder – wahrscheinlich wollten die 18 000 Zuschauer mal einen ehemaligen amerikansichen Außenminister live erleben. Henry Kissinger hatte sein Versprechen wahr gemacht und sah sich die zweite Bundesliga-Partie seines Heimatvereins gegen den FC Schalke 04 an.

Die erste Halbzeit begann nicht gerade spektakulär, und auch das Fürther Publikum brauchte ein bisschen, bis es auf Touren kam. Kleeblatt-Fans kommen eben manchmal langsam, aber gewaltig. Sportlich hatten die Schalker in der ersten Halbzeit die besseren Chancen. Aber das Kleeblatt agierte auf Augenhöhe und hatte ganz gute Möglichkeiten, die es leider nicht verwerten konnte. Der Schuss vor den Fürther Bug – genauer gesagt ins Tor – gelang den Königsblauen kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit durch Julian Draxler. Keeper Max Grün hatte praktisch keine Abwehrchance. Das Kleeblatt war erst mal geschockt, aber alles blieb soweit noch im grünen Bereich.
Dann: Ex-Schalker Gerald Asamoah wird in Minute 77 von Coach Mike Büskens eingewechselt. So mancher Fan im Stadion fragte sich, ob der Wunsch von Asa in Erfüllung gehen könnte: zehn Minuten vor Spielende eingewechselt zu werden und dann kurz vor dem Abpfiff sein Tor zu machen.

Aber so sollte es nicht kommen. Der Spielvereinigung lief zusehends die Zeit davon. In der 85. Minute kam Baretta für den Torschützen Draxler. Und ausgerechnet der gab dann mit einem Linksschuss die Vorlage für das zweite Tor der Königsblauen: U21-Natonalspieler Lewis Holtby ließ sich nicht lange bitten und nahm den Kleeblättern jede Hoffnung, das Spiel zumindest noch mit einem Punkt abzuschließen.

Schade, Henry Kissinger fieberte mit seiner Spielvereinigung mit. Die Fans zeigten sich (mal wieder) von ihrer besten Seite. Aber der hochkarätige FC Schalke 04, das war eben der Favorit. Und dem wurde er – trotz Schwächelns in der ersten Halbzeit – dann auch gerecht.