Ausgerechnet der „Tatort“ aus Münster

Für Kleeblatt-Fans war gestern kein guter Tag. Nachmittags verlor die Spielvereinigung zu Hause mit 2:4 gegen den FC St. Pauli. Eigentlich ja ein Verein, dem Fürther Fußballanhänger Sympathie entgegenbringen. Aber so weit geht die „Liebe“ nicht. Ein Spiel will man gewinnen – auch das gegen den Kiez-Club aus Hamburg.

Abends dann will man sich vor dem Fernseher erholen und die Woche doch noch entspannt und versöhnlich abschließen. Auf dem Programm steht der „Tatort“ aus Münster mit dem skurrilen Gerichtsmediziner Professor Börne und Kommissar Frank Thiel. Letzterer wird von Axel Prahl (Foto: WDR)  gespielt – dieses Tatort-Team gehört mit über 12 Millionen Zuschauern zu den beliebtesten in der ARD.

Der Krimi beginnt auch ganz spannend, aber Kleeblattfans war spätestens dann die Stimmung verhagelt, als Kommissar Thiels Handy klingelte. Er hat nämlich die Melodie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ als Klingelton. Und ganz vorbei mit der guten Laune war es, als Thiel eines seiner St. Pauli-T-Shirts trug. Weil der Schauspieler Sympathisant des Kiezklubs ist, zeigt er sich bei seinen Ermittlungen oft im St. Pauli-Outfit – mal mit „Retter“-, mal im Totenkopf-Shirt.
Sein Faible für St. Pauli – so habe ich in einem Artikel der Hamburger Morgenpost gefunden – begann im Alter von „15, 16 Jahren“. Prahl: „Ich bin in Eutin geboren und in Neustadt an der Ostsee groß geworden. Von dort aus habe ich oft Freunde in Hamburg besucht. Mit denen war ich dann am Millerntor. Im alten Stadion fand ich es klasse, dass man auch in der 15. Reihe immer noch hautnah am Spielfeld dran war.“ Anschließend sei er gern ins „Grünspan“ auf den Kiez gegangen und habe sich Konzerte zum Beispiel von der Folk-Rock-Band „Ougenweide“ reingezogen.
Naja, wir Fürther zeichnen uns ja schon seit Jahrhunderten durch unsere Toleranz aus. Und das gilt auch beim Fußball. Zumindest meistens…
Wer sich Kommissar Thiels Klingelton – von Tausenden St.-Pauli-Fan-Kehlen gesungen – noch mal anhören möchte, bitte:
YouTube Preview Image

Es ging leider doch schief!

Nein, es war kein Zweckoptimismus, dass ich beim heutigen Heimspiel gegen den FC St. Pauli mit einem Sieg, sogar einem hohen Sieg (4:1) gerechnet habe. Ich war vielmehr nach der 1:2-Niederlage in Düsseldorf zuversichtlich, dass das Kleeblatt die Länderspielpause gut genutzt und neue Kräfte getankt hat.

Das Spiel startete gut, aber schon in der 12. Minute traf Sebastian Maier für die Hanseaten ins Tor von Keeper Wolfgang Hesl und eröffnete damit ein torreiches Spiel. Das Kleeblatt agierte druckvoll, versuchte viel und wurde dann auch zwölf Minuten später mit dem Ausgleich durch Stephan Fürstner belohnt. Nervig für alle Beteiligten war im Laufe der Partie der starke Regen, den eigentlich kein Wetterbericht vorhergesagt hat. Der tat zwar der Stimmung bei den Kleeblattfans im mit gut 14.000 Zuschauern besetzten Stadion kaum Abbruch. Aber das half der SpVgg wenig, das Team von St. Pauli war konzentrierter und effektiver.

Nach der Halbzeitpause wechselt St.-Pauli-Coach Michael Frontzeck den angeschlagenen Ex-Fürther Bernd Nehrig aus – Kevin Schindler kam für ihn auf den Platz, und damit sollte das Verhängnis beginnen. Im Abstand von nur acht Minuten traf er zwei Mal und ließ Hesl keine Chance. Beim dritten Tor in der 58. Minute hatte sogar Christopher Nöthe die Vorlage zum Tor geliefert – er hegt offenbar keine sentimentalen Gefühle mehr für seinen ehemaligen Verein. Florian Trinks gelang es dann in der 78. Minute, den 2:3-Anschlusstreffer zu erzielen. Aber in der Trolli-Arena war klar: Hier konnte das Kleeblatt nichts mehr reißen. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit (90. +5.!!)  sah Torschütze Fürstner nach grobem Foulspiel gegen Lennart Thy die Rote Karte – er hatte sein Bein  zu hoch und traf seinen Gegenspieler an der Brust. Und dann knallte Fin Bartels zum 4:2 ins Tor der Spielvereinigung. Die Enttäuschung nach Spielende war beim Kleeblatt entsprechend groß (Foto).
Ich muss also einiges zurücknehmen, was ich gestern in meinem Blogbeitrag geschrieben habe. Wenn jemand den Mund zu voll genommen hat, dann waren das nicht die Hamburger, sondern ich.

Schon nächsten Freitag, 25. Oktober, empfängt das Kleeblatt um 18.30 Uhr Tabellenschlusslicht FC Ingolstadt beim nächsten Heimspiel. Ich bin ja versucht, zu schreiben, da kann nichts schief gehen, aber…

Morgen kann in Fürth nichts schief gehen!

Das Wetter morgen beim Heimspiel zwischen der Spielvereinigung und dem FC St. Pauli soll ganz gut sein. Auf jeden Fall erwartet man viele Fans aus Norddeutschland im Ronhof. Und das Spiel verspricht auch sportlich ein echter Knaller zu werden, denn die Begegnungen zwischen dem Kleeblatt und St. Pauli haben immer etwas Prickelndes.

Feierbiester können sich schon heute Abend und morgen Vormittag in der Fürther Gustavstraße adäquat auf den Fußballnachmittag einstimmen. Das Gasthaus „Zum Gelben Löwen“ in der Fürther Altstadt hat sich ja schon länger zur Lieblingskneipe von Kleeblattanhängern gemausert  – „Die kultigste aller Gustavschdrassnkneipn! Mo mer als Fädder einfach kenner!“. (Der Fotograf unseres Fotos hat den denkwürdigen Moment im April 2012 eingefangen, als klar war, dass die Spielvereinigung in die Bundesliga aufsteigt. Damals haben viele Fans und auch der Fürther OB Thomas Jung im „Gelben Löwen“ die TV-Übertragung gesehen und danach auf den Erfolg angestoßen.)
Also: Besagtes Lokal lädt heute über Facebook ein:

„Zum sonntäglichen Punktspiel gegen St. Pauli wird sich die Gustavstraße mal wieder in eine Außenstelle der Reeperbahn verwandeln. Um unsere Gäste gebührend zu empfangen, haben wir ein kleines Rahmenprogramm vorbereitet:
– Am Samstag Abend in der Löwenbar: Aufwärm-Training mit Xanthan Gum.
– Am Sonntag vor dem Spiel: Weißwurst-Empfang
– Am Sonntag nach dem Spiel: Trostpflaster-Trinken – denn die Punkte können wir leider nicht mitgeben.“

Die Reaktion aus Hamburg auf Facebook kam prompt: „Freuen uns, bei euch mal wieder Gas zu geben, kommen mit 8 Mann aus Hamburg! Und die Punkte nehmen wir mit!“ Na, ich bin gespannt, ob dieser St.-Pauli-Anhänger den Mund nicht zu voll nimmt. Denn – wie die meisten Kleeblattanhänger – tippe ich auch auf einen deutlichen Sieg der Spielvereinigung: 3:1 oder 4:1 – das hätte doch was! (Greuther-Weib „uwo“ tippt allerdings nur auf ein 2:1 – schau mer mal!)

Wiedersehen mit Ex-Teamkollegen

Am kommenden Sonntag, 20. Oktober, empfängt um 13.30 Uhr die Spielvereinigung den FC St. Pauli in der Trolli Arena – eine Mannschaft, mit der die Kleeblattfans auf freundschaftlichem Fuß stehen. Nichtsdestotrotz werden die Kleeblatt-Profis natürlich alles daran setzen, um das Spiel zu gewinnen. Vor allem nachdem die Partie gegen Fortuna Düsseldorf mit 1:2 verloren ging. Die Hamburger stehen aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz und müssten eigentlich zu schlagen sein! Mindestens 14.000 Zuschauer werden erwartet. Ist das Wetter gut, werden sicher noch einige Zuschauer spontan den Weg zum Ronhof einschlagen.

Die Fürther Fans sind auf jeden Fall auf das Wiedersehen mit Christopher Nöthe (Foto) gespannt. Er war vier Jahre lang im Fürther Kader bevor er in dieser Saison zum Millerntor wechselte. Auf der St.-Pauli-Website kommentiert Nöthe die Begegnung mit seinem Ex-Verein so :
„Für mich wird es ein ganz normales Spiel und kein emotionales Highlight… Der Höhepunkt meiner Zeit in Fürth war natürlich der Bundesliga-Aufstieg im Sommer 2012. Die vergangene Saison kann man aber als Tiefpunkt bezeichnen“.

Nöthe verweist auch auf den im Sommer vollzogenen Umbruch der SpVgg, als 19 Spieler den Verein verließen und 14 Neuzugänge präsentiert wurden. Entsprechend wird Nöthe seinem Cheftrainer Michael Frontzeck auch „kaum Tipps geben können“, denn viel mehr als er wisse er auch nicht über den aktuellen Kader.
Außer mit Christopher Nöthe wird es am Sonntag auch zum Wiedersehen mit Bernd Nehrig und Rachid Azzouzi kommen. Der ehemalige Spieler und spätere Kleeblatt-Manager ist ja seit 2012 Sportdirektor bei FC St. Pauli.

Frank Kramer heute in Schweden dabei

Bei den beiden Trainingseinheiten heute um 10 und 15 Uhr musste die Mannschaft der Spielvereinigung ohne ihren Chefcoach Frank Kramer klarkommen. Der Kleeblatt-Trainer ist nämlich heute Abend bei dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Stockholm gegen Schweden dabei. – Warum? Der DFB will Kramer mit der Reise nach Schweden zum Topspiel der Qualifikationsgruppe C dafür belohnen, dass er den letzten Trainerlehrgang als Jahrgangsbester absolviert hat.

Im April 2012 wurde Frank Kramer nach dem Bestehen der Eignungsprüfung zum DFB-Fußball-Lehrer-Lehrgang 2012/13 zugelassen. Unter den Teilnehmern bei der zehnmonatigen Ausbildung an der Hennes-Weisweiler-Akademie befanden sich zahlreiche Ex-Profis. Als Bester des Jahrgangs 2013 wurde Kramer dann im März in Bonn ausgezeichnet. Platz zwei der 22 neuen Fußball-Lehrer belegte Thomas Meggle aus dem Trainerteam des Zweitligisten St. Pauli (zur Saison 2013/14 übernahm er deren zweite Mannschaft, die U-23). Am 12. März 2013 wurde Frank Kramer Nachfolger von Mike Büskens, um die damals auf dem letzten Tabellenplatz stehende SpVgg zu trainieren. Er unterschrieb einen Vertrag mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2015.
Frank Kramer hatte übrigens heute in Schweden – so die Info auf der Vereinswebsite –  einen vollen Tagesplan:

„Ich lerne gerade die schwedische Kultur kennen, die Reise ist vom DFB super organisiert. Aber heute Mittag habe ich mich natürlich sofort nach dem Vormittagstraining erkundet, nachdem wir im Trainerstab die Einheiten schon vorher abgesprochen hatten.“

Das Länderspiel für die WM-Qualifikation wird heute Abend ab 20.45 Uhr im ZDF übertragen – mal sehen, ob wir einen Blick auf den Fürther Trainer werfen können!

Ohne Rachid im gemeinsamen Stadion?

Auch Greuther-Weiber haben ein Recht auf Freizeit und Urlaub – und das habe ich über Pfingsten auch in Anspruch genommen. Vier Tage Kanu- und Radfahren im Spreewald bei herrlichem Wetter. Super!
Aber kaum verlässt man Fürth, schon überschlagen sich hier die Ereignisse. Die Hiobs-Botschaft gestern nach meiner Rückkehr: Rachid Azzouzi verlässt das Kleeblatt und geht nach Hamburg. Zwar ist der FC St. Pauli ein Verein, mit dem viele Fürther Fans eher enge freundschaftliche Bande geknüpft haben. Trotzdem ist es für die Mannschaft und den Verein sicher keine positive Meldung, wenn der langjährige Manager die Spielvereinigung verlässt. Und das jetzt beim Aufstieg in die Bundesliga. Wir wünschen Rachid Azzouzi auf jeden Fall viel Erfolg und ein gutes Eingewöhnen im hohen Norden.

Aus Fürther Sicht interessant ist außerdem – auch im „Pfingstferien-Loch“ – die Wochenfrage der „Nürnberger Zeitung“. Dort wird dem sportinteressierten Leser die Gretchen-Frage gestellt: “ Gemeinsames Stadion für Club und Kleeblatt?“. Ich persönlich bin bei solchen Vorschlägen immer erst mal skeptisch. Aus finanzieller Sicht gäbe es für ein gemeinsames Stadion – wie es mit der Allianz Arena in München ja für den FC Bayern und 1860 München existiert – sicher einige stichhaltige Argumente.  Aber Fußball hat eben auch viel mit Emotionen zu tun. Und in der Beziehung ist eine „Greuther-Club-Arena“ oder ein  „Trolli-easyCredit-Stadion“ nur schwer vorstellbar. Oder was meint Ihr?

Kleeblatt-Fans stellen den Sekt schon mal kalt

Die schicksalshafte Begegnung mit dem FC St. Pauli bei Superbedingungen im Ronhof ging perfekt los: Nach nur sechs Minuten schoss Heinrich Schmidtgal nach einer Vorlage von Stephan Fürstner das 1:0 – und die Trolli ARENA bebte! Ab diesem Moment lag eine Spannung in der Luft, das mit 15 500 Zuschauern ausverkaufte Stadion stand hinter seiner Mannschaft. Die zeigte, dass sie in dieser Saison mit ihrer „Unaufsteigbar-Tour“ kokettiert hat – und – so wie es jetzt aussieht – endlich den Aufstieg schafft.

Spektakulär die Aktion in der zweiten Halbzeit, als Asamoah zu Boden ging. Schiedsrichter Tobias Stieler gab allerdings keinen Elfmeter, vielmehr sah Asa wegen einer vermeintlichen Schwalbe Gelb. Die Fürther Fans waren entsetzt. Allerdings machte er dann seinen Fauxpas in der 65. Minute wett. Er schießt das 2:0, dieses Mal legt Schmidtgal vor. Ab diesem Moment gab es Gänsehaut-Atmosphäre im Ronhof. Das Kleeblatt wurde von der Begeisterung der Fans praktisch auf Händen getragen. Aber was ein echter Klleblatt-Anhänger ist, der hatte sich von diesem Abend eigentlich auch nichts anderes erwartet.
Mental schon beim Feiern gab es für die Mannschaft kurz vor Abpfiff noch eine Schrecksekunde. Mahir Saglik, der in der ersten Minute der Nachspielzeit ein Gelbe Karte bekommen hatte, traf dann wenige Sekunden später noch ins Fürther Tor. Naja, ein kleiner Schönheitsfehler eines tollen Spieles vor einzigartiger Atmosphäre.
Die Spielvereinigung ist fast durch. Jetzt muss Fortuna Düsseldorf am Montag noch gegen Dynamo Dresden verlieren, dann ist es zum ersten Mal geschafft. Und wenn nicht? Dann machen die Kleeblätter in den verbleibenden Spielen noch die fehlenden Punkte und sind ab der nächsten Spielzeit erstklassig. Wie hat der „Exilglubberer“ gerade in unserem Blog kommntiert: „So, Freunde, der Relegationsplatz ist schon mal sicher. Jetzt wird es wirklich langsam Zeit, den Sekt kalt zu stellen.“
Hab´ ich´s nicht prophezeit? Freitag, der 13., das bringt Glück. Und bei diesen typisch weiblichen Einschätzungen ist auf die Greuther-Weiber prinzipiell Verlass!
So, und jetzt geht’s in die Gustavstraße!

Nur ein Punkt fürs Kleeblatt

Das muss Eintracht Braunschweig der Neid lassen: In der ersten Halbzeit waren die Niedersachsen eindeutig die bessere und kreativere Mannschaft. Aber was nützen alle Torchancen, wenn man sie nicht verwerten kann? Gar nichts. Jedem, der es hören bzw. nicht hören wollte, habe ich in den vergangenen Tagen erzählt, dass die Spielvereinigung nur noch (lächerliche?) zwei Spiele gewinnen muss, um aus eigener Kraft in die Bundesliga aufzusteigen. Dieser Plan hat heute schon mal nicht geklappt.

Bei der Partie gegen die Braunschweiger Eintracht war die Luft raus. Vielleicht hat die Spielvereinigung zur Zeit mit der englischen Woche ein zu großes Pensum und versucht jetzt, mit ihren Kräften geschickt hauszuhalten. Trotzdem muss man Kritik anbringen und vor allem die hohe Zahl an Fehlpässen erwähnen. Coach Büskens wechselte in der 74. Minute Christopher Nöthe aus, Gerald Asamoah sollte ein bisschen frischen Wind und neue Impulse ins Team bringen. Und mit Pektürk kam sieben Minuten vor Schluss ein agiler Flügelflitzer. Dafür ging Sararer aus dem Spiel, dem heute nur wenig gelang.
Jeder kann mal einen nicht so erfolgreichen Tag haben. Schon am nächsten Freitag, 13. April, kommt unser Rivale FC St. Pauli in die Trolli ARENA. Da gilt es: Alle Kräfte bündeln und so kurz vorm Ziel – dem Aufstieg – noch mal voll durchziehen. Wenn die SpVgg den Freitag mit einem Sieg hinter sich bringt, würde das dem Kleeblatt Luft für die letzten drei Spiele schaffen. Aber Vorsicht: Die Hamburger sind gefährlich. Das haben sie heute bewiesen, als sie in der allerletzten Minute das Siegtor gegen Union Berlin schossen. Außerdem hat Fortuna Düsseldorf heute leider gegen den FSV Frankfurt gewonnen – dadurch reduziert sich die Punktdifferenz zwischen der SpVgg und Düsseldorf auf sieben. So what! Freitag der 13. ist ein Glückstag, und die Greuther-Weiber sind – wie viele Frauen – abergläubisch!

Asamoah ist ab sofort ein Kleeblatt!

Jetzt lässt es die Spielvereinigung aber krachen: Völlig überraschend wurde gerade bekannt gegeben, dass von heute an der Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah ein Fürther Kleeblatt ist. Der 33 Jahre alte Angreifer erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013. Der langjährige Schalker (1999 – 2010) hatte in der vergangenen Saison für den FC St. Pauli auf Leihbasis gespielt, sein bis 2016 laufender Kontrakt bei Schalke 04 wurde im Juni aufgelöst, deshalb war er zuletzt an keinen Verein mehr gebunden. Asamoah nimmt schon heute am Training im Ronhof teil.
Ich vermute mal, dass die guten Kontakte von Trainer Mike Büskens zu seinem früheren Verein Schalke 04 ein Grund waren, den Ex-Nationalspieler als weiteren Mann im Fürther Angriff zu verpflichten.  Denn Büskens hat früher mit Asamoah zusammen gespielt und wird gut beurteilen können, ob er zum Team passt und ein positiver Impuls für den Aufstiegskampf in die erste Bundesliga ist.

Die Verantwortlichen der Spielvereinigung mussten schnell handeln, seitdem klar war, dass durch die erneute Verletzung und den damit verbundenen Ausfall von Kingsley Onuegbu der Kleeblattsturm auf einen wichtigen Stürmer verzichten muss. In einer Pressemitteilung heißt es auch:

„SpVgg-Präsident Helmut Hack, Manager Rachid Azzouzi und Chef-Trainer Mike Büskens haben sich nach der erneuten Verletzung und dem damit verbundenen Ausfall von Kingsley Onuegbu intensiv mit der Ergänzung des erfolgreichen Kaders beschäftigt. Mit Gerald Asamoah hat das Kleeblatt-Team nun einen weiteren erfahrenen Angreifer in seinen Reihen“.

Ich bin gespannt, wie schnell sich das fußballerische Schwergewicht Asamoah hier akklimatisieren wird. Der gebürtige Ghanese wurde nach seiner Einbürgerung 2001 als erster gebürtiger Afrikaner in eine DFB-Auswahl berufen. Gleich in seinem ersten Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft gelang ihm in einem Freundschaftsspiel gegen die Slowakei ein Treffer. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea wurde er unter anderem im Finale eingesetzt. Immerhin hat er in 43 Länderspielen sechs Tore geschossen.
Auf jeden Fall hat es die Spielvereinigung mal wieder geschafft, Fans und Anhänger und auch uns Greuther-Weiber zu verblüffen. Super!

 

Kleeblatt-Fahne auf dem Kopf

Einem echten Kleeblattfan wird die spielfreie Zeit allmählich zu lange. Gut, dass das Team der Spielvereinigung nach dem 2:2-Unentschieden gegen den FC St. Pauli am nächsten Sonntag, 20. November, ab 13.30 Uhr endlich wieder aktiv werden kann. Die Partie gegen den Tabellendreizehnten FSV Frankfurt im Ronhof verspricht spannend zu werden, kann Trainer Mike Büskens doch auf die meisten seiner Spieler zurückgreifen und so konzeptionell aus dem Vollen schöpfen.
Ich werde in Zukunft nicht nur mit selbstgestricktem Schal und Stirnband, sondern jetzt auch mit einer original Fürther Fahne im Stadion sein. Dazu eine kleine Anekdote: Die weiß-grüne Kleeblatt-Fahne war ein Geschenk zum Geburtstag. Beim Auspacken musste ich allerdings zu meinem Bedauern feststellen, dass sie falschherum auf dem Stock steckte (auf meinem Foto hält Greutherweib uwo das Corpus Delicti zu Demonstrationszwecken hoch). Also nichts wie hin zum Fanshop am Kohlenmarkt, um die Fahne umzutauschen. Der freundliche Mitarbeiter hörte sich meine Story von der verkehrt aufgezogenen Fahne an, rollte das gute Stück auf und musste lachen: „Da wären Sie ja zum echten Gespött im Stadion geworden.“ Ich stimmte ihm zu. Auf einmal kam von rechts eine Stimme aus dem Off: „Ist doch scheißegal“, meinte ein jüngerer Fürther, der mit seinem kleinen Sohn Fanartikel einkaufte. Dem konnte ich nun aber gar nicht zustimmen. Ich stellte mir das bildlich vor: Ich schwenke in der Trolli ARENA eine Fahne, deren Schriftzug „Kleeblatt Fürth“ auf dem Kopf steht. Ein Albtraum: Die süffisanten Kommentare über Frauen im Fußballstadion und unkorrekte Fanaccessiores. Das wäre keinesfalls eine gute Voraussetzung, die Kleeblätter adäquat zu unterstützen. Und sicher hätten Fans der gegnerischen Mannschaften blöde Witze darüber gemacht, dass in Fürth wohl alles auf dem Kopf steht, und man unter diesen chaotischen Bedingungen wohl nie aufsteigen werde. „Also, das geht gar nicht“, brachte es der Fanshop-Mitarbeiter auf den Punkt und holte mir ein neues Exemplar, bei dem alles mit rechten Dingen zugeht. Wir führten dann noch ein interessantes Gespräch über die Spielvereinigung im allgemeinen, die Perspektive für die nächsten Spiele, und trennten uns mit dem positiven Gedanken, dass in dieser Saison bisher alles bestens gelaufen ist. Und ich bin fanartikeltechnisch für die nächsten Spiele bestens ausgerüstet.