In Zukunft Saltos nach einem Kleeblatt-Tor?

Als beim Spiel zwischen der deutschen Nationalmannschaft und Ghana am Samstagabend das Ausgleichstor durch Joker Miroslav Klose fiel, da war für die deutschen Fußballfans die Welt wieder einigermaßen in Ordnung. Hatte man beim starken Spiel der Afrikaner und dem 1:2-Rückstand schon befürchtet, dass die WM-Begegnung zum brasilianischen Waterloo werden könnte. Miroslav Kloses Marotte ist es seit Jahren, ein erzieltes Tor mit seinem berühmten “Klose-Salto” zu krönen. Darauf warten wir alle, wenn er erfolgreich ins gegnerische Tor getroffen hat. So kam es dann auch wieder am Samstag.

Und ich habe mir dabei gedacht: Warum hat denn eigentlich kein Spieler der Spielvereinigung eine ähnliche Macke, mit der er ein Tor feiert? Ich könnte mir bei Ilir Azmi, der in der vergangenen Saison ja immerhin mit 14 Toren erfolgreich war, einen spektakulären Purzelbaum gut vorstellen. Oder eine lustige Geste von Nikola Djurdjic. Oder wie wäre es mit einem wilden Tänzchen wie es die Akteure afrikanischer Mannschaften oft machen? Mal sehen. Vielleicht lassen sich die Kleeblätter bis zum Start in die nächste Spielzeit im August etwas Originelles einfallen? Das würde den Anhängern der Spielvereinigung im Stadion super gefallen und die Stimmung anheizen.

Noch eine Bemerkung zu Miro Klose. Sein Salto nach dem 2:2 war zwar im Ansatz gut. Allerdings ist er dem inzwischen 36-Jährigen nicht mehr so gelungen wie früher. Für einen Profi-Fußballer (wenn er kein Torwart ist) ist es ja eher ungewöhnlich, in diesem “Alter” überhaupt noch bei einer Fußball-WM dabei zu sein. Am Samstag landete Klose auf dem Hosenboden. “Ich weiß nicht, wie lange ich das nicht mehr gemacht habe. Gut gelungen ist er nicht”, kommentierte Klose die verunglückte akrobatische Einlage. Mit seinem 15. WM-Tor hat Klose übrigens den Rekord von Ronaldo als bester Torschütze bei Weltmeisterschaften eingestellt.

Wer alle 15 WM-Tore von Klose im Schnelldurchlauf sehen möchte: Hier ist der Link auf die ARD-Mediathek.

Asamoah heute Abend beim DFB-Pokal dabei?

Vielleicht erleben Fürther Fußballfans heute Abend ein Wiedersehen mit Gerald Asamoah? Schalke 04 muss im DFB-Pokalspiel beim Drittligisten SV Darmstadt 98 auf Nationalspieler Julian Draxler und den neuen Starspieler Kevin-Prince Boateng genauso verzichten wie auf Stürmer Klaas-Jan Huntelaar. Dafür könnte vermutlich ein alter Held sein Comeback feiern: Gerald Asamoah. Gestern trainierte er, der normalerweise in der Schalke-Reserve mitwirkt, überraschend mit und rückte in den Kader der Königsblauen für das Darmstadt-Spiel. „Er ist aufgrund der dünnen Personaldecke eine zusätzliche Option für uns“, so Trainer Jens Keller. Der Schalke-Coach ist sich bewusst, dass die Darmstädter auf eine Sensation heiß sind. Es ist ja in der Vergangenheit schon mehrfach passiert, dass gute Erstligamannschaften im Pokal von Underdogs im wahrsten Sinne des Wortes “rausgekickt” wurden. So haben die Hessen in der ersten Runde den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen besiegt. Derzeit rangiert SV Darmstadt 98 in der dritten Liga auf Platz 7.

Die Partie beginnt um 20.30 Uhr und ist mit 17 000 Zuschauern bereits längst ausverkauft. Für Fürther TV-Zuschauer (das Spiel wird ab 20.15 Uhr live in der ARD übertragen) wäre es auf jeden Fall interessant, zu sehen, wie sich der bald 35-jährige Gerald Asamoah macht. Seine Stimmung ist – sofern er im Laufe des Spiels tatsächlich eingewechselt werden sollte – dann bestimmt besser als auf unserem Foto: Da war er nämlich bei seiner Verabschiedung im Mai in Fürth mehr als frustriert.

NACHTRAG: Gerald Asamoah wurde beim Stand von 3:1 für Schalke 04 in der Nachspielzeit (90.+1) für Farfan eingewechselt. Die ohnehin schon bestens aufgelegten Schalke-Fans waren von seinem Comeback im königsblauen Dress begeistert.

“Tatort” bei den Kleeblättern? Never!

Sonntag 20.15 Uhr ist “Tatort”-Zeit. So auch gestern. Lena Odenthal und ihr italienischstämmiger Kollege Kopper ermitteln im Frauenteam des Fußballvereins FC Eppheim. Pünktlich zur Frauen-Fußball-WM, die am kommenden Wochenende in Sinsheim startet, nimmt man sich in der beliebtesten Krimireihe der ARD des Themas Frauenfußball an. Schon die zweite Tatort-Folge in diesem Jahr, die sich der Thematik “Fußball” widmet. Im März ging Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) in Hannover auf Verbrecherjagd. Dabei stellte der Bundesligaverein Hannover 96 die Kulisse für die Handlung, die sich um Homosexualität im Profifußball drehte. Im gestrigen Tatort “Im Abseits” hatten Lena Odenthal und Mario Kopper den Mord an einer Nationalspielerin aufzuklären und tauchten dabei auch in die Geschäfte des Profifußballs ab. Unterstützt wurden sie dabei von prominenten Gaststars: Bundestrainer Jogi Löw, Manager Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Theo Zwanziger waren in ihrer jeweiligen Funktion zu sehen, ebenso wie Steffi Jones.
Uns Greuther-Weibern liegt ja bekanntlich das Thema “Frauen und Fußball” besonders am Herzen. Deshalb war der gestrige Abend interessant: Lena Odenthal alias Ulrike Folkerts recherchiert zwischen der ermordeten türkisch-deutschen Starkickerin, neidischen Mitspielerinnen, einem geldgeilen Manager, einer Trainerin, die als Ex-DDR-Fußballerin keine Karriere machen konnte, u.s.w. Viele Klischees? Hhm, es ging gerade noch. Manches war zu dick aufgetragen, die Ermittlungsarbeit hatte gewisse Längen. Am Schluss war der Täter dann der fanatische Platzwart des Vereins. Naja, der Mörder ist auch hier (wie immer) der Gärtner.
Nach dem Krimi habe ich mir überlegt, ob ähnliche Begebenheiten wohl auf die grundsolide Spielvereinigung zu übertragen sind. Wahrscheinlich nur schwer. Es gibt dort zwar Frauenteams, die sind allerdings noch in den niederen Sphären der Ligen zu finden. Bei den Kleeblättern dreht sich – wie fast überall in Deutschland – alles primär um die männlichen Mannschaften. Hier sind die Profis zu finden, hier geht’s ums Geldverdienen, und die begeisterten Fans kommen ins Stadion, um richtigen Männer-Fußball zu genießen (so ähnlich denkt ja auch Mario Kopper). Einen “Gartenzwerg” wie gestern Abend beim “Tatort” gibt es bei den Kleeblättern sicher auch. Doch der wird pragmatisch seinen Job machen und auf dem Boden der grünen Tatsachen stehen. Und deshalb ist und bleibt die Fußball-Welt in Fürth in Ordnung!

Fürther Sommermärchen in den Startlöchern

Wenn alles glatt geht, werde ich am kommenden Donnerstag Abend zu Hause sein und vor meinem Fernseher sitzen. Na, hochinteressant, mögt Ihr Euch jetzt denken. Wer will schon wissen, was ein Greuther-Weib den ganzen Tag so treibt. Ich prophezeihe allerdings, dass viele Fürther am 19. Mai ab 20.30 Uhr fernsehen werden, die Stadt wird wie ausgestorben sein. An diesem Abend findet das Relegations-Hinspiel statt und wird in der ARD übertragen. Und der Gegner von Borussia Mönchengladbach heißt Spielvereinigung Greuther Fürth!
Ganz klar: Morgen wird die Spielvereinigung das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und der VfL Bochum das Ruhrderby gegen den MSV Duisburg verlieren, bestenfalls unentschieden spielen. Sollte das tatsächlich um zirka 15.20 Uhr der letzte Stand der Dinge sein, dann hätte es endlich geklappt: Das Fürther Sommermärchen könnte Realität werden.
Wenn das Kleeblatt nach dem Abpfiff am Sonntag auf dem dritten Tabellenplatz – dem Relegationsplatz – liegt , dann werden viele Fans in der Trolli ARENA nicht mehr zu halten sein. Denn schon einige Minuten nach Spielende gibt es an den Kassenhäuschen bereits Eintrittskarten für das Relegations-Rückspiel (Mittwoch, 25. Mai, 20.30 Uhr) in Fürth. Auf allen Plätzen wird pro Ticket ein sogenannter Top-Zuschlag in Höhe von drei Euro erhoben. Pro Person können bis zu sechs Karten erworben werden, bezahlt wird cash. Die Saison-Dauerkarten haben für die Relegation keine Gültigkeit, jedoch bleiben die Plätze bis einschließlich Dienstag, 17. Mai, für die Dauerkarten-Kunden reserviert. Ab Mittwoch gehen auch diese Tickets in den freien Verkauf.
Wer zum Hinspiel der Relegation gegen den Erstligisten nach Mönchengladbach fahren möchte, der hat die Möglichkeit, Eintrittskarten für diese Begegnung voraussichtlich ab Montag in der Trolli ARENA zu kaufen.
Alle Informationen zum Karten-Verkauf gibt es ab Montag ständig aktualisiert auf der Internet-Seite der SpVgg.
Aber jetzt Schluss mit den Visionen. Alles hängt davon ab, wie die SpVgg und Bochum morgen spielen. Und das Kleeblatt gewinnt, wetten dass?

Auf der Suche nach dem Fürther Topmodel

Zumindest jeder Zuschauer der “Sportschau” in der ARD wird sie ab Beginn der neuen Bundesliga-Saison kennen: Fans der Spielvereinigung Greuther Fürth. Die KarstadtQuelle Versicherungen sind Sponsor eines neuen TV-Trailers. “Die Sportschau im Ersten wird Ihnen präsentiert von…” heißt es künftig vor jeder Sendung. Und Fans aller Erstligavereine sind dann mit einem Fan zu sehen, der die Sendung mit dem Versicherungsspot ansagen wird.

Da dieses Unternehmen allerdings auch der Hauptsponsor der “Kleeblätter” ist, haben Fürther Fans die Ehre, in der Reihe der Erstliga-Fans dabei zu sein. Welcher Fan in der Gnade der strengen Jury Wohlwollen findet, wurde jetzt bei einem Casting im Playmobil-Stadion entschieden. 20 Fans bewarben sich und versuchten, auf dem Catwalk eine gute Figur zu machen. Ohne aufmunternde Anweisungen von Heidi Klum oder einem Tipp von Bruce Darnell, wie die “Handetasche läbändisch” wird.

Nach der Entscheidung der kritischen Jury finden bald die Dreharbeiten statt, und ab dem 7. August heißt es dann für alle Fürther Fernsehzuschauer: Gänsehaut pur und eine stolzgeschwellte Brust, wenn ein Greuther Fan im grün-weißen Dress ankündigt: “Die Sportschau im Ersten wird Ihnen präsentiert von…”