Die Kleeblatt-Niederlage rettet wohl Kramers Kopf

Didier Ya Konan heißt der nicht allzu große, kräftige, kompakte und saugefährliche Stürmer in der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.  Von Anfang an fiel Ya Konan auf – und er sollte der Spielvereinigung heute auch zum Verhängnis werden.
Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf wurde schon im Vorfeld heiß diskutiert. Fortuna hatte erst am Dienstag gegen den Fürther Erzfeind – den 1. FC Nürnberg – im DFB-Pokal mit 1:5 verloren. Außerdem trainiert der ehemalige Kleeblatt-Coach Frank Kramer die Rheinländer seit dieser Saison. Aufgrund der bescheidenen Ergebnisse und dem – bis heute – 16. Tabellenplatz stand Kramer allerdings auf der Abschussliste.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthAlles Schnee von gestern! Fortuna Düsseldorf hat heute Abend zu Hause das Kleeblatt mit 1:0 besiegt. Das startete zwar recht lebendig und hatte in der ersten Halbzeit einigermaßen gute Torchancen (z.B. Lattenschuss von Freis). Aber was nutzen die, wenn man sie nicht umsetzt! Und so blieb es bis zur Halbzeitpause beim 0:0. Dann kamen die zweiten 45 Minuten. Und da sah man in der  Esprit-Arena richtig schlechten Fußball: Diffuse Aktionen im Mittelfeld, Geplänkel hier und dort. Die Zeit verstrich, und die Laune der wenigen Kleeblattfans im Gästeblock verschlechterte sich zusehends. Immerhin waren über 21.000 Zuschauer im Stadion. Das war eine richtig laute Kulisse, gegen die unsere SpVgg-Anhänger nicht ankamen.

Erlösend für die gebeutelten Düsseldorfer fiel dann das Kopfballtor durch eben jenen Didier Ya Konan in der 78. Minute. Nach der Ecke von Demirbay waren Benedikt Röcker und Robert Zulj wohl gerade in Morpheus‘ Armen. Mit anderen Worten: Sie verpennten den Schuss, und  Ya Konan köpfte locker ins lange Eck. Sebastian Mielitz, der wieder mal einige Tore verhinderte und in einer bestechenden Form ist, hatte keine Cance und musste hinter sich greifen.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthDas blieb dann auch das Endresultat. Das Tor der Düsseldorfer rettete vermutlich den Kopf von Coach Frank Kramer. Das ist ihm – auch aus Fürther Sicht – zu können. Aber so edel wollen wir doch nicht sein. Ein Sieg und drei Punkte wären uns lieber gewesen.

Am Freitag, 6. November, ist Arminia Bielefeld zu Gast im Ronhof. Ich sage nur: Da trifft Sebastian Mielitz im einen Tor auf den Ex-Fürther Wolfgang Hesl im anderen. Das wird spannend!

Das wird ein spannender Freitagabend!

Fortuna Düsseldorf heißt der nächste Gegner der Spielvereinigung am 13. Spieltag kommenden Freitag. Eben diese Mannschaft wurde gestern Abend im DFB-Pokal kräftig abgewatscht. Von wem? Ausgerechnet vom 1. FC Nürnberg! Der Club ist bekanntlich in dieser Saison kaum besser oder schlechter als das Kleeblatt. Aber das 5:1 gegen Fortuna Düsseldorf lässt aufhorchen.
Man sagt ja oft, dass Pokalspiele ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten haben. So auch gestern: Da gewinnt die Bundesliga-Aufsteigertruppe SV Darmstadt mit 2:1 gegen das Urgestein Hannover 96. Und der Regionalligist SpVgg Unterhaching katapultiert den zielstrebigen RasenBallsport Leipzig locker mit 3:0 aus dem weiteren Pokalgeschehen.

Am Freitag steht fürs Kleeblatt also die Zweitliga-Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Interessant wird es vor allem auch, weil drei ehemalige Akteure der Spielvereinigung das Kleeblatt in der Esprit-Arena empfangen. Allen voran der aktuelle Trainer der Düsseldorfer, Frank Kramer, der im Februar 2015 nach zwei Spielzeiten als Kleeblatt-Cheftrainer beurlaubt und durch seinen Vorgänger Mike Büskens ersetzt wurde. Dann der jetzige Sportdirektor der Düsseldorfer, Rachid Azzouzi, der als Spieler und Sportmanager bei der SpVgg arbeitete. Außerdem wird es am Freitag vermutlich zum Wiedersehen mit Sercan Sararer kommen, der zwischen 2008 und 2013 bei 115 Profi-Einsätzen fürs Kleeblatt auflief und dabei 25 Tore für seinen Verein erzielte.

Also: Die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf ist am Freitag nach der Pokalschlappe geschwächt und frustriert. Das Kleeblatt ist nach seinem 1:0-Sieg gegen den TSV 1860 München hochmotiviert. Seit 1929 kam es zu insgesamt 20 Duellen zwischen der SpVgg und Fortuna Düsseldorf. Mit sechs Kleeblatt-Siegen, sechs Unentschieden und acht Erfolgen für die Düsseldorfer ist die Bilanz nahezu ausgeglichen. Allerdings konnte die Spielvereinigung aus den letzten drei Aufeinandertreffen mit den Fortunen sieben Punkte mitnehmen. Da müsste also ein Fürther Sieg auf jeden Fall drin sein!

Trainerentscheidung endlich gefallen: Ruthenbeck kommt

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenDie Nachfolge von Mike Büskens hat sich als Zitterpartie gestaltet, doch jetzt ist die Trainerfrage bei der Spielvereinigung in trockenen Tüchern: Der neue Coach heißt Stefan Ruthenbeck. Der Weg des 43-Jährigen vom VfR Aalen ist freigeworden, weil die Aalener am Donnerstag Peter Vollmann als neuen Trainer präsentierten. Sowohl Ruthenbeck als auch sein bisheriger Co-Trainer Michael Schiele erhalten in Fürth einen Zweijahresvertrag.

Kleeblatt-Präsident Helmut Hack musste sich nach dem „Beinahe-Abstieg“ der SpVgg schon einiges an Kritik gefallen lassen, weil die Trainerentscheidung gar so lange auf sich warten ließ. Die Verhandlungen mit den Verantwortlichen beim Zweitligaabsteiger VfR Aalen waren – so Hack – schwierig. In der Pressemitteilung der SpVgg ist das so zu lesen:

„Ich habe mit Aalens Präsidenten Berndt-Ulrich Scholz in den vergangenen Wochen zahlreiche telefonische Unterredungen geführt. Es war für beide Seiten nicht leicht, eine Lösung zu finden, mit der beide am Ende leben können. Es war ein langer Weg, auf dem viel Geduld und Fingerspitzengefühl notwendig war.“

Der gebürtige Kölner Ruthenbeck übernimmt schon am 22. Juni das Training beim Kleeblatt. Er freue sich auf die Arbeit beim Kleeblatt, sagt Ruthenbeck, der zwei Jahre lang die Zweitligamannschaft des VfR betreut hat, den Abstieg in der abgelaufenen Saison aber nicht verhindern konnte. Er hatte den Trainerjob in Aalen für die Saison 2013/14 übernommen, als Ralph Hasenhüttl zurückgetreten war. Zuvor war er Coach der U23 und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Ich habe mal ein wenig recherchiert: Stefan Ruthenbeck ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Linz am Rhein. Bevor Ruthenbeck mit seinem Wechsel nach Aalen die Trainertätigkeit zum Hauptberuf machte, war er 17 Jahre lang als Chemikant bei einem Chemie-Unternehmen in Königswinter tätig. In seiner Freizeit hört er gerne Heavy Metal.

Als Nachfolger von Mike Büskens wird es Ruthenbeck hier in Fürth erst mal nicht leicht haben. Denn Büskens, der mit dem Kleeblatt den Bundesliga-Aufstieg geschafft hatte, ist für viele Fans nach wie vor der „Coach der Herzen“. Obwohl – und damit hat Büskens einiges von seinem Nimbus eingebüßt: Den Abstieg in die Dritte Liga konnte er nach 12 Spielen, die er nach der Entlassung von Frank Kramer seit Februar geleitet hat, nur mit der Schützenhilfe anderer Vereine verhindern.
Die Weichen beim Kleeblatt werden jetzt neu gestellt, hoffen wir auf eine erfolgreiche Saison 2015/16!

Mike Büskens geht – wer kommt?

RB Leipzig - SpVgg Greuther FürthGanz ehrlich: Ich kann Mike Büskens verstehen. Gestern Abend hat er die Spielvereinigung darüber informiert, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Wie ich finde, eine nachvollziehbare Entscheidung. Er kam am 23. Februar für Trainer Frank Kramer nach Fürth, dem es einfach nicht gelungen war, das Kleeblatt zum Siegen zu bringen. Der „Aufstiegsheld“ von 2012 sollte die Spielvereinigung vor dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga bewahren. Das ist am vergangenen Wochenende trotz der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig auch gelungen.

Aber reden wir nicht um den heißen Brei herum: Frank Kramer ist ein guter und effektiver Coach (er betreut ab der neuen Saison 2015/16 Fortuna Düsseldorf), und auch Mike Büskens versteht sein Handwerk. Dass sein Team bei 12 Spielen unter seiner Regie nur zwei Siege einfahren konnte – das ist mit Sicherheit nicht die „Schuld“ des Trainers.

Die Krux bei der Spielvereinigung hat zwei Gründe: Präsident Helmut Hack definiert den Verein zum einen als Ausbildungsstätte, d.h. junge Spieler, die hier ausgebildet und aufgebaut werden, werden umgehend verkauft. Mit ihnen kann der Kleeblatt- Trainer nicht rechnen. Und zweitens: Helmut Hack ist stolz auf seine ausgeglichene finanzielle Bilanz. Dass man einfach, um sich in der Zweiten, noch gravierender: Ersten Bundesliga zu behaupten, als Verein tiefer in die Tasche greifen muss, das hört Hack nicht gerne. Seit dem Ausfall von Ilir Azemi und der nicht allzu nachhaltigen Leistung des Fürther Angriffs war spätestens nach der letzten Winterpause klar: Das Kleeblatt brauchte dringend einen guten, draufgängerischen Stürmer, um das zu machen, worauf es unterm Strich ankommt: Tore zu schießen.

Mike Büskens ging das Geeiere in den letzten drei Monaten mit drohendem Abstieg in die Dritte Liga sicher an die Nieren und auf die Nerven. Er hat jetzt seine Konseqenzen gezogen. Vor drei Jahren – als es nach dem Aufstieg in die Bundesliga unsicher war, ob Büskens seinen Vertrag beim Kleeblatt verlängern wird – habe ich in unserem Blog eine Art Brief an seine Frau geschrieben, in dem ich alles für Fürth in die Waagschale geworfen habe. Dieses Mal mache ich das nicht, denn ich kann Büskens verstehen. Freie Trainerstellen gibt es im deutschen Profi-Fußball im Moment ja genug. In einer Presseinformation des Vereins wird Büskens mit folgenden Worten zitiert: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass das Engagement auf zwölf Spiele ausgelegt war. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern und Fans für die fantastische Unterstützung in dieser schweren Zeit bedanken und wünsche der Spielvereinigung eine erfolgreiche Saison 2015/2016.“

Wer als Büskens-Nachfolger nach Fürth kommen wird? Favorit für den Posten soll Stefan Ruthenbeck sein, der mit dem VfR Aalen in die Dritte Liga abgestiegen ist. Bestätigen will man die Gerüchte bei der SpVgg nicht, Manager Michael Mutzel erklärte anlässlich des Büskens-Abschieds: „Wir werden nun intensive Gespräche führen und sind zuversichtlich, dass wir zeitnah den Nachfolger vorstellen können.“ Na, dann nur zu!

Büskens in Frank Kramers Fußstapfen – und umgekehrt

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDie Meldung kam nicht mehr überraschend: Der ehemalige Kleeblatt-Coach Frank Kramer übernimmt ab 1. Juli 2015 offiziell den Trainerjob bei Fortuna Düsseldorf. Sofern er erfolgreich arbeitet – und davon gehen wir mal aus! – könnte er in der kommenden Saison den rheinischen Verein zurück in die Fußball-Bundesliga führen. Der 42 Jahre alte (ehemalige Gymnasial- und) Fußball-Lehrer wird bereits morgen – Mittwoch um 12 Uhr – in Düsseldorf vorgestellt. Kramer tritt die Nachfolge des ebenfalls am 23. Februar beurlaubten Cheftrainers Oliver Reck sowie Interimscoach Taskin Aksoy an. Die Vertragsdauer und weitere Details will der Verein erst morgen bekanntgeben.
Fortuna Düsseldorf ist kurioserweise ja der Verein, zu dem der aktuelle Trainer des Kleeblatts – Mike Büskens – eine ganz besondere Beziehung hat. Nach seiner Beurlaubung in Fürth im Februar 2013 hatte er ab der Saison 2013/14 Fortuna Düsseldorf als Coach übernommen. Allerdings war ihm das Glück nicht hold: Am 30. November 2013 wurde er „nach einer Analyse der aktuellen sportlichen Situation“ beurlaubt.

Frank Kramer war zum Unverständnis vieler Kleeblatt-Fans am 23. Februar dieses Jahres nach knapp zwei Jahren bei der SpVgg freigestellt worden. War er nur ein Bauernopfer? Wollte man mit seiner Entlassung von der eigentlich Krux bei der Spielvereinigung – nämlich dem schwachen Sturm – ablenken? Mit dem Trainerwechsel hofft man (nach wie vor), endlich vom schlechten Tabellenplatz im unteren Drittel der Zweiten Liga wegzukommen. Bislang ohne Erfolg.

Der frühere Fußball-Profi Frank Kramer hatte seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer 2012 als Lehrgangsbester abgeschlossen. In Fürth war er bis zu seinem Weggang hochgeschätzt, er leistete anerkannt gute Arbeit, auch wenn er den schlechten Leistungen der Spielvereinigung in dieser Saison nicht viel entgegenzusetzen hatte. Sein sicher größter Erfolg war in der Saison 2013/2014 der 3. Platz des Kleeblatts in der 2. Liga. Die Spielvereinigung scheiterte jedoch – fast schon tragisch – in der Relegation am Hamburger SV. Ob Frank Kramer mit Fortuna Düsseldorf mittelfristig die Rückkehr in die Bundesliga gelingen wird? Ich wünsche es ihm. Spannend wird es auf jeden Fall am 3. Mai: Am 31. Spieltag trifft die SpVgg zu Hause auf Fortuna Düsseldorf. Die stehen aktuell auf dem 7. Tabellenplatz. Das wird ein heißer Ritt im Ronhof, wetten?

Wieder nix!

Die Hoffnung von Greuther-Weib Kiki hat sich leider nicht erfüllt: In ihrem Blog-Beitrag von gestern hatte sie ein Foto von Mike Büskens und Mirko Reichel zu positiv interpretiert. Wenn die Beiden heute tatsächlich am Ende der Partie gegen den VfR Aalen synchron auf die Anzeigentafel geblickt haben, dürften sie wenig Begeisterung empfunden haben. Ein mageres 1:1-Unentschieden des Kleeblatts gegen den im Augenblick auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga liegenden Verein war mit Sicherheit nicht das, was der  nach Fürth zurückgeholte ehemalige Erfolgstrainer als Ergebnis sehen wollte.

FanlanglaufUnd wir, die Fans der Spielvereinigung, schon gar nicht!!! Die Mannschaft hat heute in der Aalener Scholz-Arena wieder nicht gezeigt, was in ihr steckt. Dass das Spiel vor fast leeren Zuschauer-Rängen über die Bühne ging, wundert mich im Nachhinein nicht im Geringsten. Man könnte seine Zeit an einem freien, recht sonnigen Samstagnachmittag im März weitaus sinnvoller nutzen – zum Beispiel so wie auf nebenstehendem Foto: mit Langlauf-Skiern auf traumhaften Loipen. Das Bild ist vor gut zwei Wochen während des Winterurlaubs in Ramsau am Dachstein entstanden, über den Kiki auch schon gepostet hat. In Weiß-Grün habe ich am Fuße des Dachsteins Werbung für unseren Verein und unser Fürth gemacht und nach dem Fußball-Krimi gegen den FC St. Pauli voller Zuversicht die kommenden Begegnungen der SpVgg erwartet.

Inzwischen gab es den Trainerwechsel von Kramer zu Büskens, der mich ebenfalls sehr optimistisch auf die nächsten Wochen schauen ließ. Denn so sehr ich Frank Kramers Qualitäten als Coach des Kleeblatts geschätzt habe – in einer mehr als schwierigen Situation bei der Übernahme des Tranerjobs hat er Zufriedenstellendes geleistet -, so sehr habe ich bei ihm das Temperament von Mike Büskens vermisst. Ich halte ihn einfach für jemanden, der ein Team mehr mitreißen und motivieren kann. Und für uns Fans gibt es mit ihm am Spielfeldrand immer wieder unterhaltsame Momente, wenn er mal aus der Haut fährt und ein anderes Mal begeistert jubelt. Zu Letzterem hatte er heute zunächst ja durchaus einen Grund, als Niko Gießelmann in der 17. Minute in Aalen das verdiente 1:0 gegen die Baden-Württemberger schoss.

Doch im Anschluss tendierte die Begegnung zu einem seicht dahinplätschernden, meist ziemlich langweiligen Spiel ohne jeden Höhepunkt. Schlimmer noch: Der Eindruck drängte sich auf, dass das Team nach dem Führungstreffer erst mal selbstzufrieden die Hände in den Schoß legte. Vor der Halbzeitpause brachten die Fürther nichts Nennenswertes mehr zustande. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel bitter rächen, als die Aalener noch einmal auftrumpfen konnten und Quaner in der 68. Minute der Ausgleich gelang. Übrigens nach einem Patzer von Torwart Wolfgang Hesl, dessen Tag das heute definitiv nicht war. Als in der Schlussphase obendrein noch Stephan Schröck Gelb-Rot sah und den Platz verlassen musste (87.), schwanden meine Hoffnungen dahin – und die der meisten anderen Fans wohl auch. Der für Tripic eingewechselte Florian Trinks konnte auch nichts mehr reißen, obwohl die wie immer souveräne Unparteiische Bibiana Steinhaus vier Minuten Nachspielzeit draufgab.

Mit dem mageren Remis belegt das Kleeblatt nun Rang 13 in der Tabelle und muss am Freitag, den 13. (!) , wieder ran. Mit dem TSV 1860 München trifft die Spielvereinigung im Ronhof auf einen Gegner, der ihr schon in der Vergangenheit einiges Pech brachte. Man denke nur an die völlig unnötige Niederlage von Fürth gegen die 1860er in der vergangenen Saison, die dazu geführt hat, dass das Kleeblatt nicht direkt in die Erste Liga aufsteigen konnte, sondern in die Relegation musste. – Oder bringt Freitag, der 13., der Spielvereinigung das längst verdiente Glück eines Heimsiegs? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Mike und Mirko: Worauf deuten sie wohl?

Das Spiel des Kleeblatts am vergangenen Freitag gegen den FC Kaiserslautern war das erste Spiel mit dem neuen/alten Coach Mike Büskens. Trainer und ihr Verhalten am Spielfeldrand zu beobachten – das ist immer besonders aufschlussreich und macht auch Spaß.
Frank Kramer stand meistens (im Winter mit schwarzem Anorak), er war eher der stoische, ruhige Trainer – der ab und zu aus der Haut gefahren ist. Vor allem bei ungerechten Schiedsrichter-Entscheidungen.
Mike Büskens sitzt neben seinem Co-Trainer und beobachtet das Geschehen auf dem Spielfeld mit Konzentration. Früher war er aufbrausend und nahm seiner Mannschaft gegenüber kein Blatt vor den Mund. Bei seiner Premiere letzte Woche ließ er es erst mal gelassen angehen. Trotz der 1:2-Auswärtsniederlage blieb er auf dem Teppich. Interessant ist, wie er offenbar permanent die Aktionen seiner Spieler analysiert und kommentiert. Und Co-Trainer Mirko Reichel notiert alles fleißig. Dass beide sich gut verstehen und offenbar aus einem Guss sind, dokumentiert unser Foto: Büskens und Reichel zeigen synchron auf irgendetwas. Eine tolle Momentaufnahme!
Hoffen wir mal, dass die Beiden morgen – bei der Begegnung gegen den VfR Aalen – auch gleichzeitig auf etwas deuten. Nämlich nach dem Abpfiff auf die Stadiontafel, wo ein Sieg der Spielvereinigung zu sehen ist!

Mike Büskens ab sofort wieder Kleeblatt-Coach

Viele haben es kommen sehen, trotzdem ist es ein Paukenschlag beim Kleeblatt: Die SpVgg hat Mike Büskens nach Fürth zurückgeholt und Trainer Frank Kramer beurlaubt. Das hat die sportliche Führung dem 42-Jährigen gestern Abend in einem Gespräch mitgeteilt. Präsident Helmut Hack kommentiert auf der Vereins-Website die Entscheidung so:

„Wir bedanken uns bei Frank für seinen stets vorbildlichen Einsatz. Er hat das Amt bei uns in einer schwierigen Situation übernommen und nach dem Abstieg einen großen Anteil an unserer erfolgreichen letztjährigen Saison. Allerdings können wir auch nicht die Augen vor der Entwicklung der letzten Monate verschließen. Wir haben nur einen Sieg in den letzten zehn Spielen erreicht und gerade zuhause unseren Fans seit sechs Begegnungen kein eigenes Tor mehr schenken können.“
Und Michael Mutzel, Direktor Profifußball, ergänzt: „Nach dem Spiel gegen Sandhausen schwand in uns die Hoffnung, dass wir in den kommenden Partien die Abwärtsspirale durchbrechen können. Die Entscheidung ist uns menschlich nicht leicht gefallen, wir müssen aber im Sinne des Vereins denken und handeln.“

Dass der ehemalige Fürther Coach Mike Büskens das Traineramt mit sofortiger Wirkung übernimmt, dürfte viele überraschen. „Wir hoffen, dass wir durch den Trainerwechsel eine positive Entwicklung in Sachen Leidenschaft und Emotionalität in der Mannschaft bewirken können,“ so Helmut Hack. Mike Büskens erhält beim Kleeblatt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015.  Schon heute Nachmittag wird Büskens zum ersten Mal das Training beim Kleeblatt leiten. Der 46-Jährige war im Februar 2013 nach dem Aufstieg in die Bundesliga und einer verkorksten Saison, die den Abstieg in die Zweite Liga zur Folge hatte, entlassen worden. Er freut sich auf die Rückkehr nach Fürth: „Wir haben hier gemeinsam tolle Momente erlebt und dem Verein gehört ein großer Teil meines Herzens. Ich werde alles dafür tun, damit wir uns ganz schnell aus dieser Situation befreien und wieder erfolgreichere Zeiten unserer Spielvereinigung erleben.“

Ich bin gespannt, ob Mike Büskens die Mannschaft aus dem sportlichen (und mentalen?) Tief herausreißen kann. Meiner Absicht nach hat Frank Kramer seine Sache sehr gut gemacht. Er ist pragmatisch und konsequent und hat es verstanden, das Potenzial im Team zu erkennen und zu fördern. Sein Pech war die große Fluktuation und die vielen Verletzungen der Spieler nach der vergangenen Saison, in der die SpVgg ja nur ganz knapp in der Relegation den Wiederaufstieg verpasst hat.

Heimniederlage nach Gedenkminute für Sascha

SpVgg Greuther Fürth - FC IngolstadtTraurig fing das erste Rückrundenspiel des Jahres 2015 im Fürther Ronhof an: Eine Schweigeminute für Sascha L. vereinte die Spieler beider Mannschaften und alle Zuschauer. Sie gedachten des Verbrechens, das in der Nacht zum vergangenen Sonntag bei der U-Bahn-Haltestelle Jakobinenstraße passiert war: der Tod des 28-jährigen Sascha. Bei einem offenbar belanglosen Streit wurde er durch eine Messerattacke getötet. Er war treuer Fan der Spielvereinigung gewesen, hatte eine Dauerkarte und war zu fast allen Auswärtsspielen gefahren. Das Kleeblatt-Team spielte heute für Sascha mit Trauerflor.
Die Partie bei eisigen Temperaturen begann hektisch. Relativ schnell war klar, dass der Tabellenführer – der 1. FC Ingolstadt –  zwar nicht dominierte, aber auf keinen Fall schwach agierte. Am Spielfeldrand rotierten der Trainer der „Schanzer“, der Ex-Fürther Ralph Hassenhüttl, und der Fürther Coach Frank Kramer. Ihm hätte eine weiß-grüne Boshimütze von Julian bestimmt noch besser gestanden als das schwarze Modell auf seinem Kopf.
Egal, in der 30. Minute kam der völlig unnötige 1:0-Treffer der Ingolstädter. Keeper Wolfgang Hesl reagierte zu behäbig, und der relativ lasche Ball von Pascal Groß ging ins Fürther Tor. Die Kleeblätter wirkten nicht überzeugend, sie machten vielmehr oft einen eher hilflosen Eindruck.
Halbzeitpause zum Relaxen und Aufwärmen für die gut 9000 Zuschauer im Stadion am Laubenweg. Diese Winterspiele bestechen oft durch frostige Temperaturen und haben dadurch besonderen Charme. Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit keimte bei den Fürther Zuschauern die Hoffnung auf, dass die SpVgg vielleicht das Ruder herumreißen könnte. Denn das Geschehen spielte sich zunehmend im Strafraum der „Schanzer“ ab, aber die wenigen guten Chancen konnten die Kleeblätter nicht in ein Unentschieden verwandeln.Was auch nach dem Trainingslager im türkischen Belek und trotz des Engagements von Sebastian Freis der Spielvereinigung immer noch fehlt, sind Ideen. Der Angriff ist zu durchschaubar und ohne Verve, selten gelingt ein Abschluss wie der in der 60. Minute von Florian Trinks. Er schoss allerdings knapp am Ingolstädter Tor vorbei.

Klar, gegen den Tabellenführer zu gewinnen, das wäre zu schön, um wahr zu sein. Aber wie sagte unser Fischhändler auf dem Fürther Wochenmarkt heute so treffend: Eigentlich könnte man gegen so einen Gegner locker aufspielen, ohne jeden Druck. Aber diese Coolness, die hatte das Kleeblatt eben nicht. Die nächste Begegnung findet am Rosenmontag, 16. Februar, in Hamburg statt. Da tritt die SpVgg gegen den momentanen Tabellenletzten, den FC. St Pauli an.

Ein Schritt in die richtige Richtung!

Das war ein wirklich spannendes Fußballspiel: Gestern musste das Kleeblatt gegen den Tabellenzweiten – Fortuna Düsseldorf – auswärts ran, und schon vorab waren viele Fans und Journalisten skeptisch, wie man sich wohl gegen diese Mannschaft würde behaupten können. Denn die hatte es sich fest vorgenommen, mit einem Sieg die Spitze der Zweiten Liga zu erklimmen.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthAber: Die Spielvereinigung hat es den Nordrhein-Westfalen schwer gemacht, die Partie ging unentschieden 3:3 aus. Spielerisch kehrten die Kleeblätter mal wieder zu ihren „alten Form“ zurück. Offenbar ist es Coach Frank Kramer doch gelungen, die Stammakteure und neuen Spieler in den letzten Wochen zu motivieren und ihnen klar zu machen, wie man auch einen schwierigen Gegner knacken kann. Kramer hat nach wie vor mit vielen Verletzten zu kämpfen, gestern fehlte noch dazu Motor Stephan Schröck (Gelb-Sperre). Aber – wie es manchmal eben so ist -, ich hatte den Eindruck, sein Fehlen hat seine Mitspieler noch mehr angespornt.

Das erste Tor der Düsseldorfer kam überraschend in der 10. Minute durch einen katastrophalen Abwehrfehler: Marco Caligiuri spielte einen für Wolfgang Hesl völlig unerwarteten Querpass zurück zum Fürther Keeper. Konfusion, Hesl prallte mit Joel Pohjanpalo zusammen. Schiedsrichter Dr. Jochen Drees ließ weiter laufen, und Benschop schoss ins leere Tor zum 1:0. Kurze Überraschungsphase beim Kleeblatt, aber Tom Weilandt zirkelte drei Minuten später einen Freistoß sieben Meter vor das Tor, wo Niko Gießelmann akkurat ins rechte Eck zum 1:1 einköpfte.
Das nächste Tor für die SpVgg sollte dann erst in der 54. Minute fallen. Robert Zulj gelang ein schönes Kopfballtor (Foto). Und ab diesem Moment hatten die Kleeblätter spürbar Spaß am Fußball und dominierten Düsseldorf. Bis 13 Minuten vor Spielende, als Pohjanpalo den Ausgleich schaffte. Und es sollte noch schlimmer kommen: Wolfgang Hesl, der ja gestern nach seinem Mittelhandbruch zum ersten Mal wieder im Fürther Tor stand, unterlief ein fataler Fehler, als er Charlison Benschop im eigenen Strafraum umräumte. Natürlich: Elfmeter für Fortuna, den Benschop souverän verwandelte. Aber dann zeigte das Kleeblatt einfach Courage und hatte das nötige Quäntchen Glück: Eine Flanke von Przybylko von rechts ließ Wurtz für Robert Zulj durch, der dann mit einem direkten Schuss aus elf Metern zum 3:3 einlochte.

Fazit: Ein schöner Fußballabend, an dem das Kleeblatt im Vergleich zu den letzten Wochen wie ausgewechselt wirkte. Kapitän Wolfgang Hesl ist zwar ein „Fels in der Brandung“, aber gestern unterliefen ihm zu viele Fehler. Eigentlich war er an allen drei Gegentoren nicht ganz unschuldig. Schon am kommenden Freitag, 28. November, empfängt die Spielvereinigung um 18.30 Uhr den 1. FC Heidenheim im „Stadion am Laubenweg“. Der steht aktuell auf dem vierten Platz der Zweitliga-Tabelle. Also: Wieder eine harte Nuss fürs Kleeblatt. Die allerdings auch zu knacken sein müsste!