Von Eiern und Pferdeschwänzen

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Für uns Greuther-Weiber wird auch diese „Kleeblattfreie“ Zeit nicht langweilig. Heute beginnt die achte Fußball Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich, die bis zum 7. Juli 2019 dauert. Das Ansehen von Frauenfußball in der Bevölkerung ist ja leider nach wie vor nicht so groß wie das der Männer. Das hat sich auch in den letzten Jahren – obwohl die Deutsche Frauen-Nationalmannschaft zwei Mal Weltmeister (2003 und 2007) und acht Mal Europameister wurde – wenig geändert.

Witzig und mutig finde ich den Spot der Commerzbank (Werbepartner der deutschen Frauen-Nationalmannschaft), mit dem das Frauenteam auf die Frankreich-WM aufmerksam macht: „Dass wir drei Mal Europameisterinnen waren, weißt du schon, oder?! Nicht? Stimmt, es waren ja auch acht Mal. Beim ersten Titel gab’s dafür ein Kaffeeservice„, kommentieren die Sportlerinnen selbstironisch. „Aber weißt du was? Wir brauchen keine Eier, wir, wir haben Pferdeschwänze“, heißt es weiter im Video. Eine provokante Aussage, die garantiert im Gedächtnis bleibt. Zum ersten Mal lief der Spot übrigens am Dienstagabend vor der Tagesschau.

Favorit ist das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg leider nicht, sondern die USA. Das Team dominiert seit Jahren – und ist auch Titelverteidiger. Bei der Heim-WM 2011 schieden die DFB-Frauen schon im Viertelfinale aus. Der Kader hat einen Umbruch hinter sich. Der größte Star ist allerdings immer noch dabei: Angreiferin Dzsenifer Marozsán.

Die Frauen Fußball-WM startet heute mit dem Duell des Gastgebers Frankreich gegen Südkorea (21 Uhr). Die deutsche Mannschaft trifft morgen um 15 Uhr auf die Volksrepublik China. Das Finale findet am 7. Juli im Stadion des französischen Meisters und Champions-League-Siegers Olympique Lyon statt. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden im Wechsel auf den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen, hinzu kommen noch ausgewählte Partien anderer Nationen.

Weitere Infos zur Fußball-WM der Frauen findet Ihr auf der Website der FIFA.

Jetzt geht der Ernst des Lebens wieder los

Atlantik_2015Auch Greutherweiber fahren mal in den Urlaub. Dieses Jahr in die Charente-Maritime, einer wunderschönen Region auf der Westseite Frankreichs am Atlantik: La Rochelle, Rochefort, die Ile de Ré. Leider hatte ich nicht bedacht, dass sich meine Rückfahrt mit der Saisoneröffnung der Spielvereinigung am vergangenen Samstag überschneidet. Ein netter Kollege war im Stadion und hat das Bloggen übernommen. Danke!
Frankreich ist – obwohl die Nationalmannschaft, die „Equipe Tricolore“ – bei Fußball-Weltmeisterschaften auch schon sehr erfolgreich war, gerade im Westen und Süden eher eine Hochburg des Rugby. Da geht es brutal zu, nicht jedermanns Geschmack. Auf der Ile d’Oléron, wo mein Foto entstand, gibt es kein größeres Stadion, hier ist alles ruhig und entspannt. Der Leuchtturm „Phare de Chassiron“ (das Wahrzeichen der Insel) ist zu meinem Leidwesen leider nicht weiß-grün, sondern weiß-schwarz gestreift.

Jetzt stelle ich mich also wieder voll und ganz auf das Fürther Kleeblatt ein. Die neue Mannschaft samt Trainer Stefan Ruthenbeck steht. Das erste Spiel in der Zweiten Liga hat die SpVgg – wenn auch erst auf den letzten Drücker – mit 1:0 gewonnen. Immerhin, Partien gegen den Karlsruher SC sind immer schwer, und manche – für einen Aufstieg in die Bundesliga entscheidende – Begegnung mit diesem Verein konnte das Kleeblatt in der Vergangenheit nicht für sich entscheiden.

Traurig war nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub die Nachricht einer sehr guten Freundin, dass ihr Vater völlig überraschend verstorben ist. Mit ihm haben wir Greuther-Weiber so manches interessante Gespräch über die Spielvereinigung geführt. Er war immer bestens informiert und hat die sportlichen Leistungen kritisch, aber wohlwollend kommentiert. Und: Er war Ehrenmitglied des Vereins. Im zarten Alter von 13 Jahren trat er 1949 dem Verein bei und gehörte ihm 66 Jahre lang, bis zu seinem Tod, an. Das nenne ich Treue! Er wird uns Greutherweibern fehlen.