Frauenfußball hat’s immer noch schwer

Freundschaftsspiel Deutschland – Brasilien 2015 im Fürther Ronhof (Foto: Sportfoto Zink)

Wir Greuther-Weiber denken gerne an das Spiel im Fürther Ronhof im April 2015 zurück, als die deutsche Frauen-Nationalmannschaft die Cracks aus Brasilien souverän mit 4:0 besiegte. Das Stadion war mit 15.000 Zuschauern toll besucht – eine Super-Kulisse.

Aber: Frauen und Fußball – das ist immer noch ein Thema, über das sich trefflich und hitzig diskutieren lässt. Frauen spielen in den gleichen Ligen wie ihre männlichen Kollegen und nach den gleichen Regeln. Trotzdem galt Frauenfußball lange Zeit als moralisch verwerflich, man sprach darüber voller Vorurteile, nach wie vor kämpft er in vielen Ländern um gesellschaftliche Anerkennung. Frauen, die Fußball spielen – das wurde nicht gerne gesehen. Man erachtete den Sport als „gefährlich für die Gesundheit der Frauen“. Fußball wurde verdächtigt, die „Maskulinisierung“ und Emanzipation dieser Damen zu fördern.

Die Frauen-Bundesliga wurde 1989 in Deutschland eingeführt. Seitdem wachsen Akzeptanz und Zuschauerzahlen stetig. 1989 gewann die deutsche Nationalmannschaft die Europameisterschaft – als Siegprämie erhielt jede Nationalspielerin ein Kaffeeservice! 2003 wurde das deutsche Frauen-Nationalteam in den USA Weltmeister und erstmals in Deutschland zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt. 2007 konnte sie den WM-Titel unter der Trainerin Silvia Neid in China verteidigen. Für den Weltmeistertitel gab es pro Spielerin immerhin eine Prämie von 50.000 Euro. Seit ihrer Teilnahme an der Europameisterschaft 1989 errang die deutsche Frauennationalmannschaft (bis auf 1993 und 2017) durchgehend den Titel des Europameisters.

Klar, die Profispielerinnen verdienen nur einen Bruchteil ihrer männlichen Kollegen. Woran liegt das? Die Kickerinnen erhalten wesentlich weniger Aufmerksamkeit als ihre männlichen Kollegen. Fernsehgelder, Sponsoring-Verträge und Kartenverkäufe – bei keiner dieser Einnahmequellen kann der Frauenfußball mit dem Herrensport mithalten. Als Spitzenverdienerin gilt z.B. Dzsenifer Marozsán (2016 bis Anfang 2019 Spielführerin der Nationalmannschaft): Bei ihrem französischen Club Olympique Lyon soll sie mehr als 10.000 Euro im Monat verdienen. Ein gutes Stück unterhalb dessen, was männliche Drittligaspieler in Deutschland bekommen. Im Schnitt verdienen Bundesliga-Spielerinnen in Deutschland auch heute noch weniger als 1000 Euro im Monat. Deshalb arbeiten viele Spitzenspielerinnen neben ihrer Fußballkarriere, einige sogar in Vollzeit. Weil man sich mit Frauenfußball eben keine Existenz sichern kann. Und so besteht ihr Leben neben dem täglichen Training aus Ausbildung, Studium und Arbeit.

Insgesamt muss man sagen, der Frauenfußball erhält noch lange nicht die Anerkennung, die ihm gebührt, trotz spannender und qualitativ anspruchsvoller Begegnungen. Und trotz weiblicher Schiedsrichterinnen wie Bibiana Steinhaus, die inzwischen Bundesliga- und DFB-Pokalspiele der Herren leitet. Bewundernswert ist auf jeden Fall der Enthusiamus der Spielerinnen.
Vom 7. Juni bis 7. Juli 2019 findet die FIFA Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich statt. Mit der neuen Trainerin Martina Voss-Tecklenburg wird es der deutschen Nationalmannschaft bestimmt gelingen, erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen bei der WM in Russland zu sein. Und dann ist Frauen-Fußball auch in Deutschland wieder Tagesgespräch. Wir drücken die Daumen!

 

Kleeblatt: Profis und Mädels müssen fighten

Zwei entscheidende Spiele haben sie noch vor sich, die Kleeblätter. Am 6. und 13. Mai geht’s ums Ganze, da wird sich zeigen, ob man absteigen muss oder nicht. Ich schreibe hier allerdings nicht (nur) über die Profi-Herren, die nach der blamablen 0:3-Niederlage beim FC St. Pauli auf dem Relegationsplatz liegen. Nein, Parallelen gibt es auch zur Kleeblatt-Frauenfußballmannschaft: Die existiert seit der Saison 2009/10. Die Mannschaft stieg zur Saison 2014/15 in die Bayernliga auf. Und im Juni 2017 konnte sich das Team durch ein 0:0 gegen den TSV Frickenhausen den Titel des Bayerischen Meisters und damit verbunden den Aufstieg in die Regionalliga Süd – der dritthöchsten Spielklasse im Frauenfußball – sichern. Und da rangieren die Kleeblatt-Frauen jetzt mit 21 Punkten auf dem 12. Rang von insgesamt 14 Teams. Immer mal wieder haben wir in unserem Greuther-Weiber-Blog ja über das Damen-Team geschrieben.
Wie bei den männlichen Profis stehen noch zwei Spiele für die Damen um Coach Kevin Schmidt auf dem Programm: am 6. Mai gegen Schwaben Augsburg. Und dann am 13. Mai das letzte Heimspiel auf dem Hans-Lohnert-Sportplatz – ausgerechnet gegen den 1. FC Nürnberg. Die Club-Frauen liegen aktuell auf Tabellenplatz fünf.

Zu besonderen Ehren kamen die Kleeblatt-Mädels nach dem letzten Spiel gegen den FC Sand II: Auf der Website fupa.net wird nach jedem Spieltag die „Elf der Woche“ gekürt. Und da ist nach dem 24. Spieltag das Kleeblatt Sabrina Schroll zu finden (Foto: screenshot der Website). Die 24-jährige Stürmerin mit der Rückennummer 9 hat mit ihrem Tor wesentlich zum 2:1-Sieg beigetragen. In 19 Begegnungen hat sie insgesamt fünf Tore geschossen.

Also, hoffen wir, dass nicht nur die Kleeblatt-Profis die Kurve in den beiden verbleibenden Spielen noch kriegen. Sondern dass auch die weiblichen Kleeblätter mit zwei Siegen ihren Verbleib in der Regionalliga Süd sichern können (die drei letztplatzierten Mannschaften steigen in die jeweilige Oberliga ab). Die Greuther-Weiber drücken auf jeden Fall alle Daumen!

Kleeblattmädels in Regionalliga aufgestiegen

Anfang Mai habe ich in meinem Blogbeitrag „Kleeblattmädels sind einfach topp“ über die tolle Saison der Frauenmannschaft der Spielvereinigung geschrieben. Sie hatten nur noch wenige Spiele vor sich, und es bestand die realistische Chance, aus der Bayernliga in die Regionalliga aufzusteigen. Seit dem vergangenen Samstag ist es klar: Das Team von Trainer Kevin Schmidt (auf dem Foto oben links) hat es geschafft. Am letzten Spieltag holten sich die Kleeblattmädels in der wenig spektakulären Partie gegen den TSV Frickenhausen ein 0:0. Dieses Unentschieden bescherte einen Punkt, der am Ende der Spielzeit 2016/17 die Entscheidung brachte. Die SpVgg verteidigte die Tabellenführung vor dem 1. FFC Hof und dem FC Forstern (der Abstand war zuletzt wie Schokoladen-Eis in der Sonne geschmolzen) und steigt als Bayerischer Meister in die Regionalliga des deutschen Frauenfußballs auf.

Die Greuther-Weiber freuen sich mit der Frauenmannschaft der SpVgg und gratulieren herzlich. Das kann dann also in der nächsten Saison spannend werden. Die Regionalliga ist die dritthöchste Spielklasse im deutschen Frauenfußball. Jeder der fünf DFB-Regionalverbände West, Nord, Nordost, Südwest und Süd unterhält eine eigene Regionalliga-Staffel. In der Reginalliga Süd befinden sich 14 Damenmannschaften, u.a. von Eintracht Frankfurt, dem FC Ingolstadt und dem 1. FC Nürnberg. Also: Es wird 2017/18 auf jeden Fall neben den Lokalderbys der beiden Profi-Herrenmannschaften in der Zweiten Liga auch Derbys zwischen dem weiblichen Kleeblatt und der Frauen- und Mädchenmannschaft des „Clubs“ geben. Prima!

Deutsche pfeift Champions-League-Finale

Bibiana Steinhaus ist für alle, die regelmäßig unseren Blog lesen, kein unbekannter Name. Die toughe Schiedsrichterin aus Hannover hat immer wieder Partien im Herrenfußball gepfiffen, bei denen auch das Team der Spielvereinigung mit auf dem Rasen stand (Foto: Dezember 2016 gegen Union Berlin). Sie ist die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele im Männerbereich leitet, darunter Spiele im DFB-Pokal sowie in der Zweiten und 3. Liga. In der Bundesliga wird sie von der DFL als sogenannte „4. Offizielle“ am Spielfeldrand eingesetzt. Auch bei den Frauen-Fußball-WMs 2011 und 2015 war sie Referée. Außerdem ist sie die erste Frau, die sowohl ein Finale bei einer Weltmeisterschaft als auch eines beim Olympischen Fußballturnier der Frauen geleitet hat.
Frau Steinhaus – im täglichen Leben Hauptkommissarin bei der Polizei Niedersachsen – hat jede Menge Sachverstand und eine integrative Art, wieder Ruhe bei hitzigen Diskussionen auf dem Spielfeld herzustellen. Dass sie sich auch bei prominenten Trainern durchzusetzen weiß, hat sie im kleinen Showdown mit Pep Guardiola gezeigt. Der war ihr bei einem Spiel zu nahe gekommen und hatte mit einer zu vertraulichen Geste den Unmut der Schiedsrichterin hervorgerufen.

Bibiana Steinhaus kommt demnächst wieder zu großen Ehren. Als Zeichen der Anerkennung wird sie das Frauen-Finale der Champions-League am 1. Juni 2017 ab 20.45 Uhr in Cardiff leiten. Dort treffen die beiden Frauenmannschaften von Olympique Lyon und Paris St. Germain im Endspiel aufeinander. Leider haben sich die Damenteams des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg nicht übers Viertelfinale hinaus qualifizieren können. Dafür hat sich der VfL Wolfsburg nach 2013 und 2014 am vergangenen Sonntag die dritte deutsche Meisterschaft im Frauen-Fußball gesichert.

Übrigens werden in diesem Jahr beide Champions-League-Endspiele – der Männer und der Frauen – von deutschen Schiedsrichtern geleitet (zum zweiten Mal nach 2007). Der europäische Fußball-Verband UEFA hat entschieden, dass der Münchner Unparteiiische Felix Brych im Finale zwischen Juventus Turin und Real Madrid am 3. Juni in Cardiff eingesetzt wird.

Kleeblattmädels sind einfach topp!

Die Spielzeit 2016/17 in der Zweiten Liga geht langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Das Kleeblatt hat sich offenbar auf den sechsten Tabellenplatz festgebissen, ein Rang besser wäre noch möglich, aber es stehen noch zwei Hardcore-Begegnungen – FC St. Pauli und Union Berlin – auf dem Programm.

In unserem Greuther-Weiber-Blog beleuchten wir nicht nur die Spielvereinigung aus weiblicher Sicht. Wir picken uns auch immer wieder Themen heraus, die sich im weitesten Sinne mit dem Kleeblatt und der Stadt Fürth beschäftigen. Eine Freundin fragte mich vor kurzem, wie sich eigentlich die Frauenmannschaft der SpVgg in dieser Saison macht. Ich kann ihr Postitives berichten: Die Mädels stehen in der Bayernliga auf dem 1. Platz! In bislang 18 (von 22) Spielen hat das weibliche Kleeblatt 16 Mal gewonnen, fuhr ein Unentschieden ein (am vergangenen Sonntag gegen den SV Thenried) und musste sich nur ein einziges Mal geschlagen geben (im Oktober, ebenfalls gegen die Thenriederinnen). Mit aktuell 49 Punkten rangieren sie mit zehn Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten. Da macht Trainer Kevin Schmidt wohl einen guten Job!

Vor drei Jahren (so lange ist das schon her) habe ich ja mal ein Spiel der Kleeblatt-Frauen besucht, in unserem Blog darüber geschrieben und war von ihrem Engagement und Können begeistert. Die Frauenfußballabteilung der SpVgg wurde 2009 gegründet und nimmt seit der Saison 2010/11 am Ligaspielbetrieb teil. Die 1. Mannschaft spielte zunächst Landesliga und stieg im Jahr 2013 in die Bayernliga auf. Sich in einer Sportart zu behaupten, die vor Jahren noch eine Männerdomäne war, das hat was. Übers Lokalderby gegen den Club ging es im Blog Ende April 2015. Wie gut, fair und hochklassig Frauen Fußball spielen, das konnte man als Zuschauer ja im April 2105 im Fürther Ronhof bewundern. Dort kam es zur Begegnung zwischen der Deutschen Frauennationalmannschaft und Brasilien. Das deutsche Team mit der damaligen Trainerin Silvia Neid hat in einer supertollen Zuschauer-Kulisse souverän mit 4:0 gewonnen.

Auf jeden Fall werde ich eines der letzten Spiele der Kleeblattfrauen in der Bayernliga besuchen. Das nächste Heimspiel fällt für mich vom Termin her leider flach, es findet am Sonntag, 21. Mai, um 15.30 Uhr statt. Da spielen zeitgleich die Kleeblattprofis zum letzten Mal in dieser Saison gegen Union Berlin im Ronhof. Also bleibt nur das Heimspiel am Pfingstsamstag, 3. Juni. Da empfangen die Kleeblatt-Mädels im letzten Spiel dieser Saison den TSV Frickenhausen um 17 Uhr im Trainingszentrum Profis SpVgg Greuther Fürth in der Kronacher Straße 177, 90765 Fürth. Jubelnde Spielerinnen (wie auf dem Foto von Frank Kreuzer nach dem Spiel gegen den SV Saaldorf) bei einem Sieg vor zahlreichen Zuschauern wäre als krönender Abschluss einer erfolgreichen Saison 2016/17 doch super.

Mädchen und Fußball – eine echte Liebe

Maedchen_lieben_FussballMan soll im Leben nie den Humor verlieren. Egal, wie dicke es manchmal kommt. Deshalb habe ich mich auch amüsiert, als ich unlängst auf Facebook ein Posting mit diesem T-Shirt gesehen habe: „Richtige Mädchen lieben Fußball, schlaue Mädchen lieben das Kleeblatt“. Ich finde, diese These muss man unterstützen. Fußballspielende Mädchen gibt es seit vielen Jahren überall auf der Welt. Sie spielen (oft) genauso gut und elegant wie ihre männlichen Kollegen. Aber – und zumindest war das noch bis vor kurzem so – die Menge und die Brutalität der Fouls ist im Vergleich zu den Männern noch akzeptabel.

Letztes Jahr konnte man im fast ausverkauften Ronhof das Freundschaftsspiel zwischen der Deutschen und der Brasilianischen Frauen-National-Mannschaft genießen. Der 4:0-Sieg für die Mädels von Silvia Neid war stark. Und das Spiel hat mir und den über 15 000 Zuschauern richtig gut gefallen. Also: Fußballspielende Mädchen gibt es viele. Und „richtige Mädchen“ lieben Fußball. Ob es tatsächlich nur „schlaue Mädchen“ sind, die das Kleeblatt lieben? Das kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Aber das ist – unterm Strich – ja auch nicht so wichtig.

P.S. Wo man das Shirt bekommt, kann ich Euch leider nicht sagen. Wenn mir jemand den Tipp geben könnte…Ich hätte nämlich auch gerne so ein Teil! Das wäre doch ein Super-Outfit für die Greuther-Weiber, oder?

Kleeblatt spielt im Lokalderby gegen den Club

Gänsehaut-Feeling für das Kleeblatt. Nein, leider nicht für die Profis, die mit aller Macht versuchen müssen, in den letzten vier Saisonspielen dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga entgegen zu wirken. Kleeblatt_FrauenEs geht vielmehr um die Frauenmannschaft der Spielvereinigung. Über sie haben ich im Greuther-Weiber-Blog schon öfter geschrieben.
Für die Kleeblatt-Mädels steht am kommenden Freitag – 1. Mai – ein ganz besonderes Spiel auf dem Programm: Das Team von Trainer Oliver Fürstenhöfer steht im Halbfinale des BFV-Verbandspokals. Besonders pikant ist die Partie allerdings wegen der gegnerischen Mannschaft: Es handelt sich um die Frauen des 1. FC Nürnberg. Ein spannendes Duell also, in dem die Kleeblatt-Mädels um 16 Uhr am Trainingszentrum der Profis das Ticket ins Finale lösen wollen. Dazu Trainer Fürstenhöfer auf der Kleeblatt-Website:

„Wir gehen mit Selbstbewusstsein in die Partie und werden alles dafür geben, um am Ende ins Endspiel zu kommen…Der Club ist natürlich klarer Favorit. Die Frauen-Mannschaft aus Nürnberg steht, im Gegenteil zu uns, bereits seit vielen Jahren im Ligabetrieb.“

Naja, nicht so bescheiden! Das Frauen-Team der Spielvereinigung hat es doch ziemlich souverän in das anstehende Halbfinale geschafft. Nach dem 8:1-Kantersieg in der zweiten Runde des Pokals gegen den TSV Brand wurde im Achtelfinale auch der TSV Theuren besiegt. In der nächsten Runde setzten sich die Kleeblatt-Damen mit 4:0 gegen den ETSV Würzburg II durch. Und so war dem Team der Einzug ins Halbfinale nicht mehr zu nehmen. „Die Mädels haben das richtig gut gemacht und tolle Spiele gezeigt. Nun wollen wir auch im Halbfinale gegen den 1. FC Nürnberg wieder eine fußballerisch gute Leistung abrufen und uns für die bisherige Leistung belohnen.“

Der Verein hofft natürlich, dass möglichst viele Fans die Kleeblatt-Frauen am kommenden Freitag im Spiel gegen die Club-Damen unterstützen werden. Das sollte doch zu machen sein, denn die Eintrittskarten zum Halbfinale des BFV-Verbandspokals kosten regulär 3 Euro und ermäßigt 1,50 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben sogar freien Eintritt. Und nach dem Sieg feiert das Team hoffentlich genauso ausgelassen wie auf unserem Foto!

Bonjour, Tristesse!

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthOh je! Um in Fürth guten Fußball zu sehen, musste man als Kleeblatt-Fan vergangenen Mittwoch das Frauenfußball-Länderspiel Deutschland gegen Brasilien anschauen. Das war – leider – das Beste, was wir seit langem im Ronhof gesehen haben! Und es hat uns einen Eindruck vermittelt, wie dort die Post abgehen kann, wenn die Fans begeistert sind. Klar, die Zweite Bundesliga ist mit so einem außergewöhnlichen Event nicht zu vergleichen, und Frauen und Männer spielen sowieso ganz anders Fußball. Aber als Fürther konnten wir uns im Stadion am Laubenweg endlich mal wieder so richtig freuen und jubeln – wann hatten wir so etwas zuletzt? – Na gut, zurück zum eher tristen Zweitliga-Alltag. Das 1:1-Unentschieden zwischen der Spielvereinigung und dem FSV Frankfurt haben im Volksbank-Stadion nur etwas mehr als 4700 Zuschauer gesehen – kein Wunder! Sie müssen es irgendwie geahnt haben, dass sie da einfach kein schönes Spiel geboten bekommen würden. Über lange Zeitspannen hinweg plätscherte das Ganze harmlos und langweilig dahin. Fürth begann eigentlich nicht schlecht, doch wieder war es der Gegner, der das 1:0 machte. Und das praktisch bei der ersten ernsthaften Gelegenheit. Die Fürther Abwehr ließ dem Frankfurter Kauko viel zu viel Raum, so dass er mehr oder minder ungehindert zum 1:0 einköpfen konnte. Bis zum Halbzeitpfiff passierte dann so gut wie nichts Nennenswertes mehr.

Als Mike Büskens gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs Stephan Schröck für Kasper Przybylko ins Spiel brachte, hatte ich ein gutes Gefühl, dass sich das Blatt nun wenden könnte. Schröcki ist einfach immer bissig und zieht den einen oder anderen Teamkollegen dann durch sein unermüdliches Engagement mit. Nach einigen Fehlpässen sowie vergeblichen Bemühungen von Marco Stiepermann, der einfach nicht ins gegnerische Tor traf, verwandelte Niko Gießelmann in der 58. Minute einen direkten Freistoß zum erlösenden 1:1. (Nach dem Spiel verschenkte er sein Trikot, siehe Foto.) Das gab der Mannschaft neuen Mut, plötzlich ging wieder was, und der FSV Frankfurt geriet zunehmend unter Druck, dem er nichts entgegenzusetzen hatte. Büskens legte mit zwei Auswechslungen nach: Tripic kam für Freis (72.) und Lam für Philp (75.). Das Kleeblatt verspürte eine Zeitlang einen gewissen Aufwind, Robert Zulj wäre fast der Führungstreffer gelungen, Marco Stiepermann bekam eine zweite Freistoß-Chance, die er aber nicht nutzte – der vorübergehende Schwung verpuffte.

Fürths Keeper Wolfgang Hesl hatte keinen unwesentlichen Anteil daran, dass es kein weiteres Gegentor gab: Vor allem einen gefährlichen Angriff von Kapllani wehrte er ohne jede Unsicherheit ab. Kapllani sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte, und Fürth war knapp zwei Minuten in Überzahl auf dem Rasen. Das nützte aber genauso wenig wie die Tatsache, dass die mitgereisten Kleeblatt-Fans ihr Team unermüdlich anfeuerten: Es blieb beim enttäuschenden 1:1.

Vereinspräsident Helmut Hack blickte auf den Zuschauerplätzen äußerst skeptisch drein. Was ihm wohl durch den Kopf ging? Bereut er vielleicht doch, zu wenig Geld für einen verstärkten Sturm in die Hand genommen zu haben? – Der einzige Lichtblick in dieser verfahrenen Situation: Fürth bleibt weiterhin in Frankfurt ungeschlagen, wie schon gut 32 Jahre lang. Doch ob das im Abstiegskampf weiterhilft? Wer weiß…

Frauen-Nationalmannschaft brachte den Ronhof zum Kochen

Ronhof_Deutschland_Brasilien_2Das war ein ganz tolles Spiel vor einer Traumkulisse. Gestern Abend gab es im Fürther Ronhof ein echtes Highlight in Sachen Fußball: In einem Testspiel traf die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf Brasilien. Ob allen Brasilianern noch die 7:1-Niederlage gegen Deutschland bei der Männer-Fußball-WM 2014 in den Köpfen herumspukt? Klar.

Über 15 000 Zuschauer füllten gestern die Ränge und Tribünen, es war kühles, aber sonniges Wetter. Die Stimmung war erstklassig, denn beide Teams spielten wirklich sehenswerten Fußball. Obwohl die deutschen Frauen in der ersten Halbzeit erst mal nicht so gut ins Spiel kamen. Aber das machten die zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisterinnen im Laufe der 90 Minuten mit einem souveränen 4:0-Sieg wett.

Ronhof_Deutschland_BrasilienUnd die Greuther-Weiber ließen sich so etwas natürlich nicht entgehen. Um uns herum in der Südkurve waren viele Familien und junge Leute, die zum Teil von weither angereist waren und vermutlich zu Spielen der Kleeblätter nicht nach Fürth fahren würden. Sie wollten es sich aber wohl nicht nehmen lassen, einmal live berühmte und erfolgreiche Fußballerinnen wie Nadine Angerer im Tor, Simone Laudehr und Celia Sasic in Aktion zu sehen. Und Trainerin Silvia Neid stand cool und gelassen am Spielfeldrand und hatte an diesem Abend bestimmt wenig zu kritisieren. Für ihr Team war die Partie in Fürth eine optimale Vorbereitung auf die Frauen-Fußball-WM, die vom 6. Juni bis zum 5. Juli in Kanada stattfindet.
Nach einem zaghaften Anlauf klappten gestern Abend übrigens auch die La-Ola-Wellen perfekt. Alle machten mit. Deshalb lief das erfolgreiche Damenteam nach dem Schlusspfiff auch eine Ehrenrunde, um den begeisterten Zuschauern für die großartige Unterstützung zu danken (Foto ganz oben). Nadine Angerer hatte sich auch während des Spiels immer wieder umgedreht, um Fans zuzuwinken.
Das besondere Länderspiel-Event in Fürth war für viele garantiert ein unvergessliches Erlebnis. So eine Kulisse im Stadion würde sicher auch der Spielvereinigung bei den nächsten Heimspielen runtergehen wie Öl!

2016: Bundestrainerin Silvia Neid geht – Steffi Jones kommt

Silvia NeidBundestrainerin Silvia Neid wird ihren Job als Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im kommenden Jahr räumen. Das hat die 50-jährige heute – 68 Tage vor Beginn der WM-Endrunde in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) – offiziell bekannt gegeben. Neid wird ab September 2016 Leiterin der neuen Scoutingabteilung Frauen- und Mädchenfußball im DFB.
Neids Nachfolgerin soll die bisherige DFB-Direktorin Steffi Jones werden, die ja in der vorletzten Woche noch im Fürther Rathaus zu Besuch war. Sie hatte dort die Werbetrommel für das Spiel Deutschland-Brasilien am 8. April gerührt. Das Interesse an der mit „Samba in Fürth“ beworbenen Partie sei ja „schon mal richtig gut“, meinte Jones. Der bislang letzte Auftritt der deutschen Fußballerinnen in Fürth liegt bereits zehn Jahre zurück. Beim Auftritt der Frauen-Nationalmannschaft im Ronhof steht Silvia Neid demnach noch am Spielfeldrand und coacht ihre Mädels.

Silvia Neid betreute die zweimaligen Frauen-Welt- und achtmaligen Europameister seit 2005 als Hauptverantwortliche. Unter der zweimaligen Welttrainerin des Jahres gewannen die Deutschen Fußballerinnen einmal den WM-Titel (2007) und triumphierten zweimal bei der EM (2009 und 2013). Außerdem holte das Team die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008. Als einzige Bundestrainerin schaffte die 111-malige Nationalspielerin, die an allen bisherigen Titelgewinnen für Deutschland als Spielerin, Co- oder Cheftrainerin beteiligt war, über 100 Siege mit der deutschen Auswahl.

Bei Wikipedia habe ich Interessantes über Silvia Neid gefunden: Nach dem Realschulabschluss erlernte sie den Beruf der Fleischereifachverkäuferin. In Siegen arbeitete sie eine Weile als Auslieferungsfahrerin im Blumenhandel ihres langjährigen Vereinstrainers nachdem sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau absolviert hatte. Die damalige Spielerin hat vor der WM 1995 ein Angebot des Herrenmagazins Playboy zu Nacktaufnahmen für einen fünfstelligen DM-Betrag abgelehnt. Zusammen mit der Nationalspielerin Birgit Prinz wurde Neid im Februar 2011 eine Barbie-Puppe des Spielzeug-Herstellers Mattel gewidmet.

Der DFB hat vor der Frauen-WM in Kanada also die personellen Weichen für die Zukunft im Frauen- und Mädchenfußball gestellt. Bundestrainerin Silvia Neid erläutert ihre Entscheidung so:

„Mein Entschluss, mit dem Auslaufen meines Vertrages als Bundestrainerin 2016 eine neue Herausforderung zu suchen, steht seit Längerem fest. In den Gesprächen mit dem DFB über die Gestaltung meiner Zukunft habe ich immer eine große Wertschätzung gespürt und freue mich nun sehr auf die neue Aufgabe. Steffi hat unsere volle Unterstützung. Es ist gut, dass die Zukunft geregelt ist – so können wir uns auf die Vorbereitung für die WM in Kanada konzentrieren. Ich bin voller Motivation und Vorfreude darauf, denn wir haben große Ziele.“