Es geht also doch: 5:0 im DFB-Pokal

Heute ist für Kleeblattfans der Himmel noch ein wenig blauer als normal. Keine Frage, denn der gestrige 5:0-Sieg in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den SV Morlautern macht nicht nur die Profis der Spielvereinigung wieder selbstbewusster.

Das ist allerdings auch dringend nötig. Denn die ersten beiden Begegnungen in der neuen Spielzeit 2017/18 hat das Kleeblatt ja verloren. Gegen den Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt war das 0:1 auswärts zu erwarten und kein Problem. Die 1:2-Niederlage zu Hause im Ronhof gegen Arminia Bielefeld kam dann umso überraschender. Und niederschmetternder.

Gestern also fünf Tore bei den Amateuren des SV Morlautern (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar). Das Spiel im Stadion in Pirmasens fand vor 2800 Zuschauern statt – von denen zirka 150 Fans aus Fürth angereist waren. Dass dem Traum der Pfälzer, das Spiel im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern auszutragen, nicht entsprochen worden war, war in Anbetracht dieser geringen Zuschauerzahl mehr als klug. Denn auf dem Betzenberg wären zwischen 15.000 und 20.000 Zuschauer nötig gewesen, um in die Gewinnzone zu kommen. weiter lesen

Die Roten Teufel holten sich die Punkte

FC Kaiserslautern - SpVgg Greuther FürthAuch wenn der berechtigte Elfmeter in der 84. Minute der Spielvereinigung gegeben worden wäre – ich befürchte, das Kleeblatt hätte das Ruder nicht mehr herumreißen können.
In einer kurzweiligen Partie verlor die SpVgg im Fritz-Walter-Stadion beim 1. FC Kaiserslautern mit 1:3. Offen gesagt: nicht gerade unverdient.
Das vorletzte Spiel in der Saison 2015/16 startete für die SpVgg eigentlich ganz vielversprechend. Bereits in Minute 12 gab es den ersten schönen Angriff: Das Kleeblatt griff von der rechten Seite aus an, Robert Zulj gab an Veton Berisha ab, der mit einem trockenen Flachschuss aus 15 Metern Entfernung ins Tor der Roten Teufel traf. Die angereisten Fürther Fans feierten das siebte Saisontor des Norwegers, sie standen in der prallen Sonne (Foto), viele männliche Fans oben ohne im Anfeuerungsrausch. Aber wie so oft in den vergangenen Begegnungen, musste auch heute Sebastian Mielitz nicht lange warten, bis er hinter sich greifen sollte. Nachdem FCK-Kapitän Daniel Halfar zwei Kleeblätter an der Grundlinie stehen gelassen hatte, passte er akkurat auf Jenssen, der den Ball in die untere rechte Ecke zum 1:1 in der 18. Minute einlochte.

Dem Kleeblatt gelangen in der Folge einige recht gute Spielzüge, es war aber in keiner Phase wirklich druckvoll, geschweige denn das dominierende Team. Vielleicht ließen sich die Spieler auch von der tollen Stimmung bei den Anhängern der Roten Teufel beeindrucken. Das Fritz-Walter-Stadion fasst eigentlich 50 000 Zuschauer, heute war es mit 25 000 Besuchern also „nur“ halb voll. Aber das Meer an rot-schwarzen Fußballanhängern hinter dem heimischen Tor kaufte den Fürthern in der zweiten Halbzeit den Schneid ab. Und so musste man nur bis zur 72. Minute warten, bis den Roten Teufeln das dritte Tor gelang.

Ein chaotische Situaton spielte sich dann sechs Minuten vor Spielende vor dem Tor der Gastgeber ab: Veton Berisha war am Ball, schoss, aber Torwart Müller faustete den Ball aus der Gefahrenzone. Gleichzeitig hatte jedoch André Fomitschow Ante Vukusic umgestoßen, der – zum Schuss bereit – wunderschön direkt vor dem FCK-Tor gestanden hatte. Schiedsrichter Sören Storcks entschied falsch und  gab keinen Strafstoß. Vielleicht hätte sich das Kleeblatt bei einem verwandelten Elfmeter, einem 3:2 aufrappeln und zumindest noch ein Unentschieden erzielen können. Aber wie sagte unser früherer Bundesfinanzminister Peer Steinbrück so treffend: „Hätte, hätte, Fahrradkette“.

Das Spiel endete also 3:1 für den FC Kaiserslautern. Der Mannschaft und den Fans ist es zu gönnen, denn die Roten Teufel hatten keine gute Saison. Aber aus weiß-grüner Sicht war das heutige Spiel so wie die beiden letzten: Das Kleeblatt macht Fehler, verteidigt lustlos. Und hat drei Niederlagen in Folge eingesteckt. Am Pfingstsonntag findet das letzte Spiel 2015/16 im Sportpark Ronhof statt. Gegner ist der SV Sandhausen. Es geht um nichts mehr, das Ergebnis ist unwichtig. Denn die Spielvereiniung wird diese Saison mit einem Platz im Mittelfeld abschließen. Trotzdem: Bitte zahlreich erscheinen!

2:1 verloren im Hexenkessel der Roten Teufel

Es war der sprichwörtliche Hexenkessel auf dem Betzenberg: eine Wahnsinns-Kulisse vor 32 966 Zuschauern! Für das Kleeblatt eine echte Bewährungsprobe. Die SpVgg ließ sich jedoch in der ersten Halbzeit wenig beeindrucken von der Riesenstimmung, die für den Gegner gemacht wurde. Beide Teams spielten lange Zeit auf Augenhöhe – allerdings auch beide ohne richtige Torchancen. Recht konfus war das Spiel über weite Strecken vor der Pause. Der FC Kaiserslautern stand wohl nach zwei Heimniederlagen unter enormem Druck. Und das merkte man dem intensiven, kampfbetonten Spiel auch deutlich an: drei Gelbe Karten innerhalb von 25 Minuten, wobei zwei auf das Fürther Kono (Mavraj und Sparv) gingen. Da hatte der Unparteiische Knut Kircher alle Mühe, Ruhe reinzubringen.

Dass Jenssen in der 38. Minute das 1:0 für die Roten Teufel gelang, entsprach nicht unbedingt dem bisher ausgeglichenen Spielverlauf – aber es war ein Supertor, das muss der Neid ihm lassen! Nun kochte die Stimmung im Fritz-Walter-Stadion erst richtig hoch, und Fürth ließ sich jetzt leider doch einschüchtern. Das gilt auch für die Situation nach dem Seitenwechsel. Als Lautern auch noch den spielerischen Druck erhöhte, war das 2:0 zum Greifen nahe und kam prompt durch Florian Dick (58.) – ein weiterer Traum-Treffer!

Aus diesem Dilemma konnte sich das Kleeblatt lange Zeit nicht mehr befreien, die Fürther verloren völlig den Faden. Als schon gar nichts mehr zu klappen schien, gelang dem für Trinks ins Spiel gekommenen Mudrinski der Anschlusstreffer (78.) zum 1:2. Füllkrug hatte die Sache gut vorbereitet, Hut ab! Doch dem nun wiedererwachten Kleeblatt lief die Zeit davon. Trainer Frank Kramer setzte alles auf eine Karte und schickte zusätzliche Stürmer auf den Rasen, Torwart Hesl ließ sein Tor Tor sein und mischte vorne mit (meine Nerven!), der frisch eingewechselte Azemi sorgte noch mal für frischen Wind. Aber es war zu spät. Der FCK brachte das Ding mit 2:1 mit zwei Minuten Nachspielzeit zu Ende, musste allerdings vor dem in der Luft liegenden Ausgleich zittern.

Fürth bleibt mit einem Punkt Vorsprung vor Kaiserslautern auf Platz zwei der Tabelle der zweiten Liga. Und zum Glück gelang Verfolger Union Berlin heute gar kein Treffer gegen Dresden (0:0), so dass die Berliner drei Punkte hinter dem Kleeblatt liegen. Aber nun müssen unsere Jungs aufpassen, sonst ist der Vorsprung dahin, den man zuletzt so schön herausgespielt hat!