„Fußball-Duell zweier Päpste“

Greuther-Weiber müssen trotz allen Engagements für ihre Arbeit auch mal Urlaub machen. Was liegt näher, als dem zweiten Greuther-Weib uwo, das seit März in Bolsena lebt, einen Besuch abzustatten?
Training SpVgg Greuther FürthDer heutige Tag könnte für deutsche Fußballfans ein denkwürdiger werden. Ist die deutsche Nationalmannschaft doch im Endspiel der Fußball-WM in Brasilien, und die Chancen, gegen Argentinien den Cup zu holen, stehen ziemlich gut. Auch hier in Italien ist die Weltmeisterschaft ein wichtiges Thema – obwohl die Squadra Azzurra ja schon schnell  ausgeschieden ist. „Heute ist das WM-Duell der beiden Päpste“ titelte eine italienische Zeitung ihre Sonntagsausgabe. Stimmt: Benedikt XVI. ist Deutscher und Francesco kommt bekanntlich aus Argentinien.

Noch mal zurück zum Urlaub. Ich bin mit optimistischen Gefühlen bezüglich der Spielvereinigung nach Italien aufgebrochen. Einige neue Spieler wurden verpflichtet, und Schröcki ist wieder zu Hause in Fürth. Aber dann erhielt ich eine Hiobsbotschaft auf meiner Kleeblatt-App: Ilir Azemi hat sich beim Training einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen. Voraussichtlich wird er vier Wochen ausfallen. Das wäre bitter, denn die Zweitliga-Saison startet fürs Kleeblatt am 2. August. Und die Hammer-Partie – das Derby gegen den Club – steht schon  am 11. August an.

Also: Ich wünsche mir nicht nur, dass Deutschland heute zum vierten Mal nach 1954, 1974 und 1990 Fußball-Weltmeister wird und alle Fans so jubeln können wie Ilir Azemi (Foto) es in der vergangenen Woche noch konnte. Ich wünsche ihm vor allem aus dem fernen Bolsena gute Besserung. Ilir, werde schnell wieder fit!

In Zukunft Saltos nach einem Kleeblatt-Tor?

Als beim Spiel zwischen der deutschen Nationalmannschaft und Ghana am Samstagabend das Ausgleichstor durch Joker Miroslav Klose fiel, da war für die deutschen Fußballfans die Welt wieder einigermaßen in Ordnung. Hatte man beim starken Spiel der Afrikaner und dem 1:2-Rückstand schon befürchtet, dass die WM-Begegnung zum brasilianischen Waterloo werden könnte. Miroslav Kloses Marotte ist es seit Jahren, ein erzieltes Tor mit seinem berühmten „Klose-Salto“ zu krönen. Darauf warten wir alle, wenn er erfolgreich ins gegnerische Tor getroffen hat. So kam es dann auch wieder am Samstag.

Und ich habe mir dabei gedacht: Warum hat denn eigentlich kein Spieler der Spielvereinigung eine ähnliche Macke, mit der er ein Tor feiert? Ich könnte mir bei Ilir Azmi, der in der vergangenen Saison ja immerhin mit 14 Toren erfolgreich war, einen spektakulären Purzelbaum gut vorstellen. Oder eine lustige Geste von Nikola Djurdjic. Oder wie wäre es mit einem wilden Tänzchen wie es die Akteure afrikanischer Mannschaften oft machen? Mal sehen. Vielleicht lassen sich die Kleeblätter bis zum Start in die nächste Spielzeit im August etwas Originelles einfallen? Das würde den Anhängern der Spielvereinigung im Stadion super gefallen und die Stimmung anheizen.

Noch eine Bemerkung zu Miro Klose. Sein Salto nach dem 2:2 war zwar im Ansatz gut. Allerdings ist er dem inzwischen 36-Jährigen nicht mehr so gelungen wie früher. Für einen Profi-Fußballer (wenn er kein Torwart ist) ist es ja eher ungewöhnlich, in diesem „Alter“ überhaupt noch bei einer Fußball-WM dabei zu sein. Am Samstag landete Klose auf dem Hosenboden. „Ich weiß nicht, wie lange ich das nicht mehr gemacht habe. Gut gelungen ist er nicht“, kommentierte Klose die verunglückte akrobatische Einlage. Mit seinem 15. WM-Tor hat Klose übrigens den Rekord von Ronaldo als bester Torschütze bei Weltmeisterschaften eingestellt.

Wer alle 15 WM-Tore von Klose im Schnelldurchlauf sehen möchte: Hier ist der Link auf die ARD-Mediathek.

Frauenpower im französischen Männerfußball

Gestern hat die Fußball-WM in Brasilien begonnen – die Augen aller Fußballfans richten sich in den nächsten vier Wochen auf Südamerika. Obwohl es doch auch aus Europa Interessantes zu berichten gibt: In Frankreich wird ab der nächsten Saison ein Männer-Profiteam von einer Frau gecoacht.

France Soccer Helena CostaHelena Margarida dos Santos Costa kann mit dem wenig schmeichelhaften Spitznamen „Mourinho in Röcken” ganz gut leben. Die 36-jährige Portugiesin leidet nicht unter mangelndem Selbstvertrauen und stellt sich cool der großen Herausforderung. Beim französischen Zweitligisten Clermont-Ferrand trägt sie künftig als Cheftrainerin die Verantwortung. Ihren Spitznamen hat Helena Costa nach einem Fortbildungsaufenthalt beim FC Chelsea erhalten, wo sie sich mit Portugals Star-Trainer José Mourinho anfreundete. Der war ja auch schon mal bei einem Kleeblattspiel in der Trolli ARENA.

Costa hat eine erstaunliche und bewegte Geschichte hinter sich. Sie hat schon in Lissabon eine Männermannschaft unter ihren Fittichen gehabt, auch wenn das Amateure waren und keine Profis. Für die toughe Frau ist es egal, ob sie Frauen oder Männer trainiert: „Der Fußball ist der gleiche – es spielen elf gegen elf. Es gibt keinen Unterschied.”

Die ehemalige portugiesische Fußballspielerin Costa verfügt über eine Lizenz in Sportwissenschaft. Sie begann bei Benfica Lissabon, zunächst als Trainer der Bambini-Mannschaften, dann ab 2005 als Assistentin des Trainers der männlichen U17, die wurden Vizemeister. Dann übernahm sie eine Amateurmannschaft in der Großregion Lissabon. Parallel dazu wurde sie Talentspäherin für Celtic Glasgow. 2010 wechselt sie nach Katar, um dort den Frauenfußball zu entwickeln. 2012 avacierte sie zur Nationaltrainerin der Frauenmannschaft des Iran, den sie 2013 aus „persönlichen Gründen” wieder verließ und nach Portugal zurückkehrte. Seit Mai 2014 ist sie jetzt beim „Clermont Foot Auvergne 63“, einem französischen Fußballverein aus Clermont-Ferrand, der Hauptstadt des französischen Départements Puy-de-Dôme in der Auvergne. Hier geht’s direkt zur Vereinswebsite und einem Videoclip der Pressekonferenz bei Costas Präsentation als künftige Trainerin.

Fifa-Präsident Joseph Blatter sieht die Verpflichtung von Helena Costa übrigens positiv. Und die französische Ministerin für Jugend und Sport, Najat Vallaud-Belkacem, betont, dass es der Fußballverein „Clermont Foot“ als erster verstanden hat, dass die Zukunft des Profifußballs darin liegt, den Frauen ihren Platz zu geben.

Damit ist Costa die erste Frau in der Geschichte des französischen Profifußballs und nach der Italienerin Carolina Morace und der Bolivianerin Nelfi Ibañez Guerra (in Peru bei Hijos de Acosvinchos) die dritte Frau, die ein Männer-Profi-Fußballteam coacht. Carolina Morace hatte 1999 die Profis von A.S. Viterbese Calcio in der Serie C1 trainiert. Sie musste jedoch nach nur zwei Spielen aufgrund des starken Mediendrucks zurücktreten. Na, da bin ich mal gespannt, wie lange Helena Costa in Clermont Ferrand auf ihrem Trainerstuhl sitzen wird.

Bin ich ein typischer Kleeblattanhänger?

Kleeblattanhaenger„Ein Fan ist ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen, abstrakten oder sportlichen Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert“. So ist es in Wikipedia zu lesen. Und ein anderer Begriff für „Fan“ ist bekanntlich Anhänger. Man spricht von Vereinsanhängern oder auch von begeisterten Anhängern von Stars aus der Schicki-Micki-Szene. „Die begeisterte Anhängerschaft äußert sich meist in Ritualen der Verehrung der betreffenden Person, Gruppe oder Sache. Für diese Verehrung, die die Fans betreiben, hat sich umgangssprachlich der Begriff Kult bzw. Fankultur eingebürgert“ – so weitere Ausführungen auf Wikipedia.

Ein ganz besonderer Anhänger ist seit einiger Zeit auf Fürther Straßen anzutreffen. „Ich bin ein Kleeblattanhänger“ steht in großen Lettern auf Bussen der Fürther infra. Das erfreut doch das Herz der Kleeblattfans. Vielleicht ein Grund, während dieser Bundes- und Zweitligafreien Zeit in den nächsten Wochen öfter mal mit dem Bus zu fahren? Zum Beispiel auf dem Heimweg vom Public Viewing nach einem der vielen WM-Spiele in Brasilien. Ich finde, das hätte was.