Brandbrief ans Kleeblatt

Liebes Kleeblatt!

Fans müssen zusammen mit ihrer Mannschaft durch dick und dünn – schon klar. Fans können auch nicht erwarten, dass immer alles nach Wunsch läuft. Aber was Ihr uns da zurzeit zumutet, das ist wirklich viel verlangt – manchmal zu viel.

Nach dem grottenschlechten Auftritt, den Ihr in Bielefeld geboten habt, war nach unten ja schon nicht mehr viel Spielraum. Doch wir haben uns trotzdem erhofft, dass Ihr heute im Ronhof zur gewohnten Stärke vor heimischem Publikum zurückfindet. Natürlich war Holstein Kiel kein einfacher Gegner, das wissen wir alle. Aber wenn man an der Tabelle da steht, wo Ihr Euch gerade befindet, darf das keine Ausrede sein. Da darf man vollen Einsatz erwarten, und das nicht nur in der Verteidigung. Dort war die Leistung heute ja durchaus passabel, vor allem dank Marco Caligiuri (Foto: Sportfoto Zink). Doch als Fan will man auch mal was im Angriff sehen, wenigstens ab und zu mal eine gelungene Kombination oder zwei, drei Pässe hintereinander, die tatsächlich dort ankommen, wo sie sollen.

Und vor allem will man nicht 80 Minuten warten, bis Ihr endlich mal aufwacht. Dann ist es nämlich in der Regel zu spät, wie man auch vorhin leider deutlich sehen konnte. Abgesehen von Fabian Reese hat vorher keiner von Euch mal richtig Elan gezeigt, den echten Willen, wenigstens aufs Tor schießen zu wollen, auch wenn es dann mal danebengeht. Habt Ihr eigentlich Angst vor dem Ball, oder was?

Wir sind geduldig. Aber irgendwann reißt auch uns mal der Geduldsfaden. Fußball muss doch mehr sein, als immer nur hinten zuzumachen und den Gegner am Spielen zu hindern. Da muss doch auch mal Initiative nach vorn kommen. Wo ist die bei Euch nur abgeblieben? Die Spielfreude, die Ihr früher mal hattet und die sich dann auf die Fans übertragen hat? Lasst uns doch wenigstens ein bisschen davon wiedersehen beim nächsten Spiel! Denn noch so eine Nullnummer – das vergrault die treuesten Anhänger, das könnt Ihr uns glauben! Bitte tut das nicht!

Eure Greuther-Weiber

P.S. Dass Ihr Euch mit dem einen Punkt gegen Kiel heute ein bisschen Luft im Abstiegskampf verschafft habt, kann uns nicht wirklich trösten!

Soll „s´Schröggla“ nach Fürth zurückkommen?

schroeckHeute im Sportteil der „Nürnberger Zeitung“ habe ich diesen Artikel gefunden, nach dessen Lektüre der Tag gleich doppelt so schön für mich wurde. Ich kann als Fan dazu nur eines dazu sagen: Nicht nur Stephan Schröck – genannt auch Schröcki oder, ganz liebevoll, auf Färdderisch: „s´ Schröggla“ –  will nach Hause. Wir Greuther-Weiber und sicher die meisten Kleeblatt-Fans hätten ihn ebenso gern wieder in Fürth: als Wirbelwind in der Mannschaft – und zwar so bald wie möglich, wie es eben der Vertrag erlaubt.  Zwischen Schröcki  und Fürth, das ist eine Liebe, gegen die sich weder ein Trainer noch ein Vereinspräsident stellen sollte!

Deshalb starten wir eine Umfrage:

Soll Stephan Schröck nach Fürth zurückkommen?

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Zitterpartie für Fürther Fans und Trainer

SpVgg Greuther Fürth - VfL BochumUff! Erst mal durchatmen! Diese letzten Minuten in der Partie gegen den VfL Bochum haben uns Greuther-Weiber wirklich Nerven gekostet! Das war ein Fußball-Thriller erster Güte, und Schiedsrichter Daniel Schlager wollte uns einfach nicht durch den Schlusspfiff erlösen… Zum Glück hatte die Geschichte dann doch einen (verdienten!) guten Ausgang. Und das in mehrfacher Hinsicht: Erstens hat die Spielvereinigung nach fünf Liga-Spielen (davon vier Niederlagen in Folge!) mit dem heutigen 2:1 endlich wieder einen Sieg eingefahren, und zwar – fast schon ein Wunder! – zu Hause im Sportpark Ronhof. Zweitens: Trainer Stefan Ruthenbeck bleibt dem Kleeblatt damit Gott sei Dank erhalten.

Der Begegnung mit der Mannschaft aus dem Revier lag eine äußerst interessante Konstellation zugrunde. Das beginnt damit, dass Gertjan Verbeek als ehemaliger Trainer des 1. FC Nürnberg für Fürth sowieso ein rotes Tuch ist. Dann stammt er zusätzlich aus den Niederlanden. Auf der fußballerischen Intimfeindschaft zwischen Deutschland und Holland muss man in einem Blog wie diesem nicht groß herumreiten – aber sie existiert nun mal! Schließlich liefen heute im Ronhof mit Marco Stiepermann, Johannes Wurtz und Tom Weilandt gleich drei gute Ex-Fürther Spieler auf. Sie kennen die Verhältnsse hier aus dem Effeff, was sicher nicht von Nachteil für ihren jetzigen Verein gewesen sein dürfte. Und ausgerechnet Stiepermann war über weite Strecken der herausragende Mann beim VfL Bochum, von Weilandt dagegen spürte man nicht viel.

Spannende Voraussetzungen also für das heutige Spiel, an das alle Kleeblattfans hohe Erwartungen knüpften. Und spannend sollte es von der ersten Minute an auch werden. Fürth begann ungeheuer druckvoll und sehr offensiv. Einige gute Chancen konnten jedoch – wieder einmal, muss man leider sagen! – nicht in Treffer umgemünzt werden. Dann schien es eine Zeit lang, als sei den Kleeblättern die Puste ausgegangen. Sie zogen sich in die eigene Hälfte zurück, was die Bochumer postwendend damit beantworteten, dass sie das Spiel an sich rissen. Doch die Hausherren schöpften neue Kraft und zeigten lobenswerten Einsatz. Sicher galt der vor allem Trainer Stefan Ruthenbeck, dessen Schicksal an einem dünnen Faden (nämlich dem Ausgang des heutigen Spiels) hing. Die Top-Einstellung der Mannschaft ließ sich vor der Pause zwar nicht mehr in Tore verwandeln, aber sie sendete wichtige Signale zur Trainerbank aus.

So gut wie selten aufeinander eingespielt zeigten sich Veton Berisha und Sercan Sararer. Das Motto „Gemeinsam“, das auf einem Transparent der Kleeblatt-Anhänger zu lesen war (Foto), wurde zum alles bestimmenden Leitfaden dieser Partie, die nach dem Seitenwechsel schnell wieder an Fahrt aufnahm. Für den am Knie verletzten Kapitän Marco Caligiuri brachte Ruthenbeck Bolly ins Spiel, was sich als durchaus geschickter Zug erweisen sollte. Die zwei umjubelten Treffer des Tages gelangen aber Sebastian Freis (51.) und Sercan Sararer (82.), und beide Male hatte Benedikt Kirsch seine Hand – respektive seinen Fuß – direkt davor mit ihm Spiel. Allerdings gab es nach dem 1:1-Ausgleich für den VfL durch den von Verbeek goldrichtig eingewechselten Gündüz (67.) für die Fürther noch einige Angstmomente zu überstehen. Und selbst die 2:1-Führung war bis zur letzten Sekunde in Gefahr, vor allem weil die Nachspielzeit von eigentlich drei Minuten sich beinahe verdoppelte.

Wie gesagt: eine wahre Zitterpartie für die Kleeblattfans. So etwas kostet Nervennahrung! Und die werden wir in ungefähr zwei Stunden beim Pfefferkarpfen-Essen mit Freunden sicher ausreichend bekommen.

Preisgekröntes Schulprojekt über schwule Fußballer

HLG_WettbewerbWas im Sport oberste Priorität hat – das Siegen – ist zwei Klassen des Fürther Helene Lange Gymnasiums gelungen: Sie wurden beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für Politische Bildung mit ersten Preisen ausgezeichnet. Die Klasse 9f hat sich mit Fußball, genauer gesagt mit Homosexualität und Homophobie im Fußball beschäftigt. In unserem Greuther-Weiber-Blog haben wir schon mehrfach über das brisante Thema Homophobie im Fußball geschrieben. Zum Beispiel im September 2014 über den Videoclip „Der Tag wird kommen“ von Marcus Wiebusch, der inzwischen über 1,35 Millionen mal auf youtube angeklickt wurde.

Also: In der Kategorie „Dem Ball ist egal, wer gegen ihn tritt“ gestaltete die Klasse 9f (Foto unten) gemeinsam mit ihrer Lehrerin Ute Hirschmann zwei Zeitungsseiten und hat offenbar voll überzeugt. Die Belohnung ist eine fünftägige Klassenreise im Juni nach Prag. Nach Meinung der Jury besticht die Arbeit nicht nur durch eine „tadellose Form, sondern auch durch eine lückenlose und profunde Bearbeitung sämtlicher geforderten Untersuchungsschritte. Die Interviews werden kritisch reflektiert und die Auswahl der Illustrationen ist weder beliebig noch stereotyp. In der selbstgefertigten Comic-Sequenz werden homophobe Einstellungen auf höchst intelligente Weise ironisiert, womit quasi eine Metaebene erreicht wird“. Im Jahr 2015 haben sich rund 2800 Lerngruppen aus Deutschland, Österreich, Südtirol und dem deutschsprachigen Teil Belgiens, aber auch Schulen aus vielen europäischen und außereuropäischen Ländern am größten deutschsprachigen Wettbewerb zur politischen Bildung beteiligt, der seit 1971 ein „Klassiker“ in der Schullandschaft ist.

Die 20 Schülerinnen und Schüler der 9f des Helene Lange Gymnasiums steckten viel Arbeit und Engagement in das über zwei Monate laufende Projekt. „Wir haben versucht, viele unterschiedliche journalistische Stilelemente umzusetzen und Schwerpunkte zu setzen“, sagt Lehrerin Ute Hirschmann. Dazu gehörte ein Kommentar zur einer ARD-Umfrage oder ein Gespräch mit „Fliederlich“ in Nürnberg. Außerdem interviewten die 15-jährgen Schüler den Fanbeauftragten der Spielvereinigung, Nicolas Heckel, zum Thema „Homosexualität im Profifußball“. „Es hat mich gefreut, wie offen meine Schüler mit dem Thema Homosexualität umgehen“, so die Lehrerin der 9f. „Und wir hatten alle viel Spaß an dem lebendigen Unterricht.“
Hier ist der Link zum Projekt der Klasse 9f des HLG Fürth.HLG_Artikel_Wettbewerb

28 500 Fußballfans singen im Stadion Weihnachtslieder

Die Weihnachtstage liegen hinter uns, am heutigen Sonntag ist man noch ein bisschen in Faulenzerstimmung. Aber man hat auch wieder Zeit, sich um das Thema „Fußball“ zu kümmern.
Dabei bin ich auf etwas gestoßen, was mir echt imponiert. Ein Verein der Zweiten Liga hat seine Fans ins Stadion geladen und viele, viele kamen. Das traditionelle Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin fand am Mittwochabend mit 28 500 Fans eine neue Rekordbeteiligung. Zum zweiten Mal mussten die Tickets verkauft werden, weil die Alte Försterei in den Jahren zuvor bei kostenfreiem Eintritt an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Der inzwischen berühmteste Weihnachtschor Deutschlands war 2003 durch 89 Anhänger vom Club „Alt-Unioner“ begründet worden. Bei der 13. Auflage der besinnlichen Stunden im Kerzenschein wurde am 23. Dezember der 150 000. Sänger begrüßt.

Ich finde, das wäre doch auch mal eine gute Idee für Anhänger der Spielvereinigung. Man trifft sich im Ronhof und Tausende Kleeblattfans singen gemeinsam „Stille Nacht, heilige Nacht“. Das wären doch Emotionen und Gänsehaut pur!

Auf youtube habe ich einen Videoclip der „Berliner Morgenpost“ gefunden, der Impressionen vom xmas-Singen in der „Alten Försterei“ in 100 Sekunden zeigt:
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