Berisha-Brüder gehen international getrennte Wege

Die erste Länderspielpause in der Saison 2016/17 ist schon in dieser Woche. Die Profis der Spielvereinigung sind mit insgesamt drei Spielern international vertreten. Die interessanteste Herausforderung hat der Kleeblatt-Stürmer Veton Berisha: Mit der norwegischen Auswahl trifft er am Sonntag, 4. September, um 20.45 Uhr zu Hause in Oslo auf die deutsche Fußballnationalmannschaft. Bei dem Duell geht es ja schon um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Beide Nationalteams sind in der Gruppe C. Vetons fußballspielender (ein Jahr älterer) Bruder Valon Berisha wird in Zukunft allerdings nicht mehr gemeinsam mit Veton für Norwegen auflaufen. Valon Berisha, der im zentralen Mittelfeld spielt, verkündete am Donnerstag seinen Wechsel zur Nationalmannschaft des Kosovo.
Valon Berisha wurde 1993 in Malmö geboren und besitzt neben der kosovarischen auch die norwegische Staatsbürgerschaft. Er absolvierte insgesamt 56 Spiele für norwegische Nachwuchsteams und erzielte dabei sechs Tore. Beim King’s Cup 2012 in Thailand gab er sein Debüt für die A-Nationalmannschaft. Mit der U-21-Nationalmannschaft erreichte er das Halbfinale der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2013 in Israel. Valon Berisha ist seit Ende Juli 2012 bei Red Bull Salzburg unter Vertrag.
Veton Berisha durchlief von der U-15 an alle Jugendnationalmannschaften des norwegischen Fußballbundes. Von August 2013 bis März 2016 kam er 15-mal für die U-21-Auswahl zum Einsatz und erzielte insgesamt zwei Tore. Am 29. Mai 2016 debütierte Berisha bei der 0:3-Niederlage gegen Portugal in der A-Nationalmannschaft. Eine Woche später erzielte er bei einer 2:3-Niederlage gegen Belgien sein erstes A-Länderspieltor.
Neben Veton Berisha steht am Wochenende übrigens auch Nürnbergs Innenverteidiger Even Hovland im norwegischen Kader.
Die aktuelle Nummer 1 im Fürther Tor – Balázs Megyeri – reist mit dem ungarischen Nationalteam auf die Färöer Inseln. Das Qualifikationsspiel der Ungarn findet am 6. September statt. Last but not least: Auch das Kleeblatt George Davies wurde für sein Land berufen: Der Mittelfeldspieler tritt am Samstag, 3. September, mit der Nationalelf Sierra Leones zum Qualifikationsspiel für den Afrika Cup gegen die Elfenbeinküste an.

Soll Davies der neue Baba werden?

SpVgg Greuther Fürth - SV SeligenportenAls fußballinteressiertes Greutherweib lese ich natürlich gerne und aufmerksam den „kicker“. Bei „kicker online“ fand ich vor einigen Tagen einen Artikel, der mich doch verwunderte: „Davies soll Fürths neuer Baba werden“. Was hat das zu bedeuten?, fragte ich mich. Die Spielvereinigung hat den Spieler George Davies bis 30. Juni 2019 mit einem Profivertrag ausgestattet. Das Talent wurde in Afrika entdeckt und in den vergangenen Monaten im Fürther Leistungszentrum gefördert. Vereinspräsident Helmut Hack folgte damit dem Beispiel Abdul Rahman Baba. Bei Baba – so der „kicker“ – sei die Rechnung aufgegangen. Der damals 17-Jährige wurde aus Ghana nach Franken geholt und entwickelte sich beim Kleeblatt zum Bundesligaspieler, der „nun für den FC Augsburg die Linie entlangflitzt“.
Nun starten die Fürther bei Davies den nächsten Versuch. Auch er kam als 17-Jähriger aus Afrika zum Kleeblatt, diesmal aus Sierra Leone. Bei einem Besuch vor Ort war Davies von Präsident Helmut Hack entdeckt worden. Davies wurde bei einer Gastfamilie in Franken untergebracht, erlernte die deutsche Sprache und bereitete sich in den vergangenen Monaten im Nachwuchsleistungszentrum der Fürther auf den deutschen Profifußball vor. Der jetzt 18-Jährige spielte bereits im Alter von 17 Jahren für die Nationalmannschaft Sierra Leones.

„Wir alle haben uns in den vergangenen Monaten sehr um ihn gekümmert. George ist fleißig und sehr lernwillig“, lobt Hack den Sierra-Leoner im „kicker“und beschreibt dessen Vorzüge: „George hat große technische Fähigkeiten und eine außerordentliche Schnelligkeit. Er kann offensiv sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite eingesetzt werden.“ Baba dient als Vorbild, Davies könnte in dessen Fußstapfen treten, das sieht auch Hack so: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir viel Freude an George haben werden.“

Dagegen ist ja wirklich nichts einzuwenden. Aber das riecht mir verdammt nach Ausbildungswerksatt für Fußballer, die dann, wenn sie gut sind, ganz schnell Ambitionen entwickeln und zu einem anderen Verein wechseln. Ich erinnere mich bei Baba gut daran, wie er oft leicht unmotiviert am Spielfeldrand stand oder lustlos auf dem Platz agierte. Und dann – wie ausgewechselt – beim Derby gegen den Club (das die SpVgg bekanntlich mit 5:1 gewonnen hat) zwei Tore für das Kleeblatt schoss und der beste Spieler auf dem Spielfeld war. Warum? Weil er da schon den Vertrag beim FC Augsburg in der Tasche hatte? Allerdings wird Baba im Spielbericht auf der SpVgg-Website namentlich nicht erwähnt!
Hoffen wir, dass es George Davies – wenn er denn irgendwann als Offensivspieler erfolgreich spielt und Tore macht – länger hier in Fürth hält!