Kleeblatt-Ente auf La Palma bringt Glück

In den vergangenen Jahren war ich in der tristen Winteranfangszeit immer jeweils eine Woche in wärmeren Gefilden: Portugal, Mallorca, Ibiza und 2016 auf Fuerteventura. Und in diesem November habe ich die kanarische Insel La Palma besucht. Auf ihr sind alle Highlights der anderen Kanaren – Teneriffa, La Gomera, El Hierro, Fuerteventura, Lanzarote und Gran Canaria – vereint. Die Natur ist spektakulär: Es gibt schöne Strände mit schwarzem Sand, beeindruckende Vulkane, hohe Berge, Lorbeerwälder, Drachenbäume und Leuchttürme. Der Vielfalt und der – zumindest im Nordosten – ganzjährig grünen Vegetation verdankt La Palma die Beinamen La Isla bonita („Die schöne Insel“).

Natürlich habe ich als Greuther-Weib auf meine Reise wieder ein typisches Kleeblatt-Accessoire mitgenommen, das Glück bringen sollte. Letztes Jahr auf Fuerteventura einen Hipsterbeutel, dieses Mal eine weiß-grüne Kleeblatt-Ente mit Greuther-Fürth-Schal. Diese Ente habe ich dann für das Foto (oben) wagemutig an den Rand einer vulkanischen Klippe positioniert. Das Meer, die Brandung und der Wind waren extrem wild, weil am Tag zuvor ein kleines Sturmtief über La Palma hinweg gezogen war.

Aber was ein echtes Kleeblatt ist, das kann auch den heftigsten Turbulenzen widerstehen. Und es hält sich wacker im Sturm. So ähnlich muss es sich wohl auch bei den Fußballern der Spielvereinigung verhalten. Denn während ich die Kanaren besuchte, haben sie im Ronhof den FC St. Pauli empfangen und zur großen Freude aller SpVgg-Fans den Kiezverein mit 4:0 besiegt. Greuther-Weib uwo hat zu Hause das Spiel gesehen und darüber gebloggt. Und ich saß am Sonntag nach dem Schlusspfiff gemütlich bei einem Café con leche in einem typischen Straßencafé (mit Wettbüro!) in Los Llanos de Aridane und habe im Internet vom tollen Ergebnis in Fürth erfahren. Viva!

Wir hatten es ja schon vermutet…

Die Spekulationen, warum die Bilanz des Kleeblatts in dieser Saison so schlecht ist, sind vielfältig: „Ist es der falsche Trainer – hätte man Janos Radoki behalten sollen/müssen? Ist Ramazan Yildirim der falsche Direktor für den Profisport? Wäre Rachid Azzouzi effektiver?“ So schrieb Greuther-Weib kiki kürzlich in diesem Blog. Hier kann man alles noch mal nachlesen.

Nun ist eine von kikis Mutmaßungen Realität geworden: Azzouzi übernimmt – Yildirim muss gehen. Wir werden sehen, ob´s was bringt. Die Überschrift des oben genannten  Blog-Beitrags gilt jedenfalls immer noch: Kopf hoch, Kleeblatt!

Narey – du Retter in der Not!

Morgen ist es auf den Tag genau drei Wochen her, dass unsere Kleeblattspieler beim beliebten Fürther Kärwazug mitgemacht haben – und das war auch gut so! Der Beifall für die Profispieler hielt sich allerdings zumindest dort, wo wir das Geschehen beobachtet haben, in Grenzen. Schließlich sah es nicht gerade rosig aus für die Spielvereinigung, die sich zu diesem Zeitpunkt mit dem letzten Tabellenplatz  begnügen musste. Deshalb sind wir gern als Claqueure aktiv geworden, als die Mannschaft an uns vorbeizog. Die Leute um uns herum wunderten sich erst ein wenig, dann aber klatschten sie zumindest kurz mit. Und als wir uns den „Khaled, Khaled!“-Rufen einer Narey-Verehrerin anschlossen, da schaute der so Angefeuerte tatsächlich für ein paar Sekunden direkt zu uns herüber. Er wirkte fast ein bisschen erstaunt ob so viel Begeisterung beim sonst eher fränkisch kühl-zurückhaltenden Publikum.
Aber man muss eines sagen: Die Frau hatte recht! Khaled Narey gehört nämlich fast immer zu den Besten auf dem Platz – wenn ihm auch einige Zeit trotz guter Leistung keine Tore glücken wollten. Diese Phase hat er, mittlerweile überwunden. Auch heute ist in erster Linie ihm der Sieg gegen den SV Sandhausen zu verdanken (Narey beim Abklatschen mit den Fans, Foto: Sportfoto Zink). Denn wie schon gegen die Auer Veilchen hat Narey auch heute gegen die Kurpfälzer für das so wahnsinnig wichtige Führungstor gesorgt (28. Minute).
Wir zählen die 28. Spielminute. Narey gelingt ein Traumtor, richtig schön anzuschauen, nach hervorragendem Zuspiel von Patrick Sontheimer – auch das soll nicht verschwiegen werden. Von da an läuft es rund fürs Kleeblatt, das allerdings heute wieder keinen Schnellstart hingelegt hat und wie so oft eher zögerlich ins Spiel gekommen ist. Der Narey-Treffer liegt schon ungefähr seit zehn Minuten in der Luft, bis Khaled das Leder dann tatsächlich in den gegnerischen Kasten versenkt, und das mit Eleganz! Mit der 1:0-Führung im Rücken vergisst man sofort die unangenehm kühlen acht Grad und den nicht minder kühlen Wind, der durch den Ronhof weht, ebenso wie die sinkende Spielqualität der Partie, als es Richtung Abpfiff der ersten Halbzeit geht. weiter lesen

Von Kleeblättern und einem „bunten Hund“

Auch auf die interessantesten Begegnungen im Fußball muss man manchmal verzichten. Das Aufeinandertreffen der Spielvereinigung mit Union Berlin war vor allem deshalb spannend, weil die Berliner in den vergangenen 14 Jahren kein Heimspiel gegen das Kleeblatt gewinnen konnten. Aber es gibt im Leben der Greuther-Weiber Ereignisse, wegen derer man auf Fußball verzichtet. Gerne sogar! Zum Beispiel den 80. Geburtstag eines Kollegen, der viele Jahre für die Nürnberger Zeitung fotografiert hat und als „bunter Hund“ zu einer Institution in der fränkischen Presselandschaft wurde: Erich Guttenberger. Er feierte seinen Ehrentag in einem bekannten Nürnberger Lokal. Die Greuther-Weiber waren eingeladen. Und unser Trost war die Möglichkeit, mit Hilfe digitaler Medien beim Union-Fürth-Spiel immer auf dem Laufenden zu sein.
Eines der Hightlights der Feier war sicherlich der Auftritt von Marilyn Monroe. Die Fürther Künstlerin hatte sich ins Outfit der amerikanischen Film-Ikone geworfen und eine wunderbare Laudatio auf das Geburtstagkind gehalten (Foto: Roland Questel): „Happy Birthday, Mister Pres – sefotograph“. Schon vor ihrer Performance lag das Kleeblatt durch ein Blitztor der Köpenicker in der dritten Minute mit 0:1 zurück, aber das kann einen als Kenner der Mannschaft inzwischen schon nicht mehr erschüttern. Manchmal ist im Laufe von 90 Spielminuten viel passiert, und die SpVgg konnte eine vermeintlich verlorene Partie doch noch zu ihren Gunsten drehen.
Also: Marilyn Monroe sprach, flirtete, sang Hilde Knefs Lied von „Roten Rosen“, die es für Erich Guttenberger regnen sollte. Und das Kleeblatt bekam den zweiten Gegentreffer ins Tor von Sascha Burchert. Dann die Halbzeitpause und die Hoffnung, dass mein Tipp – ein 2:2-Unentschieden und zumindest ein Punkt auf das magere Kleeblattkonto – doch noch in Erfüllung gehen könnte. Ein Blick aufs Smartphone nach einer Stunde: Die Kleeblätter hatten sich bemüht, gekämpft, und Maximilian Wittek hatte einen Anschlusstreffer geschafft. Super!
Marilyn Monroe alias Anja Hackl hatte sich längst verabschiedet und war entfleucht, als mir der Endstand offenbart wurde: 3:1 für Union Berlin. Die Köpenicker hatten ihre bis dahin schlechte Heim-Bilanz gegen die Spielvereinigung (kein Sieg/ein Unentschieden/sechs Niederlagen) verbessert und ihre Aufstiegsambitionen damit deutlich unterstrichen. Obwohl das Kleeblatt mehr Ballbesitz hatte (55 Prozent), ihm elf Schüsse aufs gegnerische Tor gelungen und von 490 Pässen immerhin 379 angekommen waren. Unterm Strich hat es aber wieder verloren, zum achten Mal in elf Spielen. Mit sieben Punkten bleiben die Fürther ganz tief im Keller der Zweiten Liga stecken.

Fußballerisch gesehen haben wir also nicht sehr viel versäumt. Erichs Geburtstagsfeier war uns auf alle Fälle wichtiger – sogar, wenn die Spielvereinigung gewonnen hätte!

Unsanfte Bauchlandung nach dem Höhenflug

Das Kleeblatt im Höhenflug – so sah es noch am vergangenen Sonntagnachmittag aus, als die Spielvereinigung im Ronhof Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegt hatte. (Es wäre eigentlich sogar ein 4:1-Sieg gewesen, wenn der Schiedsrichter das vierte Tor gegeben hätte!) Auch Fürths neuer Trainer Damir Buric, so steht zu vermuten, hat den Fürthern Auftrieb gegeben und sozusagen Flügel verliehen.

Mit berechtigtem Selbstbewusstsein reiste die Mannschaft deshalb nach Braunschweig. Das merkte man der Elf während der ersten 20 Spielminuten auch an: Das Kleeblatt bestimmte das Spielgeschehen, während Braunschweig – bisher in dieser Saison noch ungeschlagen, aber mit sechs Unentschieden nicht wirklich richtig erfolgreich – eher verhalten auftrat. Zur Sicherheit der Gastgeber trugen auch die Braunschweiger Fans wenig bei, die anfangs ihrer Mannschaft teiweise die sonst gewohnte Unterstützung versagten. Es war eigentümlich still im Stadion an der Hamburger Straße, geradezu gespenstisches Schweigen in Block 9. Während Fürth das Spiel gut 20 Minuten lang machte, ohne allerdings einen Treffer zu erzielen, landete Braunschweig den Ball schon nach dem ersten richtigen Angriff im Fürther Kasten und zeigte sich damit extrem effektiv, was die Chancenverwertung anbelangt. (Das Sportfoto Zink-Bild zeigt Fürths Tolcay Cigerci nach dem 2:0 durch Braunschweigs Baffo.) weiter lesen

Schröcki, Du bleibst für uns ein Kleeblatt!

Nein, so haben wir uns das Osterfest ganz bestimmt nicht vorgestellt: Heute wurde bekannt, dass die SpVgg Greuther Fürth den bis 2018 gültigen Vertrag mit Publikumsliebling Stephan Schröck aufgelöst hat. Vorausgegangen waren zwei Gespräche zwischen Manager Ramazan Yildirim und Schröck. Auf der Website des Vereins wird Yildirim dazu folgendermaßen zitiert:

„Wir haben gute und respektvolle Gespräche geführt und dabei diese Lösung erarbeitet. Stephan hat hier in Fürth einen besonderen Stellenwert, das war und ist uns bewusst.“

Das ist das Ende einer ganz besonderen Beziehung. Denn viele Fans – darunter auch wir –  haben Stephan Schröck mit seinem unermüdlichen Einsatz für das Kleeblatt in zahlreichen Spielen ins Herz geschlossen. Und es war eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruhte. Der gebürtige Schweinfurter, Sohn einer philippinischen Mutter und eines deutschen Vaters, hatte es einst aus der Kleeblatt-Jugend direkt zu den Profis geschafft. Und er war maßgeblich daran beteiligt, dass dem Kleeblatt der Aufstieg in die Erste Bundesliga gelang. Dann allerdings wechselte er – um seine fußballerische Karriere zu befördern – nach Hoffenheim. Doch dieser Plan war nicht von Erfolg gekrönt. Schröck kam dort nicht voran, wechselte ein weiteres Mal, diesmal zur Frankfurter Eintracht. Bald zeichnete sich aber seine Rückkehr in den Ronhof ab. Im Sommer 2014 holte ihn Helmut Hack zurück nach Fürth, es wurde ein Vierjahresvertrag abgeschlossen. Schröck sollte die Position des Rechtsverteidigers einnehmen – doch die behagte ihm schon bald nicht mehr. Es kam zu Reibereien zwischen Schröck und dem Management, und der Verein lieh ihn schließlich im Winter 2015/16 an den philippinischen Erstligisten Ceres-La Salle FC aus, was so mancher Fan als Affront gegen einen verdienten Mann wie Schröck empfand.

Im vergangenen Winter kam Schröcki, wie er von vielen liebevoll geannt wird, wiederum zurück nach Fürth. Aber der Weg in die erste Mannschaft war ihm nicht mehr vergönnt – und das, obwohl er sein Bekenntnis zum Kleeblatt immer wieder öffentlich  machte. Auch wir hatten in einer Leser-Umfrage ein starkes Echo bei den Fans gefunden, die ihr „Schröggla“ wieder in der Stammelf sehen wollten.

Nun ist die Beziehung zwischen Stephan Schröck und dem Kleeblatt also zu Ende. Wir bedauern das sehr, denn nach einem so quirligen, mit letztem Einsatz für seinen Verein kämpfenden Spieler wie ihn muss man lange suchen. Schröcki selbst ist vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden. Wie es für ihn beruflich weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Wir wünschen ihm auf jeden Fall, dass er seine Knieprobleme in den Griff bekommt und noch einmal einen Verein findet, bei dem er sich wohl fühlt und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Auf facebook hat Schröcki folgende Botschaft gepostet:

„Auf dem Papier bin ich nun zwar keiner mehr, aber im Herzen werde ich immer – ein Fädder sein!“

Darauf können wir nur antworten: Und in unserem Herzen bleibst Du auch für immer ein Kleeblatt!

Am Sonntag ist wieder Kleeblatt-Time

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Am nächsten Sonntag ist endlich wieder „Kleeblatt-Time“. Die Länderspielpause seit dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart ist dann vorbei. Allerdings – und da werde ich vielen Fußballfans aus dem Herzen sprechen: Die beiden Länderspiele waren unterhaltsam. Vor allem das Frendschaftsspiel gegen England war teilweise hoch emotional. Als Lukas Podolski bei seinem Abschiedsspiel in der Nationalmannschaft seine Begrüßungsworte sprach, das hatte was. Und nach seinem Traumtor in der 69. Minute – das 49. in seiner Länderspiellaufbahn – schwappten die Gefühle im Dortmunder Stadion und bei den Zuschauern vor den Fernsehgeräten über. Poldi – Du hast die Fußballszene bereichert und bist ein echt toller Typ! (Angeblich will Poldi, bevor er nach Japan geht, im Sommer noch eine Eisdiele eröffnen. Dazu wünschen wir ihm eine Extra-Portion Glück!)

Ob die Auswärtspartie der Spielvereinigung am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim ähnlich spannend wird, muss man sehen. Das Kleeblatt ist immerhin seit sieben Spielen ungeschlagen und steht momentan auf dem sechsten Tabellenplatz. Der 1:0-Sieg gegen den (damaligen) Tabellenführer VfB Stuttgart war Balsam auf die Seelen vieler Fürther Kleeblattfans. Die sportliche Leistung verbessert sich kontinuierlich. Die Mannschaft hat sich inzwischen mehr und mehr aufeinander eingespielt, das Konzept von Trainer Janos Radoki geht offensichtlich auf. Er gibt immer wieder auch jungen Spielern die Chance, sich in einem Zweitligaspiel zu bewähren. „Alte Hasen“ wie Robert Zulj, Niko Gießelmann und Marco Caligiuri sind eine sichere Bank. Und die (hoffentlich) baldige Rückkehr von Jurgen Gjasula (nach langem krankheitsbedingtem Ausfall) könnte dem Team einen Schub geben.
Es sind noch neun Spiele bis zum Saisonende am 21. Mai im Fürther Ronhof, wenn das Kleeblatt zum krönenden Abschluss gegen Union Berlin antritt – den aktuellen Tabellenführer. Die Gegner bis dahin sind mit z.B. Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden keine leichten, aber äußerst attraktiv. Vielleicht – und da werden so manche wieder sagen, wir Greuther-Weiber sehen die SpVgg manchmal zu sehr durch die rosarote Brille – wird nach dem Abpfiff des letzten Spiels der Saison 2016/17 der Berliner Kiezverein in die Bundesliga aufsteigen. Und das Kleeblatt steht dann womöglich wieder einmal auf dem Relegationsplatz…

Sieg Nummer 400 in der Zweiten Liga!

Also, am Anfang war das schon eine Enttäuschung: Da kommt man extra frühzeitig aus einem wunderbaren Langlauf-Urlaub zurück, um das Heimspiel des Kleeblatts gegen Fortuna Düsseldorf nicht zu verpassen – und was kriegt man geboten? Eine erste Halbzeit zum Gähnen, in der sich nach dem schwachen Auftritt in Aue schon die nächste Fürther Nullnummer ankündigte. Nichts wirklich Erwähnenswertes auf beiden Seiten, schlechtes Zuspiel, unkonzentrierte Aktionen. Doch wie aus dem Nichts gelingt Robert Zulj in der 41. Minute das Führungstor für die Spielvereinigung, nachdem sich die Düsseldorfer Abwehr um die falschen Kleeblattspieler gekümmert hat und der Ball direkt vor den Füßen von Zulj gelandet ist. Da lässt sich Zulj natürlich nicht zweimal bitten und sagt auf seine typische Art „danke“! 1:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff – strategisch nicht schlecht!

Seitenwechsel nach der Pause, und man fragte sich, was der Düsseldorfer Coach Friedhelm Funkel in der Kabine mit seiner Elf gemacht hatte. Denn die Fortuna schien wie verwandelt und startete fulminant in die zweite Spielhälfte. Ganz schnell hätte es da zum Ausgleich kommen können, wenn nicht sogar zum 2:1 für die Gäste. Die drehen immer mehr auf, setzen das Kleeblatt unter Druck. Fürth kann sich zunächst nur mit einer härteren Gangart – sprich: unerlaubten Aktionen – dagegen zur Wehr setzen. Vor allem Patrick Sontheimer erlaubt sich zu viel und sieht nach einem Foul an Kevin Akpoguma prompt die Gelbe Karte. Trainer Janos Radoki reagiert richtig und nimmt den jungen Spieler schnell vom Platz, bevor noch mehr Unheil passiert. Adam Pinter wird für Sontheimer eingewechselt (53. Minute), er kann aber heute kaum für Aufsehen sorgen. Auch Serdar Dursun fällt nichts Besseres ein, als gegen den gefährlichen Akpoguma den Ellbogen auszufahren – zu Recht gibt es für ihn ebenfalls Gelb. Immerhin: Die Partie ist jetzt richtig spannend, und der Druck durch die Fortuna wird immer stärker – dass den Gästen nach wie vor kein Gegentor gelingt, grenzt fast an ein Wunder.

Aber man braucht manchmal halt auch ein Quäntchen Glück im Fußball. Heute ist es eben der Spielvereinigung hold, bei der inzwischen Veton Berisha für Mathis Bolly ins Spiel gekommen ist (65.). Die Fortuna hat dagegen weniger Fortune, obwohl Trainer Funkel alles riskiert und zum dritten Mal wechselt – weiterhin ohne Erfolg. Im Gegenteil, die Rheinländer lassen in den letzten 20 Minuten der Partie deutlich nach, sehr zur Erleichterung der Gastgeber. Die drehen sogar noch mal richtig auf: In der 85. Minute gelingt Zulj fast das 2:0, aber eben nur fast. Kurz danach verletzt er sich durch einen unglücklichen Aufprall auf dem Boden, für ihn kommt in der bereits angebrochenen Nachspielzeit Sercan Sararer (90.). Die letzten Minuten werden noch einmal zur Zitterpartie – kann das Kleeblatt die knappe Führung über die Zeit bringen oder nicht?

Es kann, obwohl Schiedsrichter Patrick Alt nach den angesagten drei Minuten Nachspielzeit immer noch nicht Schluss machen will. Endlich – er schaut auf die Uhr und greift zur Pfeife! Gott sei Dank! Das Kleeblatt fährt mit diesem 1:0 übrigens einen historischen Sieg ein: Es ist der 400. in der Zweiten Bundesliga. Jede Menge Anlass zum Feiern also im Ronhof. Und dann am kommenden Freitag mit neuer Kraft und Selbstbewusstsein gegen die Würzburger Kickers antreten, die heute ihre lange 1:0-Führung nicht halten konnten und in Bochum am Ende noch mit 1:2 unterlagen. Und nach dem „kleinen Frankenderby“ folgt ja dann am 5. März das große, wenn der Club im Ronhof auflaufen muss.

Da hilft auch keine weiß-grüne Ente

Im Winterurlaub das DFB-Achtelfinale im Ronhof zu verpassen, ist schade. Aber als kleiner Glücksbringer ist eine SpVgg-Ente mit dabei (Foto). Wenn ein Spiel allerdings so verläuft wie gestern Abend die Begegnung der Spielvereinigung gegen den Erstligisten Borussia Mönchengladbach, dann kann man die Abwesenheit als engagierte Greuther-Weiber verkraften.

Aufgrund des glücklichen 4:1-Sieges vergangenen Freitag in der Zweiten Liga gegen Hannover 96 hatten wir dem Kleeblatt sogar gute Außenseiterchancen eingeräumt. Aber nach dem 1:0 der Borussen durch Oscar Wendt in der 12. Minute war man schon leicht ernüchtert. Die Rote Karte für die Fürther Neuerwerbung Adam Pinter sechs Minuten später wegen groben Foulspiels hatte natürlich den Platzverweis zur Folge. Damit war für den fränkischen Underdog schnell klar, dass er nur mehr wenig Chancen hatte, den Erstligisten aus dem Pokal zu katapultieren. Das zweite Tor von Borussia Mönchengladbach ließ dann nicht lange auf sich warten (Thorgan Hazard in der 36. Minute).

Motiviert und gestärkt kamen die Kleeblätter nach der Pause zurück auf den Platz. Eine gute Möglichkeit durch Robert Zulj und Sercan Sararer 20 Minuten vor Spielende landete leider im Außennetz.

Schon am kommenden Freitag, 10. Februar, gastiert die Spielvereinigung bei Erzgebirge Aue. Hoffentlich hat die Mannschaft um Trainer Janosch Radoki bis dann das verlorene DFB-Pokalspiel abgehakt.

Kleeblatt und Kirche passen gut zusammen

Das tolle eiskalte Winterwetter verführt auch Greuther-Weiber dazu, öfter spazieren zu gehen. Mal mit dem Tierorakel Daisy, mal alleine. Der Weg vom Babylon Kino kommend entlang der schlittenfahrenden Kinder und dann rein in den Fürther Stadtpark ist zurzeit sehenswert. Beim Rosengarten geht man links an der Auferstehungskirche und dem Hiroshima-Mahnmal des in Fürth lebenden japanischen Künstler Kunihiko Kato vorbei. Wenn man dann gerade auf das Pfarrhaus zuläuft, ist sie beim Eingang in den Pfarrgarten (etwas versteckt) zu sehen: Eine kleine Fahne der Spielvereinigung (mittleres Foto). Das weiß-grüne Accessoire macht sich an diesem Platz sehr gut.

Ich habe mir überlegt, wer hier wohl der Kleeblattfan sein könnte. Ist es Pfarrerin Irene Stooß-Heinzel? Oder ein Mitarbeiter des im Haus auch untergebrachten Evangelischen Diakonievereins Fürth Auferstehungskirche e.V? Ich tippe jedoch schwer auf Pfarrer Wolfgang Vieweg. Immerhin ist auf der Homepage der Gemeinde unter den „Links“ einer, der zur Spielvereinigung führt. Und zum Thema „Fußball“ finde ich auf der Website Informationen für „Interessierte im Alter von 15 bis 58plus“: Jeden Samstag trifft man sich um 9.50 Uhr am Pappelsteig. Dort kickt man dann neben der Pegnitz im Wiesengrund am Engelhardsteg/Pappelsteig. Es dürfen alle mitmachen, die Spaß am Fußball haben und etwas Talent dazu. Die Fußballmannschaft wurde Anfang der 1980er Jahre ins Leben gerufen. Drei der Gründungsmitglieder spielen heute noch mit.
Und dieser Gemeindekick läuft unter Federführung von Pfarrer Wolfgang Vieweg, der in einem Artikel im Monatsgruß (Zeitschrift der evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Fürth) zum Thema „Kirche und Sport“ schreibt:

„Und was tun Sie für Ihren Körper?“ werde ich hin und wieder gefragt, wenn ich darauf hinweise, dass es nichts schadet, etwas für die Seele zu tun. Wenn ich dann darauf hinweise, dass ich immer noch in der Fußballmannschaft unserer Kirchengemeinde herumkicke, ernte ich oft ungläubiges Erstaunen. „Kirche und Sport schließen sich doch gegenseitig aus. Entweder- oder!“, heißt es dann im Extremfall. Aber ist diese Kombination denn wirklich so skurril? Ich denke nicht, denn es gibt mehr Gemeinsamkeiten zwischen Kirche und Sport, als man denkt….Deshalb ist der Fußball auch nicht mein Leben. Das Leben ist mehr. Aber der Fußball ist ein schönes Stück davon. Viel Spaß bei einer der schönsten Nebensachen der Welt wünscht Ihnen Pfarrer Wolfgang Vieweg.“