Kleeblatt vergeigt das Kärwaspiel

Heimspiele am Kärwasonntag haben für Kleeblattfans immer eine ganz besondere Faszination. Immerhin 9350 Zuschauer konnte man heute im Ronhof zählen. Vormittags war schon eine Gruppe von Kleeblattanhängern lautstark durch das Kirchweihgelände gezogen (Foto: KH) und hatte mit ihrem Anliegen – eine Spielvereinigung ohne das Wort „Greuther“ im Namen – für einiges Aufsehen bei den ersten Kirchweihbesuchern gesorgt. Da war kaum ein Durchkommen, aber alles blieb friedlich.

Das Fußballspiel gegen den (bis zu diesem Zeitpunkt) Tabellenvorletzten der Zweiten Liga, Holstein Kiel, sollte aus Fürther Sicht kein gravierendes Problem werden. Und auch OB Thomas Jung hatte beim gestrigen Anstich des ersten Bierfasses bei der Kärwa-Eröffung Orakal spielen wollen: So viele Schläge, wie er benötige, so hoch könne die Spielvereinigung heute auch gewinnen. Jung brauchte drei Schläge.

Pustekuchen! Es kam komplett anders. Die Partie ging tatsächlich 3:0 aus. Allerdings für die Kieler. Die Männer aus Holstein waren deutlich überlegen und profitierten von Fehlern einer Fürther Mannschaft ohne Biss und Konzept. Tor Nummer 1 fiel in der 27. Minute: Janni Serra lief um Kleeblatt-Keeper Sascha Burchert – der weit aus dem Tor gekommen war – herum auf traf aus äußerst spitzem Winkel ins Fürther Tor. Eine sportliche Reaktion der SpVgg war praktisch nicht vorhanden: unzählige Ballverluste, schlechte Pässe, die Offensive litt offenbar unter „schweren Beinen“.
Demzufolge starteten die Störche aus Kiel die zweite Halbzeit mit einem zweiten Tor, das Makana Baku für sich verbuchen konnte. Den Treffer hatte Ex-Kleeblatt David Atanga geschickt eingeleitet. Aber nicht mal dieser Rückstand rüttelte die SpVgg auf. Nicht ein einziger Schuss aufs Kieler Tor! Und als eine gute Stunde im Fürther Ronhof vergangen war, erhöhte Baku dann noch zum 3:0 für die Gäste. Fürth erwachte erst dann aus dem gefühlten Zustand des Wachkomas. Harvard Nielsens und Julian Greens zaghafte Versuche, einen Abschluss zu machen, scheiterten leider kläglich.
Nach dem verlorenen Heimspiel gingen viele Kleeblattfans eher mit gedrückter Stimmung auf die Kärwa. Vor dem Stadtteater trafen sich weiß-grün gekleidete Fans bei fränkischer Musik der „Kapelle Konrad“ (Foto: KH), aber nicht mal die fetzige Musik konnte frustrierte Fans aufbauen. Kein Grund zum Feiern!
Hoffen wir auf eine bessere sportliche Leistung bei der nächsten Begegnung beim Hamburger SV am nächsten Samstag. Oft spielt das Kleeblatt auswärts bei guten Mannschaften (siehe letztes Spiel gegen den Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart) ja deutlich besser als zu Hause gegen vermeintlich schlechte Teams.

Gelbwurst und Kniela konnten nicht abfärben

Die erste Begegnung der neuen Spielzeit 2019/20 startete die Spielvereinigung in den Farben der Nostalgietrikots der Meisterelf von 1929: blau-schwarz. Die damaligen Spieler hatten Spitznamen wie Gelbwurst, Kniela oder Pippel. Leider war die heutige Mannschaft nicht so erfolgreich wie die vor 90 Jahren. Sie verlor gegen Erzgebirge Aue mit 0:2. Das Ergebnis dieser Heimniederlage spiegelt allerdings nur zum Teil die Leistung der Kleeblätter wider. weiter lesen

Zieht euch warm an, Kleeblattfans!

Kleeblattfans machen gerade harte Zeiten durch. Nach den Erfolgen zu Anfang der Saison 2018/19 konnte man mit Hochstimmung in die Spielzeit starten. Aber seit Mitte November und der 0:4-Auswärtsniederlage gegen Union Berlin ist der Wurm drin. Das Heimspiel gegen den FC Magdeburg hat die Spielvereinigung gerade noch – in der dritten Minute der Nachspielzeit durch einen glücklichen Treffer von Richard Magyar – mit 3:2 gewonnen. Die 0:4-Niederlage beim Bundesligaabsteiger 1. FC Köln konnte man auch nachvollziehen. Aber eine 0:5-Klatsche zu Hause gegen Erzgebirge Aue – das geht gar nicht. Deshalb sehen Kleeblattanhänger der morgigen Begegnung in Hamburg gegen den FC St. Pauli mit mehr als gemischten Gefühlen entgegen. Die Kiezmannschaft liegt (punktgleich mit Union Berlin) auf dem vierten Tabellenplatz der Zweiten Liga und ist kein sportliches Leichtgewicht. Und auch beim letzten Spiel der SpVgg vor der Winterpause  (Freitag, 21. Dezember) auswärts beim SV Sandhausen kann’s noch mal brenzlig werden.

Freunde haben den Greuther-Weibern zum Nikolaus eine weiß-grüne Greuther-Fürth-Ente geschenkt. Besonders witzig sind die kleine Pudelmütze und der Minischal, die sie auf dem Kopf hat. Wir hoffen, dass es keine ironische Anspielung auf die schlechte fußballerische Leistung der Kleeblätter sein sollte. Muss man sich bei den nächsten Spielen womöglich warm anziehen? Hoffentlich nicht! – Jedenfalls habe ich mir zum morgigen Spiel eine kleine Fotocollage (Foto: KH) erlaubt.

Kleeblatt behält die Rote Laterne

Ich glaube, das Kleeblatt-Maskottchen Eddy – ein grüner Drache – hat es schon kommen sehen. Ab der 56. Minute lief er völlig niedergeschlagen und bedröppelt am Spielfeldrand entlang. Mit gutem Grund: Eine Minute vorher hatte der FC Ingolstadt das Führungstor geschossen. Wahrscheinlich ahnte Eddy schon, was noch kommen sollte.

Die Begegnung der beiden „Kellerkinder“ der Zweiten Liga – die Spielvereinigung und Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt – im Ronhof startete bei besten (Wetter-)Bedingungen. Erst vor zwei Tagen hatten sich die Schanzer ihres bisherigen Trainers Maik Walpurgis „entledigt“ und ihn gegen Stefan Leitl ausgetauscht. Der stand heute natürlich gewaltig unter Druck.
Die Partie startete ganz vielversprechend, beide Teams spielten schnell und passgenau. Die 8655 Zuschauer hofften auf viele Tore, sahen sich aber bald enttäuscht. Keine der Mannschaften zeigte wirklich Klasse. In der Halbzeitpause hatte Leitl seinen Schanzern wohl eingeheizt. Denn sie gingen nach zehn Minuten in Führung: Nach einem Abspielfehler von Marco Caligiuri (der bis dahin routiniert und eiskalt verteidigt hatte) gibt Marvin Matip den Ball zu Sonny Kittel in den Strafraum, und dieser knallt die Kugel ins „kurze“ Eck. Fürths Torwart Balazs Megyeri machte dabei keine allzu gute Figur. Nach dieser Führung der Gäste bekam Eddy (siehe oben) die Krise. Zu Recht, denn wenig später foulte Fürths neuer Innenverteidiger Matti Langer bei seinem Debüt – schon mit einer Gelben Karte verwarnt – Stefan Lex und handelte sich einen Platzverweis ein (58.). Die Spielvereinigung musste ab jetzt in Unterzahl gegen den Rückstand kämpfen.
Weiterhin waren die Aktionen des Kleeblatts konfus und hektisch: hier ein Fehlpass, da ein unnötiges Foul, Torschüsse weit am Ziel vorbei, kein Konzept, kein Plan. Trainer Janos Radoki wechselte Sebastian Ernst und Philipp Hofmann ein, zwei offensive Kräfte, die es aber auch nicht mehr herausreißen konnten. Kurz vor Spielende blieb Sebastian Ernst mit einer Einzelaktion im Strafraum hängen (87.). Und Khaled Narey – wie so oft der Unermüdliche im Kleeblatt-Team – fasste sich in der Nachspielzeit ein Herz und schoss aus dem Stand heraus in die Arme von Ingolstadts Keeper Örjan Nyland.

Die Spielvereinigung rangiert nach dem vierten Spieltag und der zweiten Heimniederlage mit null Punkten allein auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Sie gastiert nach der Länderspielpause am Freitag, 8. September, 18.30 Uhr, bei Dynamo Dresden. Bis dahin muss sich Janos Radoki etwas einfallen lassen!

Omladic schafft noch Anschlusstreffer

Dieses Wochenende sollte für mich ein besonderes, erfolgreiches werden. Das Klassentreffen anlässlich unseres Abitur-Jubiläums in Erlangen war in jeder Hinsicht perfekt: viele Teilnehmer, schönes Wetter, lustige Erinnerungen en masse. Aber in sportlicher Hinsicht wurde das Wochenende dann doch noch ein Flop: Der Jamaikaner Usain Bolt, den ich für einen Ausnahmesportler halte, wurde am späten Samstagabend bei der Leichtatlethik-WM in London im 100-Meter-Lauf leider nur Dritter. Und heute kam es noch dicker. Das Kleeblatt legte einen klassischen Fehlstart hin und verlor das erste Heimspiel der Saison gegen Arminia Bielefeld mit 1:2.

Nach der 0:1-Niederlage letzte Woche beim Bundesliga-Absteiger Darmstadt 09 hatte Trainer Janos Radoki Jurgen Gjasula und Sebastian Ernst in die Startelf gesetzt. Eine gute Entscheidung, vor allem Ernst spielt kreativ, konzentriert und hätte dem Kleeblatt beinahe ein frühes Tor beschert. Das wäre es doch gewesen, beim ersten Spiel nach Eröffnung der neuen Haupttribüne! In den ersten 25 Minuten ging zwar der Druck von der Spielvereinigung aus, es fehlte allerdings das nötige Können zum erfolgreichen Abschluss. Und dann gab es Saures: Fabian Klos passt exakt in den Fürther Strafraum, und Keanu Staude macht mit einem Kopfball in der 38. Minute das Tor für Arminia. Dann der nächste Dämpfer. Kurz nach dem 0:1 agiert Serdar Dursun mal wieder unnötig robust und holt Staude im Fürther Strafraum von den Beinen. Schiedsrichter Patrick Ittrich überlegt keine Sekunde, und Fabian Klos verwandelt den fälligen Elfer zum 2:0 (42.). weiter lesen

Jämmerlich: Gegen den Absteiger zu Hause verloren

Ganz sicher war ich mir heute, dass die Spielvereinigung gegen den schon feststehenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC nicht verlieren wird. Übermütig hatte ich mit einem 4:0-Sieg gerechnet. Von wegen! In der 89. Minute trafen die Karlsruher durch Rolim Yann ins Tor von Balazs Megyeri, und so hat das Kleeblatt mit der ersten Heimniederlage unter Coach Janos Radocki (Foto) die Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu klettern, aus eigener Dummheit vergeigt.

Mit vielen Ausfällen musste Trainer Radoki heute seine Mannschaft zusammenflicken, die Youngster Daniel Steininger, Christian Derflinger, David Raum und Patrick Sontheimer waren z.T. in der Startelf und machten keine so schlechte Figur. Trotzdem verging eine halbe Stunde, bis die Kleeblätter durch Steininger (31./35./44.) und Gießelmann (39.) vielversprechende Möglichkeiten hatten. Aber Qualität auf dem Fußballplatz zeichnet sich vor allem durch Abschlüsse, sprich: Tore aus. Und davon war heute im Ronhof nichts zu sehen.

In den zweiten 45 Minuten vereitelte Fürths Keeper Megyeri Chancen des KSC, auf der Fürther Seite versuchten der eingewechselte Mathis Bolly (63./69.), der heute glücklose Serdar Dursun (64.) und Marcel Franke (67.), Möglichkeiten in einen Treffer und drei Punkte umzumünzen. Es klappte in einer niveauarmen Partie einfach nicht! Seelisch hatte ich mich (wie vermutlich die meisten der knapp 8300 Zuschauer) schon auf ein Unentschieden eingestellt, als es dann in der 89. Minute doch passiert: Dem Brasilianer Rolim Yann gelingt es, sich an der rechten Strafraumkante gegen drei Fürther durchzusetzen, er zieht ins Zentrum und schießt aus 16 Metern mit dem linken Fuß aufs Fürther Tor. Megyeri muss konsterniert mit ansehen, wie der Ball vom Innenpfosten in die Maschen geht. Mit diesem Treffer fährt der KSC nach acht sieglosen Spielen in Serie wieder einmal drei Punkte ein, die ihm allerdings nichts mehr nützen. Der Abstieg ist beschlossene Sache.
Am nächsten Sonntag, 14. Mai, fährt die Spielvereinigung nach Hamburg und wird im vorletzten Saisonspiel auf St. Pauli treffen. Ob das Kleeblatt dort gewinnen und dann auf den fünften Tabellenplatz kommen kann, hängt von einigen Faktoren ab: Der 1. FC Nürnberg darf zeitgleich nicht gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und Dynamo Dresden muss gegen den heutigen Sieger, den Karlsruher SC, verlieren. Es wird also total spannend!!!

Jetzt wird die Luft dünn fürs Kleeblatt

Ich neige im Allgemeinen nicht dazu, niedergeschlagen zu sein. Bis auf wenige Ausnahmen und Anlässe vielleicht. Aber heute macht mich die 0:1-Niederlage der Spielvereinigung im heimischen Ronhof gegen den FC Kaiserslautern traurig – und auch ein wenig wütend. Nach dem glücklichen 2:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den Erstligisten Mainz 05 am letzten Mittwoch hatte die angeknackste Stimmung der Kleeblattfans einen echten postiven Schub bekommen. „Na also, es geht doch“, sagten sich viele nach dem Einzug ins Achtelfinale. Und freuen sich auf die nächste Runde im DFB-Pokal, das Heimspiel im Februar 2017 gegen Borussia Mönchengladbach.

Aber heute war jeder Optimismus wieder dahin. Da verhalf das Kleeblatt der aktuell angeschlagenen Mannschaft aus Kaiserslautern zum ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Im Gegenzug verloren die Fürther zum vierten Mal in Folge ohne eigenes Tor. Die Krise spitzt sich zu, der Verein rangiert nach elf Spielen mit nur elf Punkten auf dem 15. Tabellenplatz der Zweiten Liga. Lediglich einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt.

Woran es heute wieder lag? Aus meiner Sicht waren die verzweifelten Bemühungen der SpVgg, nach dem Tor von Osawe in der 51. Minute wieder ins Spiel zu kommen, symptomatisch. Das Kleeblatt machte durchaus Druck und versuchte, sich gegen die Roten Teufel zu behaupten. Zuerst vergaben Veton Berisha (55.) und Robert Zulj (57.) zwei gute Chancen für einen Ausgleich. Nichts war’s. Und dann vergeigte Sebastian Freis wenige Minuten später Supermöglichkeit Nummer drei: Er wurde freigespielt, lief beherzt mit dem Ball auf Gästekeeper Julian Pollersbeck zu, dann verließ ihn der Mut, er traute sich den Abschluss offenbar nicht zu und gab an Zulj ab. Ein verhängnisvoller Fehler, weil der Lauterer Koch schneller war…
So endete die Partie vor knapp 8500 Zuschauern mit einer Heimniederlage. Die – so hoffe ich inständig – Trainer Stefan Ruthenbeck nicht den Kopf kosten wird. Denn mal ganz ehrlich: Am Mittwoch war nach dem Sieg im Pokalspiel die Welt wieder ein wenig gerade gerückt. Auch wenn heute wieder alles dunkelgrau scheint: Würde eine Trainerentlassung zum jetztigen Zeitpunkt wirklich nachhaltig etwas ändern?

Das Kleeblatt geht gegen Liga-Neuling Würzburg baden

SpVgg Greuther Fürth - Würzburger Kickers„Frankenderby“, darunter verstand man bislang immer Fußballspiele zwischen Fürth und Nürnberg. Seit dieser Spielzeit müssen wir umdenken. Denn jetzt kommen die Partien gegen den Liga-Neuling, die aus der 3. Liga aufgestiegenen Würzburger Kickers, hinzu. Und das erste Frankenderby der Saison 2016/17 haben die Newcomer aus Unterfranken mit 3:0 im Ronhof gegen das Kleeblatt für sich entschieden – ihre Fans jubelten zu Recht (Foto). Ein rabenschwarzer Tag für Fürth!

„Hurra, hurra, die Würzburger sind da!“, mit diesem Schlachtruf zogen die Fans des FWK am späten Nachmittag vom Fürther Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Ronhof. Da ernteten sie noch so manch herablassendes Lächeln bei den Fürthern. Doch was die Kickers dann im Sportpark zeigen sollten, war von Anfang an durchdacht und überzeugend – leider, muss man aus Kleeblatt-Sicht sagen. Schon in der 11. Minute gelang David Pisot das Führungstor. Er konnte damit den ersten ernst zu nehmenden Angriff der Gäste effektiv umsetzen. Und in der zweiten Halbzeit (79. Minute) noch einen zweiten Treffer im Fürther Kasten versenken, nachdem Rama äußerst clever einen Eckball für die Würzburger herausgeholt hatte. Ausgerechnet Tobias Schröck – der Namensvetter des früheren Fürther Publikums-Lieblings – erhöhte in der 84. Minute auf 3:0.

Für das Kleeblatt war es heute natürlich eine mehr als schwierige Aufgabe, denn Trainer Stefan Ruthenbeck musste auf seine routiniertesten und erfolgreichsten Spieler verzichten. Gleich fünf Mann fehlten: Robert Zulj wurde aufgrund einer Tätlichkeit in der Partie gegen Fortuna Düsseldorf nachträglich für drei Spiele gesperrt, außerdem sind Sercan Sararer, Jurgen Gjasula, Veton Berisha und Mathis Bolly verletzt. So kamen junge Spieler wie Benedikt Kirsch, Daniel Steininger und George Davies zum Zuge. Aber die schafften es einfach nicht, das kluge Würzburger System zu knacken. Obwohl die SpVgg in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz als die Würzbuger vorzuweisen hatte – in ein Tor konnte sie diese Leistung nicht ummünzen. Da nützte es auch nichts, dass Ruthenbeck in der zweiten Spielhälfte Serdar Dursun für Nicolai Rapp und Ilir Azemi für Benedikt Kirsch einwechselte und mit zwei Stürmern in der Spitze operierte. Der Auftritt der Unterfranken wirkte insgesamt routinierter als der der Gastgeber, die eigentlich die Routiniers hätten sein müssen.

So bleibt für Kleeblatt-Fans heute nur ein schwacher Trost: Der Club aus der Ost-Vorstadt hat in Bochum eine 4:5-Niederlage eingesteckt und belegt damit – zumindest vorläufig – den letzten Platz in der Tabelle der 2. Bundesliga. Und der FCN ist ja bekanntlich unser nächster Gegner, und zwar schon am kommenden Dienstag, 20. September. Da kommt es dann zum „echten“ Frankenderby, in dem unser Kleeblatt hoffentlich erfolgreicher sein wird als im heutigen Derby zwischen Mittel- und Unterfranken.

2:4 im Ronhof – Ist das Christkind ein Roter Teufel?

Das war heute eine extrem bittere Heimniederlage für die Spielvereinigung. Sie führte 67 Minuten gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 2:0. Sie hatte Oberwasser und wirkte selbstbewusst. Doch die RotenTeufel verstanden es, das Spiel komplett zu drehen, das Kleeblatt zu düpieren, und dann mit einem 4:2-Sieg vom Platz zu gehen.
Wie kann so etwas passieren? Die Ursache liegt nicht im schlechten Spiel der Fürther Mannschaft. Denn sie hat sich inzwischen unter Trainer Stefan Ruthenbeck gefestigt und ist spielsicherer geworden. Die Pässe sind wieder öfters auf den Punkt gebracht, die Spieler agieren als Team und zeigen Charakter. Aber dann – so auch heute wieder  – schwächeln sie vor dem gegnerischen Tor, beim Spielabschluss. Diesen Schuh muss sich Veton Berisha anziehen. Er und Jurgen Gjasula sahen heute nicht allzu gut aus.SpVgg Greuther Fürth - FC KaiserslauternDer 2:0 Vorsprung war Sebastian Freis zu verdanken, der mit seinem sechsten und siebten Saisontor die SpVgg in Führung gebracht hatte. Doch dann – nach der Pause – wachten die Lauterer auf, sie wurden lebendiger und spielten einige Chancen raus. Dass es ausgerechnet das Ex-Kleeblatt Kacper Przybylko sein sollte, der den Anschlusstreffer machte, das war für die SpVgg ein Dämpfer. Doch damit nicht genug: In der 81. Minute traf der Rote Teufel Tim Heubach in den Kasten, den Sebastian Mielitz eigentlich sauber halten wollte. Und zwei Minuten später war es erneut Przybylko, der das Tor machte. Die 9 000 Kleeblattfans im Ronhof waren geschockt. Aber sie hofften noch auf einen 3:3-Ausgleich. Nein, vergebens. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit trifft Deville in den (weiß-grünen) Kasten.Und versaut allen Kleeblattanhängern den ersten Advent.

Eine echte Schlappe für die Spielvereinigung, die sich beim 2:0 zu Beginn des Spieles schon auf dem dritten Tabellenplatz wähnte. Das blieb eine Illusion. Der sechste Rang mit 24 Punkten ist Realität. Dazu kommt das bescheidene Torverhältnis.
Jetzt ist erst mal eine Woche Pause, Zeit zum Glühweintrinken und zum Reflektieren, woran es liegen könnte.Und dann könnte man auswärts gegen den SV Sandhausen gewinnen! Das wäre doch was?

SpVgg Greuther Fürth - FC Kaiserslautern

Schwache Vorstellung im Ronhof

SpVgg Greuther Fürth - FSV FrankfurtMüssen wir uns jetzt ernste Sorgen machen? Als Optimistin sage ich: nein. Als Realistin: ja. Im vierten Saisonspiel hat die SpVgg zu Hause eine Niederlage gegen den FSV Frankfurt eingefahren. Das Kleeblatt bot eine nicht gerade blamable, aber dürftige Vorstellung vor heimischem Publikum.
Eigentlich fing alles ganz relaxt und vielversprechend an: In den ersten 20 Minuten spielte das Kleeblatt beherzt, überlegt und angriffslustig und ließ auf ein gutes Spiel hoffen. Aber das Tor des Frankfurters Besar Halimi in der 27. Minute verpasste den Kleeblättern – Spielern wie Fans – einen herben Dämpfer.
Woran liegt es eigentlich? Ich sage es ganz offen: Die Mannschaft agiert uninspiriert und handelt nach Schema F. Offensive Aktionen kommen meist über die Außenflügel, die Angriffe sind nicht kreativ genug. Für den jeweiligen Gegner sind das Handeln und das spielerische Konzept der SpVgg zu leicht durchschaubar. Auch nach dem Einwechseln von Dani Kumbela und Geburtstagskind Stephan Schröck in der 60. Minute kam kaum Leben in das Team. Nur Kumbela schaffte es mit seinem unorthodoxen Spiel, ein paar Tormöglichkeiten erahnen zu lassen.
Dann die Abwehr der SpVgg: Sie ist oft zu zerfahren und abwartend, da fehlt es an konsequentem Verteidigen. Deshab erkannte auch der frisch eingewechselte Timm Golley kurz vor Spielende (88.) nach einem FSV-Einwurf und einem schwachen Moment von Benedikt Röcker, dass der Fürther Keeper Sebastian Mielitz zu weit vor dem Gehäuse stand und lupfte den Ball souverän mit dem Außenrist in die Maschen. Der 2:0-Erfolg bedeutete den ersten Saisonsieg des FSV Frankfurt.
Mein Hauptkritikpunkt ist inzwischen der Fürther Torhüter Sebastian Mielitz, dessen aufgeregte und nervöse Art einfach keine Sicherheit im Fürther Strafraum vermittelt. Ich denke zurück an Wolfgang Hesl, dem es mit seiner ruhigen Art oft gelang, Ruhe ins Spiel zu bringen. Nach meinem Geschmack ist Mielitz eines der großen Handicaps im Team der SpVgg. Unser Foto zeigt den Keeper enttäuscht nach dem Spielende.