Versöhnlicher Saisonabschluss – auch dank Fabian Reese

Spannung bis zur letzten Minute im letzten Spiel der Zweitliga-Saison 2018/19: In der zweiten Minute der Nachspielzeit gelingt Richard Magyar der 2:1-Siegestreffer gegen den FC St. Pauli – das Kleeblatt hat sich damit den 13. Tabellenplatz gesichert. Das erste Tor war Fabian Reese (Foto: Sportfoto Zink) in der 51. Minute gelungen, nach einer Vorlage, die ebenfalls von Magyar kam. Insgesamt ein versöhnlicher Abschluss einer Spielzeit, in die Fürth vielversprechend startete, bevor plötzlich der Wurm drin war und man zeitweise sogar um den Klassenerhalt fürchten musste. 

Zahlreiche St. Pauli-Fans hatten ihr Team nach Franken begleitet, im Ronhof wurde ihnen deshalb ein zusätzliches Kontingent an Plätzen überlassen: Eine mit fast 14.000 Zuschauern beeindruckende Kulisse – schade, dass es in den vergangenen Monaten nicht öfter so war. Außerdem hatten sich die Anhänger beider Mannschaften eine originelle Choreografie einfallen lassen, was er Partie einen zusätzlichen Reiz verschaffte. Zusammen mit den angenehm frühsommerlichen Temperaturen also beste Voraussetzungen für einen interessanten Fußball-Nachmittag.

weiter lesen

Kapitän Caligiuri im Pech

Einmal mehr der beste im Team: Marco Caligiuri.   (Foto: Sportfoto Zink)

3:1 hatte ich getippt – das Nachhol-Spiel gegen Dynamo Dresden erschien mir machbar. Viele Faktoren sprachen auch für einen Kleeblattsieg: Es war ein Heimspiel, das Wetter war angenehm und die Sachsen hatten erst drei Tage vorher beim Derbyrivalen Erzgebirge Aue eine kräftezehrende Aufholjagd hingelegt. Sie machten dort aus einem 0:1-Rückstand noch einen 3:1-Sieg.

Trotzdem gab es gestern Abend im Ronhof nur eine Nullnummer. Die Fans auf beiden Seiten waren hochmotiviert. Immerhin 12.590 Zuschauer waren im Stadion, rund 1700 SGD-Fans hatten zum zweiten Mal die Reise nach Fürth angetreten (knapp 650 Kilometer Hin- und Rückweg), um beim Nachholspiel des 25. Spieltages dabei zu sein. Vor dem Spiel verteilte die SGD am Gästeblock gelbe T-Shirts mit der Aufschrift „Überall und nirgendwo – immer wieder Dynamo“.

Das Spiel war geprägt vom Pressing der Sachsen, die viele Konter starteten, aber nicht erfolgreich waren. Das Spiel der Dresdner wurde gen Ende der Begegnung zunehmend ruppiger: Caligiuri bekam einen Schlag auf die Wange (trotz Maske), Julian Green war nach mehreren Fouls und einem Zusammenprall mit Atik eine Zeitlang benommen und musste später vom Platz.

Die Spielvereinigung vermittelte den Eindruck, dass sie strukturiert und konzentriert, jedoch zeitweise ein wenig lauflahm war. Sie hatte dennoch weitaus mehr Torschüsse, die Hausherren verbuchten über 60 Prozent des Ballbesitzes für sich. Die beste Chance gab es auf der Kleeblattseite: Nach einer Dynamo-Ecke schaltet Julian Green blitzschnell um, Daniel Keita-Ruel gibt auf David Atanga, und der nimmt Sebastian Ernst in der Mitte mit. Ernst hat Platz, wird beim Schuss aber geblockt. Doch Kapitän Marco Caligiuri bekommt den Ball und schießt ihn volley auf das Tor des Gästekeepers Markus Schubert. Leider prallt der Ball vom Alupfosten zurück.

Ganz deutlich war während des gesamten Spiels zu spüren, dass Maximilian Wittek (wegen seines Handbruches) fehlte. Er ist der Motor der Mannschaft, und seine Freistöße sind einfach die besten.

Mit einem Punkt aus dem 0:0-Endstand rangiert die SpVgg aktuell (mit zehn Punkten Abstand zum Relegationsplatz) auf dem 11. Tabellenplatz. In der Englischen Woche empfängt das Kleeblatt am Sonntag, 7. April, um 13.30 Uhr den SV Darmstadt 98 im Ronhof. Hoffen wir auf einen Heimsieg. Der war ja eigentlich gegen Dresden schon angesagt!

Mehr Glück als Verstand!

Felix Wiedwald hält den zweiten Elfmeter von Daniel Keita-Ruel (Foto: Sportfoto Zink)

Eigentlich reicht die Überschrift schon für ein Fazit dieses Spiels: Mehr Glück als Verstand, viel mehr gibt es dazu kaum zu sagen. Dass die Spielvereinigung die heutige Partie gegen den MSV Duisburg mit 1:0 gewonnen hat, ist einerseits schmeichelhaft, denn beide Teams waren ungefähr gleich harmlos. Andererseits ist es blamabel, denn es hätte am Ende 2:0 heißen müssen. Doch Daniel Keita-Ruel schoss beim zweiten Elfmeter (1. Minute der Nachspielzeit, siehe Foto) den Ball haargenau in die Hände des Duisburger Keepers Felix Wiedwald – und das, nachdem er fünf Minuten vorher bereits einen Foulelfmeter erst durch Nachschuss im Kasten der Gäste versenken konnte (86.). Ein äußerst schwaches Bild, das der Fürther Stürmer da abgab!

Mal ganz abgesehen davon, war schon Elfmeter Nummer eins ein sehr großzügiges Geschenk von Schiedsrichter Harm Osmers an das Kleeblatt. Denn im Zweikampf mit Duisburgs Hajri fiel Julian Green einen Tick zu früh hin, als es mit rechten Dingen hätte zugehen können. Doch der Unparteiische ließ sich weder von einigen protestierenden Duisburger Spielern in seiner Entscheidung beeinflussen noch von ihrem Trainer Lieberknecht, der deshalb schimpfte wie ein Rohrspatz.

Und sonst? Für den neuen Kleeblatt-Trainer Stefan Leitl war es ein glücklicher Einstand. Für ihn zählt nicht, wie dieses Ergebnis zustandegekommen ist – sondern nur, dass es 1:0 lautet und die Spielvereinigung damit den Abstand zum Tabellenende um drei Punkte vergrößern konnte. Ob der „neue Besen“ Leitl wirklich gut kehrt, wird sich beim nächsten Spiel am Sonntag, 17. Februar, gegen Holstein Kiel zeigen. Und für Duisburg? Für die Zebras war es eine bittere Pille, die sie im Ronhof schlucken mussten. Ein 0:0-Unentschieden wäre dem Spiel ehrlicherweise eher gerecht geworden. Aber was heißt im Fußball schon gerecht? Und Glück muss nicht nur der Mensch, sondern auch der Fußballer haben. So gesehen, geht das heute alles in Ordnung.

Diese Leistung kann man sich nur schöntrinken!

Das letzte Heimspiel vor Weihnachten besitzt immer eine ganz besondere Atmosphäre. Nach der Partie gehen viele Fans auf die Altstadt-Weihnacht am Waagplatz in der Nähe der Gustavstraße und lassen die 90 Minuten im Stadion bei einer Tasse Glühwein noch mal Revue passieren. Um eine weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen, eröffnete das Fürther Christkind heute nach dem Spiel das „Winterdorf“ mit den weiß-grünen Buden auf dem Gelände des Stadions. Dort gab es u.a. Kinderpunsch, Plätzchen und Kaiserschmarrn sowie stylische Weihnachtsgeschenke von der Spielvereinigung, einen Stand der aktiven Fanszene und der Dambacher Werkstätten.

Die heutige Begegnung am 16. Spieltag gegen den FC Erzgebirge Aue war für Kleeblattfans bekanntlich wichtig, weil das letzte Spiel, gegen Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln, mit 0:4 verloren worden war – ein Ergebnis, das zumindest in dieser Höhe aufgrund von diskutierbaren Schiedsrichterentscheidungen nicht gerechtfertigt war. Vor dem Spiel hatte Fürths Coach Damir Buric noch gesagt, dass die Mannschaft in „gewissen Situationen besser verteidigen“ und sich „in bestimmten Phasen anders verhalten“ müsse. Und das, obwohl Maximilian Wittek (Gelbsperre) und Maximilian Bauer (Gelb-Rot-Sperre) nicht mit auf dem grünen Rasen waren.

Die schöne Weihnachtsstimmung rund ums Stadion und der größte Optimismus verpufften heute allerdings recht schnell. Schon das erste Tor (28. Minute), das die Veilchen erzielten, verhieß nichts Gutes. Der Halbzeitstand von 0:1 war, nach den Erwartungen, die man vor der Partie hatte, nur als blamabel zu bezeichnen. Und über die zweite Spielhälfte brauchen wir kein Wort mehr verlieren: ein einziges Desaster (Foto: Sportfoto Zink)! Mit 0:5 vor heimischem Publikum gegen Erzgebirge Aue zu verlieren – und das nach dem fulminanten Start in die Saison 2018/19 -, das darf einfach nicht passieren.

Schon am frühen Vormittag hatten einige Fans auf dem Weihnachtsmarkt vorgeglüht. Nach der heutigen Pleite im Ronhof blieb einem kaum noch etwas anderes übrig, als sich die hohe Heimniederlage schönzutrinken. Wenn das bei den zwei letzten Spielen des Jahres 2018 – beides auch noch Auswärtsspiele! – so weitergeht, dann gute Nacht! Die nächste Partie findet am kommenden Samstag, 15. Dezember, auf St. Pauli statt; danach tritt das Kleeblatt am Freitag, 21. Dezember, beim SV Sandhausen an – zum allerletzten Mal vor der Weihnachts-/Winterpause.

Fürther Spaßvogel mit an der Vereinsspitze

Heute wurde die Katze aus dem Sack gelassen: Volker Heißmann ist neuer Vizepräsident bei der SpVgg Greuther Fürth (das Foto von Sportfoto Zink zeigt ihn mit dem Präsidenten der Spielvereinigung, Fred Höfler, und Oberbürgermeister Thomas Jung). Ehrlich gesagt, hat mich diese Nachricht heute Mittag durchaus etwas überrascht. Aber schon nach wenigen Minuten dachte ich mir: Klasse! Der Mann hat jede Menge Humor. So einen kann die Spielvereinigung in jedem Fall gut gebrauchen! Er wird nicht alles nur bierernst nehmen wie manch anderer in dieser Position bei bestimmten Vereinen 😉 Und: Heißmann ist ein waschechter Fürther, dessen weiß-grünes Herz schon immer für unsere Spielvereinigung schlägt. Er ist auch viel mehr als ein Komödiant. Das hat er in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bewiesen, indem er in seiner Heimatstadt verschiedene soziale Projekte unterstützte. Nun kann er – als Nachfolger von Holger Schwiewagner – mit dem Kleeblatt so etwas wie ein sportliches Projekt fördern.

Nachdem die Mannschaft 2012 den Sprung in die Erste Liga geschafft hatte, schmetterte Heißmann bei der Aufstiegsfeier unsere Ronhof-Hymne vom Rathausbalkon: „Dass wir vom Ronhof sind – hallihallo -, das weiß ein jedes Kind!“. Tausende auf den Straßen darunter bejubelten den Auftritt. Als einer der Väter der „Comödie“ Fürth holte Heißmann damals die Fernsehsendung „Blickpunkt Sport“ in das ehemalige Berolzheimeranium. Ein Coup, über den man beim Verein in der östlichen Vorstadt ganz und gar nicht „amused“ war. Heißmann zeigte sich großzügig und lud Vertreter des Erzrivalen ein, in der Sendung aus der „Comödie“ auch aufzutreten. Und die Glubberer? Sie schafften es nicht, ausnahmsweise mal über ihren eigenen Schatten zu springen. Naja, Souveränität war ja noch niemals ihre Stärke!  Volker Heißmann ließ sich jedenfalls auch da nicht die gute Laune verderben.

Wir Greuther-Weiber freuen uns jedenfalls auf die neue Rolle von Volker Heißmann und wünschen uns, dass er ab und zu auch für Riesenstimmung im Ronhof sorgt. So wie früher mal. Dass er nicht nur Vize-, sondern sogar „President“ kann, hat er ja vergangenes Jahr schon bewiesen – wenn auch nur in einer Film-Satire.

Nach dieser guten Nachricht von heute wird das Kleeblatt am Abend gegen den 1. FC Magdeburg bestimmt noch besser gelaunt auftreten als sonst bei Heimspielen.

P.S.: Ob die Laune im Ronhof ein paar Stunden später wirklich gut war, sei mal dahingestellt. Schließlich sah es ja eine Zeitlang so aus, als könnte die Elf aus Sachsen-Anhalt die Partie für sich entscheiden. Aber die Spielvereinigung hat nicht aufgegeben und alles ins Zeug geworfen, was sie aufzubieten hatte. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit sah es noch nach einem 2:2-Remis aus. Die Schlussminuten zeichneten sich dann durch eine gewisse Dramatik aus: Das 3:2 lag spürbar in der Luft. Zum Glück ließ der Unparteiische drei Minuten nachspielen. Und das Kleeblatt machte es bis zur allerletzten Minute spannend. Ganz nach früherer FC Bayern-München-Art (die hatten bekanntlich in der vergangenen Saison dauernd einen solchen Dusel!) fiel in der 93. Minute das heiß ersehnte Siegestor. Jubel auf dem Spielfeld und im Stadion!

Volker Heißmann hat sich also gleich als Glücksbringer für die Fürther erwiesen – vielleicht ist er ja so etwas wie das 4. Blatt im eigentlich dreiblättrigen Kleeblatt.

Erfolgreiches Spiel gegen Bochum?

Zwei mal musste die Spielvereinigung in den letzten Wochen auswärts antreten. Und hat beim letzten Spiel – gegen den SV Darmstadt 98 – leider mit 0:2 verloren. Heute Abend gastiert nun der VfL Bochum im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer. Ein Abendspiel unter Flutlicht vermittelt den Kleeblattanhängern immer stimmungsvolles Ambiente. Dementsprechend lautstark werden die Fanblocks „ihre“ Mannschaft unterstützen. Das ist auch wichtig, denn die Elf aus Bochum liegt aktuell mit 16 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Die Jungs sind stark und motiviert. Ich erinnere mich noch mit Grausen an die 0:5-Niederlage im Oktober 2015, als die Bochumer nach nur 111 Sekunden den ersten Treffer gegen das Kleeblatt in deren Tor versenkten. Das damalige Spiel zum Kärwaauftakt war ein wirklich schwarzer Tag für die Spielvereinigung.

Heute wird’s ganz anders aussehen: Trainer Damir Buric (Foto: Sportfoto Zink) kann bei seinem Kader aus dem Vollen schöpfen. Er will die Niederlage im letzten Auswärtsspiel ausmerzen. Seine Freundschaft mit VfL-Coach Robin Dutt wird Buric auf jeden Fall für 90 Minuten ausblenden. Er hat beim SC Freiburg und bei Bayer Leverkusen als Co-Trainer unter Dutt gearbeitet.
Wir rechnen heute ab 18.30 Uhr auf ein bissiges Auftreten des Fürther Kleeblatts. Der VfL Bochum muss sich – trotz der angenehmen herbstlichen Temperaturen – warm anziehen. Mein Tipp: 3:1 fürs Kleeblatt. Und jeweils mindestens ein Tor von David Atanga und Daniel Keita-Ruel.

Kleiner Dämpfer für die Feststimmung

Feierstimmung in Fürth: Die Kärwa läuft auf Hochtouren, der Himmel beschert uns einen fast sommerlichen Tag, und das Kleeblatt spielt zu Hause. Der SSV Jahn Regensburg ist allerdings kein angenehmer Gegner – und das sollte sich heute wieder einmal bewahrheiten.
Beide Mannschaften starteten äußerst hektisch in die Partie, es kam keine Ruhe in das Spiel. Die Gäste aus der Oberpfalz hatten zunächst die besseren Chancen auf einen Treffer, aber Sascha Burchert war auch diesmal der wichtigste Kleeblattspieler auf dem Feld und bewahrte seine Mannschaft vor einem Rückstand. So ging es torlos in die Kabinen. Aber wir wissen ja: Die SpVgg erzielt ihre Tore in dieser Saison fast ausnahmslos in der zweiten Halbzeit. weiter lesen

Zwei Punkte einfach so verschenkt

Es hätte ein so schöner Fußball-Nachmittag im Ronhof werden können. Und lange Zeit sah es auch ganz danach aus. Doch dann verschenkt das Kleeblatt einen schon sicher geglaubten 2:0-Sieg gegen Paderborn und muss den 3. Spieltag mit einem 2:2-Unentschieden abhaken. Mehr als ärgerlich!

Dabei hatte alles so schön begonnen. Die Spielvereinigung spielte von der ersten Minute an weiter lesen

Erst mal Luft zum Durchschnaufen

Er ist so wichtig im Abstiegskampf – dieser heutige 2:1-Heimsieg des Kleeblatts gegen Eintracht Braunschweig. Sieben Spiele lang war die Spielvereinigung zu Hause schon ungeschlagen, heute also zum achten Mal.

Das Kleeblatt hatte in der ersten Spielhälfte nach einigen Startproblemen eindeutig mehr vom Spiel. In der 21. Minute gelingt es Khaled Narey nach Vorbereitung von Julian Green, seinen Gegner Reichel zu umspielen und einen Schuss aus kurzer Distanz im Kasten der Eintracht zu platzieren. Doch statt aus dieser Führung etwas zu machen, rennen die Fürther im Anschluss erfolglos gegen die Braunschweiger Abwehr an. Und obwohl sie mehr Ballbesitz haben, können sie ihre Dominanz nicht in einen zweiten Treffer ummünzen. Der Eintracht gelingt es nach einer guten halben Stunde, den Druck zu erhöhen. Und nicht nur das: In der 45. Minute schafft ausgerechnet der Ex-Fürther Dominick Kumbela, der in seiner Zeit beim Kleeblatt keinen Treffer landen konnte, den Ausgleich – 1:1 auch der Halbzeitstand.

Und schon müssen die Fans in der zweiten Hälfte wieder zittern. Beim Kleeblatt kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Zum Glück können auch die Braunschweiger nicht an ihre starke Phase am Ende des ersten Durchgangs anknüpfen. So bleibt es lange Zeit beim 1:1-Spielstand. Kapitän Marco Caligiuri, der bis gestern gegen eine Grippe kämpfte, lässt in der 77. Minute eine Riesenchance verstreichen, als er, völlig frei stehend, eine einwandfreie Hereingabe von Maxi Wittek aus wenigen Metern Entfernung am Tor der Eintracht vorbeiköpft. Zu diesem Zeitpunkt war man als Fan eigentlich fast am Verzweifeln. Doch dann geht es blitzschnell: Erst ein verpatzter Fürther Konter, dann kann Jurgen Gjasula doch noch zu Sebastian Ernst passen – und der macht in der 79. Minute klare Sache: 2:1 für die Spielvereinigung (Foto: Sportfoto Zink).

Der Rest des Spiels bestand größtenteils nur noch aus Spielerwechseln auf beiden Seiten ohne sehenswerte Spielzüge. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck gibt drei Minuten obendrauf, die die Eintracht zum Glück auch nicht mehr nutzen kann. Es bleibt beim insgesamt verdienten 2:1. Die Spielvereinigung steht nun auf dem 15. Tabellenplatz und hat sich dadurch zumindest etwas Luft verschafft. Allerdings: Der nun auf Rang 16 platzierte VfL Bochum hat an diesem Wochenende noch nicht gespielt. Und er muss morgen ausgerechnet gegen den 1. FC Nürnberg ran. Eine verflixte Situation, und das vor dem Lokalderby nächste Woche!!!

Brandbrief ans Kleeblatt

Liebes Kleeblatt!

Fans müssen zusammen mit ihrer Mannschaft durch dick und dünn – schon klar. Fans können auch nicht erwarten, dass immer alles nach Wunsch läuft. Aber was Ihr uns da zurzeit zumutet, das ist wirklich viel verlangt – manchmal zu viel.

Nach dem grottenschlechten Auftritt, den Ihr in Bielefeld geboten habt, war nach unten ja schon nicht mehr viel Spielraum. Doch wir haben uns trotzdem erhofft, dass Ihr heute im Ronhof zur gewohnten Stärke vor heimischem Publikum zurückfindet. Natürlich war Holstein Kiel kein einfacher Gegner, das wissen wir alle. Aber wenn man an der Tabelle da steht, wo Ihr Euch gerade befindet, darf das keine Ausrede sein. Da darf man vollen Einsatz erwarten, und das nicht nur in der Verteidigung. Dort war die Leistung heute ja durchaus passabel, vor allem dank Marco Caligiuri (Foto: Sportfoto Zink). Doch als Fan will man auch mal was im Angriff sehen, wenigstens ab und zu mal eine gelungene Kombination oder zwei, drei Pässe hintereinander, die tatsächlich dort ankommen, wo sie sollen.

Und vor allem will man nicht 80 Minuten warten, bis Ihr endlich mal aufwacht. Dann ist es nämlich in der Regel zu spät, wie man auch vorhin leider deutlich sehen konnte. Abgesehen von Fabian Reese hat vorher keiner von Euch mal richtig Elan gezeigt, den echten Willen, wenigstens aufs Tor schießen zu wollen, auch wenn es dann mal danebengeht. Habt Ihr eigentlich Angst vor dem Ball, oder was?

Wir sind geduldig. Aber irgendwann reißt auch uns mal der Geduldsfaden. Fußball muss doch mehr sein, als immer nur hinten zuzumachen und den Gegner am Spielen zu hindern. Da muss doch auch mal Initiative nach vorn kommen. Wo ist die bei Euch nur abgeblieben? Die Spielfreude, die Ihr früher mal hattet und die sich dann auf die Fans übertragen hat? Lasst uns doch wenigstens ein bisschen davon wiedersehen beim nächsten Spiel! Denn noch so eine Nullnummer – das vergrault die treuesten Anhänger, das könnt Ihr uns glauben! Bitte tut das nicht!

Eure Greuther-Weiber

P.S. Dass Ihr Euch mit dem einen Punkt gegen Kiel heute ein bisschen Luft im Abstiegskampf verschafft habt, kann uns nicht wirklich trösten!