Jämmerlich: Gegen den Absteiger zu Hause verloren

Ganz sicher war ich mir heute, dass die Spielvereinigung gegen den schon feststehenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC nicht verlieren wird. Übermütig hatte ich mit einem 4:0-Sieg gerechnet. Von wegen! In der 89. Minute trafen die Karlsruher durch Rolim Yann ins Tor von Balazs Megyeri, und so hat das Kleeblatt mit der ersten Heimniederlage unter Coach Janos Radocki (Foto) die Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu klettern, aus eigener Dummheit vergeigt.

Mit vielen Ausfällen musste Trainer Radoki heute seine Mannschaft zusammenflicken, die Youngster Daniel Steininger, Christian Derflinger, David Raum und Patrick Sontheimer waren z.T. in der Startelf und machten keine so schlechte Figur. Trotzdem verging eine halbe Stunde, bis die Kleeblätter durch Steininger (31./35./44.) und Gießelmann (39.) vielversprechende Möglichkeiten hatten. Aber Qualität auf dem Fußballplatz zeichnet sich vor allem durch Abschlüsse, sprich: Tore aus. Und davon war heute im Ronhof nichts zu sehen.

In den zweiten 45 Minuten vereitelte Fürths Keeper Megyeri Chancen des KSC, auf der Fürther Seite versuchten der eingewechselte Mathis Bolly (63./69.), der heute glücklose Serdar Dursun (64.) und Marcel Franke (67.), Möglichkeiten in einen Treffer und drei Punkte umzumünzen. Es klappte in einer niveauarmen Partie einfach nicht! Seelisch hatte ich mich (wie vermutlich die meisten der knapp 8300 Zuschauer) schon auf ein Unentschieden eingestellt, als es dann in der 89. Minute doch passiert: Dem Brasilianer Rolim Yann gelingt es, sich an der rechten Strafraumkante gegen drei Fürther durchzusetzen, er zieht ins Zentrum und schießt aus 16 Metern mit dem linken Fuß aufs Fürther Tor. Megyeri muss konsterniert mit ansehen, wie der Ball vom Innenpfosten in die Maschen geht. Mit diesem Treffer fährt der KSC nach acht sieglosen Spielen in Serie wieder einmal drei Punkte ein, die ihm allerdings nichts mehr nützen. Der Abstieg ist beschlossene Sache.
Am nächsten Sonntag, 14. Mai, fährt die Spielvereinigung nach Hamburg und wird im vorletzten Saisonspiel auf St. Pauli treffen. Ob das Kleeblatt dort gewinnen und dann auf den fünften Tabellenplatz kommen kann, hängt von einigen Faktoren ab: Der 1. FC Nürnberg darf zeitgleich nicht gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und Dynamo Dresden muss gegen den heutigen Sieger, den Karlsruher SC, verlieren. Es wird also total spannend!!!

Balázs Megyeri ist der Held des Tages

KSC - SpVgg Greuther FürthWie ausgewechselt spielte das Kleeblatt heute beim Karlsruher SC – zumindest in der ersten Halbzeit. Ich hatte Skepsis angemeldet, als sich der Verein von Stefan Ruthenbeck trennte. Ich fand seine ruhige Art wohltuend und traute ihm zu, einen guten Job zu machen. Doch der Erfolg blieb aus – aus welchen Gründen auch immer. Dem neuen Coach Janos Radoki ist es offenbar gelungen, die Mannschaft mit seiner direkten Art (neu) zu motivieren. Nach dem heutigen Auswärtssieg muss ich Abbitte leisten und zugeben: Der Trainerwechsel hat spielerisch etwas gebracht. Zwei Siege in zwei Begegnungen, das ist doch was!

Temporeich startete die heutige Partie vor 10 500 Zuschauern im Wildparkstadion. Und mit dem schnellen Start kamen die Karlsruher überhaupt nicht klar. Das Tor von Khaled Narey in der sechsten Minute war Labsal auf die Seelen der angereisten und daheimgebliebenen Kleeblattfans. Für den KSC wurde es in der 24. Minute dann noch düsterer: Sercan Sararer gibt den Ball in den Lauf von Mathis Bolly, der völlig skrupellos mit links den Treffer macht. Zwei Tore nach noch nicht mal einer halben Stunde!

Der Austausch von Bolly durch Serdar Dursun und Sararer durch Zlatko Tripić leitete eine aufregende Passage ein: Sebastian Heidinger foult Hoffer im Strafraum. Ein klarer Elfmeter, Heidinger bekam noch dazu die Gelbe Karte. Dimitris Diamantakos läuft an und schießt konzentriert ins Fürther linke Eck. Balázs Megyeri tut sein Bestes, hat aber keine Chance – der Anschlusstreffer! Jetzt hieß es hoffen, dass den Karlsruhern weder der Ausgleich oder Schlimmeres gelingt.
In der 90. Spielminute spitzt sich die Lage zu: Bei einem Freistoß klammert Niko Gießelmann seinen Gegenspieler Florian Kamberi. Schiedsrichter Arne Aarnink entscheidet zu Recht auf den zweiten Elfer gegen das Kleeblatt. Doch dieses Mal ist Torwart Megyeri clever: Diamantakos wählt naiverweise dieselbe Ecke, Megyeri reagiert und wehrt den Ball ab. Und auch beim Nachschuss reagiert der Ungar souverän.

Das Spiel endete 2:1 für die Spielvereinigung, sowohl heute als auch in der vergangenen Woche entschied sich die Partie in der letzten Minute zugunsten des Kleeblatts. Damit klettert die SpVgg mit 20 Punkten auf den (aktuell) neunten Tabellenplatz. Das nächste Heimspiel ist am Sonntag, 11. Dezember, ab 13.30 Uhr gegen St. Pauli zu Hause im Ronhof. Die Hamburger konnten heute nur einen Punkt holen und haben in der Zweiten Liga jetzt die Rote Laterne.

Da hilft auch kein Glühwein: Niederlage beim KSC

Schroeck_KSCWeihnachtsbaum gekauft – Gans bestellt – Spiel angesehen – geärgert: So ungefähr ist die Bilanz meines heutigen Tages. Die Spielvereinigung hat das erste Rückrundenspiel gegen den Karlsruher SC mit 0:1 verloren. Oder anders gesagt: Das sportliche Gestopsele geht offenbar genau so weiter, wie wir es von der Hinrunde kennen.

Dabei waren viele Kleeblattfans vor der heutigen Begegnung recht zuversichtlich gewesen. Auf dem Mittelaltermarkt auf der Fürther Freiheit fachsimpelte man am Abend vorher und tippte auf einen (wenn auch knappen) Sieg der Spielvereinigung. Und zu Beginn waren die Kleeblatt-Profis im Karlsruher Wildparkstadion auch tatsächlich offensiv und dominierend. Der KSC konzentrierte sich aufs Verteidigen und hoffte auf Kontermöglichkeiten. Nach knapp 20 Minuten kamen dann auch die Karlsruher ins Spiel, doch es fielen zum Leidwesen der knapp 12 400 Zuschauer (noch) keine Tore. Halbzeitpause.

Wie fast immer in den letzten Partien befürchtet man als Kleeblattanhänger, dass es zu Beginn der zweiten Halbzeit zum schnellen gegnerischen Tor kommt. Denn da war die SpVgg zuletzt mehrfach in Rückstand geraten. Und auch heute passierte es dann prompt in der 51. Minute: Dennis Kempe hatte ungestört von links auf Manuel Torres geflankt, der aus acht Metern zum Schuss kam. Fürths Keeper Sebastian Mielitz reagierte zwar mit einem starken Reflex, aber Dimitris Diamantakos – was für ein Name!!! – stand perfekt und schob den Ball zum 1:0 ins Fürther Tor.

Frust im Kleeblattteam, die Partie drohte zur Niederlage zu werden. Daraufhin wechselte Trainer Stephan Ruthenbeck nach und nach Schröck, Maderer und Tripic ein – in der Hoffnung, das Spiel zu drehen. Stephan Schröck gelang das, was er einfach gut kann: Mit wirbeligen Aktionen Tempo ins Spiel zu bringen und den Ball durch Karlsruher Beine zu schlenzen. Doch meist ohne nachhaltigen Erfolg, denn entweder wird er dann vom Gegner gefoult (Foto). Oder er spielt den Ball ab – und keiner seiner Teamkollegen macht aus der Chance einen Treffer.

So musste die SpVgg im ersten Rückrundenspiel eine bittere Auswärtsniederlage einstecken. Am nächsten Samstag, 19. Dezember, empfängt das Kleeblatt um 13 Uhr den brandgefährlichen RB Leipzig im Ronhof. Wenn da, im letzten Spiel vor der Winterpause, ein Sieg gelänge – das wäre doch ein versöhnliches Weihnachtsgeschenk für alle Kleeblattfans, oder?

Heute war nur eine Handvoll Kleeblattanhänger im Wildparkstadion im Gästeblock. Offenbar hatten Polizeikräfte SpVgg-Fans den Zutritt verweigert. Angeblich kam es zu Zusammenstößen zwischen den Ordnungshütern und Fans. Weitere Infos dazu findet Ihr bei nordbayern.de hier.

Jetzt geht der Ernst des Lebens wieder los

Atlantik_2015Auch Greutherweiber fahren mal in den Urlaub. Dieses Jahr in die Charente-Maritime, einer wunderschönen Region auf der Westseite Frankreichs am Atlantik: La Rochelle, Rochefort, die Ile de Ré. Leider hatte ich nicht bedacht, dass sich meine Rückfahrt mit der Saisoneröffnung der Spielvereinigung am vergangenen Samstag überschneidet. Ein netter Kollege war im Stadion und hat das Bloggen übernommen. Danke!
Frankreich ist – obwohl die Nationalmannschaft, die „Equipe Tricolore“ – bei Fußball-Weltmeisterschaften auch schon sehr erfolgreich war, gerade im Westen und Süden eher eine Hochburg des Rugby. Da geht es brutal zu, nicht jedermanns Geschmack. Auf der Ile d’Oléron, wo mein Foto entstand, gibt es kein größeres Stadion, hier ist alles ruhig und entspannt. Der Leuchtturm „Phare de Chassiron“ (das Wahrzeichen der Insel) ist zu meinem Leidwesen leider nicht weiß-grün, sondern weiß-schwarz gestreift.

Jetzt stelle ich mich also wieder voll und ganz auf das Fürther Kleeblatt ein. Die neue Mannschaft samt Trainer Stefan Ruthenbeck steht. Das erste Spiel in der Zweiten Liga hat die SpVgg – wenn auch erst auf den letzten Drücker – mit 1:0 gewonnen. Immerhin, Partien gegen den Karlsruher SC sind immer schwer, und manche – für einen Aufstieg in die Bundesliga entscheidende – Begegnung mit diesem Verein konnte das Kleeblatt in der Vergangenheit nicht für sich entscheiden.

Traurig war nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub die Nachricht einer sehr guten Freundin, dass ihr Vater völlig überraschend verstorben ist. Mit ihm haben wir Greuther-Weiber so manches interessante Gespräch über die Spielvereinigung geführt. Er war immer bestens informiert und hat die sportlichen Leistungen kritisch, aber wohlwollend kommentiert. Und: Er war Ehrenmitglied des Vereins. Im zarten Alter von 13 Jahren trat er 1949 dem Verein bei und gehörte ihm 66 Jahre lang, bis zu seinem Tod, an. Das nenne ich Treue! Er wird uns Greutherweibern fehlen.

Weißgekleidete Fans und ein Last-Minute-Erfolgserlebnis

113870954Kurz vor Schluss war es, als es schon schien, dass alle Fangesänge, Anfeuerungen und Stoßgebete im Spiel gegen den KSC nicht von Erfolg gekrönt sein sollten, als Marco Stiepermann mit seinem Tor doch noch für den erlösenden ersten Heimsieg zum Saisonstart sorgte. Man konnte förmlich hören, wie im Ronhof Tausenden von Fans tonnenschwere Steine von den Herzen plumpsten.

Mit weißem T-Shirt oder sogar komplett weiß angezogen waren viele gekommen und griffen damit die Idee einer Fürther Fangruppe auf. Alles auf Anfang und mit vollen Elan in die neue Saison, sollte das bedeuten, aber wohl auch: Schwamm drüber über die nervenzehrende Vergangenheit.

Wenn auch die sprichwörtliche „weiße Weste“ gemeint war, war die Idee geradezu prophetisch: Kein Tor gefangen, selber eins geschossen, drei Punkte geholt – so wünscht man sich einen gelungenen Saisonstart. Auch wenn man merkte, dass noch nicht alles 100-prozentig rund läuft, so war im Spiel doch schon gut zu erkennen, dass da eine hungrige und kämpferische Mannschaft auf dem Platz steht, die rennt und ackert und es notfalls auch mal mit der Brechstange probiert.

Zumindest der KSC war an diesem ersten Spieltag keine wahnsinnig hohe Hürde: Der Beinahe-Aufsteiger der vergangenen Saison hatte vor allem in der 2. Halbzeit gar nichts mehr zu bieten und ließ sich immer wieder regelrecht einschnüren. Bloß das mit dem Abschluss sollte noch nicht so recht funktionieren – bis zu dieser magischen 89. Minute.

Hoffentlich bleibt die Fürther Weste jetzt möglichst lange weiß – die nächsten Aufgaben in Liga und Pokal sind schließlich nicht ohne.

Mit großen Schritten dem Abgrund entgegen

Karlsruher SC - SpVgg Greuther Fürth47 Minuten lang sah es im Karlsruher Wildpark tatsächlich so aus, als würde Mike Büskens der erste Dreier seit seinem Amtsantritt gelingen. 47 Minuten lang führte das Kleeblatt beim KSC, doch dann patzte Benedikt Röcker – gleich zwei mal. Zuerst verschätzte sich der Innenverteidiger nach einem weiten Ball, der Karlsruher Top-Stürmer Rouwen Hennings nahm gekonnt an und überwand Mark Flekken im Kleeblatt-Gehäuse. Ausgleich, 1:1. Die Torhymne war gerade verklungen, da verschätzte sich der Abwehrhüne ein zweites Mal, Hennings nahm an und schloss trocken ab. 2:1, Spiel gedreht, innerhalb von zwei Minuten.

Dabei hatte der Tag für die arg gebeutelte Kleeblatt-Seele so gut begonnen. 13 Minuten waren gespielt, als Johannes Wurtz eine Flanke in den Strafraum schlug und dort Marco Rapp fand, der in lehrbuchhafter Schusshaltung per Volley traf. 1:0, endlich mal wieder eine Kleeblatt-Führung, die 500 mitgereisten Anhänger im weitläufigen Gästeblock jubelten. Für den Kapitän der Fürther U23 war es in seinem zweiten Einsatz das erste Tor im orange leuchtenden Profi-Dress. Doch für den in der Club-Jugend ausgebildeten Rapp, der im linken Mittelfeld neben Schröck und Stiepermann auflief, hatte die Freude nicht allzu lange Bestand. Wirklich befreiend wirkte der Führungstreffer nicht für die Büskens-Elf, der KSC gab weiter Gas. Das Kleeblatt schwamm aber nicht so sehr wie in manch vergangenem Spiel, die Defensive stand sicher – wohl auch, weil Unsicherheitsfaktor Stefan Thesker diesmal auf der Bank Platz nehmen musste. Marco Caliguiri kehrte nach seiner Rot-Sperre zurück und verteidigte mit seiner Hintermannschaft die Führung bis zur Pause.

Eine gute Viertelstunde sollten die wacker kämpfenden Fürther dem Sieg nahe sein, bis, ja, bis Benedikt Röcker sich zwei mal böse verschätzte und so seine Mannschaft um den Lohn brachte. Im Spiel nach vorne fehlte anschließend wie so häufig in dieser Spielzeit die Präzision, Angriffsversuche versandeten meist wegen technischer Unzulänglichkeiten oder Unkonzentriertheit. Auch der frische Wind in Form von Zlatko Tripic und Florian Trinks erwies sich eher als laues Lüftchen denn als stürmischer Angriffswirbel und so lief die Uhr immer weiter gegen das Kleeblatt. In der Nachspielzeit wagte Mark Flekken in seinem zweiten Bundesliga-Spiel den Gang in den gegnerischen Sechzehner, die Karlsruher Abwehr stand aber sicher und so konnte es der Hesl-Ersatz nicht seinem Leipziger Kollegen Coltorti gleich tun, der seine Mannschaft am Freitag zum umjubelten 2:1-Sieg gegen Darmstadt geschossen hatte.

Jubel ist ein gutes Stichwort. Als Kleeblatt-Anhänger kennt man dieses Gefühl beinahe nicht mehr, das Pfund von Marco Rapp war ein kurzer Anflug von Euphorie – den Benedikt Röcker aber wieder zunichte machte. Und so wird der einzige Jubel an diesem Wochenende womöglich noch den Niederlagen der Abstiegskonkurrenten gelten, die am Sonntag und Montag noch ran müssen. Die SpVgg ist mehr denn je auf die Patzer der Konkurrenz angewiesen, um noch den Klassenerhalt in Liga 2 zu schaffen. Wer sich Woche für Woche durch individuelle Schnitzer um den Ertrag bringt, für den besteht nicht viel Hoffnung. Am kommenden Wochenende kommt Fortuna Düsseldorf in den Ronhof, Zeit, es endlich wieder besser zu machen. Ansonsten geht es schneller nach unten als uns allen lieb ist. Das Kleeblatt geht mit großen Schritten dem Abgrund entgegen, hoffen wir, dass diese Horrorgeschichte ein Happy-End nimmt.

Kleeblatt-Orakel Daisy ist skeptisch

Vor vier Wochen habe ich im Greuther-Weiber-Blog über Daisy geschrieben, eine Mischlingshündin, die ab und zu für ein paar Stunden auf Besuch kommt. Und die dabei schon das eine oder andere Auswärtsspiel des Kleeblatts am Fernseher miterlebt hat.
Als ich einer Bekannten beim Sport ein Foto von Daisy zeigte – stilecht ausstaffiert mit weiß-grünen Fan-Accessoires – meinte die spontan: „Der Hund hat ja schon mal das richtige Outfit. Vielleicht wird er ja das neue Kleeblatt-Orakel.“

Orakel_1Gesagt, getan. Ich habe Daisy’s hellseherische Fähigkeiten vor ein paar Tagen testen wollen: Am kommenden Samstag, 25. April, spielt die Spielvereinigung gegen den Karlsruher SC. Wieder mal ein Schicksalsspiel, denn beim Kleeblatt geht’s  – um im Hundejargon zu bleiben – um die Wurst. Wer wird die Partie gewinnen? Das Kleeblatt oder der KSC? Zwei Schalen mit frischem Hackfleisch, für Daisy das Signal „Auf die Plätze, fertig, los“. Und dann ging es darum: Zu welcher Schale Daisy zuerst geht, der wird am Samstag als Sieger vom Platz gehen.
Die Antwort war ernüchternd, aber eindeutig. Der Fotobeweis ist unten. Jetzt stellt sich nur die Frage: Ist Daisy ein gutes Orakel? Oder eventuell im Geheimen KSC-Fan? Oder hat die Hündin schlichtweg einfach keine Ahnung von Fußball?Orakel_2

0:3-Heimniederlage fürs Kleeblatt!!

SpVgg Greuther Fürth - KSC„Das kotzt einen tierisch an“, kommentierte Benedikt Röcker die 0:3-Heimniederlage direkt nach dem Spiel. Ich denke, dazu ist nichts weiter zu sagen – und er spricht vielen Fans aus der Seele. Was war heute eigentlich wieder los? Nach dem glücklichen 1:0-Sieg gegen den FC Union Berlin letzte Woche dachten viele, bei der Spielvereinigung wäre endlich der Knoten geplatzt. Sie hatte bis dahin kein Auswärtsspiel gewonnen und verhieß nun ihren Anhängern endlich Licht am Ende des Tunnels.

Aber von wegen Knoten geplatzt: Das letzte Heimspiel war ja als kleines Debakel mit 2:5 gegen den damaligen Tabellenletzten FSV Frankfurt verloren gegangen. Und heute ging die Heimspielflaute weiter. Woran liegt es? Sicherlich an den vielen verletzten Spielern, die Trainer Frank Kramer für eine erfolgreiche Mannschaft einfach fehlen. Heute musste er nach abgelaufener Rotsperre auch noch auf Goran Sukalo verzichten, der mit einer entzündeten Rippenprellung nicht einsatzfähig war.

Das Spiel im Ronhof begann wie so oft: Eher ein wenig schläfrig von Seiten der SpVgg. Der Karlsruher SC wirkte im Gegensatz dazu viel lebendiger und hatte gleich ein paar verdammt gute Chancen. Die er allerdings nicht umsetzen konnte. Zum Glück für das Kleeblatt, das nach ca. 30 Minuten dann endlich auch ins Spiel fand. Doch bis zur Halbzeitpause sollte nichts Entscheidendes passieren. Oft motiviert Frank Kramer seine Jungens in der Pause so, dass sie danach wie Phönix aus der Asche aufs Spielfeld zurückkehren. Ganz anders heute: Da war der KSC wie umgewandelt, und Hiroki Yamada machte dann auch in der 48. Minute prompt das erste Tor. Nur neun Minuten später verlängerte dann der stark spielende Rouwen Hennings eine Ecke in Richtung Fürther Tor. Fast auf der Torlinie musste dann Daniel Gordon den Ball mit dem Kopf nur noch ins Tor schieben. Kleeblatt-Keeper Tom Mickel hatte keine Chance. Doch damit nicht genug. Die schlampigen Pässe der SpVgg, harmlose Schüsse aus der Distanz, das wieder einmal konzeptionslose Geplänkel am Ball – all das war einfach nicht überzeugend. Die Quittung kam eine Viertelstunde vor Spielende erneut durch Yamada, der die 0:3 Heimniederlage des Kleeblatts perfekt machte.

Nach 13 Zweitliga-Begegnungen ist die Bilanz der Spielvereinigung desillusionierend: Fünf Siegen stehen drei Unentschieden und (seit heute) fünf Niederlagen gegenüber. Da ist von Aufstieg in die Bundesliga erst mal nicht die Rede. Wenn Frank Kramer, der wahrlich zur Zeit keinen einfachen Job machen muss (man sieht auf dem Foto seine Enttäuschung nach Spielende), es nicht schaffen sollte, in den nächsten Partien eine erfolgreichere Mannschaft aus seinem weiß-grünen Hut zu zaubern, dann wird das Kleeblatt – genauso wie der 1. FC Nürnberg – auch in der Saison 2015/16 wohl zweitklassig bleiben.
Nach der Länderspielpause reist die Spielvereinigung am Montag, 24. November, zum Topspiel nach Düsseldorf. Bis dahin besetzt sie mit dem 9. Tabellenplatz einen Rang im Mittelfeld.

Bilder der Nacht

Dass der gestrige Stromausfall in der Partie gegen den Karlsruher SC den Fürther Verantwortlichen ziemlich unangenehm war, kann man freilich nachvollziehen. Die Viertelstunde Dunkelheit im Ronhof lieferte dafür wirklich tolle Bilder, dank der zahlreich gezückten Handys und Mobiltelefone, deren Displays so schön in der Dunkelheit funkelten. Bilder, die im Nachhinein wohl eher in Erinnerung bleiben, als das eher unspektakuläre 1:1 gegen Karlsruhe.
Mit dem Unentschieden gegen den Tabellenvierten müssen die Fürther letztlich wohl zufrieden sein, immerhin liefen sie lange Zeit einem Rückstand hinterher und schafften es nicht, ihre zahlreichen Chancen konsequent zu nutzen. Zum Glück war am Ende Röcker zur Stelle, der die zweite Niederlage in Folge verhinderte.
Weitaus peinlicher als der kurze Blackout in der Trolli-Arena war das Verhalten einiger Fans im anderen Freitagabend-Spiel zwischen Ingolstadt und 1860 München, das ebenfalls für einige Minuten unterbrochen werden musste. Feuerzeuge und Flaschen aufs Spielfeld zu werfen, das ist wirklich unangemessen. Da genießt man doch lieber die stimmungsvollen Bilder der Nacht aus Fürth, die man sich auf der NZ-Homepage auch nochmal ansehen kann.
In Sachen Stromausfall sind die Fürther übrigens in guter Gesellschaft: Man denke etwa an das Bundesliga-Spiel zwischen Bremen und Schalke im Jahr 2004. Damals hatte ein durchtrenntes Stromkabel dafür gesorgt, dass die Partie im Weserstadion erst mit einer Stunde Verspätung angepfiffen werden konnte. Und auch beim neuen Arbeitgeber von Felix Magath, dem FC Fulham, wurde es vor ziemlich genau einem Jahr, beim Duell gegen Manchester United,  kurzzeitig mal zappenduster.

Neues von erotischen Kleeblättern!

Gott sei Dank, am Samstag geht’s wieder los. Die letzten Wochen sind mir doch verflucht lang geworden, so ganz ohne Bundesligabegegnungen der Spielvereinigung.
Der Gegner morgen um 13 Uhr heißt 1. FC Kaiserslautern. Die „Roten Teufel“ stehen aktuell auf dem dritten Tabellenplatz, haarscharf hinter dem Kleeblatt – und sind nach Ansicht vieler Profi-Trainer in der deutschen Fußballszene heiße Anwärter auf den zweiten Aufstiegsplatz in die Erste Liga. Sicherer Aufsteiger ist für meisten der aktuelle Spitzenreiter, der 1. FC Köln.

Ich will mich momentan in diese wilden Spekulationen gar nicht einmischen. Schließlich kann in 15 Spielen viel passieren, das kennen wir doch aus anderen Jahren! Da haben sich Spitzenreiter völlig vergaloppiert und landeten am Ende unter ferner liefen. Und andere haben es auf den letzten Drücker – praktisch in den letzten Minuten des 34. Spieles – noch geschafft aufzusteigen. Ich sehe das ganz relaxt. Wie sagte Sepp Herberger – älteren Semestern ist er ja als Bundestrainer noch ein Begriff: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“ Recht hat er!

Witzig ist übrigens – mal wieder – das neue Plakat, mit dem die Spielvereinigung im Fürther Stadtgebiet wirbt. „Zum Glück sehen uns die meisten nur von hinten“ steht da, davor eine urige Holzbank mit ein paar abgelegten Klamotten. „Den nackten Wahnsinn gibts noch früh genug“. Prima, alle Kleeblattfans harren der Dinge, die da kommen. Morgen ist also das erste Auswärtsspiel am Betzenberg. Am nächsten Freitag, 14. Februar, empfängt das Kleeblatt um 18. 30 Uhr den Karlsruher SC in der Trolli ARENA. Und – um noch mal Sepp Herberger zu zitieren: „Fußball ist deshalb spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht.“ Welche Erkenntnis!