Spannende Krimilesung und rote Currywurst

Heute Abend ist „Grusel-Time“. Das geht auch ohne Thriller im Fernsehen oder Kriminalroman auf der Couch. Um 19.03 Uhr – nicht nur für Kleeblatt-Insider eine vielsagende Zahl! – findet im STECHERT Business- und Tagungszentrum des „Stadion am Laubenweg“ eine Benefizlesung mit den renommierten Fürther Krimiautoren Josef Rauch und Veit Bronnenmeyer statt. Jeder der beiden liest 45 Minuten, also die Länge einer Halbzeit in einem Fußballspiel. Die spannenden Krimis spielen in Fürth und tragen auch dieselbe Farbe im Titel: „Schwarze Madonna“ heißt das Buch von Josef Rauch, „Der Schwarze Kreis“  titelte Veit Bronnenmeyer seinen Roman. Bronnenmeyer gewann nach zwei Nominierungen  im Jahr 2009 den „Agatha-Christie-Krimipreis“ für den Kurzkrimi „Eigenbemühungen“. Der Autor ist im wirklichen Leben Projektmanager im Schul- und Bildungsreferat der Stadt Fürth.
In Josef Rauchs Buch bekommen es Hobbydetektiv Emil Bär im Allgäu und Privatdetektiv Philipp Marlein in Franken mit ähnlichen Fällen zu tun: Es geht um junge Frauen, verschwundene Kinder, eine geheimnisvolle Sekte – und um exzessive und erotische Marien-Verehrung. Die Ermittlungen führen nach Altötting, wo die weltberühmte »Schwarze Madonna« gestohlen wurde. Rauch wohnt im Fürther Landkreis und arbeitet in Fürth. Sein literarisches Vorbild ist Raymond Chandler, der Schöpfer von Kult-Schnüffler Philip Marlowe. Mit seinem Franken-Ermittler Philipp Marlein hat Rauch seinen eigenen Marlowe-Nachfolger kreiert und ihn in seinem Erstlingswerk „Der Fall Urbas“ durch die Straßen seiner fränkischen Wahlheimat Fürth geschickt. Als Grundlage für die Handlung dieses Krimis hat er die Erzählung „Adam Urbas“ des bekannten, in Fürth geborenen Schriftstellers Jakob Wassermann (1873-1934) gewählt.

Der kulinarische Kleeblatt-Partner Aramark wird heute Abend – wie schon bei der ersten Krimilesung im Herbst 2013 – seine „Krimi-Currywurst“ kredenzen. Das wird den neuen/alten Trainer Mike Büskens freuen, der bekanntlich ein glühender Anhänger des Deutschen liebsten Gerichts – der Currywurst – ist. Büskens ist ja eigentlich Koch und hat vor über vier Jahren bei einem Sponsorenessen auf der Alten Veste für alle Currywurst zubereitet. Hier ist der Beweis.
Der Erlös der heutigen Benefizveranstaltung – sowohl die Eintrittsgelder (5 Euro/Person) als auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken – geht komplett an den Hospizverein Fürth, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Auch die Autoren verzichten auf ihr Honorar für die Lesung.

Von Schafkopf und Fußball

Diese Saison ist für die SpVgg Greuther Fürth aus unserer Sicht so spannend wie keine in den letzten Jahren. Der Aufstiegskampf, der DFB-Pokal – man kommt aus dem Mitfiebern mit unserem Kleeblatt überhaupt nicht mehr heraus.

Fußball ist die eine Sache, die uns Greuther-Weibern in diesen Wochen Spaß macht wie selten zuvor. Aber es gibt noch andere, mindestens genauso vergnügliche Freizeitbeschäftigungen. Lesen zum Beispiel. Geradezu ideal ist es, wenn man Fußball und Schmökern miteinander verbinden kann – wie in einem Krimi, den ich heute vorstellen will. „Schafkopf“ heißt er, geschrieben von Tommie Goerz, erschienen bei Ars Vivendi (ISBN 978-3-86913-041-5, Preis: 14,90 Euro).

Das Buch spielt in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umgebung. Es ist eine wahre Freude, die Figuren zum freitagabendlichen Schafkopfen in die Wirtschaft zu begleiten, ihre fränkischen Dialoge – die naturgemäß fast ohne Worte auskommen – zu verfolgen. Und wenn Kommissar Friedo Behütuns zwischen Kalchreuther Felsenkeller und Oberndorfer Weiher ermittelt, dann hat jeder bei der Lektüre bestimmte Bilder aus eigenem Erleben vor Augen.

Was den Krimi für uns Greuther-Weiber aber ganz besonders lesenswert macht, ist die fränkische Fußball-Welt, die eine nicht unbedeutende Rolle in dem Buch spielt: Die beiden verfeindeten Lager von Anhängern des 1. FC Nürnberg auf der einen Seite und Kleeblatt-Fans auf der anderen werden aufs Trefflichste charakterisiert.

Goerz geht zum Beispiel der Frage nach: Wie wird man im Nürnberger Land zu einem Fürth-Fan? Und kommt zum Ergebnis: „Das geht eigentlich nicht. Außer, wenn man anders ist.“ Und er sinniert über die Berg-und-Tal-Fahrten des Clubs, die die Gemütszustände von dessen Anhängern von einem Extrem ins andere treiben. „Der Club-Fan will leiden“, „Leiden bestimmt seinen Alltag“, heißt es da. Jawohl! Das können wir nur bestätigen.

Die Fürther Fans dagegen: „gemütlich, erdig, brav“. Sie nehmen alles leichter. Laut Goerz „sondern sie Hingebung ab – Hingebung an die Niederlage und das Tragen des Schicksals mit Stil“. Und sie haben sich an die Tatsache gewöhnt, dass immer der Club auf Seite 1 im Sportteil steht, auch wenn seine Spiele „stümperhaft oder pomadig“ waren. Währenddessen die Fürther sich mit der dritten Seite begnügen müssen, auch wenn sie oft in derselben Liga spielen.

Neben solchen amüsant-fußballphilosophischen Erkenntnissen liefert Goerz eine spannende Story um rätselhafte, grausige Morde, bei denen jeweils ein Club-Trikot eine Rolle spielt. Mehr wird nicht verraten – den Rest müsst Ihr/müssen Sie selber lesen!

 

Krimilesen im Vorfeld der Pokalderbys

Gute Freunde machen das Leben erst lebenswert. So heißt es doch oft. Stimmt, vor allem dann, wenn Freunde einen sehr gut kennen und Verständnis für besondere Vorlieben haben. Beispiel: Greutherweib-Geburtstag vor ein paar Tagen. Als Geschenke gab es alles, was mein Herz begehrt: Etwas zum Trinken (Whisky), etwas zum Genießen (Lindt-Schokolade), etwas zum Anhören (Jamie-Cullum-CD). Und? Ein Buch, das sich um das dreht, womit ich mich in meiner (Frei-) Zeit gerne beschäftige: mit Kriminalfällen und der Spielvereinigung. „Der tiefe Fall“ lautet der Titel eines Franken-Krimis von Josef Rauch. Protagonist ist der Fürther Privatdetektiv Philipp Marlein (Raymond Chandler lässt grüßen). Er wird von der Polizei als vermeintlicher Mörder gejagt und landet auf seiner Flucht schließlich im Fußballstadion. Wo – ja, richtig geraten! – ein „entscheidendes Pokalspiel zwschen den Erzrivalen Fürth und Nürnberg ansteht“.
Mehr will ich gar nicht verraten. Vor allem nicht, wie das Buch bzw. das Derby ausgehen. Ob man sich die 270 Seiten vor dem 20. Dezember reinziehen soll, das bleibt jedem persönlich überlassen. Hoffen wir, dass sich der vielsagende Titel „Der tiefe Fall“ nicht auf die frustrierten Kleeblätter bezieht, die nach dem verlorenen Spiel zurück nach Fürth fahren. Nein, so, wie sich die fußballerische Großlage derzeit gestaltet, werden eher die Clubberer die Frustrierten sein.