Ausgerechnet ein Ex-Kleeblatt sorgt für Club-Sieg!

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthNach 2008 hat der 1. FC Nürnberg heute erstmals wieder ein Lokalderby gegen die Spielvereinigung gewonnen – mit 2:1. Bizarr war schon der Beginn des Spiels: Da wenige Minuten vor dem Anpfiff noch Tausende von Zuschauern vor dem Grundig-Stadion auf den Einlass warten mussten, wurde der Beginn der Partie um 15 Minten verschoben. Andere Profi-Vereine lachen sich vermutlich ins Fäustchen, als ob es woanders keine Lokalderbys mit komplizierten logistischen Anreisemodaliäten gäbe! Schalke gegen den BVB, liegt denn da auch das ganze Ruhrgebiet lahm?

Das Spiel startete dann doch noch, und nach sechs Minuten war die Sensation (erst mal) da: Robert Zulj (im Foto rechts) traf nach einer Flanke von Sebastian Heidinger in den Club-Kasten von Raphael Schäfer. Die über 40.000 Clubfans im Stadion waren sprachlos. Und relativ lautlos blieb auch die Atmosphäre nach der Kleeblattführung. Die Spielvereinigung agierte konzentriert mit kurzen Pässen und ließ die Nürnberger Gastgeber weiter blass aussehen. Gab es einmal eine Chance für den Club, dann wusste sie der Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz zu vereiteln. Als Kleeblattfan hatte man die Hoffnung, dass sich die Führung in die Halbzeitpause retten ließe. Aber Sebastian Kerk traf in der 40. Minute für Nürnberg, und so ging man mit einem 1:1 in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Clubberer dann aktiver und – ihrem dritten Tabllenplatz angemessen – spritzig. Trotzdem hatte das Kleeblatt die besseren Momente: Freis, Röcker, genaue Flanken von Gjasula. Aber das Glück war nicht mehr auf der Seite der Fürther. Das Spiel läpperte so dahin, die 46.000 Zuschauer hatten sich fast schon mit einem Unentschieden arrangiert – da gelang ausgerechnet dem Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug das 2:1. Nach einem langen Kopfball von Margreitter hatte Kapitan Marco Caligiuri kurz den Überblick verloren. Und so köpfte Füllkrug den Ball ins Fürther Tor.

Insgesamt schade für die Spielvereinigung, die beweisen wollte, dass Frankenderbys ihre eigenen Gesetze haben. Und dass nicht unbedingt der Tabellendritte gegen seinen Rivalen, der im Mittelfeld der Zweitliga-Tabelle steht, gewinnen muss.
Groß ausruhen können sich die Mannschaft um Trainer Stefan Ruthenbeck nicht. Schon am kommenden Dienstag empfängt das Kleeblatt im Ronhof Union Berlin, die heute den Karlsruher SC mit 2:1 bezwungen haben.

Derbykrimi mit glücklichem Kleeblattsieg

MannschaftssiegDas war heute Nervenkitzel pur beim 259. Lokalderby zwischen der Spielvereinigung und dem 1. FCN im mit 17.200 Zuschauern komplett ausverkauften Ronhof. Mit viel Glück, aber auch guten sportlichen Leistungen gewann das Kleeblatt auf den allerletzten Drücker mit 3:2.

Dabei hatte es mies angefangen. Schon in der 7. Minute traf Guido Burgstaller ins Fürther Tor, vielleicht ein heilsamer Schock für das Kleeblatt. Denn die Fürther versuchten daraufhin – nach einigen mäßigen Spielen in den letzten Wochen – konzentriert und schnell zu spielen. Trotzdem dauerte es bis zur 39. Minute, ehe Veton Berisha der erlösende Ausgleich gelang. Er war einer der besten Spieler heute im Fürther Team. Genauso wie Tom Weilandt, den ich als sichere Bank im Kleeblatt-Team sehr schätze und dessen Paraden oft auch erfolgreich sind. So auch in der 58. Minute: Gjasula gibt den Ball an Weilandt ab, der souverän ins linke Nürnberger Eck schießt. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns unter Felix Zwayer, denn Weilandt stand definitiv im Abseits, also hätte der zweite Treffer nicht gegeben werden dürfen. Aber wie das Leben so spielt: Mal hat man Pech, dann wieder Glück. Und das Glück stand heute offenbar auf der Seite des Kleeblatts.

Dann ließ die SpVgg sich zurückfallen und ruhte sich auf ihrem Vorsprung aus. Das sollte prompt ins Auge gehen. Denn fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verwandelten die Clubberer eine für das Kleeblatt brenzlige Situation zum 2:2 durch den Österreicher Alessandro Schöpf. Zähneknirschend rappelte sich das Kleeblatt hoch, obwohl der Druck eher aus dem Nürnberger Lager kam. Drei Minuten Nachspielzeit, sollte es beim Unentschieden im fränkischen Derby bleiben? Nein, das kleine Wunder geschah: Der noch nicht lange eingewechselte Dani Kumbela gewann ein Duell und gab an Sebastian Freis ab. Und der traf tatsächlich zum 3:2 in den Kasten von Thorsten Kirschbaum.

Sicher, der heutige Sieg hatte phasenweise ein „Geschmäckle“, da das zweite Kleeblatt-Tor wegen Abseits genau genommen keines war und das erste auch schon nach einer umstrittenen Freistoß-Entscheidung des Unparteiischen gefallen war. Aber allem Geunke zum Trotz: Die Spielvereinigung hat das 259. Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen. Es war ein spannendes Spiel mit Höhen und Tiefen. Und zum Trost sei allen Clubfans gesagt: Das nächste fränkische Derby – dann bei Euch im Grundigstadion – ist ja schon Ende Februar.

Bengalos beim Derby: Jetzt muss das Kleeblatt bluten

Wir erinnern uns alle an das letzte Lokalderby gegen den Club im Grundig-Stadion Nürnberg am 20. Dezember vergangenen Jahres: Das Spiel ging unentschieden 0:0 aus, es verlief entgegen aller Unkenrufe im Vorfeld im Großen und Ganzen friedlich. Naja, es war eben Vorweihnachtszeit.
Den einzigen „Ausrutscher“ leisteten sich Fans im Fürther Block. Wohl aus allgemeinem Frust und aufgestauter Aggression gegen den Erzfeind aus der Nachbarstadt zündeten einige Kleeblattanhänger vor dem Anpfiff und während des Spiels grüne Rauchbomben und bengalische Feuer. Damit sorgten sie bei den 47.500 Besuchern für Unmut. Deshalb wurde die Spielvereinigung am Mittwoch vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Die Begründung lautet: „Fortgesetztes unsportliches Verhalten der Kleeblatt-Fans im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg“.
Aber es hat noch weitere Bundesliga-Vereine erwischt: Auch Hannover 96 ist für das Fehlverhalten einiger Anhänger zu einer Strafzahlung in Höhe von 20.000 Euro verurteilt worden. Sportlich war es ein Spektakel, als sich Werder Bremen und Hannover 96 am 13. Dezember 2014 mit 3:3 trennten. Zwei Gästefans konnten das Geschehen allerdings nicht genießen. Nachdem 96-Anhänger vor dem Anpfiff fünf Böller gezündet hatten, erlitten sie ein Knalltrauma. Außerdem hatte die Jacke eines Zuschauers „durch einen pyrotechnischen Gegenstand“ Schaden genommen, wie der DFB mitteilte.
Und noch zwei Erstliga-Klubs müssen für das Fehlverhaltens ihrer Fans bezahlen: Das Sportgericht verurteilte den FC Schalke 04 zu einer Strafe von 60.000 Euro für gleich drei Fehltritte der Gelsenkirchener Anhängerschaft. Schalkes Erzrivale Borussia Dortmund wird ebenfalls zur Kasse gebeten: Wegen mangelnden Schutzes des Gegners und eines Schiedsrichters – jeweils in Tateinheit mit unsportlichem Verhalten – muss der derzeitige Tabellen-Vorletzte 17.500 Euro berappen.

Insgesamt sind solche Fan-Aktionen also nur negativ: Sie kommen die Vereine teuer zu stehen und schaden dem Image der Klubs und des Fußballs im Allgemeinen!

Hektik, Fouls, Gelb-Rot für Schröck – und kein Derbysieger

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther Fürth2008 hat der Club zum letzten Mal gegen das Kleeblatt gewonnen. Und dabei bleibt es auch nach dem heutigen 258. Lokalderby. Das letzte Spiel vor der Winterpause endete mit einem vor allem für die Fans unbefriedigenden 0:0.
Schon morgens um 9.30 Uhr war am Fürther Hauptbahnhof die Stimmung auf dem Siedepunkt: Kleeblattfans demonstrierten mit Böllern und Pyro, dass sie auf dem Weg zum Valznerweiher schon mal Duftmarken setzen wollten. Und auch im (mit 47.500 Zuschauern) nicht ganz ausverkauften Grundig-Stadion war dann die Stimmung super: Die Choreographie der Clubfans mit einem riesigen Christknd war gelungen.
Die Partie selbst begann nervös und körperbetont. Beiden Teams war der starke Druck, der beim Lokalderby immer auf ihnen lastet, deutlich anzumerken. Schon in der 15. Minute gab es für die SpVgg eine Schrecksekunde: Stephan Schröck – wie so oft sehr engagiert für sein Team – war verletzt. Der Ex-Fürther Niklas Füllkrug war nach einem Luftduell auf der Ferse von Schröck gelandet, dessen Schuh war weg, und Schröcki wand sich vor Schmerzen auf dem Rasen. Aber: Er rappelte sich wieder auf und kam nach einigen bangen Sekunden zurück aufs Spielfeld.
In der ersten halben Stunde waren die Cluberer eher die stärkere, spielbestimmende Mannschaft. Obwohl beiden Mannschaften die Passgenauigkeit mal wieder komplett abging. Doch in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit fanden dann die Kleeblätter zu sich und hatten die eine oder andere gute Chance, die sie allerdings nicht verwerten konnten.
Nach der Halbzeitpause wurden die Karten nicht neu gemischt. Hektik und Zerfahrenheit prägten das Spiel. Und dann in der 52. Minute der zweite „Schröck-Schock“ fürs Kleeblatt: Er war schon wenige Minuten vorher – nach einem Foul an Füllkrug – mit einer Gelben Karte bestraft worden. Jetzt ließ er sein gestrecktes Bein gegen Füllkrug stehen. Damit nimmt er eine mögliche Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf. Und der Schiedsrichter fackelte nicht lange und ahndete das mit Gelb-Rot. Völlig konsterniert ging Schröck vom Platz.
Jetzt hätte der 1. FCN aus der Überzahl  Kapital schlagen müssen – aber mitnichten. Die Nürnberger standen sich oftmals selbst im Weg. Sie versuchten zwar Angriffe der SpVgg zu vereiteln, aber aufgrund  mangelnder Qualität konnten sie die defensiv starken Kleeblätter nicht bezwingen. Auch dank zwei, drei guter Aktionen von Keeper Wolfgang Hesl gelang einfach kein Club-Tor. Für Fürth kam kurz vor dem Abpfiff der gerade eingewechselte George Davies mit einer blitzschnellen Aktion plötzlich aus 15 Metern zum Schuss. Leider ging der am Nürnberger Tor vorbei.

Insgesamt ein enttäuschendes Lokalderby. Die SpVgg war fast 40 Minuten in Unterzahl, der Club machte in vielen Phasen den Eindruck der dominierenden Mannschaft. Aber unter dem Strich eine Partie mit viel Hektik, Ungenauigkeiten, Fouls und unfairen Attacken. Und ohne Tore. Das Kleeblatt ist inzwischen 456 Spielminuten ohne Tor!
Beide Teams gehen jetzt in die wohlverdiente Winterpause. Anfang Februar 2015 geht’s dann weiter. Im ersten Spiel empfängt die Spielvereinigung den Herbstmeister und Tabellenführer FC Ingolstadt im Ronhof. Na, dann!