„Heute bin ich blond“

Das erste Training des Kleeblatts im neuen Jahr 2018 fand statt und sportlich war eigentlich alles wie 2017. Trainer Damir Buric freute sich über engagierte Spieler, die „mit Freude“ den Trainingsbetrieb wieder aufnahmen. „Intensive Einheiten in Verbindung mit Fußball“, beschrieb der Coach das Programm, das auf seine Spieler wartete.

Auffallend waren allerdings eher optische Veränderungen. Schon 2016 gab es bei prominenten Fußballern einen Trend zu blonden Haaren. Lionel Messi, Neymar und Mats Hummels färbten sich ihre Haare. Und auch 2017 griffen Robert Lewandowski und Rafinha tief in den Wasserstoffperoxid-Topf. Zur Freude oder dem Leidwesen ihrer weiblichen Fans. Ich persönlich finde dunkelhaarige Sportler bzw. Männer (bis auf wenige Ausnahmen) attraktiver.

Jetzt – Monate später – ist die Welle in Franken, sprich: Fürth, angekommen: Außer Ersatztormann Timo Königsmann ist offenbar auch Maximilian Wittek in den Weihnachtsferien zum Friseur gegangen und entschied sich dafür, aus seiner dunklen Haarpracht eine helle zu machen (Foto: Sportfoto Zink). Vielleicht hat er sich ja auch den Titel der Tragikomödie des Regisseurs Marc Rothemund zu Herzen genommen: „Heute bin ich blond“.

Und noch etwas: Vom 6. bis 13. Januar 2018 geht’s – jetzt doch!!! – für die Profis der Spielvereinigung ins Trainingslager. Ziel ist die spanische Stadt Jerez de la Frontera – kurz Jerez – in der Region Andalusien. Jerez ist bekanntlich die Heimatstadt des berühmten Sherry. Die SpVgg ist dort im Hotel Barceló Montecastillo Golf untergebracht. Zuvor wartet am morgigen Freitag bereits das erste Vorbereitungsspiel. Das Kleeblatt ist um 14 Uhr zu Gast bei Bayer 04 Leverkusen.

Hier findet Ihr eine Bilderstrecke auf ran.de zum Thema „Hummels und Co: Die Top-Elf der Blondgefärbten 2016“.

Norweger liefen den Weltmeistern nur hinterher

Norway - GermanyGestern Abend haben sich die Greuther-Weiber mit guten Freunden im Fürther „Babylon“ getroffen (das übrigens ab heute mit großem Jubiläums-Programm seine 10-jährige Eröffnung mit neuer Leitung und Konzept 2006 feiert). Wir saßen also bei Orecchiette mit Kirschtomaten und Kapern in der Kneipe und haben uns über das Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen unterhalten, das abends stattfand. Ich wies mit dem Stolz einer Fürther Fußballanhängerin darauf hin, dass der Stürmer der Spielvereinigung Veton Berisha bei der WM-Qualifikationsbegegnung im norwegischen Kader steht. Und wir waren gespannt, ob er im Laufe der Partie eingewechselt würde.

Nein, wurde er nicht. Er stand nämlich schon von Beginn an auf dem Platz. Veton sang die norwegische Nationalhymne mit. Und die Vorfreude war groß, wie er sich gegen Cracks wie Manuel Neuer, Thomas Müller und Toni Kroos bewähren würde. Um es kurz zu machen: Die Aktionen zwischen den Weltmeistern 2014 und der norwegischen Nationalmannschaft erinnerte mich an das Märchen von Hase und Igel. Wenn sich die einen auf den Weg zum deutschen Strafraum machten, waren ihnen die Gegner schon um Längen voraus. Die Norweger versuchten zwar, im Osloer Stadion vor heimischem Publikum eine gute Figur zu machen. Aber sie hatten einfach zu viel Respekt vor den deutschen Profis. Die skandinavischen Aktionen – wenn sie denn mal stattfanden – wirkten desorientiert, waren zaghaft und ohne Pep. Man traute sich kaum, einen Angriff zu riskieren. Der einzige Norweger mit einer akzeptablen Leistung war der Tormann Rune Jarstein. Und Veton Berisha, der ja bei der Spielvereinigung immer mit viel Elan und Laufwegen punktet (aber selten zum Abschluss, sprich zum Torschuss kommt), lief dem Geschehen hinterher und ins Leere. Seine direkten Gegenspieler waren Berisha haushoch überlegen. Auch optisch, denn Veton Berisha ist mit seiner Körpergröße von 1,72 Metern z.B. Mats Hummels (1,91 Meter), Benedikt Höwedes (1,87 Meter) oder Jonas Hector (Foto, 1,85 Meter) deutlich unterlegen.

Das Spiel ging dann (nur) 3:0 für die deutsche Nationalmannschaft aus, endlich hat Thomas Müller mit zwei Treffern seine alte Klasse wieder gefunden. Für Kleeblattfans war der Abend trotz der Niederlage ein sportliches Erlebnis, denn wie oft kommt es schon vor, dass ein SpVgg-Profi bei einem internationalen Länderspiel auf dem Platz steht?