Mike Büskens geht – wer kommt?

RB Leipzig - SpVgg Greuther FürthGanz ehrlich: Ich kann Mike Büskens verstehen. Gestern Abend hat er die Spielvereinigung darüber informiert, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Wie ich finde, eine nachvollziehbare Entscheidung. Er kam am 23. Februar für Trainer Frank Kramer nach Fürth, dem es einfach nicht gelungen war, das Kleeblatt zum Siegen zu bringen. Der „Aufstiegsheld“ von 2012 sollte die Spielvereinigung vor dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga bewahren. Das ist am vergangenen Wochenende trotz der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig auch gelungen.

Aber reden wir nicht um den heißen Brei herum: Frank Kramer ist ein guter und effektiver Coach (er betreut ab der neuen Saison 2015/16 Fortuna Düsseldorf), und auch Mike Büskens versteht sein Handwerk. Dass sein Team bei 12 Spielen unter seiner Regie nur zwei Siege einfahren konnte – das ist mit Sicherheit nicht die „Schuld“ des Trainers.

Die Krux bei der Spielvereinigung hat zwei Gründe: Präsident Helmut Hack definiert den Verein zum einen als Ausbildungsstätte, d.h. junge Spieler, die hier ausgebildet und aufgebaut werden, werden umgehend verkauft. Mit ihnen kann der Kleeblatt- Trainer nicht rechnen. Und zweitens: Helmut Hack ist stolz auf seine ausgeglichene finanzielle Bilanz. Dass man einfach, um sich in der Zweiten, noch gravierender: Ersten Bundesliga zu behaupten, als Verein tiefer in die Tasche greifen muss, das hört Hack nicht gerne. Seit dem Ausfall von Ilir Azemi und der nicht allzu nachhaltigen Leistung des Fürther Angriffs war spätestens nach der letzten Winterpause klar: Das Kleeblatt brauchte dringend einen guten, draufgängerischen Stürmer, um das zu machen, worauf es unterm Strich ankommt: Tore zu schießen.

Mike Büskens ging das Geeiere in den letzten drei Monaten mit drohendem Abstieg in die Dritte Liga sicher an die Nieren und auf die Nerven. Er hat jetzt seine Konseqenzen gezogen. Vor drei Jahren – als es nach dem Aufstieg in die Bundesliga unsicher war, ob Büskens seinen Vertrag beim Kleeblatt verlängern wird – habe ich in unserem Blog eine Art Brief an seine Frau geschrieben, in dem ich alles für Fürth in die Waagschale geworfen habe. Dieses Mal mache ich das nicht, denn ich kann Büskens verstehen. Freie Trainerstellen gibt es im deutschen Profi-Fußball im Moment ja genug. In einer Presseinformation des Vereins wird Büskens mit folgenden Worten zitiert: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass das Engagement auf zwölf Spiele ausgelegt war. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern und Fans für die fantastische Unterstützung in dieser schweren Zeit bedanken und wünsche der Spielvereinigung eine erfolgreiche Saison 2015/2016.“

Wer als Büskens-Nachfolger nach Fürth kommen wird? Favorit für den Posten soll Stefan Ruthenbeck sein, der mit dem VfR Aalen in die Dritte Liga abgestiegen ist. Bestätigen will man die Gerüchte bei der SpVgg nicht, Manager Michael Mutzel erklärte anlässlich des Büskens-Abschieds: „Wir werden nun intensive Gespräche führen und sind zuversichtlich, dass wir zeitnah den Nachfolger vorstellen können.“ Na, dann nur zu!

3:0 – Der langersehnte Heimsieg ist da!

SpVgg Greuther Fürth - Fortuna Düsseldorf„Oh, wie ist das schön!“, schallte es durch das Stadion am Laubenweg. Zu Recht. Nach 211 Tagen war er heute da: der langersehnte Heimsieg. Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf beendete die Spielvereinigung souverän mit 3:0. „Hurra, hurra, das Kleeblatt ist wieder da“, schrieb ein Fan auf Facebook. Und damit spricht er vielen aus der Seele.
Wir Greuther-Weiber hatten heute schon vor dem Spiel ein gutes Gefühl. Das Tierorakel Daisy hatte sich nach kurzem Zögern für den Kleeblatt-Fressnapf entschieden – und damit ihren Fußballverstand mit Nachdruck dokumentiert. War der Sieg also sicher?

Das Spiel begann mit druckvollem Spiel der Kleeblätter, die erste wirkliche Chance hatten dann aber die Düsseldorfer Fortunen. Dann sollte es jedoch in der 29. Minute zu einer intelligenten Aktion mit Folgen kommen: Lam fälschte einen Querpass zu Marco Stiepermann (auf dem Foto rechts) ab, der die Chance ergriff und cool aus 16 Metern zum 1:0 ins Düsseldorfer Tor traf. Das war für die Fans im Ronhof wie ein Befreiungsschlag, den sie mit lautstarker Rückendeckung für ihre Mannschaft untermauerten. Kurz vor dem Pausenpfiff wäre Stephan Schröck beinahe ein tolles Tor gelungen, das ihm jeder, der sein Engagement in den letzten Monaten miterlebt hat, gegönnt hätte. Aber der Pfosten stand im Wege. Und dann war es in der 49. Minute schon wieder Schröcki, der es als Passgeber an Robert Zulj möglich machte, dass der zum 2:0 erhöhte. Trainer Mike Büskens begeisterte sich am Spielfeldrand wie ein HB-Männchen und ließ seiner Freude freien Lauf. Es roch verdammt nach dem ersten Heimsieg seit seiner Übernahme des Trainerjobs von Frank Kramer. Das 2:0 toppte Goran Sukalo dann noch in der 66. Minute: Stiepermann war ungehindert mit dem Ball nach vorne gelaufen, behielt den Überblick und gab dem mitgelaufenen Sukalo die Kugel ab. Der fackelte nicht lange und schoss aus 15 Metern mit einem Rechtsschuss zum 3:0.

3:0 blieb dann auch der Endstand vor 11.845 Zuschauern – ein wichtiges Spiel und lebenswichtiges Resultat für die Spielvereinigung im Abstiegskampf. Noch dazu unterlag gleichzeitig 1860 München zu Hause gegen Union Berlin (danke für die Schützenhilfe nach Berlin!), der VfR Aalen hatte mit seiner 2:4-Niederlage gegen Bochum ebensowenig Glück. Das heißt: Das Kleeblatt hat sich mit dem heutigen Sieg Luft verschafft und mit 34 Punkten den 14.Tabellenplatz gefestigt. Am kommenden Sonntag geht es zum FC Heidenheim. Noch drei Spieltage, es bleibt spannend. Aber ich denke, nicht nur das Tierorakel Daisy hat das sichere Gefühl, dass die Spielvereinigung in der Zweiten Liga bleiben wird.

Mit großen Schritten dem Abgrund entgegen

Karlsruher SC - SpVgg Greuther Fürth47 Minuten lang sah es im Karlsruher Wildpark tatsächlich so aus, als würde Mike Büskens der erste Dreier seit seinem Amtsantritt gelingen. 47 Minuten lang führte das Kleeblatt beim KSC, doch dann patzte Benedikt Röcker – gleich zwei mal. Zuerst verschätzte sich der Innenverteidiger nach einem weiten Ball, der Karlsruher Top-Stürmer Rouwen Hennings nahm gekonnt an und überwand Mark Flekken im Kleeblatt-Gehäuse. Ausgleich, 1:1. Die Torhymne war gerade verklungen, da verschätzte sich der Abwehrhüne ein zweites Mal, Hennings nahm an und schloss trocken ab. 2:1, Spiel gedreht, innerhalb von zwei Minuten.

Dabei hatte der Tag für die arg gebeutelte Kleeblatt-Seele so gut begonnen. 13 Minuten waren gespielt, als Johannes Wurtz eine Flanke in den Strafraum schlug und dort Marco Rapp fand, der in lehrbuchhafter Schusshaltung per Volley traf. 1:0, endlich mal wieder eine Kleeblatt-Führung, die 500 mitgereisten Anhänger im weitläufigen Gästeblock jubelten. Für den Kapitän der Fürther U23 war es in seinem zweiten Einsatz das erste Tor im orange leuchtenden Profi-Dress. Doch für den in der Club-Jugend ausgebildeten Rapp, der im linken Mittelfeld neben Schröck und Stiepermann auflief, hatte die Freude nicht allzu lange Bestand. Wirklich befreiend wirkte der Führungstreffer nicht für die Büskens-Elf, der KSC gab weiter Gas. Das Kleeblatt schwamm aber nicht so sehr wie in manch vergangenem Spiel, die Defensive stand sicher – wohl auch, weil Unsicherheitsfaktor Stefan Thesker diesmal auf der Bank Platz nehmen musste. Marco Caliguiri kehrte nach seiner Rot-Sperre zurück und verteidigte mit seiner Hintermannschaft die Führung bis zur Pause.

Eine gute Viertelstunde sollten die wacker kämpfenden Fürther dem Sieg nahe sein, bis, ja, bis Benedikt Röcker sich zwei mal böse verschätzte und so seine Mannschaft um den Lohn brachte. Im Spiel nach vorne fehlte anschließend wie so häufig in dieser Spielzeit die Präzision, Angriffsversuche versandeten meist wegen technischer Unzulänglichkeiten oder Unkonzentriertheit. Auch der frische Wind in Form von Zlatko Tripic und Florian Trinks erwies sich eher als laues Lüftchen denn als stürmischer Angriffswirbel und so lief die Uhr immer weiter gegen das Kleeblatt. In der Nachspielzeit wagte Mark Flekken in seinem zweiten Bundesliga-Spiel den Gang in den gegnerischen Sechzehner, die Karlsruher Abwehr stand aber sicher und so konnte es der Hesl-Ersatz nicht seinem Leipziger Kollegen Coltorti gleich tun, der seine Mannschaft am Freitag zum umjubelten 2:1-Sieg gegen Darmstadt geschossen hatte.

Jubel ist ein gutes Stichwort. Als Kleeblatt-Anhänger kennt man dieses Gefühl beinahe nicht mehr, das Pfund von Marco Rapp war ein kurzer Anflug von Euphorie – den Benedikt Röcker aber wieder zunichte machte. Und so wird der einzige Jubel an diesem Wochenende womöglich noch den Niederlagen der Abstiegskonkurrenten gelten, die am Sonntag und Montag noch ran müssen. Die SpVgg ist mehr denn je auf die Patzer der Konkurrenz angewiesen, um noch den Klassenerhalt in Liga 2 zu schaffen. Wer sich Woche für Woche durch individuelle Schnitzer um den Ertrag bringt, für den besteht nicht viel Hoffnung. Am kommenden Wochenende kommt Fortuna Düsseldorf in den Ronhof, Zeit, es endlich wieder besser zu machen. Ansonsten geht es schneller nach unten als uns allen lieb ist. Das Kleeblatt geht mit großen Schritten dem Abgrund entgegen, hoffen wir, dass diese Horrorgeschichte ein Happy-End nimmt.

Büskens in Frank Kramers Fußstapfen – und umgekehrt

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDie Meldung kam nicht mehr überraschend: Der ehemalige Kleeblatt-Coach Frank Kramer übernimmt ab 1. Juli 2015 offiziell den Trainerjob bei Fortuna Düsseldorf. Sofern er erfolgreich arbeitet – und davon gehen wir mal aus! – könnte er in der kommenden Saison den rheinischen Verein zurück in die Fußball-Bundesliga führen. Der 42 Jahre alte (ehemalige Gymnasial- und) Fußball-Lehrer wird bereits morgen – Mittwoch um 12 Uhr – in Düsseldorf vorgestellt. Kramer tritt die Nachfolge des ebenfalls am 23. Februar beurlaubten Cheftrainers Oliver Reck sowie Interimscoach Taskin Aksoy an. Die Vertragsdauer und weitere Details will der Verein erst morgen bekanntgeben.
Fortuna Düsseldorf ist kurioserweise ja der Verein, zu dem der aktuelle Trainer des Kleeblatts – Mike Büskens – eine ganz besondere Beziehung hat. Nach seiner Beurlaubung in Fürth im Februar 2013 hatte er ab der Saison 2013/14 Fortuna Düsseldorf als Coach übernommen. Allerdings war ihm das Glück nicht hold: Am 30. November 2013 wurde er „nach einer Analyse der aktuellen sportlichen Situation“ beurlaubt.

Frank Kramer war zum Unverständnis vieler Kleeblatt-Fans am 23. Februar dieses Jahres nach knapp zwei Jahren bei der SpVgg freigestellt worden. War er nur ein Bauernopfer? Wollte man mit seiner Entlassung von der eigentlich Krux bei der Spielvereinigung – nämlich dem schwachen Sturm – ablenken? Mit dem Trainerwechsel hofft man (nach wie vor), endlich vom schlechten Tabellenplatz im unteren Drittel der Zweiten Liga wegzukommen. Bislang ohne Erfolg.

Der frühere Fußball-Profi Frank Kramer hatte seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer 2012 als Lehrgangsbester abgeschlossen. In Fürth war er bis zu seinem Weggang hochgeschätzt, er leistete anerkannt gute Arbeit, auch wenn er den schlechten Leistungen der Spielvereinigung in dieser Saison nicht viel entgegenzusetzen hatte. Sein sicher größter Erfolg war in der Saison 2013/2014 der 3. Platz des Kleeblatts in der 2. Liga. Die Spielvereinigung scheiterte jedoch – fast schon tragisch – in der Relegation am Hamburger SV. Ob Frank Kramer mit Fortuna Düsseldorf mittelfristig die Rückkehr in die Bundesliga gelingen wird? Ich wünsche es ihm. Spannend wird es auf jeden Fall am 3. Mai: Am 31. Spieltag trifft die SpVgg zu Hause auf Fortuna Düsseldorf. Die stehen aktuell auf dem 7. Tabellenplatz. Das wird ein heißer Ritt im Ronhof, wetten?

Klare Worte und eine Portion Motivation

Fanstammtisch_2015Zu selten finden sie statt, die Fan-Stammtische, zur denen die Spielvereinigung in ihre Räume am Laubenweg einlädt. Gerade jetzt, wo das Kleeblatt nicht sehr erfolgreich spielt und auf einem schlechten Rang im unteren Teil der Zweitliga-Tabelle steht, ist es wichtig, dass sich Verantwortliche des Vereins Fragen der Fans stellen.

Leider kamen am Dienstagabend nur circa 50 Leute zum ersten Fan-Stammtisch 2015. Man kann rätseln, woran das wohl lag: Schlechtes Wetter, Verkehr, spannendes Fernsehprogramm? Alles keine Gründe dafür, dass im Gegensatz zu Fan-Stammtischen der vergangenen Jahre erstaunlich wenige interessierte SpVgg-Anhänger da waren. Immerhin zwei Stunden dauerte dann die Fragerunde, die wie immer um 19.03 Uhr startete.

Auf dem Podium saßen der neue Direktor Profifußball, Michael Mutzel, und Trainer Mike Büskens. Moderiert wurde das Gespräch von Immanuel Kästlen, dem Leiter Medien und Kommunikation. Mutzel ist seit drei Monaten in Fürth, hat Erfahrung in Hoffenheim gesammelt und ist für die Kaderplanung zuständig. An ihn gingen einige Fragen. Im Fokus des Interesses standen vielmehr Mike Büskens und die Perspektiven der Mannschaft in dieser Saison. Ob man sich gedanklich schon mit dem Abstieg in die Dritte Liga beschäftigt habe? Büskens beantwortete das in seiner ihm eigenen Art ruhig und mit klaren Worten. Man müsse „wachsam, aber nicht ängstlich“ sein. Für Frank Kramer sei es schwierig gewesen, mit so vielen neuen, jungen Spielern ein schlagkräftiges Team aufzubauen. Kritische Fragen zu Ein- und Verkäufen von Spielern kommentierte der Coach pragmatisch. Manchmal „hat man Glück, manchmal fasst man in die Sch…“. Wichtig – und da gab Büskens den Fans Recht: Große Fluktuation bei der Spielern schafft keine Konstanz.
Fazit der Fans, die engagiert mitdiskutierten und auch unbequeme Fragen stellten: Motiviertsein muss man leben. „Jetzt sind wir einfach die Unabsteigbaren“, schlug ein SpVgg-Anhänger vor. Denn dass das Fürther Kleeblatt am Ende des letzten Spieltages im Mai den Klassenerhalt geschafft hat, daran zweifeln die Wenigsten.

Mike Büskens ab sofort wieder Kleeblatt-Coach

Viele haben es kommen sehen, trotzdem ist es ein Paukenschlag beim Kleeblatt: Die SpVgg hat Mike Büskens nach Fürth zurückgeholt und Trainer Frank Kramer beurlaubt. Das hat die sportliche Führung dem 42-Jährigen gestern Abend in einem Gespräch mitgeteilt. Präsident Helmut Hack kommentiert auf der Vereins-Website die Entscheidung so:

„Wir bedanken uns bei Frank für seinen stets vorbildlichen Einsatz. Er hat das Amt bei uns in einer schwierigen Situation übernommen und nach dem Abstieg einen großen Anteil an unserer erfolgreichen letztjährigen Saison. Allerdings können wir auch nicht die Augen vor der Entwicklung der letzten Monate verschließen. Wir haben nur einen Sieg in den letzten zehn Spielen erreicht und gerade zuhause unseren Fans seit sechs Begegnungen kein eigenes Tor mehr schenken können.“
Und Michael Mutzel, Direktor Profifußball, ergänzt: „Nach dem Spiel gegen Sandhausen schwand in uns die Hoffnung, dass wir in den kommenden Partien die Abwärtsspirale durchbrechen können. Die Entscheidung ist uns menschlich nicht leicht gefallen, wir müssen aber im Sinne des Vereins denken und handeln.“

Dass der ehemalige Fürther Coach Mike Büskens das Traineramt mit sofortiger Wirkung übernimmt, dürfte viele überraschen. „Wir hoffen, dass wir durch den Trainerwechsel eine positive Entwicklung in Sachen Leidenschaft und Emotionalität in der Mannschaft bewirken können,“ so Helmut Hack. Mike Büskens erhält beim Kleeblatt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015.  Schon heute Nachmittag wird Büskens zum ersten Mal das Training beim Kleeblatt leiten. Der 46-Jährige war im Februar 2013 nach dem Aufstieg in die Bundesliga und einer verkorksten Saison, die den Abstieg in die Zweite Liga zur Folge hatte, entlassen worden. Er freut sich auf die Rückkehr nach Fürth: „Wir haben hier gemeinsam tolle Momente erlebt und dem Verein gehört ein großer Teil meines Herzens. Ich werde alles dafür tun, damit wir uns ganz schnell aus dieser Situation befreien und wieder erfolgreichere Zeiten unserer Spielvereinigung erleben.“

Ich bin gespannt, ob Mike Büskens die Mannschaft aus dem sportlichen (und mentalen?) Tief herausreißen kann. Meiner Absicht nach hat Frank Kramer seine Sache sehr gut gemacht. Er ist pragmatisch und konsequent und hat es verstanden, das Potenzial im Team zu erkennen und zu fördern. Sein Pech war die große Fluktuation und die vielen Verletzungen der Spieler nach der vergangenen Saison, in der die SpVgg ja nur ganz knapp in der Relegation den Wiederaufstieg verpasst hat.

Ab morgen geht’s bergauf!

SpVgg Greuther Fürth - FSV FrankfurtMorgen hat das Warten auf das nächste Zweitligaspiel des Kleeblatts ein Ende – nach der Länderspiel-Pause geht es nach Düsseldorf zur Fortuna. Im letzten Herbst war diese Begegnung noch besonders pikant – wurden die Nordrhein-Westfalen damals doch vom „Aufstiegsmacher“ des Kleeblatts – Mike Büskens – trainiert. Er hatte zur Saison 2013/14 die Zweitligaelf übernommen und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015 unterschrieben. Am 30. November 2013 wurde er „nach einer Analyse der aktuellen sportlichen Situation“ beurlaubt. Die Fortuna stand zu diesem Zeitpunkt auf dem 15. Tabellenplatz in der 2. Bundesliga. Das Spiel am 7. Oktober 2013 hat die SpVgg leider mit 1:2 verloren. Aber das ist Vergangenheit.

Das morgige Spiel könnte für die Spielvereinigung wie eine Kehrtwende bei einer Schussfahrt ins Tal werden. Denn nach der 0:3-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC würden der SpVgg ein Auswärtssieg und drei Punkte gut zu Gesichte stehen. Wieso Kehrtwende? Kapitän Wolfgang Hesl steht morgen wieder im Fürther Tor. Er hatte sich in der Begegnung gegen 1860 München am 26. September verletzt – Bruch der Mittelhand – und fiel seitdem aus. Für ihn stand Tom Mickel im Fürther Tor – mit wenig Fortune. Zehn Gegentore in fünf Zweitliga-Spielen – wahrlich keine gute Bilanz.

Wolfgang Hesls Job wird es morgen sein, keine Tore der Gegner zuzulassen. Logisch! Aber vor allem hoffe ich darauf, dass er es mit seiner selbstbewussten und nachdrücklichen Art schafft, sein Team wieder zu mehr Konsequenz und spielerischer Klasse zu motivieren. Das ist dringend notwendig, denn die letzten Spiele waren mehr als dürftig. Das 14. Saisonspiel gegen den aktuellen Tabellenzweiten Fortuna Düsseldorf in der „Esprit Arena“ wird also spannend. Wer nicht nach D-Town fahren kann oder will – die Partie wird ab 20.15 Uhr auf Sport1 live übertragen.

Tom Weilandt reißt es noch raus

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenEnglische Wochen, d.h. Wochen, in denen mehrere Ligaspiele anstehen (in der Bundesliga und Zweiten Liga gibt es pro Saison in der Regel ein bis drei „englische Wochen“ mit regulären Spieltagen am Dienstag und am Mittwoch), haben eine eigene Dynamik. Die Spieler werden physisch besonders gefordert. Die Fans haben „Fußball satt“ (was manchmal bedeutet, dass man lieber mal ein Heimspiel auslässt). Und die Ergebnisse entsprechen nicht unbedingt den Erwartungen. So auch in dieser Woche, wo die Spielvereinigung in sieben Tagen auf den FC Kaiserslautern (2:1), den VfR Aalen und am Freitag auf den TSV 1860 München trifft.
Die Begegnung gestern Abend im Stadion am Laubenweg gegen Aalen ging unentschieden 1:1 aus. Die Kleeblätter kamen nicht so gut ins Spiel. Nein, sie wirkten in der gesamten ersten Stunde eher verschlafen. Immerhin verhinderte Keeper Wolfgang Hesl mit einem gehaltenen Elfmeter in der 3. Minute eine frühe Führung der Gäste. Trotzdem schossen dann die Aalener in der 38. Minute mit einem Fernschuss von Andreas Ludwig das Führungstor. Lange sah es so aus, als ob es dabei bleiben sollte. Daran konnte auch der (für mich) beste Kleeblatt-Spieler auf dem Platz – Stephan Schröck – nichts ändern. Es ist immer ein Genuss, zu sehen, wie er mit seiner Kämpfernatur mal rechts, mal links agiert, den Ball um seine Gegner schlenzt, dribbelt und wie ein Ballkünstler gute Möglichkeiten für seine Mannschaft herausspielt. So auch gestern Abend. Er hatte mehr als eine Torchance, z.B. in der 81. Minute, wo er mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur am Ex-Fürther, dem Torhüter Jasmin Fejzic scheiterte. Schön, dass „Schröcki“ wieder hier im Fürther Team ist – ein echter Gewinn!

Die Spielvereinigung kam gestern gegen den VfR erst in den letzten 25 Minuten richtig auf Touren. Und da machte dann auch Tom Weilandt (auf dem Foto jubelt er nach seinem Treffer mit Niko Gießelmann) aus einer Drehung den 1:1-Ausgleich und rettete der SpVgg wenigstens einen Punkt. Schon gegen Kaiserslautern hatte der Ex-Rostocker am vergangenen Samstag ja den 2:1-Siegtreffer erzielt.
Übrigens saß gestern Abend der ehemalige Kleeblatt-Coach Mike Büskens unter den Zuschauern. Offenbar wollte er mal wieder Fürther Luft schnuppern.

Die Mannschaft hat nur wenig Zeit, um zu regenerieren, denn am Freitag steht bereits die nächste Aufgabe an: Die SpVgg reist nach München zum TSV 1860. Und wir wissen ja aus der letzten Saison, als das Kleeblatt im Aufstiegskampf in der letzten Minute zu Hause unglücklich gegen die Münchner mit 1:2 verlor, dass dieser Gegner ein schwerer ist.

Geht Frank Kramer nach Frankfurt?

Die Gerüchteküche brodelt auf Hochtouren. Angeblich ist der Bundesligaverein Eintracht Frankfurt stark daran interessiert, den Fürther Coach Frank Kramer als Nachfolger für Armin Veh zu verpflichten. Das war heute morgen in der „NZ“ zu lesen, und seitdem sind viele Kleeblattfans in heller Aufregung. Dass sich Kramer im Moment erst mal voll auf das letzte Saisonspiel am Sonntag, 11. Mai, gegen den SV Sandhausen fokussiert, ist logisch. Denn da wird es sich entscheiden, ob die Spielvereinigung noch den sicheren Aufstiegsplatz schafft oder in die Relegation muss. Die beiden Relegationsspiele finden am 15. und 18. Mai statt – das erste bei der drittletzten Bundesligamannschaft (z. B. dem Hamburger SV), das Rückspiel dann in der Trolli Arena.

Sollte der SpVgg nicht der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelingen, wäre der Weggang von Frank Kramer nachvollziehbar. Aber für das Kleeblatt wäre das ein mehr als schmerzlicher Verlust. Denn Kramer war es, der die junge, unerfahrene Mannschaft nach dem Weggang von Mike Büskens im Februar 2013 und dem Abstieg nach nur einer Bundesligasaison, zu dem gemacht hat, was sie jetzt ist: Ein Team mit zunehmend sportlicher Reife, einer hervorragenden Moral und mit Perspektive. Sollte dieser Verein Kramer verlieren, dann müsste man sich wieder auf Trainersuche machen. Und wie schwer das ist, sieht man ja am 1. FC Nürnberg. Sicher, die beiden Vereine sind nicht zu vergleichen, und auch die Einstellung der Fans zum Trainer ist in Fürth eine ganz andere als in Nürnberg.

Also: Hoffen wir auf einen erfolgreichen Sonntag und den direkten Wiederaufstieg des Kleeblatts in die Erste Liga. Und darauf, dass der Fürther Trainer auch in der Saison 2014/15 Frank Kramer heißt.

Lebenszeichen von Iron-Mike Büskens

Eeeeeeeeeeeendlich! Mike Büskens hat sich gemeldet und für Kleeblattfans ist die Welt wieder ziemlich in Ordnung. Wieso? Nach dem unsanften Abschied von Mike Büskens im Februar 2013 als Trainer der (erst in die Bundesliga aufgestiegenen und dann vom Abstieg bedrohten) Spielvereinigung hatten sich engagierte Büskens-Anhänger eine ganz besondere Aktion einfallen lassen: Am 9. März 2013 fand anlässlich des für Mike Büskens neu geschaffenen Ehrentags – dem “Iron-Mike-Honor & Respect-Day” – in der Fürther Gustavstraße ein besonderer Event statt.  Anhänger der Spielvereinigung nahmen ganz persönliche Video-Botschaften für den “Aufstiegs-Coach” auf. Diese Clips wurden auf CD gebrannt und zusammen mit besten Wünschen zu Mike Büskens nach Gelsenkirchen geschickt. Mit dabei waren auch der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung und viele leidenschaftliche Kleeblattfans, die Mike Büskens so ihre Anerkennung für seine trainerische und menschliche Leistung kundtun wollten. (Wir haben in unserem Blog damals darüber geschrieben).

Zur großen Enttäuschung vieler kam von Büskens keine Reaktion. Hatte er die CD überhaupt erhalten, konnte er sie auf seinem Player nicht ansehen, war er zu sehr mit Heimweh nach Fürth beschäftigt? Keiner wusste etwas. Und auch nachdem er zur Saison 2013/14 neuer Coach von Fortuna Düsseldorf  und dort im November wieder entlassen wurde, war Sendepause.

Doch gestern hatte das Warten ein Ende:
Einer der bekanntesten Kleeblattfans hat auf Facebook gepostet, dass er endlich eine Reaktion von Mike Büskens erhalten habe. In Form einer witzigen Postkarte aus dem Ruhrpott. Darauf dankt der Ex-Kleeblatt-Coach für das Video und wünscht der SpVgg „einen erneuten Aufstieg“.
Ich hoffe, dass es sich bei der Postkarte um keinen Fake handelt und die Wünsche tatsächlich von Büskens kommen. Der Fürther Postkartenempfänger sieht das locker:

„Danke, lieber Mike, für deine originellen Grüße aus dem Pott. Dank des milden Wetters dürfte deine „schwarz-humorvolle“ Karte, für alle Wintersport-Begeisterten unter uns, eine echte Pisten-Alternative darstellen. Deine Kleeblatt-Fans wünschen dir, lieber Bujo, und deiner Familie: „GLÜCK AUF!“