Wer soll die „Untrainierbaren“ trainieren?

Seit vergangenem Montag ist die Profimannschaft der Spielvereinigung ohne Trainer – über die Art und Weise bzw. die (möglichen) Hintergründe der Entlassung von Janos Radoki wurde schon genug geschrieben. Interessant ist jetzt vielmehr die wichtige Frage, wer der neue Kleeblatt-Coach werden könnte. Sieht man sich die (lange) Liste der aktuell verfügbaren Trainer an, findet man interessante Namen.
Fangen wir an bei den Männern, die die SpVgg schon trainert haben: Bruno Labbadia war zuletzt beim Hambuger SV und ist seit Ende September 2016 ohne Job. Mike Büskens ist seit Ende April 2017 frei und stand zuletzt bei Schalke 04 unter Vertrag. Und Armin Veh trainierte bis Anfang März 2016 Eintracht Frankfurt und wurde damals wegen mangelnden Erfolgs freigestellt.
Klangvolle Namen wie Martin Schmidt (bis Mai 2017 bei Mainz 05), Thomas Schaaf (bis Anfang April 2016 bei Hannover 96) oder Michael Frontzek (schon früher bei Hannover 96) könnten ebenfalls Optionen für die Spielvereinigung sein. Trainer, die international aktiv waren, haben wohl kaum Lust, nach Fürth – das sie sicher als fußballerische Provinz betrachten – zu kommen. Der Verein könnte solche Leute wahrscheinlich auch kaum bezahlen. Wir wollen schließlich auch nicht gleich nach den Sternen greifen und Thomas Tuchel vorschlagen, der Borussia Dortmund sehr erfolgreich trainiert hat, aber mit der BVB-Vereinsführung nicht klar kam.
Namen, die von Seiten der SpVgg-Spitze aktuell gehandelt werden, sind Tayfun Korkut, der bis Ende Juni Bayer Leverkusen trainerte. Und Markus Weinzierl, der den FC Augsburg 154 Spiele coachte und in die Bundesliga führte. Er ist seit Ende Juni 2017 – nach nur einem Jahr bei Schalke 04 – wieder zu haben.
Jemand wie Valérien Ismaël kommt für die Kleeblätter überhaupt nicht in Frage: Er war bekanntlich 2014 einige Monate Trainer des 1. FC Nürnberg. Allerdings steht der langjährige Karlsruher Trainer Markus Kauczinski – zuletzt beim FC Ingolstadt –  bei der Vereinsführung am Ronhof angeblich in der engeren Wahl.

Wie dem auch sei: Inzwischen haben die Kleeblatt-Profis nach der angeblichen Spielerrevolte gegen Janos Radoki in einigen Medien das Image von „Untranierbaren“. Das klingt nicht gut und motiviert den einen oder anderen Traineraspiranten bestimmt nicht, sich von der Spielvereinigung engagieren zu lassen. Vielleicht lassen wir Tierorakel Daisy (Foto oben) mal wieder weissagen, wer das Rennen machen wird? Aber ob sie bei der Entscheidungsfindung weiter kommt? Besonders zuversichtlich schaut sie ja nicht gerade drein.

Lernt Mike Büskens jetzt Wiener Schmäh?

Oft haben mich Freunde gefragt: „Was macht eigentlich Euer Aufstiegs-Trainer Mike Büskens jetzt“? Bislang konnte ich die Frage nicht vernünftig beantworten. Seitdem Büskens nach der Saison 2014/15 die Spielvereinigung verlassen hat, war er erst mal von der Bildfläche bzw. aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Jetzt erreicht uns die Neuigkeit: Mike Büskens wird in Zukunft Coach des österreichischen Vereins SK Rapid Wien. Der Verein gehört zu den sehr erfolgreichen Austria-Teams – letzte Saison hat der Club mit dem zweiten Tabellenplatz (von zehn Teams) abgeschlossen, einen Platz vor dem Lokalrivalen FK Austria Wien. Rapid wurde in seiner Vereinsgeschichte immerhin 32 Mal österreichischer Meister und 14 Mal Pokalsieger. Allerdings liegen die ganz großen fußballerischen Erfolge schon ein paar Jahre zurück.
Der 48-jährige Büskens erhält in Wien einen Vertrag für die kommende Saison mit Option auf Verlängerung. Mike Büskens kommentiert sein Engagement so:

„Es ehrt mich, dass ich in Kürze für einen renommierten wie legendären Verein wie den SK Rapid Wien tätig sein darf. Ich möchte jetzt alle Grün-Weißen im Klub kennenlernen und mir schnell ein Bild machen, um gleich mit vollem Engagement an meine neue Aufgabe heranzugehen.“

Büskens, der Nachfolger von Zoran Barisic wird, kann auf eine lange Profikarriere als Spieler und Trainer zurückblicken: Als Aktiver war der gebürtige Düsseldorfer zu Beginn lange bei Fortuna Düsseldorf, ehe es ihn 1992 zum FC Schalke 04 verschlug. In Gelsenkirchen feierte er in zehn Jahren große Erfolge, gewann 1997 den Uefa-Cup und zweimal den DFB-Pokal. Als Trainer war Büskens zwischen 2005 und 2008 als Trainer der zweiten Mannschaft von Schalke 04 tätig. 2009 wechselte Büskens zum Kleeblatt, mit dem ihm 2012 als Meister der Zweiten Liga der erstmalige Aufstieg gelang. Nachdem er 2013 kurzzeitig zu Fortuna Düsseldorf auf die Trainerbank gewechselt war, erfolgte 2015 für ein Halbjahr die Rückkehr nach Fürth, wo er bis zum Sommer 2015 die Kleeblatt-Profis trainierte und den drohenden Abstieg verhindern konnte. Zuletzt war Büskens im Sportbeirat beim FC Schalke 04 tätig.

Die offizielle Vorstellung des Rapid-Cheftrainers erfolgt am morgigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Die erste öffentliche Trainingseinheit unter Mike Büskens steht dann am Freitag, 10. Juni, ab 10 Uhr auf den Trainingsplätzen beim Ernst-Happel-Stadion auf dem Programm. Wer noch mehr wissen möchte: Weitere Infos auf der Website von Rapid Wien.

Trainerentscheidung endlich gefallen: Ruthenbeck kommt

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenDie Nachfolge von Mike Büskens hat sich als Zitterpartie gestaltet, doch jetzt ist die Trainerfrage bei der Spielvereinigung in trockenen Tüchern: Der neue Coach heißt Stefan Ruthenbeck. Der Weg des 43-Jährigen vom VfR Aalen ist freigeworden, weil die Aalener am Donnerstag Peter Vollmann als neuen Trainer präsentierten. Sowohl Ruthenbeck als auch sein bisheriger Co-Trainer Michael Schiele erhalten in Fürth einen Zweijahresvertrag.

Kleeblatt-Präsident Helmut Hack musste sich nach dem „Beinahe-Abstieg“ der SpVgg schon einiges an Kritik gefallen lassen, weil die Trainerentscheidung gar so lange auf sich warten ließ. Die Verhandlungen mit den Verantwortlichen beim Zweitligaabsteiger VfR Aalen waren – so Hack – schwierig. In der Pressemitteilung der SpVgg ist das so zu lesen:

„Ich habe mit Aalens Präsidenten Berndt-Ulrich Scholz in den vergangenen Wochen zahlreiche telefonische Unterredungen geführt. Es war für beide Seiten nicht leicht, eine Lösung zu finden, mit der beide am Ende leben können. Es war ein langer Weg, auf dem viel Geduld und Fingerspitzengefühl notwendig war.“

Der gebürtige Kölner Ruthenbeck übernimmt schon am 22. Juni das Training beim Kleeblatt. Er freue sich auf die Arbeit beim Kleeblatt, sagt Ruthenbeck, der zwei Jahre lang die Zweitligamannschaft des VfR betreut hat, den Abstieg in der abgelaufenen Saison aber nicht verhindern konnte. Er hatte den Trainerjob in Aalen für die Saison 2013/14 übernommen, als Ralph Hasenhüttl zurückgetreten war. Zuvor war er Coach der U23 und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Ich habe mal ein wenig recherchiert: Stefan Ruthenbeck ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Linz am Rhein. Bevor Ruthenbeck mit seinem Wechsel nach Aalen die Trainertätigkeit zum Hauptberuf machte, war er 17 Jahre lang als Chemikant bei einem Chemie-Unternehmen in Königswinter tätig. In seiner Freizeit hört er gerne Heavy Metal.

Als Nachfolger von Mike Büskens wird es Ruthenbeck hier in Fürth erst mal nicht leicht haben. Denn Büskens, der mit dem Kleeblatt den Bundesliga-Aufstieg geschafft hatte, ist für viele Fans nach wie vor der „Coach der Herzen“. Obwohl – und damit hat Büskens einiges von seinem Nimbus eingebüßt: Den Abstieg in die Dritte Liga konnte er nach 12 Spielen, die er nach der Entlassung von Frank Kramer seit Februar geleitet hat, nur mit der Schützenhilfe anderer Vereine verhindern.
Die Weichen beim Kleeblatt werden jetzt neu gestellt, hoffen wir auf eine erfolgreiche Saison 2015/16!

Mike Büskens geht – wer kommt?

RB Leipzig - SpVgg Greuther FürthGanz ehrlich: Ich kann Mike Büskens verstehen. Gestern Abend hat er die Spielvereinigung darüber informiert, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Wie ich finde, eine nachvollziehbare Entscheidung. Er kam am 23. Februar für Trainer Frank Kramer nach Fürth, dem es einfach nicht gelungen war, das Kleeblatt zum Siegen zu bringen. Der „Aufstiegsheld“ von 2012 sollte die Spielvereinigung vor dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga bewahren. Das ist am vergangenen Wochenende trotz der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig auch gelungen.

Aber reden wir nicht um den heißen Brei herum: Frank Kramer ist ein guter und effektiver Coach (er betreut ab der neuen Saison 2015/16 Fortuna Düsseldorf), und auch Mike Büskens versteht sein Handwerk. Dass sein Team bei 12 Spielen unter seiner Regie nur zwei Siege einfahren konnte – das ist mit Sicherheit nicht die „Schuld“ des Trainers.

Die Krux bei der Spielvereinigung hat zwei Gründe: Präsident Helmut Hack definiert den Verein zum einen als Ausbildungsstätte, d.h. junge Spieler, die hier ausgebildet und aufgebaut werden, werden umgehend verkauft. Mit ihnen kann der Kleeblatt- Trainer nicht rechnen. Und zweitens: Helmut Hack ist stolz auf seine ausgeglichene finanzielle Bilanz. Dass man einfach, um sich in der Zweiten, noch gravierender: Ersten Bundesliga zu behaupten, als Verein tiefer in die Tasche greifen muss, das hört Hack nicht gerne. Seit dem Ausfall von Ilir Azemi und der nicht allzu nachhaltigen Leistung des Fürther Angriffs war spätestens nach der letzten Winterpause klar: Das Kleeblatt brauchte dringend einen guten, draufgängerischen Stürmer, um das zu machen, worauf es unterm Strich ankommt: Tore zu schießen.

Mike Büskens ging das Geeiere in den letzten drei Monaten mit drohendem Abstieg in die Dritte Liga sicher an die Nieren und auf die Nerven. Er hat jetzt seine Konseqenzen gezogen. Vor drei Jahren – als es nach dem Aufstieg in die Bundesliga unsicher war, ob Büskens seinen Vertrag beim Kleeblatt verlängern wird – habe ich in unserem Blog eine Art Brief an seine Frau geschrieben, in dem ich alles für Fürth in die Waagschale geworfen habe. Dieses Mal mache ich das nicht, denn ich kann Büskens verstehen. Freie Trainerstellen gibt es im deutschen Profi-Fußball im Moment ja genug. In einer Presseinformation des Vereins wird Büskens mit folgenden Worten zitiert: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass das Engagement auf zwölf Spiele ausgelegt war. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern und Fans für die fantastische Unterstützung in dieser schweren Zeit bedanken und wünsche der Spielvereinigung eine erfolgreiche Saison 2015/2016.“

Wer als Büskens-Nachfolger nach Fürth kommen wird? Favorit für den Posten soll Stefan Ruthenbeck sein, der mit dem VfR Aalen in die Dritte Liga abgestiegen ist. Bestätigen will man die Gerüchte bei der SpVgg nicht, Manager Michael Mutzel erklärte anlässlich des Büskens-Abschieds: „Wir werden nun intensive Gespräche führen und sind zuversichtlich, dass wir zeitnah den Nachfolger vorstellen können.“ Na, dann nur zu!

Der Abstieg ist fürs Kleeblatt verdammt nah!

1. FC Heidenheim - SpVgg Greuther Fürth„Was vom Tage übrig blieb“ ist ein Roman des britischen Schriftstellers Kazuo Ishiguro aus dem Jahre 1989, Mitte der 90er Jahre von James Ivory mit Emma Thompson und Anthony Hopkins verfilmt. Was für Kleeblattfans zu Hause und 1500 angereiste Anhänger heute vom Tage übrig bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass die Spielvereinigung nach der verdienten 0:3-Niederlage gegen den FC Heidenheim am tiefen Abgrund des Abstiegs in die Dritte Liga steht.

Nach dem 3:0-Sieg in der letzten Woche gegen Fortuna Düsseldorf waren so etwas wie optimistische Impulse durch die Mannschaft und die Anhänger der SpVgg gegangen. Das Kleeblatt kann es noch: Fußball spielen, Tore schießen und siegen. Aber heute war alles wieder wie in den vergangenen Monaten. Nach einer einigermaßen guten ersten halben Stunde gelang den Heidenheimern aus dem Nichts das 0:1: Eine ziemlich konfuse Szene vor Wolfgang Hesls Tor, Robert Zulj klärte noch auf der Linie, aber Tim Göhlert machte dann doch den Treffer. Und drei Minuten vor der Halbzeitpause erhöhten die Zweitliga-Aufsteiger zum 2:0! Drei Fürther Spieler bekamen den Heidenheimer Kapitän Schnatterer in der Mitte nicht unter Kontrolle, der spielte den Pass auf den mitgelaufenen Heise. Und der Verteidiger machte den Treffer.

Wie so oft in dieser Saison ging die SpVgg mit einem Rückstand in die Pause. Aber es sollte noch dicker kommen: In der 48. Minute zog Robert Zulj die Notbremse und wurde postwendend mit der Roten Karte bestraft. Schlimmer noch: Die Heidenheimer verwandelten den verhängten Foulelfmeter. So lag das Kleeblatt innerhalb von knapp 50 Minuten mit 0:3 zurück. Auch Trainer Mike Büskens (Foto) muss sich jetzt ernsthaft Sorgen machen.
Bis zum Schlusspfiff fiel den Kleebläattern dann nicht mehr viel ein. Zu harmlos, zu schlapp und ohne Kampfkraft spulten sie die Minuten runter. Stephan Fürstner, der bekanntlich in der nächsten Spielzeit zu Union Berlin wechseln wird, bäumte sich als einer der wenigen verzweifelt gegen einen weitere Niederlage auf. Und Torwart Wolfgang Hesl war es letztlich zu verdanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Ohne schwarz malen zu wollen: Die SpVgg hat es im letzten Heimspiel am Sonntag, 17. Mai, mit dem Aufsteiger SV Darmstadt zu tun. Die wollen unbedingt in die Erste Bundesliga aufsteigen, sei es direkt oder zumindest über den Relegationsplatz. Das heißt: Sie werden dem Kleeblatt nichts schenken! Und das letzte Auswärtsspiel bei RB Leipzig wird mit Sicherheit auch kein Zuckerschlecken. Wie gesagt: Ich male nicht gerne schwarz. Aber das Kleeblatt war dem Abstieg schon lange nicht mehr so nahe wie heute.
Und noch eine Hiobsbotschaft. Das Tierorakel Daisy lag heute nach zwei richtigen Tipps auch voll daneben!

Bonjour, Tristesse!

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthOh je! Um in Fürth guten Fußball zu sehen, musste man als Kleeblatt-Fan vergangenen Mittwoch das Frauenfußball-Länderspiel Deutschland gegen Brasilien anschauen. Das war – leider – das Beste, was wir seit langem im Ronhof gesehen haben! Und es hat uns einen Eindruck vermittelt, wie dort die Post abgehen kann, wenn die Fans begeistert sind. Klar, die Zweite Bundesliga ist mit so einem außergewöhnlichen Event nicht zu vergleichen, und Frauen und Männer spielen sowieso ganz anders Fußball. Aber als Fürther konnten wir uns im Stadion am Laubenweg endlich mal wieder so richtig freuen und jubeln – wann hatten wir so etwas zuletzt? – Na gut, zurück zum eher tristen Zweitliga-Alltag. Das 1:1-Unentschieden zwischen der Spielvereinigung und dem FSV Frankfurt haben im Volksbank-Stadion nur etwas mehr als 4700 Zuschauer gesehen – kein Wunder! Sie müssen es irgendwie geahnt haben, dass sie da einfach kein schönes Spiel geboten bekommen würden. Über lange Zeitspannen hinweg plätscherte das Ganze harmlos und langweilig dahin. Fürth begann eigentlich nicht schlecht, doch wieder war es der Gegner, der das 1:0 machte. Und das praktisch bei der ersten ernsthaften Gelegenheit. Die Fürther Abwehr ließ dem Frankfurter Kauko viel zu viel Raum, so dass er mehr oder minder ungehindert zum 1:0 einköpfen konnte. Bis zum Halbzeitpfiff passierte dann so gut wie nichts Nennenswertes mehr.

Als Mike Büskens gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs Stephan Schröck für Kasper Przybylko ins Spiel brachte, hatte ich ein gutes Gefühl, dass sich das Blatt nun wenden könnte. Schröcki ist einfach immer bissig und zieht den einen oder anderen Teamkollegen dann durch sein unermüdliches Engagement mit. Nach einigen Fehlpässen sowie vergeblichen Bemühungen von Marco Stiepermann, der einfach nicht ins gegnerische Tor traf, verwandelte Niko Gießelmann in der 58. Minute einen direkten Freistoß zum erlösenden 1:1. (Nach dem Spiel verschenkte er sein Trikot, siehe Foto.) Das gab der Mannschaft neuen Mut, plötzlich ging wieder was, und der FSV Frankfurt geriet zunehmend unter Druck, dem er nichts entgegenzusetzen hatte. Büskens legte mit zwei Auswechslungen nach: Tripic kam für Freis (72.) und Lam für Philp (75.). Das Kleeblatt verspürte eine Zeitlang einen gewissen Aufwind, Robert Zulj wäre fast der Führungstreffer gelungen, Marco Stiepermann bekam eine zweite Freistoß-Chance, die er aber nicht nutzte – der vorübergehende Schwung verpuffte.

Fürths Keeper Wolfgang Hesl hatte keinen unwesentlichen Anteil daran, dass es kein weiteres Gegentor gab: Vor allem einen gefährlichen Angriff von Kapllani wehrte er ohne jede Unsicherheit ab. Kapllani sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte, und Fürth war knapp zwei Minuten in Überzahl auf dem Rasen. Das nützte aber genauso wenig wie die Tatsache, dass die mitgereisten Kleeblatt-Fans ihr Team unermüdlich anfeuerten: Es blieb beim enttäuschenden 1:1.

Vereinspräsident Helmut Hack blickte auf den Zuschauerplätzen äußerst skeptisch drein. Was ihm wohl durch den Kopf ging? Bereut er vielleicht doch, zu wenig Geld für einen verstärkten Sturm in die Hand genommen zu haben? – Der einzige Lichtblick in dieser verfahrenen Situation: Fürth bleibt weiterhin in Frankfurt ungeschlagen, wie schon gut 32 Jahre lang. Doch ob das im Abstiegskampf weiterhilft? Wer weiß…

Endlich der Heimtreffer – trotzdem verloren!

Stefan Thesker war heute die tragische Figur im Fürther Ronhof beim Spiel gegen den Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig. Die Partie am Karsamstag hatte für die Spielvereinigung mit viel Power und Engagement begegonnen. Ein herber Dämpfer wurde den Kleeblättern allerdings schon in der siebten Minute verpasst, als Marco Caligiuri mit einer Notbremse die vielversprechende Torchance des Braunschweigers Havard Nielsen mit einem Foul stoppte – und daraufhin Rot sah. Ich empfand die Entscheidung für richtig, aber etwas überzogen. Wenige Minuten später entschied Trainer Mike Büskens, Stephan Schröck auszutauschen, um mit Stefan Thesker einem zweiten Innenverteidiger Platz zu machen.

SpVgg Greuther Fürth - Eintracht BraunschweigVon den 10 280 Zuschauern im Stadion waren 1000 aus Braunschweig angereist. Und die 9280 Fürther Fans waren in der 28. Minute komplett aus dem Häuschen. Robert Zulj hatte einen Ball von Kacper Przybylko übernommen und traf ins gelb-blaue Tor. Nach sage und schreibe 718 Minuten war das der erste Heimtreffer der SpVgg. Riesenbegeisterung und Freude bei den Anhängern, der Trainerbank (Foto: Büskens im Freudentaumel) und der Mannschaft. Doch nur drei Minuten später war er aus, der Traum vom möglichen Sieg. Nielsen schob die Kugel direkt neben dem Fürther Tor zurück, sie prallte dem Unglücksraben Thesker vom Fuß ab und ging aus sechs Metern Entfernung ins Fürther Tor. Ein verdutzter Wolfgang Hesl, Totenstille im Fürther Fanblock.
Bis dahin hatte das Kleeblatt so gut gespielt wie schon lange nicht mehr. Die Unterzahl von neun Feldspielern war praktisch nicht spürbar, man hatte das Gefühl, dass am heutigen Samstag vor heimischem Publikum etwas möglich war. Doch dem war dann doch nicht so: Zehn Minuten von Spielende trafen die Braunschweiger in den Fürther Kasten. Und dieses 1:2 sollte das Endergebnis bleiben.

Fazit: Super angefangen, Pech mit der Roten Karte, in Unterzahl aktiv und auf Augenhöhe, ein langersehntes Tor zu Hause. Insgesamt war die Spielvereinigung die bessere und souveränere Mannschaft. Aber am Schluss wieder eine bittere Niederlage. So kommen die Kleeblätter wohl kaum aus dem Tabellen-Souterrain heraus. Gleichzeitig gewann der FC Kaiserslautern mit 4:0 gegen den FC Heidenheim und ist – zumindest bis morgen – punktgleich mit dem Tabellenführer Ingolstadt auf Platz eins der Zweitliga-Tabelle.
Am kommenden Samstag trifft die Spielvereinigung auswärts auf den FSV Frankfurt. Eine neue Chance, endlich mal als Sieger vom Platz zu gehen und sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.

Wieder nix!

Die Hoffnung von Greuther-Weib Kiki hat sich leider nicht erfüllt: In ihrem Blog-Beitrag von gestern hatte sie ein Foto von Mike Büskens und Mirko Reichel zu positiv interpretiert. Wenn die Beiden heute tatsächlich am Ende der Partie gegen den VfR Aalen synchron auf die Anzeigentafel geblickt haben, dürften sie wenig Begeisterung empfunden haben. Ein mageres 1:1-Unentschieden des Kleeblatts gegen den im Augenblick auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga liegenden Verein war mit Sicherheit nicht das, was der  nach Fürth zurückgeholte ehemalige Erfolgstrainer als Ergebnis sehen wollte.

FanlanglaufUnd wir, die Fans der Spielvereinigung, schon gar nicht!!! Die Mannschaft hat heute in der Aalener Scholz-Arena wieder nicht gezeigt, was in ihr steckt. Dass das Spiel vor fast leeren Zuschauer-Rängen über die Bühne ging, wundert mich im Nachhinein nicht im Geringsten. Man könnte seine Zeit an einem freien, recht sonnigen Samstagnachmittag im März weitaus sinnvoller nutzen – zum Beispiel so wie auf nebenstehendem Foto: mit Langlauf-Skiern auf traumhaften Loipen. Das Bild ist vor gut zwei Wochen während des Winterurlaubs in Ramsau am Dachstein entstanden, über den Kiki auch schon gepostet hat. In Weiß-Grün habe ich am Fuße des Dachsteins Werbung für unseren Verein und unser Fürth gemacht und nach dem Fußball-Krimi gegen den FC St. Pauli voller Zuversicht die kommenden Begegnungen der SpVgg erwartet.

Inzwischen gab es den Trainerwechsel von Kramer zu Büskens, der mich ebenfalls sehr optimistisch auf die nächsten Wochen schauen ließ. Denn so sehr ich Frank Kramers Qualitäten als Coach des Kleeblatts geschätzt habe – in einer mehr als schwierigen Situation bei der Übernahme des Tranerjobs hat er Zufriedenstellendes geleistet -, so sehr habe ich bei ihm das Temperament von Mike Büskens vermisst. Ich halte ihn einfach für jemanden, der ein Team mehr mitreißen und motivieren kann. Und für uns Fans gibt es mit ihm am Spielfeldrand immer wieder unterhaltsame Momente, wenn er mal aus der Haut fährt und ein anderes Mal begeistert jubelt. Zu Letzterem hatte er heute zunächst ja durchaus einen Grund, als Niko Gießelmann in der 17. Minute in Aalen das verdiente 1:0 gegen die Baden-Württemberger schoss.

Doch im Anschluss tendierte die Begegnung zu einem seicht dahinplätschernden, meist ziemlich langweiligen Spiel ohne jeden Höhepunkt. Schlimmer noch: Der Eindruck drängte sich auf, dass das Team nach dem Führungstreffer erst mal selbstzufrieden die Hände in den Schoß legte. Vor der Halbzeitpause brachten die Fürther nichts Nennenswertes mehr zustande. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel bitter rächen, als die Aalener noch einmal auftrumpfen konnten und Quaner in der 68. Minute der Ausgleich gelang. Übrigens nach einem Patzer von Torwart Wolfgang Hesl, dessen Tag das heute definitiv nicht war. Als in der Schlussphase obendrein noch Stephan Schröck Gelb-Rot sah und den Platz verlassen musste (87.), schwanden meine Hoffnungen dahin – und die der meisten anderen Fans wohl auch. Der für Tripic eingewechselte Florian Trinks konnte auch nichts mehr reißen, obwohl die wie immer souveräne Unparteiische Bibiana Steinhaus vier Minuten Nachspielzeit draufgab.

Mit dem mageren Remis belegt das Kleeblatt nun Rang 13 in der Tabelle und muss am Freitag, den 13. (!) , wieder ran. Mit dem TSV 1860 München trifft die Spielvereinigung im Ronhof auf einen Gegner, der ihr schon in der Vergangenheit einiges Pech brachte. Man denke nur an die völlig unnötige Niederlage von Fürth gegen die 1860er in der vergangenen Saison, die dazu geführt hat, dass das Kleeblatt nicht direkt in die Erste Liga aufsteigen konnte, sondern in die Relegation musste. – Oder bringt Freitag, der 13., der Spielvereinigung das längst verdiente Glück eines Heimsiegs? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Mike und Mirko: Worauf deuten sie wohl?

Das Spiel des Kleeblatts am vergangenen Freitag gegen den FC Kaiserslautern war das erste Spiel mit dem neuen/alten Coach Mike Büskens. Trainer und ihr Verhalten am Spielfeldrand zu beobachten – das ist immer besonders aufschlussreich und macht auch Spaß.
Frank Kramer stand meistens (im Winter mit schwarzem Anorak), er war eher der stoische, ruhige Trainer – der ab und zu aus der Haut gefahren ist. Vor allem bei ungerechten Schiedsrichter-Entscheidungen.
Mike Büskens sitzt neben seinem Co-Trainer und beobachtet das Geschehen auf dem Spielfeld mit Konzentration. Früher war er aufbrausend und nahm seiner Mannschaft gegenüber kein Blatt vor den Mund. Bei seiner Premiere letzte Woche ließ er es erst mal gelassen angehen. Trotz der 1:2-Auswärtsniederlage blieb er auf dem Teppich. Interessant ist, wie er offenbar permanent die Aktionen seiner Spieler analysiert und kommentiert. Und Co-Trainer Mirko Reichel notiert alles fleißig. Dass beide sich gut verstehen und offenbar aus einem Guss sind, dokumentiert unser Foto: Büskens und Reichel zeigen synchron auf irgendetwas. Eine tolle Momentaufnahme!
Hoffen wir mal, dass die Beiden morgen – bei der Begegnung gegen den VfR Aalen – auch gleichzeitig auf etwas deuten. Nämlich nach dem Abpfiff auf die Stadiontafel, wo ein Sieg der Spielvereinigung zu sehen ist!

Das Kleeblatt zwischen Himmel und Hölle

Mir gefallen die Anzeigenmotive der Spielvereinigung meistens ausnehmend gut. Sei es der Spruch „Raus aus der Kabine und ab nach oben”. Das klang sehr nach geplantem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Und der Untertitel „Vielleicht kann man bald Robben sehen”“ war eine witzige Anspielung darauf, dass das Kleeblatt auf den Rekordmeister Bayern München trifft und sich mit Superstars wie Arjen Robben oder Manuel Neuer auseinandersetzen muss. Gut war auch die Kampagne: “Erst mal packen, was geht”.

Anzeigenmotiv Maerz_2015Seit letztem Samstag ist jetzt das neue Kampagnen-Motiv mit markantem Werbeslogan zu sehen. „Wenig Anziehungskraft und reichlich Turbulenzen “ heißt es da. „Zwischen Himmel und Hölle brauchen wir jeden an Bord“. Damit versucht man auf den eher mäßigen Erfolg der Spielvereinigung in der laufenden Saison anzuspielen. Und die Message ist klar: Nur gemeinsam kann man die aktuelle Situation meistern, auch wenn zuletzt nicht alles wie gewünscht lief. Mannschaft, Verein und Fans müssen deshalb umso mehr in der jetzigen Phase zusammenhalten.
Im Moment kreucht die Mannschaft auf dem 14. Tabellenplatz herum. Anders gesagt: Das Kleeblatt ist nur lächerliche acht Punkte von einem Abstiegsplatz in die dritte Liga entfernt. Wo ist da der Optimismus, den wir alle nach dem Aufstieg hatten? Oder das gute Feeling, das durch unsere Adern floss, als wir im letzten Mai nach den beiden hervorragenden Relegationsspielen gegen den Hamburger SV nur haarscharf am Wiederaufstieg vorbeigeschrammt sind?
Aber allen Skeptikern zum Trost: Jetzt ist Trainer Mike Büskens wieder an Bord des weiß-grünen Raumschiffs, und mit ihm werden die Kleeblätter vielleicht am Ende dieser Spielzeit doch noch im Siebten Himmel sein.