Deutsche pfeift Champions-League-Finale

Bibiana Steinhaus ist für alle, die regelmäßig unseren Blog lesen, kein unbekannter Name. Die toughe Schiedsrichterin aus Hannover hat immer wieder Partien im Herrenfußball gepfiffen, bei denen auch das Team der Spielvereinigung mit auf dem Rasen stand (Foto: Dezember 2016 gegen Union Berlin). Sie ist die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele im Männerbereich leitet, darunter Spiele im DFB-Pokal sowie in der Zweiten und 3. Liga. In der Bundesliga wird sie von der DFL als sogenannte „4. Offizielle“ am Spielfeldrand eingesetzt. Auch bei den Frauen-Fußball-WMs 2011 und 2015 war sie Referée. Außerdem ist sie die erste Frau, die sowohl ein Finale bei einer Weltmeisterschaft als auch eines beim Olympischen Fußballturnier der Frauen geleitet hat.
Frau Steinhaus – im täglichen Leben Hauptkommissarin bei der Polizei Niedersachsen – hat jede Menge Sachverstand und eine integrative Art, wieder Ruhe bei hitzigen Diskussionen auf dem Spielfeld herzustellen. Dass sie sich auch bei prominenten Trainern durchzusetzen weiß, hat sie im kleinen Showdown mit Pep Guardiola gezeigt. Der war ihr bei einem Spiel zu nahe gekommen und hatte mit einer zu vertraulichen Geste den Unmut der Schiedsrichterin hervorgerufen.

Bibiana Steinhaus kommt demnächst wieder zu großen Ehren. Als Zeichen der Anerkennung wird sie das Frauen-Finale der Champions-League am 1. Juni 2017 ab 20.45 Uhr in Cardiff leiten. Dort treffen die beiden Frauenmannschaften von Olympique Lyon und Paris St. Germain im Endspiel aufeinander. Leider haben sich die Damenteams des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg nicht übers Viertelfinale hinaus qualifizieren können. Dafür hat sich der VfL Wolfsburg nach 2013 und 2014 am vergangenen Sonntag die dritte deutsche Meisterschaft im Frauen-Fußball gesichert.

Übrigens werden in diesem Jahr beide Champions-League-Endspiele – der Männer und der Frauen – von deutschen Schiedsrichtern geleitet (zum zweiten Mal nach 2007). Der europäische Fußball-Verband UEFA hat entschieden, dass der Münchner Unparteiiische Felix Brych im Finale zwischen Juventus Turin und Real Madrid am 3. Juni in Cardiff eingesetzt wird.

Norweger liefen den Weltmeistern nur hinterher

Norway - GermanyGestern Abend haben sich die Greuther-Weiber mit guten Freunden im Fürther „Babylon“ getroffen (das übrigens ab heute mit großem Jubiläums-Programm seine 10-jährige Eröffnung mit neuer Leitung und Konzept 2006 feiert). Wir saßen also bei Orecchiette mit Kirschtomaten und Kapern in der Kneipe und haben uns über das Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen unterhalten, das abends stattfand. Ich wies mit dem Stolz einer Fürther Fußballanhängerin darauf hin, dass der Stürmer der Spielvereinigung Veton Berisha bei der WM-Qualifikationsbegegnung im norwegischen Kader steht. Und wir waren gespannt, ob er im Laufe der Partie eingewechselt würde.

Nein, wurde er nicht. Er stand nämlich schon von Beginn an auf dem Platz. Veton sang die norwegische Nationalhymne mit. Und die Vorfreude war groß, wie er sich gegen Cracks wie Manuel Neuer, Thomas Müller und Toni Kroos bewähren würde. Um es kurz zu machen: Die Aktionen zwischen den Weltmeistern 2014 und der norwegischen Nationalmannschaft erinnerte mich an das Märchen von Hase und Igel. Wenn sich die einen auf den Weg zum deutschen Strafraum machten, waren ihnen die Gegner schon um Längen voraus. Die Norweger versuchten zwar, im Osloer Stadion vor heimischem Publikum eine gute Figur zu machen. Aber sie hatten einfach zu viel Respekt vor den deutschen Profis. Die skandinavischen Aktionen – wenn sie denn mal stattfanden – wirkten desorientiert, waren zaghaft und ohne Pep. Man traute sich kaum, einen Angriff zu riskieren. Der einzige Norweger mit einer akzeptablen Leistung war der Tormann Rune Jarstein. Und Veton Berisha, der ja bei der Spielvereinigung immer mit viel Elan und Laufwegen punktet (aber selten zum Abschluss, sprich zum Torschuss kommt), lief dem Geschehen hinterher und ins Leere. Seine direkten Gegenspieler waren Berisha haushoch überlegen. Auch optisch, denn Veton Berisha ist mit seiner Körpergröße von 1,72 Metern z.B. Mats Hummels (1,91 Meter), Benedikt Höwedes (1,87 Meter) oder Jonas Hector (Foto, 1,85 Meter) deutlich unterlegen.

Das Spiel ging dann (nur) 3:0 für die deutsche Nationalmannschaft aus, endlich hat Thomas Müller mit zwei Treffern seine alte Klasse wieder gefunden. Für Kleeblattfans war der Abend trotz der Niederlage ein sportliches Erlebnis, denn wie oft kommt es schon vor, dass ein SpVgg-Profi bei einem internationalen Länderspiel auf dem Platz steht?

Berisha-Brüder gehen international getrennte Wege

Die erste Länderspielpause in der Saison 2016/17 ist schon in dieser Woche. Die Profis der Spielvereinigung sind mit insgesamt drei Spielern international vertreten. Die interessanteste Herausforderung hat der Kleeblatt-Stürmer Veton Berisha: Mit der norwegischen Auswahl trifft er am Sonntag, 4. September, um 20.45 Uhr zu Hause in Oslo auf die deutsche Fußballnationalmannschaft. Bei dem Duell geht es ja schon um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Beide Nationalteams sind in der Gruppe C. Vetons fußballspielender (ein Jahr älterer) Bruder Valon Berisha wird in Zukunft allerdings nicht mehr gemeinsam mit Veton für Norwegen auflaufen. Valon Berisha, der im zentralen Mittelfeld spielt, verkündete am Donnerstag seinen Wechsel zur Nationalmannschaft des Kosovo.
Valon Berisha wurde 1993 in Malmö geboren und besitzt neben der kosovarischen auch die norwegische Staatsbürgerschaft. Er absolvierte insgesamt 56 Spiele für norwegische Nachwuchsteams und erzielte dabei sechs Tore. Beim King’s Cup 2012 in Thailand gab er sein Debüt für die A-Nationalmannschaft. Mit der U-21-Nationalmannschaft erreichte er das Halbfinale der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2013 in Israel. Valon Berisha ist seit Ende Juli 2012 bei Red Bull Salzburg unter Vertrag.
Veton Berisha durchlief von der U-15 an alle Jugendnationalmannschaften des norwegischen Fußballbundes. Von August 2013 bis März 2016 kam er 15-mal für die U-21-Auswahl zum Einsatz und erzielte insgesamt zwei Tore. Am 29. Mai 2016 debütierte Berisha bei der 0:3-Niederlage gegen Portugal in der A-Nationalmannschaft. Eine Woche später erzielte er bei einer 2:3-Niederlage gegen Belgien sein erstes A-Länderspieltor.
Neben Veton Berisha steht am Wochenende übrigens auch Nürnbergs Innenverteidiger Even Hovland im norwegischen Kader.
Die aktuelle Nummer 1 im Fürther Tor – Balázs Megyeri – reist mit dem ungarischen Nationalteam auf die Färöer Inseln. Das Qualifikationsspiel der Ungarn findet am 6. September statt. Last but not least: Auch das Kleeblatt George Davies wurde für sein Land berufen: Der Mittelfeldspieler tritt am Samstag, 3. September, mit der Nationalelf Sierra Leones zum Qualifikationsspiel für den Afrika Cup gegen die Elfenbeinküste an.

Ex-Kleeblatt spielt bei Fußball-EM

Gestern Abend hatte die deutsche Nationalmannschaft endlich ihren ersehnten ersten Auftritt bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Das Team um Trainer Jogi Löw hat sein erstes Spiel in Gruppe C gegen die Ukraine mit einigen Anstrengungen 2:o gewonnen. Und Bastian Schweinsteiger konnte mit einem wunderschönen Tor in der Nachspielzeit sein Comeback feiern.
Freuen wird die Fans der Spielvereinigung, dass auch ein ehemaliger Spieler des Kleeblatts bei der EM dabei ist: Mergim Mavraj läuft für Albanien auf, das zum ersten Mal überhaupt in seiner Fußballgeschichte an einer Europameisterschaft teilnimmt.
Mavraj war im Januar 2011 zum Kleeblatt gewechselt und erkämpfte sich mit seinen guten Leistungen schnell einen festen Platz in der  Stammelf. Nach dem Bundesligaaufstieg 2012 wurde er vom Mannschaftsrat zum Kapitän gewählt und führte die SpVgg durch ihre erste (und bislang einzige) Bundesligasaison. Nach dem Abstieg gab Mavraj die Kapitänsbinde an Wolfgang Hesl weiter, seinen Stammplatz konnte er jedoch verteidigen. (Auf dem Foto klatscht Mavraj nach dem Spiel gegen SV Sandhausen 2014 mit den Kleeblattfans ab.) Nach dem gescheiterten Relegationsspiel um die Rückkehr in die Bundesliga im Mai 2014 gegen den Hamburger SV wechselte er dann zur Saison 2014/15 zum Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln, bei dem er einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

Für die  Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wurde er ins albanische Aufgebot aufgenommen. Das erste EM-Spiel von Albanien gegen die Schweiz in Lens hat sich Verteidiger Mergim Mavraj aber wohl etwas anders vorgestellt. In der 5. Minute bringt Shaqiri das Leder von der rechten Seite in die Mitte, wo Hoffenheims Fabian Schär am höchsten springt und nur noch einzunicken braucht. Albanien-Keeper Berisha tauchte erst hinter Schär auf – ein krasser Torwartfehler. 1:0 für die Schweiz! Und das ist auch der Endstand.

Aber: Nach der Auftaktpleite in der Gruppe A bleiben Mavraj und seinen Albanern noch zwei Möglichkeiten auf Punkte. Am Mittwoch, 15. Juni,  steht die Partie gegen Gastgeber Frankreich auf dem Plan. Und am Sonntag, 19.Juni, wartet dann noch Rumänien auf Mavrajs Mannschaft. Auf jeden Fall zittern viele Kleeblattfans mit ihrem Ex-Kapitän mit und wünschen den Albanern eine erfolgreiche EM-Teilnahme.

Frauen-Nationalmannschaft brachte den Ronhof zum Kochen

Ronhof_Deutschland_Brasilien_2Das war ein ganz tolles Spiel vor einer Traumkulisse. Gestern Abend gab es im Fürther Ronhof ein echtes Highlight in Sachen Fußball: In einem Testspiel traf die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf Brasilien. Ob allen Brasilianern noch die 7:1-Niederlage gegen Deutschland bei der Männer-Fußball-WM 2014 in den Köpfen herumspukt? Klar.

Über 15 000 Zuschauer füllten gestern die Ränge und Tribünen, es war kühles, aber sonniges Wetter. Die Stimmung war erstklassig, denn beide Teams spielten wirklich sehenswerten Fußball. Obwohl die deutschen Frauen in der ersten Halbzeit erst mal nicht so gut ins Spiel kamen. Aber das machten die zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisterinnen im Laufe der 90 Minuten mit einem souveränen 4:0-Sieg wett.

Ronhof_Deutschland_BrasilienUnd die Greuther-Weiber ließen sich so etwas natürlich nicht entgehen. Um uns herum in der Südkurve waren viele Familien und junge Leute, die zum Teil von weither angereist waren und vermutlich zu Spielen der Kleeblätter nicht nach Fürth fahren würden. Sie wollten es sich aber wohl nicht nehmen lassen, einmal live berühmte und erfolgreiche Fußballerinnen wie Nadine Angerer im Tor, Simone Laudehr und Celia Sasic in Aktion zu sehen. Und Trainerin Silvia Neid stand cool und gelassen am Spielfeldrand und hatte an diesem Abend bestimmt wenig zu kritisieren. Für ihr Team war die Partie in Fürth eine optimale Vorbereitung auf die Frauen-Fußball-WM, die vom 6. Juni bis zum 5. Juli in Kanada stattfindet.
Nach einem zaghaften Anlauf klappten gestern Abend übrigens auch die La-Ola-Wellen perfekt. Alle machten mit. Deshalb lief das erfolgreiche Damenteam nach dem Schlusspfiff auch eine Ehrenrunde, um den begeisterten Zuschauern für die großartige Unterstützung zu danken (Foto ganz oben). Nadine Angerer hatte sich auch während des Spiels immer wieder umgedreht, um Fans zuzuwinken.
Das besondere Länderspiel-Event in Fürth war für viele garantiert ein unvergessliches Erlebnis. So eine Kulisse im Stadion würde sicher auch der Spielvereinigung bei den nächsten Heimspielen runtergehen wie Öl!

2016: Bundestrainerin Silvia Neid geht – Steffi Jones kommt

Silvia NeidBundestrainerin Silvia Neid wird ihren Job als Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im kommenden Jahr räumen. Das hat die 50-jährige heute – 68 Tage vor Beginn der WM-Endrunde in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) – offiziell bekannt gegeben. Neid wird ab September 2016 Leiterin der neuen Scoutingabteilung Frauen- und Mädchenfußball im DFB.
Neids Nachfolgerin soll die bisherige DFB-Direktorin Steffi Jones werden, die ja in der vorletzten Woche noch im Fürther Rathaus zu Besuch war. Sie hatte dort die Werbetrommel für das Spiel Deutschland-Brasilien am 8. April gerührt. Das Interesse an der mit „Samba in Fürth“ beworbenen Partie sei ja „schon mal richtig gut“, meinte Jones. Der bislang letzte Auftritt der deutschen Fußballerinnen in Fürth liegt bereits zehn Jahre zurück. Beim Auftritt der Frauen-Nationalmannschaft im Ronhof steht Silvia Neid demnach noch am Spielfeldrand und coacht ihre Mädels.

Silvia Neid betreute die zweimaligen Frauen-Welt- und achtmaligen Europameister seit 2005 als Hauptverantwortliche. Unter der zweimaligen Welttrainerin des Jahres gewannen die Deutschen Fußballerinnen einmal den WM-Titel (2007) und triumphierten zweimal bei der EM (2009 und 2013). Außerdem holte das Team die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008. Als einzige Bundestrainerin schaffte die 111-malige Nationalspielerin, die an allen bisherigen Titelgewinnen für Deutschland als Spielerin, Co- oder Cheftrainerin beteiligt war, über 100 Siege mit der deutschen Auswahl.

Bei Wikipedia habe ich Interessantes über Silvia Neid gefunden: Nach dem Realschulabschluss erlernte sie den Beruf der Fleischereifachverkäuferin. In Siegen arbeitete sie eine Weile als Auslieferungsfahrerin im Blumenhandel ihres langjährigen Vereinstrainers nachdem sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau absolviert hatte. Die damalige Spielerin hat vor der WM 1995 ein Angebot des Herrenmagazins Playboy zu Nacktaufnahmen für einen fünfstelligen DM-Betrag abgelehnt. Zusammen mit der Nationalspielerin Birgit Prinz wurde Neid im Februar 2011 eine Barbie-Puppe des Spielzeug-Herstellers Mattel gewidmet.

Der DFB hat vor der Frauen-WM in Kanada also die personellen Weichen für die Zukunft im Frauen- und Mädchenfußball gestellt. Bundestrainerin Silvia Neid erläutert ihre Entscheidung so:

„Mein Entschluss, mit dem Auslaufen meines Vertrages als Bundestrainerin 2016 eine neue Herausforderung zu suchen, steht seit Längerem fest. In den Gesprächen mit dem DFB über die Gestaltung meiner Zukunft habe ich immer eine große Wertschätzung gespürt und freue mich nun sehr auf die neue Aufgabe. Steffi hat unsere volle Unterstützung. Es ist gut, dass die Zukunft geregelt ist – so können wir uns auf die Vorbereitung für die WM in Kanada konzentrieren. Ich bin voller Motivation und Vorfreude darauf, denn wir haben große Ziele.“


Fußballsommer satt für Kleeblattfans

Gestern Abend hatte das ungeduldige Warten ein Ende. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestritt ihr erstes WM-Gruppenspiel in Salvador gegen das Team von Portugal und gewann – dank Thomas Müller – souverän mit 4:0. Das lässt auf gute Resultate bei den nächsten Begegnungen gegen Ghana und die USA hoffen.
KleeblattWM2014Für Fans der Spielvereinigung, die von Fußball nicht genug bekommen können, gibt es in den kommenden Wochen nicht nur spannende WM-Events im Fernsehen und beim Public Viewing (z.B. auf der Fürther Freiheit). Nein, sie können auch ihren Kleeblättern bei diversen Freundschafts- und Vorbereitungsspielen zujubeln. Offizieller Trainingsauftakt für die Kleeblatt-Kicker ist am 25. Juni. Schon zwei Tage vorher geht es mit leistungsdiagnostischen Tests und sportärztlichen Untersuchungen los.

Dann finden folgende Begegnungen statt:

  • Freitag, 27.06.2014, 18:30 Uhr: TSV Vestenbergsgreuth – SpVgg Greuther Fürth, Am Sportplatz 1, in Vestenbergsgreuth
  • Samstag, 28.06.2014, 18:00 Uhr: SpVgg Bayern Hof – SpVgg Greuther Fürth, Grüne Au, Oelsnitzer Straße 101, Hof
  • Dienstag, 01.07.2014, 18:30 Uhr: SV Seligenporten – SpVgg Greuther Fürth, Zum Sportplatz 1,  Seligenporten
  • Mittwoch, 02.07.2014, 18:30 Uhr: ASV Zirndorf – SpVgg Greuther Fürth, Schwabacher Straße 51, Zirndorf
  • Samstag, 05.07.2014, 17:00 Uhr: SpVgg Greuther Fürth – Rot-Weiß Erfurt, Sportgelände Quelle Fürth, Coubertinstraße 9-11, Fürth
  • Mittwoch, 09.07.2014, 17:00 Uhr: SpVgg Greuther Fürth – SSV Jahn Regensburg, Sportgelände des TSV Cadolzburg, Deberndorfer Weg 100, Cadolzburg.

Vom 14. bis 22. Juli schlägt das Kleeblatt dann in der Nähe von Feldkirchen an der Donau sein Trainingslager auf. Dort wird man sich auf die nächste Zweitligasaison intensiv vorbereiten. Die startet am 1. August 2014, der genaue Spielplan soll am 24. Juni bekanntgegeben werden.
Aber bis da ist es noch lange hin. Erst mal genießen wir alle die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien – und wer Weltmeister geworden ist, das wissen wir am 13. Juli gegen Mitternacht.

Frauenpower im französischen Männerfußball

Gestern hat die Fußball-WM in Brasilien begonnen – die Augen aller Fußballfans richten sich in den nächsten vier Wochen auf Südamerika. Obwohl es doch auch aus Europa Interessantes zu berichten gibt: In Frankreich wird ab der nächsten Saison ein Männer-Profiteam von einer Frau gecoacht.

France Soccer Helena CostaHelena Margarida dos Santos Costa kann mit dem wenig schmeichelhaften Spitznamen „Mourinho in Röcken” ganz gut leben. Die 36-jährige Portugiesin leidet nicht unter mangelndem Selbstvertrauen und stellt sich cool der großen Herausforderung. Beim französischen Zweitligisten Clermont-Ferrand trägt sie künftig als Cheftrainerin die Verantwortung. Ihren Spitznamen hat Helena Costa nach einem Fortbildungsaufenthalt beim FC Chelsea erhalten, wo sie sich mit Portugals Star-Trainer José Mourinho anfreundete. Der war ja auch schon mal bei einem Kleeblattspiel in der Trolli ARENA.

Costa hat eine erstaunliche und bewegte Geschichte hinter sich. Sie hat schon in Lissabon eine Männermannschaft unter ihren Fittichen gehabt, auch wenn das Amateure waren und keine Profis. Für die toughe Frau ist es egal, ob sie Frauen oder Männer trainiert: „Der Fußball ist der gleiche – es spielen elf gegen elf. Es gibt keinen Unterschied.”

Die ehemalige portugiesische Fußballspielerin Costa verfügt über eine Lizenz in Sportwissenschaft. Sie begann bei Benfica Lissabon, zunächst als Trainer der Bambini-Mannschaften, dann ab 2005 als Assistentin des Trainers der männlichen U17, die wurden Vizemeister. Dann übernahm sie eine Amateurmannschaft in der Großregion Lissabon. Parallel dazu wurde sie Talentspäherin für Celtic Glasgow. 2010 wechselt sie nach Katar, um dort den Frauenfußball zu entwickeln. 2012 avacierte sie zur Nationaltrainerin der Frauenmannschaft des Iran, den sie 2013 aus „persönlichen Gründen” wieder verließ und nach Portugal zurückkehrte. Seit Mai 2014 ist sie jetzt beim „Clermont Foot Auvergne 63“, einem französischen Fußballverein aus Clermont-Ferrand, der Hauptstadt des französischen Départements Puy-de-Dôme in der Auvergne. Hier geht’s direkt zur Vereinswebsite und einem Videoclip der Pressekonferenz bei Costas Präsentation als künftige Trainerin.

Fifa-Präsident Joseph Blatter sieht die Verpflichtung von Helena Costa übrigens positiv. Und die französische Ministerin für Jugend und Sport, Najat Vallaud-Belkacem, betont, dass es der Fußballverein „Clermont Foot“ als erster verstanden hat, dass die Zukunft des Profifußballs darin liegt, den Frauen ihren Platz zu geben.

Damit ist Costa die erste Frau in der Geschichte des französischen Profifußballs und nach der Italienerin Carolina Morace und der Bolivianerin Nelfi Ibañez Guerra (in Peru bei Hijos de Acosvinchos) die dritte Frau, die ein Männer-Profi-Fußballteam coacht. Carolina Morace hatte 1999 die Profis von A.S. Viterbese Calcio in der Serie C1 trainiert. Sie musste jedoch nach nur zwei Spielen aufgrund des starken Mediendrucks zurücktreten. Na, da bin ich mal gespannt, wie lange Helena Costa in Clermont Ferrand auf ihrem Trainerstuhl sitzen wird.

Trikot-Farben, die Sieger tragen!

Einer meiner größten „Nachteile“ ist, dass ich zu viel denke. Eine typisch weibliche Eigenschaft? Keine Ahnung. Auf jeden Fall überlege ich bei aktivem Sport – z.B. bei einer Aerobic-Choreographie – zu intensiv, wie ich da eine Struktur reinbringe. Und schon verhudle ich mich. Und wenn ich nach Großbritannien mit dem Auto in den Urlaub fahre, bin ich beim Linksverkehr erst mal höchst irritiert, dass alles etwas anders geht als gewohnt.

So ähnlich war es bei mir vermutlich auch gestern Abend beim Länderspiel  England gegen Deutschland im Londoner Wembley-Stadion. Traditionell spielt die deutsche Nationalmannschaft ja in weiß-schwarzen Trikots. So war das bei Länderspielen lange – mehr Informationen dazu hier. In den letzten Jahren hat sich das oft geändert. Gestern liefen nun die Briten mit weißen Trikots und dunklen Hosen auf. Da hieß es für mich: Umswitchen. Und noch mehr wurde meiner geistigen Flexibilität abverlangt, als ich sah, dass das deutsche Team in den Farben der Spielvereinigung antrat: grüne Shirts und weiße Hosen. Das alles hatte für mich zur Folge: Die ersten Sekunden fieberte ich für die falsche Seite mit – nämlich für die Engländer. Und ich freute mich natürlich besonders, wenn die vermeintlichen Fürther, also die Deutschen, in Richtung des britischen Tors liefen.
Aber Greuther-Weiber sind bekanntlich lernfähig. Nach dieser anfänglichen, kurzen Irritationsphase habe ich das Spiel genossen. Und die Welt war für mich nach 90 Minuten wieder komplett in Ordnung, als die Weiß-Grünen mit 1:0 das Spiel gewannen!

Frank Kramer heute in Schweden dabei

Bei den beiden Trainingseinheiten heute um 10 und 15 Uhr musste die Mannschaft der Spielvereinigung ohne ihren Chefcoach Frank Kramer klarkommen. Der Kleeblatt-Trainer ist nämlich heute Abend bei dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Stockholm gegen Schweden dabei. – Warum? Der DFB will Kramer mit der Reise nach Schweden zum Topspiel der Qualifikationsgruppe C dafür belohnen, dass er den letzten Trainerlehrgang als Jahrgangsbester absolviert hat.

Im April 2012 wurde Frank Kramer nach dem Bestehen der Eignungsprüfung zum DFB-Fußball-Lehrer-Lehrgang 2012/13 zugelassen. Unter den Teilnehmern bei der zehnmonatigen Ausbildung an der Hennes-Weisweiler-Akademie befanden sich zahlreiche Ex-Profis. Als Bester des Jahrgangs 2013 wurde Kramer dann im März in Bonn ausgezeichnet. Platz zwei der 22 neuen Fußball-Lehrer belegte Thomas Meggle aus dem Trainerteam des Zweitligisten St. Pauli (zur Saison 2013/14 übernahm er deren zweite Mannschaft, die U-23). Am 12. März 2013 wurde Frank Kramer Nachfolger von Mike Büskens, um die damals auf dem letzten Tabellenplatz stehende SpVgg zu trainieren. Er unterschrieb einen Vertrag mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2015.
Frank Kramer hatte übrigens heute in Schweden – so die Info auf der Vereinswebsite –  einen vollen Tagesplan:

„Ich lerne gerade die schwedische Kultur kennen, die Reise ist vom DFB super organisiert. Aber heute Mittag habe ich mich natürlich sofort nach dem Vormittagstraining erkundet, nachdem wir im Trainerstab die Einheiten schon vorher abgesprochen hatten.“

Das Länderspiel für die WM-Qualifikation wird heute Abend ab 20.45 Uhr im ZDF übertragen – mal sehen, ob wir einen Blick auf den Fürther Trainer werfen können!