Unsanfte Bauchlandung nach dem Höhenflug

Das Kleeblatt im Höhenflug – so sah es noch am vergangenen Sonntagnachmittag aus, als die Spielvereinigung im Ronhof Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegt hatte. (Es wäre eigentlich sogar ein 4:1-Sieg gewesen, wenn der Schiedsrichter das vierte Tor gegeben hätte!) Auch Fürths neuer Trainer Damir Buric, so steht zu vermuten, hat den Fürthern Auftrieb gegeben und sozusagen Flügel verliehen.

Mit berechtigtem Selbstbewusstsein reiste die Mannschaft deshalb nach Braunschweig. Das merkte man der Elf während der ersten 20 Spielminuten auch an: Das Kleeblatt bestimmte das Spielgeschehen, während Braunschweig – bisher in dieser Saison noch ungeschlagen, aber mit sechs Unentschieden nicht wirklich richtig erfolgreich – eher verhalten auftrat. Zur Sicherheit der Gastgeber trugen auch die Braunschweiger Fans wenig bei, die anfangs ihrer Mannschaft teiweise die sonst gewohnte Unterstützung versagten. Es war eigentümlich still im Stadion an der Hamburger Straße, geradezu gespenstisches Schweigen in Block 9. Während Fürth das Spiel gut 20 Minuten lang machte, ohne allerdings einen Treffer zu erzielen, landete Braunschweig den Ball schon nach dem ersten richtigen Angriff im Fürther Kasten und zeigte sich damit extrem effektiv, was die Chancenverwertung anbelangt. (Das Sportfoto Zink-Bild zeigt Fürths Tolcay Cigerci nach dem 2:0 durch Braunschweigs Baffo.) weiter lesen

Schlechtester Zweitliga-Saisonstart fürs Kleeblatt

Da vergeht sogar dem optimistischsten Kleeblattfan allmählich die gute Laune: Die Spielvereinigung hat es tatsächlich geschafft, den schlechtesten Saisonstart in ihrer Zweitliga-Karriere hinzulegen. Im dritten Spiel die dritte Niederlage, das spricht Bände. Obwohl die Partie gegen den Aufsteiger Holstein Kiel, der nach 36 Jahren wieder die Zweite Liga erreicht hat, aus Fürther Sicht super anfing. Drei Chancen in knapp drei Minuten, das ließ auf mehr hoffen. Und in der Tat machte Jurgen Gjasula in der 12. Minute das erste Saisontor für Fürth. Und ich hätte daraufhin gewettet, dass der 5:0-Sieg im DFB-Pokal gegen den Oberligisten SV Morlautern dem Kleeblatt einen richtigen Push gegeben hat und die Mannschaft das heute auch in der Zweiten Liga umsetzen würde. Aber dem war (leider) nicht so!

Je mehr die „Holsteiner Jungs“ heute ins Spiel kamen, desto öfter sah man Marvin Ducksch eindrucksvoll vor dem Tor von Balasz Megyeri. Im Minutentakt spielte Ducksch tolle Chancen heraus, die die Fürther Abwehr zuerst noch einigermaßen parieren konnte. Aber in der 25. Minute passiert dann das Unvermeidliche: Nach einer Ecke der „Störche“ kann die SpVgg noch klären, allerdings bleiben die Kieler in Ballbesitz. Über Kingsley Schindler kommt der Ball zu Christopher Lenz, der vom Strafraumeck aus flankt und Ducksch anspielt. Der steht zwischen den Verteidigern und köpft freistehend zum 1:1-Ausgleich ein. Lediglich sieben Minuten später kommt es erneut zur Ecke. Innenverteidiger Schmidt nickt aus etwa drei Metern ins Fürther Tor. Diesmal hat die Kleeblatt-Defensive komplett versagt. Keine Chance für den Kleeblatt-Keeper.

Die heimischen Zuschauer im Holstein-Stadion (der drittältesten, heute noch genutzten Spielstätte in der Bundesliga, der Ronhof ist noch älter) tobten, auch wenn kurz vorher pechschwarze Wolken für Regen gesorgt hatten. Aber es sollte aus Fürther Sicht noch bitterer kommen: Khaled Narey verschuldete unglücklich – und nicht ganz eindeutig! – einen Foulelfmeter. Das gefoulte Ex-Kleeblatt Dominick Drexler übernahm selbst den Strafstoß und erhöhte sicher auf 3:1. Wenige Minuten später verhinderte Narey Gott sei Dank das 1:4.

Fazit: Drei Spiele in der neuen Saison, drei Niederlagen, null Punkte. Ohne die gute Leistung von Kapitän Megyeri (Foto) hätte es heute für das Kleeblatt noch viel düsterer ausgesehen – er verhinderte einige beinahe sichere Torschüsse der Kieler Störche. Insgesamt 31 Torschüsse  gab es heute, immerhin 13 davon gingen aufs Konto der SpVgg. Aber die Kleeblatt-Abwehr machte Fehler (kein guter Tag vor allem für Lukas Gugganig). Mein Hauptkritikpunkt ist allerdings die abwartende Haltung vieler Spieler. Man läuft viel, ist nicht faul, Pressing ist allerdings in weiten Phasen ein Fremdwort. Und wie der torgefährliche Marvin Ducksch gedeckt wurde, wie ihm alle Möglichkeiten zum Angriff und Torabschluss gewährt wurden – das spottet jeder Beschreibung. Da wird sich Trainer Janos Radoki in den nächsten Tagen etwas einfallen lassen müssen.
Das Kleeblatt rangiert punktgleich (und jeweils 2:6-Toren) mit FC Ingolstadt am Tabellenende. Am Freitag, 25. August (18.30 Uhr), empfängt die SpVgg ausgerechnet diesen Verein im Fürther Ronhof. Na, ich bin mal gespannt…!!

Da hilft auch keine weiß-grüne Ente

Im Winterurlaub das DFB-Achtelfinale im Ronhof zu verpassen, ist schade. Aber als kleiner Glücksbringer ist eine SpVgg-Ente mit dabei (Foto). Wenn ein Spiel allerdings so verläuft wie gestern Abend die Begegnung der Spielvereinigung gegen den Erstligisten Borussia Mönchengladbach, dann kann man die Abwesenheit als engagierte Greuther-Weiber verkraften.

Aufgrund des glücklichen 4:1-Sieges vergangenen Freitag in der Zweiten Liga gegen Hannover 96 hatten wir dem Kleeblatt sogar gute Außenseiterchancen eingeräumt. Aber nach dem 1:0 der Borussen durch Oscar Wendt in der 12. Minute war man schon leicht ernüchtert. Die Rote Karte für die Fürther Neuerwerbung Adam Pinter sechs Minuten später wegen groben Foulspiels hatte natürlich den Platzverweis zur Folge. Damit war für den fränkischen Underdog schnell klar, dass er nur mehr wenig Chancen hatte, den Erstligisten aus dem Pokal zu katapultieren. Das zweite Tor von Borussia Mönchengladbach ließ dann nicht lange auf sich warten (Thorgan Hazard in der 36. Minute).

Motiviert und gestärkt kamen die Kleeblätter nach der Pause zurück auf den Platz. Eine gute Möglichkeit durch Robert Zulj und Sercan Sararer 20 Minuten vor Spielende landete leider im Außennetz.

Schon am kommenden Freitag, 10. Februar, gastiert die Spielvereinigung bei Erzgebirge Aue. Hoffentlich hat die Mannschaft um Trainer Janosch Radoki bis dann das verlorene DFB-Pokalspiel abgehakt.

Wieder dieser verflixte Kärwa-Beginn!

VfB Stuttgart - SpVgg Greuther FürthDer Beginn der Färdder Kärwa scheint dem Kleeblatt kein Glück zu bringen. Mit Grausen erinnere ich mich an das vergangene Jahr, als die SpVgg am ersten Tag der Michaelis-Kirchweih gegen Bochum zu Hause im Ronhof mit 0:5 baden ging. Heute, am dritten Tag der größten Straßenkirchweih in Süddeutschland, hieß es am Ende auswärts beim VfB Stuttgart 0:4 für die Elf von Stefan Ruthenbeck. Und es gab weitere Parallelen: Heute dauerte es 69 Sekunden, bis die Fürther den ersten Treffer des Gegners einstecken mussten, 2015 waren es 111 Sekunden, bis es so weit war. Damals hieß es nach 31 Minuten 0:3 fürs Kleeblatt, diesmal lautete der Spielstand bereits nach 24 Minuten so. Wie im letzten Jahr spielte Bochum eine gewisse Rolle bei der Niederlage: Der neue – leider muss es gesagt werden: äußerst sympathische – Trainer des VfB, Hannes Wolf, ist gebürtiger Bochumer.

Aber genug der Vergleiche! Bleiben wir im Hier und Jetzt – das ist schon schlimm genug! Zwei Treffer von Carlos Mané (2. und 4. Spielminute), der erstmals für den Bundesliga-Absteiger Stuttgart im Einsatz war, brachten die blitzschnelle Führung für den Gegner. Der vom VfB aus dem französischen Lille eingekaufte Pavard setzte in der 24. Minute durch einen Kopfball noch eins drauf, und in der 80. Minute war es Gentner, der zum vierten Tor für Stuttgart einschoss. Vom völlig übertölpelten Kleeblatt kam kaum Gegenwehr, die Fürther waren offenbar so eingeschüchtert, dass sie sich nicht einmal mehr trauten, nach ihren wenigen gut herausgespielten Gelegenheiten überhaupt auf den Stuttgarter Kasten zu schießen – geschweige denn zu treffen. Die Seele der Fürther Fans blutete ebenso wie die von Trainer Stefan Ruthenbeck, der am Spielfeldrand in der Mercedes-Benz-Arena der Verzweiflung nahe war (siehe Foto). Der Kleeblatt-Coach versuchte in der zweiten Halbzeit, durch das Einwechseln von Zlatko Tripic, Benedikt Kirsch und Daniel Steininger die Offensive zu stärken – allerdings ohne Erfolg. Zlatko Tripic wäre in der 88. Minute fast noch der Ehrentreffer gelungen, aber eben nur fast… Während die große Mehrheit der 38.150 Besucher in der Mercedes-Benz-Arena Gesänge wie „Oh, wie ist das schön!“ anstimmte, wünschten sich unsere Kleeblätter wohl nichts so sehnlichst herbei wie den Schlusspfiff, den ihnen Schiedsrichter René Rohde aus Rostock auch ohne jede Nachspielzeit gewährte.

Der nach drei Spielen (während derer er gesperrt war) wieder aufgestellte Robert Zulj enttäuschte heute ebenso wie Serdar Dursun. Statt mit Leistung glänzten beide durch wenig faires Auftreten, das womöglich ihrem Frust geschuldet war, das sich aber trotzdem nicht entschuldigen lässt. Ein bisschen mehr Einsatz wäre stattdessen wünschenswert gewesen! Dass Jurgen Gjasula wegen Verletzung ausfiel, machte sich besonders schmerzlich bemerkbar;  sein Achillessehnenriss dürfte ihn für Wochen lahmlegen. Wenn sich da andere wie Zulj und Dursun nicht mehr ins Zeug legen, sehe ich schwarz.

Der VfB Stuttgart hat an diesem achten Spieltag den Sprung an die Tabellenspitze der Zweiten Bundesliga geschafft, wo er momentan Platz 3 belegt, das Kleeblatt rutschte weiter zurück auf den 8. Platz. Bitte jetzt keine Berg- und Talfahrt, wie wir sie von der Kärwa her kennen!

Kalte 4:2-Dusche auf der Alm

Arminia Bielefeld - SpVgg Greuther Fürth„Man(n) kann nicht genug davon haben“, stand auf einer Reklamebande in der Bielefelder Schüco-Arena – in der zweiten Halbzeit direkt beim Tor von Sebastian Mielitz. Als ob die Abstiegskandidaten aus Ostwestfalen die Zahl ihrer Tore vorhergesen hätten. Arminia Bielefeld hat die heutige Partie souverän mit 4:2 gewonnen. Ein Armutszeugnis für die Spielvereinigung, die sich bei den Begegnungen der letzten Spieltage in hervorragender Form gezeigt hatte.
Bei Sonnenschein und Schneeschauer war dieser 24. April zumindest wettertechnisch typisch. Das Kleeblatt startete eher schwach ins Spiel, dann gab Johannnes Wurtz in der 15. Minute an der Strafraumgrenze einen Pass an Robert Zulj, der nicht lange zögerte und mit einem 18-Meter-Flachschuss Wolfgang Hesl im Arminia-Tor keine Chance ließ – 0:1. Doch schon fünf Minuten später erfolgte der Ausgleich, der bei der Leichtfertigkeit, mit der die SpVgg heute das Wort „Abwehr“ behandelte, niemanden verwunderte. Fabian Klos traf ins Kleeblatt-Tor (Foto). Und um es gleich vorwegzunehmen: Klos sollte zum Mann des Tages avancieren und mit einem Hattrick seiner Mannschaft den Klassenerhalt ermöglichen. Dann vergeigte ausgerechnet Marco Stiepermann, der in der letzten Woche gegen Fortuna Düsseldorf noch ein Traumtor machte, eine Riesenmöglichkeit: Er stand unmittelbar vor Hesls Tor und schaffte es nicht, eine Bilderbuchvorlage von Zulj erfolgreich umzusetzen.

War die erste Halbzeit, die 1:1 endete, noch von Fußball auf Augenhöhe geprägt, sollte das Kleeblatt in den zweiten 45 Minuten untergehen. Im Zehnminutentakt machte Klos (50. und 60. Minute) das 2:1 und 3:1. Eine weiß-grüne Abwehr war heute praktisch nicht vorhanden. Da standen fünf, sechs Kleeblattspieler im eigenen Strafraum und schauten mit großen Augen zu, was die Arminen dort abzogen. Keine Aktivität, keine Reaktion, wenig Initiative.
Spektakulär aus Fürther Sicht wurde es dann in der 66. Minute: Julian Börner störte einen Pass von Sebastian Freis und katapultierte den Ball über den verdutzten Wolfgang Hesl aufs eigene Tor. Das Leder sprang an die Latte und von dort auf oder hinter die Torlinie. Tor oder nicht?, das war hier die Frage.  Ein typisches „Wembleytor“? Das dann vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Der Unparteiische schwächelte auch einige Minuten später, als er einen klaren Elfmeter für Arminia Bielefeld nicht gab.
Pechvogel Börner machte dann seinen Fauxpas wett, als er 15 Minuten vor Spielende das 4:1 schoss. Nach einem Eckball von Ulm glänzte die Kleeblatt-Abwehr erneut durch Nichtkönnen, sie ließ den Ball  passieren, und Börner köpfte gnadenlos ein. Und noch einmal war es Julian Börner, der ein Tor machte – allerdigs ein Eigentor. In der Schlussminute trat Robert Zulj einen Freistoß und zirkelte den Ball scharf auf Hesl. Der reagierte unsicher und ließ das Leder nach vorne prallen. Der zurückgeeilte Börner wollte helfen, behinderte seinen Schlussmann aber,  und nach einem kuriosen Hin und Her gelangte der Ball schließlich zum 4:2 ins eigene Tor.
Das war heute ein kurzweiliges, torreiches Spiel, bei dem sich die Spielvereinigung vor zirka 200 angereisten Kleeblattfans allerdings von ihrer schwachen Seite zeigte. Dem Kleeblatt können die verpassten drei Punkte (Gott sei Dank!) egal sein, es kann weder ab- noch aufsteigen. Arminia Bielefeld hat der 4:2-Sieg den Hals gerettet, sie haben den Klassenerhalt in der Zweiten Liga geschafft.
Nächsten Samstag, 30. April, empfängt die Spielvereinigung den 1.FC Heidenheim im Sportpark Ronhof. Der rangiert aktuell einen Rang hinter den Achtplatzieren Kleeblättern, die heute den Sprung auf den sechsten Platz verpasst haben. Eigentlich ist die Mannschaft kein so interessanter Gegner, trotzdem sollte die SpVgg aufpassen, dass sie den guten Eindruck der letzten Wochen nicht komplett verspielt.

Eine Klatsche, aber ein Ansporn fürs nächste Spiel

SC Freiburg - SpVgg Greuther FürthMuss ich, müssen Kleeblattfans im Allgemeinen, jetzt die Krise kriegen? Zum zweiten Mal in Folge hat die Spielvereinigung eine Partie hoch verloren. Bei beiden Spielen stand die „5“ auf dem Konto der Gegner, und das riecht verdammt nach einer Klatsche.

Wir haben in unserem Blog das 5:0 beim Kärwa-Eröffnungsspiel kommentiert.Und heute hat der SC Freiburg, der in der letzten Saison aus der Bundesliga abgestiegen ist, aber eigentlich Erstliga-tauglich agiert – das Kleeblatt mit 5:2 geschlagen. Das Tierorakel Daisy hatte optimistisch den Fürther Sieg vorhergesagt, aber auch Tiere können (mal) irren. Und das Spiel fing eigentlich auch vielversprechend an für die SpVgg. Sebastian Freis, der vom SC Freiburg kommt, und Jurgen Gjasula, der früher dort für die 2. Mannschaft auflief, hatten sich einiges vorgenommen. Wobei Gjasula in den ersten 30 Minuten keinerlei Präsenz zeigte. Dafür ging vom Freiburger Vincente Grifo höchste Gefahr aus. Immer wieder stürmte er mit schnellen und raffinierten Paraden aufs Tor von Sebastian Mielitz. Ich wunderte mich schon, dass er in der ersten Halbzeit nicht reintraf. Das gelang dafür in der Nachspielzeit Immanuel Höhn.

Pause – Atemholen und eine Strategie entwickeln. Das nahmen sie sich wohl vor, die Kleeblätter unter der trainerischen Führung von Stefan Ruthenbeck. Pustekuchen. Zwischen der 55. und der 61. Minute fielen Freiburger Tore quasi im Minutentakt: Philipp, Grifo, Grifo. Auf unserem Foto greift der Fürther Keeper Sebastian Mielitz vergeblich in die Luft, um Grifos Tor zu verhindern. Da war es dann fast schon eine Erleichterung, als Freis in der 66. Minute der Anschlusstreffer gelang. Das 4:1 – ein vorläufiges Resultat, das nicht der Leistung der Kleeblätter entsprach.

Doch es kam noch schlimmer: Nils Petersen machte das fünfte Breisgauer Tor. Aber – und das muss man der Spielvereinigung immer wieder hoch anrechnen: Die reagierte nicht mit Fouls und Angriffen unter der Gürtellinie, sondern versuchten mit ruhigem Spiel das Ergebnis kosmetisch aufzuhübschen. Und Veton Berisha belohnte dann die Mühe seiner Teamkollegen: Er übernahm eine Flanke von Niko Gießelmann und traf kurz vor dem Abpfiff zum 2:5 ins gegnerische Tor .

Fazit: Zum zweiten Mal sahen wir heute eine hohe Niederlage der Spielvereinigung. Sie liegt aktuell auf dem achten Tabellenplatz der Zweiten Bundesliga. Der SC Freiburg ist vor dem VfL Bochum und RB Leipzig Tabellenführer. Die Breisgauer Fans träumen garantiert schon vom Wiederaufstieg in die Erste Liga. Das Kleeblatt empfängt am nächsten Freitag, 23.Oktober, den ungeliebten Gegner 1860 München zu Hause im Stadion am Laubenweg. Da geht der Spaß dann weiter.

0:3-Heimniederlage fürs Kleeblatt!!

SpVgg Greuther Fürth - KSC„Das kotzt einen tierisch an“, kommentierte Benedikt Röcker die 0:3-Heimniederlage direkt nach dem Spiel. Ich denke, dazu ist nichts weiter zu sagen – und er spricht vielen Fans aus der Seele. Was war heute eigentlich wieder los? Nach dem glücklichen 1:0-Sieg gegen den FC Union Berlin letzte Woche dachten viele, bei der Spielvereinigung wäre endlich der Knoten geplatzt. Sie hatte bis dahin kein Auswärtsspiel gewonnen und verhieß nun ihren Anhängern endlich Licht am Ende des Tunnels.

Aber von wegen Knoten geplatzt: Das letzte Heimspiel war ja als kleines Debakel mit 2:5 gegen den damaligen Tabellenletzten FSV Frankfurt verloren gegangen. Und heute ging die Heimspielflaute weiter. Woran liegt es? Sicherlich an den vielen verletzten Spielern, die Trainer Frank Kramer für eine erfolgreiche Mannschaft einfach fehlen. Heute musste er nach abgelaufener Rotsperre auch noch auf Goran Sukalo verzichten, der mit einer entzündeten Rippenprellung nicht einsatzfähig war.

Das Spiel im Ronhof begann wie so oft: Eher ein wenig schläfrig von Seiten der SpVgg. Der Karlsruher SC wirkte im Gegensatz dazu viel lebendiger und hatte gleich ein paar verdammt gute Chancen. Die er allerdings nicht umsetzen konnte. Zum Glück für das Kleeblatt, das nach ca. 30 Minuten dann endlich auch ins Spiel fand. Doch bis zur Halbzeitpause sollte nichts Entscheidendes passieren. Oft motiviert Frank Kramer seine Jungens in der Pause so, dass sie danach wie Phönix aus der Asche aufs Spielfeld zurückkehren. Ganz anders heute: Da war der KSC wie umgewandelt, und Hiroki Yamada machte dann auch in der 48. Minute prompt das erste Tor. Nur neun Minuten später verlängerte dann der stark spielende Rouwen Hennings eine Ecke in Richtung Fürther Tor. Fast auf der Torlinie musste dann Daniel Gordon den Ball mit dem Kopf nur noch ins Tor schieben. Kleeblatt-Keeper Tom Mickel hatte keine Chance. Doch damit nicht genug. Die schlampigen Pässe der SpVgg, harmlose Schüsse aus der Distanz, das wieder einmal konzeptionslose Geplänkel am Ball – all das war einfach nicht überzeugend. Die Quittung kam eine Viertelstunde vor Spielende erneut durch Yamada, der die 0:3 Heimniederlage des Kleeblatts perfekt machte.

Nach 13 Zweitliga-Begegnungen ist die Bilanz der Spielvereinigung desillusionierend: Fünf Siegen stehen drei Unentschieden und (seit heute) fünf Niederlagen gegenüber. Da ist von Aufstieg in die Bundesliga erst mal nicht die Rede. Wenn Frank Kramer, der wahrlich zur Zeit keinen einfachen Job machen muss (man sieht auf dem Foto seine Enttäuschung nach Spielende), es nicht schaffen sollte, in den nächsten Partien eine erfolgreichere Mannschaft aus seinem weiß-grünen Hut zu zaubern, dann wird das Kleeblatt – genauso wie der 1. FC Nürnberg – auch in der Saison 2015/16 wohl zweitklassig bleiben.
Nach der Länderspielpause reist die Spielvereinigung am Montag, 24. November, zum Topspiel nach Düsseldorf. Bis dahin besetzt sie mit dem 9. Tabellenplatz einen Rang im Mittelfeld.

Der FSV nimmt das Kleeblatt auseinander

Dass mir mal die Stimmung richtig verhagelt ist – das kommt selten vor. Aber das heutige Heimspiel gegen den Tabellenletzten, FSV Frankfurt, war… Ach, eigentlich fehlen mir die Worte (und das ist für jemanden, der einen Blog schreiben will, nicht ideal). Den Fürther Fans ging es heute genauso wie mir: Bereits nach dem 4:2 für die Frankfurter wurde es sogar den treuesten Kleeblattfans zu dumm, und sie fingen an, ihre Mannschaft auszupfeifen. Zu Recht.
Das erste Tor für Fürth ging auf Goran Sukalos Konto, in  der 10. Minute. Doch schon fünf Minuten später schoss Vincenzo Grifo – der im Ronhof über sich hinaus wachsen sollte – den Ausgleich. Dann: in der 21. Minute das 2:1 für die Hessen. Dem folgte das 2:2 – erneut durch Sukalo. Doch damit war es mit der Torausbeute der Kleeblätter getan. Denn schon drei Minuten später erhöhte wiederum Grifo zum 3:2.

Da hilft kein Jammern wegen vieler verletzter Spieler – die hatten die Frankfurter heute auch. Da ist einfach die Fürther Abwehr zu windig und geht nicht hart genug zum Gegner. Da sind die Pässe ungenau und fahrig. Da passieren Fehler wie in der Kreisliga. Und den Zuschauern war spätestens nach einer Stunde klar, dass man sich heute vor heimischem Publikum richtiggehend auseinandernehmen ließ. Eine Handvoll Frankfurter Fans im Gästeblock hatten ihre Freude. Und die zu Beginn des Spiels lautstark singenden Kleeblattanhänger pfiffen, was das Zeug hielt.

Nach der Pause kam es dann zum Debakel: Dedic machte in der 60. Minute das 4:2. Und eine unfaire Attacke von Sukalo an Grifo (er kam von hinten und grätschte den Frankfurter um) kurz vor dem Abpfiff war dann die Krönung: Rot für den Fürther Mittelfeldspieler und Elfmeter für den FSV. Den Grifo – das ließ er sich natürlich nicht nehmen – dann souverän im Kasten von Tom Mickel versenkte.

Eine 5:2-Niederlage vor eigenem Publikum. Das erste Heimspiel verloren, und ein möglicher Aufstiegsplatz rückt erst mal in weite Ferne. In einer quasi-englischen Woche trifft die SpVgg am kommenden Dienstag in der 2. Runde des DFB-Pokals auf den FC Kaiserslautern. Und muss dann am Freitag zum FC Union Berlin in die „Alte Försterei“. Bis dahin: Vielleicht mal überlegen, was in dieser Saison nicht rund läuft!

Unnötige 0:1-Niederlage beim SV Sandhausen

SV Sandhausen - SpVgg Greuther FürthEine Verkettung unglücklicher Umstände? Oder einfach nur kein guter Tag für das Kleeblatt? Keine Ahnung. Unterm Strich hat die Spielvereinigung beim SV Sandhausen mit 0:1 verloren. Das Tor fiel in der 84. Minute. Aber es waren turbulente Szenen vorausgegangen.
Die Partie vor nur 5.000 Zuschauern im Hardtwaldstadion begann lebendig und engagiert. Selbstbewusste Fürther hier, zurückhaltende Sandhäuser dort. Doch die angereisten lautstarken Kleeblattfans mussten bald erkennen, dass ihre Mannschaft heute (wieder einmal) nicht in der Lage war, gute Aktionen mit einem Treffer abzuschließen. Es gab bis zur Pause sogar einige gute Torchancen für die SpVgg, die sie allerdings nicht umsetzen konnte. Das Spiel war zum Teil ruppig, vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit wurde gefoult, was das Zeug hielt.

Das Kleeblatt scheiterte gegen den SVS primär an deren überragendem Tormann Manuel Riemann. Die Krönung seiner Leistung war mit Sicherheit der gehaltene Elfmeter: Nach einem Foul an Röcker, das den zu Fall gebracht hatte, versuchte Stephan Fürstner in der 51. Minute mit einem laschen Schuss das Kleeblatt in Führung zu bringen (Foto). Aber Riemann konnte den Ball halten. Das verlieh den Badenern offenbar Flügel. Und sie machten ihren ersten Saisonsieg nach einem Missverständnis zwischen Fürstner und Korcsmar perfekt. Nach Fürstners Grätsche prallte die Kugel zum freistehenden Andrew Wooten und schwupps: Wolfgang Hesl konnte nur noch hinter sich greifen.
Für mich eine unnötige Niederlage. Grund dafür waren bei der SpVgg weder mangelnder Kampfgeist noch unkonzentriertes Zusammenspiel. Nein, – und da erinnere ich mich nur ungern an die Bundesligasaison nach dem Aufstieg 2012/13: Das Kleeblatt schafft es einfach nicht, den Ball ins gegnerische Tor zu katapultieren.
Fazit: Zu Hause im Ronhof sind die Kleeblätter derzeit dominant und erfolgreich. Aber auswärts – siehe beim FC Ingolstadt und heute beim SV Sandhausen – muss man eine Schippe drauflegen. Die Quittung nach der heutigen Niederlage: Tabellenplatz acht. Am nächsten Samstag, 20. September, empfängt die SpVgg dann den aktuellen Vierten der Zweiten Liga, den FC Kaiserslautern, in Fürth.

Fast ein Kantersieg über das Kleeblatt

Überraschend hoch hat die Spielvereinigung heute gegen den bis dahin Tabellenvorletzten Arminia Bielefeld verloren: 1:4. Stutzig wurde ich schon beim 1:0 der Bielefelder nach 24 Minuten. Aber der schnelle Ausgleich durch Stephan Fürstner zwei Minuten später wiegte mich und viele angereiste Kleeblattfans erst mal in Sicherheit. Das Team des Bielefelder Trainers Stefan Krämer (Krämer vs. Kramer!) war heute hervorragend eingestellt und spielte hochmotiviert und kämpferisch. Zwischendurch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kleeblätter der Schnelligkeit und dem Druck der Ostwestfalen nicht gewachsen waren.

Nach der Halbzeitpause passierte der Spielvereinigung in der 51. Minute das nächste Tor der Gastgeber durch Marc Lorenz, der schon das erste Tor vorbereitet hatte. Die Fürther wirkten etwas konsterniert, schienen aber endlich mal aufzuwachen. In der 66. Minute wechselte Frank Kramer dann für den verletzten Gießelmann Baba ein, und man hoffte auf einen spielerischen Schub. Kurz drauf kam Mudrinski für Zillner. Da – gerade als sich die Kleeblätter innerlich neu zu formieren versuchten – schießt Tim Jerat das 3:1. Und nicht genug damit: Für Bielefeld betrat Rahn das Spielfeld. Er kam, sah und … schoss nach nur 31 Sekunden das 4:1 für Arminia Bielefeld. Das war dann auch der Endstand.
Die Spielvereinigung muss sich heute Kritik gefallen lassen: Die Abwehr hat mehr als einmal den Eindruck eines konfusen Haufens gemacht und geschlafen. Keeper Wolfgang Hesl stand oft nicht gut. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass die Kleeblätter ihren Gegner unterschätzt haben. Aber der war heute einfach stärker und präsenter. Zieht man eine Fürther Bilanz, dann stehen zehn Siegen und zwei Unentschieden in 18 Spielen immerhin auch sechs Niederlagen gegenüber. Und heute kassierte die SpVgg auf der „Alm“ die höchste Saisonschlappe, bleibt aber trotzdem Tabellenzweiter – Gott sei Dank: Der Verfolger Karlsruher SC hat heute nach einem 3:0-Vorsprung gegen den FSV Frankfurt doch noch 3:3 unentschieden gespielt. So liegt der KSC weiter vier Punkte hinter der SpVgg.
Bei der letzten Begegnung vor der Winterpause empfängt die SpVgg nächsten Sonntag, 22. Dezember, um 13.30 Uhr den VfR Aalen im Ronhof. Ich möchte jetzt gar nicht von Weihnachtsgeschenken für die Kleeblattfans in Form eines Sieges reden!