Gießelmann geht – und was macht Zulj?

Vor gut vier Wochen fand das letzte Spiel der Zweitliga-Saison 2016/17 statt. Spieler, Verantwortliche und auch die Kleeblattfans können sich zurzeit mal richtig erholen. Was allerdings nicht heißt, dass sich im Moment rund um die Spielvereinigung nichts tut.

Die wichtigste Personalie ist seit gestern spruchreif: Niko Gießelmann verlässt das Kleeblatt definitiv. Auf Instagram postete der Abwehrspieler: „Ich möchte euch mitteilen, dass ich meinen Vertrag nach nun vier gemeinsamen Jahren in Fürth nicht verlängern werde“. Nicht wirklich überraschend, aber bedauerlich. Beim letzten Spiel gegen Union Berlin hat er sich dann wohl (siehe Foto) freundlich von den Kleeblattfans verabschiedet.

Dafür gibt es einige Neuzugänge bei der SpVgg: Der Verein hat Philipp Hofmann verpflichtet. Der 24-Jährige kommt vom englischen Zweitligisten FC Brentford  und unterschreibt einen Dreijahresvertrag. Der Stürmer hat für Paderborn, Ingolstadt und Kaiserslautern 92 Zweitligaspiele absolviert und dabei 21 Tore erzielt. Ein weiterer wichtiger Neuling im Kader ist Manuel Torres, der ablösefrei vom Karlsruher SC zur SpVgg wechselt. Beim KSC hat der Spanier 98 Ligaspiele bestritten und dabei 14 Tore und 22 Vorlagen erzielt. Mit Richárd Magyar wechselt ein 26-jähriger Innenverteidiger zum Kleeblatt. Und auch Timo Königsmann wird zum Kleeblatt stoßen. Der 20-jährige U20-Nationaltorhüter erhält einen Zweijahresvertrag. Königsmann soll die erfahrenen Keeper Balázs Megyeri und Sascha Burchert gemeinsam mit Marius Funk unterstützen. Königsmann war zuletzt bei Hannover 96 unter Vertrag. Als fünfter Torhüter bei den Profis und der U23 kommt Jan Kowalewski aus der U19 dazu. Und: Die SpVgg hat den Offensivspieler Nik Omladic verpflichtet. Der 27-jährige slowenische Nationalspieler wechselt ablösefrei zum Kleeblatt.

Sicher wird sich auch in den kommenden Wochen bis zum Start in die Zweitligasaion 2017/18 Ende Juli noch einiges tun. Spannend bleibt auf jeden Fall die Frage, wie die sportliche Zukunft von Robert Zulj aussehen wird. Ist er weiterhin ein Kleeblatt und setzt hier seine Karriere fort? Oder kann er den Verlockungen der Bundesliga nicht widerstehen und verlässt Fürth? Die Greuther-Weiber halten Euch auf dem Laufenden.

Bevor ich’s vergesse: Herzlichen Glückwunsch Jürgen Klopp zum 50. Wir wünschen weiter viel Erfolg beim FC Liverpool!

Ein 2:2-Unentschieden – und Gjasula fliegt vom Platz

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthSpannend war’s, voller Aufreger und bunt – die Zweitliga-Partie der Spielvereinigung gegen den VfL Bochum. Nach sage und schreibe 96 Minuten Spielzeit trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 2:2-Unentschieden (mein Tipp!). Und Jurgen Gjasula wurde nach turbulenten Szenen noch mit Rot bestraft und vom Platz gestellt.
Dabei war das Spiel fürs Kleeblatt und die wenigen Fans im Rewirpark-Stadion vielversprechend gestartet: Schon nach 12 Minuten traf Niko Gießelmann nach einem Freistoß von Robert Zulj aus 28 Metern mit seinem rechten Fuß ins Bochumer Tor – sein erster Saisontreffer. Den Fürthern gelangen gute Einzelaktionen, sie kombinierten raffiniert und schafften es immer wieder in den gegnerischen Strafraum. Für die Bochumer Fans kein Genuss. Dann wähnten sich Spieler und Zuschauer vermutlich geistig schon in der Pause, als der Ausgleich durch Simon Terodde fiel. Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz, der heute im Fürther Tor wieder einen sehr guten Job machte, musste hinter sich greifen. Für ihn war der Treffer unhaltbar.
Die Stimmung im Stadion war während der gesamten Partie von Durchsagen zur gleichzeitigen Begegnung des 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig geprägt. Als in der 52. Spielminute das Leipziger Tor gegen den Club fiel, war die Stimmung bei den Bochumer Fans toll, Gesänge ließen das Stadion beben. Denn bei einer Nürnberger Niederlage und Bochumer Sieg hätten sich die Chancen für den Aufstieg in die Bundesliga verbessert. Also: Die Fangesänge waren laut, bis Veton Berisha (der in letzter Zeit bei vielen Partien engagiert, aber nie erfolgreich war) den Ball zum 2:1 ins Bochumer Tor traf. Er hatte vorher schon zwei gute Möglichkeiten gehabt.
Drei Punkte addierten die Kleeblätter innerlich schon auf ihr Konto, aber ein Spiel dauert eben oft länger als 90 Minuten. Und so sollte es auch heute noch anders kommen: Nach einem Rechtsschuss von Maria verwandelte Rafael Nando seine Chance zum 2:2-Ausgleich für den VfL.
Was dann geschah, war unnötig und unschön. Nach einem kleinen „Intermezzo“ zwischen Hoogland und Robert Zulj kommt es zum Gerangel, Hoogland sieht daraufhin Gelb-Rot, er verlässt das Spielfeld. Kurz darauf schubst Thomas Eisfeld Jurgen Gjasula. Dessen Temperament geht mit ihm durch, er packt Eisfeld am Nacken. Schiedsrichter Robert Schröder stellt ihn zur Rede, reagiert konsequent und gibt Gjasula Rot. Daraufhin schubst der aufgebrachte Gjasula auch noch den Referée. Ein Fehler, der mit Sicherheit ein Nachspiel haben wird. Schon oft hatte man ja den Eindruck, dass Gjasula zu impulsiv reagiert. Als Profi muss man sich einfach unter Kontrolle haben.

So endete die kurzweilige Partie zwischen der SpVgg und dem VfL Bochum ausgeglichen mit 2:2. Gleichzeitig gewann der 1. FC Nürnberg das Topspiel gegen RB Leipzig mit 3:1. Am 4. April trifft das Kleeblatt zu Hause auf den aktuell Tabellenzweiten SC Freiburg. Leider wird Jurgen Gjasula nicht mit dabei sein. Wenn das mal gut geht…

Sensation im Erzgebirge

Das waren noch Zeiten, als die Spielvereinigung im DFB-Pokal ins Halbfinale kam. Damals – im März 2012 – hat das Kleeblatt unglücklich gegen Borussia Dortmund verloren. Heute sah es gegen die gerade in die Dritte Liga abgestiegenen Erzgebirgler aus Aue in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht aus. Bei tropischer Hitze machten die Veilchen dann in der 68. Minute mit einem Kopfballtor von Simon Skarlatidis das 1:0 – und damit sind die Kleeblätter schon in der ersten Runde aus dem Pokal geflogen.

Dabei sprach vor dem Spiel vieles für Fürth. Nach dem vielversprechenden 2:2-Unentschieden am letzten Montag gegen den Favoriten RB Leipzig wurde das Kleeblatt schon wieder als Aufstiegskandidat gehandelt. Völliger Unsinn, konterte Coach Stefan Ruthenbeck. Und die heutige Leistung holt sogar den größten Optimisten zurück auf den Boden der Tatsachen. In den letzten zehn Jahren hatte die SpVgg in zehn Begegnungen nur ein Mal gegen Erzgebirge Aue verloren. Heute ging nach der Halbzeitpause praktisch nichts mehr zusammen. Die Veilchen spielten energisch und mutig auf, sie wirkten nach ihrer Führung wie aufgedreht. Dem Fürther Team gelang dann bis zehn Minuten vor dem Schlusspfiff wenig. Veton Berisha hatte einige gute Chancen, die er kreativ anging, aber nicht umsetzen konnte. Und die gute Abwehrparade von Aues Keeper Martin Männel machte einen Freist0ß von Niko Gießelmann zunichte. Nach dem Spiel war die Enttäuschung bei Trainer und Mannschaft groß. Da half auch eine Dusche zur Abkühlung nichts.
Schade, das Kleeblatt ist raus aus dem DFB-Pokal, die Sensation in Aue perfekt. Die Spielvereinigung muss jetzt ihre Wunden lecken und sich bis zur nächsten Zweitliga-Begegnung am 16. August gegen St. Pauli wieder fangen.

Bonjour, Tristesse!

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthOh je! Um in Fürth guten Fußball zu sehen, musste man als Kleeblatt-Fan vergangenen Mittwoch das Frauenfußball-Länderspiel Deutschland gegen Brasilien anschauen. Das war – leider – das Beste, was wir seit langem im Ronhof gesehen haben! Und es hat uns einen Eindruck vermittelt, wie dort die Post abgehen kann, wenn die Fans begeistert sind. Klar, die Zweite Bundesliga ist mit so einem außergewöhnlichen Event nicht zu vergleichen, und Frauen und Männer spielen sowieso ganz anders Fußball. Aber als Fürther konnten wir uns im Stadion am Laubenweg endlich mal wieder so richtig freuen und jubeln – wann hatten wir so etwas zuletzt? – Na gut, zurück zum eher tristen Zweitliga-Alltag. Das 1:1-Unentschieden zwischen der Spielvereinigung und dem FSV Frankfurt haben im Volksbank-Stadion nur etwas mehr als 4700 Zuschauer gesehen – kein Wunder! Sie müssen es irgendwie geahnt haben, dass sie da einfach kein schönes Spiel geboten bekommen würden. Über lange Zeitspannen hinweg plätscherte das Ganze harmlos und langweilig dahin. Fürth begann eigentlich nicht schlecht, doch wieder war es der Gegner, der das 1:0 machte. Und das praktisch bei der ersten ernsthaften Gelegenheit. Die Fürther Abwehr ließ dem Frankfurter Kauko viel zu viel Raum, so dass er mehr oder minder ungehindert zum 1:0 einköpfen konnte. Bis zum Halbzeitpfiff passierte dann so gut wie nichts Nennenswertes mehr.

Als Mike Büskens gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs Stephan Schröck für Kasper Przybylko ins Spiel brachte, hatte ich ein gutes Gefühl, dass sich das Blatt nun wenden könnte. Schröcki ist einfach immer bissig und zieht den einen oder anderen Teamkollegen dann durch sein unermüdliches Engagement mit. Nach einigen Fehlpässen sowie vergeblichen Bemühungen von Marco Stiepermann, der einfach nicht ins gegnerische Tor traf, verwandelte Niko Gießelmann in der 58. Minute einen direkten Freistoß zum erlösenden 1:1. (Nach dem Spiel verschenkte er sein Trikot, siehe Foto.) Das gab der Mannschaft neuen Mut, plötzlich ging wieder was, und der FSV Frankfurt geriet zunehmend unter Druck, dem er nichts entgegenzusetzen hatte. Büskens legte mit zwei Auswechslungen nach: Tripic kam für Freis (72.) und Lam für Philp (75.). Das Kleeblatt verspürte eine Zeitlang einen gewissen Aufwind, Robert Zulj wäre fast der Führungstreffer gelungen, Marco Stiepermann bekam eine zweite Freistoß-Chance, die er aber nicht nutzte – der vorübergehende Schwung verpuffte.

Fürths Keeper Wolfgang Hesl hatte keinen unwesentlichen Anteil daran, dass es kein weiteres Gegentor gab: Vor allem einen gefährlichen Angriff von Kapllani wehrte er ohne jede Unsicherheit ab. Kapllani sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte, und Fürth war knapp zwei Minuten in Überzahl auf dem Rasen. Das nützte aber genauso wenig wie die Tatsache, dass die mitgereisten Kleeblatt-Fans ihr Team unermüdlich anfeuerten: Es blieb beim enttäuschenden 1:1.

Vereinspräsident Helmut Hack blickte auf den Zuschauerplätzen äußerst skeptisch drein. Was ihm wohl durch den Kopf ging? Bereut er vielleicht doch, zu wenig Geld für einen verstärkten Sturm in die Hand genommen zu haben? – Der einzige Lichtblick in dieser verfahrenen Situation: Fürth bleibt weiterhin in Frankfurt ungeschlagen, wie schon gut 32 Jahre lang. Doch ob das im Abstiegskampf weiterhilft? Wer weiß…

Wieder nix!

Die Hoffnung von Greuther-Weib Kiki hat sich leider nicht erfüllt: In ihrem Blog-Beitrag von gestern hatte sie ein Foto von Mike Büskens und Mirko Reichel zu positiv interpretiert. Wenn die Beiden heute tatsächlich am Ende der Partie gegen den VfR Aalen synchron auf die Anzeigentafel geblickt haben, dürften sie wenig Begeisterung empfunden haben. Ein mageres 1:1-Unentschieden des Kleeblatts gegen den im Augenblick auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga liegenden Verein war mit Sicherheit nicht das, was der  nach Fürth zurückgeholte ehemalige Erfolgstrainer als Ergebnis sehen wollte.

FanlanglaufUnd wir, die Fans der Spielvereinigung, schon gar nicht!!! Die Mannschaft hat heute in der Aalener Scholz-Arena wieder nicht gezeigt, was in ihr steckt. Dass das Spiel vor fast leeren Zuschauer-Rängen über die Bühne ging, wundert mich im Nachhinein nicht im Geringsten. Man könnte seine Zeit an einem freien, recht sonnigen Samstagnachmittag im März weitaus sinnvoller nutzen – zum Beispiel so wie auf nebenstehendem Foto: mit Langlauf-Skiern auf traumhaften Loipen. Das Bild ist vor gut zwei Wochen während des Winterurlaubs in Ramsau am Dachstein entstanden, über den Kiki auch schon gepostet hat. In Weiß-Grün habe ich am Fuße des Dachsteins Werbung für unseren Verein und unser Fürth gemacht und nach dem Fußball-Krimi gegen den FC St. Pauli voller Zuversicht die kommenden Begegnungen der SpVgg erwartet.

Inzwischen gab es den Trainerwechsel von Kramer zu Büskens, der mich ebenfalls sehr optimistisch auf die nächsten Wochen schauen ließ. Denn so sehr ich Frank Kramers Qualitäten als Coach des Kleeblatts geschätzt habe – in einer mehr als schwierigen Situation bei der Übernahme des Tranerjobs hat er Zufriedenstellendes geleistet -, so sehr habe ich bei ihm das Temperament von Mike Büskens vermisst. Ich halte ihn einfach für jemanden, der ein Team mehr mitreißen und motivieren kann. Und für uns Fans gibt es mit ihm am Spielfeldrand immer wieder unterhaltsame Momente, wenn er mal aus der Haut fährt und ein anderes Mal begeistert jubelt. Zu Letzterem hatte er heute zunächst ja durchaus einen Grund, als Niko Gießelmann in der 17. Minute in Aalen das verdiente 1:0 gegen die Baden-Württemberger schoss.

Doch im Anschluss tendierte die Begegnung zu einem seicht dahinplätschernden, meist ziemlich langweiligen Spiel ohne jeden Höhepunkt. Schlimmer noch: Der Eindruck drängte sich auf, dass das Team nach dem Führungstreffer erst mal selbstzufrieden die Hände in den Schoß legte. Vor der Halbzeitpause brachten die Fürther nichts Nennenswertes mehr zustande. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel bitter rächen, als die Aalener noch einmal auftrumpfen konnten und Quaner in der 68. Minute der Ausgleich gelang. Übrigens nach einem Patzer von Torwart Wolfgang Hesl, dessen Tag das heute definitiv nicht war. Als in der Schlussphase obendrein noch Stephan Schröck Gelb-Rot sah und den Platz verlassen musste (87.), schwanden meine Hoffnungen dahin – und die der meisten anderen Fans wohl auch. Der für Tripic eingewechselte Florian Trinks konnte auch nichts mehr reißen, obwohl die wie immer souveräne Unparteiische Bibiana Steinhaus vier Minuten Nachspielzeit draufgab.

Mit dem mageren Remis belegt das Kleeblatt nun Rang 13 in der Tabelle und muss am Freitag, den 13. (!) , wieder ran. Mit dem TSV 1860 München trifft die Spielvereinigung im Ronhof auf einen Gegner, der ihr schon in der Vergangenheit einiges Pech brachte. Man denke nur an die völlig unnötige Niederlage von Fürth gegen die 1860er in der vergangenen Saison, die dazu geführt hat, dass das Kleeblatt nicht direkt in die Erste Liga aufsteigen konnte, sondern in die Relegation musste. – Oder bringt Freitag, der 13., der Spielvereinigung das längst verdiente Glück eines Heimsiegs? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

1:2 – Büskens‘ mittelprächtiger Einstand

Erst ganz kurz vor dem Anpfiff kam er aus den Katakomben: Der „neue alte“ Trainer des Kleeblatts, Mike Büskens.  Im Theater nennt man so etwas einen inszenierten, großen Auftritt. Ja, das hatte was. Aber im Spiel war dann der „Büskens-Effekt“, den sich alle gewünscht hatten (nachdem er seit Montag die trainerische Verantwortung für die Spielvereinigung von Frank Kramer übernommen hatte), zwar erkennbar, aber nicht nachhaltig. Mit 1:2 unterlag das Kleeblatt beim Auftiegsaspiranten, dem 1.FC Kaiserslautern, im Fritz-Walter-Stadion. Schade.

Vielleicht habe ich es nur in die Mannschaft hineininterpretiert, sie kam mir heute konzentrierter und vom Abspiel her genauer vor als in den letzten Wochen. Trotzdem schoss das erste Tor ein Roter Teufel. Der FCK hatte nach Balleroberungen auf schnelle Gegenstöße gesetzt. In der 37. Minute wurde Jean Zimmer auf der linken Seite von der Fürther Defensive sträflich alleine gelassen und knallte den Ball aus 20 Metern ins Tor. Die Kleeblatt-Abwehr hatte schlecht ausgesehen, war praktisch nicht vorhanden. Und auch Keeper Wolfgang Hesl schätzte die Situation falsch ein und griff daneben.

Genauso überraschend kam dann das zweite FCK-Tor kurz nach Anpfiff der 2. Halbzeit. Der Fürther Neuzugang Ronny Philp tangierte den Roten Teufel Zoller am Knie, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, den Chris Löwe sicher verwandelte. Für das Kleeblatt-Team und vor allem wohl für Mike Büskens ein Schlag in die Magengrube. Aber – und da spürte ich beim Kleeblatt den früheren Kampfgeist – die Mannschaft versuchte jetzt aktiver zu spielen und brachte etwas mehr Feuer in ihr Spiel. Belohnt wurde das Aufbäumen mit einem traumhaften, genauen Freistoß von Niko Gießelmann, der damit in der 85. Minute den Anschlusstreffer schaffte. Richtig spannend waren die letzten Spielminuten. Kapitän Hesl kam mit in den gegnerischen Strafraum und versuchte, einen Fürther Eckstoß doch noch im Tor zu versenken. Aber heute hatten die Kleeblätter kein Glück.

Sicher, gegen die heimstarken Lauterer zu spielen, die seit mittlerweile 18 Spielen im eigenen Stadion nicht verloren haben, ist schwer. Vor knapp 24 000 Zuschauern auf dem Betzenberg wachte die Spielvereinigung erst in den letzten zehn Minuten richtig auf und ließ erahnen, welches spielerische Potenzial sie haben könnte. Der Einstand von Mike Büskens ist – ich sag‘ mal: mittel gelungen. Er vermittelt am Spielfeldrand den Eindruck, mehr Drive zu haben und ist eine dominante Persönlichkeit. Ich denke, ein Anfang ist gemacht. Der FC Kaiserslautern war ein Gegner, an dem man sich die Zähne ausbeißen musste, noch dazu vor heimischer Kulisse. Der FCK schob sich in der Tabelle einen Platz nach oben – gut, dass auch der SV Darmstadt heute gewonnen hat, und die Teufel dadurch nicht an sich vorbei ließ.
Am kommenden Samstag, 7. März, tritt die SpVgg ab 13 Uhr beim VfR Aalen an. Aalen ist im Moment Tabellenvorletzter – aber diese Gegner sind bekanntlich oft die schwierigsten!